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Meine Wunschliste für einen noch besseren Hyundai Kona

Bei all den Informationen über das Internet (Foren, Facebook, YouTube) und durch meine eigenen Erfahrungen hat sich gezeigt, dass der eine oder andere hin und wieder doch etwas beim Kona vermisst.

Ich trage hier ein paar dieser Punkte zusammen, wobei dies nicht abwertend gedeutet werden sollte. Jeder setzt da für sich andere Prioritäten. Man könnte den Hyundai Kona aber vielleicht noch etwas besser machen. 😉

  • Schalter für Sitzheizung etc. weiter nach vorne
  • Bordcomputer Steuerung im Tablet
  • 3-phasiges Laden
  • Liste der letzten Ladevorgänge
  • größere Symbole im Bordcomputer für LKAS und ASCC
  • Fensterheberbeleuchtung rechts
  • Türöffner-Beleuchtung links und rechts
  • akustisches Signal, wenn der LKAS die Fahrbahnmarkierungen nicht mehr erkennt und deswegen nicht selbst lenkt
  • Berücksichtigung von erlaubter Höchstgeschwindigkeit im Tempomat
  • Android Car per Bluetooth
  • Android App (Ladezustand, Klimatisierung)
  • Memory-Funktion für die Sitze
  • Einlage für das Fach unter der Armlehne
  • bessere Innenraum-Dämmung
  • 5cm mehr Beinfreiheit auf der Rücksitzbank (siehe Kia e-Niro)
  • Ledersitze in Weinrot
  • Ziernähte (Sitze, Lenkrad) in Akzentfarbe
  • Vorklimatisierung auch ohne Verbindung zum Stromnetz
  • Ladekabel Ablagemöglichkeit in der Heckklappe oder im Motorraum
  • LED Abbiegelicht
  • Hintere Blinker mit LED
  • Abdeckung für Rückfahrkamera gegen Schmutz
  • Türgriffe in Chrom statt in Fahrzeugfarbe
  • 360 Grad Kamera
  • Besseres TCS
  • Nachtsichtsystem (Night Vision)
  • Alu-Karosserie
  • Alu-Abdeckleiste beim Kofferraum
  • Alu-Abdeckleisten bei den Türeinstiegen

Andere Leute wünschen sich:

  • iPhone App
  • Frontparksensoren konfigurierbar machen (Ein – Aus- Automatisch)
  • LED Innenraumbeleuchtung
  • Beleuchtete Schminkspiegel
  • LED Kennzeichenbeleuchtung
  • LED Matrix-Licht
  • LED Fußrauminnenbeleuchtung
  • USB-Anschluss für hinten
  • Luftauslass für hinten
  • Sitzheizung für hinten
  • Nebelscheinwerfer
  • Dynamisches Kurvenlicht
  • größerer Kofferraum (siehe Kia e-Niro)
  • Allradantrieb

Danach habe ich nun nicht so ein starkes Verlangen, aber diese Wünsche sind völlig in Ordnung, finde ich.

Beleuchtung im Kona

Hier habe ich den Eindruck, dass man das Auto einfach nicht zu Ende entwickelt hat. Vermutlich gab es einen gewissen Zeitdruck für die Markteinführung. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Für ein Elektro-Fahrzeug ist es sehr wichtig, Energie zu sparen. Bei Lampen geht das besonders einfach, wenn man die herkömmlichen Leuchtmittel durch LEDs ersetzt.

Es ist nicht zu verstehen, dass dies beim Kona nicht konsequent umgesetzt wurde. Die Kosten lasse ich nicht als Argument gelten.

Liste der Ladevorgänge

Foto der letzten Stromverbräuche auf dem Multimedia Tablet

Es ist möglich, sich die Vebrauchswerte der letzten Fahrten auflisten zu lassen.

Dass da noch „Krafstoff“ steht, ist der Tatsache geschuldet, dass es den Kona auch als Verbrenner gibt. Hier wird wohl in Zukunft (hoffentlich) noch eine Anpassung erfolgen.

Ich fände es gut, wenn ich mir zusätzlich eine Liste auf dem Multimedia-Tablet ansehen könnte, die für die letzten Ladevorgänge Informationen anzeigt wie:

  • Datum: 14.08.2019
  • Ladedauer: 2:45 h
  • Ladestrom: 2 kW – 22 kW
  • von 51% bis 90%

(Werte sind fiktiv)

Ohne diese Liste bin ich gezwungen, mir die Werte aus verschiedenen Apps zusammenzusuchen und beispielsweise in LibreOffice zusammenzufassen oder sie mit einem separaten Fahrtenbuch auf dem Smartphone zu erfassen.

Position der Schalter für die Sitzheizung

Die Mittelkonsole im Hyundai Kona Electric

Die Schalter für die Sitzheizung befinden sich in der Mittelkonsole, und zwar auf Höhe der Armlehne, also perfekt mit dem Ellenbogen zu bedienen. 😉

Die Sitzheizung bzw. Sitzbelüftung ist aber etwas, das man auch gerne während der Fahrt nachjustieren möchte. Deswegen sollten diese Schalter viel weiter vorne liegen. Dort würden sie viel näher in Reichweite der Finger liegen und außerdem müsste der Blick weniger weit von der Straße nach unten abgewendet werden.

Der Platz dafür wäre vorhanden, denn weiter vorne befindet sich ein Fach für ein Smartphone, das dort induktiv geladen werden und per USB mit dem Multimedia-System gekoppelt werden kann. Dies ist aber etwas, das man üblicherweise während der Fahrt nicht ständig ändert. Also könnte das Fach statt der Schalter weiter nach hinten positioniert werden.

Verchromte Türgriffe

Ich weiß, dass viele Leute Türgriffe in Wagenfarbe bevorzugen. Beim Hyundai Kona sieht das dann so aus:

Großaufnahme eines Türgriffs in Wagenfarbe Rot

Mit dem kleinen schwarzen Knopf lässt sich die Tür „keyless“ öffnen, also ohne den Autoschlüssel einzusetzen.

Bei meinem Hyundai i10 waren die Türgriffe verchromt:

Großaufnahme eines verchromten Türgriffs

Mir persönlich gefällt das besser. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

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Glasfasernetz in Forstern

Symbolgrafik für Glasfasernetzwerke

Richtig! Forstern soll Glasfaser bekommen.

Da ruft der Mann in mir emotional: „Will haben! Ist geil!

Aber die Frau in mir fragt ganz rational: „Wozu brauchen wir das?“

Nunja, diese Frau in mir hat mich auch dazu gezwungen, diesen Beitrag zu schreiben. Hätte ich (Mann) alleine entscheiden dürfen, so hätte ich schon längst einen Glasfaseranschlussvertrag unterschrieben. Jeder sollte einen haben!

So ein ähnliches Problem habe ich dieses Jahr auch mit dem Neukauf eines Motorrads. Dazu verweise ich auf meinen Artikel Testfahrt mit der Kawasaki Ninja H2 SX SE. Aber in dem Fall wird wohl der Mann in mir gewinnen. 😉

Jetzt aber zurück zur geplanten Glaserfaser-Infrastruktur in Forstern.

