JP1880 Lederhemd … Top oder Flop?

Ich wollte schon immer ein schwarzes Lederhemd haben. Deswegen habe ich einfach mal gegoogelt und bin auf JP1880 gestoßen.

Schwarzes glattes Leder, klassisch einfach, so stellte ich mir das vor.

Auf der Produktseite sieht das dann so aus:

Produktfoto des JP1880 Lederhemds

Ein bisschen nachdenklich haben mich die Bewertungen unterhalb des Lederhemds gemacht. Offensichtlich entsprachen die Bilder nicht unbedingt dem, was geliefert wurde.

Ich hab’s mir dann einfach bestellt.

Sehr hilfreich fand ich den Größenberater, der in einem Dialog ein paar Daten zu deiner physischen Erscheinung abfragte und dann eine passende Größe empfahl.

Die Lieferung erfolgte schnell.

Erster Eindruck vom JP1880 Lederhemd

Ich hatte zwei Lederhemden in zwei Größen bestellt. Dem Größenberater vertraute ich zwar. Aber ich hatte da so meine Erfahrungen mit Hemden gemacht. Vor allem die Länge war oft ein Problem.

Ich packte zuerst das Hemd in der empfohlenen Größe aus. Tatsächlich … es passte gut!

Da konnte ich mir das Anprobieren des zweiten Hemdes schenken. Deswegen blieb es auch in seiner Plastikhülle.

Ein bisschen unangenehm war der sehr starke Geruch nach dieser Leder-Imprägnierung, die ihr von neuen Lederprodukten sicher kennt. Manche stehen drauf, aber ich fand es doch ein wenig penetrant. Gut, das wollte ich nicht negativ bewerten. Der Geruch würde schon mit der Zeit verfliegen.

Das Hemd kann grundsätzlich normal als Rauhlederhemd (Velour) oder auf links gedreht als Glattlederhemd (Nappa) getragen werden. Aber halt … dazu komme ich noch.

In der einen Brusttasche fand ich den folgenden Zettel:

Zettel, der in einer der Brusttaschen steckte

Hm … da hat wohl nach einer Rücksendung im Sommer 2021 die Qualitätssicherung versagt. Ein Hinweis darauf, dass dieses Hemd mindestens 1 Jahr alt war und zweitens bereits von jemanden getragen worden ist.

Ein etwas genauerer Blick auf das JP1880 Lederhemd

Wie sah das nun aus mit dem Wendehemd? Zuerst einmal die Velourversion. Okay, war soweit in Ordnung, Brusttaschen vorne in Ordnung, Knöpfe wie gewohnt, passte gut. Die Nähte irritierten mich ein wenig.

Und wie war es mit der von mir bevorzugten Glattlederseite?

Also, die Nähte sahen ziemlich dilletantisch aus:

Detailaufnahme der Nähte des JP1880 Lederhemds

Die Lederteile waren mit einer einfachen Naht durchgenäht und die überstehenden Ränder waren nicht vernäht. Das wirkte überhaupt nicht professionell. Wer es mag … das war natürlich auf beiden Seiten der Fall. Wie eine Naht aussehen sollte, zeigt euch das Bild meiner hochwertigen Lederjacke:

Detailaufnahme der Nähte einer hochwertigen Lederjacke

Gut, vielleicht ging das nicht anders, wenn man das Hemd wenden können möchte. Mir erschien dieses Wendeargument aber eher als Mittel, um über die schlechte Qualität der Nähte hinwegzutäuschen.

Denn ein Problem blieb: die Knopfleiste vorne war nun verkehrt herum, also so, wie es bei Blusen für Frauen üblich ist. Es machte mir erhebliche Probleme, die Knöpfe zuzuknöpfen. Das war sehr unpraktisch.

Die Brusttaschen, die in der Velourversion noch funktionsfähig waren, existierten in der Glattlederversion aber nicht mehr.

Hier mal zum Vergleich einmal die Velourlederseite:

Detailaufnahme der Bursttasche auf der Rauhlederseite

Alles okay!

