Svens Gedankensplitter https://blog.sevke.net Querbeete Gedanken, Meinungen und Interessen Wed, 19 Jun 2019 17:21:18 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 https://blog.sevke.net/wp-content/uploads/2016/03/cropped-think-622166_960_720-150x150.jpg Svens Gedankensplitter https://blog.sevke.net 32 32 27620428 Hyundai Kona – Assistenzsysteme https://blog.sevke.net/2019/06/17/hyundai-kona-assistenzsysteme/ https://blog.sevke.net/2019/06/17/hyundai-kona-assistenzsysteme/#respond Mon, 17 Jun 2019 13:43:19 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19615 Früher war alles einfacher … … heuzutage ist es schon ganz schön herausfordernd, die vielen Begriffe zu kennen, mit denen man sich herumschlagen muss, wenn man ein Auto fahren möchte. Meist bestehen die Begriffe aus drei Buchstaben. Aber manchmal reichen die drei Buchstaben nicht mehr und es müssen vier sein. Kennt ihr die Bedeutung von

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Früher war alles einfacher …

… heuzutage ist es schon ganz schön herausfordernd, die vielen Begriffe zu kennen, mit denen man sich herumschlagen muss, wenn man ein Auto fahren möchte. Meist bestehen die Begriffe aus drei Buchstaben. Aber manchmal reichen die drei Buchstaben nicht mehr und es müssen vier sein.

Kennt ihr die Bedeutung von den folgenden Assistenzsystemen bzw. Abkürzungen?

Erschwerend kommt hinzu, dass es sowohl deutschsprachige als auch englischsprachige Abkürzungen gibt.

Und dann verwendet Hyundai auf seinen deutschen Webseiten andere englische Abkürzungen als auf den englischen Seiten.

Na mal sehen, was das jetzt so bedeutet …

ABS = Antiblockiersystem

Symbol für ein Antiblockiersystem
Das Antiblockiersystem verhindert beim Bremsen das Blockieren der Räder. Bei blockierten Rädern rutscht das Fahrzeug nur noch und wird nicht mehr aktiv abgebremst. Insbesondere bei rutschigem Untergrund oder bei Notbremsungen kann das ABS den Bremsweg verkürzen. Als Hauptvorteil bleibt die Lenkfähigkeit des Fahrzeugs erhalten.

Erreicht wird das, indem das Fahrzeug ständig misst, ob sich die Räder noch drehen. Stellt es beim Bremsen eine Blockade fest, wird der Bremsdruck automatisch reduziert, bis sich das Rad wieder dreht. Anschließend wird wieder neuer Bremsdruck aufgebaut. Diese Regelung erfolgt je nach System ca. 10 mal pro Sekunde.

Offiziell (in der StVZO) heißt das Sytem übrigens „Automatischer Blockierverhinderer“.

Ein ABS ist für normale PKWs nicht vorgeschrieben, wird aber seit 2004 in alle Neufahrzeuge eingebaut.

ASCC – Advanced Smart Cruise Control

Mit Hilfe von RADAR-Sensoren hält die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage einen vordefinierten Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen. Auch das Abbremsen und Anfahren erfolgt bei kurzen Stopps (bis zu 3 Sekunden) automatisch.

In Deutschland wird dieses System oft einfach „Tempomat“ genannt.

In Zusammenarbeit mit dem LFA entspricht das System im Wesentlichen einem „Stauassistenten“.

BAS = Bremsassistent

Der Bremsassistent oder Bremskraftverstärker ermöglicht bei einer Gefahrenbremsung den maximal möglichen Bremsdruck.

Der BAS ist seit 2011 in PKWs vorgeschrieben.

BSCW = Blind-Spot Collision Warning

Grafik zur Veranschaulichung des Totwinkelassistenten

(c) Hyundai Motor Company


Der Totwinkel-Assistent wird auf den deutschen Hyundai-Seiten als BSD (= Blind Spot Detection) bezeichnet, auf den englischen aber mit BSCW (= Blind Spot Collision Warning).

Das System überwacht ab einer Mindestgeschwindigkeit von 30 km/h mit Hilfe von RADAR-Sensoren in der hinteren Stoßstange, ob sich andere Fahrzeuge diagonal hinter dem eigenen Auto befinden. Ist dies der Fall, wird in dem entsprechenden Außenspiegel ein gelbes Warnzeichen angezeigt.

Betätigt der Fahrer trotzdem den Blinker, um die Spur zu wechseln, wird zusätzlich akustisch gewarnt.

Die Sensoren werden auch für das RCCW-System genutzt.

DAB = Digital Audio Broadcasting

Der Digitale Radioempfang bietet eine größere Anzahl an Radiosendern als der analoge UKW-Empfang. Außerdem ist die Empfangsqualität besser.

Innerhalb der EU müssen ab 2021 alle Autoradios DAB+ fähig sein.

DAW = Driver Attention Warning

Grafik zur Veranschaulichung des Aufmerksamkeitsassistenten

(c) Hyundai Motor Company


Der Aufmerksamkeits-Assistent wird auf den deutschen Hyundai-Seiten als DAA (= Driver Attention Alert) bezeichnet, auf den englischen aber mit DAW (= Driver Attention Warning).

Das System versucht im Geschwindigkeitsbereich von 60 km/h bis 180 km/h, einen unaufmerksamen oder müden Fahrer zu erkennen. Laut Hyundai werden dazu die folgenden Parameter analysiert:

  • Position innerhalb der Fahrspur
  • Lenkbewegungen
  • Bremspedalbewegungen
  • Verstrichene Zeit nach dem letzten Bremsmanöver

Sollte die gemessene Unaufmerksamkeit über einem spezifischen Level liegen, zeigt es auf den Instrumenten eine Warnung und empfiehlt eine Pause. Die Warnung erfolgt zusätzlich akustisch.

Ein Aufmerksamkeits-Assistent (auch Müdigkeitserkennung genannt) ist ab 2024 für alle Neuwagen vorgeschrieben.

EPB = Electric Parking Brake

Schalter der elektronischen Parkbremse im Hyndai Kona
Die Feststellbremse (Handbremse) wird nicht mehr durch einen Hebel mit Seilzug angezogen, sondern elektrisch per Tastendruck. Die elektrische Parbremse ermöglicht auf diese Weise immer den optimalen Bremsdruck.

Die Parkbremse wird automatisch deaktiviert, wenn der Fahrer losfährt.

ESC = Electronic Stability Control

Anzeigesymbol für das Electronic Stability Control beim Hyndai Kona
Die Elektronische Stabilitätskontrolle verhindert ein Ausbrechen des Fahrzeugs in kritischen Situationen. Dazu werden mehrere Systeme wie das ABS, ein ASR, ein BAS sowie eine elektronische Bremskraftverteilung miteinander verknüpft. Als deutsche Bezeichnung hat sich „Fahrdynamikregelung“ eingebürgert.

Dieses Fahrerassistenzsystem versucht durch gezieltes Bremsen einzelner Räder, ein Schleudern des Fahrzeugs im Grenzbereich in Kurven sowohl beim Übersteuern als auch beim Untersteuern zu verhindern und dem Fahrer so die Kontrolle über das Fahrzeug zu sichern.

Das System ist seit 2014 für alle Neufahrzeuge vorgeschrieben.

FCA = Forward Collision Avoidance

Grafik zur Forward Collision Avoidance

(c) Hyundai Motor Company


Der Autonome Notfallbremsassistent wird auf den deutschen Hyundai-Seiten als AEB (= Autonomous Emergency Braking) bezeichnet, auf den englischen aber mit FCA (= Forward Collision Avoidance).

Das FCA-System nutzt das FCW, um Hindernisse wie Autos oder Fußgänger vor dem Auto zu erkennen.

Wenn der Fahrer auf die Warnung durch das FCW nicht reagiert, ist das FCA-System in der Lage, das Fahrzeug eigenständig bis zum Stillstand abzubremsen. Dies geschieht bei Geschwindigkeiten von maximal 75 km/h. Bei höheren Geschwindigkeiten wird das FCA-System das Fahrzeug möglichst stark abbremsen, um die Folgen der Kollision zu minimieren.

FCW = Forward Collision Warning

Der Front Kollisions Warner nutzt eine Frontkamera hinter dem Rückspiegel und ein Front-RADAR, um Hindernisse wie Autos oder Fußgänger vor dem Auto zu erkennen.

Sollte die Gefahr einer Kollision bestehen, wird sowohl eine akustische als auch eine optische Warnung erzeugt. Das FCW ist ab einer Fahrzeuggeschwindigkeit von 8 km/h aktiv. Fußgänger werden bis zu einer Fahrzeuggeschwindigkeit von 64 km/h erkannt, Fahrzeuge bis 160 km/h. (Die krummen Werte kommen wahrscheinlich durch eine Auslegung auf das Meilen-System zustande.)

HAC = Hill-Start Assist Control

Der Berganfahrassistent erleichtert das Anfahren an Steigungen. Dazu wird der Bremsdruck noch einige Zeit aufrecht erhalten, wenn der Fahrer den Fuß vom Bremspedal nimmt, um anzufahren.

HBA = High Beam Assist

Grafik zur Veranschaulichung des Fernlichtassistenten

(c) Hyundai Motor Company


Der Fernlichtassistent unterstützt den Fahrer dabei, das Fernlicht frühzeitig automatisch ein- und rechtzeitig auszuschalten. Grundsätzlich sollte nachts so oft wie möglich mit Fernlicht gefahren werden, da das Licht die Straße wesentlich besser ausleuchtet als das Abblendlicht.

Die Frontkamera des LKA-Systems erkennt Lichter vor dem Auto und schaltet bei Bedarf das Fernlicht automatisch aus. Der Fernlichtassistent ist ab Geschwindigkeiten von 40 km/h aktiv, muss aber durch den Fahrer explizit eingeschaltet werden.

HUD = Head-up Display

Grafik zur Veranschaulichung des Head Up Displays

(c) Hyundai Motor Company

Beim Head Up Display handelt es sich um eine kleine durchsichtige Plastikscheibe, die oberhalb der Anzeigeinstrumente ein- und ausgefahren werden kann. Auf ihr können verschiedene Informationen dargestellt werden, so dass der Fahrer den Blick nicht von der Fahrbahn richten muss. Es handelt siuch nicht um ein Projekttionssystem, dass die Informationen direkt in die Scheibe spiegelt.

Die Anzeige lässt sich in geringen Grenzen an unterschiedlich große Fahrer anpassen (Drehung, Höhe). Außerdem lässt sich die Helligkeit variieren. Natürlich lässt sich ebenfalls einstellen, welche Informationen überhaupt angezeigt werden sollen.

Das HUD kann manuell ein- und ausgefahren werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Display automatisch bei Fahrbereitschaft ausfahren zu lassen.

ICCB = In-Cable Control Box

Das Kabel mit intergriertem Ladegerät für den Hyndai Kona Elektro
Mit Hilfe des liebevoll Ladeziegel genannten Ladekabels kann ein Elektroauto auch an einer normalen Haushaltssteckdose geladen werden, falls keine Ladesäule zur Verfügung steht. Das integrierte Steuergerät beschränkt die Ladeleistung und übernimmt die Absicherung des Ladevorgangs.

LDW = Lane Departure Warning

Symbol für das Lane Departure Warning System
Der Spurhaltewarner versucht mit Hilfe der Frontkamera hinter dem Rückspiegel ab etwa 60 km/h, die Fahrbahnmarkierungen zu erkennen.

Wenn der Fahrer nicht in der Fahrspur bleibt, ohne den Blinker gesetzt zu haben, wird eine optische und akustische Warnung ausgegeben.

LFA = Lane Following Assist

Das Spurfolgesystem hält das Fahrzeug automatisch in der Mitte einer Fahrspur, solange es mit der Frontkamera hinter dem Rückspiegel die Fahrbahnmarkierungen identifizieren kann.

LKA = Lane Keeping Assist

Grafik zur Veranschaulichung des aktiven Spurhaltesystems

(c) Hyundai Motor Company


Der Aktive Spurhalteassistent wird auf den deutschen Hyundai-Seiten als LKAS (= Lane Keeping Assist Systems) bezeichnet, auf den englischen aber nur mit LKA (= Lane Keeping Assist).

Dieses System macht einen kleinen Schritt in Richtung autonomes Fahren.

Laut Hyundai werden drei verschiedene Modi unterschieden:

  • Lane Departure Warning (LDW)
  • Standard LKA mode
  • Active LKA mode (siehe auch LFA)

Der gewünschte Modus kann vom Fahrer ausgewählt oder auch ganz abgeschaltet werden.

Mit Hilfe der Frontkamera hinter dem Rückspiegel versucht das System ab etwa 60 km/h, die Fahrbahnmarkierungen zu erkennen.

Im LDW-Modus wird bei Bedarf nur eine optische und akustische Warnung ausgegeben. In den anderen beiden Modi greift das System direkt in die Steuerung ein. Im Standard-Modus wird lediglich das Verlassen der Spur überwacht und gegebenenfalls gegengesteuert, im Active Mode versucht das System, das Fahrzeug in der Mitte der Spur zu halten. Die Regelungen erfolgen hier zurückhaltender.

Der Fahrer darf das Lenkrad nicht loslassen. Ansonsten wird er nach einer Zeit von 90 Sekunden (?? stimmt der Wert ??) deutlich akustisch darauf hingewiesen, das Lenkrad wieder zu übernehmen.

Falls ein Blinker gesetzt wird, wird die Funktion des Systems außer Kraft gesetzt. Spurwechsel sind also weiterhin ohne Konflikte möglich. 😉

RCCW = Rear Cross-Traffic Collision Warning

Grafik zur Veranschaulichung des hinteren Querverkehrswarners

(c) Hyundai Motor Company


Der hintere Querverkehrswarner wird auf den deutschen Hyundai-Seiten als RCTA (= Rear Cross Traffic Alert) bezeichnet, auf den englischen aber mit RCCW (= Rear Cross-Traffic Collision Warning).

Dieses System nutzt die beiden BSCW RADAR-Sensoren in der hinteren Stoßstange, um beim Rückwärtsfahren (zum Beispiel beim Ausparken) zu erkenne, ob sich von rechts oder links andere Fahrzeuge nähern. Eine Warnung erfolgt sowohl optisch als auch akustisch.

SBW – Shift by Wire

Schalter für die Umschaltung von Vorwärts- in Rückwärtsgang im Hyundai Kona Elektro
Bei einem PKW mit Schaltgetriebe hat man üblicherweise einen Schalthebel in der Mittelkonsole, mit dem die unterschiedlichen Gänge mechanisch geschaltet werden können. Bei einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe hat man oft etwas Ähnliches, nämlich einen Hebel, mit dem man die verschiedenen Getriebestufen einstellen kann.

Der Hyundai Kona hat nur ein Reduktionsgetriebe mit einem Vorwärts- und einem Rückwärtsgang. Da gibt es also im Grunde nichts zu schalten. Konsequenterweise werden diese Funktionen (Vorwärts, Rückwärts, Neutral und Parken) direkt per Schalter eingestellt.

Die Parkfunktion wird beim Abstellen des Fahrzeugs automatisch aktiviert.

SLIF – Speed Limit Information Function

Verkehrszeichenerkennung im Hyundai Kona Elektro
Mit Hilfe der Frontkamera hinter dem Rückspiegel werden Verkehrszeichen erkannt, mit dem eingebauten Navigationssystem abgeglichen und im Display angezeigt.

Die Verkehrssymbole können auch zusätzlich auf dem HUD angezeigt werden.

TPMS = Tire Pressure Monitoring System

Das Reifendruckkontrollsystem liest Messwerte aus Drucksensoren aus, die sich in den Felgen aller vier Räder befinden. Bei zu niedrigem Luftdruck gibt das System eine Warnung aus.

Der Reifendruck aller vier Räder kann im Bordcomputer angezeigt werden.

EIn Reifendruckkontrollsystem ist seit 2014 bei allen Neufahrzeugen vorgeschrieben.

USB = Universal Serial Bus

Oberer USB-Anschluss im Hyundai Kona Elektro
Der USB-Anschluss ermöglich die kabelgebundene Verbindung eines Smartphones mit dem Fahrzeug, beispielsweise um Android Car nutzen zu können. Außerdem kann das Smartphone über den USB-Anschluss geladen werden.

Unterhalb der Mittelkonsole befinden sich zwei weitere USB-Anschlüsse, die ausschließlich zum Laden verwendet werden können.

VESS = Virtual Engine Sound System

Elektroautos hört man wegen des fehlenden Verbrennermotors kaum. Dies kann zu Konflikten mit Fußgängern führen, die ein Elektroauto unter Umständen nicht bemerken und im schlimmsten Fall vor das Auto laufen.

Um dies zu verhindern, ist bei allen Neufahrzeugen ab 2019 bei niedrigen Geschwindigkeiten ein künstliches Geräusch vorgeschrieben.

Das VESS (wie es von Hyundai genannt wird) oder AVAS (wie es ganz allgemein genannt wird) erzeugt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h ein Geräusch und strahlt es über einen Lautsprecher im Motorraum ab.

Im Augenblick lässt sich das System noch per Knopfdruck ausschalten. Dies wird aber in zukünftigen Modellvarianten nicht mehr möglich sein.