Foto eines Glasfaserkabels

Seit Oktober 2018 tobt in unserer Gemeinde Forstern der Überzeugungskampf für private Glasfaseranschlüsse. Die Firma Deutsche Glasfaser möchte gerne in unserer Gemeinde Gutes tun. Jeder Haushalt bekommt völlig kostenlos einen Glasfaseranschluss ins Haus gelegt.

Voraussetzung: es finden sich mindestens 40% private Haushalte, die dieses Geschenk auch wollen. Stichtag war zunächst der 17.12.2018. Der Termin wurde dann verlängert bis 28.01.2019, weil die magische Quote nicht erreicht wurde.

Und es gilt auch nur für Forstern selbst sowie Tading. Die Orte Karlsdorf und Preißendorf werden nicht berücksichtigt. Das Gewerbegebiet in Forstern wird gesondert betrachtet und bei den 40% nicht einbezogen.

Der Anschluss wird frühestens in zwei Jahren fertig sein. Und danach hat man eine Mindestlaufzeit von weiteren zwei Jahren. Der Glasfaseranschlussbesitzer bindet sich also vertraglich für mindestens vier Jahre an die Firma.

Unbestritten ist ein Glasfaseranschluss technologisch betrachtet eine zukunftsorientierte Lösung und bietet gegenüber dem herkömmlichen Kupferkabel ein paar handfeste Vorteile. Deswegen wird die Netzwerk-Infrastruktur bereits seit Jahren nach und nach komplett auf Glasfaser umgerüstet, zumindest bis zu den Vermittlungsstellen. Von dort geht es dann über mehrere Zwischenstationen bis ins Haus meistens noch weiter über Kupferkabel. Auch im Haus selber werden vermutlich bis auf weiteres die Router per Kupferkabel mit dem Hausanschluss verbunden sein. In vielen Großstädten sind die „grauen Kästen“, die man überall an den Straßenrändern sieht, schon per Glasfaser mit den Vermittlungsstellen verbunden. Das geschieht aber auch in immer mehr ländlichen Gemeinden. Forstern gehört dazu.

Wenn wir von einem Glasfaser-Hausanschluss sprechen, geht es üblicherwise darum, dass die komplette Strecke bis zum Hausanschluss in Glasfaser realisiert wird. Im Haus könnt ihr dann natürlich machen, was ihr wollt. Wichtig zu wissen ist, dass ihr euch auch bei der Verkabelung über Glasfaser ab dem „grauen Kasten“ eine Faser mit anderen Teilnehmern teilt („shared medium“). Das ist nicht anders als beim Kupferkabel.

Sprechen wir kurz über ein paar Vorteile der Glasfaserverkabelung:

Vorteile eines privaten Glasfaseranschlusses

Höhere Geschwindigkeit beim Download von Daten aus dem Internet

Vorderseite des Telekom FlyersÜber das Kupferkabel werden aktuell maximal bis zu 250 MBit/s übertragen.

Vorderseite des Flyers der Deutschen GlasfaserÜber Glasfaser werden derzeit verschiedene Tarife bis hin zu 1.000 MBit/s angeboten.

Höhere Geschwindigkeit beim Upload von Daten ins Internet

Hier verspricht uns die Telekom Geschwindigkeiten bis zu 40 MBit/s. Für den Glasfaseranschluss legt die Deutsche Glasfaser mit bis zu 500 MBit/s noch eine ordentliche Schippe drauf.

Hohe Uplink-Bandbreiten sind zum Beispiel wichtig für:

  • Backups in die Cloud
  • Video Uplads in YouTube Channel
  • Betrieb eines Servers in den vier Wänden, der Dateien zum Download anbietet.

Stabilere Verbindungen ins Internet

Hierbei geht es in erster Linie darum, dass Lichtstrahlen nicht durch elektromagnetische Felder beeinflusst werden können.


Verkauft werden noch einige weitere Vorteile, für die mir aber aktuell noch Nachweise fehlen.


Garantierte Bandbreite

In den Verträgen für Internet-Verbindungen wird üblicherweise eine Geschwindigkeit „bis zu xx MBit/s“ garantiert. Die Telekommunikationsfirmen erlauben es sich also ausdrücklich, auch mal (oder eben auch mal ziemlich häufig) erheblich weniger Bandbreite zur Verfügung zu stellen.

In den Verträgen für einen Glasfaseranschluss wird von einer garantierten Übertragungsgeschwindigkeit gesprochen. Inwieweit das nur Marketing-Gerede ist oder in der Realität tatsächlich geleistet werden kann, steht für mich zur Zeit zumindest noch infrage.

Zu diesem Thema gab es einen Artikel auf Golem.de: Was passiert, wenn Glasfaser 1 GBit/s auch liefern muss.

Erhöhung des Immobilienwerts

Immobilienbesitzer werten ihr Objekt durch einen Glasfaseranschluss auf und können im Falle eines Verkaufs höhere Preise erzielen.

Denkbar wären auch höhere Mieteinnahmen für den Fall, dass die Immobilie vermietet ist.

Argumentations-Typen

Im folgenden fasse ich einige Argumente zusammen, die ich gehört habe. Direkte Zitate stehen in Anführungszeichen.

Alle Argumente habe ich in eine von drei Kategorien eingeteilt:

  1. Nutzen = Vorteile
    Hier stehen die Argumente, die mir einen Vorteil aufzeigen, den aber mit einem Nutzen gleichsetzen. Als Beispiel möchte ich gerne ein Auto nennen. Ein Audi S6 ist zweifelsohne ein schnelles Auto (= Vorteil), ich möchte aber gar nicht schneller als 200 km/h fahren (= KEIN Nutzen).
  2. Spekulative Prophezeiungen
    So nenne ich die Argumente, die mir etwas verkaufen wollen, von dem sie hoffen/meinen/erwarten, dass es in Zukunft auch tatsächlich eintrifft. Naturgemäß lassen sich solche Argumente nur schwierig mit Belegen untermauern. Ein Beispiel: ich kaufe mir einen Kinderwagen, weil ich bestimmt in vier Jahren ein neues Familienmitglied begrüßen darf. Klingt skurril, ist es auch. Natürlich brauche ich einen Kinderwagen, falls ich ein Baby habe. Aber ich werde mir den Kinderwagen nicht vorher kaufen (vielleicht ein paar Monate vorher), auch dann nicht, wenn ich ihn jetzt 50 Euro billiger bekomme als in vier Jahren.
  3. Appelle an den Gemeinsinn
    Hierbei handelt es sich um Argumente, die von mir eine Leistung fordern, die allen Mitbürgern zu Gute kommt. Ich denke beispielsweise an das ehrenamtliche Abholen von Weihnachtsbäumen. (Herzlichen Dank dafür! … auch wenn ich selber keinen Baum hatte.)

