Svens Gedankensplitter https://blog.sevke.net Querbeete Gedanken, Meinungen und Interessen Sat, 13 Oct 2018 14:10:21 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.8 https://blog.sevke.net/wp-content/uploads/2016/03/cropped-think-622166_960_720-150x150.jpg Svens Gedankensplitter https://blog.sevke.net 32 32 27620428 Jochen Schweizer Arena in München https://blog.sevke.net/2018/08/12/jochen-schweizer-arena-in-muenchen-2/ https://blog.sevke.net/2018/08/12/jochen-schweizer-arena-in-muenchen-2/#respond Sun, 12 Aug 2018 16:47:57 +0000 https://blog.sevke.net/?p=18931 Gestern war es endlich soweit: Meine Kinder lösten ihre Gutscheine für die Jochen Schweizer Arena in München ein. Die Gutscheine hatten sie dazu bereits zu Weihnachten 2016 bekommen. Im März 2017 hatten mein Sohn und ich die Anlage schon mal kurz besucht. Seitdem hat sich Einiges geändert: der Parkplatz hat viel mehr Plätze, der Outdoor-Hochseilgarten

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Gestern war es endlich soweit: Meine Kinder lösten ihre Gutscheine für die Jochen Schweizer Arena in München ein.

Die Gutscheine hatten sie dazu bereits zu Weihnachten 2016 bekommen.

Im März 2017 hatten mein Sohn und ich die Anlage schon mal kurz besucht. Seitdem hat sich Einiges geändert: der Parkplatz hat viel mehr Plätze, der Outdoor-Hochseilgarten wurde gebaut, der Outdoor-Gastronomie-Bereich wurde realisiert.

Eines gleich zu Anfang: ihr braucht viel Zeit und viel Geld!

DIe Jochen Schweizer Arena vom Hochseilgarten aus gesehenDie Freizeitanlage macht einen modernen und wertigen Eindruck, sowohl von innen, als auch von außen. Auffällig ist das fast schon übertriebene Branding der Marke „Jochen Schweizer“. Es steht wirklich überall und dazu noch in übergroßer Schrift. Clever gemacht, aber meiner Ansicht nach etwas zu dominant.

Ein hoch professionelles Marketing erkennt man an allen Stellen. Das fängt bei der Website an, setzt sich beim Branding fort und endet auch noch lange nicht bei den vielen Videowänden, auf denen permanent Promo-Videos laufen.

Egal, wo man sich lang bewegt, fällt darüber hinaus ein starker Fokus auf die Gastronomie auf, von der die Gesamtanlage quasi durchdrungen ist. Im Grunde gibt es ja nur drei Attraktionen (Hochseilpark, Bodyflying und Indoor-Surfen) plus Gastronomie. Also ganz klar: hier wird kommerziell hoch professionell gearbeitet und es geht vor allem um dein Geld, das du hier lassen sollst.

Der Gutschein

Meine Kinder hatten jeweils einen Gutschein mit den folgenden Leistungen:

  • Bodyflying: 2 Flüge mit je 1 min.
  • Wahlweise 1,5 Stunden Outdoor-Adventure-Park oder 45 min Surfen auf der stehenden Welle
  • Betreuung & Einweisung durch erfahrene Instruktoren
  • Erforderliche Ausrüstung inkludiert
  • Ein heißer Snack und ein Erfrischungsgetränk

Der Gutschein hatte Ende 2016 einen Preis von 89,90 Euro (plus Versand und Verpackung). Kurz vor Weihnachten gab es den Gutschein dann für 69,90 Euro, wovon ich als Early Bird leider nicht profitieren konnte. Das hatte mich damals sehr geärgert.

Diesen Gutschein gibt es immer noch. Allerdings kostet er aktuell laut Website 99,90 Euro. Nun gibt es statt zweimal 1 Minute Flug einen mit einer Dauer von 2 Minuten. Das ist sinnvoll.

Zu den Preisen später noch mehr.

Ihr braucht viel Zeit

Auf der Website steht es deutlich: plant 5 Stunden ein.

Und das ist ernst gemeint.

Wir hatten unseren Termin um 17:30 Uhr, mussten aber eine Stunde vorher bereits vor Ort sein, um die Zeiten für das Bodyflying und das Surfen einplanen zu lassen. Verlassen haben wir das Gelände um ca. 20:30 Uhr. Wir verbrachten also 4 Stunden in der Arena für 2 Minuten Bodyflying und 4 oder 5 etwa jeweils 30 Sekunden lange Surfversuche.

Keine große Ausbeute.

Beschweren möchte ich mich darüber nicht. Es lässt sich bei der aktuellen Ausbaustufe kaum anders machen. Die beiden Stationen Bodyflying und Surfen waren durchgehend ausgelastet.

Oder anders ausgedrückt: wer am Samstag mal schnell einen 2 Minuten Bodyflying-Trip machen möchte, kann davon ausgehen, dass er dafür mehr als 30 Minuten einplanen muss.

Die beiden Flüge von Martina und Heiko waren für 19:00 Uhr eingeplant worden. Insgesamt dauerte das Ganze aber fast 1 1/2 Stunden.

Indoor Surfen auf einer Stehenden Welle

(Anmerkung: ich tue mich etwas schwer mit Fotos, weil auf allen Fotos meine Kinder drauf sind. Sorry, aber für Fotos müsst ihr einfach die offizielle Seite besuchen.)

Liste mit verschiedenen Surf-Leveln

Die meisten Besucher werden vermutlich das Anfänger-Level wählen. Auf dieser Stufe wird am Anfang eine Metallstange quer über das Wellenbecken gelegt, so dass sich die Surfer daran festhalten können. Zu diesem Zeitpunkt sind immer so um die fünf Personen gleichzeitig nebeneinander im Becken.

Später wird die Stange entfernt und es ist immer ein einziger Surfer auf der Welle, damit keiner zu Schaden kommt. Da die Surfversuche sowieso nur immer wenige Sekunden dauern, müssen die anderen nicht allzu lange auf ihren Einsatz warten.

Aber noch einmal: ihr seid keineswegs 45 Minuten auf dem Wasser!

In unserem Fall waren die Kinder ungefähr um 17:30 zum ersten Mal auf dem Wasser und gingen um 18:15 Uhr wieder zurück in die Umkleidekabinen.

Dazwischen verbrachten sie die meiste Zeit mit dem Warten in der Teilnehmerschlange.

Es wurden immer Gruppen von schätzungsweise 8 Leuten gebildet. Während einer auf der Welle surfte, mussten die anderen zwangsweise warten.

Auf diese Weise waren meine Kinder (jaja … ist schon klar, sind beide keine Kinder mehr, aber soll ich jetzt „… waren meine Erwachsenen …“ schreiben?) vier oder fünf Mal auf dem Wasser.

Spaß hat es ihnen trotzdem gemacht.

Aber so beim Zuschauen wurde auch deutlich, dass Anfänger nicht zu große Erwartungen an ihre Performance haben sollten. Es schien wirklich sehr schwierig zu sein, das Gleichgewicht auf dem kibbeligen Brett zu halten.

Die Ausrüstung wurde gestellt inklusive Helm, den aber vorwiegend die Frauen trugen. Er war nicht verpflichtend. Angesichts der massiven Betonseitenwände des Beckens kann ich aber nur dringend zu einem Helm raten.

Die ganze Zeit über standen Instruktoren zur Verfügung und halfen jedem dabei, aufs Brett zu kommen. Und vorher hatte die Gruppe bereits ein kurzes Briefing erhalten. DIe Instruktoren machten einen kompetenten Eindruck.

Und auch der Chef persönlich machte gekonnt ein paar Schwünge auf der Welle … natürlich ohne Schutzkleidung und mit eigenem Brett. Er hängt wohl öfter mal in seiner Arena rum. Im März 2016 war er auch in der Halle.

Bodyflying im vertikalen Windkanal

Preisliste für das Bodyflying

Ihr seht es auf der Preistafel: der Spaß ist nicht ganz billig. Wenn ihr das umrechnet, kommt ihr auf 46 Cent pro Sekunde!

Auch hier ist alles bestens durchorganisiert.

Es werden kleine Gruppen gebildet. Die Gruppen verschwinden zum Umziehen und zum Briefing in ein Hinterzimmer. Da der Windkanal extrem laut ist, findet das Bodyflying in einer schallgeschützten Röhre statt. Die kann man nur durch eine Schleuse erreichen. Sobald jeder in der aktuellen Gruppe seinen Flug hatte, verlässt die Gruppe durch die Schleuse den geschützten Bereich. Anschließend kann die bereits wartende Gruppe sich in den Windkanalbereich begeben. Dort müssen sie dann wieder auf ihren Einsatz warten.

EIn Foto kann ich euch zeigen:

Instruktor und Schüler im Windkanal

Links steht der Instruktor, rechts schwebt der Gast. Auch hier sind die Instruktoren sehr professionell und immer dabei. Mit jeder Gruppe wechselt auch der Instruktor.

Auf dem Foto könnt ihr im Hintergund eine grüne Zeitanzeige sehen. Dort werden die 2 Minuten heruntergezählt. Ich hatte es erlebt, dass die Uhr erst startete, wenn der Gast in der Röhre war. Normalerweise lief die Uhr aber immer einfach runter auf Null und startete ohne Unterbrechung sofort wieder bei 2 Minuten. Das hatte zur Folge, dass jeder Gast ca. 3 bis 5 Sekunden verlor, weil er sich ja erst in die Röhre werfen musste. Ist ja nicht viel … aber bei zwei Minuten? Oder mal in Euro: 5 Sekunden verstrichene Zeit bedeutet 2,30 Euro für null Leistung.

Die Instruktoren haben ihr Möglichstes getan, um den Einen pünktlich aus der Röhre zu stoßen und den Nächsten in die Röhre zu holen. Aber gleichzeitig ist das nun einmal nicht machbar. Für mich sieht das ganz arg nach Gewinnmaximierung aus. Ich persönlich finde das nicht ganz fair.

Tafel mit Zusatzleistungen für das BodyflyingEin weiterer Aspekt verstärkt den Verdacht auf Gewinnmaximierung. Jeweils bei Erreichen der letzten 30 Sekunden (mehr oder weniger) fragt der Instruktor per Handzeichen, ob der Gast einen so genannten „TaxiFly“ zusätzlich buchen möchte. Das kann fast niemand ablehnen … sieht er in dem Moment doch nur die 5 Euro und ist eh bereits mit Adrenalin und Endorphinen überschwemmt.

Beim TaxiFly wird der Windkanal ca. 25 Prozent stärker eingestellt, und der Instruktur schwebt mit dem Gast möglichst weit nach oben. Das schafft ein Gast vorher nicht, weil der Winddruck nicht hoch genug ist und weil vermutlich auch einfach die Erfahrung dafür fehlt.

Ich finde, dass dieser TaxiFly kostenlos als Goodie angeboten werden sollte, 54,90 Euro für 2 Minuten Action sollten das doch möglich machen!

Ich habe an sich nichts gegen Gewinnmaximierung, aber hier scheint jemand die Grenzen austesten zu wollen.

Zusammenfassung

Meine Kinder mussten das ja nicht zahlen … sie fanden es klasse.

Die Wartezeiten haben sie nicht gestört.

Ich persönlich finde die „Arena“ (warum heißt heute alles „Arena“?) sehr teuer. Außerdem muss man sehr viel Zeit für sehr wenig Aktion einplanen.

Den Hochseilgarten kann ich nicht beurteilen. Ich fand ihn beeindruckend. Martina meinte, so sehen die überall aus.

Mehr Attraktionen als Bodyflying, Indoor-Surfen und Hochseilgarten gibt es derzeit nicht. Es hat auch nicht den Anschein, dass weitere Angebote geplant sind.

Ein spontanes „Ach, lass uns doch einfach mal in die Jochen Schweizer Arena fahren!“ scheint hier nicht so recht zu funktionieren. Der Besuch macht wohl nur Sinn, wenn man gezielt eine oder mehrere der drei angebotenen Angebote buchen möchte.

Drei Tafeln mit Angeboten des Restaurants

Das Angebot der Gastronomie wurde zwar hübsch präsentiert, haute mich aber auch nicht vom Hocker.

Aber wie gesagt: den Leuten scheint es zu gefallen! Und das ist dann am Ende ja das Wichtigste.

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Übernachtung in einem Baumhaus https://blog.sevke.net/2018/08/11/uebernachtung-in-einem-baumhaus/ https://blog.sevke.net/2018/08/11/uebernachtung-in-einem-baumhaus/#comments Sat, 11 Aug 2018 21:56:09 +0000 https://blog.sevke.net/?p=18783 In der "geheimen Welt von Turisede" findet ihr das erste Baumhaushotel von Deutschland. Es ist Teil eines großartigen und skurrilen Abenteurfreizeitparks vorwiegend für Kinder. In der ANlage finden regelmäßig viele kulturelle Veranstaltungen statt. Höhepunkt ist mit SIcherheit das Krönum, ein Theater mit einem 4-Gänge Essen, in dem Geschichten aus der Historie der Turiseder nacherzählt werden.

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Das Judka Trollhaus hoch in den Bäumen

Wolltest du schon immer in einem Baumhaus übernachten? Vielleicht als Kind?

Wir haben uns diesen Traum dieses Jahr (2018) erfüllt!
(Hach … ich bin ja so ein Romantiker!) 🙂

In Deutschland gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Anbietern für Übernachtungen in einem Baumhaus, auch unter der Bezeichnung „Baumhaushotel“ bekannt. Wir haben uns für die geheime Welt von Turisede in der Nähe von Görlitz entschieden.

Zur Einstimmung könnt ihr euch das folgende fröhliche Video auf YouTube ansehen:

Die geheime Welt von Turisede

Logo der geheimen Welt von Turisede

Das klingt mystisch.

Ganz banal handelt es sich um ein Freiluftmuseum und einen Abenteuerfreizeitpark. Beides lädt Erwachsene und Kinder zum Entdecken ein.

Aber bis vor 1.000 Jahren lebte hier einmal das Volk von Turisede. Viele Ausgrabungen belegen die Existenz dieses inzwischen untergegangenen oder abgewanderten Volks. Die ersten Fundstücke fand man wohl 1909.

Das Volk von Turisede wurde von kindlichen Königen regiert, feierte das Ende des Sommer mit zweieinhalbtägigen Festspielen und den Haushalt führten bei ihm stets die Männer.

Dem Slawenstamm der Turiseder ist auf der Kulturinsel Einsiedel seit 2007 ein eigenes Museum, Historum genannt, gewidmet … natürlich ebenfalls ein Baumhaus.
Das Museum über das Volk von Turisede befindet sich in einem Baumhaus

Die Geschichte des Freizeitparks ist aber eine andere. Denn ursprünglich ging es um eine Firma zur kreativen Holzgestaltung. Diese Firma wurde 1990 gegründet. Der Inhaber hat dann Platz für Ausstellungsstücke gebraucht und nach und nach Grundstücke aufgekauft. Wann die Idee entstand, einen großen Abenteuerspielplatz aus Holz zu bauen und das Ganze dem verschwundenen Volk von Turisede zu widmen, weiß ich nicht. Am Anfang hieß das dann „Kulturinsel Einsiedel“, wurde aber 2017 in „Die geheime Welt von Turisede“ umbenannt. Der neue Name macht auch mehr her, findet ihr nicht?

Auf dem Gelände gibt es mehrere Attraktionen wie ein Zauberschloss mit unterirdischen Geheimgängen.

Eher für Kinder sind die vielen Möglichkeiten zum Klettern, Rutschen, Kriechen und „Herumsauen“ gedacht.

