Pastéis de Nata selbstgemacht

Foto mit den fertig gebackenen Pastéis de Nata

Heute habe ich mir mal die berühmten Pastéis de Nata selbst gemacht.

Zugegeben … das Rezept ist nicht besonders anspruchsvoll. Das Ergebnis ist trotzdem sehr lecker.

Was sind Pastéis de Nata?

Die Pastéis de Nata sind kleine Pudding-Törtchen in Blätterteig. Wenn ihr einmal in der Umgebung von Lissabon zu Besuch seid, werdet ihr in jeder Konditorei und in jedem Café über dieses Gebäck stolpern.

Ich selber habe die Pastéis de Nata (bewusst) zum ersten Mal 2016 gegessen, und zwar von der Orginal-Bäckerei in Belém. Ich fand sie ganz lecker und trotz meiner Vorbehalte weniger süß als gedacht. Ich habe die Törtchen heute selber gemacht und weiß nun allerdings, dass Unmengen von Zucker enthalten sind!

Das Rezept für Pastéis de Nata

Für die geplante Silvesterfeier diese Jahr bei Freunden habe ich mir überlegt, etwas Portugiesisches mitzubringen. Entschieden habe ich mich für einen „Salat“ aus Oliven und Karotten mit viel Rosmarin und Knoblauch. Und als zweites eben für die Pastéis de Nata.

Allerdings habe ich die noch nie selber gemacht.

Also gab es heute einen Probelauf!

Das Rezept habe ich mir hier geholt: Pastel de Nata | inkl. Rezept zum selber backen. Ein empfehlenswerter Blog. Dort findet ihr noch weitere Infos zu dem Gebäck.

Warum steht da „Pastel“? Nun, „Pastel“ ist der Singular. Wenn man mehrere davon macht, mutieren sie zu Pastéis. 😉

Die Zutaten sind überhaupt nicht exotisch. Bis auf die Zimtstange sollte alles in einem normalen Haushalt vorhanden sein. Die Hauptzutaten sind Milch und Zucker.

Den Blätterteig habe ich fertig gekauft und nicht selber gemacht. Das empfiehlt auch Tanja in ihrem Blog. Ebenso habe ich die Zuckermenge gemäß ihrer Empfehlung drastisch von 500g auf 300g reduziert. Und ja, das reicht auf jeden Fall!

Foto mit den vorbereiteten Zutaten in meiner Küche

Eine Eigenart von mir ist, dass ich gerne alle Zutaten bereit lege und nicht erst zusammensuche, wenn sie dran sind. Übrigens … der Rotwein ist keine Zutat, schon gar nicht, wenn er nicht aus Portugal stammt.

Das mit dem Rezept ist so eine Sache. Es gibt auch Rezepte im Internet mit weniger Eiern. In manchen wird eine Vanilleschote dazugetan. Manche geben auch Butter hinzu.

Ich habe mich, wie gesagt, an Tanjas Rezept gehalten.

Meine Erfahrungen beim Backen

Ich habe ein Muffin-Blech verwendet mit 12 Förmchen. Leider besitze ich nur eins dieser Bleche, so habe ich die Törtchen in zwei Runden gebacken, weil das Rezept für die doppelte Menge an Pastéis ausgelegt ist.

Die Formen habe ich nicht gefettet. Beim ersten Gang war das okay, beim zweiten hätte ich mir etwas Fett in den Förmchen gewünscht. Ich glaube, ich hatte das Blech etwas länger im Ofen. Der Teig war dann doch schon etwas fest angebacken.

Beim ersten Mal habe ich den Blätterteig komplett ausgerollt und dann in 12 Rechtecke geschnitten. Es war ganz schön Arbeit, die Rechtecke halbwegs ordentlich in die Förmchen zu bekommen. Insgesamt schien mir die Teigstärke oft etwas zu dünn.

Bei der zweiten Runde habe ich den Teig eingerollt und dann 12 Scheiben abgeschnitten. Diese ließen sich viel leichter in die Förmchen drücken.

Andere stechen aus dem Teig kreisförmige Stücke aus, müssen dann aber den Teigrest erneut ausrollen, damit sie weitere Kreise ausstechen können.

Foto des Muffin-Blackblechs mit dem eingearbeiteten Teig, aber noch ohne Füllung

Auf dem Foto sieht es aus, als würde sich der Teig hochwölben. Das ist eine optische Täuschung. Die Füllung fehlt tatsächlich noch.