Jetzt also in Kurzform die gesammelten Argumente, eingeteilt in die drei genannten Kategorien:

Nutzen = Vorteile

  • Höhere Downlink Geschwindigkeit
  • Höhere Uplink Geschwindigkeit
  • Höhere Stabilität der Datenübertragung

Spekulative Prophezeiungen

  • Jetzt keine Anschlusskosten, später mindestens 750 Euro, wahrscheinlich eher bis zu 3.000 Euro
  • je nach gewähltem Tarif werden die angebotenen Geschwindigkeiten für Uplink und Downlink garantiert
  • „bei der Telekom wird es nicht mehr als 100 MBit/s (und das auch nur auf dem Papier) geben“
  • „eine Wohnung mit Highspeed-Internet lässt sich leichter vermieten als eine mit Schneckentempo-Internet“
  • Erhöhung des Immobilienwertes / „Aufwertung des Eigenheims“
  • Dein Bedarf an Bandbreite wird steigen
  • „immens wachsendes Datenvolumen vor allem in der Industrie“
  • „gewisse Leistungen (4k Streaming) sind mit geringen Geschwindigkeiten nicht realisierbar
  • „ein 10-jähriges Kind hat noch kein großes Volumen, in 6 Jahren sieht das allerdings anders aus“
  • Ich mache Home Office und benötige hohe Bandbreiten

Gemeinwohl, Gemeinschaft

  • wenn du nicht kaufst, bekommen auch die anderen keinen Anschluss (40% Quote)
  • du verhinderst die Zukunft der Gemeinde
  • du „verbaust mir die Chance auf viele Jahre“ auf ein schnelles Internet
  • Umweltbewusstes Handeln
  • „für 909,75 Euro den Jungen … einen Ort mit Zukunft hinterlässt“
  • „die folgende Generation hat die Möglichkeit, sich im Internet mit einer ordentlichen Geschwindigkeit zu bewegen“

Nutzen eines Glasfaseranschlusses

Obwohl es unbestritten Vorteile bei einem Glasfaseranschluss gibt, hängt der persönliche Nutzen sehr vom persönlichen Bedarf ab. Manche Argumentationen scheinen aber einen Vorteil mit einem Nutzen gleichzusetzen.

Gehen wir die Argumente durch:

Höhere Geschwindigkeit im Downlink

Mit Kupferkabel sind aktuell bis zu 250 MBit/s realisierbar (Super-Vectoring theoretisch auch bis 1.000 MBit/s). Allerdings werden höhere Geschwindigkeiten nicht für jeden Hausanschluss angeboten. In Forstern sind wohl in den meisten Fällen 50 MBit/s erreichbar.

Für den Glasfaseranschluss der Deutschen Glasfaser werden aktuell Tarife mit 200 MBit/s, 400 MBit/s, 600 MBit/s und 1.000 MBit/s angeboten. Theoretisch wären momentan bis zu 1.000.000.000 MBit/s möglich, wie australische und japanische Forscher nachgewiesen haben.

Ob die höhere Geschwindigkeit für mich einen persönlichen Nutzen darstellt, kann ich nur beurteilen, wenn ich meinen Bedarf abschätzen kann.

Heutzutage haben die meisten Menschen zu Hause einen WLAN Access Point und vernetzen Geräte wie PC (und Notebook), Tablets, Smartphones, TV, Lautsprecher, eBook-Reader, Lampen usw. darüber. Der Access Point wiederum hat eine Verbindung ins Internet.

Reizen E-Mails, Facebook und WhatsApp die 50 MBit/s aus? Ohne genau nachgemessen zu haben, glaube ich das nicht. Das Versenden von Text beansprucht nur wenig Bandbreite. Vermutlich sind Video-Streaming Dienste wie Netflix, YouTube oder Amazon Prime die großen Bandbreiten-Killer. Andere Anwendungen kann man wohl ignorieren.

Laut Netflix wird für einen Netflix-Stream in 4k eine Bandbreite von 25 MBit/s empfohlen. Damit wären wir mit einer angenommenen Bandbreite von 50 MBit/s auf der sicheren Seite, solange nicht mehrere Hausbewohner parallel streamen.

Amazon empfiehlt für das Streamen über den Fire-TV-Stick für 4k eine Bandbreite von 15 MBit/s. (Amazon Hilfecenter)

Und YouTube benötigt ebenfalls 15 MBit/s bei 4k.

Viele andere Streaming-Dienstleister bieten 4k-Streaming momentan noch gar nicht an.

Echte 25 MBit/s reichen also für 4k-Streaming auf jeden Fall aus.

Ich selber streame nur mit Full-HD, komme also in jedem Fall mit meinem aktuellen Tarif aus.

Nehmen wir an, ich hätte eine 1.000 MBit/s Glasfaserleitung. Was würde mir das bringen? Würden meine Filme dann mit 40-facher Geschwindigkeit angezeigt? Zugegeben … nette Vorstellung. Dann könnte ich in derselben Zeit 40 Folgen meiner Lieblings-SitCom sehen. 🙂

Höhere Geschwindigkeit im Uplink

Beim Kupferkabel werden Geschwindigkeiten von maximal 40 MBit/s unterstützt.

Die Glasfaser-Tarife sehen eine maximale Geschwindigkeit von 500 MBit/s vor.

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Wenn jemand häufig große Dateien ins Internet hochlädt, dann kann dieses Argument alleine schon ausreichen, sich für einen Glasfaseranschluss zu entscheiden.

Große Datenmengen fallen zum Beispiel an, wenn man seine Daten in einen Cloud-Speicher sichern möchte. Große Datenmengen fallen auch dann an, wenn man aktiv einen oder mehrere YouTube-Kanäle betreibt.

Auf mich trifft das nicht zu. Für mich wird aus dem Vorteil kein Nutzen.

Stabilere Verbindung

Das ist ein guter Punkt. Technisch bedingt sind Daten auf einer Kupferleitung anfällig für elektromagnetische Störungen, zum Beispiel durch Übersprechen.

Glasfaser übertragen Daten in Form von Licht, sind also völlig unanfällig für elektromagnetische Störungen.

Jetzt aber die gute Nachricht für alle Mitbürger, die beim Kupferkabel bleiben. Wenn immer mehr Leute auf Glasfaser wechseln, werden gleichzeitig immer weniger Leute das Kupferkabel mir ihren Datenströmen belegen. Als Folge werden auch die elektromagnetischen Störeinflüsse durch Übersprechen geringer. Die internet-Verbindung wird stabiler.

Nach diesem kleinen Kalauer muss trotzdem noch festgestellt werden, dass es auch auf LWL-Verbindungen zu Störungen kommen kann. Das betrifft aber in erster Linie die verwendeten physikalischen Elemente. Ein Lichtstrahl will halt auch pfleglich behandelt werden.

Und es gibt auch schon Meldungen dazu:

Beitrag auf Facebook zu regelmäßigen Störungen mit einer Glasfaserleitung

Ich habe nie Leistungsmessungen an meinem Anschluss vorgenommen. Von daher kann ich gar nicht sagen, ob meine Leitung stabil ist. Da aber bei mir kein Leidensdruck besteht, würde eine stabilere Verbindung keinen Nutzen für mich darstellen.

Blick in die Kristallkugel

Ich weiß etwas, was du nicht weißt …

In Zukunft wird der Anschluss viel Geld kosten

Stand heute: ja.

Wenn man sich für den Anschluss durch die Deutsche Glasfaser entscheidet (und zwar bis zum 28. Januar), entfallen die Anschlusskosten. Ein sehr wichtiger Punkt.