Wer Spaß an Schatzsuchen hat, kann sich mit einer Schatzkarte bewaffnen und auf dem Gelände verschiedene Rätsel von verschiedenen Legenden um die Inselgeister entschlüsseln.

Neben der Möglichkeit, recht teuer in einem Baumhaus zu übernachten, gibt es viele weitere Angebote, die jedes Jahr weiter ausgebaut werden. Es muss auch nicht unbedingt in 8 bis 10 Meter Höhe sein. Wenn ich das alles hier in diesem Artikel aber auch noch beschreiben würde, dann könnte ich auch gleich ein Buch veröffentlichen. Deswegen hier der Link zu den Erlebnisnächten auf der Kulturinsel – Wo die Nächte genauso aufregend sind wie die Tage!

Die geheime Welt von Turisede: der Parkplatz

Außerhalb des Freizeitgeländes stehen auf einem Schotterplatz am Rande eines Waldes jede Menge Parkplätze zur Verfügung. Für Übernachtungsgäste ist ein Teil des Parkgeländes mit Schlagbäumen abgegrenzt.

Hoffen wir mal, dass wir unser Auto morgen nicht so vorfinden:

Foto eines AUtos, das auf einen Baum aufgespießt wurde

Vom Parkplatz aus muss man nur die Hauptstraße überqueren (dabei kommt ihr auch an dem aufgespießten Auto vorbei) und ist dann sofort beim Westportal, das früher Trollpforte hieß.

Foto der Trollpforte, auch Westportal genannt

Ein Tipp:

Nach dem Einchecken nicht dem Schild „Hier geht’s lang“ die Treppe hinauf folgen.

Dann kommt ihr zum Historum. Das ist ein kleines Museum in einem Baumhaus. Von dort gibt es zwei Möglichkeiten weiterzukommen. Entweder durch eine enge Röhre aus Metallgitter oder … den Weg wieder zurück. Falls ihr Gepäck dabei habt und die Temperatur bei 33 Grad liegt, macht die Röhre keinen Spaß! (Ich habe es ausprobiert.)

Also am besten gleich ganz normal durch das Gebäude (Trollpforte) gehen.

Obwohl es auf dem ganzen Gelände viele Schilder gibt und ihr bei der Ankunft auch einen Übersichtsplan in die Hand bekommt, fällt die Orientierung schwer. Wenn ihr jetzt meint: „Okay, hier ist der Eingang, dort drüben muss das Baumhaushotel sein. Also ab durch die Mitte!“ … macht ihr den nächsten Fehler. Das klappt möglicherweise … irgendwie. Aber ihr müsst euch durch Tunnel, Hängebrücken und enge Stellen hindurcharbeiten … wie gesagt … Gepäck und 33 Grad … deswegen ein weiterer Tipp:

Hinweisschild für das Baumhaushotel in Truisede

Haltet euch vom Westeingang einfach etwas links auf dem breiten Sand/Kies-Weg. Der führt ein Stück geradeaus in Richtung Osten (ähem … Osten ist jetzt geradeaus und nicht rechts!) und dann in Richtung Süden (das ist also nun nach rechts). Dieser Weg ist breit, weil er auch für Fahrzeuge des Freizeitparkservice genutzt wird. Auf diese Weie kommt ihr direkt zum Baumhaushotel. Die entsprechenden Schilder befinden sich linker Hand von euch.

Die Inselgeister

Comiczeichnung der dreiTrolle aus TrondheimIn einer geheimnisvollen Umgebung wie Turisede gibt es auch geheimnisvolle Lebewesen, Inselgeister und Trolle. Es handelt sich um meist freundliche Wesen.

Da gibt es zum Beispiel den Inselkönig Bergamo, die Kräuterhexe Babadoro, die Lichtelfe Fiona, die beiden Waldgeister Bodelmutz und Modelpfutz, die Trolle von Trondheim Thor Alfson, Olve und Judka und natürlich den Jüngsten von allen, Jankobol.

Kurzbeschreibungen der bekanntesten Inselgeister gibt es auf einer speziellen Seite über die Inselgeister.

Ihnen gehören auch die Baumhäuser. So verschieden die Persönlichkeiten der Inselgeister sind, so verschieden sind auch ihre Baumhäuser. Aus Holz sind sie aber alle.

Das Baumhaushotel

Schild: Eingang nur für WipfelstürmerDas Baumhaushotel enststand 2005 als erstes seiner Art in Deutschland.

Übersichtsplan des Baumhaushotels in Turisede

Die 9 Baumhäuser bieten Platz für bis zu sechs Personen. Der Übernachtungspreis richtet sich nach der Größe des Baumhauses, aber nicht nach der Anzahl der übernachtenden Gäste. Zuviel Platz sollte man in den Baumhäusern nicht erwarten, aber sie sind gut ausgestattet und haben einen sehr urigen Charakter.

Die Baumhäuser gehören den Inselgeistern von Turisede. In jedem Baumhaus gibt es ein Geheimversteck mit einer kleinen Überraschung. Allerdings erwarten die Inselgeister von den Besuchern ebenfalls ein Gastgeschenk oder, vielleicht besser ausgedrückt, ein Bestechungsgeschenk. Denn immerhin müssen sie für die menschlichen Gäste ihre Häuser räumen. Schlüsselbund aus dem Trollfamilienhaus der Trollin Judka in TurisedeDie Trollin Judka steht zum Beispiel auf Schlüssel, die sie in ihrem Baumhaus überall aufhängt, die Lichtelfe Fiona mag gerne Knöpfe, Bodelmutz mag Wecker.

Handtücher, Bettwäsche und Bettbezug sind im Buchungspreis enthalten. Für 12 Euro pro Person haben wir ein Frühstücksbuffet hinzugebucht. Parkplatz und der Besuch des Freizeitparks sind ebenfalls im Übernachtungspreis eingeschlossen.

Unser Judka Trollhaus

Das Foto zeigt das Judka Trollhaus mitsamt den Bämen, in das es hineingebaut wurde

Natürlich hat sich Heiko das höchste Baumhaus ausgesucht.

Foto unseres Gastgeschenks für Judka: mehrere gusseiserne SchlüsselUnser Trollhaus gehört der Trollin Judka als Schutzgeist. Sie mag gerne Schlüssel. Also haben wir alte Schlüssel aus Gusseisen mitgebracht.

Unser Judka Baumhaus erreichen wir über einen leicht begehbaren Verbund von Holzstegen, die euch auf eine Höhe von ca. 5 Meter bringt.

Foto von den Holzstegen, die zu den Baumhäusern führen

Blick auf das Gebäude, das als Minibar dientIm Zentrum der kleinen Freiluftanlage befindet sich eine Plattform mit mehreren überdachten Bänken und Tischen, wo ihr einfach chillen könnt. Dort gibt es auch eine kleine Minibar mit einigen Getränken. Ihr dürft euch da einfach nehmen, was ihr wollt, und das dann bei der Abreise abrechnen. Kontrolliert wird nicht, Vertrauen ist angesagt.

Von diesem Zentralbereich führt auch ein kurzer Holzweg zu den beiden so genannten Schockduschen. Diese sind so gestaltet, dass ihr quasi frei in der Luft duscht. Unter euch befindet sich ein durchlässiges Metallgitter, drei Viertel der kleinen runden Dusche sind gefliest, nach vorne genießt ihr freien Blick in Richtung Neiße, nur geschützt durch ein weiteres Metallgitter. Der Duschkopf befindet sich so weit vorne wie möglich. Obwohl ich Höhenangst habe, konnte ich mich dort gut aufhalten. Obwohl wir die Duschen unbedingt ausprobieren wollten, haben wir es am Ende doch nicht getan. Nicht wegen der eigenwilligen Location, sondern weil wir wir uns keinen nachhaltigen Effekt davon versprachen. Bereits kurze Zeit nach dem Duschen wären wir wieder verschwitzt gewesen. Im übrigen wird das Wasser nicht erwärmt.

Aber zurück zum Baumhaus.

Ein anderer Holzweg (oder nennt man das Holzbrücke, wenn er in der Luft schwebt?) führte zu drei Baumhäusern, eins davon war unser Judka Trollfamilienhaus.

Eingang zum Judka Trollfamilienhaus

Nun wird es etwas komplizierter. Wir sehen unser Hausschild. Links davon befindet sich eine Holzleiter, die zu einer abgeschlossenen Lattentür hoch führt. Dahinter windet sich eine zweite Holzleiter weiter nach oben. Dies Leiter führt bis hoch zum Baumhaus, nach ganz oben, wie wir später feststellen werden. Dort finden wir eine winzige Holzterasse und die Tür ins Baumhaus. Hinter der Tür fällt der Blick auf einen sehr gemütlich eingerichteten Schlafraum mit einem großen Bett für drei Personen und einem kleineren für eine weitere Person.

Das große Bett in Judkas Trollfamilienhaus in Turisede

Allerdings hatte ich in Erinnerung, dass es auch noch einen zweiten Raum zum Wohnen gab. Nur erschloss sich uns nicht ganz, wie wir dahin gelangen konnten.

Nach einigem Herumsuchen fanden wir den Zugang, eine Falltür im Boden der kleinen Terrasse!

Falltür zum unteren Wohnbereich des TrollhausesDas ist jetzt etwas schwer zu erkennen. Ihr schaut gerade nach unten auf die Öffnung der Falltür. Die Tür selber ist nach links aufgeklappt. Über dem Loch gibt es eine Seilkonstruktion, an der ihr euch beim Herunterklettern festhalten könnt. Im Hintergrund seht ihr noch die Holzwand des Schlafzimmers.


Foto der Holztreppe, die vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer führtKlappe also auf und über eine weitere Holzleiter nach unten geklettert. Auf dem Foto könnt ihr diese Leiter sehen, aber von unten. Die Leitern sind allgemein sehr stabil, griffig und bieten auch einen festen Tritt. Sie müssen aber erklettert werden … es sind eben keine Stufen. Einen Koffer würdet ihr da kaum durchbringen.


Das WOhnzimmer in Judkas Trollfamilienhaus in Turisede
Und wir standen in einem kleinen, aber wieder sehr gemütlich und detailverliebt eingerichteten Wohnzimmer. Dort gab es eine weitere kleine Tür zu einer Mini-Toilette (hier auf dem Foto genau hinter uns. 😉 ). Die Toilette hatte eine normale Keramikschüssel, war allerdings komplett in Holz eingebaut, so dass man sich für seine Geschäfte eben direkt auf das Holz setzte, und das Ganze dann wie ein Plumpsklo wirkte. Es gab allerdings Wasserspülung. Zuästzlich gab es einen Wasserhahn, den man über die Kloschüssel drehen konnte, also zum Beispiel für das Zähneputzen. Ein separates Waschbecken gab es nicht.

Zunächst haben wir die zahlreichen kleinen und schiefen Fenster geöffnet, um Luft in beide Räume zu lassen. Es war allerdings kein bisschen stickig in den Räumen, eben nur warm. Schön war der Blick durch die vielen Fenster: überall Laub und Bäume!

Foto der unteren HolzleiterIch war mir sicher, dass es neben der Falltür noch einen weiteren Zugang zu diesem Raum geben musste und so suchten wir wieder eine Weile danach. Unterhalb einer Art Anrichte befand sich dann tatsächlich eine Tür, durch die man eine weitere Holzleiter zum Hinunterklettern finden konnte. Unten stand man in einem winzigen leeren Raum, der eine weitere, abschließbare Tür besaß. Und dort gelangte man hinaus auf den Holzsteg. Beim Hausschild gab es also zwei Zugänge, einmal die Klettertour direkt nach ganz oben. Und einmal die Klettertour zum Wohnraum.

Hinweis auf Steckdosen im Judka Baumhaus

Die Zimmer sind mit ausreichend vielen Steckdosen ausgerüstet, so dass ihr alle eure Smartphones gleichzeitig laden könnt. Es gibt auch elektrisches Licht. Auf dem folgenden Foto habe ich die Steckdosen mal mit Pfeilen markiert. Das ist übrigens diese schon erwähnte Anrichte. Darunter (!) befindet sich das Tüchen zur Holzleiter, die nach unten zum Eingang führt.

Auch im Schlafzimmer gibt es Steckdoesen.

Was es nicht gibt, ist LTE oder etwas halbwegs damit Vergleichbares. Sorry, Leute, für WhatsApp mag es (hin und wieder) reichen. Falls ihr euch aber einen Film auf Netflix ansehen wollt, müsst ihr den vorher (!) runterladen.

Eine Toilette, in einer Telefonzelle eingebautWer ohne eigenes Klo übernachtet, kann sich zum Beispiel in die Tardis setzen.

Du kennst die Tardis nicht? Kein Problem! Hier gibt es mehr Infos zur Tardis.

Und hier gibt es Waschmöglichkeiten:

Waschgelegenheiten in der Waldsiedlum

Der große Abenteuerspielplatz

Jemand klettert durch eine enge Metallröhre
So möchte ich das Kernstück des Freizeitparks gerne nennen. Überall gab es enge Röhren unter Hügeln hindurch oder Hängebrücken über Täler hinweg. Es standen komische Konstruktionen aus Holz herum. In einem Tiergehege war ein Lama zusammen mit einem Mini-Pferd zu sehen. An anderer Stelle sahen wir ein Maultier.

Manche der Holzkonstruktionen waren Tieren nachempfunden. Hier seht ihr ein Nashorn, das Kinder zum Reiten einlud:

Ein Nashorn aus Holz in Turisede

Mehrere Open-Air Bühnen ließen vermuten, dass der Freizeitpark häufig für Aufführungen, Festivals oder andere kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.

Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass wir nur wenig Zeit hatten, uns alles anzusehen. Nach der langen Autofahrt und dem Suchen unseres Baumhauses blieb bis 18:00 Uhr nicht mehr viel Zeit. Da mussten wir bereits beim turisedischen Krönungssaal erscheinen.

Was wir jedoch bemerken konnten, waren überall herumtobende Kinder. Denen machte die Gluthitze nichts aus.

Auf der anderen Seite war das Gelände keineswegs von Menschenmassen überlaufen. Ob das immer so war oder nur heute, kann ich nicht beurteilen.

Das Krönum – Theater mit Festschmaus

Das Krönum ist ein Theaterstück in der Krönungshalle, das ein Teil der Geschichte der Turiseder erzählt. Die Inszenierung beinhalt allerlei Akrobatik, Gauklerei und vor allem ein Festessen mit vier Gängen. Die Besucher müssen sich für eine authentischere Atmosphäre mit turisedischen Gewändern bekleiden.

2018 geht es um die folgende Legende. Den Text habe ich mir auf der offiziellen Seite ausgeliehen:

Ein Gott sieht rot

Verspotte keinen Gott zum Scherz, denn er könnte sich darüber ärgern. Das jedenfalls muss der junge Turiseder Bergamo schmerzlich erfahren. Er ist von Turius, dem Gott der Neißeauen, dazu ausersehen worden, erster König seines Volkes zu werden. Bergamo aber steht der Sinn nach anderem: Statt die Königsprüfung abzulegen, trachtet er danach, die Liebe Babadoros zu gewinnen.

Was Turius davon hält, wie Bergamo versucht, ihn zu besänftigen und welches Opfer Babadoro bringen muss, davon erzählt das neue Stück im Krönum.

Weitere Details zum Krönum findet ihr in der Sächsischen Zeitung: Ein Abend in Turisede

Die Krönungshalle ist übrigens echt. Es handelt sich um die Rekonstruktion der ursprünglichen Krönungshalle der Turiseder auf den erst 2010 entdeckten Fundamentresten.