Da die Füllung sehr viel Zucker enthält, neigt sie ein wenig zum Anbrennen, wenn sie sich nicht in den Förmchen befindet, sondern dazwischen.

Die Füllung soll man nur zu 3/4 einfüllen. Ich habe die Teigformen fast vollständig gefüllt. Ich wollte nicht so viel von der Füllung übrig behalten. Am Ende war das auch egal, denn die Füllung wölbt sich zwar beim Backen hoch, fällt aber dann beim Abkühlen wieder leicht zusammen.

Foto mit den fertig gebackenen Pastéis de Nata, hier noch auf dem Muffin-Blech

Hier auf dem Foto könnt ihr die schwarzen Flecken auf dem Blech erkennen. Das ist verbrannter Teig. Auf den Törtchen selber gehört das so! Also nicht unbedingt schwarz, aber braun ist in Ordnung. Das ist halt der Zucker.

Wie bekommt man nun die Törtchen aus dem Blech?

Einfach das Blech umzustürzen, ist keine gute Idee. Die Puddingfüllung ist nämlich immer noch weich und würde aus den Törtchen herausfallen. Also nahm ich einen Tortenheber und fuhr damit bei jedem Törtchen einmal um die Seitenwand herum. Das ging meistens sehr gut. Aber einige Törtchen waren widerspenstig. Ein wenig Einfetten wäre wohl doch hilfreich gewesen. Zu spät. 🙁

Man sieht das den Törtchen auf dem ersten Bild in diesem Artikel an … die Außenseite ist bei einigen etwas … hm, zerzaust.

Naja, war mein erster Versuch! Also, bitte …

Traditionell streut man vor dem Anknabbern noch etwas Zucker oder Zimt auf die Pastéis de Nata. Das ist Geschmackssache. In manchen Rezepten wird auch noch mal extra Zucker oben als Topping mit einem Flambierbrenner karamelisiert. Hm .. noch mehr Zucker. Das muss am Ende jeder selbst entscheiden.

Ich habe natürlich ein, zwei probiert. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis!

Wenn ihr mögt, könnt ihr hier unten gerne von euren eigenen Erfahrungen berichten. Was habe ich falsch gemacht, was kann ich optimieren?

Update 10.12.2018: Ich habe die Pastéis mit ins Büro genommen. Hier ein paar Kommentare, direkt aus den E-Mails herauskopiert:

Danke sehr sehr lecker.. und man kann nicht nur eins essen 😉 ich hab schon zwei.
Ist wahrlich schwer zu widerstehen.

hast Du sehr gut gemacht, war sehr lecker! Danke

Suuuuuperlecker.

Kannst öfter machen 🙂

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Elektroautos und Stromverbrauch

Ich gebe es zu …. ich habe kein Elektroauto. Mein Hyundai i10 fährt ganz ordinär mit Benzin.

Warum zögere ich noch?

Gibt es doch mit dem Hyundai Kona elektro ein ziemlich interessantes Elektroauto.

Foto des Hyndai Kona Elektro

Mit dem Kona kommt man über 400 km weit.

Es sind dieselben Gründe, von denen man immer wieder in den Medien hört:

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Geringe Reichweite
  • Zu wenig Ladesäulen

Gut … es tut sich langsam etwas. Schauen wir mal …

Im Gespräch mit anderen Menschen höre ich immer wieder:

Wenn alle einen Elektrowagen fahren würden, dann bräche das Stromnetz in Deutschland zusammen.

Das klingt plausibel. Es gäbe sehr viele Autos, die sehr viel Strom (ver-)bräuchten.

Aber stimmt das denn eigentlich?

Wieviel Strom brauchen Elektroautos?

Foto eines Stromzählers

Bildquelle: pixabay.com

Ich habe mir gedacht, dass ich das einfach selbst mal nachrechnen könnte. Basis für die Zahlen sind diverse, frei zugängliche Quellen im Internet.

Rechnen wir also mal durch, was so ein Auto im Jahr an Strom braucht.

Laut der Website Elektroauto News liegt der Stromverbrauch von Elektroautos derzeit bei 11,5 kWh (Hyundai Ioniq Elektro) bis 23,3 kWh (Tesla Model S P90D). Der Einfachheit halber nehme ich mal 15 kWh zum weiteren Rechnen.