Und nun die Glattlederseite:

Detailaufnahme der Bursttasche auf der Glattlederseite

Keine Tasche vorhanden, nur angedeutet durch die Naht von der anderen Seite. Und nein, die Tasche war nicht einfach nur zugenäht. Es existierte auf dieser Seite keine Tasche. Das bewies mir, dass dieses Lederhemd nie wirklich als Wendehemd konzipiert worden ist. Stattdessen war das wohl eine Erfindung des Marketings, um eine schlechte Qualität zu einem Extra-Feature umzudefinieren.

Fazit zum Lederhemd

Mich konnte das Lederhemd von JP1880 leider nicht überzeugen. Ich bedauere das. Beide Hemden werden deswegen wieder zurückgeschickt.

Falls von euch jemand eine gute Quelle für ein wirklich tolles Lederhemd (schwarz, glatt) kennt, freue ich mich sehr über eure Empfehlung, entweder hier in den Kommentaren oder direkt per E-Mail.

Das JP1880 Lederhemd in voller Größe

06.08.2022 – Ergänzung: Ich habe auf der Produktseite bei JP1880 eine negative Bewertung eingereicht. Daumen hoch dafür, dass ihr die Bewertung zugelassen habt!

Portugal 2022 – Lagos

Bild des Haupteingangs zur Rezeption des Hotels Costa d'Oiro Ambiance Village in Lagos, Portugal

2022 war es soweit! Zurück nach Portugal, und zwar in meine Lieblingsstadt an der Algarve, nämlich Lagos. Aber nicht alleine, sondern zu zweit.

Das Wappen von Lagos, Algarve, PortugalZu Lagos gibt es beliebig viele Berichte im Internet. Ich verlinke hier aber nichts, weil praktisch auf allen Sites Werbung vorhanden ist. Falls du selber einen Bericht geschrieben hast und auf Werbung verzichtest, so melde dich gerne bei mir! Die Chancen stehen gut, dass ich deinen Link auf diese Seite setze.

Hier soll es aber gar nicht um den Ort Lagos gehen, sondern um das Hotel, das wir gebucht hatten.

Bei der Hotelauswahl hatten wir ein paar Anforderungen:

  • Zentrum von Lagos sollte zu Fuß erreichbar sein
  • keine Bettenburg, also eher kleines Hotel oder kleine Hotelanlage
  • Pool nicht notwendig
  • ruhige Lage
  • angenehmer Blick, Meerblick nicht notwendig

Etwas eingeschränkt waren wir bei der Auswahl, weil wir relativ kurzfristig gebucht haben. Langfristrige Planungen hatten wir uns angesichts der Corona-Pandemie verkniffen.

Ein Favorit war das Hotel Dom Manuel.

Gartenansicht des Hotels Dom Manuel in Lagos, Portugal

Da gab es Zimmer mit Balkon mit Blick in einen tollen Garten.

Das Problem bei den Hotelbeschreibungen ist leider, dass es zwar hübsche Bilder gibt, aber keine Garantie, dass man in einem der fotografierten Zimmer landet. Ganz im Gegenteil gesellen sich zum Haupthaus oft weitere Nebengebäude, die ganz und gar nicht dem entsprechen, was wir uns so vorstellen. Auch die Zimmerkategorie hilft nur bedingt weiter. Will man sich bei anderen Reiseveranstaltern informieren, werden dort völlig unterschiedliche Zimmerkategorien verwendet. Die Bezeichnungen der Kategorien sind deswegen wenig hilfreich.

Nach vielen Recherchen bei verschiedenen Reiseveranstaltern, die oft wegen der miesen UX regelmäßig zu Frust und Wutausbrüchen führten, entschieden wir uns dann für das „Costa d’Oiro Ambiance Village“.

Der Poolbereich des des Hotels Costa d´Oiro Ambiance Village mit Menschen, die zum Frühstück an verschiedenen Tischen sitzen

Es liegt auf dem Weg zur Ponte da Piedade, also schon etwas außerhalb der Altstadt. Der Weg zur Altstadt von Lagos schien aber bei mäßigen Temperaturen noch zu Fuß machbar zu sein, jedenfalls in die eine Richtung. Zurück ging es den Hügel rauf, was dann schon anstrengender sein konnte. Wir hatten uns ganz bewusst für den Mai als Urlaubszeit entschieden. Im Frühling ist es an der Algarve noch grün und noch nicht so heiß.