Für das Krönum sollten wir uns pünktlich um 18:00 Uhr bei dem entsprechenden Gebäude einfinden. Wir hatten einmal mehr das Problem, dort nur unter Schwierigkeiten hinzufinden. Einerseits ist das Herumgeirre ja reizvoll. Wenn man allerdings bei 33 Grad Hitze einfach zu einem bestimmten Ort wollte, war man doch schnell frustiert. Und ja … ich bin mir sicher, dass alles nach zwei, drei Tagen total einfach zu finden ist, wir hatten aber nur eine einzige Übernachtung gebucht.

Diese Dame erklärt uns die bevorstehende ZeitreiseVor uns stand plötzlich ein riesiges weibliches Zauberwesen und ließ uns durch eine Barriere zu einem Eingangsbereich durch. Dies war nicht das Krönum! Zunächst wurde uns (für die Getränkeabrechnung) ein neuer Name gegeben: wir hießen beide ab sofort „Valerian“. Dann wurden wir einer von mehreren Sippen zugeordnet … wir gehörten zur Zunft der Werkzeugmacher. Außerdem gab es noch Bauern, Alchemisten, Korbflechter und Töpfer.

Heiko und ich als WerkzeugmacherDie Werkzeugmacher erhielten dunkelblaue Roben und (wer mochte) eine dazu passende Kopfbedeckung. Ich hatte Bedenken, mich mit weiterer zusätzlicher Kleidung zu behängen, aber die Umhänge waren extrem leicht und erhitzten uns nicht stärker. Hinter der Umkleide ging es wieder zu der Barriere mit der Riesenfrau, wo wir in kleinen Gruppen zunächst einen Zeitzaubertrank ausgeschenkt bekamen, der uns auf die Zeitreise 1.000 Jahre in die Vergangenheit vorbereiten sollte. Danach ging es über eine Zeitspirale zu einem Zeitportal. Dort holte uns eine wild herumpfeifende Hexe ab. Wir folgten ihr ins Krönum, wo für uns ein zweiter Zaubertrank vorbereitet wurde. Nachdem unser Körper und unser Geist nun endlich an die Vergangenheit angepasst waren, wurden wir im Krönum auf unterschiedliche Sitzplätze verteilt, je nach Sippe.

Das Gebäude ist der Wahnsinn!

Die Theaterbühne des Krönums von Turisede

Im Zentrum befand sich ebenerding eine Theaterbühne, vor der jede Menge kleiner Hocker mit einem kleinen Kissen standen. Im Hintergrund gab es eine Bar, wo wir uns mit Getränken eindecken konnten. Alle Getränke wurden in Steingut-Humpen ohne Henkel serviert.

Das Innere des Krönums von Turisede

Von diesem Raum führten mehrere Stein- und Holztreppen weiter nach oben, verzweigten dann aber in weitere Holztreppen in verschiedene kleinere Ebenen, die wiederum aus mehreren Ebenen bestehen konnten. Jede Ebene bzw. Raum war zwar in sich mehr oder weniger geschlossen, aber besaß keine festen Wände. Stattdessen bildeten alle Treppen und Ebenen so etwas wie eine hölzerne Rahmenkonstruktion. Schwer zu beschreiben. Ich habe nachgelesen … 43 Treppen und 23 Ebenen! Es standen überall große rustikale Holztische mit Holzbänken, wo sich die verschiedenen Sippen zum Essen niederließen. Der erste Gang war bereits vorbereitet. Es gab Kartoffeln in Lehmkruste, Brotlaibe und mehrere Saucen zum Dippen. Die angekündigten vier Gänge des Abendessens muss man übrigens wörtlich als „Gänge“ sehen … während der Turiseder Vollversammlung unten im Versammlungsraum gab es immer wieder Unterbrechungen, in denen sich die Sippen zum Gedankenaustausch, Diskutieren und Entscheiden in ihre Räumlichkeiten zurückzogen. Natürlich gab es dazu dann immer etwas zu essen und zu trinken, sozusagen ein richtiges Gelage. Also im Grunde Theater in drei Akten und davor, dazwischen und danach „Gänge“ zum Essen.

Das Krönum von Turisede ist für mich die urigste und atmosphärisch dichteste Theaterbühne, die ich je kennengelernt habe.

Oder anders ausgedrückt: solltet ihr tatsächlich mal in der Nähe von Zentendorf bei Görlitz sein, so lohnt sich der Besuch des Krönums auch völlig unabhängig von dem Freizeitpark und von einer etwaigen Übernachtung.

Das Gebäude war nicht überhitzt. Entweder war es gut isoliert oder klimatisiert. ich habe mich nach Auslässen für eine Klimaanlage umgesehen, konnte aber nichts entdecken. Die Temperatur im Krönum war erträglich.

Während sich die Vollversammlung unter Beteiligung der anwesenden Turiseder (wir) bis ca. 22:00 Uhr erstreckte, gab es nach der Vorspeise noch eine Suppe (zur Auswahl standen Knoblauch, Kastanien und noch irgendetwas anderes) an einem Suppenausschank im hinteren Bereich des Versammlungssaals. Die Suppe wurde wieder in dicken bauchigen Steingutschüsseln ausgegeben. Dazu gab es Brot. Mit ihren Suppen zogen sich die Sippen in ihre Räume zurück. Unsere Kastaniensuppe schmeckte sehr gut.

Der dritte Gang, das Hauptgericht, gab es später vom Buffet. Und ganz am Ende der Veranstaltung gab es noch Eis für alle.

Bei der Vollversammlung sollten die Turiseder entscheiden, ob Bergamo, der Sohn von Dragomir, die Priesterin und Kräuterfrau Babadoro heiraten sollte, um gemeinsam über das Volk der Turiseder zu herrschen. Die Vollversammlung war also eine Art Theater, in das sehr akrobatische Darbietungen eingebunden waren. Und auch die von den Sippen gewählten Sippensprecher mussten einzeln auf die Bühne und Entscheidungen der Sippen kundgeben. Das Ganze wurde akustisch und visuell mit sehr gut passenden Effekten unterstützt. Insgesamt war es eine atmospärisch sehr gelungene Veranstaltung. Alles lief ganz locker und entspannt ab, und vor allem die vielen kleinen Kinder hatten Spaß … aber auch ein bisschen Angst, denn ab und zu hörte man ein Kind weinen und schluchzen.

Während der Veranstaltung habe ich keine Fotos gemacht. Daher verweise ich euch auf die offizielle Foto-Galerie.

Erwartet übrigens nicht irgendwelche Laien-Schauspieler! Die Darsteller sind Profis und das merkt man Ihnen auch jederzeit an!

Nachts im Baumhaus

Die Betreiber der „Geheimen Welt von Turisede“ gaben sich wirklich viel Mühe, eine geheimnisvolle und in sich konsistente Erfahrung zu bieten. Das setzte sich abends und nachts fort.

So sahen wir auf unserem Rückweg vom Krönum zum Baumhaus immer wieder geheimnisvolle Lichter im Unterholz aufleuchten. Lauerten dort etwa unheimliche Tiere oder Geister? Auch gab es überall laute Geräusche. Manche klangen nach Tierlauten, andere klangen einfach nur unheimlich. Eine Eule schrie alle paar Minuten ihr „Uhuhuhu“ durch den Wald. Aber wir waren ja hoch oben in den Baumwipfeln sicher.

Briefumschlag mit geheimen Informationen zur nächtlichen Schatzsuche

Ab 22:30 Uhr konnte man die geheimen Informationen in einem verschlossenen Umschlag lesen, den wir bei der Ankunft erhalten hatten. Auf dem Umschlag befand sich der deutliche Hinweis, dass der Umschlag erst ab 22:30 Uhr geöffnet werden durfte, sonst wäre man disqualifiziert. Angescihts des hitzereichen Tages und der langen Autofahrt wollten wir aber nachts nicht mehr auf Abenteuerschatzsuche gehen und öffneten den Umschlag schon vorher.

Den Inhalt der Geheimbotschaft werde ich hier allerdings nicht spoilern!

Frühstück im Baumstammlokal

Wir konnten beide trotz der Wärme gut schlafen. Die Fenster und Türe ließen wir über Nacht alle offen. Wer würde schon nachts bis zu uns hinauf klettern?

Der Innenraum des Baumstammlokaös

Frühstück gab es vom Buffet im Baumstammlokal. Das war auf der anderen Seite des Geländes, direkt neben dem Krönum.

Auf dem Foto seht ihr eine größere Gruppe von Kindern. Offensichtlich wurde die geheime Welt von Turisede auch für Kindergarten-/Schulausflüge genutzt. Den größten Teile der Besucher stellten allerdings Familien mit Kindern. Die sieht man eben auf dem Foto nicht. 😉

Das Buffet war sehr vielseitig. Nur mit der Kaffeeversorgung hatte ich ein Problem. Es gab nämlich anscheinend nirgends welchen. Ich sprach eine Frau vom Service an und sie sagte, sie würde sofort herumkommen. Und so geschah es auch. Zu zweit liefen sie mit Kaffeekannen und Steingut-Bechern durch das Lokal und versorgten alle mit Kaffee, die das wollten. Vielleicht erkennt ihr jetzt beim Lesen schon das Problem.

Nach der Versorgung, waren die Leute vom Service vor allem damit beschäftigt, die Tische aufzuräumen. Außerdem mussten sie noch für ständigen Nachschub beim Buffet sorgen. Das Servicepersonal war sehr jung und schien aus Polen zu sein (ist ja auch gleich nebenan). Alle waren sehr freundlich und sprachen natürlich perfekt Deutsch. Für viele war es wohl ein Ferienjob. Am Personal habe ich nichts auszusetzen.

Aber sie kümmerten sich nicht weiter um den Kaffee-Nachschub. 🙁

Somit bleibt meine Bitte an den Betreiber, den Kaffeeservice anders zu gestalten. Vielleicht schafft ihr doch irgendwo die Möglichkeit, dass sich jeder selbst mit Kaffee eindecken kann. Mir ist dabei klar, dass ihr den „Erstausschank“ mit der Kontrolle der Frühstücksbons koppelt. Aber … hey, wie soll denn mein Morgen ohne sofortige Kaffee-Zufuhr funktionieren?

Nach dem Frühstück wollten wir ursprünglich die Schockdusche ausprobieren, aber bringen würde es nichts. Spätestens im Baumhaus wären wir wieder erneut verschwitzt gewesen. Also verzichteten wir und freuten uns auf die Klimaanlage im Auto.

Lage der geheimen Welt von Turisede

AUsschnitt aus Google Maps mit der Route von Forstern nach Zentendorf
Das erste Baumhaushotel Deutschlands findet ihr in der östlichsten Ortschaft von Deutschland, Zentendorf. Das liegt direkt am Fluß Neiße, der Deutschland von Polen trennt. Hier erlebst du also als Erster in Deutschland morgens den Sonnenuaufgang. Und im höchsten Baumhaus des Hotels, nämlich in unserem Trollhaus, das uns von Judka zur Verfügung gestellt wurde, sind wir auch noch höher als alle anderen. Wir konnten also die allerersten Sonnenstrahlen des Morgens in Deutschland geießen … und darauf dürft ihr jetzt ruhig neidisch sein!

Fazit

Soviel Text, aber wie sieht das nun aus? Empfehlung oder keine Empfehlung?

Für mich als stark differenzierender Mensch ist das (mal wieder) nicht so einfach zu beantworten.

„Die geheime Welt von Turisede“ ist ein sehr ungewöhnlicher Freizeit-/Abenteuerpark mit Übernachtungsmöglichkeit. Das gesamte Konzept wirkt stimmig, die Gestaltung oft detailverliebt.

Als Zielgruppe sehe ich in erster Linie Familien mit Kindern bis etwa 12 Jahren. Eine Übernachtung ist sehr zu empfehlen, da ein großer Reiz des Parks von der Stimmung und den Aktivitäten nach Sonnenuntergang aus geht.

Für die Übernachtung in den Baumhäusern muss man eine gewisse körperliche Fitness mitbringen. Für die Kinder ist es ein großer Spaß, für Erwachsene eher beschwerlich. Allerdings hat sich mein Sohn (selbstverständlich) das höchste und damit am schwierigsten zu erreichende Baumhaus ausgesucht.

Gebäude des Waldsiedlums

Alternativ gibt es zahlreiche weitere Übernachtungsmöglichkeiten in niedrigen (und damit leicht erreichbaren) Baumhäusern sowie sogar ebenerding in so einer Art Zeltstadt. Auf keinen Fall solltet ihr auf das Krönum verzichten. Natürlich ist das ganze Abenteuer schnell etwas kostspielig.

Mehr als eine Übernachtung muss es aber eigentlich nicht sein. Gut … vielleicht macht ihr zwei daraus, wenn ihr nicht jedesmal in eurer Bettchen in die Bäume hinauf klettern müsst. 😉

Das größte Problem des Freizeittparks ist die für uns Deutsche extrem abgelegene Lage im äußersten Osten Deutschlands. Wenn man nicht gerade in Sachsen wohnt, muss praktisch jeder eine lange bis sehr lange Anreise auf sich nehmen. Was das Abenteuer weiter verteuert.

Aus diesem Grunde würde ich mir ab einer Entfernung von, sagen wir mal, 200 Kilometern sehr gut überlegen, ob ich mir nicht etwas Näheres suche. Es sei denn, ihr verbindet das gleich mit einem etwas längerem Urlaub in Ostdeutschland.

Ohne Kinder würde ich nicht nach Turisede fahren.

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Zimmer zu vermieten in Forstern https://blog.sevke.net/2018/07/22/zimmer-zu-vermieten-in-forstern/ https://blog.sevke.net/2018/07/22/zimmer-zu-vermieten-in-forstern/#respond Sun, 22 Jul 2018 16:51:55 +0000 https://blog.sevke.net/?p=18730 Ich möchte in meinem Haus (ca. 165 qm Wohnfläche) ein Zimmer untervermieten. Für eine ausführliche Beschreibung kannst du einfach hier klicken: klick mich vorsichtig Falls jemand von euch bereits selbst ein Zimmer in seiner Wohnung oder in seinem Haus untervermietet hat, wäre ich sehr an einem Erfahrungsaustausch interessiert! Eure Tipps und Erfahrungen könnt ihr sehr

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Ich möchte in meinem Haus (ca. 165 qm Wohnfläche) ein Zimmer untervermieten. Für eine ausführliche Beschreibung kannst du einfach hier klicken: klick mich vorsichtig

Falls jemand von euch bereits selbst ein Zimmer in seiner Wohnung oder in seinem Haus untervermietet hat, wäre ich sehr an einem Erfahrungsaustausch interessiert! Eure Tipps und Erfahrungen könnt ihr sehr gerne unten als Kommentar hinterlassen oder mit mir telefonisch, per E-Mail oder persönlich teilen.
Das Wichtigste zuerst … der Preis: ab 250 Euro / monatlich

Persönliches

  • Ein Minimum an gegenseitiger Sympathie ist Voraussetzung
  • nur Nichtraucher
  • nur Frauen (ohne sexuelle Gegenleistungen)
  • Herkunft egal
  • Nur Einzelperson, keine Paare oder Familien

Zimmer mit

  • Schlaf-(Auszieh-)Couch (Doppelbett)
  • Kleiderschrank
  • Schreibtisch (geplant)
  • Wandspiegel
  • Sat-TV Anschluss
  • Internet-Anschluss (DSL)
  • WLAN

Küche mit

  • Herd und Ofen
  • Geschirrspüler
  • Mikrowelle
  • …und was man eben noch so in der Küche hat

Bad mit

  • Dusche
  • Badewanne

Keller

  • Waschmaschine
  • Wäschetrockner

Haus

  • insgesamt ca. 165 qm, also viel Platz, wenn man sich aus dem Weg gehen möchte
  • Bewohner: ich und mein 18-jähriger Sohn
  • Stellplatz direkt vor dem Haus
  • kleiner Garten
  • Terrasse
  • sehr freundliche Nachbarschaft
  • sehr ruhig gelegen
  • ländliche Umgebung
  • Eigenes Fahrzeug empfehlenswert

Tierhaltung

  • Katzen nein
  • 1 Hund wird geduldet

Mietbedingungen

  • Kündbar beiderseitig zwei Wochen zum Monatsende

Im Ort

  • Apotheke
  • Supermarkt
  • Bäcker
  • Metzger
  • Poststelle
  • Sparkasse
  • Tankstelle
  • Pizzeria

Mehr auf http://gewerbe-in-forstern.de.