Wieviel Kilometer fährt man denn so im Durchschnitt im Jahr? Bei mir sind es 25.000 km, aber das ist wahrscheinlich schon recht viel. Kommt ihr im Jahr auf 25.000 km? Nehmen wir mal einen etwas kleineren Wert, nämlich 20.000 km im Jahr.

20.000 km im Jahr bei einem Verbrauch von 15 kWh pro 100 km im Durchschnitt ergibt einen Strombedarf von 3.000 kWh.

Das klingt schon mal ganz schön viel. Andere Leute können ihre Wohnung damit ein Jahr lang betreiben.

In Deutschland gibt es laut dem Kraftfahrt-Bundesamt zum 01. Januar 2018 56,5 Millionen Kraftfahrzeuge. Dabei werden LKWs und Motorräder mit dazugezählt. Wieder der Einfachheit wegen erhöhe ich auf 60 Millionen.

Wenn also ab sofort sämtliche Kraftfahrzeuge in Deutschland mit Strom fahren würden, bräuchten sie 60 Mio mal 3.000 kWh im Jahr.

Das ergibt fette 180 TWh (= Terawatt-Stunden).

Stellt sich die Frage, ob das viel ist, verglichen mit dem Strom, der in Deutschland erzeugt wird. Oder könnt ihr so aus der Hüfte heraus etwas mit dem Wert 180 TWh anfangen? Ich nicht.

Wieviel Strom erzeugt Deutschland?

In einer idealen Welt vebrennen wir keine Kohle für Strom und wir zerstückeln auch keine Atome dafür. Aber die Frage, woher der Strom kommt, schieben wir hier mal beiseite.

Um die gigantischen 180 TWh einordnen zu können, müssen wir wissen, wie viel Strom insgesamt in Deutschland erzeugt wird. Wenn ich der Wikipedia glauben darf, so waren das im Jahr 2017 654,8 TWh.

In Prozent: 180 Terawatt-Stunden entsprechen fast 30 Prozent der derzeitigen Stromproduktion.

Haben wir genug Strom für alle Autos?

Wenn wir 30 Prozent der Stromproduktion nur für die Elektroautos benötigen, haben wir definitiv ein Problem.

Allerdings können wir nicht davon ausgehen, dass tatsächlich alle Autos auf einen Schlag auf einen Elektroantrieb umgestellt werden.

Tatsächlich gibt es laut Kraftfahrt-Bundesamt zum 01. Januar 2018 gerade mal 54.000 reine Elektrofahrzeuge.

Rechnen wir doch schnell mal den Strombedarf für diese Autos aus:

54.000 x 15 kWh / 100 km = 810.000 kWh / 100 km

Bei einer Fahrleistung von 20.000 km im Jahr ergibt das 162 GWh (= Gigawatt-Stunden).

Das entspricht also bei 655 TWh Gesamtstromproduktion 0,025 Prozent.

Der aktuelle Strombedarf kann also eher vernachlässigt werden. Er muss noch nicht mal zusätzlich produziert werden, weil Deutschland nach einem Bericht des Fraunhofer Instituts im ersten Halbjahr 2018 ca. 22 TWh exportiert hat.

Unsere Bundeskanzlerin hatte sich für das Jahr 2020 einen Bestand von 1 Mio Elektroautos gewünscht. Alle sind sich einig, dass dieses Ziel nicht erreicht werden kann.

1 Mio Elektroautos entsprächen dann einem jährlichen Strombedarf von 3 TWh, also etwa 0,5% der Stromproduktion im Jahre 2017. Auch 3 TWh werden leicht von den 22 TWh Exportüberschuss (im Halbjahr) abgedeckt.

Mit 22 TWh Exportüberschuss in einem halben Jahr, also 44 TWh im Jahr könnten wir insgesamt 15 Mio Elektroautos in Deutschland fahren lassen, ohne dass dies unseren sonstigen Stromverbrauch belasten würde. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Keine Panik Schild

Dabei ist der geplante weitere Ausbau der regenerativen Stromerzeugung nicht einmal berücksichtigt.

Wie viele Elektroautos tatsächlich in den nächsten Jahren auf deutschen Straßen fahren, weiß kein Mensch. Es gibt dazu verschiedene Studien, auf die ich hier gar nicht verlinken möchte, weil sich die Zahlen komplett unterscheiden.