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Hyundai Kona Elektro Bestellung https://blog.sevke.net/2019/04/28/hyundai-kona-elektro-bestellung/ https://blog.sevke.net/2019/04/28/hyundai-kona-elektro-bestellung/#respond Sun, 28 Apr 2019 11:46:23 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19549 Hm … jedesmal, wenn ich „Kona electric“ bzw. „Kona Electric“ schreibe, überlege ich, ob ich lieber „Kona Elektro“ schreiben soll. Das scheint in Deutschland die gängigere Bezeichnung zu sein, obwohl hinten auf dem Kona „electric“ steht. Egal … Es geht jedenfalls um dieses Elektroauto hier: https://blog.sevke.net/2019/01/20/probefahrt-hyundai-kona-electric/. Seit einigen Monaten überlege ich, von einem Verbrenner auf

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Hm … jedesmal, wenn ich „Kona electric“ bzw. „Kona Electric“ schreibe, überlege ich, ob ich lieber „Kona Elektro“ schreiben soll. Das scheint in Deutschland die gängigere Bezeichnung zu sein, obwohl hinten auf dem Kona „electric“ steht.

Egal …

Es geht jedenfalls um dieses Elektroauto hier: https://blog.sevke.net/2019/01/20/probefahrt-hyundai-kona-electric/.

Seit einigen Monaten überlege ich, von einem Verbrenner auf ein Elektroauto umzusteigen. Inzwischen gibt es zwar schon eine gewisse Auswahl, aber so richtig viele verschiedene Modelle sucht man vergebens. Vor allem die deutschen so genannten Premium-Hersteller tun sich besonders schwer. Das ist leicht nachzuvollziehen, verdienen sie doch aktuell mit dem Diesel immer noch richtig viel Geld.

Wie wir alle wissen, haben aktuelle Elektroautos noch nicht die gewohnte Reichweite mit einer Ladung. Das ist im Alltag irrelevant. Auf den (seltenen) Langstrecken wirkt das aber auf mich nach wie vor etwas abschreckend. Von daher muss es ein Auto mit einem recht großen Akku sein. Ein Tesla wäre zwar auch nicht schlecht, ist mir aber schlicht und ergreifend zu teuer.

Ich habe mich also für den Hyundai Kona Elektro entschieden.

Hyundai Kona Wunschkonfiguration

Bei Hyndai gibt es gar nicht so viele Möglichkeiten, sich ein Auto zu konfigurieren. Anders als zum Beispiel bei deutschen Autoherstellern kann man sich nicht aus Hunderten von Optionen ein ganz individuelles Fahrzeug zusammenstellen. Auf der anderen Seite dürfte das für viele Menschen eher ein Vorteil sein, müssen sie doch nicht bei jeder einzelnen Option zunächst mal mit sich selbst oder mit anderen Familienmitgliedern über Sinn und Zweck des Ausstattungsmerkmals diskutieren. 😉

Da gibt es zunächst drei Gundkonfigurationen

  • Trend
  • Style
  • Premium

Von oben nach unten erhöht sich die Anzahl der Ausstattungsmerkmale.

Ein beheiztes Lenkrad gibt es bereits ab der Trend-Version. (Und ja, im Winter ist das klasse!)

Den großen Akku (64 kWh) gibt es leider nur in Kombination mit dem 150 kW Motor. Daneben gibt es noch einen Akku mit 39 kWh und einem Motor mit 100 kW. Schade, dass nicht auch die Kombination 100 kW Motor mit 64 kWh Akku angeboten wird.

Da ich den großen Akku haben möchte, muss ich mich also zwangsweise auch für den 150 kW Motor entscheiden.

Die Premium-Version hat vor allem zusätzlich einen Querverkehrswarner, einen Totwinkelassistenten, einen Stauassistenten und Parksensoren vorne.

Da muss jeder selber entscheiden, was er wirklich haben möchte. Letztendlich kann es auch eine Preisfrage sein.

Eine recht brauchbare Übersicht über die verschiedenen Ausstattungsvarianten inklusive einiger FAQs gibt es im (zurzeit) wichtigsten E-Mobilitätsportal GoingElectric.

Die Grundkonfiguration lässt sich nicht mehr durch irgendwelche Funktions-, Technik-, Sport- oder sonstige aufpreispflichtige Ausstattungspakete ergänzen. Lediglich die folgenden Optionen sind noch möglich:

  • Metallic-Lackierung
  • Wagendach in anderer Farbe
  • Schiebedach

Mein Wunschfahrzeug sieht dann so aus:

Foto des Hyndai Kona Elektro

Man kann sich darüber streiten, ob das etwas eigenwillige Design nun hässlich ist oder einfach wunderbar … mir persönlich sagt das SUV-Design grundsätzlich nicht so zu. Aber das sind nur Äußerlichkeiten. 😉

Gut, was kostet das Ganze nun?

Der Grundpreis der Premium-Version beträgt 45.600 Euro. Dazu kommen noch 590 Euro für die „Pulse Red“-Lackierung sowie die vom Händler beliebig festlegbaren Überführungskosten um die 800 Euro.

Also rund 47.000 Euro! Das ist ein sehr stolzer Preis!

Wir reden hier von einem Auto, das als Kleinwagen in das B-Segment eingestuft wird. In diese Kategorie werden Autos wie der Škoda Fabia, Suzuki Swift, Toyota Yaris und der VW Polo einsortiert. Manche packen den Kona auch in das J-Segment als Mini-SUV, zusammen mit Dacia Duster oder Nissan Juke.

Das ist leider immer noch ein Problem bei den Elektroautos. Die Akkus sind noch nicht gut genug, dafür sind sie aber sehr teuer. Hier wird sich in den nächsten Jahren noch eine Menge verändern.

Letztendlich liegt es aber auch am Staat, den Kaufpreis über verschiedene finanzielle Maßnahmen auf ein Niveau nahe dem eines Verbrenners oder gar darunter zu drücken. In Norwegen ist das ja auch möglich. Das setzt natürlich den echten Willen voraus, aktiv den Klimaschutz zu verbessern … und sich nicht mit populären Lippenbekenntnissen (=Blablabla) zufrieden zu geben. Von unserer aktuellen Bundeskanzlerin oder unserem Bundesverkehrsminister erwarte ich in dieser Hinsicht nicht sehr viel.

Immerhin gibt es inzwischen in einigen Städten und Gemeinden Vorteile für Elektroautos wie zum Beispiel die kostenlose Nutzung von Parkplätzen. Daneben gibt es immer mehr Discounter, Supermärkte und sogar Möbelhäuser, bei denen man sein Auto während des Shoppings kostenlos aufladen kann.

Das ändert aber alles nichts am Kaufpreis, den man erst einmal stemmen muss.

Zufrieden gegeben habe ich mich damit noch nicht. Vielleicht war ja bei verschiedenen Hyundai-Händlern noch ein Nachlass zu erreichen.

Preisverhandlungen mit Hyndai Kona Händlern

Collage mehrerer Screenshots von Hyndai Händlern im Internet

Ich habe daher zunächst einige Hyundai-Händler im Internet recherchiert und sie direkt per E-Mail angeschrieben.

Neben echten Vertragshändlern gibt es inzwischen auch immer mehr Portale, die weder Werkstatt noch Autohaus betreiben, sondern einfach nur Händler vermitteln. Bei diesen Portalen besteht die Hoffnung, dass sie mit den Händlern bessere Konditionen aushandeln können als eine Privatperson. Besonders erwähnen möchte ich die Plattform Ludego, die sich auf die Vermittlung von Kaufverträgen von ausschließlich Elektroautos spezialisiert hat.

Wie war nun die Reaktion auf meine Kontaktversuche? Überraschenderweise haben sich die Hyundai-Händler bis auf einen sehr schwer mit einer Antwort getan. Die Portale wiederum haben sofort automatisiert reagiert.

Ganz eindeutig: der klsassische Autohändler bevorzugt den persönlichen oder direkten Kontakt per Telefon. E-Mail ist für die nur theoretisch eine Option. Vielleicht ist ihnen die Gewinnmarge bei Elektroautos auch einfach nur zu gering, zumal ja auch nach dem Verkauf bei Elektroautos nicht mit großen Umsätzen in Form von Wartungskosten zu rechnen ist.

Aber auch Ludego war etwas … ähm … schwierig.

Zunächst gab es sofort die folgende Antwort:

Ausriss aus einer E-Mail von Ludego

Das war am 16. Februar.

Am 11. April habe ich dann mal nachgefragt und folgende E-Mail erhalten:

Ausriss aus einer E-Mail von Ludego

Ich lass das jetzt mal hier unkommentiert stehen.

Insgesamt zeigte sich. dass es bei einem Hyundai Kona Elektro nicht sehr viel Spielraum gibt, um den Preis zu drücken. Warum auch? Das Auto ist sehr begehrt und wird momentan mit einer Lieferzeit von ca. 12 Monaten ausgeliefert. Für meinen alten i10 bekam ich vor fast 5 Jahren einen guten Gewerbe-Rabatt. Den hat Hyundai aber seit dem 01. April 2019 einfach komplett abgeschafft. Ich halte das für eine schlechte Idee, weil sich potenzielle gewerbliche Käufer vermutlich bei anderen Herstellern bedienen werden.

Die Umweltprämie von 2000 Euro wird einem vom Händler gerne als Nachlass verkauft, aber (momentan) ist die Prämie ja noch vorgeschrieben.

Meine Preisvorstellungen konnte ich leider nicht erreichen. Dabei ließ ich mir durchaus Zeit, um nicht unter Druck einfach zu bestellen. Klar, jeder Monat Verzug würde die Lieferzeit ebenfalls um einen Monat nach hinten verschieben. Und ich möchte das neue Fahrzeug gerne vor dem Dezember 2019 bekommen, weil dann die 5-jährige Werksgarantie von Hyundai für meinen i10 ausläuft. (Ich hätte da übrigens einen roten i10 in Premium Ausstattung zu verkaufen!)

Letztendlich bin ich bei dem bekanntesten Hyundai Kona Elektro Händler gelandet, nämlich beim Autohaus Sangl. Geradezu legendär sind die sachlichen und sehr ausführlichen YouTube Videos zum Kona von Herrn Sangl. Sehr zu empfehlen.

Sagen wir mal so … wenn ihr nicht gerade beste Connections zu eurem Hyundai Händler habt, könnt ihr euch im Grunde für den Kauf eines Kona Elektro die Recherchen im Internet sparen und gleich zum Autohaus Sangl gehen. Da macht ihr nichts falsch. Und das sage ich nicht wegen des attraktiven Aufmacherfotos (weiter oben im Bild zu sehen) …

Neben einem Preis, der sich am unteren Ende der mir von verschiedenen Händlern angebotenen Preisskala liegt, verfügt das Autohaus über sehr große Erfahrungen mit Elektroautos. Manche sprechen gar vom Elektro-Papst.

Den konkreten Preis nenne ich hier nicht, um euch euren eigenen Verhandlungsspaß nicht zu verderben. Wenn ihr den aber gerne genau wissen wollt, schickt mir eine E-Mail.

Lieferzeit meines Hunydai Kona Elektro in Pulse Red

Lieferzeiten sind ein Thema, mit dem alle Hersteller von Elektroautos zu kämpfen haben. Die Nachfrage nach Elektroautos übersteigt bei weitem die Produktionsraten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hersteller bevorzugt in Länder exportieren, in denen die Elektromobilität bereits an Fahrt aufgenommen hat … Norwegen oder China zum Beispiel. Deutschland spielt im internationalen Vergleich mal wieder keine große Rolle.

12 Monate!

12 Monate wird dir von jedem Händler genannt. Okay, es heißt meistens „bis zu 12 Monate“.

Wer weiß denn schon bei der rasanten Entwicklung, die wir im Bereich Elektromobilität beobachten können, ob die Karten in 12 Monaten nicht völlig anders gemischt sind? Bessere Akkus (leichter, größer, billiger) vielleicht … mehr Modelle … insgesamt preiswertere Modelle ….

Ja, niemand weiß das. Was wir aber wissen ist, dass die Akkuzellenfertigung nur langsam hochgefahren wird und auch bis auf weiteres den weltweiten Bedarf nicht wird decken können. Neue Modelle werden deshalb häufig dasselbe Problem haben, nämlich lange Lieferzeiten.

Aber was rede ich?

Hier die mir vom Autohaus Sangl genannte Lieferzeit:

Auszug aus der Bestellbestätigung für meinen Hyndai Kona

4 Monate maximal? Damit kann ich gut leben! Bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Prognose auch erfüllen wird.

Ich werde hier weiter berichten.

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Geometrie Herausforderung https://blog.sevke.net/2019/02/02/geometrie-herausforderung/ https://blog.sevke.net/2019/02/02/geometrie-herausforderung/#respond Sat, 02 Feb 2019 17:02:40 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19441 Ein geometrisches Puzzle Zugegeben … Denksportaufgaben sind nicht jedermanns Sache, schon gar nicht mathematische. Sei’s drum. Mit der folgenden kleinen Herausforderung habe ich mich vor zwei Wochen beschäftigt. Auf dem Bild seht ihr ein Quadrat (alle Seiten sind gleich lang). Zusätzlich habe ich die genauen Mitten aller vier Seiten markiert. Es handelt sich bei dem

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Ein geometrisches Puzzle

Zugegeben … Denksportaufgaben sind nicht jedermanns Sache, schon gar nicht mathematische.

Sei’s drum.

Mit der folgenden kleinen Herausforderung habe ich mich vor zwei Wochen beschäftigt.

Symbolgrafik eines leeren Quadrats

Auf dem Bild seht ihr ein Quadrat (alle Seiten sind gleich lang). Zusätzlich habe ich die genauen Mitten aller vier Seiten markiert.

Es handelt sich bei dem Bild nur um eine Symbolgrafik. Weder sind die Seiten gerade, noch sind sie exakt gleich lang. Auch die folgenden Bilder dienen nur der Veranschaulichung. Ihr müsst da auch später nichts ausmessen.

Die Fläche eines Quadrats berechnet sich wie bei jedem Rechteck durch die Multiplikation der beiden (unterschiedlichen) Seitenlängen, beim Quadrat also durch Quadrieren der einen Seite: A = a2.

Das war jetzt sehr interessant, ist aber für unser Puzzle völlig irrelevant. 😉

Symbolgrafik unseres Quadrats mit eingezeichneten Flächen

Als nächstes wählen wir innerhalb des Quadrats einen beliebigen Punkt. Diesen Punkt verbinden wir mit je einer Linie mit den vier markierten Seitenmitten. Insgesamt haben wir das Quadrat jetzt in vier kleinere (wahrscheinlich) unregelmäßige Flächen aufgeteilt. Das darf ruhig ganz anders aussehen als bei euch.

Symbolgrafik unseres Quadrats mit eingezeichneten Flächenangaben

Jede dieser Teilflächen hat einen ganz bestimmten Flächeninhalt. Für unsere Denksportaufgabe setzen wir die Werte für drei der Flächen fest. Den richtigen Wert entsprechend der Zeichnung müssen wir gar nicht kennen. Der spielt keine Rolle.

Die Aufgabe

Unser Quadrat mit eingefärbten Teilflächen

Drei Flächen sind bekannt (per Definition), die Größe der vierten Fläche soll ermittelt werden.

Smiley, der viel Spaß wünschtViel Spaß!


Clipart mit nachdenkendem MannBevor ihr jetzt weiter lest, solltet ihr zumindest ein paar Minuten selber über die Lösung nachdenken. Darin liegt ja die Herausforderung.


Uhrsymbol

… Stunden später …

Uhrsymbol

… noch mehr Stunden später …

Okay, es folgen jetzt ein paar Tipps …

Erster Tipp zur Lösung des Geometrie-Puzzles

Denk in Dreiecken!

Ergebnis des ersten Tipps

Bei unregelmäßigen Flächen hat man das Problem, dass man die Flächeninhalte schlecht berechnen kann. Deswegen zerlegt man solche Formen üblicherweise in geometrische Formen, deren Inhalt sich leicht berechnen lässt, zum Beispiel in Rechteche, Quadrate und Dreiecke.

Das machen wir jetzt mal. Dazu ziehen wir von dem Punkt im Quadrat zu jeder Ecke des Quadrats eine Linie. Auf diese Weise wird jede der unregelmäßigen Flächen in zwei Dreiecke aufgeteilt.

Da wir überhaupt keine Informationen über die Seitenlängen haben, lässt sich die Fläche aber trotzdem nicht berechnen, jedenfalls nicht in Form eines Wertes. Ist aber auch nicht notwendig!

Unser Quadrat ist in Dreiecke zerlegt

Zweiter Tipp zur Lösung des Geometrie-Puzzles

Ihr benötigt nur Addition und Subtraktion.

Das bekommt jeder hin. Niemand muss Wurzeln ziehen, mit Logarithmen arbeiten oder irgendein anderes merkwürdiges Zeug kennen.

Plus und Minus reichen völlig!

Dritter Tipp zur Lösung des Geometrie-Puzzles

Überlegt euch, welche der vielen Dreiecke den gleichen Flächeninhalt haben.

Am besten markiert ihr euch diese Dreiecke farblich oder kennzeichnet sie mit den gleichen Buchstaben.

Ergebnis des dritten Tipps

Gleichgroße Dreieecke sind in unserem Quadrat farblich markiert

Warum sind die farblich markierten Dreiecke gleich groß?