Und ja, ein Mietauto haben wir uns natürlich auch gegönnt.

Foto des Kiesparkplatzes mit ein paar geparkten Autos. Im Hintergrund ist die Bucht von Lagos zu erahnen.

Apropos Auto: witzigerweise fanden wir dann direkt beim Hotel einen großen Kiesparkplatz, der mit Ladestationen ausgestattet war. Geht doch! Auf dem Foto sind die Ladesäulen nicht zu sehen. Erschienen mir jetzt nicht so besonders fotogen, findet man ja ohnehin an jeder Ecke. 😉 Tagsüber war der Parkplatz relativ leer, aber über Nacht war er schon ganz gut voll. Der Blick geht übrigens von der Straße über den Parkplatz runter zur Altstadt von Lagos. Das Meer kann man unterhalb des roten Pfeils erahnen. Rechts daneben die potthässliche Ruine des Hotels Golfinho an der Praia Dona Ana, das bereits vor mehr als 20 Jahren aufgegeben wurde.

Das Meer war übrigens für uns viel näher, nur sieht man das auf dem Foto nicht. Die nächsten Strände waren Praia Dona Ana, Praia Do Maryi und Praia do Camilo. Alle waren leicht zu Fuß zu erreichen.

Unser Mietwagen von vorne, ein weißer Kleinwagen.

Unser Mietauto war aber trotzdem ein Verbrenner. Silhoutte eines Mannes, der die Schultern in einer Geste hochgezogen hat, die "keine Ahnung" ausdrückt.

Costa d’Oiro Ambiance Village

Hier die offizielle Beschreibung bei TUI:

Hotelbeschreibung
Das Hotel Ambiance Village Costa D’Oiro ist ein 4-Sterne-Hotel (Veranstalterkategorie) in Lagos, Algarve. Ambiance Village Costa D’Oiro wurde auf der Grundlage von 385 Hotelbewertungen mit 5,3 von 6,0 bewertet und hat eine Weiterempfehlungsrate von 90%.

 

Das erwartet Sie
Einfach…besonders! Das Hotel in Lagos an der Algarve zeichnet sich durch eine entspannte, komfortable Atmosphäre in erstklassiger Lage aus. Hier sind persönlicher Service und Kundenkontakt wichtig. Ganz einfach…besonders.

 

Lage & Umgebung
Das Hotel liegt in verschiedenen Komplexen verteilt in einem schönen Villen-Viertel in der Rua Costa d’Oiro im Südwesten von Lagos. Innerhalb der Anlage sind daher auch unterschiedlich lange Wege zurückzulegen. Ein idealer Ausgangspunkt zur romantischen Felsbucht „Praia Dona Ana“ (ca. 400 m) oder in die historische Altstadt von Lagos (ca. 15 Minuten Fußweg). Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel ca. 500 m von der Anlage entfernt, der Flughafen ist ca. 85 km entfernt. Transferzeit zum/vom Flughafen etwa 2 Stunden.

Das Hotel oder besser die Hotelanlage liegt (für mich) schon fast außerhalb von Lagos in einer ruhigen Seitenstraße. Es besteht aus einem Haupthaus und weiteren Häusern, die wohl aus Privatbesitz übernommen und dann zu Hotelzimmern umgebaut worden sind. Insgesamt entsteht so der Eindruck einer kleinen Wohnsiedlung.

Das bedeutet allerdings auch, dass man zum Frühstück sein eigenes Haus verlassen und zum Hauptgebäude hinübergehen muss. Wir empfanden das nicht als Nachteil.

Die Rezeption ist völlig entkoppelt vom restlichen Betrieb in einem der Straße zugewandten Raum. Wenn ihr da ankommen solltet, lasst euer Gepäck draußen stehen, denn von der Rezeption geht es nirgendwohin weiter. 🙂

Torbogen als Eingang zum hinteren Bereich des Hotels mit Pool und Restaurant

Hinter dem Haus befand sich eine kleine, sehr private Poolanlage. Einige Hotelzimmer hatten direkt Zugang zu diesem Innenhof. Auf der anderen Seite befand sich das Restaurant und eine Bar. Morgens gab es hier auch das Buffet-Frühstück mit einer sehr guten Auswahl. Besonders gefallen hat uns, dass es einen extra Tisch mit rein regionalen Produkten gab. Daumen hoch dafür!