Nur kurz: McKinsey erwartet bis 2030 einen Anteil von 7%, die TU München sieht bis 2035 bereits einen Anteil von über 30%.

Wie auch immer … es wird noch eine Weile dauern, so dass nicht mit einem exorbitant hohem zusätzlichen Strombedarf zu rechnen ist.

Und was ist mit dem Stromnetz?

Foto mit Hochspannungsmasten

Bildquelle: pixabay.com

Der zusätzliche jährliche Strombedarf ist auf absehbare Zeit eher zu vernachlässigen, wie wir eben nachgerechnet haben.

Ein Problem gibt es aber, wenn sich alle Stromer gleichzeitig an eine Steckdose oder Ladesäule hängen.

So unwahrscheinlich dieses Szenario auch erscheinen mag, so ist es doch sinnvoll, smarte (im mal nicht das Wort „intelligent“ zu verwenden) Ladesysteme zu entwicklen, die das Laden der Fahrzeuge steuern.

Piktogramm mit einem Elektroauto an einer Ladesäule

Bildquelle: pixabay.com

Stellt euch vor, dass ihr abends nach Hause kommt und euer Auto über Nacht aufladen wollt. Hier könnten die Ladevorgänge über einen größeren Zeitraum automatisch so gesteuert werden, dass in einer Region nicht alle Autos gleichzeitig geladen werden.

Noch konkreter: Zwei Autos mit jeweils einer benötigten Ladezeit von vier Stunden könnten nachts automatisch nacheinander geladen werden. Am Morgen wären beide trotzdem voll geladen startbereit. Die automatische Steuerung der Ladezeiten entlastet die Infrastruktur.

Man sollte dabei berücksichtigen, dass Elektrofahrzeuge im täglichen Betrieb nicht „leer“ gefahren werden, wie man das von seinem Benziner oder Diesel her kennt. Stattdessen hängt man die Fahrzeuge immer dann an eine Ladestation, wenn gerade eine verfügbar ist. Meist steht das Auto tagsüber oder nachts nur herum und kann dann „intelligent“ nachgeladen werden.

So ist es durchaus vorstellbar, dass unsere Autos in Zukunft auch beim Einkaufen oder bei einem Kinobesuch nachgeladen werden. Es wird überall Ladestationen geben.

Die Telekom startet gerade damit, graue Verteilerkasten um Stromladefunktionen zu erweitern. Nachzulesen ist das im Heise Artikel „Elektro-Mobilität: Telekom nutzt Verteilerkästen für Elektroauto-Ladestationen“ vom 05.11.2018.

Auf diese Weise verteilen sich die Ladevorgänge über die ganzen 24 Stunden und Spitzenbelastungen des Stromnetzes können vermieden werden.

Noch nicht abschätzbar ist, wie sich die Technik der Akkus in den nächsten Jahren weiter entwickeln wird. Akkus werden wahrscheinlich höhere Kapazitäten haben und sich schneller laden lassen. Das kann die Spitzenlast erhöhen, sorgt aber auch dafür, dass die Leistung des Stromnetzes nur kurzzeitig benötigt wird.

Stromanbieter wie die Stromnetz Berlin GmbH sehen hier auch bei einem Marktanteil der Elektroautos von 20% (zumindest für Berlin) keine Probleme, wie der Geschäftsführer Thomas Schäfer in seiner Keynote am 11.04.2018 auf der „Hauptstadtkonferenz Elektromobilität 2018“ ausführte.

Andere Stromanbieter wie Vattenfall arbeiten derzeit an einer so genannten Schieflasterkennung und Phasenvertauschung, was das Laden an heimischen Steckdosen optimieren soll. Eine Erläuterung dieser Entwicklungen würde den Rahmen dieses Artikels allerdings sprengen.

Und der Strom für die Herstellung?

Bleibt am Ende noch das Argument zu besprechen, dass Elektroautos in der Herstellung mehr Energie verbrauchen als Autos mit Verbrennungsmotor.

Das Thema „Umweltbilanz von Elektroautos“ möchte ich gerne auslassen. Mir geht es um den Strombedarf.

Hier nur kurz der Verweis auf einen Artikel der „Spektrum der Wissenschaft“ aus dem November 2017.