Dazu müsst ihr wissen, wie die Fläche eines Dreiecks berechnet wird (ihr müsst aber nichts selber rechnen!), nämlich A = 1/2 * Grundlinie * Höhe.

Skizze zur Flächenberechnung eines Dreiecks

Alle Dreiecke mit derselben Grundlinie und derselben Höhe haben also den gleichen Flächeninhalt, völlig unabhängig davon, wie schief sie aussehen.

Gleiche Dreiecke im Quadrat sind mit Buchstaben markiert

Die Dreiecke mit derselben Farbe haben zwar rein optisch nicht dieselbe Grundlinie, aber die Länge der Grundlinie ist identisch, denn so haben wir das konstruiert. Die Markierung auf der Seite ist genau in der Mitte. Die Spitze der Dreiecke ist der gleiche Punkt. Also ist auch die Höhe jeweils gleich. Grundfläche gleich lang, Höhe gleich lang, also auch Fläche gleich groß. Und das, ohne zu rechnen!

Clipart mit nachdenkendem Mann


Die Lösung

Falls ihr bis zu dieser Stelle mitgearbeitet und mitgedacht habt, wisst ihr die Lösung vielleicht schon.

Nein?

Okay, kein Problem.

Wir kennen die Flächen von drei unregelmäßigen Flächen, die sich jeweils aus zwei Dreiecken zusamensetzen:

Flächengröße für links oben: 20Fläche links oben: a + d = 20

Flächengröße für rechts oben: 32Fläche rechts oben: a + b = 32

Flächengröße für links unten: 12Fläche links unten: c + d = 12

Woher wir die Werte kennen? Wir haben die Werte einfach mal willkürlich so festgelegt. Diese Werte gehörten als Vorgabe zur Aufgabenstellung.

Flächengröße für rechts unten: unbekanntFläche rechts unten: b + c = ?

Wenn wir uns die beiden folgenden Bilder genauer ansehen, erkennen wir, dass in den jeweils gegenüberliegenden Flächen alle vier Buchstaben vorhanden sind (alle vier verschiedenen Dreiecke).

Alle vier Buchstaben kommen in den gegenüberliegenden Flächen vorAlle vier Buchstaben kommen in den gegenüberliegenden Flächen vor


Natürlich gilt: a + b + c + d = a + b + c + d

Oder: (a + d) + (b + c) = ( a + b ) + ( c + d ).

Für die Termumformung habe ich lediglich die Summanden anders angeordnet (Kommutativgesetz) und mit Klammern hervorgehoben (Assoziativgesetz). Jede Klammer entspricht nun dem Flächeninhalt einer der Flächen mit je zwei Dreiecken.

Auf der linken Seite der Gleichung stehen immer noch alle vier Buchstaben, auf der rechten ebenso. Die Summe ist also auf beiden Seiten gleich.

Wir suchen die Größe der Fläche, die sich aus den beiden Dreiecken b und c zusammensetzt.

Bei einer Gleichung darf man auf beiden Seiten denselben Wert abziehen, ohne dass sich an der Gleichheit etwas ändert.

10 = 10

10 – 2 = 10 – 2 ergibt 8 = 8 und ist damit immer noch eine korrekte Aussage.

Lasst uns nun (a + d) auf beiden Seiten unserer Gleichung abziehen, also:

(a + d) + (b + c) – (a + d) = ( a + b ) + ( c + d ) – (a + d)

Oder etwas umgestellt:

(a + d) – (a + d) + (b + c) = ( a + b ) + ( c + d ) – (a + d)

Wenn man einen Wert von sich selber abzieht, bleibt nichts (bzw. Null) übrig.

Es ergibt sich also:

(b + c) = ( a + b ) + ( c + d ) – (a + d)

Die Werte für die Klammerausdrücke auf der rechten Seite der Gleichung kennen wir aber und haben sie weiter oben notiert. Die setzen wir nun ein:

(b + c) = 32 + 12 – 20

(b + c) = 24

Und das ist genau die gesuchte Größe unserer Fläche rechts unten im Quadrat: 24

Spezialfall mit vier gleich großen Teilflächen

Quadrat mit vier gleich großen Teilflächen

Platziert den frei wählbaren Punkt einmal ganz genau in die Mitte des Quadrats. Jetzt ergibt sich die Lösung ganz von selbst. Alle vier Flächen haben dann denselben Flächeninhalt und die gerade gelöste Gleichung ergibt unmittelbar einen Sinn.

Wenn ihr den Lösungsweg verstanden habt, könnt ihr nun eure eigenen Verwandten und Freunde herausfordern. Sie werden euch für ein mathematisches Genie halten!

Schreibt mir gerne einen Kommentar, wie ihr bei euren Leuten angekommen seid!

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Wie teuer ist ein Glasfaseranschluss? https://blog.sevke.net/2019/01/27/wie-teuer-ist-ein-glasfaseranschluss/ https://blog.sevke.net/2019/01/27/wie-teuer-ist-ein-glasfaseranschluss/#comments Sun, 27 Jan 2019 20:32:27 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19413 Vor wenigen Tagen habe ich mir ausführlich Gedanken darüber gemacht, ob ein Glasfaseranschluss der Firma „Deutsche Glasfaser“ irgendeinen Nutzen, einen Mehrwert für mich hat. Ihr könnt das hier nachlesen: Glasfasernetz in Forstern. Ich konnte keinen Nutzen für mich finden. Was ich mir dabei bislang (mit voller Absicht) noch gar nicht angesehen habe, ist der Preis

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Vor wenigen Tagen habe ich mir ausführlich Gedanken darüber gemacht, ob ein Glasfaseranschluss der Firma „Deutsche Glasfaser“ irgendeinen Nutzen, einen Mehrwert für mich hat. Ihr könnt das hier nachlesen: Glasfasernetz in Forstern.

Ich konnte keinen Nutzen für mich finden.

Was ich mir dabei bislang (mit voller Absicht) noch gar nicht angesehen habe, ist der Preis für die Leistung der DG.

Mein Tarif bei der Telekom

Aktuell verfüge ich über eine Internet-Verbindung mit 50 MBit/s. Alle anderen Leistungen sind für mich bisher nicht relevant.

Festnetztelefone benutze ich schon seit 14 Jahren nicht mehr. Es hat ja ohnehin jeder ein eigenes Smartphone mit Telefon Flat-Rate.

Screenshot des Telekom-Tarifs

Die Telekom nennt meinen Tarif wohl MagentaZuhause M.

Dieser Tarif kostet mich im Monat 39,95 Euro.

Das „M“ in der Tarifbezeichnung deutet bereits an, dass es auch noch größer (= teurer) geht. Schauen wir uns mal an, was ein Tarif in der Größenordnung von 200 MBit/s kosten würde. Das ist der Einstiegstarif bei der DG für Glasfaser.

Screenshot des Telekom-Tarifs XL

Auch hier kann man in die Tarif-Details gehen, um sich die Inklusiv-Leistungen wie Cloud-Speicher etc. anzusehen.

Wichtig erscheinen mir die folgenden Angaben:

  • Mindestvertragslaufzeit: 24 Monate
  • Kündigungsfrist: 1 Monat
  • Verlängerung um 12 Monate

Der XL-Tarif kostet im Monat 54,95 Euro.

Was kostet ein Glasfaseranschluss bei der DG?

Screenshot des DG-Tarifs 200

  • Mindestvertragslaufzeit: 24 Monate
  • Kündigungsfrist: 3 Monate
  • Verlängerung um 12 Monate

Der Vertrag kostet 44,99 Euro monatlich.

Vergleich der beiden Anbieter

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier keine Leistungsmerkmale vergleiche, die ich nutzen könnte, sondern ausschließlich den Preis für eine Leitung mit ca. 200 MBit/s.

Ob das Telefonieren ins Festnetz im Preis enthalten ist, spielt für mich mangels Festnetztelefone keine Rolle. Und so geht es mir mit anderen Leistungemerkmalen genauso. So ist es mir auch egal, wieviel Bandbreite ich für den Uplink erhalte.

Ein Vertrag bei der „Deutschen Glasfaser“ würde mich mit 44,99 Euro 5 Euro mehr kosten als mein bisheriger Vertrag. Allerdings würde er auch 10 Euro weniger kosten als ein in etwa vergleichbarer Vertrag bei der Telekom.

Hm … da komme ich nun doch etwas ins Grübeln.

Ist ja nicht so, dass ich die höhere Geschwindigkeit bräuchte, aber 5 Euro extra für viermal soviel Bandbreite …

Die Vertragslaufzeiten unterscheiden sich nicht. Nur bei der Kündigungsfrist ist die Telekom kundenfreundlicher.

Wechselangebot der „Deutschen Glasfaser“

Die „Deutsche Glasfaser“ will auf Biegen und Brechen die Hoheit über unsere Glasfasernetzwerke haben. Das ist bei der Telekom nicht anders. Ein bisschen Konkurrenz ist gar nicht schlecht, denn auf einmal verspricht die Telekom, in Deutschland den Glasfaserausbau erheblich auszuweiten.

Für uns in Forstern hat der Ehrgeiz der DG den Vorteil, dass uns der Wechsel von einem anderen Anbieter mit weiteren Vorteilen schmackhaft gemacht wird. Die Telekom macht das auch, aber da bin ich ja schon.

In den ersten 12 Monaten zahlt man für den Anschluss nur 24,99 Euro (statt der 44,99 Euro). Wie gesagt handelt sich dabei nicht um einen Rabatt, den nur die DG anbietet.

Interessant finde ich aber, dass die DG für die Übergangszeit, in der möglicherweise sowohl der alte als auch der neue Vertrag parallel laufen, auf die monatlichen Gebühren verzichten will. Das gilt für maximal 12 Monate. In dieser Zeit zahlt man also nur den alten Vertrag weiter, bis er beendet ist. Den neuen Vertrag kann man bereits nutzen, muss aber nichts dafür bezahlen. Mal von der einmaligen Bereitstellungsgebühr in Höhe von 69,99 Euro abgesehen, auf der ich auf jeden Fall sitzen bleibe.

Wenn man online bestellt, erhält man eine Gutschrift von 30 Euro, so dass die Bereitstellungsgebühr weniger schmerzt.

Meine Bestellung

Screenshot meiner Bestellung bei der DG

Wie ihr seht … ich habe es getan!

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Meine Wunschliste für einen noch besseren Hyundai Kona https://blog.sevke.net/2019/01/23/wunschliste-hyundai-kona/ https://blog.sevke.net/2019/01/23/wunschliste-hyundai-kona/#respond Wed, 23 Jan 2019 21:59:58 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19322 Bei all den Informationen über das Internet (Foren, Facebook, YouTube) und durch meine eigenen Erfahrungen hat sich gezeigt, dass der eine oder andere hin und wieder doch etwas beim Kona vermisst. Ich trage hier ein paar dieser Punkte zusammen, wobei dies nicht abwertend gedeutet werden sollte. Jeder setzt da für sich handere Prioritäten. Man könnte

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Bei all den Informationen über das Internet (Foren, Facebook, YouTube) und durch meine eigenen Erfahrungen hat sich gezeigt, dass der eine oder andere hin und wieder doch etwas beim Kona vermisst.

Ich trage hier ein paar dieser Punkte zusammen, wobei dies nicht abwertend gedeutet werden sollte. Jeder setzt da für sich handere Prioritäten. Man könnte den Hyundai Kona aber vielleicht noch etwas besser machen. 😉

  • Schalter für Sitzheizung etc. weiter nach vorne
  • Bordcomputer Steuerung im Tablet
  • 3-phasiges Laden
  • Liste der letzten Ladevorgänge
  • größere Symbole im Bordcomputer für LKAS und ACC
  • Fensterheberbeleuchtung rechts
  • Türöffner-Beleuchtung links und rechts
  • akustisches Signal, wenn der LKAS die Fahrbahnmarkierungen nicht mehr erkennt und deswegen nicht selbst lenkt
  • Berücksichtigung von erlaubter Höchstgeschwindigkeit im Tempomat
  • Android Car per Bluetooth
  • Android App (Ladezustand, Klimatisierung)
  • Memory-Funktion für die Sitze
  • Einlage für das Fach unter der Armlehne
  • bessere Innenraum-Dämmung
  • 5cm mehr Beinfreiheit auf der Rücksitzbank (siehe Kia e-Niro)
  • Ledersitze in Weinrot
  • Ziernähte (Sitze, Lenkrad) in Akzentfarbe
  • Vorklimatisierung auch ohne Verbindung zum Stromnetz
  • Ladekabel Ablagemöglichkeit in der Heckklappe oder im Motorraum
  • LED Abbiegelicht
  • Hintere Blinker mit LED
  • Abdeckung für Rückfahrkamera gegen Schmutz
  • 360 Grad Kamera
  • Besseres TCS
  • Nachtsichtsystem (Night Vision)
  • Alu-Karosserie
  • Alu-Abdeckleiste beim Kofferraum
  • Alu-Abdeckleisten bei den Türeinstiegen

Andere Leute wünschen sich:

  • LED Fußrauminnenbeleuchtung
  • iPhone App
  • Frontparksensoren konfigurierbar machen (Ein – Aus- Automatisch)
  • LED Kennzeichenbeleuchtung
  • USB-Anschluss für hinten
  • Luftauslass für hinten
  • Sitzheizung für hinten
  • Nebelscheinwerfer
  • Dynamisches Kurvenlicht
  • LED Matrix-Licht
  • größerer Kofferraum (siehe Kia e-Niro)
  • Laden über Typ 2 mit drei Phasen statt nur mit einer

Danach habe ich nun nicht so ein starkes Verlangen, aber diese Wünsche sind völlig in Ordnung, finde ich.

Beleuchtung im Kona

Hier habe ich den Eindruck, dass man das Auto einfach nicht zu Ende entwickelt hat. Vermutlich gab es einen gewissen Zeitdruck für die Markteinführung. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Für ein Elektro-Fahrzeug ist es sehr wichtig, Energie zu sparen. Bei Lampen geht das besonders einfach, wenn man die herkömmlichen Leuchtmittel durch LEDs ersetzt.

Es ist nicht zu verstehen, dass dies beim Kona nicht konsequent umgesetzt wurde. Die Kosten lasse ich nicht als Argument gelten lassen.

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Glasfasernetz in Forstern https://blog.sevke.net/2019/01/22/glasfasernetz-in-forstern/ https://blog.sevke.net/2019/01/22/glasfasernetz-in-forstern/#respond Tue, 22 Jan 2019 16:35:44 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19327 Richtig! Forstern soll Glasfaser bekommen. Da ruft der Mann in mir emotional: „Will haben! Ist geil!“ Aber die Frau in mir fragt ganz rational: „Wozu brauchen wir das?“ Nunja, diese Frau in mir hat mich auch dazu gezwungen, diesen Beitrag zu schreiben. Hätte ich (Mann) alleine entscheiden dürfen, so hätte ich schon längst einen Glasfaseranschlussvertrag

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Symbolgrafik für Glasfasernetzwerke

Richtig! Forstern soll Glasfaser bekommen.

Da ruft der Mann in mir emotional: „Will haben! Ist geil!

Aber die Frau in mir fragt ganz rational: „Wozu brauchen wir das?“

Nunja, diese Frau in mir hat mich auch dazu gezwungen, diesen Beitrag zu schreiben. Hätte ich (Mann) alleine entscheiden dürfen, so hätte ich schon längst einen Glasfaseranschlussvertrag unterschrieben. Jeder sollte einen haben!

So ein ähnliches Problem habe ich dieses Jahr auch mit dem Neukauf eines Motorrads. Dazu verweise ich auf meinen Artikel Testfahrt mit der Kawasaki Ninja H2 SX SE. Aber in dem Fall wird wohl der Mann in mir gewinnen. 😉

Jetzt aber zurück zur geplanten Glaserfaser-Infrastruktur in Forstern.

Foto eines Glasfaserkabels

Seit Oktober 2018 tobt in unserer Gemeinde Forstern der Überzeugungskampf für private Glasfaseranschlüsse. Die Firma Deutsche Glasfaser möchte gerne in unserer Gemeinde Gutes tun. Jeder Haushalt bekommt völlig kostenlos einen Glasfaseranschluss ins Haus gelegt.

Voraussetzung: es finden sich mindestens 40% private Haushalte, die dieses Geschenk auch wollen. Stichtag war zunächst der 17.12.2018. Der Termin wurde dann verlängert bis 28.01.2019, weil die magische Quote nicht erreicht wurde.

Und es gilt auch nur für Forstern selbst sowie Tading. Die Orte Karlsdorf und Preißendorf werden nicht berücksichtigt. Das Gewerbegebiet in Forstern wird gesondert betrachtet und bei den 40% nicht einbezogen.

Der Anschluss wird frühestens in zwei Jahren fertig sein. Und danach hat man eine Mindestlaufzeit von weiteren zwei Jahren. Der Glasfaseranschlussbesitzer bindet sich also vertraglich für mindestens vier Jahre an die Firma.