Es ist allerdings keineswegs sicher, dass die Telekom in Zukunft für einen Anschluss Kosten berechnen würde. Im Augenblick ist aber auf der anderen Seite auch nicht sicher, ob die Telekom überhaupt Glaserfaseranschlüsse für private Haushalte anbieten wird.

Die Bandbreite wird garantiert

Das wird sich zeigen. Ich hatte dazu schon weiter oben etwas gesagt.

Es wird immer wieder behauptet, dass du dein Glasfaserkabel ganz alleine nutzt und es nicht mit anderen Teilnehmern teilen musst. Es ist mir schleierhaft, woher dieses Gerücht stammt.

Selbstverständlich teilst du dir mit anderen Teilnehmern die Leitung. Das Ganze nur auf höherem Niveau, sprich auf einem Medium, das sehr viel höhere Geschwindigkeiten erlaubt.

Wenn nun tatsächlich jeder Haushalt in Forstern gleichzeitig volle 1 GBit/s abruft, ist es fraglich, ob die Deutsche Glasfaser die Bandbreite auch tatsächlich bereitstellen kann.

Aber das weiß eben heute keiner genau. Deswegen ist das für mich ein spekulatives Argument.

Die Telekom wird nicht mehr als 100 MBit/s anbieten

Nunja, die Telekom sieht das anders, wie ihr oben auf dem Telekom-Flyer sehen könnt. Aktuell werden bereits in einzelnen Straßen 250 MBit/s angeboten. Ja, ich weiß: „Die Telekom wird das nie hinbekommen!“. Mag sein, aber das wissen wir erst, wenn ein Mitbürger einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen und Erfahrungen gesammelt hat.

Und ja, auch ein Glasfaseranschluss bietet 250 MBit/s. Aber darum geht es bei diesem Argument nicht.

Zu behaupten, dass die Telekom niemals mehr als 100 MBit/s anbieten kann, ist inzwischen noch nicht mal mehr eine Spekulation, sondern einfach nur noch Quatsch.

„eine Wohnung mit Highspeed-Internet lässt sich leichter vermieten als eine mit Schneckentempo-Internet“

Also, ich kann 50 MBit/s im Augenblick überhaupt nicht als „Schneckentempo“ ansehen. Und die Telekom bietet bis zu 250 MBit/s Sekunde an. Diese Geschwindigkeit ist also erst recht kein Schneckentempo.

So what?

Woher kommt die Meinung, dass sich eine Wohnung mit Glasfaseranschluss besser vermieten lässt?

Ich habe eher den Eindruck, dass du sogar deine Garage noch vermieten kannst. In München sowieso und im Speckgürtel von München genauso. Eher glaube ich, dass in Forstern aktuell mehr Wohnungen gesucht als angeboten werden.

Die Leute sind froh, wenn sie überhaupt eine Wohnung bekommen können. Ich wage zu bezweifeln, dass sie zu mir naserümpfend sagen werden: „Pft, deine Wohnung hat nur Kupfer mit 250 MBit/s? Nö, dann will ich die nicht!“

Dazu hier ein Artikel vom Merkur: Miet-Wahnsinn an A94: Immer mehr Menschen ziehen weg – Preise rasen nach oben.

Aufwertung des Eigenheims

Hauseingang meiner ImonilieKann sein, kann auch nicht sein.

Zunächst … ja, könnte helfen.

Es gilt zwar dasselbe, wie schon eben geschrieben. Wir haben kaum eine Chance, auf unseren Häusern sitzenzubleiben, wenn wir sie denn tatsächlich verkaufen wollen. Und nach Fertigstellung der A94 werden die Preise sowieso noch weiter steigen. Dann kommt noch in einigen Jahren die Anbindung zum Flughafen dazu. Also, um die Wertsteigerung meines Hauses mache ich mir momentan keine Gedanken.

Gut, ein Glasfaseranschluss bringt vielleicht noch etwas oben drauf.

Aber das gilt nur für den Fall, dass ich mein Haus verkaufen will.

Auf der anderen Seite limitiert die Tatsache, dass irgendwann jedes Haus einen Glasfaseranschluss haben wird, die mögliche Wertsteigerung.

Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass ich in ein paar Jahren jederzeit „on demand“ einen Glasfaseranschluss bekommen kann. Aber auch das ist nur eine Spekulation.

Der Bedarf an Bandbreite wird steigen

Ach, ist das so? „Na klar“, werden viele aus der Hüfte antworten, „Das war schon immer so.“

Ich gehe davon aus, dass sich bald eine gewisse Sättigung beim Hunger nach mehr Internet-Geschwindigkeit einstellen wird. Das wird so ähnlich sein wie beim Kauf von PCs für zu Hause. Dieser Markt schrumpft nämlich. Immer weniger Leute kaufen sich einen neuen Computer. Außerdem werden die Abstände zwischen den Neukäufen immer länger. Der Bedarf an Leistung ist nahezu gedeckt. Ausgenommen davon sind einige Spezielabereiche wie Videobearbeitung oder leistungshungrige Computerspiele.

Für normale Office-Anwendungen (hier mal einen Brief schreiben, da mal eine Überweisung tätigen) reichen die aktuellen Computer allemal aus.

Dazu kommt, dass immer weniger Leute sich überhaupt noch einen neuen Computer anschaffen, weil sie das Meiste über ihr Smartphone erledigen können. Und dieser Trend wird sich definitv fortsetzen.

Ähnlich wird es mit der Internet-Geschwindigkeit passieren. Irgendwann braucht man einfach nicht mehr.

Symbolgrafik für das 5G-Mobilfunknetz

Oben drauf kommt noch eine ganz andere Entwicklung, nämlich die hin zu immer schnelleren Mobilfunkverbindungen. Der neue 5G-Mobilfunkstandard wird kommen, nicht sofort, und nicht gleich für private Anwender, aber er wird kommen. Das liegt daran, dass die Industrie 5G benötigt und deswegen erheblichen Druck ausübt, um die dafür notwendige infrastruktur aufzubauen.

Das 5G-Mobilfunknetz wird aber, wenn es erst einmal verfügbar ist, dafür sorgen, dass immer mehr Geräte im Haushalt direkt über 5G kommunizieren statt über WLAN. Der Bedarf an heimischen Routern wird dann geringer und in Folge auch der Bedarf an Hausanschlüssen über Kupferkabel oder Glasfaser. Am Ende ist das eine Frage der Verfügbarkeit und der Kosten.

Samsung hat von Dezember 2018 bis Februar 2019 in Hamburg die ersten 5G-Festnetzanschlüsse getestet, also 1 GBit/s OHNE Glasfaser, sondern völlig ohne Kabel. Hier die Pressemeldung von Samsung: Härtetest bestanden: Drahtloser 5G Festnetz-Zugang (FWA) von Samsung bewährt sich.

Brauchen wir also in Zukunft wirklich 1.000 MBit/s oder noch mehr per Kabel im privaten Haushalt?

Ich habe da meine Zweifel.

Das Datenvolumen in der Industrie wird stark wachsen

Das glaube ich allerdings auch.

Ob dieser Bedarf per Kabel oder zukünftig über das 5G-Mobilfunknetz gedeckt werden wird, wird sich zeigen. Damit ist es wieder sehr spekulativ.