 

Anklicken um

Im Augenblick ist das Zimmer leider noch nicht zur Untervermietung vorbereitet. Ich möchte erst einmal prüfen, ob dafür überhaupt ein Interese besteht. Das Zimmer wird voraussichtlich ab dem 01. September 2018 zur Verfügung stehen. Du kannst aber natürlich vorher vorbeikommen und dir das Ganze mal ansehen.

Mit wem wohnst du in dem Haus zusammen? Mit mir, einem Online Marketing Manager und mit meinem 18-jährigen Sohn.

Dein Auto oder Motorrad kannst du direkt vor dem Haus parken. Das Haus hat auch eine Terrasse und einen kleinen Garten. Beides darfst du gerne nutzen, auch wenn du mal mit ein paar Freunden grillen willst oder so.

Das Zimmer selbst ist mit 12 qm nicht besonders groß, aber das brauchst du auch nur als Rückzugsort. Ansonsten kannst du die anderen Räume nutzen. Es stehen Möbel im Zimmer. Wenn du aber deine eigenen Möbel hineinstellen möchtest, ist das auch kein Problem.

Insgesamt habe ich keine Lust auf Stress. Deswegen solltest du erstens eine Frau sein und zweitens Nichtraucherin. Und nein, ich verbinde damit keine sexuellen Gegenleistungen. Ein Minimum an gegenseitiger Sympathie sollte jedoch vorhanden sein, sonst gehen wir uns ja schnell auf die Nerven.

Ach, noch etwas: mein Sohn und ich sind nicht so hyperordentlich und wir putzen auch nicht jeden Tag sämtliche Kleiderschränke von innen. Wenn du also auf eine sterile Umgebung Wert legst, so solltest du dich besser nicht bei uns melden. Es steht dir aber jederzeit frei, bei uns aufzuräumen oder hin und wieder den Staubsauger in die Hand zu nehmen.

Das Haus liegt in einer ruhigen Wohnsiedlung. Kleine Kinder und tausende Katzen musst du allerdings hinnehmen. Du bringst deswegen bitte keine Katze mit. Es sind schon genug in der Nachbarschaft vorhanden. Kannst ja hingehen und sie streicheln. 🙂

Ein Internet-Anschluss über Kabel oder WLAN ist selbstverständlich vorhanden. Du hast im Zimmer einen DSL-Anschluss und, falls benötigt, auch einen Sat-TV Anschluss.

Was die Miete betrifft, so überlasse ich es dir, mir ein Angebot zu machen, solange es mindestens 250 Euro/Monat sind. Falls sich mehrere Interessenten melden, erhöhen sich deine Chancen eventuell bei einem höheren Angebot. Überleg also selbst, was dir das Wohnen in meinem Haus wert ist. Du wirst es lieben!
Auf eine Kaution möchte ich, solange das gut geht, gerne verzichten.

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Der Feedback PoWWWEr-Burger https://blog.sevke.net/2018/07/14/der-feedback-powwwer-burger/ https://blog.sevke.net/2018/07/14/der-feedback-powwwer-burger/#respond Sat, 14 Jul 2018 12:03:47 +0000 https://blog.sevke.net/?p=18705 Feedback oder Kritik? Passiert es euch hin und wieder, dass ihr mit dem Verhalten einer Person nicht einverstanden seid? Als ehrlicher und offener Mensch (und das sind wir ja alle) mache ich den Anderen natürlich darauf aufmerksam. Vielleicht beginne ich mit: „Ey, ich finde es richtig scheiße, dass du …“ Wenn ich meine Kritik so

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Feedback oder Kritik?

Passiert es euch hin und wieder, dass ihr mit dem Verhalten einer Person nicht einverstanden seid? Als ehrlicher und offener Mensch (und das sind wir ja alle) mache ich den Anderen natürlich darauf aufmerksam.

Vielleicht beginne ich mit: „Ey, ich finde es richtig scheiße, dass du …“

Wenn ich meine Kritik so beginne, wird mein Gegenüber schnell sämtliche verfügbaren Schutzwälle um sich herum hochziehen und mit dem Gegenangriff beginnen. Es kommt zum Streit und erreicht habe ich gar nichts.

Eine andere Situation: jemand zeigt dir sein neuestes selbst gemaltes Bild und fragt dich nach deiner Meinung. So richtig gut gefällt dir das Werk nicht, du möchstes den anderen aber nicht mit deiner Kritik verletzen. Lügen ist aber auch nicht so dein Ding. Wie gehst du nun am geschicktesten vor?

Die meisten Menschen würden wohl sagen, Kritik ist böse und Feedback ist neutral.

„Kritik“ im eigentlichen Sinn bezeichnet eine Beurteilung anhand von Maßstäben.
Ein „Feedback“ stellt nichts weiter als eine Rückmeldung dar.

Kritik und Feedback sind zunächst einmal beides neutrale Begriffe, können also sowohl negativ als auch positiv sein. Das kommt ganz auf den Inhalt an. In unserer Gesellschaft ist der Begriff „Kritik“ allerdings doch meist negativ besetzt.

Manchmal möchte man den Anderen so richtig kritisieren und fertig machen. Wenn man auf diese Weise seine Wut oder seinen Frust abbauen kann, hat das sogar einen positiven Effekt, zumindest für einen selber. Bei demjenigen, der die Prügel abbekommt, wird man aber meistens keine positive Reaktion auslösen. Von daher ist es oft sinnvoller, seine Wut beispielsweise beim Sport abzubauen oder einfach mal in den Keller oder Wald zu gehen und dort heftig herunzubrüllen.

In diesem Artikel geht es um die Art von Kritik oder Feedback, die den Anderen nicht verletzen oder gar demütigen soll.

Das Johari-Fenster

Wozu ist denn dieses ganze Feedback-Gedöns überhaupt zu gebrauchen? Die anderen könnten doch einfach ihre Meinung für sich behalten und mich in Ruhe lassen!

Feedback zu erhalten, ist eine wundervolle und meist völlig kostenlose Möglichkeit, mehr über sich selber zu erfahren.

Es geht also um Selbstwahrnehmung und Außenwahrnehmung. Wie oft denkt man sich: „So, wie der mich sieht, bin ich doch gar nicht. Ich bin völlig anders!“

1955 haben die beiden Amerikaner Joseph Luft und Harry Ingham dazu ein Modell skizziert, das Johari-Fenster.

das Johari-Fenster als Skizze

Das Modell stellt vier Felder dar, jeweils in Abhängigkeit davon, was ich über mich weiß und was andere über mich wissen.

Der öffentliche Bereich

Dieser Bereich steht für alle Informationen über mich und mein Verhalten, die mir bekannt sind und die auch alle anderen kennen, mit denen ich interagiere.

Der geheime Bereich

Aber nicht alle Informationen, die ich über mich weiß, möchte ich gerne mit anderen teilen. Sie bleiben ganz privat in meinem persönlichen Bereich.

Der blinde Fleck

Dies ist der für unser Thema „Feedback“ interessanteste Bereich. Denn hier stecken all die Informationen, die andere über mich kennen, die mir selber aber nicht bewusst sind. Was kann das sein? Das kann zum Beispiel sein, dass sich jemand nach einigen Sätzen ständig räuspert, ohne es selbst zu bemerken. Oder kennst du vielleicht eine Frau, die immer wieder mit dem Finger eine Haarsträhne zu einer Locke dreht?

Das große Unbekannte

Und dann gibt es noch einen Bereich, der wie ein großes schwarzes Loch erscheint. Niemand weiß, was da drin steckt, ich nicht und andere auch nicht. Hier verbergen sich vor allem unterbewusste Erinnerungen oder Talente, die es erst noch zu entdecken gibt.


Uns interessiert hier vor allem der blinde Fleck. Informationen über diesen Bereich können wir nur erlangen, indem wir andere Menschen um ihr Feedback bitten. Auf diese Weise wird die Information vom „blinden Fleck“ in den „öffentlichen Bereich“ verschoben.

Ich kann aber auch selber dabei helfen, den öffentlichen Bereich zu vergrößern, nämlich in Form einer Selbstoffenbahrung, die statt des „blinden Flecks“ den „privaten Bereich“ verkleinert.

Die Vergrößerung des „öffentlichen Bereichs“ ist besonders wertvoll, wenn mehrere Menschen in einer Gemeinschaft (wie zum Beispiel in einem beruflichen Team) zusammenarbeiten. Es hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Niemand braucht darauf zu warten, dass er von Anderen Feedback erhält. Wenn du mehr über dich wissen willst, kannst du andere Leute einfach um ihr Feedback bitten.

Gerne verzichten wir beim Feedback aber auf üble Beleidigungen oder Vorwürfe. Also gehen wir die Sache einmal anders an …

Feedback mit Hilfe des Pow3er-Burgers

Skizze des Feedback Burgers

Das Bild symbolisiert eine Methodik, wie man Feedback, insbesondere negatives Feedback, so verpacken kann, dass es den Gesprächspartner nicht verletzt. Darüber hinaus erlaubt es dem Kritisierten, über das Feedback nachzudenken und möglicherweise Handlungen daraus abzuleiten.

Realistisch betrachtet wird man sicher nicht bei jedem spontanen Gespräch unter Freunden die hohe Kunst des Feedback-Gesprächs anwenden wollen und können. Aber die folgenden Regeln können trotzdem in verkürzter Form dabei helfen, dass beide Seiten das Gespräch mit heiler Haut und im besten Fall mit gegenseitigem Respekt überleben.

Was soll denn nun dieser Hamburger?

Dabei handelt es sich um ein Kommunikationsmodell für ein Feedback-Gespräch.

Zunächst ein paar Grundregeln:

  • Feedback bedeutet Zuhören, aber nicht Diskutieren!
  • Ein Feedback ist keine Anweisung, sondern eine Rückmeldung.
  • Es wird Feedback zu einem Verhalten, aber nicht zur Person selbst gegeben.
  • Feedback bezieht sich auf ein aktuelles Verhalten.
  • Keine Rechtfertigungen, aber Verständnisfragen sind in Ordnung.

Ist das verständlich?

In einem Feedback-Gespräch redet vor allem der Feedback-Geber, der andere hört zu. Er rechtfertigt sich nicht und er versucht auch keine Erklärungen zu geben. Rückfragen sind natürlich erlaubt, wenn der Inhalt einer Formulierung nicht verstanden wurde.

Bei einem Feedback-Gespräch handelt es sich nicht um eine Anweisung, Anordnung oder Direktive. Der Feedback-Nehmer erhält Informationen über sich und muss dann selber entscheiden, was er mit den Informationen anfängt. Seine Entscheidung kann auch bedeuten, dass er geäußerte Wünsche komplett ignoriert.

Niemand kann eine Person als Ganzes kritisieren, da niemand eine andere Person in seiner ganzen Bandbreite kennen kann. Darum bezieht sich das Feedback immer ganz bewusst auf bestimmte Verhaltensweisen.

Das Thema des Feedback-Gesprächs sollte aktuell sein und nicht schon Monate zurückliegen. Auch sollten zum eigentlichen Thema nicht noch weitere „olle Kamellen“ herausgekramt werden.

Der Feedback Pow3er-Burger oder auch PoWWWEr-Burger besteht aus den folgenden Scheiben:

  1. Po = Positive Grundstimmung
  2. W = Wahrnehmung
  3. W = Wirkung
  4. W = Wunsch
  5. Er = Erwartung/Erfolg und positiver Ausblick

Das Ganze etwas ausführlicher:

Positive Grundstimmung

Zuerst sollte ein Fundament für das folgende Gespräch geschaffen werden. Nenn es beispielsweise Warm-Up. Dabei sollten Verkrampfungen in der Haltung und im Gesicht gelöst werden, vielleicht gibt es sogar ein Lächeln. Negatives hat hier nichts verloren.

Lob über die Zusammenarbeit oder über erreichte Ziele wären an dieser Stelle hilfreich. Auch im privaten Gespräch findet sich bestimmt etwas Positives, das man jetzt erwähnen kann.

Keine Wut, keine Beleidigungen, keine Vorwürfe. Wertschätzung und der Wunsch, den anderen nicht verbal auseinanderzunehmen, stehen im Vordergrund.

Manchmal ist es nicht so leicht, einen positiven Einstieg zu finden. Dann hilft es möglicherweise, zumindest das Bemühen des Anderen positiv herauszuarbeiten.

Feedback: Die Wahrnehmung

Typische Formulierung: „Ich habe bemerkt …“ oder „Mir ist aufgefallen, dass … “
Wichtig ist an dieser Stelle, nicht mit dem Finger auf den Gesprächspartner zu zeigen, sondern aus seiner eigenen Sicht sachlich zu beschreiben, was man genau wahrgenommen hat. Und das darf ruhig wörtlich genommen werden: es geht um sehen, hören usw.

Eine rein subjektive Wahrnehmung lässt sich nicht wegdiskutieren. Die Wahrnehmung ist so wie sie ist. Sie muss natürlich nicht mit der des Anderen übereinstimmen. Aber es geht hier nicht darum, wer Recht hat und wer nicht, sondern die Wahrnehmung des Feedback-Gebers kennenzulernen (siehe Johari-Fenster weiter oben). Rechtfertigungen oder Erklärungsversuche sind deswegen zu vermeiden. Einzig Rückfragen zum Verständnis sind erlaubt.

Bei der Formulierung der Wahrnehmung solltest du keine allgemeinen Aussagen wie „Du kommst immer zu spät!“ verwenden, sondern sehr konkret werden, wie zum Beispiel „Die letzten drei Mal hast du dich immer um mindestens eine Viertelstunde verspätet!“.

Feedback: Die Wirkung

Typische Formulierung: „Das wirkte auf mich … “ oder „Ich habe dann das Gefühl, dass … “.
Jede (subjektive) Wahrnehmung hat eine Wirkung zur Folge. Deswegen folgen als nächstes Aussagen darüber, welche Wirkung das Wahrgenommene hat. Auch die Wirkung ist rein subjektiv und kann daher nicht diskutiert werden. Für den Feedback-Nehmer ist die Wirkung in aller Regel nachvollziehbar.

Feedback: Der Wunsch

Typische Formulierung: „Ich würde mir wünschen … “
Nachdem die Wahrnehmung und die daraus resultierende Wirkung ausgedrückt und verstanden worden sind, formuliert man eine mögliche Verhaltensänderung als Wunsch.

Erwartung und positiver Ausblick

Der etwas ernstere Teil des Feedbacks ist nun abgeschlossen. Beide Gesprächspartner können sich wieder entspannen und sich noch ein bisschen miteinander unterhalten. Der Gesprächsabschluss sollte wieder mit positiven Formulierungen gestaltet werden. Dazu könnten zum Beispiel auch Formulierungen gehören wie „Ich weiß, dass ich hohe Erwartungen an dich habe, aber ich bin sicher, dass du das schaffst.“.