Unbestritten ist ein Glasfaseranschluss technologisch betrachtet eine zukunftsorientierte Lösung und bietet gegenüber dem herkömmlichen Kupferkabel ein paar handfeste Vorteile. Deswegen wird die Netzwerk-Infrastruktur bereits seit Jahren nach und nach komplett auf Glasfaser umgerüstet, zumindest bis zu den Vermittlungsstellen. Von dort geht es dann über mehrere Zwischenstationen bis ins Haus meistens noch weiter über Kupferkabel. Auch im Haus selber werden vermutlich bis auf weiteres die Router per Kupferkabel mit dem Hausanschluss verbunden sein. In vielen Großstädten sind die „grauen Kästen“, die man überall an den Straßenrändern sieht, schon per Glasfaser mit den Vermittlungsstellen verbunden. Das geschieht aber auch in immer mehr ländlichen Gemeinden. Forstern gehört dazu.

Wenn wir von einem Glasfaser-Hausanschluss sprechen, geht es üblicherwise darum, dass die komplette Strecke bis zum Hausanschluss in Glasfaser realisiert wird. Im Haus könnt ihr dann natürlich machen, was ihr wollt. Wichtig zu wissen ist, dass ihr euch auch bei der Verkabelung über Glasfaser ab dem „grauen Kasten“ eine Faser mit anderen Teilnehmern teilt („shared medium“). Das ist nicht anders als beim Kupferkabel.

Sprechen wir kurz über ein paar Vorteile der Glasfaserverkabelung:

Vorteile eines privaten Glasfaseranschlusses

Höhere Geschwindigkeit beim Download von Daten aus dem Internet

Vorderseite des Telekom FlyersÜber das Kupferkabel werden aktuell maximal bis zu 250 MBit/s übertragen.

Vorderseite des Flyers der Deutschen GlasfaserÜber Glasfaser werden derzeit verschiedene Tarife bis hin zu 1.000 MBit/s angeboten.

Höhere Geschwindigkeit beim Upload von Daten ins Internet

Hier verspricht uns die Telekom Geschwindigkeiten bis zu 40 MBit/s. Für den Glasfaseranschluss legt die Deutsche Glasfaser mit bis zu 500 MBit/s noch eine ordentliche Schippe drauf.

Hohe Uplink-Bandbreiten sind zum Beispiel wichtig für:

  • Backups in die Cloud
  • Video Uplads in YouTube Channel
  • Betrieb eines Servers in den vier Wänden, der Dateien zum Download anbietet.

Stabilere Verbindungen ins Internet

Hierbei geht es in erster Linie darum, dass Lichtstrahlen nicht durch elektromagnetische Felder beeinflusst werden können.


Verkauft werden noch einige weitere Vorteile, für die mir aber aktuell noch Nachweise fehlen.


Garantierte Bandbreite

In den Verträgen für Internet-Verbindungen wird üblicherweise eine Geschwindigkeit „bis zu xx MBit/s“ garantiert. Die Telekommunikationsfirmen erlauben es sich also ausdrücklich, auch mal (oder eben auch mal ziemlich häufig) erheblich weniger Bandbreite zur Verfügung zu stellen.

In den Verträgen für einen Glasfaseranschluss wird von einer garantierten Übertragungsgeschwindigkeit gesprochen. Inwieweit das nur Marketing-Gerede ist oder in der Realität tatsächlich geleistet werden kann, steht für mich zur Zeit zumindest noch infrage.

Zu diesem Thema gab es einen Artikel auf Golem.de: Was passiert, wenn Glasfaser 1 GBit/s auch liefern muss.

Erhöhung des Immobilienwerts

Immobilienbesitzer werten ihr Objekt durch einen Glasfaseranschluss auf und können im Falle eines Verkaufs höhere Preise erzielen.

Denkbar wären auch höhere Mieteinnahmen für den Fall, dass die Immobilie vermietet ist.

Argumentations-Typen

Im folgenden fasse ich einige Argumente zusammen, die ich gehört habe. Direkte Zitate stehen in Anführungszeichen.

Alle Argumente habe ich in eine von drei Kategorien eingeteilt:

  1. Nutzen = Vorteile
    Hier stehen die Argumente, die mir einen Vorteil aufzeigen, den aber mit einem Nutzen gleichsetzen. Als Beispiel möchte ich gerne ein Auto nennen. Ein Audi S6 ist zweifelsohne ein schnelles Auto (= Vorteil), ich möchte aber gar nicht schneller als 200 km/h fahren (= KEIN Nutzen).
  2. Spekulative Prophezeiungen
    So nenne ich die Argumente, die mir etwas verkaufen wollen, von dem sie hoffen/meinen/erwarten, dass es in Zukunft auch tatsächlich eintrifft. Naturgemäß lassen sich solche Argumente nur schwierig mit Belegen untermauern. Ein Beispiel: ich kaufe mir einen Kinderwagen, weil ich bestimmt in vier Jahren ein neues Familienmitglied begrüßen darf. Klingt skurril, ist es auch. Natürlich brauche ich einen Kinderwagen, falls ich ein Baby habe. Aber ich werde mir den Kinderwagen nicht vorher kaufen (vielleicht ein paar Monate vorher), auch dann nicht, wenn ich ihn jetzt 50 Euro billiger bekomme als in vier Jahren.
  3. Appelle an den Gemeinsinn
    Hierbei handelt es sich um Argumente, die von mir eine Leistung fordern, die allen Mitbürgern zu Gute kommt. Ich denke beispielsweise an das ehrenamtliche Abholen von Weihnachtsbäumen. (Herzlichen Dank dafür! … auch wenn ich selber keinen Baum hatte.)

Jetzt also in Kurzform die gesammelten Argumente, eingeteilt in die drei genannten Kategorien:

Nutzen = Vorteile

  • Höhere Downlink Geschwindigkeit
  • Höhere Uplink Geschwindigkeit
  • Höhere Stabilität der Datenübertragung

Spekulative Prophezeiungen

  • Jetzt keine Anschlusskosten, später mindestens 750 Euro, wahrscheinlich eher bis zu 3.000 Euro
  • je nach gewähltem Tarif werden die angebotenen Geschwindigkeiten für Uplink und Downlink garantiert
  • „bei der Telekom wird es nicht mehr als 100 MBit/s (und das auch nur auf dem Papier) geben“
  • „eine Wohnung mit Highspeed-Internet lässt sich leichter vermieten als eine mit Schneckentempo-Internet“
  • Erhöhung des Immobilienwertes / „Aufwertung des Eigenheims“
  • Dein Bedarf an Bandbreite wird steigen
  • „immens wachsendes Datenvolumen vor allem in der Industrie“
  • „gewisse Leistungen (4k Streaming) sind mit geringen Geschwindigkeiten nicht realisierbar
  • „ein 10-jähriges Kind hat noch kein großes Volumen, in 6 Jahren sieht das allerdings anders aus“
  • Ich mache Home Office und benötige hohe Bandbreiten

Gemeinwohl, Gemeinschaft

  • wenn du nicht kaufst, bekommen auch die anderen keinen Anschluss (40% Quote)
  • du verhinderst die Zukunft der Gemeinde
  • du „verbaust mir die Chance auf viele Jahre“ auf ein schnelles Internet
  • Umweltbewusstes Handeln
  • „für 909,75 Euro den Jungen … einen Ort mit Zukunft hinterlässt“
  • „die folgende Generation hat die Möglichkeit, sich im Internet mit einer ordentlichen Geschwindigkeit zu bewegen“

Nutzen eines Glasfaseranschlusses

Obwohl es unbestritten Vorteile bei einem Glasfaseranschluss gibt, hängt der persönliche Nutzen sehr vom persönlichen Bedarf ab. Manche Argumentationen scheinen aber einen Vorteil mit einem Nutzen gleichzusetzen.

Gehen wir die Argumente durch:

Höhere Geschwindigkeit im Downlink

Mit Kupferkabel sind aktuell bis zu 250 MBit/s realisierbar (Super-Vectoring theoretisch auch bis 1.000 MBit/s). Allerdings werden höhere Geschwindigkeiten nicht für jeden Hausanschluss angeboten. In Forstern sind wohl in den meisten Fällen 50 MBit/s erreichbar.

Für den Glasfaseranschluss der Deutschen Glasfaser werden aktuell Tarife mit 200 MBit/s, 400 MBit/s, 600 MBit/s und 1.000 MBit/s angeboten. Theoretisch wären momentan bis zu 1.000.000.000 MBit/s möglich, wie australische und japanische Forscher nachgewiesen haben.

Ob die höhere Geschwindigkeit für mich einen persönlichen Nutzen darstellt, kann ich nur beurteilen, wenn ich meinen Bedarf abschätzen kann.

Heutzutage haben die meisten Menschen zu Hause einen WLAN Access Point und vernetzen Geräte wie PC (und Notebook), Tablets, Smartphones, TV, Lautsprecher, eBook-Reader, Lampen usw. darüber. Der Access Point wiederum hat eine Verbindung ins Internet.

Reizen E-Mails, Facebook und WhatsApp die 50 MBit/s aus? Ohne genau nachgemessen zu haben, glaube ich das nicht. Das Versenden von Text beansprucht nur wenig Bandbreite. Vermutlich sind Video-Streaming Dienste wie Netflix, YouTube oder Amazon Prime die großen Bandbreiten-Killer. Andere Anwendungen kann man wohl ignorieren.

Laut Netflix wird für einen Netflix-Stream in 4k eine Bandbreite von 25 MBit/s empfohlen. Damit wären wir mit einer angenommenen Bandbreite von 50 MBit/s auf der sicheren Seite, solange nicht mehrere Hausbewohner parallel streamen.

Amazon empfiehlt für das Streamen über den Fire-TV-Stick für 4k eine Bandbreite von 15 MBit/s. (Amazon Hilfecenter)

Und YouTube benötigt ebenfalls 15 MBit/s bei 4k.

Viele andere Streaming-Dienstleister bieten 4k-Streaming momentan noch gar nicht an.

Echte 25 MBit/s reichen also für 4k-Streaming auf jeden Fall aus.

Ich selber streame nur mit Full-HD, komme also in jedem Fall mit meinem aktuellen Tarif aus.

Nehmen wir an, ich hätte eine 1.000 MBit/s Glasfaserleitung. Was würde mir das bringen? Würden meine Filme dann mit 40-facher Geschwindigkeit angezeigt? Zugegeben … nette Vorstellung. Dann könnte ich in derselben Zeit 40 Folgen meiner Lieblings-SitCom sehen. 🙂

Höhere Geschwindigkeit im Uplink

Beim Kupferkabel werden Geschwindigkeiten von maximal 40 MBit/s unterstützt.

Die Glasfaser-Tarife sehen eine maximale Geschwindigkeit von 500 MBit/s vor.

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Wenn jemand häufig große Dateien ins Internet hochlädt, dann kann dieses Argument alleine schon ausreichen, sich für einen Glasfaseranschluss zu entscheiden.

Große Datenmengen fallen zum Beispiel an, wenn man seine Daten in einen Cloud-Speicher sichern möchte. Große Datenmengen fallen auch dann an, wenn man aktiv einen oder mehrere YouTube-Kanäle betreibt.

Auf mich trifft das nicht zu. Für mich wird aus dem Vorteil kein Nutzen.

Stabilere Verbindung

Das ist ein guter Punkt. Technisch bedingt sind Daten auf einer Kupferleitung anfällig für elektromagnetische Störungen, zum Beispiel durch Übersprechen.

Glasfaser übertragen Daten in Form von Licht, sind also völlig unanfällig für elektromagnetische Störungen.

Jetzt aber die gute Nachricht für alle Mitbürger, die beim Kupferkabel bleiben. Wenn immer mehr Leute auf Glasfaser wechseln, werden gleichzeitig immer weniger Leute das Kupferkabel mir ihren Datenströmen belegen. Als Folge werden auch die elektromagnetischen Störeinflüsse durch Übersprechen geringer. Die internet-Verbindung wird stabiler.

Nach diesem kleinen Kalauer muss trotzdem noch festgestellt werden, dass es auch auf LWL-Verbindungen zu Störungen kommen kann. Das betrifft aber in erster Linie die verwendeten physikalischen Elemente. Ein Lichtstrahl will halt auch pfleglich behandelt werden.

Und es gibt auch schon Meldungen dazu:

Beitrag auf Facebook zu regelmäßigen Störungen mit einer Glasfaserleitung

Ich habe nie Leistungsmessungen an meinem Anschluss vorgenommen. Von daher kann ich gar nicht sagen, ob meine Leitung stabil ist. Da aber bei mir kein Leidensdruck besteht, würde eine stabilere Verbindung keinen Nutzen für mich darstellen.

Blick in die Kristallkugel

Ich weiß etwas, was du nicht weißt …

In Zukunft wird der Anschluss viel Geld kosten

Stand heute: ja.

Wenn man sich für den Anschluss durch die Deutsche Glasfaser entscheidet (und zwar bis zum 28. Januar), entfallen die Anschlusskosten. Ein sehr wichtiger Punkt.

Es ist allerdings keineswegs sicher, dass die Telekom in Zukunft für einen Anschluss Kosten berechnen würde. Im Augenblick ist aber auf der anderen Seite auch nicht sicher, ob die Telekom überhaupt Glaserfaseranschlüsse für private Haushalte anbieten wird.

Die Bandbreite wird garantiert

Das wird sich zeigen. Ich hatte dazu schon weiter oben etwas gesagt.

Es wird immer wieder behauptet, dass du dein Glasfaserkabel ganz alleine nutzt und es nicht mit anderen Teilnehmern teilen musst. Es ist mir schleierhaft, woher dieses Gerücht stammt.

Selbstverständlich teilst du dir mit anderen Teilnehmern die Leitung. Das Ganze nur auf höherem Niveau, sprich auf einem Medium, das sehr viel höhere Geschwindigkeiten erlaubt.

Wenn nun tatsächlich jeder Haushalt in Forstern gleichzeitig volle 1 GBit/s abruft, ist es fraglich, ob die Deutsche Glasfaser die Bandbreite auch tatsächlich bereitstellen kann.

Aber das weiß eben heute keiner genau. Deswegen ist das für mich ein spekulatives Argument.

Die Telekom wird nicht mehr als 100 MBit/s anbieten

Nunja, die Telekom sieht das anders, wie ihr oben auf dem Telekom-Flyer sehen könnt. Aktuell werden bereits in einzelnen Straßen 250 MBit/s angeboten. Ja, ich weiß: „Die Telekom wird das nie hinbekommen!“. Mag sein, aber das wissen wir erst, wenn ein Mitbürger einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen und Erfahrungen gesammelt hat.

Und ja, auch ein Glasfaseranschluss bietet 250 MBit/s. Aber darum geht es bei diesem Argument nicht.

Zu behaupten, dass die Telekom niemals mehr als 100 MBit/s anbieten kann, ist inzwischen noch nicht mal mehr eine Spekulation, sondern einfach nur noch Quatsch.

„eine Wohnung mit Highspeed-Internet lässt sich leichter vermieten als eine mit Schneckentempo-Internet“

Also, ich kann 50 MBit/s im Augenblick überhaupt nicht als „Schneckentempo“ ansehen. Und die Telekom bietet bis zu 250 MBit/s Sekunde an. Diese Geschwindigkeit ist also erst recht kein Schneckentempo.

So what?

Woher kommt die Meinung, dass sich eine Wohnung mit Glasfaseranschluss besser vermieten lässt?

Ich habe eher den Eindruck, dass du sogar deine Garage noch vermieten kannst. In München sowieso und im Speckgürtel von München genauso. Eher glaube ich, dass in Forstern aktuell mehr Wohnungen gesucht als angeboten werden.

Die Leute sind froh, wenn sie überhaupt eine Wohnung bekommen können. Ich wage zu bezweifeln, dass sie zu mir naserümpfend sagen werden: „Pft, deine Wohnung hat nur Kupfer mit 250 MBit/s? Nö, dann will ich die nicht!“

Dazu hier ein Artikel vom Merkur: Miet-Wahnsinn an A94: Immer mehr Menschen ziehen weg – Preise rasen nach oben.

Aufwertung des Eigenheims

Hauseingang meiner ImonilieKann sein, kann auch nicht sein.

Zunächst … ja, könnte helfen.

Es gilt zwar dasselbe, wie schon eben geschrieben. Wir haben kaum eine Chance, auf unseren Häusern sitzenzubleiben, wenn wir sie denn tatsächlich verkaufen wollen. Und nach Fertigstellung der A94 werden die Preise sowieso noch weiter steigen. Dann kommt noch in einigen Jahren die Anbindung zum Flughafen dazu. Also, um die Wertsteigerung meines Hauses mache ich mir momentan keine Gedanken.

Gut, ein Glasfaseranschluss bringt vielleicht noch etwas oben drauf.

Aber das gilt nur für den Fall, dass ich mein Haus verkaufen will.

Auf der anderen Seite limitiert die Tatsache, dass irgendwann jedes Haus einen Glasfaseranschluss haben wird, die mögliche Wertsteigerung.

Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass ich in ein paar Jahren jederzeit „on demand“ einen Glasfaseranschluss bekommen kann. Aber auch das ist nur eine Spekulation.

Der Bedarf an Bandbreite wird steigen

Ach, ist das so? „Na klar“, werden viele aus der Hüfte antworten, „Das war schon immer so.“

Ich gehe davon aus, dass sich bald eine gewisse Sättigung beim Hunger nach mehr Internet-Geschwindigkeit einstellen wird. Das wird so ähnlich sein wie beim Kauf von PCs für zu Hause. Dieser Markt schrumpft nämlich. Immer weniger Leute kaufen sich einen neuen Computer. Außerdem werden die Abstände zwischen den Neukäufen immer länger. Der Bedarf an Leistung ist nahezu gedeckt. Ausgenommen davon sind einige Spezielabereiche wie Videobearbeitung oder leistungshungrige Computerspiele.