Nur … es geht hier um private Glasfaseranschlüsse.

Was interessiert mich in diesem Zusammenhang der wachsende Bedarf der Industrie? Nein, das überzeugt mich nicht!

„gewisse Leistungen (4k Streaming) sind mit geringen Geschwindigkeiten nicht realisierbar“

Okay, das Thema bzw. diese beiden Themen hatten wir schon.

Erstens ist für mich eine Geschwindigkeit von 50 MBit/s (aktuell) bis 250 MBit/s (möglich) nicht wirklich langsam.

Zum anderen habe ich oben gezeigt, dass 4k-Streaming mit diesen Leitungen null Probleme hat.

Das Argument ist deswegen IMHO schlicht und ergreifend falsch.

„ein 10-jähriges Kind hat noch kein großes Volumen, in 6 Jahren sieht das allerdings anders aus“

Das ist ja mal ein Hammer-Argument!
In Forstern gibt es also aktuell nur 10-jährige Kinder, aber keine 16-jährigen?

Oder soll das bedeuten, dass 16-Jährige heute nur ein geringes Datenvolumen benötigen, in 6 Jahren aber wesentlich mehr?

Ich gebe es zu, ich habe Probleme, dieses Argument zu verstehen.

Aber mal davon abgesehen, konnte ich in den letzten 21 Jahren an meinen eigenen beiden Kindern beobachten, wieviel Datenvolumen sie benötigen und ob der Hunger danach immer größer wird.

Unsere Internet-Verbindung stellte nie ein Problem dar. (aktuell 50 MBit/s)

Womit die Kids zu kämpfen hatten, war die Beschränkung des Datenvolumens für das Mobilfunknetz. Sie nutzen nämlich in erster Linie ihr Smartphone, und das eben nicht nur zu Hause über WLAN, Das WLAN benötigen sie oft nur, um sich Filme lokal aufs Handy herunterzuladen.

Womit wir wieder einmal beim Thema 5G-Mobilfunknetz sind.

Aus meiner Sicht wird sich der Bedarf an kabelgebundener Bandbreite für Jugendliche auch in den nächsten 6 Jahren nicht wesentlich erhöhen.

Für Home Office brauche ich eine schnelle Internet-Verbindung

Wer von zu Hause aus Home Office macht, kann wahrscheinlich nicht mehr als privater Nutzer durchgehen. Aber davon einmal abgesehen, können wir im Wesentlichen zwei Typen von Home Office Nutzern utnerscheiden:

Da gibt es Leute, die zu Hause an ihrem Computer vor allem offline arbeiten und das Internet für Recherchen und E-Mails benötigen. Ich denke da an Schriftsteller oder Journalisten.

Auf der anderen Seite gibt es die Nutzer, die mit ihrem Computer eine ständige Internetverbindung benötigen, weil sie mit einem fernen System verbunden sind. Diese Verbindung wird meistens über Software realisiert wie Chrome Remote Desktop, AnyDesk, TeamViewer oder einen Citrix Client.

Keine Frage: je höher die Geschwindigkeit, desto besser.

Das gilt umso mehr, wenn ich ständig riesige Dateien hin- und herschieben muss.

Nun sind aber die Software-Produkte, mit denen man sich mit anderen fernen Systemen verbindet, in der Regel speziell für schlechte Verbindungen ausgelegt. Entsprechend sind die Anforderungen an die Bandbreite niedrig bis moderat. AnyDesk soll ab 100 KBit/s (inklusive Video) ohne Ruckeln funktionieren.

Brauche ich also wirklich die Bandbreite, die mir nur über einen Glasfaseranschluss angeboten wird? Nein, es kann davon ausgegangen werden, dass die Anforderungen an die Bandbreite durch die Nutzung der Internet-Verbindung für Home Office nicht erhöht werden.

Appelle an den Gemeinsinn

Ich sag es mal sarkastisch: „Damit unser Bürgermeister seinen privaten Glasfaseranschluss erhält, soll ich freiwillig 909,75 Euro bezahlen.“

Und nicht nur ich … es werden 40% der Haushalte mit je 909,75 Euro benötigt, damit Herr Els seinen Glasfaseranschluss erhält.

Seid ihr noch zu retten?

(Herr Els steht hier nur exemplarisch für eine private Einzelperson.)

In unserer Gemeinde gibt es viele freiwillig Tätige wie zum Beispiel

  • Nachbarschaftshilfe
  • Schulweghelfer
  • Seniorenbeirat
  • Sozialverband VdK
  • Förderkreis FC Forstern

Ich habe darüber leiden keinen vollständigen Überblick. Gerne erweitere ich diese Liste, wenn ihr mir eine Nachricht mit weiteren Tätigkeiten für unser Gemeinwohl schickt.

Dieses Engagement mit dem Kauf eines Glasfaseranschlusses gleichzustellen, ist schon reichlich unverschämt!

Woher kommt eigentlich der Wert 909,75 Euro? Das hat ein Mitbürger auf Facebook für uns ausgerechnet:

Ausschnitt aus einem Facebook-Beitrag

Auch die Unterstellung, ich als Einzelner würde die Zukunft unserer Gemeinde verhindern (ja „verhindern“ (!), nicht „behindern“), ist schon ein starkes Stück. Die Gemeinde hat sich auch in den letzten Jahrzehnten gut entwickelt, völlig ohne Glasfaser. Und es gibt auch in Zukunft ein Leben ohne Glasfaser. Ein Rückfall in die Steinzeit ist nicht zu befürchten!

Außerdem ist die Verkabelung nur eine Frage der Zeit. Kommt sie nicht in zwei Jahren, dann eben etwas später. Nur keine Panik!

Und dann wäre da noch die Argumentation, dass ich den Glasfaseranschluss nur deswegen kaufen soll, damit nachfolgende Generationen mehr Bandbreite zur Verfügung haben. Ehrlich? Ich habe 21 Jahre lang Verantwortung für die nachfolgende Generation übernommen. War nicht billig, der Spaß! Ich finde, die dürfen für ihr Wohlergehen jetzt gerne selber Verantwortung übernehmen.

Mal abgesehen davon … glaubt ihr wirklich, dass eure Kinder alle hier in Forstern bleiben? Für DIE kauft ihr also ganz sicher keinen Glasfaseranschluss!

Wenn ich „Verantwortung für nachfolgende Generationen“ lese, denke ich automatisch mit einem Stirnrunzeln an die vielen SUVs oder an die vielen anderen Autos, die jeden Tag zur Arbeit pendeln und jeweils nur mit einer Person besetzt sind. Damit zerstören wir die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Kommt mir also nicht mit sowas, wenn ich mir keinen Glasfaseranschluss kaufen will. (Kurzer Einschub …. wollt ihr mal einen launigen Rant zum Thema SUV lesen? Zynismus auf Rädern)

Weitere Argumente für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser

Als zusätzlichen Vorteil habe ich gelesen, dass ich nach zwei Jahren den Vertrag wechseln kann, ohne den Glasfaseranschluss zu verlieren. Das gibt mir zu denken. Ist es nicht auch bei Kupferkabeln Usus, dass ich den Vertrag kündigen kann, um zu einem anderen Anbieter zu wechseln? Wo ist da der Vorteil?