Ein Teller mit verschiedenen Obstsorten für das Frühstück.

Ihr liebt Obst zum Frühstück für den leichten Start in den Tag? Hier seid ihr richtig! Jeden Tag gab es verschiedenes frisches Obst wie Ananas, Honigmelone, Wassermelone und andere Melonensorten, regionale Weintrauben, Orangen, Papaya, Äpfel und mehr.

Nicht zu vergessen den Sekt für den fröhlichen Start in den Tag!

Vom Platzangebot wurde es morgens um den Pool herum schon mal knapp. Es gab jederzeit die Möglichkeit, nach innen ausweichen, aber wer wollte das schon bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein? Das Personal war stets freundlich und sorgte sehr aufmerksam dafür, dass frei gewordene Tische sofort wieder neu genutzt werden konnten. Ein freundliches „Bom Dia“ seitens der Gäste (und dies sollte wirklich jeder Tourist hinbekommen) zauberte sogleich ein Strahlen in die Augen der Kellner und Kellnerinnen. Bis auf den einen jüngeren Hipster, der wohl kein Portugiese war und wohl nur als Hilfskraft vorübergehend dort arbeitete. Er war zwar nett, aber irgendwie sehr neutral und distanziert. Egal.

Eigentlich wollte ich ja gerne im Haupthaus wohnen, aber im Nachhinein bin ich ganz froh, dass wir in einem separaten Gebäude gewohnt haben. Die Balkone der Zimmer rund um die Poolanlage ließen doch etwas an Privatsphäre und Ruhe vermissen.

Der Kaffeevollautomat zischt gerade mit viel Dampf vor sich hin

Ebenfalls im Freien stand ein Kaffeevollautomat und fauchte alle paar Minuten vor sich hin, wenn sich jemand von dort einen Kaffee holte. Ich liebte dieses Geräusch und den Geruch. Herrlich!

Zurück zum Hotel.

Die Hotelanlage war sehr üppig mit Pflanzen aufgehübscht, das fand ich klasse. Beim Spazierengehen stießen wir auf einen Nespera-Baum und naschten ein paar Früchte. Ich kenne sie eher mehlig, aber diese waren richtig süß.

So sieht er aus, der Nespera-Baum:

Gelborangene Früchte an einem Mispelbaum

Für erfahrene Portugal-Kenner keine Überraschung, aber trotzdem erwähnenswert: die Anlage war sehr gepflegt und sauber.

Sonnenbrillen SmileyDie Nebengebäude verfügten über eigene kleine Pools. Unser Haus hatte sogar einen voll klimatisierten Wellnessbereich beim Pool, sprich jede Menge Fitnessgeräte sowie eine Saune. Jawohl. Genutzt haben wir das nicht.

Unser Zimmer 1614

Türschild mit der Zimmernummer 1614

Hier die offizielle Beschreibung …Gebuchte Zimmerkategorie „Deluxe Doppelzimmer“, dann aber als „Deluxe Twin Room“ beschrieben.

Dreibettzimmer, Nichtraucherzimmer, Neubau, Gesamtanzahl der Räume in diesem Zimmertyp: 1, Aufteilung wie folgt: ein Schlafzimmer, drei Einzelbetten, Babybett ohne Gebühr, Anfrage notwendig, Klimaanlage: ohne Gebühr, individuell regelbar, kalt, warm, Safe: ohne Gebühr, Minibar: gegen Gebühr, Softdrinks, Wasser, alkoholische Getränke, Snacks, Telefon, Internet: WLAN/WiFi: ohne Gebühr, Fernseher: Flatscreen, deutsches Programm, Sat-TV, Reinigungsservice: ohne Gebühr, Badewanne oder Dusche, Regendusche, Föhn, Kosmetikspiegel, Balkon oder Terrasse.

Blick auf die Frontseite des Nebengebäudes, in dem wir gewohnt haben. Blaue Fassade.