Leider konnte ich keine genauen Vergleichzahlen zum Energiebedarf bei der Herstellung von Elektroautos und Autos mit Verbrennungsmotor finden.

Die Industrie nennt keine Zahlen und die Forschung darf wohl keine Zahlen nennen.

In allen Untersuchungen geht es meist um den Ausstoß von Kohlendioxid. Dieser hängt aber maßgeblich davon ab, auf welche Weise der Strom erzeugt wird.

Strom aus Kohle ist dreckiger als ein Benzin-Motor

Foto von einer Kohlekraftwerkanlage

Bildquelle: Vattenfall

Naja, sagen wir mal so, die Elektroautos haben ja zunächst nichts damit zu tun, wo der Strom herkommt.

Ziel muss es ohnehin sein, von der Verstromung von Kohle wegzukommen, egal, für was wir diesen Strom verwenden.

Energie ist grundsätzlich unbegrenzt verfügbar, solange es Menschen gibt. Wind, Wasser und Sonne wird es immer geben. Es geht halt darum, diese Energieformen zu nutzen. Und da sehe ich eigentlich ganz positiv in die Zukunft. Es wird wohl noch eine Weile dauern, aber das Ziel ist ja allgmein anerkannt, oder?

Und spätestens dann, wenn wir unseren gesamten Strom aus regenerativen Energiequellen gewinnen, hat sich die Frage nach dem Stromverbrauch von Elektroautos sowieso erledigt.

Jochen Schweizer Arena in München

Gestern war es endlich soweit: Meine Kinder lösten ihre Gutscheine für die Jochen Schweizer Arena in München ein.

Die Gutscheine hatten sie dazu bereits zu Weihnachten 2016 bekommen.

Im März 2017 hatten mein Sohn und ich die Anlage schon mal kurz besucht. Seitdem hat sich Einiges geändert: der Parkplatz hat viel mehr Plätze, der Outdoor-Hochseilgarten wurde gebaut, der Outdoor-Gastronomie-Bereich wurde realisiert.

Eines gleich zu Anfang: ihr braucht viel Zeit und viel Geld!

DIe Jochen Schweizer Arena vom Hochseilgarten aus gesehenDie Freizeitanlage macht einen modernen und wertigen Eindruck, sowohl von innen, als auch von außen. Auffällig ist das fast schon übertriebene Branding der Marke „Jochen Schweizer“. Es steht wirklich überall und dazu noch in übergroßer Schrift. Clever gemacht, aber meiner Ansicht nach etwas zu dominant.

Ein hoch professionelles Marketing erkennt man an allen Stellen. Das fängt bei der Website an, setzt sich beim Branding fort und endet auch noch lange nicht bei den vielen Videowänden, auf denen permanent Promo-Videos laufen.

Egal, wo man sich lang bewegt, fällt darüber hinaus ein starker Fokus auf die Gastronomie auf, von der die Gesamtanlage quasi durchdrungen ist. Im Grunde gibt es ja nur drei Attraktionen (Hochseilpark, Bodyflying und Indoor-Surfen) plus Gastronomie. Also ganz klar: hier wird kommerziell hoch professionell gearbeitet und es geht vor allem um dein Geld, das du hier lassen sollst.

Der Gutschein

Meine Kinder hatten jeweils einen Gutschein mit den folgenden Leistungen:

  • Bodyflying: 2 Flüge mit je 1 min.
  • Wahlweise 1,5 Stunden Outdoor-Adventure-Park oder 45 min Surfen auf der stehenden Welle
  • Betreuung & Einweisung durch erfahrene Instruktoren
  • Erforderliche Ausrüstung inkludiert
  • Ein heißer Snack und ein Erfrischungsgetränk

Der Gutschein hatte Ende 2016 einen Preis von 89,90 Euro (plus Versand und Verpackung). Kurz vor Weihnachten gab es den Gutschein dann für 69,90 Euro, wovon ich als Early Bird leider nicht profitieren konnte. Das hatte mich damals sehr geärgert.

Diesen Gutschein gibt es immer noch. Allerdings kostet er aktuell laut Website 99,90 Euro. Nun gibt es statt zweimal 1 Minute Flug einen mit einer Dauer von 2 Minuten. Das ist sinnvoll.

Zu den Preisen später noch mehr.