Vertragsmindestlaufzeiten von zwei Jahren halte ich persönlich ohnehin für unverschämt, aber das ist ein anderes Thema.

Auch die Möglichkeit, nach zwei Jahren wieder auf das Kupferkabel „downgraden“ zu können, wurde mir genannt. Hierzu muss man wissen, dass niemand plant, das alte Kupferkabel zu entfernen. Das wäre einfach ein zusätzlicher Kostenfaktor. Du hast also dieses unnötige Kupferkabel an der Hauswand und sollst das als Vorteil ansehen. Da kann man nur hoffen, dass dieses Kupferkabel nicht irgendwann im „grauen Kasten“ gekappt wird. (Rückbau der Hardware mangels Nutzung.)

Aggressives Marketing

Werbeplakat der Deutschen Glasfaser

Die Firma „Deutsche Glasfaser“ versucht ihre Glasfaseranschlüsse mit großen Vertriebsaufwand zu verkaufen. In den Gemeinden werden feste Infostände aufgebaut und an den Straßen werden riesige Plakate aufgestellt. Allein an der Hauptstraße stehen drei, innerhalb des Ortes stehen weitere. Zusätzlich werden gedruckte Flyer an jeden Haushalt verteilt (ich habe bisher insgesamt drei erhalten). Selbst der Bürgermeister hat mir bereits zweimal einen langen Brief geschickt und mich darum gebeten, doch bitte einen Glasfaseranschluss zu kaufen.

Der Bayerische Rundfunk hat dazu einen Artikel geschrieben und sogar ein Video gedreht. Unser Bürgermeister wird zitiert:

Seiner Meinung nach ist es ein Generationenkonflikt. „Das eine sind die jungen Familien und die jungen Leute, die sagen: Glasfaser brauchen wir auf alle Fälle. So auch mein Sohn. Er sagt, da brauchst du nicht lange überlegen. Das musst du machen. Und dann gibt es auch die Grundstücksbesitzer, die in einem Alter sind, wo sie sagen: Eigentlich wäre das die Aufgabe von den Jungen. Muss ich mich damit befassen?“

Das würde bedeuten, dass in Forstern lediglich 30% der Familien zu den „jungen Familien“ zählen. 70% gehören demnach zu den „alten Grundstücksbesitzern“. (30% ist die aktuelle Quote an abgeschlossenen Glasfaserverträgen in Forstern, kann sich noch weiter erhöhen.)

Ich kommentiere das nicht, weil mir konkrete Statistiken fehlen.

Damit nicht genug. Die Vertriebler der Deutschen Glasfaser haben auch bereits dreimal an meiner Tür geklingelt und wollten mich in einem ganz persönlichen Gespräch von den Vorteilen ihres Produktes überzeugen. Ich war allerdings in allen drei Fällen nicht zu Hause, und mein Sohn hat sich auf kein Gespräch eingelassen.

Bedingt durch die 40%-Quote lassen sich viele Bürger in zusätzliche Vertriebsleute transformieren, die mich im persönlichen Gespräch und über soziale Medien zum Kauf eines Glasfaseranschlusses drängen wollen. Denn nur, wenn genügend Haushalte einen Vertrag unterschreiben (40%), bekommt der einzelne Bürger auch wirklich seinen sehnlichst herbeigewünschten Anschluss.

Inzwischen stellen alle Nachbarn, die bereits einen Vertrag unterschrieben haben, kleine Schildchen in ihren Vorgarten, um dies zu demonstrieren. Somit wird die Gemeinde gespalten in die Glasfaserfans und in die Glasfaserverweigerer.

Und ganz neu gibt es jetzt eine Bürgerinitiative, auf der sich verschiedene Mitbürger vor den Vertriebskarren spannen lassen:

Plakat der Bürgerinitiative Glasfaser Forstern

(Hinweis: obwohl mir von einigen Mitbürgern auf dem Plakat die Erlaubnis einer Veröffentlichung vorliegt, habe ich alles verpixelt, weil ich das Plakat hier in einen eher negativen Kontext stelle, aber niemanden „dissen“ möchte)

2. Hinweis (29.01.2019): ich bin nach der Veröffentlichung des Artikels von einzelnen Mitbürgern gebeten worden, nun doch das Plakat zu entfernen. Das werde ich nicht tun. Aber ich mache die Fotos gerne noch unkenntlicher, wenn gewünscht.

Bürgerinitiative! Aber wir wollen nicht, dass man uns erkennt!

3. Hinweis (03.02.2019): Dem Betroffenen erschien auch die völlige Unkenntlichmachung des Fotos nicht als ausreichend. Ich respektiere das und habe daher das entsprechende Statement komplett entfernt. Das öffentlich zugängliche Plakat kann ich selber allerdings nicht beeinflussen.

Die Texte sind hier nicht zu lesen. Das Plakat gibt es auch unverpixelt in der Forstern-Gruppe auf Facebook.

Auffällig:

  • nur 1 Frau
  • viele ITler
  • viele Selbstständige

Meine Mitmenschen (nicht unbedingt die auf dem Plakat) sind sich auch nicht zu fein, diejenigen, die keinen Glasfaseranschluss kaufen möchten, in Schubladen zu stecken (alle Bezeichnungen aus Facebook):

  • notorische Bedenkenträger
  • Lähmer der Zukunft
  • Fortschrittsgegner
  • Verteidiger und Bewahrer früherer Errungenschaften
  • Angsthasen
  • nicht bereit, ein Wagnis einzugehen
  • engstirnig
  • Telekomiker-Freund
  • Miesepeter
  • Zauderer
  • Glasfaserverweigerer

Und das nur, weil ich für mich entschieden habe, ein bestimmtes Produkt nicht zu kaufen. Tja … was soll man dazu noch sagen?

… Untergang des Abendlands.

Schlußbemerkung

Fragt ihr euch, warum ich diesen ganzen Kram überhaupt zusammenschreibe? Ich habe mir das auch lange überlegt. Grundsätzlich bin ich dafür, dass jeder einen Glasfaseranschluss fürs Internet bekommt. Das sollte am besten auf magische Weise passieren, einfach so über Nacht. Ich wache auf, Glasfaser ist da, ich muss nichts umstellen, ich bemerke keinen Unterschied. Zahlen muss ich auch nichts und unterschreiben muss ich sowieso nichts.

Icon mit einem schlafenden MenschenTräum weiter … ich weiß schon.

Aber wenn ich schon aktiv werden muss, dann will ich das gerne tun, wenn ich einen Nutzen erkennen kann. Einen Nutzen ganz für mich persönlich, nicht für irgendeine Firma oder einen netten Nachbarn, sondern für mich.

Diesen Nutzen kann ich momentan nicht erkennen.

Vielleicht habe ich in zwei Jahren einen anderen Bedarf. Dann wäre das Thema wieder interessant für mich.

Aber so höre ich jede Menge Argumente, denke über sie nach und finde nichts, was mir den Glasfaseranschluss schmackhaft macht.

In diesem Artikel habe ich einfach mal meine Gedanken sortiert und all die Argumente zusammengefasst, die ich so gehört habe, um sie für mich persönlich abzuarbeiten und zu prüfen.