Entwertung von Lob im Feedback-Gespräch

Gerade haben wir darüber gesprochen, negative Kritik in positive Formulierungen zu verpacken. Leider hat das eine Nebenwirkung. Ernst gemeintes Lob wird durch die dann geäußerte Kritik entwertet. Der Feedback-Nehmer wird leicht erkennen, dass die wertschätzenden Aussagen nur dem Zweck dienen, die Kritik leichter verdaulich zu machen.

Echtes Lob sollte immer zeitnah zum Anlass (Leistung, Verhalten usw.) gegeben werden. Auch dabei handelt es sich natürlich um Feedback, nur eben um positives. Dabei sollte eine Entwertung durch Vermischung mit negativem Feedback unbedingt vermieden werden.

Vom Feedback-Gespräch zum konstruktiven Dialog

Beim hier besprochenem Feedback-Gespräch handelt es sich um eine relativ einseitige Geschichte. Das ist auch so gewollt, da es ja im Besonderen um Erkenntnissgewinn zur eigenen Wahrnehmung bzw. der von anderen gehen soll.

Durch Einbindung des Gesprächspartners mit Hilfe von Fragen kann das Feedback-Gespräch in einen konstruktiven Dialog überführt werden. Dazu muss auf beiden Seiten die Bereitschaft dafür vorhanden sein.

Die folgenden Fragen können den Gesprächspartner aktivieren:

  • Was denkst du darüber?
  • Was davon trifft deiner Meinung nach zu?
  • Wie hätte es besser laufen können?
  • Was könntest du das nächste Mal anders machen?

Kritik am Feedback Pow3er-Burger

Ich möchte nicht verschweigen, dass es durchaus auch Menschen gibt, die den Pow3er-Burger als Modell für ein Feedback-Gespräch ablehnen.

Die Gründe dafür sind:

  1. Mitarbeiter (in einer Firma) wünschen direktes Feedback und kein weichgeklopftes Herumgeeiere.
  2. Die Kritik wird durch Lob verwässert und nicht mehr ernst genommen.
  3. Lob wird durch die darauf folgende Kritik entwertet.

Es kommt, wie immer, darauf an, mit wem man das Gespräch führt und was das Ziel davon ist. Obwohl das Pow3er-Burger Modell sich bewährt hat, mag es vorkommen, dass eine direktere Form des Feedbacks auf der einen Seite oder eine dialogorientierte Form auf der anderen Seite besser zum Ziel führt. Die Entscheidung musst du fallweise treffen.

Feedback geben in der Zusammenfassung

Jemanden etwas Unangenehmes mitzuteilen, ohne dass dieser sich deswegen gedemütigt fühlt und in die Rechtfertigung geht, ist schwer. Deswegen ist es auch in schwierigen Fällen sinnvoll, die eigentliche Kritik in positive Watte (oder Weichbrötchenhälften) einzupacken.

Der Feedback-Nehmer sollte das Feedback als Möglichkeit sehen, sein Verhalten aus der Sicht eines Anderen zu betrachten und gegebenenfalls zu ändern.

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Technische Informatik im 1. Semester – Stundenplan https://blog.sevke.net/2018/07/06/technische-informatik-im-1-semester-stundenplan/ https://blog.sevke.net/2018/07/06/technische-informatik-im-1-semester-stundenplan/#respond Fri, 06 Jul 2018 14:18:30 +0000 https://blog.sevke.net/?p=18670 Ich bin beim Herumkramen mal wieder auf ein paar alte Unterlagen gestoßen. Ihr kennt das bestimmt … 1982 hatte ich an der Fachhochschule Wedel Technische Informatik studiert. Es wurde auch ein zweiter Studiengang „Wirtschaftsinformatik“ angeboten, aber keine „Allgemeine Informatik“. Das hätte ich an der Uni in Hamburg studieren können. Vielleicht interessiert es ja jemanden, welche

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Ich bin beim Herumkramen mal wieder auf ein paar alte Unterlagen gestoßen. Ihr kennt das bestimmt …

1982 hatte ich an der Fachhochschule Wedel Technische Informatik studiert.

Es wurde auch ein zweiter Studiengang „Wirtschaftsinformatik“ angeboten, aber keine „Allgemeine Informatik“. Das hätte ich an der Uni in Hamburg studieren können.

Vielleicht interessiert es ja jemanden, welche Fächer damals für „Technische Informatik“ notwendig waren. Hier mein alter Stundenplan:

Sundenplan für das Fach Technische Informatik an der Fachhochschule Wedel im Jahr 1983

Das sieht auf den ersten Blick recht übersichtlich aus. Ein paar Hinweise:

  • 1 Unterrichtsstunde = 1h 15min
  • morgens geht es um 7:45 Uhr los
  • Samstag ist nicht frei
  • abends kann es bis 18:00 Uhr dauern

Was bedeuten nun die einzelnen Einträge?

In der ersten Zeile steht das Fach, in der zweiten der Name des Professors und in der dritten der Hörsaal.

Die Fächer:

  • EDV 1 = Elektronische Datenverarbeitung 1
  • Grd. Progr. = Grundlagen der Programmierung
  • Fortr. 1 = Fortran 1 (Programmiersprache)
  • BS2000 = Großrechner Betriebssystem
  • Ü. BS2000 = Übungen mit dem Betriebssystem BS2000
  • Mathe = Elementare Mathematik
  • D1 = Differentialrechnung 1
  • Ü. D1 = Übungen zur Differentialrechnung
  • E-Lehre = Elektrizitätslehre
  • Ü. E-Lehre = Praktische Übungen zur Elektrizitätslehre
  • Mechanik = Mechanik
  • Ü. Mech. = Praktische Übungen zur Mechanik

Die „Elementare Mathematik“ hatte die Aufgabe, für die verschiedenen Studierenden ein gleiches Basis-Level an Mathematik-Kenntnisse aufzubauen. Dabei wurden im Schnelldurchgang alle Themen vom Gymnasium wiederholt.

Es fällt euch wahrscheinlich sofort auf, dass das Studium grundsätzlich drei Wissensbereiche umfasst:

  • Mathematik
  • Physik
  • Informatik (ach, tatsächlich?)

Damit wird auch schon das hauptsächliche Problem dieses Studiengangs beschrieben: viele Studierende haben zwar Bock auf Informatik, aber nicht auf Mathe und Physik.
Blechkästchen
Ich habe auch noch in Erinnerung, dass wir an einem Nachmittag in der Werkstatt den Umgang mit Werkzeugen wie Säge, Zange usw. lernten. Hat zwar keiner verstanden, warum wir kleine Blechkästchen oder Anreißnadeln herstellen sollten (da war noch mehr, aber ich hab’s vergessen) … naja, wie der Prof damals sagte: „Seid doch froh! Das wird wahrscheinlich das einzige Mal in eurem Leben sein, dass ihr mit euren eigenen Händen arbeitet!“ (Den ganz genauen Wortlaut weiß ich nicht, aber die Botschaft habe ich mir bis heute gemerkt.)

Das gesamte Kursangebot seht ihr hier (aber die Vorlage ist wirklich extrem ausgeblichen und kaum noch zu entziffern):

Kursübersicht der FH Wedel für das Fach Technische Informatik im Jahr 1983 Wenn ihr das Vorschaubild hier links anklickt, erhaltet ihr eine größere Darstellung.

Studiert jemand von euch gerade „Technische Informatik“? Mich würde interessieren, welche Fächer man heutzutage im 1. Semester belegt.

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Wie schreibt man das Wort „E-Mail“? https://blog.sevke.net/2018/06/28/wie-schreibt-man-das-wort-e-mail/ https://blog.sevke.net/2018/06/28/wie-schreibt-man-das-wort-e-mail/#respond Thu, 28 Jun 2018 09:05:23 +0000 https://blog.sevke.net/?p=18639 Seit fast 50 Jahren (1971) gibt es die elektronischen Briefe. Inzwischen verlieren sie bereits wieder an Bedeutung und werden durch andere Systeme wie Messenger (bekanntes Beispiel: WhatsApp) ersetzt. Nunja … im beruflichen Umfeld und für Werbetreibende („Spammer“) ist der „elektronische Brief“ weiterhin gebräuchlich. Erstaunlich ist, dass viele Briefeversender immer noch nicht wissen, wie genau denn

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Erhobener Zeigefinger

Seit fast 50 Jahren (1971) gibt es die elektronischen Briefe. Inzwischen verlieren sie bereits wieder an Bedeutung und werden durch andere Systeme wie Messenger (bekanntes Beispiel: WhatsApp) ersetzt. Nunja … im beruflichen Umfeld und für Werbetreibende („Spammer“) ist der „elektronische Brief“ weiterhin gebräuchlich.

Erstaunlich ist, dass viele Briefeversender immer noch nicht wissen, wie genau denn nun „E-Mail“ geschrieben wird.

Da wären dann ein paar Möglichkeiten:

  • email
  • e-mail
  • Email
  • EMail
  • eMail
  • e-Mail
  • E-Mail
  • E-mail
  • Mail

Solange man sich gegenseitig versteht, spielt es keine große Rolle. Aber trotzdem … vor Kurzem habe ich folgende Abwesenheitsmeldung erhalten:

For English see below

Vielen Dank für Ihre Nachricht!
Ich bin bis einschließlich Fr. 6.7 nicht im Büro und kann Emails nicht beantworten. In dringenden Fällen rufen Sie bitte unter +49 (0) 89/xx xx xx xx an.

Thank you for your message!
I am not in the office until Fr. 6. July and can not answer emails. In urgent cases please call +49 (0) 89/xx xx xx xx.

Vielen Dank! Thank you!

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht philosophieren, ob eine mehrsprachige Abwesenheitsnotiz bei ausschließlich deutschsprachigen Kunden überhaupt Sinn macht. Es macht aber auf mich persönlich keinen guten Eindruck, wenn der Geschäftsführer einer Internet-Agentur sich nicht um die korrekte Rechtschreibung seiner E-Mails bemüht.

Ja, genau, es heißt auf Deutsch ausschließlich „E-Mail“.
Kann man sich doch mal merken!

Ganz besonders unglücklich ist die oben verwendete Form „Email“, denn dieses Wort existiert tatsächlich:

Das Email oder die Emaille bezeichnet eine Masse anorganischer Zusammensetzung, meist aus Silikaten und Oxiden bestehend, die durch Schmelzen oder Fritten, was einen kurz vor der Vollendung abgebrochenen Schmelzvorgang bedeutet, in meist glasig erstarrter Form hergestellt wird.

Auf Englisch wird das weniger streng gehandhabt. Da darf man „email“ oder „e-mail“ schreiben.

Weitere Quellen im Internet:

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Testfahrt mit der Kawasaki Ninja H2 SX SE https://blog.sevke.net/2018/06/19/kawasaki-h2-sx-se/ https://blog.sevke.net/2018/06/19/kawasaki-h2-sx-se/#comments Tue, 19 Jun 2018 19:41:33 +0000 https://blog.sevke.net/?p=18573 Vorbemerkungen Im Februar 2018 wurde in Portugal (in Cascais und auf der Rennstrecke von Estoril) der neue Sporttourer Kawasaki H2 SX SE vorgestellt. Seit dem überschlagen sich die Medien mit Lobpreisungen auf dieses 200 PS Motorrad. Ich selber bin seit über 30 Jahren Yamaha XJ 900 F Fahrer. Dazu gibt es auch schon einen Artikel

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Vorbemerkungen

Im Februar 2018 wurde in Portugal (in Cascais und auf der Rennstrecke von Estoril) der neue Sporttourer Kawasaki H2 SX SE vorgestellt. Seit dem überschlagen sich die Medien mit Lobpreisungen auf dieses 200 PS Motorrad.

Ich selber bin seit über 30 Jahren Yamaha XJ 900 F Fahrer.

Meine Yamaha XJ 900 F - Mausklick für größere Darstellung

Meine Yamaha XJ 900 F – Mausklick für größere Darstellung

Dazu gibt es auch schon einen Artikel hier im Blog: Yamaha XJ 900 F

Die XJ hat zwar auch schon 98 PS und fährt ca. 220 km/h, ist aber natürlich 30 Jahre alt. Außerdem hat sie noch 18-Zoll Räder, die Kawa hat 17 Zoll. Weiterer wichtiger Unterschied ist, dass die Kawa das Hinterrad mit einer Zahnkette antreibt, während die Yamaha über einen Kardanantrieb verfügt (heutzutage eher unüblich bei Motorrädern, aber wartungsarm).

Obwohl die XJ ebenfalls als Sporttourer bzw. Tourensportler eingeordnet wird, liegen zwischen ihr und der Kawa 30 Jahre Entwicklung.

Auf jeden Fall haben mich die Videos und Berichte angemacht und ich wollte das Bike gerne selber mal ausprobieren. Das war heute der Fall.

Die Kawasaki Ninja H2 SX SE

Seitenansicht der Kawasaki Ninja H2 SX SE

Allzuviel zur Technik werde ich hier nicht schreiben. Dafür gibt es genug andere Quellen im Internet. Hier geht es vor allem um meine persönlichen Eindrücke.

Zur Einstimmung ein ausführliches YouTube-Video:

Es gibt die H2 SX in zwei Varianten, einmal in der Standard Ausführung und einmal als Special Edition SE. Die Standard Version gibt es nur in Grau. Da macht das tolle glitzernde Grün („Emerald Blazed Green“) der SE erheblich mehr her. Als weitere zusätzliche Ausstattung hat die SE einen Hauptständer, den Quickshifter/Blipper, einen etwas höheren Windschild, Heizgriffe, eine Launch-Control, dreistufiges LED Kurvenlicht, Stahlflex Bremsleitungen, schönere Felgen und ein Farb-TFT-Display. Ich denke deshalb, dass sich kaum ein Käufer nur mit der Standard Ausführung zufrieden geben wird.

Anzeigeinstrumente der Kawasaki Ninja H2 SX SE

Trotz des großen TFT-Displays ist die Kopplung eines Smartphones nicht vorgesehen. Somit kann das Handy nicht für die Navigation genutzt werden, es sei denn über einen Extra-Adapter. Gut … du kannst dein Handy auch in die Jackentasche stecken und dir die Navigation per Bluetooth In-Ear-Ohrhörer ins Ohr flüstern lassen, aber wo doch da vorne schon so ein schönes farbiges TFT-Display eingebaut ist, hätte man es auch für Android Car vorbereiten können.

Die H2 SX hat 200 PS und ist bei einer Maximalgeschwindigkeit von 299 km/h elektronisch abgeregelt. Sie kann mit zwei Koffern in passender Lackierung mit je 28 Litern (da passt jeweils ein Helm hinein) ausgestattet werden, die für die hohe Geschwindigkeit ausgelegt sind.

Natürlich sind allerlei weitere nette Gimmicks dabei: Kurven-ABS und Traktionskontrolle, Tempomat, rundherum LED Lichter, Power-Management zur Leistungsreduzierung auf 75% oder gar 50%.

Anmietung der Kawasaki Ninja H2 SX SE

Vor dem Kauf eines neuen Fahrzeugs, sei es ein Auto oder ein Motorrad, ist es auf jeden Fall sinnvoll, auf einer Probefahrt zu überprüfen, ob einem das Fahrzeug zusagt. Es stellt sich allerdings die Frage, ob eine meist sehr kurze Probefahrt dafür ausreicht. Ein Motorrad wie die neue Kawasaki Ninja H2 SX SE sollte auch mal auf der Autobahn getestet werden. Alleine der Weg zur nächsten Autobahn und zurück kann die zugebillgte Probefahrtzeit bereits überschreiten.