Ihr braucht viel Zeit

Auf der Website steht es deutlich: plant 5 Stunden ein.

Und das ist ernst gemeint.

Wir hatten unseren Termin um 17:30 Uhr, mussten aber eine Stunde vorher bereits vor Ort sein, um die Zeiten für das Bodyflying und das Surfen einplanen zu lassen. Verlassen haben wir das Gelände um ca. 20:30 Uhr. Wir verbrachten also 4 Stunden in der Arena für 2 Minuten Bodyflying und 4 oder 5 etwa jeweils 30 Sekunden lange Surfversuche.

Keine große Ausbeute.

Beschweren möchte ich mich darüber nicht. Es lässt sich bei der aktuellen Ausbaustufe kaum anders machen. Die beiden Stationen Bodyflying und Surfen waren durchgehend ausgelastet.

Oder anders ausgedrückt: wer am Samstag mal schnell einen 2 Minuten Bodyflying-Trip machen möchte, kann davon ausgehen, dass er dafür mehr als 30 Minuten einplanen muss.

Die beiden Flüge von Martina und Heiko waren für 19:00 Uhr eingeplant worden. Insgesamt dauerte das Ganze aber fast 1 1/2 Stunden.

Indoor Surfen auf einer Stehenden Welle

(Anmerkung: ich tue mich etwas schwer mit Fotos, weil auf allen Fotos meine Kinder drauf sind. Sorry, aber für Fotos müsst ihr einfach die offizielle Seite besuchen.)

Liste mit verschiedenen Surf-Leveln

Die meisten Besucher werden vermutlich das Anfänger-Level wählen. Auf dieser Stufe wird am Anfang eine Metallstange quer über das Wellenbecken gelegt, so dass sich die Surfer daran festhalten können. Zu diesem Zeitpunkt sind immer so um die fünf Personen gleichzeitig nebeneinander im Becken.

Später wird die Stange entfernt und es ist immer ein einziger Surfer auf der Welle, damit keiner zu Schaden kommt. Da die Surfversuche sowieso nur immer wenige Sekunden dauern, müssen die anderen nicht allzu lange auf ihren Einsatz warten.

Aber noch einmal: ihr seid keineswegs 45 Minuten auf dem Wasser!

In unserem Fall waren die Kinder ungefähr um 17:30 zum ersten Mal auf dem Wasser und gingen um 18:15 Uhr wieder zurück in die Umkleidekabinen.

Dazwischen verbrachten sie die meiste Zeit mit dem Warten in der Teilnehmerschlange.

Es wurden immer Gruppen von schätzungsweise 8 Leuten gebildet. Während einer auf der Welle surfte, mussten die anderen zwangsweise warten.

Auf diese Weise waren meine Kinder (jaja … ist schon klar, sind beide keine Kinder mehr, aber soll ich jetzt „… waren meine Erwachsenen …“ schreiben?) vier oder fünf Mal auf dem Wasser.

Spaß hat es ihnen trotzdem gemacht.

Aber so beim Zuschauen wurde auch deutlich, dass Anfänger nicht zu große Erwartungen an ihre Performance haben sollten. Es schien wirklich sehr schwierig zu sein, das Gleichgewicht auf dem kibbeligen Brett zu halten.

Die Ausrüstung wurde gestellt inklusive Helm, den aber vorwiegend die Frauen trugen. Er war nicht verpflichtend. Angesichts der massiven Betonseitenwände des Beckens kann ich aber nur dringend zu einem Helm raten.

Die ganze Zeit über standen Instruktoren zur Verfügung und halfen jedem dabei, aufs Brett zu kommen. Und vorher hatte die Gruppe bereits ein kurzes Briefing erhalten. DIe Instruktoren machten einen kompetenten Eindruck.

Und auch der Chef persönlich machte gekonnt ein paar Schwünge auf der Welle … natürlich ohne Schutzkleidung und mit eigenem Brett. Er hängt wohl öfter mal in seiner Arena rum. Im März 2016 war er auch in der Halle.

Bodyflying im vertikalen Windkanal

Preisliste für das Bodyflying

Ihr seht es auf der Preistafel: der Spaß ist nicht ganz billig. Wenn ihr das umrechnet, kommt ihr auf 46 Cent pro Sekunde!

Auch hier ist alles bestens durchorganisiert.