Für normale Office-Anwendungen (hier mal einen Brief schreiben, da mal eine Überweisung tätigen) reichen die aktuellen Computer allemal aus.

Dazu kommt, dass immer weniger Leute sich überhaupt noch einen neuen Computer anschaffen, weil sie das Meiste über ihr Smartphone erledigen können. Und dieser Trend wird sich definitv fortsetzen.

Ähnlich wird es mit der Internet-Geschwindigkeit passieren. Irgendwann braucht man einfach nicht mehr.

Symbolgrafik für das 5G-Mobilfunknetz

Oben drauf kommt noch eine ganz andere Entwicklung, nämlich die hin zu immer schnelleren Mobilfunkverbindungen. Der neue 5G-Mobilfunkstandard wird kommen, nicht sofort, und nicht gleich für private Anwender, aber er wird kommen. Das liegt daran, dass die Industrie 5G benötigt und deswegen erheblichen Druck ausübt, um die dafür notwendige infrastruktur aufzubauen.

Das 5G-Mobilfunknetz wird aber, wenn es erst einmal verfügbar ist, dafür sorgen, dass immer mehr Geräte im Haushalt direkt über 5G kommunizieren statt über WLAN. Der Bedarf an heimischen Routern wird dann geringer und in Folge auch der Bedarf an Hausanschlüssen über Kupferkabel oder Glasfaser. Am Ende ist das eine Frage der Verfügbarkeit und der Kosten.

Samsung hat von Dezember 2018 bis Februar 2019 in Hamburg die ersten 5G-Festnetzanschlüsse getestet, also 1 GBit/s OHNE Glasfaser, sondern völlig ohne Kabel. Hier die Pressemeldung von Samsung: Härtetest bestanden: Drahtloser 5G Festnetz-Zugang (FWA) von Samsung bewährt sich.

Brauchen wir also in Zukunft wirklich 1.000 MBit/s oder noch mehr per Kabel im privaten Haushalt?

Ich habe da meine Zweifel.

Das Datenvolumen in der Industrie wird stark wachsen

Das glaube ich allerdings auch.

Ob dieser Bedarf per Kabel oder zukünftig über das 5G-Mobilfunknetz gedeckt werden wird, wird sich zeigen. Damit ist es wieder sehr spekulativ.

Nur … es geht hier um private Glasfaseranschlüsse.

Was interessiert mich in diesem Zusammenhang der wachsende Bedarf der Industrie? Nein, das überzeugt mich nicht!

„gewisse Leistungen (4k Streaming) sind mit geringen Geschwindigkeiten nicht realisierbar“

Okay, das Thema bzw. diese beiden Themen hatten wir schon.

Erstens ist für mich eine Geschwindigkeit von 50 MBit/s (aktuell) bis 250 MBit/s (möglich) nicht wirklich langsam.

Zum anderen habe ich oben gezeigt, dass 4k-Streaming mit diesen Leitungen null Probleme hat.

Das Argument ist deswegen IMHO schlicht und ergreifend falsch.

„ein 10-jähriges Kind hat noch kein großes Volumen, in 6 Jahren sieht das allerdings anders aus“

Das ist ja mal ein Hammer-Argument!
In Forstern gibt es also aktuell nur 10-jährige Kinder, aber keine 16-jährigen?

Oder soll das bedeuten, dass 16-Jährige heute nur ein geringes Datenvolumen benötigen, in 6 Jahren aber wesentlich mehr?

Ich gebe es zu, ich habe Probleme, dieses Argument zu verstehen.

Aber mal davon abgesehen, konnte ich in den letzten 21 Jahren an meinen eigenen beiden Kindern beobachten, wieviel Datenvolumen sie benötigen und ob der Hunger danach immer größer wird.

Unsere Internet-Verbindung stellte nie ein Problem dar. (aktuell 50 MBit/s)

Womit die Kids zu kämpfen hatten, war die Beschränkung des Datenvolumens für das Mobilfunknetz. Sie nutzen nämlich in erster Linie ihr Smartphone, und das eben nicht nur zu Hause über WLAN, Das WLAN benötigen sie oft nur, um sich Filme lokal aufs Handy herunterzuladen.

Womit wir wieder einmal beim Thema 5G-Mobilfunknetz sind.

Aus meiner Sicht wird sich der Bedarf an kabelgebundener Bandbreite für Jugendliche auch in den nächsten 6 Jahren nicht wesentlich erhöhen.

Für Home Office brauche ich eine schnelle Internet-Verbindung

Wer von zu Hause aus Home Office macht, kann wahrscheinlich nicht mehr als privater Nutzer durchgehen. Aber davon einmal abgesehen, können wir im Wesentlichen zwei Typen von Home Office Nutzern utnerscheiden:

Da gibt es Leute, die zu Hause an ihrem Computer vor allem offline arbeiten und das Internet für Recherchen und E-Mails benötigen. Ich denke da an Schriftsteller oder Journalisten.

Auf der anderen Seite gibt es die Nutzer, die mit ihrem Computer eine ständige Internetverbindung benötigen, weil sie mit einem fernen System verbunden sind. Diese Verbindung wird meistens über Software realisiert wie Chrome Remote Desktop, AnyDesk, TeamViewer oder einen Citrix Client.

Keine Frage: je höher die Geschwindigkeit, desto besser.

Das gilt umso mehr, wenn ich ständig riesige Dateien hin- und herschieben muss.

Nun sind aber die Software-Produkte, mit denen man sich mit anderen fernen Systemen verbindet, in der Regel speziell für schlechte Verbindungen ausgelegt. Entsprechend sind die Anforderungen an die Bandbreite niedrig bis moderat. AnyDesk soll ab 100 KBit/s (inklusive Video) ohne Ruckeln funktionieren.

Brauche ich also wirklich die Bandbreite, die mir nur über einen Glasfaseranschluss angeboten wird? Nein, es kann davon ausgegangen werden, dass die Anforderungen an die Bandbreite durch die Nutzung der Internet-Verbindung für Home Office nicht erhöht werden.

Appelle an den Gemeinsinn

Ich sag es mal sarkastisch: „Damit unser Bürgermeister seinen privaten Glasfaseranschluss erhält, soll ich freiwillig 909,75 Euro bezahlen.“

Und nicht nur ich … es werden 40% der Haushalte mit je 909,75 Euro benötigt, damit Herr Els seinen Glasfaseranschluss erhält.

Seid ihr noch zu retten?

(Herr Els steht hier nur exemplarisch für eine private Einzelperson.)

In unserer Gemeinde gibt es viele freiwillig Tätige wie zum Beispiel

  • Nachbarschaftshilfe
  • Schulweghelfer
  • Seniorenbeirat
  • Sozialverband VdK
  • Förderkreis FC Forstern

Ich habe darüber leiden keinen vollständigen Überblick. Gerne erweitere ich diese Liste, wenn ihr mir eine Nachricht mit weiteren Tätigkeiten für unser Gemeinwohl schickt.

Dieses Engagement mit dem Kauf eines Glasfaseranschlusses gleichzustellen, ist schon reichlich unverschämt!

Woher kommt eigentlich der Wert 909,75 Euro? Das hat ein Mitbürger auf Facebook für uns ausgerechnet:

Ausschnitt aus einem Facebook-Beitrag

Auch die Unterstellung, ich als Einzelner würde die Zukunft unserer Gemeinde verhindern (ja „verhindern“ (!), nicht „behindern“), ist schon ein starkes Stück. Die Gemeinde hat sich auch in den letzten Jahrzehnten gut entwickelt, völlig ohne Glasfaser. Und es gibt auch in Zukunft ein Leben ohne Glasfaser. Ein Rückfall in die Steinzeit ist nicht zu befürchten!

Außerdem ist die Verkabelung nur eine Frage der Zeit. Kommt sie nicht in zwei Jahren, dann eben etwas später. Nur keine Panik!

Und dann wäre da noch die Argumentation, dass ich den Glasfaseranschluss nur deswegen kaufen soll, damit nachfolgende Generationen mehr Bandbreite zur Verfügung haben. Ehrlich? Ich habe 21 Jahre lang Verantwortung für die nachfolgende Generation übernommen. War nicht billig, der Spaß! Ich finde, die dürfen für ihr Wohlergehen jetzt gerne selber Verantwortung übernehmen.

Mal abgesehen davon … glaubt ihr wirklich, dass eure Kinder alle hier in Forstern bleiben? Für DIE kauft ihr also ganz sicher keinen Glasfaseranschluss!

Wenn ich „Verantwortung für nachfolgende Generationen“ lese, denke ich automatisch mit einem Stirnrunzeln an die vielen SUVs oder an die vielen anderen Autos, die jeden Tag zur Arbeit pendeln und jeweils nur mit einer Person besetzt sind. Damit zerstören wir die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Kommt mir also nicht mit sowas, wenn ich mir keinen Glasfaseranschluss kaufen will. (Kurzer Einschub …. wollt ihr mal einen launigen Rant zum Thema SUV lesen? Zynismus auf Rädern)

Weitere Argumente für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser

Als zusätzlichen Vorteil habe ich gelesen, dass ich nach zwei Jahren den Vertrag wechseln kann, ohne den Glasfaseranschluss zu verlieren. Das gibt mir zu denken. Ist es nicht auch bei Kupferkabeln Usus, dass ich den Vertrag kündigen kann, um zu einem anderen Anbieter zu wechseln? Wo ist da der Vorteil?

Vertragsmindestlaufzeiten von zwei Jahren halte ich persönlich ohnehin für unverschämt, aber das ist ein anderes Thema.

Auch die Möglichkeit, nach zwei Jahren wieder auf das Kupferkabel „downgraden“ zu können, wurde mir genannt. Hierzu muss man wissen, dass niemand plant, das alte Kupferkabel zu entfernen. Das wäre einfach ein zusätzlicher Kostenfaktor. Du hast also dieses unnötige Kupferkabel an der Hauswand und sollst das als Vorteil ansehen. Da kann man nur hoffen, dass dieses Kupferkabel nicht irgendwann im „grauen Kasten“ gekappt wird. (Rückbau der Hardware mangels Nutzung.)

Aggressives Marketing

Werbeplakat der Deutschen Glasfaser

Die Firma „Deutsche Glasfaser“ versucht ihre Glasfaseranschlüsse mit großen Vertriebsaufwand zu verkaufen. In den Gemeinden werden feste Infostände aufgebaut und an den Straßen werden riesige Plakate aufgestellt. Allein an der Hauptstraße stehen drei, innerhalb des Ortes stehen weitere. Zusätzlich werden gedruckte Flyer an jeden Haushalt verteilt (ich habe bisher insgesamt drei erhalten). Selbst der Bürgermeister hat mir bereits zweimal einen langen Brief geschickt und mich darum gebeten, doch bitte einen Glasfaseranschluss zu kaufen.

Der Bayerische Rundfunk hat dazu einen Artikel geschrieben und sogar ein Video gedreht. Unser Bürgermeister wird zitiert:

Seiner Meinung nach ist es ein Generationenkonflikt. „Das eine sind die jungen Familien und die jungen Leute, die sagen: Glasfaser brauchen wir auf alle Fälle. So auch mein Sohn. Er sagt, da brauchst du nicht lange überlegen. Das musst du machen. Und dann gibt es auch die Grundstücksbesitzer, die in einem Alter sind, wo sie sagen: Eigentlich wäre das die Aufgabe von den Jungen. Muss ich mich damit befassen?“

Das würde bedeuten, dass in Forstern lediglich 30% der Familien zu den „jungen Familien“ zählen. 70% gehören demnach zu den „alten Grundstücksbesitzern“. (30% ist die aktuelle Quote an abgeschlossenen Glasfaserverträgen in Forstern, kann sich noch weiter erhöhen.)

Ich kommentiere das nicht, weil mir konkrete Statistiken fehlen.

Damit nicht genug. Die Vertriebler der Deutschen Glasfaser haben auch bereits dreimal an meiner Tür geklingelt und wollten mich in einem ganz persönlichen Gespräch von den Vorteilen ihres Produktes überzeugen. Ich war allerdings in allen drei Fällen nicht zu Hause, und mein Sohn hat sich auf kein Gespräch eingelassen.

Bedingt durch die 40%-Quote lassen sich viele Bürger in zusätzliche Vertriebsleute transformieren, die mich im persönlichen Gespräch und über soziale Medien zum Kauf eines Glasfaseranschlusses drängen wollen. Denn nur, wenn genügend Haushalte einen Vertrag unterschreiben (40%), bekommt der einzelne Bürger auch wirklich seinen sehnlichst herbeigewünschten Anschluss.

Inzwischen stellen alle Nachbarn, die bereits einen Vertrag unterschrieben haben, kleine Schildchen in ihren Vorgarten, um dies zu demonstrieren. Somit wird die Gemeinde gespalten in die Glasfaserfans und in die Glasfaserverweigerer.

Und ganz neu gibt es jetzt eine Bürgerinitiative, auf der sich verschiedene Mitbürger vor den Vertriebskarren spannen lassen:

Plakat der Bürgerinitiative Glasfaser Forstern

(Hinweis: obwohl mir von einigen Mitbürgern auf dem Plakat die Erlaubnis einer Veröffentlichung vorliegt, habe ich alles verpixelt, weil ich das Plakat hier in einen eher negativen Kontext stelle, aber niemanden „dissen“ möchte)

2. Hinweis (29.01.2019): ich bin nach der Veröffentlichung des Artikels von einzelnen Mitbürgern gebeten worden, nun doch das Plakat zu entfernen. Das werde ich nicht tun. Aber ich mache die Fotos gerne noch unkenntlicher, wenn gewünscht.

Bürgerinitiative! Aber wir wollen nicht, dass man uns erkennt!

3. Hinweis (03.02.2019): Dem Betroffenen erschien auch die völlige Unkenntlichmachung des Fotos nicht als ausreichend. Ich respektiere das und habe daher das entsprechende Statement komplett entfernt. Das öffentlich zugängliche Plakat kann ich selber allerdings nicht beeinflussen.

Die Texte sind hier nicht zu lesen. Das Plakat gibt es auch unverpixelt in der Forstern-Gruppe auf Facebook.

Auffällig:

  • nur 1 Frau
  • viele ITler
  • viele Selbstständige

Meine Mitmenschen (nicht unbedingt die auf dem Plakat) sind sich auch nicht zu fein, diejenigen, die keinen Glasfaseranschluss kaufen möchten, in Schubladen zu stecken (alle Bezeichnungen aus Facebook):

  • notorische Bedenkenträger
  • Lähmer der Zukunft
  • Fortschrittsgegner
  • Verteidiger und Bewahrer früherer Errungenschaften
  • Angsthasen
  • nicht bereit, ein Wagnis einzugehen
  • engstirnig
  • Telekomiker-Freund
  • Miesepeter
  • Zauderer
  • Glasfaserverweigerer

Und das nur, weil ich für mich entschieden habe, ein bestimmtes Produkt nicht zu kaufen. Tja … was soll man dazu noch sagen?

… Untergang des Abendlands.

Schlußbemerkung

Fragt ihr euch, warum ich diesen ganzen Kram überhaupt zusammenschreibe? Ich habe mir das auch lange überlegt. Grundsätzlich bin ich dafür, dass jeder einen Glasfaseranschluss fürs Internet bekommt. Das sollte am besten auf magische Weise passieren, einfach so über Nacht. Ich wache auf, Glasfaser ist da, ich muss nichts umstellen, ich bemerke keinen Unterschied. Zahlen muss ich auch nichts und unterschreiben muss ich sowieso nichts.

Icon mit einem schlafenden MenschenTräum weiter … ich weiß schon.

Aber wenn ich schon aktiv werden muss, dann will ich das gerne tun, wenn ich einen Nutzen erkennen kann. Einen Nutzen ganz für mich persönlich, nicht für irgendeine Firma oder einen netten Nachbarn, sondern für mich.

Diesen Nutzen kann ich momentan nicht erkennen.

Vielleicht habe ich in zwei Jahren einen anderen Bedarf. Dann wäre das Thema wieder interessant für mich.

Aber so höre ich jede Menge Argumente, denke über sie nach und finde nichts, was mir den Glasfaseranschluss schmackhaft macht.

In diesem Artikel habe ich einfach mal meine Gedanken sortiert und all die Argumente zusammengefasst, die ich so gehört habe, um sie für mich persönlich abzuarbeiten und zu prüfen.

Die folgenden Argumente, die für einen privaten Glasfaseranschluss sprechen, konnten mich bisher überzeugen:

  1. FTTH finde ich einfach geil!
  2. Bei mir bietet die Telekom nur 25 MBit/s an
  3. Ich betreibe einen Server zu Hause, der viele Daten hochlädt

Das erste Argument geht immer! 🙂

Das zweite ist sehr ärgerlich. Wenn die Telekom (oder ein anderer Anbieter) da mauert, ist sie selbst schuld. Bei 25 MBit/s würde ich mir auch mehr Speed wünschen.