Als erweiterte Alternative lassen sich Motorräder auch mieten. Ein Tag sollte ausreichend Gelegenheit bieten, das Motorrad zu testen. Natürlich sind auch längere Mietzeiträume möglich, falls man mit dem Motorrad zum Beispiel eine Wochenendtour durchführen möchte.

Ich habe einfach auf der Website von Kawasaki um eine Probefahrt gebeten und bin 4 Tage später von hadoMoto in Egmating angerufen worden, um konkret einen Termin auszumachen.

Vorher wollte ich aber persönlich bei dem Händler vorbeischauen, einfach um zu sehen, mit wem ich es zu tun hatte. Deswegen fuhr ich am darauf folgenden Samstag Vormittag nach Egmating und fand dort einen leicht zu erreichenden Händler mit Werkstatt vor, in dem auf zwei Stockwerken viele aktuelle Kawasaki Modelle und einige Gebrauchte ausgestellt waren. Ich wurde mit einer Tasse Kaffee empfangen, was mir gerade recht war.

Ich ließ mir viel Zeit für Benzingespräche mit Tom, der den Laden führte. Zwischendurch musste er sich zwar immer wieder um andere Kunden kümmern, aber ich blieb einfach da. Schließlich war ich ein potenzieller Kunde für eins der teuersten Kawasaki Modelle. Eine neue H2 SX SE stand im Ausstellungsraum, eine weitere stand im Hof für Probefahrten und Vermietungen bereit. Dort durfte ich auch mal probesitzen und war doch überrascht, dass das deutlich höhere Gewicht der Maschine gegenüber meiner XJ zwar spürbar, aber nicht abschreckend war. Respekt hatte ich immer noch, aber keine Angst mehr, mit der Maschine nicht fertig zu werden.

Gegen Mittag vereinbarte ich dann, die H2 SX am nächsten Dienstag für einen Tag zu mieten.

Die Kosten dafür sahen folgendermaßen aus:

Mietpreis für eine Kawasaki Ninja H2 SX SE

159 Euro für einen Tag fand ich recht hoch, bekommt man doch für weniger Geld viel teurere Autos gemietet. Aber es war ja meine Entscheidung. Ich konnte es auch lassen, niemand zwang mich.

Zusatzkosten bei der Anmietung einer Kawasaki Ninja H2 SX SE

Auf diese Kosten schlug hadoMoto weitere 10 Euro für die Reinigung des Motorrads nach der Rückgabe sowie (optional) 12 Euro für eine Vollkasko Versichung mit 2.000 Euro Selbstbeteiligung drauf.

Insgesamt also 181 Euro. Viel Geld für eine Probefahrt, finde ich. Dennoch … ein Motorrad dieser Preisklasse zu kaufen, ohne es selbst gefahren zu haben, ist Quatsch.

Meine persönlichen Fahreindrücke

Kawasaki Ninja H2SX SE auf der EICMA

Da stand sie nun, die Kawa mit ihrer schillernden grünen Lackierung. Sehr attraktiv anzuschauen. Vorne eine futuristisch wirkende Verkleidung. Hinten ein fetter 200er Hinterreifen.

Zunächst war ich etwas skeptisch, ob eine Maschine mit 200 PS und einem Kampfgewicht von ca. 260 kg für mich überhaupt beherrschbar sei. Zumal ich auf der XJ eher aufrecht sitze, wenn auch nicht so aufrecht wie auf einer BMW R 1200 GS. Obwohl es sich bei der H2 SX nicht um einen Supersportler handelt, war schon beim Anblick der Machine klar, dass die Sitzposition etwas liegender wäre.

Sitz und Tank einer Kawasaki Ninja H2 SX SE

Nach dem Aufsitzen zeigte sich, dass sich da ordentlich Gewicht zwischen den Schenkeln befand, es wirkte aber ausgewogen, keineswegs unhandlich. Die Sitzposition selber empfand ich als hervorragend. Gut, die Arme musste ich schon etwas strecken. Der Kniewinkel war nicht schlimmer als auf der XJ, sogar eher, rein subjektiv, ohne es nachgemessen zu haben, einen kleinen Tick angenehmer. Gerade der Kniewinkel bereitet bei langen Kerlen (ich bin 1,85 m groß) auf die Dauer Probleme … sprich Schmerzen.

Ganz anders als auf der XJ war aber, dass die Knie durch den Tank sehr weit auseinandergespreizt wurden. Der XJ-Tank ist zwar groß, aber relativ schmal. Später zeigte sich, dass mir der breite Tank besser gefiel als der schmale von der XJ. Er bot nämlich beim Bremsen oder wenn ich mal die Arme etwas entspannen wollte, eine gute Abstützung für die Beine. Auf der XJ habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich meine Knie oft vom Tank lösen und dann anfälliger für Wind werden (führt zu Unruhen im Fahrwerk).

Der Sitz war nicht sehr stark gepolstert, fühlte sich aber nicht unbequem an.

Durch die leicht gestreckte Haltung wirkt das Motorrad aus Fahrersicht übrigens viel kürzer als es für einen Außenstehenden von der Seite aus aussieht. Als Fahrer sieht man vor sich nur noch das Cockpit mit einer halbrund gebogenen Scheibe und das war’s.

Das sieht dann ungefähr so aus:

Cockpit der Kawasaki Ninja H2 SX SE

Oben im verlinkten YouTube-Video könnt ihr das Fahren auf der Ninja ebenfalls aus der Ego-Perspektive sehen, sogar in bewegten Bildern.

Beim Fahren muss man mit Vibrationen im Lenker leben, kaum spürbar, aber vorhanden. Das ist auf der XJ (und bei vielen anderen Motorrädern) allerdings auch nicht anders. Sehe ich nicht als Mangel. Interesasant fand ich allerdings, dass alle paar Kilometer mein rechter Zeigefinger von den Vibrationen einschlief. Nur der rechte, nicht der linke. Dann musste ich die Hand etwas ausschütteln und es ging wieder. Ob ich da irgendeiner Durchblutungsstörung auf der Fährte war? Auf der XJ kannte ich dieses Phänomen allerdings nicht.

Die Spiegel werden von den Vibrationen verschont. Das ist bei meiner XJ ganz anders. Da sieht man bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr viel im Spiegel. Die Spiegel der Ninja empfinde ich als etwas zu klein. Ich wünschte sie mir in der Höhe und nach rechts in der Breite um jeweils etwa 1 cm größer.

Wenn man den Motor startet, läuft er sofort grummelig vor sich hin. Im Leerlauf röhrt der Motor etwas. Das Röhren verschwindet sofort, wenn man losfährt. Was der technische Grund für das Röhren ist, weiß ich nicht. Freunde meinten, der Motor ist ja lauter im Stand als der Auspuff, da hört man ja gar nichts. Mit anderen Worten: das Röhren ist nicht besonders sozialverträglich. Man könnte darauf gerne verzichten.

Die Gänge lassen sich mit einem deutlichen Knacken einlegen. Den Leerlauf musste ich einige Male etwas suchen.

Zum Thema Quickshifter/Blipper. Das sind Systeme, die das Herauf- bzw. Herunterschalten ohne Kupplung möglich machen. Sinn ist dabei nicht ein höherer Komfort, sondern ein kleiner Zeitgewinn, wenn man maximal beschleunigen möchte. Von daher machen diese Systeme vor allem bei hohen Drehzahlen Sinn.

Ich hatte bei moderatem Tempo so meine Probleme damit. Erstens empfand ich das Schalten per Quickshifter überhaupt nicht als sanft. Davon abgesehen kam ich dem Quickshifter manchmal mit meinem Versuch, in die Quere, selber per Kupplungshebel schalten zu wollen. Während ich, wie gewohnt, mit dem linken Fuß schon mal leicht den Schalthebel unter Spannung setzte, schaltete der Quickshifter bereits hoch. Gas wegnehmen, Kupplung ziehen fand dann trotzdem noch statt. Es gab einen Ruck und wäre ohne Quickshifter besser gelaufen. Gewöhnungssache, denke ich. Wenn man will, kann man den Quickshifter aber auch ausschalten und wieder ganz auf altmodische Weise schalten.

Die Ninja H2 SX SE in Ortschaften

Die Ninja wiegt 260 kg. Auf den Handgelenken ruht durch die leicht vorgestreckte Haltung Körpergewicht. Dies beides führt dazu, dass langsames Stadtfahren sicherlich mit anderen Motorrädern mehr Spaß macht. Für den Stadtverkehr würde ich mir definitiv keine H2 SX kaufen.

Trotzdem bleibt es nicht aus, dass man auch mal durch einen Ort oder gar durch eine Stadt fährt.

Ganz grundsätzlich macht sich das hohe Gewicht eines Big Bikes beim langsamen Abbiegen schon deutlich bemerkbar. Damit muss man bei solchen Motorrädern einfach leben.

Die Machine bleibt stets gut beherrschbar und stabil. Vorsicht ist geboten, wenn man kurz beschleunigen möchte, zum Beispiel beim Abbiegen. Da man sich dann meistens in einem niedrigen Gang befindet, muss man sehr vorsichtig mit dem Gasgriff umgehen, um die Maschine nicht gleich in das vor einem fahrende Fahrzeug zu katapultieren. Einfach Gas aufreißen ist nicht!

Beim Anfahren hatte ich etwas Probleme mit der Kupplung der Testmaschine, weil mir die Kupplung zu spät kam. Das ist aber Gewöhnungssache und lässt sich vermutlich auch noch anders einstellen.

Eine andere Eigenschaft der Testmaschine machte weniger Spaß. Wenn ich so um die 40 bis 50 km/h gefahren bin, und die Maschine nur so mit Unterstützungsgas rollen ließ, fing sie an zu ruckeln und zu hoppeln, als ob sie Zündaussetzer hatte. Ob dies bei allen Ninjas so ist oder nur bei dieser Testmaschine, kann ich natürlich nicht beurteilen. Das Ruckeln verschwand auch sofort wieder, wenn ich sie etwas mehr ans Gas nahm. Trotzdem brachte das Ruckeln Unruhen ins Fahrwerk, die etwas unangenehm waren. Ich habe alle Gänge von 6 bis runter auf 2 ausprobiert, am Ruckeln änderte sich nichts.

Alles in allem kann man mit der Ninja gut beherrschbar durch Städte fahren, Spaß macht es aber keinen. Das ändert sich sofort, wenn man raus ist aus dem Ort.

Kawasaki Ninja H2 SX SE von vorne

Die Ninja H2 SX auf der Landstraße

Auf der Landstraße ist man mit der H2 SX immer überlegen unterwegs, fast schon gelangweilt, solange Autos vor einem sind. Wenn’s einen nervt, reicht ein kurzes Beschleunigen aus einem beliebigen, gerade eingelegten, Gang zum Überholen. Nur muss man dann sofort wieder das Gas zumachen, weil man dann fast immer bereits deutlich schneller als erlaubt fährt. Das Problem kennt man aber auch schon von leistungsschwächeren Motorrädern.

Die Sitzposition ist sehr gut. Der Windschutz ist ausreichend, schützt allerdings nicht den Kopf. Und auch die Oberarme liegen voll im Wind. Das macht aber auf der Landstraße nichts aus, auch dann nicht, wenn man doch mal kurz schneller als 100 km/h fährt. Das Motorrad liegt stabil auf der Straße und Leistung ist jederzeit auf Kommando in beliebiger Dosis abrufbar.

Teststrecke Harthofen - Buch am Buchrain - Isen - Burgrain - Hohenlinden

Von Hohenlinden aus gibt es über Burgrain, Isen, Buch am Buchrain und Harthofen eine nette kleine Strecke mit schlechtem Belag, Kurven und engen Hauskantenherumzirkeleien, auf denen man gut das Handling eines Motorrads oder seine eigenen Fähigkeiten testen kann.

Ich gebe es zu … meine eigene Kurven-Performance wollte ich auf einem Mietmotorrad nicht unbedingt austesten. Bin da eh nicht so der super Schräglagenkünstler.

Es ist aber bemerkenswert, wie souverän man diese Strecke fahren kann. Auf mich wirkte das Motorrad übermotorisiert (natürlich nur im positiven Sinn).

Als ich einmal von der Autobahn abgefahren und dann von der Abfahrt auf die Landstraße eingebogen bin, wollte ich mal ein paar Gänge hochbeschleunigen. Was für eine Schnapsidee! Ich meine …. schon der erste Gang geht weit über 100 km/h hoch, man braucht also für die Landstraße eigentlich nur den ersten Gang. Das war aber nicht das Problem. Beschleunigt die Ninja bereits bei niedrigen Umdrehungszahlen sehr nachdrücklich, so geht sie ab ca. 6.000 Umdrehungen/Minute ab wie eine Kanonenkugel. Sie reißt dir dermaßen an den Armen, dass du mit Festhalten beschäftigt bist, nicht mehr auf den Drehzahlmesser oder auf den Tacho schauen kannst, auch die Umgebung vor dir auf der Straße fast nicht mehr wahrnimmst … dein Gehirn kann die Informationen nicht mehr verarbeiten. Vielleicht nimmst du noch den Schaltblitz im Drehzahlmesser wahr, der dich (wohl standardmäßig ab 8.500 Umdrehungen) gelb anblinkt, also weit vor dem roten Bereich von 12.000 Umdrehungen … auf jeden Fall bist du damit beschäftigt, per Quickshifter (also ohne Kupplung), den zweiten und dann auch schon den dritten Gang reinzuziehen … um dann sofort wieder vom Gas zu gehen, weil die Kiste einfach bereits viel zu schnell geworden ist. Frag mich nicht, wie schnell ich da war … ich habe es mir nicht gemerkt und war noch wie besoffen von der Beschleunigungsorgie.

Hey, und das war nur ein bißchen höchstens mittelmäßiges Beschleunigen auf der Landstraße … nix Launch Control oder so. Und noch nicht mal bis zur maximalen Drehzahl.

Einfach ausgedrückt: ab ca. 6.000, 7.000 Umdrehungen pro Minute wird die Ninja zur Höllenbestie.

Aber geil ist es schon!

Mag sein, dass andere Motorräder sich genauso verhalten. Ich habe ja keine Erfahrungen mit solchen Maschinen. Mag sein, dass man sich mit der Zeit an die Beschleunigung gewöhnt. Ich kann mich noch erinnern, dass ich die Beschleunigung meiner XJ am Anfang (also vor mehr als 30 Jahren) auch als extrem empfand, ich sie heute aber jederzeit durchbeschleunigen kann, aber sie hat auch nur 98 PS und keinen Kompressor.

Wohin nur mit der ganzen Power?

(c) Kawasaki

Die Ninja H2 SX auf der Autobahn

Vielleicht kann man die Power ja endlich auf der Autobahn richtig ausnutzen.

Das habe ich ebenfalls ausprobiert, selbstverständlich ohne mein persönliches Limit zu überschreiten.

Auch auf der Autobahn gilt: du hast einfach immer genug Leistung abrufbar, egal, ob du 100 km/h fährst, 150 km/h, 200 km/h oder noch mehr. Es spielt keine Rolle. Wie schnell die Ninja H2 SX tatsächlich ist, weiß wohl nur Kawasaki. Ich selber habe es auf 260 km/h gebracht, dann verließ mich das Vertrauen in die Aufmerksamkeit und das Fahrvermögen der anderen Verkehrsteilnehmer, die es leider noch zu viele auf der A94 gab. Egal … 260 km/h auf einem Motorrad sind auch schon ganz schön anstrengend. Nein, die Maschine hatte keine Probleme damit, aber ich. Ich bin nicht so der Ducker, sitze also auch bei höherem Tempo noch aufrecht im Wind. Die kleine Verkleidungsscheibe kann aber den Windruck nicht von meinem Kopf und von den Oberarmen abhalten, so dass ich meine Muskeln schon ganz schön anstrengen musste, um gegenzuhalten. Das macht auf Dauer keinen Spaß. Also entweder klein machen auf dem Moped oder langsamer fahren.