Unser Zimmer lag im ersten Stock eines Nebengbäudes. Das Haus selbst sah aus wie ein ganz normales Wohngebäude. Das Zimmer der Kategorie „Deluxe Doppelzimmer“ war für zwei Personen ausreichend groß, aber etwas merkwürdig konstruiert. Es wirkte modern und sehr sauber. Die Fenster waren alle mehrfachverglast und verfügten über elektrische Rollläden sowie blickdichte Vorhänge. Wir hatten einen größeren Balkon mit Tisch, Stühlen und zwei Liegen. Ein weiterer Balkon diente mir nur als Lager für meinen Koffer. Denn für die Koffer gab es im Zimmer keinen Abstellplatz.

Eine Küche gab es nicht. Ein kleiner Kühlschrank diente als Minibar und bot uns für eigene Einkäufe leider kaum Platz. Oben auf dem Kühlschrank stand ein Wasserkoch, zwei Gläser und Tassen.

Der kleine Kleiderschrank neben dem Bett mit geöffneter Tür.Das Zimmer war für drei Gäste ausgelegt. Wir hatten aber zu zweit schon Probleme, unsere Kleidung zu verstauen. Das scheinbare Fach unten links ist keins. Das ist das Nachtkästchen, auf dem eine recht große Lampe stand.

Deswegen musste das Einzelbett als Ablage herhalten. (Das Wandmosaik ist aber toll, oder?)

Das Foto zeigt einen Teil des Zimmers mit einem Fernseher an der linken Seite und dem Beistellbett vor einer Wand mit einem schönen blauweißen Mosaik.

Das Foto zeigt eine kleine Kammer, die durch Milchglaswände vom restlichen Bad abgetrennt ist, die Toilette.Die Toilette war mit Glaswänden Teil des Bads, das wiederum offen in das Schlafzimmer überging. Die Glaswände waren zwar nicht durchsichtig, aber Privatsphäre sieht anders aus und hört sich anders an. Man konnte auch tolle Schattenspiele veranstalten.

Der Duschraum mit RegenduscheDie Dusche war ein eigener Raum, größer als die Toilettenkammer. Und groß genug für ein Happening mit mehreren Personen! Von oben kam das Wasser sanft aus einer Regendusche. Es gab zusätzlich eine Handbrause für die gegenseitige Massage. Als sehr positiv empfanden wir das sehr heiß einstellbare Wasser.

Wie sich herausstellte, war das Zimmer nachts sehr ruhig. Obwohl dies tatsächlich nicht ganz sicher war. Denn in Sichtweite gab es die Großbaustelle eines neuen riesigen Hotelkomplexes, etwas westlich von unserem Hotel. Dort standen früher schon zwei Hochhäuser, die aber abgerissen worden sind und nun anscheinend durch etwas Ähnliches, wenn auch Moderneres ersetzt werden sollten.

Direkt südlich angrenzend an das Grundstück unseres Hauses wurde eine neue Straße gebaut. Diese Baustelle lag in direkter Sichtlinie von unserem Balkon aus.

Tagsüber sorgte das durchaus für Lärm, aber nachts war alles super ruhig.

Natürlich war unser Zimmer klimatisiert. Und die Klimaanlage funktionierte sogar hervorragend. Ein Nachteil war, dass der Ventilator die Luft direkt auf das Bett blies. Nachts war das eher unpraktisch.

Das französische Doppelbett war sehr groß und bequem. Ich persönlich war sehr erleichtert, dass mir das Bett einmal nicht unterm Hintern zusammengebrochen ist.

Blick vom Balkon über den kleinen Pool

Der Balkon ging nach Süden raus mit Blick auf den kleinen Pool und den Wellnessraum. Er war mit einem kleinen Tisch und zwei Stühlen sowie zwei Sonnenliegen mit dicken Auflagen ausgestattet. Nachteil war hier, dass der Balkon direkt in den Balkon des Nachbarzimmers überging und von dieser Seite her keine Privatsphäre bot.

Abends ließen wir den Tag gerne mit einem Glas Ouzo aus dem Duty Free Laden des Münchener Flughafens ausklingen. Kleine Teelichter verhinderten, dass ich dauernd die Gläser umstieß. Unterwegs vom Feld ausgeliehene Orangen und Mandarinen passten super zum Ouzo. Manchmal musste ein Sagres genügen. Oft wurde es ein bisschen windig auf dem Balkon. Irgendwie ganz angenehm, aber auf der erhitzten Haut dann doch schnell kühl.