Das dritte Argument lässt mich daran zweifeln, ob dies nicht bereits eine gewerbliche Tätigkeit ist und deswegen gar nicht als Argument für einen privaten Glasfaseranschluss herhalten kann.

So bleibt mir am Ende nur der Wunsch, dass wie bei einem herkömmlichen Kupferanschluss hoffentlich in naher Zukunft jeder ganz für sich entscheiden kann, ob er Glasfaser möchte und mit welcher Geschwindigkeit, und dass er seine Wunsch-Option einfach bestellen kann. Völlig unabhängig davon, ob sein Nachbar den gleichen Anschluss haben möchte.

Ihr dürft hier unten per Kommentar gerne mit mir diskutieren. Beiträge mit Beleidigungen werde ich allerdings nicht freigeben. Ich weiß, dass dieses Thema für die Befürworter sehr emotional ist.

Weitere Links im Internet

Der Beitrag Glasfasernetz in Forstern erschien zuerst auf Svens Gedankensplitter.

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https://blog.sevke.net/2019/01/22/glasfasernetz-in-forstern/feed/ 0 19327
Probefahrt mit dem Hyundai Kona Electric https://blog.sevke.net/2019/01/20/probefahrt-hyundai-kona-electric/ https://blog.sevke.net/2019/01/20/probefahrt-hyundai-kona-electric/#respond Sun, 20 Jan 2019 18:53:02 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19268 Ich habe mich in der letzten Zeit ein wenig mit dem Gedanken beschäftigt, ob mein nächstes Auto vielleicht ein Auto mit Elektromotor sein könnte. Ein paar Überlegungen zum Stromverbrauch von Elektroautos habe ich in meinem Artikel „Elektroautos und Stromverbrauch“ niedergeschrieben. Auf YouTube gibt es eine ganze Reihe von Videos, die sich mit Elektroautos im Allgemeinen

Der Beitrag Probefahrt mit dem Hyundai Kona Electric erschien zuerst auf Svens Gedankensplitter.

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Foto des Hyundai Kona Electric von vorne

Ich habe mich in der letzten Zeit ein wenig mit dem Gedanken beschäftigt, ob mein nächstes Auto vielleicht ein Auto mit Elektromotor sein könnte. Ein paar Überlegungen zum Stromverbrauch von Elektroautos habe ich in meinem Artikel „Elektroautos und Stromverbrauch“ niedergeschrieben.

Auf YouTube gibt es eine ganze Reihe von Videos, die sich mit Elektroautos im Allgemeinen und dem Kona im Speziellen beschäftigen. Auf diese Weise konnte ich mich schon recht gut informieren.

Da ich meinen aktuellen Hyundai i10 bei einem Hyundai Händler in Walpertskirchen gekauft habe, lag es auf der Hand, sich dort einen Kona Electric für eine Probefahrt auszuleihen.

Das Autohaus Holderried in Walpertskirchen stellte mir sehr kurzfristig ein Fahrzeug in der von mir gewünschten Premium Ausstattung zur Verfügung. Nicht nur das, ich darf das Auto sogar von Samstag Mittag bis Montag Morgen behalten, also über das Wochenende. Trotzdem muss ich dafür keinen einzigen Cent bezahlen, nicht einmal für das Benzin … äh, für den Strom. Der Wagen war vollgeladen (100%) und es wurde nicht von mir verlangt, das Fahrzeug voll geladen abzugeben. Zusätzlich wurde ich ermuntert, ruhig viele Kilometer damit zu fahren, um den Kona so richtig kennenzulernen.

Für diese Gelegenheit möchte ich mich deswegen ausdrücklich beim Autohaus Holderried bedanken!

Im Gespräch erfuhr ich, dass der Kona sehr begehrt sei. Leider hat er eine Lieferzeit von ca. 1 Jahr. Mit dem Problem kämpfen im Augenblick alle Elektroauto-Hersteller. Sie können gar nicht soviele Autos liefern, wie nachgefragt werden.

Der Hyundai Kona Electric ist das allererste Elektroauto, das ich gefahren bin. In diesem Artikel werde ich meine ersten Eindrücke und Erfahrungen beschreiben. Dabei werde ich nicht alle möglichen Features und Funktionen auflisten oder gar analysieren. Ich werde nur über das schreiben, was mir halt so aufgefallen ist. Manches davon kann falsch oder unvollständig sein.

Foto der Handbücher zum Hyundai Kona ElectricIch gebe es zu … ich habe zwar ein bisschen in die Handbücher hineingeschaut, aber vollständig gelesen habe ich sie für die Probefahrt nicht.


Das äußere Erscheinungsbild des Hyunda Kona Electric

Foto von der llinken Seite eines Hyundai Kona Electric

Ja, da wird es schon mal schwierig. Der Kona wird in die Kategorie „Mini-SUV“ oder „Kompakt-SUV“ eingestuft. Damit ist er natürlich deutlich kleiner als ein üblicher SUV, besitzt aber einige der äußerlichen Merkmale dieses Fahrzeugtyps.

Manche mögen das kompakte, etwas bullige Design mit den fetten Kunststoffplanken an den Radkästen … andere eher nicht.

Ich selber stehe mehr auf elegante Designs, aber da wird es bei Elektroautos momentan schwierig. Von daher sind SUV nicht gerade meine erste Wahl, aber naja, der Kona ist ja auch nur ein Pseudo-SUV. 😉

Ein Tesla ist mir zu teuer.

Ich finde das Aussehen des Kona okay, aber nicht unbedingt umwerfend. Immerhin sorgt die Gestaltung der Frontpartie und der Heckpartie für einen hohen Wiedererkennungsgrad.

Mir persönlich gefallen Türgriffe in Chrom besser als solche in Wagenfarbe. Ich weiß, das ist Geschmackssache.

Foto von der RÜckseite des Hyundai Kona Electric

Auffällig sind der fehlende Auspuff (absolut null Abgase!) und das Fehlen eines Kühlergrills.


Foto der Rückfahrkamera des Hyundai Kona Electric

Sehr ungünstig platziert wurde die Rückfahrkamera, nämlich oberhalb des Nummernschilds. Und ohne Schutzabdeckung. Das ist nun wirklich Unsinn. In der Praxis bedeutet das nämlich, dass du jedesmal vor dem Rückfährtseinparken erst einmal aussteigen musst, um die Kamera zu putzen, ansonsten siehst du nichts auf dem Display.

Die „Inneren Werte“ des Hyundai Kona Electric

Innen sieht man überall schwarzes/dunkelgraues Plastik. Mag ich nicht so gerne. Selbst in meinem i10 sind innen die Ziernähte am Lenkrad, an den Sitzen und am Schaltknauf in Wagenfarbe. Außerdem ist die Innenverkleidung zweifarbig ausgeführt, schwarz und weinrot. Auch bei einem früheren Fahrzeug von mir, einem Lancia Lybra 2.4 sw, war alles zweifarbig. Der obere Teil war zwar in Schwarz, der untere Bereich war aber in Beige.

Dieses komplette Schwarz mag zwar praktisch sein, sieht aber nicht besonders attraktiv aus.

Auch die Sitze sind schwarz. Schwarzes Leder und nett gestaltet, aber eben schwarz bzw. dunkelgrau (bin mir da nicht so sicher). Und die Lederqualität ist eher durchschnittlich. Ich bin mir noch nicht mal sicher, was davon Leder und was davon Kunstleder ist.

Foto des Cockpits des Hyundai Kona Electric

Das Cockpit empfängt den Fahrer mit Unmengen an Knöpfen. Mache mögen das. Andere wollen möglichst wenig Knöpfe haben. Fakt ist, dass die Bedienung oft nicht intuitiv ist. „Wo ist noch mal der Knopf für das VESS? Ach, da unten links.“

Es gibt einige Bordcomputerfunktionen direkt vorne im vollkommen digitalen Armaturenbrett. Andere Funktionen werden ausschließlich (und sinnvollerweise) über das Tablet in der Mitte gesteuert. Warum kann man die Einstellungen des Bordcomputers (Tageskilometerzähler etc.) nicht auch ins Tablet legen? Stattdessen muss man am Lenkrad mit ein paar Tasten herumwurschteln. Muss ich einen Tageskilometerzähler wirklich am Lenkrad zurücksetzen können, wenn ich ein riesen Tablet/Display habe?

Im Innenraum gibt es viele Punkte, die mir nicht so gefallen. Alles zu ertragen. Aber manchmal fragt man sich, warum das nicht etwas besser gelöst worden ist.

Foto des Ablagefachs unterhalb der Mittelkonsole

Die Mittelkonsole ist beispielsweise schwebend realisiert worden, so dass sich darunter ein großes Ablagefach befindet. Dieses Fach hat aber keinerlei Einteilungen, so dass es nur für Zeitungen oder Lappen praktisch ist. Alles andere würde beim Fahren darin herumfliegen.

Bei der geriffelten Fläche auf dem Foto handelt es sich nicht um eine Abdeckung, die man wegschieben kann. Das ist der Boden des Fachs.


Foto des Ablagefachs unterhalb der Armlehne im Hyundai Kona Electric

Unter der Armlehne gibt es ein weiteres sehr tiefes Fach. Auch hier: warum gibt es keinen Einsatz für zum Beispiel Münzen, die ich für Einkaufswagen beim Supermarkt brauche? So fliegen sie halt in diesem Fach zusammen mit anderen Gegenständen herum. Sicher bietet der Zubehörhandel Lösungen an. Wir reden hier aber von einem Auto in der maximalen, „Premium“ genannten, Ausstattungsvariante.

Foto einiger Bedienungselemente im Hyundai Kona ElectricDann haben wir die Bedienungselemente für die Sitzheizung/Sitzlüftung, Fahrmodus, Lenkradheizung, Auto Hold und Front-Parksensoren viel zu weit hinten bei der Armlehne. Diese Elemente sind nicht zu bedienen, ohne hinzugucken.


Die Mittelkonsole im Hyundai Kona Electric

Dabei hätte man das Fach für das induktive Laden eines Smartphones doch besser dorthin positioniert und die Schalter weit nach vorne. Während der Fahrt soll man das Handy sowieso in Ruhe lassen.

Das Smartphone kann man induktiv laden, was ich super finde. Man kann es auch per Bluetooth mit dem Auto verbinden. Nur leider funktioniert „Android Auto“ ausschließlich über ein USB-Kabel. Was soll der Blödsinn? Gut, die USB-Buchse befindet sich direkt neben der Ladestation. Aber gerade, wenn ich das Handy eh schon kabellos aufladen kann, ist es doch Quatsch, dass „Android Auto“ ein extra Kabel benötigt.

Auch die Anzeigen hinter dem Lenkrad, also da, wo sich klassischerweise Drehzahlmesser und Tacho befinden, sind nicht optimal. Es gibt dort eine Vielzahl von Informationen. Aber es ist zuviel, um sich das beim Autofahren in Ruhe anzusehen. Und es ist für meine Augen zu klein.

Digitale Instrumente im Hyundai Kona Electric

Da gibt es zum Beispiel ein grünes Auto, das die Betriebsfähigkeit anzeigt. Grünes Auto = Motor ist an = du kannst losfahren. Soweit okay.

Aber es leuchtet auch weiter, wenn ich bereits fahre. Äh … wieso?

Im Innenraum haben wir aber noch ein ganz anderes Problem, und diesmal kann man das nicht mit einem „Ach, komm, das ist doch nicht so wichtig!“ abtun. Der Kona ist klein!

Jawohl!

Auf der schön gestalteten Rücksitzbank kann man nicht sitzen. Also zumindest ich kann dort nur mit abgespreizten Beinen sitzen, weil meine Knie sich sonst in die Rücklehne des Vordersitzes bohren. Hinten ist definitiv zu wenig Platz!

Und noch etwas: der Kofferraum ist ebenfalls nur mäßig groß.

Das bedeutet zusammengefasst, dass ihr mit dem Auto keinen Familienurlaub antreten könnt. Zu klein!

Dass es anders geht, zeigt der Kira e-Niro aus dem gleichen Konzern. Tatsächlich hat das Auto denselben Akku, denselben Motor, dieselbe LCD-Software, aber viel mehr Beinfreiheit hinten und einen wesentlich (!) größeren Kofferraum. Allerdings sieht er auch anders aus. Aus meiner Sicht stellt der Kia e-Niro eine ernsthafte „Bedrohung“ für den Kona dar.

Was mir im Winter sehr gefällt, sind natürlich die Sitzheizung, aber noch viel mehr die Lenkradheizung. Beides habe ich auch im i10. Sitzheizung … na gut, ist ja Standard, hat jeder. Lenkradheizung? Wozu?

Ehrlich, die Lenkradheizung hat für mich einen größeren Wohlfühleffekt als die Sitzheizung. Inzwischen würde ich ohne Not kein Auto mehr ohne Lenkradheizung kaufen. Das ist im Winter sooooo angenehm!

Das Auto bleibt im Winter aber ohnehin nicht lange kalt. Beim Verbrennungsmotor nimmt sich die Heizung die Wärme vom Motor. Der muss aber erst mal warm sein. Deswegen bleiben viele Dieselautos ja sehr lange kalt, es sei denn, sie haben eine Standheizung. Anders im Elektroauto. Da wird sowieso elektrisch geheizt, und das funktioniert ab der ersten Sekunde. Der Wagen ist also viel schneller warm als ein Auto mit Verbrennungsmotor.

Das Aufladen des Hyundai Kona Electric

Foto der Ladeanzeige im Cockpit

Im Augenblick habe ich ihn mal spaßeshalber an meine Terrassensteckdose gehängt. Okay, jetzt bei den Minusgraden und dem kalten Akku lädt er gerade mal mit 2 kW. Damit würde der 64 kWh Akku von 0 auf 100 ganze 32 Stunden benötigen.

Anders als bei einem Verbrennerauto fährt man einen Elektrowagen aber üblicherweise nicht so lange, bis der Tank leer ist. Stattdessen lädt man ihn immer dann nach, wenn es gerade passt. Dadurch sind die Ladezeiten meistens deutlich kürzer.

Ganz davon abgesehen, kann der Kona maximal mit ca. 80 kW geladen werden, falls die Ladesäule das hergibt. Und dann wäre ein leerer Akku rein theoretisch nach einer Stunde voll. Theoretisch deswegen, weil das Lademanagement des Autos den Akku nicht über die ganze Zeit mit maximaler Leistung lädt.

Jetzt bei den Minustemperaturen zeigt mir der Hyundai bei vollem Akku eine Reichweite von etwa 350 km an. Das ist doch ganz ordentlich. Im Sommer sollen 450 km möglich sein. Ich finde, dass man damit schon gut leben kann. Viel weiter komme ich mit dem i10 auch nicht. Aber das Nachtanken geht bei dem kleinen i10 natürlich schneller.

Foto von den Einstellungen der Vorklimatisierung

Richtig cool finde ich die Funktion der Vorklimatisierung. Man kann dem Auto sagen, wann man losfahren will, also zum Beispiel jeden Werktag um 7:00 Uhr. Und dann stellt man ein, welche Temperatur man gerne zu dem Zeitpunkt im Auto haben möchte, also zum Beispiel 20 Grad.

(Habt ihr den Übersetzungsfehler im Foto entdeckt?)

Solange das Auto an einem Stromanschluss hängt, wird er das Auto schon mal einheizen, bevor du losfährst. So etwas kann man sich bei Autos mit Verbrennermotor auch einbauen lassen. Da nennt man das dann Standheizung, zum Beispiel von Webasto. Beim Elektroauto ist das schon von Haus aus eingebaut. Der Kona erlaubt dir die Vorklimatisierung aber nicht, wenn er nicht am Stromnetz hängt. So etwas wie: „Ich fahre in einer Stunde von der Arbeit nach Hause und möchte dann ein warmes Auto haben.“ funktioniert nicht, es sei denn, dein Arbeitgeber überlässt dir eine Steckdose, an die du das Auto anschließen kannst.

Ein weiteres Manko ist, dass es keine Smartphone App gibt, um Infos über den Ladezustand abzurufen oder um den Ladevorgang zu steuern. Unverständlich!

Das Fahrverhalten des Hyundai Kona Electric

Das Auto hat 150 kW Leistung und das merkt man auch. Trotz der fast 1,8 t Gewicht sind mir hin und wieder die vorderen Räder beim Beschleunigen auf trockener oder leicht feuchter Straße durchgedreht. Im Grunde bringt der Motor zuviel Kraft auf die Räder, so das ein Frontantrieb eventuell die falsche Wahl ist. Ihr dürft nicht vergessen, dass ein Elektromotor die Leistung nicht erst durch höhere Drehzahlen aufbauen muss, sondern sie sofort bereitstellt.

Einschub 23.01.2019
Ich wurde darauf hingewiesen, dass diese Darstellung doch ein wenig zu vereinfacht sei. Vielen Dank an bm3 und AgV8DdmU im Going Electric Forum.

Das Problem ist das Zusammenwürfeln von physikalischen Begriffen wie Leistung und Drehmoment. Am Stammtisch kein Problem, bei aufmerksamen und informierten Lesern aber durchaus und zu Recht.

Die Leistung ist immer abhängig von der Drehzahl, das Drehmoment steht von Anfang an bereit.

Zur Veranschaulichung für den e-Niro zwei Grafiken, die so auch auf den Kona übertragen werden können.