Es werden kleine Gruppen gebildet. Die Gruppen verschwinden zum Umziehen und zum Briefing in ein Hinterzimmer. Da der Windkanal extrem laut ist, findet das Bodyflying in einer schallgeschützten Röhre statt. Die kann man nur durch eine Schleuse erreichen. Sobald jeder in der aktuellen Gruppe seinen Flug hatte, verlässt die Gruppe durch die Schleuse den geschützten Bereich. Anschließend kann die bereits wartende Gruppe sich in den Windkanalbereich begeben. Dort müssen sie dann wieder auf ihren Einsatz warten.

EIn Foto kann ich euch zeigen:

Instruktor und Schüler im Windkanal

Links steht der Instruktor, rechts schwebt der Gast. Auch hier sind die Instruktoren sehr professionell und immer dabei. Mit jeder Gruppe wechselt auch der Instruktor.

Auf dem Foto könnt ihr im Hintergund eine grüne Zeitanzeige sehen. Dort werden die 2 Minuten heruntergezählt. Ich hatte es erlebt, dass die Uhr erst startete, wenn der Gast in der Röhre war. Normalerweise lief die Uhr aber immer einfach runter auf Null und startete ohne Unterbrechung sofort wieder bei 2 Minuten. Das hatte zur Folge, dass jeder Gast ca. 3 bis 5 Sekunden verlor, weil er sich ja erst in die Röhre werfen musste. Ist ja nicht viel … aber bei zwei Minuten? Oder mal in Euro: 5 Sekunden verstrichene Zeit bedeutet 2,30 Euro für null Leistung.

Die Instruktoren haben ihr Möglichstes getan, um den Einen pünktlich aus der Röhre zu stoßen und den Nächsten in die Röhre zu holen. Aber gleichzeitig ist das nun einmal nicht machbar. Für mich sieht das ganz arg nach Gewinnmaximierung aus. Ich persönlich finde das nicht ganz fair.

Tafel mit Zusatzleistungen für das BodyflyingEin weiterer Aspekt verstärkt den Verdacht auf Gewinnmaximierung. Jeweils bei Erreichen der letzten 30 Sekunden (mehr oder weniger) fragt der Instruktor per Handzeichen, ob der Gast einen so genannten „TaxiFly“ zusätzlich buchen möchte. Das kann fast niemand ablehnen … sieht er in dem Moment doch nur die 5 Euro und ist eh bereits mit Adrenalin und Endorphinen überschwemmt.

Beim TaxiFly wird der Windkanal ca. 25 Prozent stärker eingestellt, und der Instruktur schwebt mit dem Gast möglichst weit nach oben. Das schafft ein Gast vorher nicht, weil der Winddruck nicht hoch genug ist und weil vermutlich auch einfach die Erfahrung dafür fehlt.

Ich finde, dass dieser TaxiFly kostenlos als Goodie angeboten werden sollte, 54,90 Euro für 2 Minuten Action sollten das doch möglich machen!

Ich habe an sich nichts gegen Gewinnmaximierung, aber hier scheint jemand die Grenzen austesten zu wollen.

Zusammenfassung

Meine Kinder mussten das ja nicht zahlen … sie fanden es klasse.

Die Wartezeiten haben sie nicht gestört.

Ich persönlich finde die „Arena“ (warum heißt heute alles „Arena“?) sehr teuer. Außerdem muss man sehr viel Zeit für sehr wenig Aktion einplanen.

Den Hochseilgarten kann ich nicht beurteilen. Ich fand ihn beeindruckend. Martina meinte, so sehen die überall aus.

Mehr Attraktionen als Bodyflying, Indoor-Surfen und Hochseilgarten gibt es derzeit nicht. Es hat auch nicht den Anschein, dass weitere Angebote geplant sind.

Ein spontanes „Ach, lass uns doch einfach mal in die Jochen Schweizer Arena fahren!“ scheint hier nicht so recht zu funktionieren. Der Besuch macht wohl nur Sinn, wenn man gezielt eine oder mehrere der drei angebotenen Angebote buchen möchte.

Drei Tafeln mit Angeboten des Restaurants

Das Angebot der Gastronomie wurde zwar hübsch präsentiert, haute mich aber auch nicht vom Hocker.

Aber wie gesagt: den Leuten scheint es zu gefallen! Und das ist dann am Ende ja das Wichtigste.