Wir hatten im Zimmer überall hervorragende WLAN-Verbindung. Das gilt auch für den Rest der Hotelanlage.

Hier noch eine kleine Bildergalerie:

Hotel Costa d’Oiro Ambiance Village: Eingang zum Pool und zum Restaurant
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: der Poolbereich
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: Frühstück am Pool
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: das Restaurant
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: ein Nebengebäude mit Ferienzimmern
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: unser Zimmer
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: eine Wand mit Fischmosaik
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: das Badezimmer
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: Blick vom Balkon zum Nachbarhaus
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: die Sonnenliegen auf dem Balkon
 Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: die Sitzecke auf dem Balkon
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: der Pool des Nebengebäudes
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: der SPA-Bereich
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: der Fitness-Bereich
Hotel Costa d´Oiro Ambiance Village: schöne Blumenbeete
Hotel Costa d’Oiro Ambiance Village: Eingang zum Pool und zum Restaurant

Umgebung des Hotels

Okay, das Hotel lag nicht in der Altstadt von Lagos. Muss ja kein Nachteil sein, denn in der Altstadt wuselte das Leben natürlich auch noch um Mitternacht.

Parken war gar kein Problem. Es gab ja den großen Kiesparkplatz vor der Tür. Obwohl wir sagen müssen, dass der dann spät abends doch gut belegt war. Aber auch das Parken direkt am Rand der kleinen Seitenstraße juckte hier niemanden.

Der Strand Praia Dona Ana mit der unsäglich hässlichen Hotelbauruine (quasi ein Mahnmal) war leicht zu Fuß erreichen. Zur Ponte da Piedade war es etwas weiter. Der Weg war aber ohne Steigung und deswegen leicht zu bewältigen.

Zur Altstadt mussten wir einfach der Nase nach den Berg runter in nördliche Richtung. Am besten geht man am Campingplatz vorbei und unter der N125 durch. Man kann aber auch oben bei der Feuerwehr die Hauptstraße queren.

Gesamteindruck

Obwohl ich bezüglich der Hotelanlage etwas skeptisch war, sind wir uns einig, das wir das Hotel weiterempfehlen können. Punkten konnte das Hotel auf jedem Fall mit der familiären Atmosphäre und dem sehr bemühtem Personal.

Bunte Blumenbeete am Fuße einer Palme

Rund um die Häuser gibt es Blumenrabatten mit blühenden Blumen. Ich mag das.

Ein Mietauto würden wir empfehlen. Wer im August in diesem Hotel wohnt, wird sich bei den dann üblichen Lufttemperaturen sehr schwer tun, um in die Altstadt zu kommen. Dazu ist das Hotel dann doch schon zu weit vom Zentrum entfernt.

In vielerlei Hinsicht hat uns das Zimmer überzeugt. Perfekt war es aber nicht. Irgendetwas ist halt immer. Nachts war es sehr ruhig und die Klimaanalage funktionierte perfekt. Das ist nicht immer so.

Das Frühstücksbuffet war super, das Abhängen zum Frühstück am Pool war sehr chillig. Das Abendessen war hingegen zwar gut, aber nicht ganz billig. Einmal haben wir das probiert, ansonsten mochten wir es aber etwas portugiesisch-bodenständiger. (Grübelt jetzt gerne darüber anch, was das bedeuten soll. [Lach Emoji]

Nachtrag Dom Manuel

Das Dom Manuel war ja, wie oben erwähnt, einer unser Favoriten bei der Auswahl eines Hotels. Wir sind einige Male am Hotel vorbeigefahren. Von außen gefiel uns die Lage gar nicht. Da waren wir froh, uns anders entschieden zu haben, auch wenn der Weg in die Altstadt von Lagos noch etwas länger war als vom Dom Manuel aus.

Eine Bewertung soll das trotzdem nicht sein. Weder haben wir das Hotel von innen gesehen, noch haben wir uns den Garten angesehen, der bei den Reiseveranstaltern immer so schön aussieht.

Jetzt kommt Glasfaser!