Die folgenden Argumente, die für einen privaten Glasfaseranschluss sprechen, konnten mich bisher überzeugen:

  1. FTTH finde ich einfach geil!
  2. Bei mir bietet die Telekom nur 25 MBit/s an
  3. Ich betreibe einen Server zu Hause, der viele Daten hochlädt

Das erste Argument geht immer! 🙂

Das zweite ist sehr ärgerlich. Wenn die Telekom (oder ein anderer Anbieter) da mauert, ist sie selbst schuld. Bei 25 MBit/s würde ich mir auch mehr Speed wünschen.

Das dritte Argument lässt mich daran zweifeln, ob dies nicht bereits eine gewerbliche Tätigkeit ist und deswegen gar nicht als Argument für einen privaten Glasfaseranschluss herhalten kann.

So bleibt mir am Ende nur der Wunsch, dass wie bei einem herkömmlichen Kupferanschluss hoffentlich in naher Zukunft jeder ganz für sich entscheiden kann, ob er Glasfaser möchte und mit welcher Geschwindigkeit, und dass er seine Wunsch-Option einfach bestellen kann. Völlig unabhängig davon, ob sein Nachbar den gleichen Anschluss haben möchte.

Ihr dürft hier unten per Kommentar gerne mit mir diskutieren. Beiträge mit Beleidigungen werde ich allerdings nicht freigeben. Ich weiß, dass dieses Thema für die Befürworter sehr emotional ist.

Weitere Links im Internet

Probefahrt mit dem Hyundai Kona Electric

Foto des Hyundai Kona Electric von vorne

Ich habe mich in der letzten Zeit ein wenig mit dem Gedanken beschäftigt, ob mein nächstes Auto vielleicht ein Auto mit Elektromotor sein könnte. Ein paar Überlegungen zum Stromverbrauch von Elektroautos habe ich in meinem Artikel „Elektroautos und Stromverbrauch“ niedergeschrieben.

Auf YouTube gibt es eine ganze Reihe von Videos, die sich mit Elektroautos im Allgemeinen und dem Kona im Speziellen beschäftigen. Auf diese Weise konnte ich mich schon recht gut informieren.

Da ich meinen aktuellen Hyundai i10 bei einem Hyundai Händler in Walpertskirchen gekauft habe, lag es auf der Hand, sich dort einen Kona Electric für eine Probefahrt auszuleihen.

Das Autohaus Holderried in Walpertskirchen stellte mir sehr kurzfristig ein Fahrzeug in der von mir gewünschten Premium Ausstattung zur Verfügung. Nicht nur das, ich darf das Auto sogar von Samstag Mittag bis Montag Morgen behalten, also über das Wochenende. Trotzdem muss ich dafür keinen einzigen Cent bezahlen, nicht einmal für das Benzin … äh, für den Strom. Der Wagen war vollgeladen (100%) und es wurde nicht von mir verlangt, das Fahrzeug voll geladen abzugeben. Zusätzlich wurde ich ermuntert, ruhig viele Kilometer damit zu fahren, um den Kona so richtig kennenzulernen.

Für diese Gelegenheit möchte ich mich deswegen ausdrücklich beim Autohaus Holderried bedanken!

Im Gespräch erfuhr ich, dass der Kona sehr begehrt sei. Leider hat er eine Lieferzeit von ca. 1 Jahr. Mit dem Problem kämpfen im Augenblick alle Elektroauto-Hersteller. Sie können gar nicht soviele Autos liefern, wie nachgefragt werden.

Der Hyundai Kona Electric ist das allererste Elektroauto, das ich gefahren bin. In diesem Artikel werde ich meine ersten Eindrücke und Erfahrungen beschreiben. Dabei werde ich nicht alle möglichen Features und Funktionen auflisten oder gar analysieren. Ich werde nur über das schreiben, was mir halt so aufgefallen ist. Manches davon kann falsch oder unvollständig sein.

Foto der Handbücher zum Hyundai Kona ElectricIch gebe es zu … ich habe zwar ein bisschen in die Handbücher hineingeschaut, aber vollständig gelesen habe ich sie für die Probefahrt nicht.


Das äußere Erscheinungsbild des Hyunda Kona Electric

Foto von der llinken Seite eines Hyundai Kona Electric

Ja, da wird es schon mal schwierig. Der Kona wird in die Kategorie „Mini-SUV“ oder „Kompakt-SUV“ eingestuft. Damit ist er natürlich deutlich kleiner als ein üblicher SUV, besitzt aber einige der äußerlichen Merkmale dieses Fahrzeugtyps.

Manche mögen das kompakte, etwas bullige Design mit den fetten Kunststoffplanken an den Radkästen … andere eher nicht.

Ich selber stehe mehr auf elegante Designs, aber da wird es bei Elektroautos momentan schwierig. Von daher sind SUV nicht gerade meine erste Wahl, aber naja, der Kona ist ja auch nur ein Pseudo-SUV. 😉

Ein Tesla ist mir zu teuer.

Ich finde das Aussehen des Kona okay, aber nicht unbedingt umwerfend. Immerhin sorgt die Gestaltung der Frontpartie und der Heckpartie für einen hohen Wiedererkennungsgrad.

Mir persönlich gefallen Türgriffe in Chrom besser als solche in Wagenfarbe. Ich weiß, das ist Geschmackssache.

Foto von der RÜckseite des Hyundai Kona Electric

Auffällig sind der fehlende Auspuff (absolut null Abgase!) und das Fehlen eines Kühlergrills.


Foto der Rückfahrkamera des Hyundai Kona Electric

Sehr ungünstig platziert wurde die Rückfahrkamera, nämlich oberhalb des Nummernschilds. Und ohne Schutzabdeckung. Das ist nun wirklich Unsinn. In der Praxis bedeutet das nämlich, dass du jedesmal vor dem Rückfährtseinparken erst einmal aussteigen musst, um die Kamera zu putzen, ansonsten siehst du nichts auf dem Display.

Die „Inneren Werte“ des Hyundai Kona Electric

Innen sieht man überall schwarzes/dunkelgraues Plastik. Mag ich nicht so gerne. Selbst in meinem i10 sind innen die Ziernähte am Lenkrad, an den Sitzen und am Schaltknauf in Wagenfarbe. Außerdem ist die Innenverkleidung zweifarbig ausgeführt, schwarz und weinrot. Auch bei einem früheren Fahrzeug von mir, einem Lancia Lybra 2.4 sw, war alles zweifarbig. Der obere Teil war zwar in Schwarz, der untere Bereich war aber in Beige.

Dieses komplette Schwarz mag zwar praktisch sein, sieht aber nicht besonders attraktiv aus.

Auch die Sitze sind schwarz. Schwarzes Leder und nett gestaltet, aber eben schwarz bzw. dunkelgrau (bin mir da nicht so sicher). Und die Lederqualität ist eher durchschnittlich. Ich bin mir noch nicht mal sicher, was davon Leder und was davon Kunstleder ist.