Was diese Verkleidungsscheiben betrifft, haben die Ingenieure schon ein Problem. Ich hatte auf der XJ mal eine so genannte Tourenscheibe, also eine besonders hohe Verkleidungsscheibe. Passte zwar optisch nicht so gut zur Maschine, aber ich erhoffte mir einen besseren Windschutz. Nur leider war das Gegenteil der Fall. Die Scheibe schützte zwar den Oberkörper, blies mir aber den umgelenkten Wind direkt auf oder ins Visier. Das war wesentlich unangenehmer als den Wind auf den Oberkörper zu bekommen. Ich habe dann sofort wieder die Original-Scheibe montiert.

Es geht also nur mit wesentlich größeren Scheiben. Aber das sieht auf einer Ninja, ehrlich gesagt, scheiße aus.

Das kannst du auf einer Gold Wing machen oder meinetwegen auf einer Reise-Enduro, aber nicht auf einem Sporttourer.

Du musst also die Verkleidung so konstruieren, dass sie den Gegenwind möglichst perfekt um dich herum leitet, zusätzlich eine Scheibe, die zumindest den Oberkörper schützt. Von daher ist die Scheibe an der Ninja eigentlich schon ganz in Ordnung.

Höhenverstellbar ist sie übrigens nicht. Kawasaki begründet das damit, dass die Stabilität bei Geschwindigkeiten von 300 km/h im Vordergrund stand. Wie gesagt, auf einem Sporttourer oder einem Supersportler erwarte ich keine höhenverstellbare Scheibe.

Ich möchte noch einmal betonen: die Ninja fuhr auch bei 260 km/h stabil und souverän, ja überlegen.

In Deutschland werden alle straßenzugelassenen Motorräder bei 299 km/h elektronisch abgeregelt. Diese Geschwindigkeit erreicht die H2 SX leicht. Ich selber habe es nicht ausprobiert.

Die Geschwindigkeit fordert allerdings ihren Preis in Form von einem sehr hohen Benzinverbrauch. Der wird dir auch im Display angezeigt, aber ehrlich, bei diesem Tempo schau ich nicht mehr entspannt auf das (hervorragend ablesbare) Farb-TFT-Display. Es sind auf jeden Fall deutlich über 10 Liter auf 100 Kilometer. Deutlich mehr!

Auf der anderen Seite habe ich bei gemäßigtem Landstraßentempo geschaut, und da wurden sogar teilweise unter 4 Liter auf 100 km angezeigt. Das bedeutet im Endeffekt nur, dass deine eigene Fahrweise bestimmt, wie schnell der 19-Liter Tank leer ist. Aber das überrascht nun nicht wirklich.

Jedenfalls: Autobahn stellt für die Kawasaki Ninja H2 SX SE kein Problem dar.

Für wen ist die Kawasaki Ninja H2 SX SE geeignet?

Kawasaki Ninja H2 SX SE von hinten

Ja, die große Frage. Mit 22.000 Euro ist sie recht teuer, aber keineswegs überteuert. Jedes Durchschnittsauto kostet mehr (bei weniger Leistung und viel weniger Spaß!)

Die Maschine fährt sich jederzeit souverän und ist allem anderen, was da so normalerweise auf der Straße herumfährt, hoffnungslos überlegen.

Noch mal zur Erinnerung: 200 PS und 299 km/h Top-Speed.

Für den Stadtverkehr wünsche ich mir vor allem weniger Gewicht.

Auf der Landstraße ist sie übermotorisiert.

299 km/h auf der Autobahn? Kann man mal machen, aber ist das wirklich der Grund, warum ich motorradfahre?

Langstrecke mit Gepäck? Für die Maschine sicher kein Problem, da ja die Zubehörkoffer mit jeweils 28 Litern bis 299 km/h zugelassen sind. Aber wenn ich mir vorstelle, dass ich 800 km am Stück (von den Tankpausen abgesehen) mit vorgebeugter Haltung auf der Maschine sitzen soll … drängen sich mir frevelhafte Gedanken auf, dass eine Reise-Enduro vielleicht bequemer wäre.

Eins ist aber klar: die Ninja H2 SX SE ist ein überragendes Motorrad!

Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob wir bei den Motorrädern nicht die Grenze des Sinnvollen bereits überschritten haben. Vielleicht wünsche ich mir einfach eine XJ 900 F in einer modernen Version, mit einem stabilen Rahmen, so um die 100 bis 120 PS, Annehmlichkeiten wie Farbdisplay, Kurven-ABS, LED-Licht rundherum, Smartphone-Kopplung via Bluetooth (sprich Android Car), guten Bremsen, Tankinhalt ab 20 Litern, passablen Windschutz usw.

Gibt es so etwas schon?

Vielleicht die Kawasaki 1000 Versys? oder eine Yamaha 900 Tracer? Was meint ihr?

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Urlaubsplanung 2018 – Portugal? https://blog.sevke.net/2017/08/20/urlaubsplanung-2018-portugal/ https://blog.sevke.net/2017/08/20/urlaubsplanung-2018-portugal/#respond Sun, 20 Aug 2017 17:03:14 +0000 http://blog.sevke.net/?p=8862 Immer mal wieder flattert ein Flyer von trendtours Touristik bei mir ins Haus. Kennt das jemand von euch? Normalerweise landet das im Abfall. Aber neugierig bin ich geworden, als mich das Folgende anzwinkerte: Hm … schon wieder Portugal? Letztes Jahr war ich mit Sunwave in Lissabon. Wie es dazu kam, steht auf Singlereisen mit Sunwave

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Immer mal wieder flattert ein Flyer von trendtours Touristik bei mir ins Haus. Kennt das jemand von euch?

Normalerweise landet das im Abfall. Aber neugierig bin ich geworden, als mich das Folgende anzwinkerte:

FLyer Titelseite zur Reise Glanzlichter Portugals

Hm … schon wieder Portugal? Letztes Jahr war ich mit Sunwave in Lissabon. Wie es dazu kam, steht auf Singlereisen mit Sunwave – Buchung. Da steht auch, wieso Gruppenreisen überhaupt eine Option für mich darstellen.

Aber mit dem Bus durch ganz Portugal in nur 10 Tagen?

Ehrlich gesagt, bin ich selber noch nicht sicher.

Aber sobald du im Flyer blätterst, bist du bei der Betrachtung der Fotos ziemlich angefixt! 🙂

Ist ja nun nicht gerade so, als wäre Portugal kein attraktives Urlaubsland.

Also vielleicht doch mal einen näheren Blick auf das Angebot werfen.

Portugal Urlaubsreise mit trendtours

Neben der Glanzlichter Portugals Tour bietet Trendtours auch noch eine zweite Tour an, nämlich die Amado Algarve Tour, die etwas anders ausgestaltet ist und auch in Richtung Norden nur bis Lissabon und Évora geht.

Bei der Glanzlichter-Tour geht es hingegen bis Braga hoch.

Beide Touren dauern 10 Tage.

Der größte Unterschied der Touren ist die Tatsache, dass an der Algarve genug Zeit für den Strand bleibt. Das ist bei der Glanzlichter-Tour nicht machbar. Dafür ist die Algarve-Tour auch 200 Euro billiger.

Nun bin ich zwar Atlantik- aber nicht unbedingt Strand-Fan. Bin gerne am Strand, mag dort aber nicht den ganzen Tag nur so herumliegen. Von daher entspräche die Glanzlichter-Tour vermutlich eher meinen Neigungen.

Als ich mit meinen Gedanken erst mal so weit gekommen war, konnte ich mich auch mit der Aussicht auf stundenlange Busfahrten quer durch Portugal versöhnen. Denn der direkte Vergleich einer Trendtours-Gruppenreise mit einer von Sunwave wäre sicher eine interessante Geschichte.

Glanzlichter Portugals

Tatsächlich ist das Programm der Tour ziemlich dicht gepackt:

  • Stadtrundfahrt Lissabon mit dem Castelo São Jorge und der Alfama
  • Belém mit dem Hieronymiten-Kloster, dem Seefahrerdenkmal und dem Torre de Belém
  • Cristo Rei Statue
  • Sintra mit dem Palácio National (aber ohne Quinta da Regaleira und Palácio da Pena)
  • Keramikmanufaktur in Azeitão
  • Besuch der Universität in Coimbra
  • Besuch des Klosters in Batalha
  • Besuch des Wallfahrtorts Fátima
  • Spaziergang im Bussaco Wald
  • Besuch einer Süßigkeiten Manufaktur in Aveiro
  • Besuch von Braga (Igreja Bom Jesus de Monte)
  • Besuch von Guimarães (erste Hauptstadt von Portugal)
  • Stadtrundfahrt durch Porto
  • Bootsfahrt auf dem Douro
  • Besuch einer Korkeichenfabrik in Évora
  • Besuch einer Ölmühle in Beja
  • Besuch einer Weinkellerei
  • geführter Spaziergang durch die Wälder am Monchique
  • Besuch der Seefahrerschule in Sagres
  • Fahrt zu Europas stärkstem Leuchtturm am Kap und dann dort auf jeden Fall eine leckere Bratwurst essen 🙂
  • Besichtigung der Burg in Silves

Auf der Trendtours-Seite stehen ziemlich viele Informationen zu den aufgeführten Programmpunkten. Es wird aber nicht immer ganz deutlich, was davon tatsächlich auch besucht wird oder an was man eventuell einfach nur vorbeifährt … vielleicht mit einem kurzen Halt für ein Foto.

Irreführend ist zum Beispiel das Foto des zugegebenermaßen sehr fotogenen Palácio da Pena in Sintra, das sowohl auf der Website als auch im Flyer auftaucht. Die Besichtigung ist aber – so weit ich es der Beschreibung entnehmen kann – definitiv nicht Bestandteil des Programms.

Wenn „Eintritt inklusive“ in Klammern hinter einem Glanzlicht steht, kann man wohl davon ausgehen, dass hier tatsächlich eine Besichtigung stattfindet. Ansonsten sollte man mit seinen Erwartungen eher vorsichtig sein.

Ich muss nun mal in mich gehen und mit mir diskutieren, ob ich diese Tour nächstes Jahr wirklich mal ausprobieren sollte. Im Augenblick bin ich noch hin- und hergerissen. Viele dieser Highlight kenne ich ja bereits und eine Busreise quer durch Portugal klingt recht langweilig. Und man hat kaum Zeit, seinen Koffer auszupacken … da geht es auch schon wieder weiter zum nächsten Hotel.

Was meint ihr?

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Weiher Feia 2017 in Erding am Kronthaler Weiher https://blog.sevke.net/2017/08/11/weiher-feia-2017-erding-kronthaler-weiher/ https://blog.sevke.net/2017/08/11/weiher-feia-2017-erding-kronthaler-weiher/#respond Fri, 11 Aug 2017 17:34:26 +0000 http://blog.sevke.net/?p=8827 Die jährliche WeiherFeia in Erding ist eines der Top-Ereignisse im Landkreis Erding. Letztes Jahr konnte die größte Strandparty Erdings leider nicht stattfinden, weil das Gelände am Kronthaler Weiher umgebaut wurde. Aber dieses Jahr am 5. August war es wieder so weit. Schon seit 2009 gibt es die WeiherFeia am Kronthaler Weiher in Erding. Bisher hatte

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Die jährliche WeiherFeia in Erding ist eines der Top-Ereignisse im Landkreis Erding.

Letztes Jahr konnte die größte Strandparty Erdings leider nicht stattfinden, weil das Gelände am Kronthaler Weiher umgebaut wurde.

Aber dieses Jahr am 5. August war es wieder so weit.

Schon seit 2009 gibt es die WeiherFeia am Kronthaler Weiher in Erding. Bisher hatte ich nur ein einziges Mal daran teilgenommen, nämlich 2011. Damals hatte ich dazu einen kurzen Artikel geschrieben.

Was ist der Kronthaler Weiher?

Blick über den Strand des Kronthaler Weihers in Erding

Der Kronthaler Weiher ist ein aus einem Baggersee hervorgegangenes Naherholungsgebiet im Norden von Erding. Im See kann man baden und eine große Liegewiese lädt zum Entspannen ein. Wer es nicht gar so entspannend mag, kann sich bei Boccia, Beachvolleyball, Beachhandball, Fußball, Minigolf oder auf dem Trampolin austoben. Auch eine kleine Calisthenics-Anlage ist am südlichen Rand vorhanden. Für die Kinder gibt es mehrere Spielplätze. Für die Väter gibt es Grillplätze.

Ganz wichtig: der Zugang zum Gelände ist kostenlos.

Es gibt zwar gute Parkplätze (sogar mit Bäumen für Schatten ausgestattet) in unmittelbarer Nähe. Diese dürften jedoch an richtig warmen Sommertagen und bei Veranstaltungen wie der WeiherFeia nicht ausreichen. Auf dem nahe gelegenen Volksfestplatz stehen viele weitere Parkplätze zur Verfügung. Allerdings muss man von dort ein paar Minuten zu Fuß durch eine Kleingartenanlage gehen. Wenn man Pech hat, bleibt man beim kleinen Biergarten Blumenhof hängen und erreicht den See gar nicht erst. 😉

Was ist die WeiherFeia?

Blick über das Ostufer des Kronthaler Weihers in Erding

Veranstalter der jährlichen WeiherFeia ist die Wasserwacht Erding, die am See selbstverständlich über eine eigene Wachststation verfügt.

An einem einzigen Tag des Jahres im August wird ein Großteil der Liegewiese zu einem riesigen Biergarten umgestaltet. (Vielleicht könnte man das auf zwei Tage ausdehnen. Was meint ihr?) Am Rand der Wiese stehen zahlreiche Buden mit diversen kulinarischen Verführungen. Natürlich gibt es auch etwas zu trinken, vor allem selbstverständlich Bier der Brauerei Erdinger Weißbräu.

Der Freizeit- und Badebetrieb wird durch den Biergarten nicht eingeschränkt. Nachmittags vermischt sich alles zu einer Art Riesen-Happening. Spielt das Wetter mit, so sieht man überall fröhliche und ausgelassene Menschen jeder Altersklasse.

Abends geht der Betrieb dann langsam in eine große Party über. Auf einer Livebühne wird zunächst Konservenmusik des Radiosenders Rock Antenne gespielt. Später heizt dann die Band Ois Easy ein und sorgt für richtig viel Stimmung.

Das Ganze endet dann irgendwann gegen Mitternacht.

Wie war die WeiherFeia 2017?

Foto mit Blick über das WeiherFeia Gelände in Erding

Natürlich geht (gefühlt) so ziemlich jeder Erdinger zur WeiherFeia! Das Wetter war bestens. Und auf diversen Plattformen (siehe auch meinen Artikel zu Erdinger Freizeitgruppen) wurden eifrig Treffen organisiert.

Screenshot der Anmeldungen bei den Münchner SinglesAuch die Superdinger wollten sich gegen 18:00 auf der WeiherFeia treffen. Allerdings waren einige der Mitglieder bereits bei den Münchner Singles für ein dort organisiertes Event angemeldet. Das spielte natürlich keine große Rolle, denn eine Abschottung einer Gruppe von irgendeiner anderen gab es nicht.