In Glasfasernetz in Forstern hatte ich berichtet, dass der Glasfaserausbau von der Deutschen Glasfaser für die Gemeinde Forstern für Anfang 2021 geplant war.

Tatsächlich ging es schon früher los, bei mir im Oktober 2020.

Der gesamte Ablauf war sehr gut, nur die Kommunikation mit den Handwerkern vor Ort war wegen mangelnder Sprachkenntnisse sowohl der deutschen als auch der englischen Sprache schwierig.

Sehr hilfreich waren auch die Diskussionen in unserer Facebook-Gruppe. Insbesondere wurde das von der Deutschen Glasfaser verwendete Dichtungsmittel für das Loch in der Kellerwand bemängelt. Dazu später mehr.

Es folgen einige Impressionen:

Am Dienstag Morgen ging es los. Da standen die Handwerker vor meinem Schlafzimmer und machten Lärm. Ich wohne nicht am Anfang der Straße. Sie waren schon die letzten Tage damit beschäftigt gewesen, einen Graben parallel zum Gehweg in den Asphalt zu fräsen. Und heute waren sie also bei mir angekommen. Gut so!

Das Foto zeigt den Arbeitstrupp auf der Straße in orangefarbenen Regenjacken

Manchmal standen recht viele Leute herum und nur wenige arbeiteten. Das Wetter war nicht besonders angenehm, aber vielleicht sogar besser, als in der Sonne zu braten.

Auch wenn es auf dem Foto so aussieht … tatsächlich wurde der Graben nicht mit der Schaufel ausgehoben. Stattdessen kam eine Grabenfräse zum Einsatz, die einen Höllenlärm machte. Also am besten mit Ton anhören.

Damit ging es zumindest zügig voran!

Hier noch mal ein Foto von der Fräse im Ruhezustand.

Eine Grabenfräse im Ruhezustand

Die Fräse wurde übrigens ferngesteuert.

Während sich auf der einen Seite die Fräse durch den Asphalt grub, wurde auf der anderen Seite bereits das Leerrohr (aka Kabelschutzrohr) für die Glasfasern verlegt. Außerdem wurde am Anfang der Straße das Pflaster der Stellplätze per Hand aus dem Boden gehoben, um dort die Abzweiger zu den einzelnen Gebäuden verlegen zu können.

Bemerkenswert fand ich, dass nicht erst auf den Abschluss eines Arbeitsgangs gewartet, sondern gleich der nächste Arbeitsschritt in Angriff genommen wurde.

Blick auf den Straßengraben mit verlegtem orangefarbenen Glasfaserkabel

Entsprechend lag das Leerrohr mittags bereits im Graben. In dem Rohr befanden sich gebündelt viele dünnere Leerrohre, letztendlich für jeden Hausanschluss eins. In diese dünnen Leerrohre wurden nach der Verlegung die eigentlichen Glasfaserkabel eingeblasen.

Schematischer Aufbau des Leerrohrs, das viele dünnere Leerrohre aufnimmt

Die Glasfasern selber sind ziemlich dünn, tatsächlich dünner als ein menschliches Haar.

Soweit waren wir jetzt aber noch nicht.

Foto des zugeschütteten und asphaltierten Grabens

Gegen 17:00 Uhr war der Graben schon wieder zugeschüttet, verdichtet und asphaltiert. Eine kleine Kante blieb zurück, über die wir aber problemlos mit dem Auto fahren konnten. Der Bautrupp hatte Feierabend. Das war schnell.

Dennoch … ich meine, dass der Graben nicht ganz so breit hätte sein müssen. Im Endeffekt spielt das keine Rolle, aber der Eingriff in die bestehende Umgebung (sprich Straße) wäre noch geringer ausgefallen.

Und so sollte der Anschluss am Haus nun aussehen:

Ein aufgerolltes orangefarbenes Leerrohr, direkt an der Hauswand

Leerohr am Haus, vorbereitet für die Durchführung in den Keller, aber zunächst vertagt.

Leider war das Foto nicht von meinem Stellplatz. Tatsächlich hatten sie meinen Anschluss vergessen und waren schon weiter gezogen.

Auf einen dezenten Hinweis hin wurde das dann am nächsten Tag nachgeholt.