Zwei Diagramme mit den Leistungs- und Drehmomentkurven des Kona Motors

Zur Ergänzung hier noch der Link zu einer PDF-Datei mit einer Erklärung zu Leistung und Drehmoment: Was ist Leistung, was ist Drehmoment?

Die 150 kW lassen den Wagen auch zügig bis fast 180 km/h (echte 167 km/h) hochbeschleunigen. Dann ist definitv Schluss, weil der Motor elektronisch begrenzt ist. Mehr geht nicht! Der Grund ist, dass der Energieverbrauch bei noch höheren Geschwindigkeiten rapide anwächst und die Reichweite schrumpft. Wie auch immer, 180 km/h sind ja auch genug.

Das Gewicht merkt man in schnellen Kurven durchaus, der Wagen drängt ein wenig nach außen. Plump wirkt er aber trotzdem nicht.

Mir scheint das Fahrwerk insgesamt recht straff abgestimmt zu sein. Bodenunebenheiten merkt man relativ deutlich. Gefällt mir nicht so gut, ist aber zu ertragen.

Es gibt drei Fahrmodi:

  • Eco
  • Comfort
  • Sport

Was die Einstellungen genau verändern, weiß ich nicht. Auf das Fahrwerk scheint der „Drive Modus“ aber keinen Einfluss zu haben.

Die Sitze bieten übrigens nicht so viel Seitenhalt. Sie sind an den Seiten zwar entsprechend geformt, aber nicht fest genug. Gut, der Kona ist kein Sportwagen. Aber im Vergleich zu meinem i10 wirken die Sitze im Kona etwas „gemütlicher“. Beim i10 fühlt sich das Einsteigen immer so an, als würde ich in einen Handschuh schlüpfen. Der Sitz ist zwar recht schmal, passt aber gut. Beim Kona geht es etwas mehr in Richtung Sessel, etwas breiter.

Der Sitz ist komplett elektrisch einstellbar inklusive Lordosen-Unterstützung (die Unterstützung des unteren Rückenbereichs). Das ist praktisch.

Foto der Schalter für die FahrfunktionJetzt aber zum wesentlichen Unterschied: Das Auto hat keine Gangschaltung! Nein, es hat auch keine Automatik, es hat nur einen einzigen Gang.

Klar kann man die Spannung am Motor umpolen, so dass der Wagen dann rückwärts fährt. So ein bisschen Getriebe ist schon da, aber ansonsten musst du den Kona wie einen Automatik-Wagen fahren. Für Leute, die jahrzehntelang Schaltgetriebe gefahren sind und deswegen nicht bewusst die Kupplung treten oder die Gänge schalten, ist das eine echte Herausforderung.

Ihr rollt auf eine rote Ampel zu und wollt den Wagen ausrollen lassen. Also tretet ihr schon mal die Kupplung. Vollbremsung! Da ist nämlich keine Kupplung, sondern die Bremse.

Ihr müsst den linken Fuß fest auf den Boden pressen und nicht bewegen, sonst geht das schief.

Ähnliches Problem habt ihr, wenn ihr zügig an eine enge Kurve heranfahrt. Kupplung treten, kleineren Gang einlegen … völlig normal. Aber nicht bei einem Elektroauto. Vom „Gas“ gehen, die Rekuperation machen lassen, eventuell per Lenkrad-Pedals die Rekuperation verstärken, und dann am Kurvenausgang einfach „Gas“ geben. Auch ohne runterzuschalten, habt ihr die volle Kraft auf den Rädern.

Manchmal erwische ich mich dabei, wie meine Hand unbewußt rechts nach dem Schalthebel sucht, aber da ist nichts.

Letztendlich ist das Gewöhnungssache und dann viel chilliger.

Ein anderes Merkmal von Elektroautos ist die Rekuperation (gerade schon angesprochen). Wenn ihr den Fuß vom „Gas“ nehmt, könnt ihr die Bewegungsenergie für den Akku zurückgewinnen. Das fühlt sich dann so an, als würde der Wagen abgebremst werden. Die Rekuperationsstufe und damit die Stärke der Bremswirkung könnt ihr in drei Stufen am Lenkrad einstellen. Ihr könnt das auch ganz abschalten. Die Rekuperation sorgt dafür, dass ihr viel seltener selber auf die Bremse treten müsst. Die Stufe 3 ist etwas gewöhnungsbedüftig, weil sie das Fahrzeug doch sehr stark abbremst. Funktioniert aber gut, wenn ihr sowieso bremsen wolltet. Also zum Beispiel bei Ortsschildern 😉 oder vor Ampeln oder, wenn ihr einen Blitzer seht. Ansonsten ist eine niedrigere Stufe angenehmer.

Wie gesagt, lassen sich diese Stufen während der Fahrt ganz einfach mit Schaltwippen links und rechts am Lenkrad verändern. Ab Stufe 2 werden beim Rekuperieren, glaube ich, auch die Bremslichter eingeschaltet. Besser so, damit euch keiner von hinten ins Auto fährt.

Beim Fahren in der Nacht ist mir beim Abbiegen das Abbiegelicht aufgefallen. Bei meinem i10 habe ich das sehr zu schätzen gelernt. Leider ist die Lösung am Kona wesentlich schlechter. Das Licht leuchtet gelb und viel zu dunkel zur Seite. Das kann mein i10 wesentlich besser. Schade.

Den Fernlichtassistent habe ich auch ausprobiert. Er scheint zu funktionieren. Problematisch ist höchstens Querverkehr. Wenn du also quasi „senkrecht“ auf eine andere Straße zufährst, in die du einbiegen möchtest. Die Autofahrer auf der Straße dürfen dann nicht zur Seite schauen, weil dein Fernlicht sie blenden würde. Du kannst es aber selbstverständlich manuell ausschalten.

Und wie sieht es jetzt mit den Innengeräuschen aus?

Ein Elektroauto soll doch, laut Werbung, flüsterleise sein. Ganz so ist es nicht. Obwohl ich nicht weiß, wie es sich für einen Fußgänger anhört, an dem ihr vorbeifahrt.

Im Auto selber ist es zwar leiser als in einem Auto mit Verbrennungsmotor, aber doch nicht so leise, wie ich es mir vorgestellt habe. Das liegt daran, dass ihr nun viel deutlicher das Rumpeln der Räder über Unebenheiten auf der Straße hört. Auch Windgeräusche wirken lauter. Manchmal hört man das leise Heulen des Elektromotors, wenn ihr beschleunigt. Was aber völlig wegfällt, ist das laute Aufheulen eines Verbrennungsmotors, wenn ihr ihn mal in höhere Drehzahlen hinein beschleunigt.

Mein Fazit

Jetzt habe ich soviel herumgemeckert, dass es eigentlich klar sein sollte: ich will dieses Fahrzeug nicht!

Aber halt, so einfach ist das nicht.

Insgesamt macht mir das Fahren mit dem Kona Spaß. Die hohe Leistung, das Fehlen von Gangwechseln, die Assistenzsysteme … all das erzeugt eine gewisse Gelassenheit beim Autofahren. Das Fahren ist irgendwie viel unaufgeregter als mit dem kleinen i10.

Jetzt noch eine andere Farbe … und ja, es gibt ihn auch in Rot. Dann sieht er aus wie mein i10, nur ein bisschen größer.

Mit vielen der genannten Kritikpunkte kann man sich arrangieren.

Der fehlende Platz auf der Rücksitzbank und der relativ kleine Kofferraum sind aber relevant. Da muss sich jeder fragen, ob er öfter ausgewachsene Leute mitnimmt und ob er vielleicht auch mit dem Auto in Urlaub fahren möchte.

Wenn man grundsätzlich alleine oder maximal zu zweit mit dem Auto fährt, dann kann einem der Platz egal sein. Den Kofferraum vergrößert man einfach durch Umlegen der Sitzbank und gut ist.

Trotzdem überlege ich, ob ich mir nicht den Kia e-Niro auch noch einmal genauer ansehen sollte. Ich denke, dass für mich am Ende der Preis entscheidend sein wird, für den ich das Auto kaufen kann. Im Grundpreis liegt der e-Niro in Vollausstattung wohl auf demselben Niveau wie der Kona. Rein aus Vernunftgründen müsste man wohl den Kia wählen.

Da werde ich wohl mit meinem persönlichen Kundenberater bei Hyundai noch mal ein ernstes Gespräch führen müssen.

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https://blog.sevke.net/2019/01/20/probefahrt-hyundai-kona-electric/feed/ 0 19268
Heißt es „der“ oder „die“ URL? https://blog.sevke.net/2018/12/25/heisst-es-der-oder-die-url/ https://blog.sevke.net/2018/12/25/heisst-es-der-oder-die-url/#respond Tue, 25 Dec 2018 18:21:11 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19177 Eigentlich ist es völlig egal, ob jemand „der“ oder „die“ URL sagt. Wichtig ist nur, dass man sich gegenseitig versteht. Und trotzdem kommt es immer wieder zu Diskussionen. Das kennt ihr nicht? Für euch ist ganz klar, dass es „die“ heißt? Und warum ist das so? Was bedeutet URL? URL ist eine Abkürzung für Uniform

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Erhobener Zeigefinger

Eigentlich ist es völlig egal, ob jemand „der“ oder „die“ URL sagt. Wichtig ist nur, dass man sich gegenseitig versteht.

Und trotzdem kommt es immer wieder zu Diskussionen. Das kennt ihr nicht? Für euch ist ganz klar, dass es „die“ heißt?

Und warum ist das so?

Was bedeutet URL?

URL ist eine Abkürzung für Uniform Resource Locator. Vereinfacht wird damit die Adresse für alles bezeichnet, was man im Internet so erreichen möchte, insbesondere eine Webseite. So ein Uniform Resource Locator kann recht komplex aufgebaut sein. Am bekanntesten sind aber URLs für Webseiten wie zum Beispiel https://blog.sevke.net/2018/12/25/heisst-es-der-oder-die-url/ (die Adresse dieser Webseite).

Der URL

Wenn aber URL die Abkürzung für „Uniform Resource Locator“ ist, so spricht einiges dafür, den männlichen Artikel „der“ zu verwenden. Alle Substantive, die wir in die deutsche Sprache importiert haben und die auf „-tor“ enden, sind männlich.

Oder würde jemend von euch sagen:
Arnold Schwarzenegger ist die Terminator? 😉

Die URL

Im deutschsprachigen Raum hat sich auf der anderen Seite aber tatsächlich „die“ Uniform Resource Locator eingebürgert. Nicht in der Langform, aber in der Kurzform „die URL“.

Das liegt daran, dass wir mit der Abkürzung URL den Begriff „Internetadresse“ assoziieren … und der ist weiblich. (Spaß am Rande … habt ihr es bemerkt? „Der“ ist „weiblich“.)

Was sagt der Duden zur/zum URL?

Jetzt haben wir ein Dilemma. Auf der einen Seite wäre „der“ richtiger, aber (fast) alle sagen „die“. Soll ich jetzt daruf bestehen, richtig deutsch zu sprechen oder soll ich mich des lieben Friedens wegen lieber verständlich, aber falsch ausdrücken?

Fragen wir doch mal den Duden dazu. Dort wird oft eine bestimmte Schreibweise empfehlen, wenn mehrere möglich sind.

Substantiv, feminin, oder Substantiv, maskulin

Nix mit Empfehlung. Das ist dem Duden schnuppe. Hilft also nicht weiter.

Im Duden steht aber auch:

die URL; Genitiv: der URL, Plural: die URLs, (selten:) der URL; Genitiv: der des URLs, Plural: die URLs

Das ist ein Hinweis darauf, dass normalerweise „die“ verwendet wird und wohl auch verwendet werden sollte.

Der Örl

So, nun noch etwas für die Nerds unter uns. Die sagen nämlich weder „die URL“ noch „der URL“, sondern sprechen das so aus: „der Örl“. Die Buchstaben „U“ „R“ „L“ werden also englisch als ein einziges Wort ausgesprochen, eben „Örl“.

Shrug EmojiIn dieser Form ist mir der Begriff bislang noch nicht mit weiblichem Artikel untergekommen. Aber … alles ist möglich.

Meine Entscheidung

Ich werde es so halten, dass ich in eher technischen Unterhaltungen weiter „der URL“ verwende. Das erscheint mir korrekter.

In Gesprächen mit Menschen, die sich eher weniger mit Technik und besonders dem Internet beschäftigen, sage ich „die URL“. Das ist sozialverträglicher und führt nicht unnötig zu Stirnrunzeln.

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Pastéis de Nata selbstgemacht https://blog.sevke.net/2018/12/09/pasteis-de-nata-selbstgemacht/ https://blog.sevke.net/2018/12/09/pasteis-de-nata-selbstgemacht/#comments Sun, 09 Dec 2018 15:51:37 +0000 https://blog.sevke.net/?p=19021 Heute habe ich mir mal die berühmten Pastéis de Nata selbst gemacht. Zugegeben … das Rezept ist nicht besonders anspruchsvoll. Das Ergebnis ist trotzdem sehr lecker. Was sind Pastéis de Nata? Die Pastéis de Nata sind kleine Pudding-Törtchen in Blätterteig. Wenn ihr einmal in der Umgebung von Lissabon zu Besuch seid, werdet ihr in jeder

Der Beitrag Pastéis de Nata selbstgemacht erschien zuerst auf Svens Gedankensplitter.

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Foto mit den fertig gebackenen Pastéis de Nata

Heute habe ich mir mal die berühmten Pastéis de Nata selbst gemacht.

Zugegeben … das Rezept ist nicht besonders anspruchsvoll. Das Ergebnis ist trotzdem sehr lecker.

Was sind Pastéis de Nata?

Die Pastéis de Nata sind kleine Pudding-Törtchen in Blätterteig. Wenn ihr einmal in der Umgebung von Lissabon zu Besuch seid, werdet ihr in jeder Konditorei und in jedem Café über dieses Gebäck stolpern.

Ich selber habe die Pastéis de Nata (bewusst) zum ersten Mal 2016 gegessen, und zwar von der Orginal-Bäckerei in Belém. Ich fand sie ganz lecker und trotz meiner Vorbehalte weniger süß als gedacht. Ich habe die Törtchen heute selber gemacht und weiß nun allerdings, dass Unmengen von Zucker enthalten sind!

Das Rezept für Pastéis de Nata

Für die geplante Silvesterfeier diese Jahr bei Freunden habe ich mir überlegt, etwas Portugiesisches mitzubringen. Entschieden habe ich mich für einen „Salat“ aus Oliven und Karotten mit viel Rosmarin und Knoblauch. Und als zweites eben für die Pastéis de Nata.

Allerdings habe ich die noch nie selber gemacht.

Also gab es heute einen Probelauf!

Das Rezept habe ich mir hier geholt: Pastel de Nata | inkl. Rezept zum selber backen. Ein empfehlenswerter Blog. Dort findet ihr noch weitere Infos zu dem Gebäck.

Warum steht da „Pastel“? Nun, „Pastel“ ist der Singular. Wenn man mehrere davon macht, mutieren sie zu Pastéis. 😉

Die Zutaten sind überhaupt nicht exotisch. Bis auf die Zimtstange sollte alles in einem normalen Haushalt vorhanden sein. Die Hauptzutaten sind Milch und Zucker.

Den Blätterteig habe ich fertig gekauft und nicht selber gemacht. Das empfiehlt auch Tanja in ihrem Blog. Ebenso habe ich die Zuckermenge gemäß ihrer Empfehlung drastisch von 500g auf 300g reduziert. Und ja, das reicht auf jeden Fall!

Foto mit den vorbereiteten Zutaten in meiner Küche

Eine Eigenart von mir ist, dass ich gerne alle Zutaten bereit lege und nicht erst zusammensuche, wenn sie dran sind. Übrigens … der Rotwein ist keine Zutat, schon gar nicht, wenn er nicht aus Portugal stammt.

Das mit dem Rezept ist so eine Sache. Es gibt auch Rezepte im Internet mit weniger Eiern. In manchen wird eine Vanilleschote dazugetan. Manche geben auch Butter hinzu.

Ich habe mich, wie gesagt, an Tanjas Rezept gehalten.

Meine Erfahrungen beim Backen

Ich habe ein Muffin-Blech verwendet mit 12 Förmchen. Leider besitze ich nur eins dieser Bleche, so habe ich die Törtchen in zwei Runden gebacken, weil das Rezept für die doppelte Menge an Pastéis ausgelegt ist.

Die Formen habe ich nicht gefettet. Beim ersten Gang war das okay, beim zweiten hätte ich mir etwas Fett in den Förmchen gewünscht. Ich glaube, ich hatte das Blech etwas länger im Ofen. Der Teig war dann doch schon etwas fest angebacken.

Beim ersten Mal habe ich den Blätterteig komplett ausgerollt und dann in 12 Rechtecke geschnitten. Es war ganz schön Arbeit, die Rechtecke halbwegs ordentlich in die Förmchen zu bekommen. Insgesamt schien mir die Teigstärke oft etwas zu dünn.

Bei der zweiten Runde habe ich den Teig eingerollt und dann 12 Scheiben abgeschnitten. Diese ließen sich viel leichter in die Förmchen drücken.

Andere stechen aus dem Teig kreisförmige Stücke aus, müssen dann aber den Teigrest erneut ausrollen, damit sie weitere Kreise ausstechen können.