Ich habe gar nicht erst versucht, am Weiher zu parken, sondern habe direkt den Volksfestparkplatz angesteuert. Überraschenderweise standen dort noch gar nicht besonders viele Autos. Umso besser. Die paar Meter Fußweg durch die Kleingartenanlage und vorbei an dem kleinen Blumenhof-Biergarten empfand ich als angenehm.

An allen Zugängen gab es dieses Jahr Taschenkontrollen. Daran wird man sich wohl gewöhnen müssen. Ich selber hatte aber keine Tasche dabei.

Einen bestimmten Treffpunkt hatte ich mit niemanden ausgemacht.

So bin ich erst einmal alleine über das Gelände spazieren gegangen.

Das Video gibt ganz gut die Stimmung am Nachmittag wieder.

Die Wasserwacht Erding verkaufte Getränke, um die eigenen finanziellen Reserven etwas aufzustocken. Da ich bereits 2011 ein Foto von der Preistafel gemacht hatte, kann ich hier die Preise von 2011 denen von 2017 gegenüberstellen:

Preisvergleich Getränke 2011 und 2017

Sieht mir nach einer moderaten Preisentwicklung aus … immerhin liegen 6 Jahre dazwischen.

Auf der anderen Seite gab es die Imbissbuden. Leider wurden die nicht wirklich mit all den vielen hungrigen Menschen fertig. Dementsprechend gab es überall lange Warteschlangen. Wer Hunger hatte, musste geduldig sein. Ich verzichtete auf eine Mahlzeit.

Es waren sehr viele Menschen unterwegs, aber alles sah friedlich aus.

Plötzlich sprang mich eine junge Dame von hinten an, weil sie mich wiedererkannt hatte. Sie informierte mich darüber, wo sich die MüSis breit gemacht hatten. Das fand ich sehr nett, wollte aber noch ein bisschen weiter herumschlendern.

Auch die Superdinger meldeten sich per WhatsApp bei mir und schließlich auch noch Heike, die mit ihren Nachbarn unterwegs war.

Bei den MüSis kam mir dann plötzlich eine meiner Mitreisenden von meiner Sunwave-Reise nach Lissabon (2016) entgegen. Sie war extra von München nach Erding raus gefahren, um mit den MüSis zusammen zu feiern.

Vielen Leuten wird es auf der WeiherFeia so gegangen sein wie mir: man traf Bekannte und Freunde … geplant oder eben auch ungeplant.

So verging der Nachmittag mit Anstehen, Trinken, Herumschlendern, Herumstehen und Gesprächen.

Gegen Abend verlagerte sich ein Teil der Menschenmenge immer mehr zur Live-Bühne.

Auch die Kinder durften mitmachen und hatten Spaß!

Als die Sonne unterging, wurde es … ja … es wurde schlagartig richtig dunkel, denn schwarze Wolken zogen auf und ließen Böses erahnen. So gegen 21:30 Uhr fing es dann auch an zu regnen, nicht schlimm, aber doch genug, um nass zu werden. Ein Bierzelt gab es als Rückzugsmöglichkeit leider nicht. Stattdessen drängten sich viele unter den Sonnenschirmen, die vor allem beim Biergarten aufgestellt worden waren. Aber die reichten natürlich nicht aus. Den meisten machte das nichts aus, sie ergaben sich in ihr Schicksal und ignorierten den Regen einfach.

Zwischendurch gab es immer mal wieder trockene Phasen, aber danach regnete es wieder.

Inzwischen hatten auch schon viele die WeiherFeia verlassen. Auf der Bühne wurde es (zeitweise) rockiger.

Irgendwann gegen Mitternacht zogen wir Superdinger weiter zum Sommergarten Erding, der zwar offiziell nur bis 23:00 Uhr Biergartenbetrieb hatte, heute aber eine Stunde länger geöffnet war. Heute eröffnete auch die Diskothek, so dass dort sehr viele junge Leute herumstanden und Einlass begehrten. Uns zog es in den bereits verwaisten Biergarten. Jeder besorgte sich noch etwas zu trinken und wir quatschten (ratschten) noch eine Weile, bis wir so gegen 01:00 Uhr freundlich aus dem Biergarten geworfen wurden.

Draußen war jetzt Schluss. Innen in der Disco ging es weiter … aber ohne uns. 😉

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Die Superdinger – eine Freizeitgruppe im Landkreis Erding https://blog.sevke.net/2017/07/19/superding-freizeitgruppe-erding/ https://blog.sevke.net/2017/07/19/superding-freizeitgruppe-erding/#respond Wed, 19 Jul 2017 20:00:02 +0000 http://blog.sevke.net/?p=8788 Da sich meine Familiensituation bereits vor einigen Jahren unerwartet, aber drastisch verändert hat, bin ich immer mal wieder auf der Suche nach ein paar netten Leuten im Landkreis Erding, mit denen ich ab und zu mal etwas zusammen unternehmen kann. Ich komme zwar bestens alleine klar, bin aber nur bedingt gerne alleine unterwegs. Denn mir

Der Beitrag Die Superdinger – eine Freizeitgruppe im Landkreis Erding erschien zuerst auf Svens Gedankensplitter.

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Da sich meine Familiensituation bereits vor einigen Jahren unerwartet, aber drastisch verändert hat, bin ich immer mal wieder auf der Suche nach ein paar netten Leuten im Landkreis Erding, mit denen ich ab und zu mal etwas zusammen unternehmen kann. Ich komme zwar bestens alleine klar, bin aber nur bedingt gerne alleine unterwegs. Denn mir fehlt das Teilen von Eindrücken und Erfahrungen. Und außerdem höre ich gerne, wie andere dasselbe erleben und wie sie darüber denken. Deswegen war ich 2016 auch mit einer Reisegruppe im Urlaub (Portugal-Urlaub mit Sunwave). Und wahrscheinlich werde ich 2018 wieder einen Urlaub mit einer Reisegruppe machen … 2017 fällt aus.

Darum soll es hier aber gar nicht gehen.

Logo der Ü40 - Erding Gruppe in Facebook

Diverse Dating-Plattformen und Single-Plattformen bieten die Möglichkeit, andere Leute kennenzulernen, und dies nicht nur zum sofortigen Heiraten. Als erstes muss ich Facebook nennen. Jede Region hat diverse selbst organisierte Gruppen, in denen sich Leute zur gemeinsamen Freizeitgestaltung zusammenfinden.

Eine Gruppe der Münchner Singles im fröhlichen Gespräch

(c) Münchner Singles, Meran & Haslberger GbR

Für den Münchener Raum will ich an dieser Stelle sehr gerne auf die MüSis hinweisen, über die ich schon mal geschrieben habe (Münchner Singles Forum). Das Forum dort sollte man eher meiden, aber positiv ist die große Anzahl an Veranstaltungen, die (in erster Linie von den Mitgliedern selber) organisiert werden. Die Mitgliedschaft ist recht günstig. Wissen muss man, dass man bei den MüSis eher Leute des mittleren und noch höheren Alters findet. Für sehr junge Menschen ist diese Plattform ungeeignet. Dann doch lieber Tinder. 😉


Vor einigen Wochen habe ich Google mal mit den Suchbegriffen „freizeit singles ü40 erding“ gefüttert und bin dann bei diesem Suchergebnis gelandet:

Screenshot des Google Suchergebnisses

Hm … Superding, und das auch noch in gesperrter Schrift … was sollte das sein? Sup-Erding? Oder wirklich Super-Ding? Am Ende entschied ich mich dafür, dass es sich um eine Verschmelzung der Wörter „SupER“ und „ERding“ handeln musste. Die treffen sich regelmäßig beim Daimerwirt in Moosinning. Den kannte ich noch nicht, aber laut Google Maps war die Anfahrt sehr einfach.

Später erfuhr ich dann, dass „Superding“ eigentlich „S. u. P. Erding“ heißt. Und das steht für „Singles und Paare aus Erding“. Also etwas ganz anderes.

Der Name ist aber eigentlich auch völlig egal. Wichtig sind die Leute. Und die kann man nur persönlich kennenlernen, wenn man seinen Hintern zu einem der Stammtischtreffen bewegt.

Stammtischtreffen beim Daimerwirt in Moosinning

Blick auf den Daimerwirt in Moosinning von der Biergarten-Seite aus

Am 13. Juli war ich also beim Daimerwirt in Moosinning. Wenn man auf der Hauptstraße durch den Ort fährt, ist dieses Lokal recht unscheinbar. Aber einmal abbiegen und ich hatte einen großen Parkplatz auf der einen Straßenseite und einen sehr gut besuchten Biergarten auf der anderen Straßenseite vor mir. Nein, das war definitiv keine kleine Dorfkneipe!

Ich war doch etwas überrascht und verunsichert. Wie sollte ich denn hier eine Gruppe von lauter Unbekannten identifizieren?

Mir blieb nichts anderes übrig, als im Wirtshaus eine Bedienung nach der Gruppe zu fragen. Eine Gruppe, die sich regelmäßig dienstags dort traf, sollte doch bekannt sein. War sie auch … aber nicht der Gruppenname.

Gleich am Eingang an einem langen Tisch und zum Teil an einem zweiten langen Tisch saßen sie, die Superdinger. Ein erster Rundumblick ließ mich den Altersbereich auf Ü40 einschätzen. Das passte also ganz gut zu meinem eigenen Alter.

In eine neue Gruppe zu kommen, ist nicht für jeden eine einfache Sache. Zum einen hängt es natürlich von einem selbst ab, zum anderen hängt es aber auch von den Gruppenmitgliedern ab, die sich meistens schon lange kennen.

Genau darüber haben wir uns später in der Gruppe unterhalten. Da wurden auch Vergleiche zu den MüSis gezogen, mit denen einige ebenfalls Erfahrungen hatten.

Jedenfalls hatte ich nicht den Eindruck, von der Gruppe abgelehnt zu werden, sondern wurde schnell eingebunden.

Der Biergarten war an dem warmen Tag sehr gut besucht. Das Essen schien zu schmecken, so weit ich das bei einem einzigen Besuch beurteilen konnte. Die Speisekarte war auf jeden Fall ziemlich umfangreich.

Offiziell treffen sich die Superdinger immer um 18:00 Uhr. Ich kam erst später dazu (so gegen 19:00 Uhr), bedingt durch den langen Weg vom Büro nach Moosinning. Allgemeine Auflösung war kurz nach Sonnenuntergang, so gegen 22:00 Uhr. Überraschend fand ich, dass einige Leute bereits sehr früh wieder gingen. Auf der anderen Seite ist es gut, wenn sich niemand verpflichtet fühlt, bis spät in die Nacht hinein dabei bleiben zu müssen.

Der Abend war anregend und sehr unverkrampft.

Stammtischtreffen im Erdinger Biergarten

Am 18. Juli sollte das nächste Treffen im wieder eröffneten Biergarten in Erding stattfinden (früher Hunter bzw. Schiaßn). Momentan hat dieser Biergarten wohl den Namen Sommergarten erhalten. Der Standort war aus meiner Sicht schon immer sehr gut. Gut zu erreichen, gute (kostenlose) Parkmöglichkeiten, schöne Umgebung. Leider konnte sich in den letzten Jahren kein Betreiber so richtig lange halten. Es gab häufig Kritik zum Essen und sogar zum Service. Ich persönlich finde es dort immer sehr urig und gemütlich, kannte aber den Biergarten seit dem Umbau noch nicht.

Blick über den neuen Sommergarten in Erding

Die vereinbarte Uhrzeit von 18:00 Uhr konnte ich natürlich nicht einhalten, es wurde dann wieder so 19:00 Uhr. Überrascht hat mich der sehr volle Parkplatz beim Biergarten. So voll hatte ich den noch nie gesehen. Die Sinnflut (das kleine „Tollwood“ in Erding – immer zu empfehlen!) wurde gerade aufgebaut, so dass der Volksfestplatz als Parkplatz komplett ausfiel. Der volle Parkplatz ließ Böses für den Biergarten erahnen.

Und tatsächlich: es war brechend voll! Hm … kein Wunder bei dem schönen warmen Wetter. Und es sei dem Betreiber auch gegönnt.

Was das Finden von Leuten in großen Menschenmengen betrifft, bin ich ein bisschen behindert. Deswegen bin ich immer dankbar, wenn ich gefunden werde. Das klappte auch diesmal. Während mein Blick noch suchend die Menschen scannte, winkte mir Ela zu und ich fand sofort zu meiner Herde.

Gruppenbild der Superdinger im Sommergarten Erding

Klar, der Tisch war mit 9 Leuten bereits gut besetzt, aber irgendwie geht es immer. Alle rückten noch näher zusammen und ich konnte mich noch an den Rand quetschen.

Der ehemalige Teil mit der Live-Bühne ist zu einer Art Mauerruine umgebaut worden. Sieht hübsch aus und bietet mehrere (voll einsehbare) Pseudo-Séparées. In einer Ecke (in der Nähe des Bierausschanks) gibt es einen Kinderspielplatz, dessen Boden komplett mit Sand aufgeschüttet ist, so dass das Ganze wie am Strand aussieht. Verstärkt wird der Eindruck durch viele Sonnenliegen, wo es sich die Eltern gemütlich machen können.

Vor dem Hauptgebäude gibt es noch eine Strandbar mit weiß bezogenen Sitzmöbeln und (natürlich) Musikuntermalung.

Personal war insgesamt ausreichend vorhanden. Alle waren sehr jung und schienen noch etwas ineffizient zu arbeiten. Probleme gab es aber keine.

Die Bänke sind übrigens zum größten Teil mit Rückenlehnen ausgestattet. Das ist vielleicht für einen Biergarten etwas ungewöhnlich, aber deutlich bequemer. Alle Tische waren mit lebendigen Blumen geschmückt. Auch das ist wohl eher ungewöhnlich, wirkt aber sympatisch.

Was mir schon letzten Dienstag an den Superdingern gefallen hat, war, dass sich die Leute tatsächlich unterhielten und nicht nur stumm herumsaßen. Auf diese Weise erfuhren die beiden Neuen, Eva und ich, einiges über frühere Veranstaltungen und über die Leute selber. Im Gegenzug gab es natürlich auch Fragen an uns. Die Stimmung war sehr gut und es gab jede Menge Frotzeleien untereinander. Einmal habe ich etwas über die Stränge geschlagen, was mir dann hinterher auch ziemlich leid tat. Ich hatte den Eindruck, dass niemand dem anderen etwas schenkte und dass auch niemand so schnell sauer wurde.

Wir unterhielten uns unter anderem auch über die Gruppen-Disziplin. Dieses Jahr hatten wohl noch nicht so viele gemeinsame Veranstaltungen stattgefunden, weil die Organisation meistens an denselben Leuten hängen blieb, die für ihre Arbeit oft auch noch mit vielen Absagen belohnt wurden. Das ist möglicherweise ein Phänomen unserer modernen Zeit, denn ich kenne das schon von anderen Gruppen. Am Ende macht dann halt gar keiner mehr etwas. 🙁

So gegen 22:00 Uhr löste sich der Großteil der Gruppe auf und nur Gabi, Gerhard und ich gingen noch in die Beach-Lounge. Um ca. 23:00 Uhr verließen auch wir den Sommergarten. Der Biergarten war zu diesem Zeitpunkt bereits so gut wie leer.

Nächsten Dienstag findet das nächste Treffen wieder beim Daimerwirt in Moosinning statt.

Aber vorher steht noch die Sinnflut an, und zwar bereits am Freitag um 18:00 Uhr.

Wer jetzt Lust hat, die Superdinger kennenzulernen, kann einfach dazustoßen oder mich kontaktieren … ich leite das dann weiter.

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