Grube am Haus für das dünne Leerrohr

Während das Pflaster von der Straße her auf ca. 1 Meter schön säuberlich geöffnet wurde, entstand direkt an der Kellerwand die Grube, wo das Leerrohr später durch die Wand in den Keller gelangen würde.

Der Rest des Stellplatzes wurde mit Hilfe einer Erdrakete (pneumatisch betriebener Bodenverdrängungshammer) überwunden. Diese bohrt sich von der einen Grube bis zur anderen unter dem Pflaster durch. (Am besten wieder den Ton anschalten.)

Auch nicht leise. Aber es muss weniger Boden aufgerissen werden. Danach wurde das Kabel verlegt, die Gruben wieder verfüllt und das Pflaster sehr ordentlich quasi in den Ursprungszustand versetzt. Das Ergebnis war sehr gut. Man konnte den Eingriff praktisch nicht erkennen.

Foto des Stellplatz nach Abschluss der Erdarbeiten

Damit waren die Arbeiten an meinem Haus zunächst erledigt.


Einen Monat später, am 07. November, war dann anscheinend die Faser im Rohr, wie ihr auf dem nächsten Foto erkennen könnt.

Das aufgerollte gelbe Glasfaserkabel ragt aus dem orangefarbenem Leerrohr heraus

Dieser Zustand änderte sich erst am 14. April 2021 wieder.

Nun ging es darum, das Glasfaserkabel tatsächlich durch die Kellerwand zu bringen und mir über einen Hausanschluss (NT = Network Terminator) zur Nutzung bereitzustellen.

Außen wurde wieder die Grube an der Kellerwand gebuddelt. Von innen wurde mit einem Bohrhammer ein Loch durch die Kellerwand gebohrt.

Ein Bohrhammer steckt mit einem langen Bohrer von innen in der Kellerwand

Der Rest war schnell erledigt. Das Leerrohr mit der Glasfaser wurde durch das Loch geführt und das Loch wurde mit dem Dichtungsmittel Tangit M3000 abgedichtet. Das habe ich extra dokumentiert.

EIne Kartusche Expansionsharz Tangit M3000

Zu dem Thema gab es in unserer Facebook Ortsgruppe eine Diskussion. Denn anscheinend wurde anfangs ein minderwertiges Dichtmittel eingesetzt.

Es gab auch Berichte, dass dafür gerade mal Bauschaum verwendet wurde (mit Fotos dokumentiert). Das muss man dann wohl als Pfusch bezeichnen. Andere kommentare wiesen darauf hin, dass für eine Mauerdurchführung ein Schrumpfschlauch bzw, eine Schrumpfmanschette mit Zugentlastung zum Einsatz kommen sollte.

Ich bin leider kein Fachmann, vertraue aber darauf, dass die Abdichtung mit Tangit fachgerecht durchgeführt wurde. Was anderes bleibt mir auch nicht übrig.

Die drei kleinen Kästchen im Keller bilden den Hausanschluss

Einträchtig hängen sie nun nebeneinander, die Anschlüsse, drei neue kleine Kästen. Ganz links kommt die Glasfaser ins Haus. Deswegen heißt das Hausübergabepunkt oder kurz HÜP. Danach geht es weiter zum Glasfaser-Teilnehmeranschluss (kurz GF-TA). Und dann geht es weiter zum Network Terminator (kurz NT) oder Netzabschluss. Hier wird schließlich das Kabel vom Router eingesteckt.

Eingemessen wurden sie auch schon. Nun muss ich bei Gelegenheit nur noch das Patch-Kabel umstecken.

Siedlungsstraße mit vielen Bitumenstreifen

Hässliche Wunden haben die Baumaßnahmen jedoch überall auf den Straßen hinterlassen. Überall sind die Neuasphaltierungen am Rand zu erkennen und immer wieder gibt es auch Querfugen von der einen Straßenseite zur anderen. Da unsere Gemeinde finanziell schwach auf der Brust ist, werden wir mit diesen geflickten Straßen wohl viele Jahre leben müssen.

Abschließend hier noch zur weiteren Vertiefung ein Link zum Leitfaden zur Errichtung von Glasfasergebäudenetzen.