Foto des Muffin-Blackblechs mit dem eingearbeiteten Teig, aber noch ohne Füllung

Auf dem Foto sieht es aus, als würde sich der Teig hochwölben. Das ist eine optische Täuschung. Die Füllung fehlt tatsächlich noch.

Da die Füllung sehr viel Zucker enthält, neigt sie ein wenig zum Anbrennen, wenn sie sich nicht in den Förmchen befindet, sondern dazwischen.

Die Füllung soll man nur zu 3/4 einfüllen. Ich habe die Teigformen fast vollständig gefüllt. Ich wollte nicht so viel von der Füllung übrig behalten. Am Ende war das auch egal, denn die Füllung wölbt sich zwar beim Backen hoch, fällt aber dann beim Abkühlen wieder leicht zusammen.

Foto mit den fertig gebackenen Pastéis de Nata, hier noch auf dem Muffin-Blech

Hier auf dem Foto könnt ihr die schwarzen Flecken auf dem Blech erkennen. Das ist verbrannter Teig. Auf den Törtchen selber gehört das so! Also nicht unbedingt schwarz, aber braun ist in Ordnung. Das ist halt der Zucker.

Wie bekommt man nun die Törtchen aus dem Blech?

Einfach das Blech umzustürzen, ist keine gute Idee. Die Puddingfüllung ist nämlich immer noch weich und würde aus den Törtchen herausfallen. Also nahm ich einen Tortenheber und fuhr damit bei jedem Törtchen einmal um die Seitenwand herum. Das ging meistens sehr gut. Aber einige Törtchen waren widerspenstig. Ein wenig Einfetten wäre wohl doch hilfreich gewesen. Zu spät. 🙁

Man sieht das den Törtchen auf dem ersten Bild in diesem Artikel an … die Außenseite ist bei einigen etwas … hm, zerzaust.

Naja, war mein erster Versuch! Also, bitte …

Traditionell streut man vor dem Anknabbern noch etwas Zucker oder Zimt auf die Pastéis de Nata. Das ist Geschmackssache. In manchen Rezepten wird auch noch mal extra Zucker oben als Topping mit einem Flambierbrenner karamelisiert. Hm .. noch mehr Zucker. Das muss am Ende jeder selbst entscheiden.

Ich habe natürlich ein, zwei probiert. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis!

Wenn ihr mögt, könnt ihr hier unten gerne von euren eigenen Erfahrungen berichten. Was habe ich falsch gemacht, was kann ich optimieren?

Update 10.12.2018:
Ich habe die Pastéis mit ins Büro genommen. Hier ein paar Kommentare, direkt aus den E-Mails herauskopiert:

Danke sehr sehr lecker.. und man kann nicht nur eins essen 😉 ich hab schon zwei.
Ist wahrlich schwer zu widerstehen.

hast Du sehr gut gemacht, war sehr lecker! Danke

Suuuuuperlecker.

Kannst öfter machen 🙂

Update 31.12.2018:
Für Silvester habe ich noch einmal zwei Bleche Pastéis de Nata gebacken. Diesmal habe ich die Förmchen auf dem Blech schön mit Butter eingerieben. Gebracht hat das allerdings gar nichts.

Beim zweiten Blech habe ich in die ungefetteten Förmchen zusätzlich Muffin-Förmchen aus Papier hineingestellt. Das hatte die Wirkung, dass der Blätterteig wohl weniger heiß geworden und damit nicht so hundertprozentig ausgebacken ist. Gegen das Ankleben hat das nichts geholfen.

Im Endeffekt ist es folgendermaßen: der Blätterteig sollte direkt am heißen Blech anliegen. Er klebt auch gar nicht an. Das Problem ist einzig der zuckerhaltige Pudding. Sobald der irgendwo an das heiße Blech kommt, verklebt er. Es muss also unbedingt darauf geachtet werden, dass der Pudding auch beim Backen immer schön im Blätterteig bleibt! Von daher hat das „nur zu 3/4 einfüllen“ seine absolute Berechtigung.

Schlecht ist es hingegen, wenn die Puddingmasse nach oben über den Blätterteigrand hinaus aufsteigt und dort entweder den Rand an das Blech klebt oder gar hinter den Teig fließt und dort den Teig oder das Papier (der zusätzlichen Förmchen) mit dem Blech verklebt.

Wie machen das eigentlich die Profis?

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Elektroautos und Stromverbrauch https://blog.sevke.net/2018/11/09/elektroautos-und-stromverbrauch/ https://blog.sevke.net/2018/11/09/elektroautos-und-stromverbrauch/#respond Fri, 09 Nov 2018 15:51:18 +0000 https://blog.sevke.net/?p=18957 Ich gebe es zu …. ich habe kein Elektroauto. Mein Hyundai i10 fährt ganz ordinär mit Benzin. Warum zögere ich noch? Gibt es doch mit dem Hyundai Kona elektro ein ziemlich interessantes Elektroauto. Mit dem Kona kommt man über 400 km weit. Es sind dieselben Gründe, von denen man immer wieder in den Medien hört:

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Ich gebe es zu …. ich habe kein Elektroauto. Mein Hyundai i10 fährt ganz ordinär mit Benzin.

Warum zögere ich noch?

Gibt es doch mit dem Hyundai Kona elektro ein ziemlich interessantes Elektroauto.

Foto des Hyndai Kona Elektro

Mit dem Kona kommt man über 400 km weit.

Es sind dieselben Gründe, von denen man immer wieder in den Medien hört:

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Geringe Reichweite
  • Zu wenig Ladesäulen

Gut … es tut sich langsam etwas. Schauen wir mal …

Im Gespräch mit anderen Menschen höre ich immer wieder:

Wenn alle einen Elektrowagen fahren würden, dann bräche das Stromnetz in Deutschland zusammen.

Das klingt plausibel. Es gäbe sehr viele Autos, die sehr viel Strom (ver-)bräuchten.

Aber stimmt das denn eigentlich?

Wieviel Strom brauchen Elektroautos?

Foto eines Stromzählers

Bildquelle: pixabay.com

Ich habe mir gedacht, dass ich das einfach selbst mal nachrechnen könnte. Basis für die Zahlen sind diverse, frei zugängliche Quellen im Internet.

Rechnen wir also mal durch, was so ein Auto im Jahr an Strom braucht.

Laut der Website Elektroauto News liegt der Stromverbrauch von Elektroautos derzeit bei 11,5 kWh (Hyundai Ioniq Elektro) bis 23,3 kWh (Tesla Model S P90D). Der Einfachheit halber nehme ich mal 15 kWh zum weiteren Rechnen.

Wieviel Kilometer fährt man denn so im Durchschnitt im Jahr? Bei mir sind es 25.000 km, aber das ist wahrscheinlich schon recht viel. Kommt ihr im Jahr auf 25.000 km? Nehmen wir mal einen etwas kleineren Wert, nämlich 20.000 km im Jahr.

20.000 km im Jahr bei einem Verbrauch von 15 kWh pro 100 km im Durchschnitt ergibt einen Strombedarf von 3.000 kWh.

Das klingt schon mal ganz schön viel. Andere Leute können ihre Wohnung damit ein Jahr lang betreiben.

In Deutschland gibt es laut dem Kraftfahrt-Bundesamt zum 01. Januar 2018 56,5 Millionen Kraftfahrzeuge. Dabei werden LKWs und Motorräder mit dazugezählt. Wieder der Einfachheit wegen erhöhe ich auf 60 Millionen.

Wenn also ab sofort sämtliche Kraftfahrzeuge in Deutschland mit Strom fahren würden, bräuchten sie 60 Mio mal 3.000 kWh im Jahr.

Das ergibt fette 180 TWh (= Terawatt-Stunden).

Stellt sich die Frage, ob das viel ist, verglichen mit dem Strom, der in Deutschland erzeugt wird. Oder könnt ihr so aus der Hüfte heraus etwas mit dem Wert 180 TWh anfangen? Ich nicht.

Wieviel Strom erzeugt Deutschland?

In einer idealen Welt vebrennen wir keine Kohle für Strom und wir zerstückeln auch keine Atome dafür. Aber die Frage, woher der Strom kommt, schieben wir hier mal beiseite.

Um die gigantischen 180 TWh einordnen zu können, müssen wir wissen, wie viel Strom insgesamt in Deutschland erzeugt wird. Wenn ich der Wikipedia glauben darf, so waren das im Jahr 2017 654,8 TWh.

In Prozent: 180 Terawatt-Stunden entsprechen fast 30 Prozent der derzeitigen Stromproduktion.

Haben wir genug Strom für alle Autos?

Wenn wir 30 Prozent der Stromproduktion nur für die Elektroautos benötigen, haben wir definitiv ein Problem.

Allerdings können wir nicht davon ausgehen, dass tatsächlich alle Autos auf einen Schlag auf einen Elektroantrieb umgestellt werden.

Tatsächlich gibt es laut Kraftfahrt-Bundesamt zum 01. Januar 2018 gerade mal 54.000 reine Elektrofahrzeuge.

Rechnen wir doch schnell mal den Strombedarf für diese Autos aus:

54.000 x 15 kWh / 100 km = 810.000 kWh / 100 km

Bei einer Fahrleistung von 20.000 km im Jahr ergibt das 162 GWh (= Gigawatt-Stunden).

Das entspricht also bei 655 TWh Gesamtstromproduktion 0,025 Prozent.

Der aktuelle Strombedarf kann also eher vernachlässigt werden. Er muss noch nicht mal zusätzlich produziert werden, weil Deutschland nach einem Bericht des Fraunhofer Instituts im ersten Halbjahr 2018 ca. 22 TWh exportiert hat.

Unsere Bundeskanzlerin hatte sich für das Jahr 2020 einen Bestand von 1 Mio Elektroautos gewünscht. Alle sind sich einig, dass dieses Ziel nicht erreicht werden kann.

1 Mio Elektroautos entsprächen dann einem jährlichen Strombedarf von 3 TWh, also etwa 0,5% der Stromproduktion im Jahre 2017. Auch 3 TWh werden leicht von den 22 TWh Exportüberschuss (im Halbjahr) abgedeckt.

Mit 22 TWh Exportüberschuss in einem halben Jahr, also 44 TWh im Jahr könnten wir insgesamt 15 Mio Elektroautos in Deutschland fahren lassen, ohne dass dies unseren sonstigen Stromverbrauch belasten würde. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Keine Panik Schild

Dabei ist der geplante weitere Ausbau der regenerativen Stromerzeugung nicht einmal berücksichtigt.

Wie viele Elektroautos tatsächlich in den nächsten Jahren auf deutschen Straßen fahren, weiß kein Mensch. Es gibt dazu verschiedene Studien, auf die ich hier gar nicht verlinken möchte, weil sich die Zahlen komplett unterscheiden.

Nur kurz: McKinsey erwartet bis 2030 einen Anteil von 7%, die TU München sieht bis 2035 bereits einen Anteil von über 30%.

Wie auch immer … es wird noch eine Weile dauern, so dass nicht mit einem exorbitant hohem zusätzlichen Strombedarf zu rechnen ist.

Und was ist mit dem Stromnetz?

Foto mit Hochspannungsmasten

Bildquelle: pixabay.com

Der zusätzliche jährliche Strombedarf ist auf absehbare Zeit eher zu vernachlässigen, wie wir eben nachgerechnet haben.

Ein Problem gibt es aber, wenn sich alle Stromer gleichzeitig an eine Steckdose oder Ladesäule hängen.

So unwahrscheinlich dieses Szenario auch erscheinen mag, so ist es doch sinnvoll, smarte (um mal nicht das Wort „intelligent“ zu verwenden) Ladesysteme zu entwicklen, die das Laden der Fahrzeuge steuern.

Piktogramm mit einem Elektroauto an einer Ladesäule

Bildquelle: pixabay.com

Stellt euch vor, dass ihr abends nach Hause kommt und euer Auto über Nacht aufladen wollt. Hier könnten die Ladevorgänge über einen größeren Zeitraum automatisch so gesteuert werden, dass in einer Region nicht alle Autos gleichzeitig geladen werden.

Noch konkreter: Zwei Autos mit jeweils einer benötigten Ladezeit von vier Stunden könnten nachts automatisch nacheinander geladen werden. Am Morgen wären beide trotzdem voll geladen startbereit. Die automatische Steuerung der Ladezeiten entlastet die Infrastruktur.

Man sollte dabei berücksichtigen, dass Elektrofahrzeuge im täglichen Betrieb nicht „leer“ gefahren werden, wie man das von seinem Benziner oder Diesel her kennt. Stattdessen hängt man die Fahrzeuge immer dann an eine Ladestation, wenn gerade eine verfügbar ist. Meist steht das Auto tagsüber oder nachts nur herum und kann dann „intelligent“ nachgeladen werden.

So ist es durchaus vorstellbar, dass unsere Autos in Zukunft auch beim Einkaufen oder bei einem Kinobesuch nachgeladen werden. Es wird überall Ladestationen geben.

Die Telekom startet gerade damit, graue Verteilerkasten um Stromladefunktionen zu erweitern. Nachzulesen ist das im Heise Artikel „Elektro-Mobilität: Telekom nutzt Verteilerkästen für Elektroauto-Ladestationen“ vom 05.11.2018.

Auf diese Weise verteilen sich die Ladevorgänge über die ganzen 24 Stunden und Spitzenbelastungen des Stromnetzes können vermieden werden.

Noch nicht abschätzbar ist, wie sich die Technik der Akkus in den nächsten Jahren weiter entwickeln wird. Akkus werden wahrscheinlich höhere Kapazitäten haben und sich schneller laden lassen. Das kann die Spitzenlast erhöhen, sorgt aber auch dafür, dass die Leistung des Stromnetzes nur kurzzeitig benötigt wird.

Stromanbieter wie die Stromnetz Berlin GmbH sehen hier auch bei einem Marktanteil der Elektroautos von 20% (zumindest für Berlin) keine Probleme, wie der Geschäftsführer Thomas Schäfer in seiner Keynote am 11.04.2018 auf der „Hauptstadtkonferenz Elektromobilität 2018“ ausführte.

Andere Stromanbieter wie Vattenfall arbeiten derzeit an einer so genannten Schieflasterkennung und Phasenvertauschung, was das Laden an heimischen Steckdosen optimieren soll. Eine Erläuterung dieser Entwicklungen würde den Rahmen dieses Artikels allerdings sprengen.

Und der Strom für die Herstellung?

Bleibt am Ende noch das Argument zu besprechen, dass Elektroautos in der Herstellung mehr Energie verbrauchen als Autos mit Verbrennungsmotor.

Das Thema „Umweltbilanz von Elektroautos“ möchte ich gerne auslassen. Mir geht es um den Strombedarf.

Hier nur kurz der Verweis auf einen Artikel der „Spektrum der Wissenschaft“ aus dem November 2017.

Leider konnte ich keine genauen Vergleichzahlen zum Energiebedarf bei der Herstellung von Elektroautos und Autos mit Verbrennungsmotor finden.

Die Industrie nennt keine Zahlen und die Forschung darf wohl keine Zahlen nennen.

In allen Untersuchungen geht es meist um den Ausstoß von Kohlendioxid. Dieser hängt aber maßgeblich davon ab, auf welche Weise der Strom erzeugt wird.

Strom aus Kohle ist dreckiger als ein Benzin-Motor

Foto von einer Kohlekraftwerkanlage

Bildquelle: Vattenfall

Naja, sagen wir mal so, die Elektroautos haben ja zunächst nichts damit zu tun, wo der Strom herkommt.

Ziel muss es ohnehin sein, von der Verstromung von Kohle wegzukommen, egal, für was wir diesen Strom verwenden.

Energie ist grundsätzlich unbegrenzt verfügbar, solange es Menschen gibt. Wind, Wasser und Sonne wird es immer geben. Es geht halt darum, diese Energieformen zu nutzen. Und da sehe ich eigentlich ganz positiv in die Zukunft. Es wird wohl noch eine Weile dauern, aber das Ziel ist ja allgemein anerkannt, oder?

Und spätestens dann, wenn wir unseren gesamten Strom aus regenerativen Energiequellen gewinnen, hat sich die Frage nach dem Stromverbrauch von Elektroautos sowieso erledigt.

Update 06.01.2019:
Einen sehr bemerkenswerten Artikel zum Thema „Graue Energie“ bzw. „energetischer Rucksack“ gibt es auf dem Blog der „interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg“: Auch Verbrenner fahren mit Strom!. Achtung! Der Artikel ist ziemlich lang. Aber wenn ihr nur zwei oder drei Sätze zu dem Thema lesen wollt, werdet ihr das Niveau eines Stammtischgesprächs nicht hinter euch lassen.

Update 30.03.2019:
Im Handelsblatt gab es ebenfalls einen ausführlichen Artikel zum Thema „Graue Energie“ bei Verbrennungsmotoren: So viel Strom brauchen Autos mit Verbrennungsmotor. Es ist schon erstaunlich, wieviel zusätzlicher Energiebedarf für Elektroautos tatsächlich übrig bleibt, wenn man die Energie abzieht, die für Herstellung, Transport, Lagerung und Verkauf von Benzin, Diesel, Öl, AdBlue, Katalysatoren usw. anfällt.

Der Beitrag Elektroautos und Stromverbrauch erschien zuerst auf Svens Gedankensplitter.

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