Foto des Cockpits des Hyundai Kona Electric

Das Cockpit empfängt den Fahrer mit Unmengen an Knöpfen. Mache mögen das. Andere wollen möglichst wenig Knöpfe haben. Fakt ist, dass die Bedienung oft nicht intuitiv ist. „Wo ist noch mal der Knopf für das VESS? Ach, da unten links.“

Es gibt einige Bordcomputerfunktionen direkt vorne im vollkommen digitalen Armaturenbrett. Andere Funktionen werden ausschließlich (und sinnvollerweise) über das Tablet in der Mitte gesteuert. Warum kann man die Einstellungen des Bordcomputers (Tageskilometerzähler etc.) nicht auch ins Tablet legen? Stattdessen muss man am Lenkrad mit ein paar Tasten herumwurschteln. Muss ich einen Tageskilometerzähler wirklich am Lenkrad zurücksetzen können, wenn ich ein riesen Tablet/Display habe?

Im Innenraum gibt es viele Punkte, die mir nicht so gefallen. Alles zu ertragen. Aber manchmal fragt man sich, warum das nicht etwas besser gelöst worden ist.

Foto des Ablagefachs unterhalb der Mittelkonsole

Die Mittelkonsole ist beispielsweise schwebend realisiert worden, so dass sich darunter ein großes Ablagefach befindet. Dieses Fach hat aber keinerlei Einteilungen, so dass es nur für Zeitungen oder Lappen praktisch ist. Alles andere würde beim Fahren darin herumfliegen.

Bei der geriffelten Fläche auf dem Foto handelt es sich nicht um eine Abdeckung, die man wegschieben kann. Das ist der Boden des Fachs.


Foto des Ablagefachs unterhalb der Armlehne im Hyundai Kona Electric

Unter der Armlehne gibt es ein weiteres sehr tiefes Fach. Auch hier: warum gibt es keinen Einsatz für zum Beispiel Münzen, die ich für Einkaufswagen beim Supermarkt brauche? So fliegen sie halt in diesem Fach zusammen mit anderen Gegenständen herum. Sicher bietet der Zubehörhandel Lösungen an. Wir reden hier aber von einem Auto in der maximalen, „Premium“ genannten, Ausstattungsvariante.

Foto einiger Bedienungselemente im Hyundai Kona ElectricDann haben wir die Bedienungselemente für die Sitzheizung/Sitzlüftung, Fahrmodus, Lenkradheizung, Auto Hold und Front-Parksensoren viel zu weit hinten bei der Armlehne. Diese Elemente sind nicht zu bedienen, ohne hinzugucken.


Die Mittelkonsole im Hyundai Kona Electric

Dabei hätte man das Fach für das induktive Laden eines Smartphones doch besser dorthin positioniert und die Schalter weit nach vorne. Während der Fahrt soll man das Handy sowieso in Ruhe lassen.

Das Smartphone kann man induktiv laden, was ich super finde. Man kann es auch per Bluetooth mit dem Auto verbinden. Nur leider funktioniert „Android Auto“ ausschließlich über ein USB-Kabel. Was soll der Blödsinn? Gut, die USB-Buchse befindet sich direkt neben der Ladestation. Aber gerade, wenn ich das Handy eh schon kabellos aufladen kann, ist es doch Quatsch, dass „Android Auto“ ein extra Kabel benötigt.

Auch die Anzeigen hinter dem Lenkrad, also da, wo sich klassischerweise Drehzahlmesser und Tacho befinden, sind nicht optimal. Es gibt dort eine Vielzahl von Informationen. Aber es ist zuviel, um sich das beim Autofahren in Ruhe anzusehen. Und es ist für meine Augen zu klein.

Digitale Instrumente im Hyundai Kona Electric

Da gibt es zum Beispiel ein grünes Auto, das die Betriebsfähigkeit anzeigt. Grünes Auto = Motor ist an = du kannst losfahren. Soweit okay.

Aber es leuchtet auch weiter, wenn ich bereits fahre. Äh … wieso?

Im Innenraum haben wir aber noch ein ganz anderes Problem, und diesmal kann man das nicht mit einem „Ach, komm, das ist doch nicht so wichtig!“ abtun. Der Kona ist klein!

Jawohl!

Auf der schön gestalteten Rücksitzbank kann man nicht sitzen. Also zumindest ich kann dort nur mit abgespreizten Beinen sitzen, weil meine Knie sich sonst in die Rücklehne des Vordersitzes bohren. Hinten ist definitiv zu wenig Platz!

Und noch etwas: der Kofferraum ist ebenfalls nur mäßig groß.

Das bedeutet zusammengefasst, dass ihr mit dem Auto keinen Familienurlaub antreten könnt. Zu klein!

Dass es anders geht, zeigt der Kira e-Niro aus dem gleichen Konzern. Tatsächlich hat das Auto denselben Akku, denselben Motor, dieselbe LCD-Software, aber viel mehr Beinfreiheit hinten und einen wesentlich (!) größeren Kofferraum. Allerdings sieht er auch anders aus. Aus meiner Sicht stellt der Kia e-Niro eine ernsthafte „Bedrohung“ für den Kona dar.

Was mir im Winter sehr gefällt, sind natürlich die Sitzheizung, aber noch viel mehr die Lenkradheizung. Beides habe ich auch im i10. Sitzheizung … na gut, ist ja Standard, hat jeder. Lenkradheizung? Wozu?

Ehrlich, die Lenkradheizung hat für mich einen größeren Wohlfühleffekt als die Sitzheizung. Inzwischen würde ich ohne Not kein Auto mehr ohne Lenkradheizung kaufen. Das ist im Winter sooooo angenehm!

Das Auto bleibt im Winter aber ohnehin nicht lange kalt. Beim Verbrennungsmotor nimmt sich die Heizung die Wärme vom Motor. Der muss aber erst mal warm sein. Deswegen bleiben viele Dieselautos ja sehr lange kalt, es sei denn, sie haben eine Standheizung. Anders im Elektroauto. Da wird sowieso elektrisch geheizt, und das funktioniert ab der ersten Sekunde. Der Wagen ist also viel schneller warm als ein Auto mit Verbrennungsmotor.

Das Aufladen des Hyundai Kona Electric

Foto der Ladeanzeige im Cockpit

Im Augenblick habe ich ihn mal spaßeshalber an meine Terrassensteckdose gehängt. Okay, jetzt bei den Minusgraden und dem kalten Akku lädt er gerade mal mit 2 kW. Damit würde der 64 kWh Akku von 0 auf 100 ganze 32 Stunden benötigen.

Anders als bei einem Verbrennerauto fährt man einen Elektrowagen aber üblicherweise nicht so lange, bis der Tank leer ist. Stattdessen lädt man ihn immer dann nach, wenn es gerade passt. Dadurch sind die Ladezeiten meistens deutlich kürzer.

Ganz davon abgesehen, kann der Kona maximal mit ca. 80 kW geladen werden, falls die Ladesäule das hergibt. Und dann wäre ein leerer Akku rein theoretisch nach einer Stunde voll. Theoretisch deswegen, weil das Lademanagement des Autos den Akku nicht über die ganze Zeit mit maximaler Leistung lädt.

Jetzt bei den Minustemperaturen zeigt mir der Hyundai bei vollem Akku eine Reichweite von etwa 350 km an. Das ist doch ganz ordentlich. Im Sommer sollen 450 km möglich sein. Ich finde, dass man damit schon gut leben kann. Viel weiter komme ich mit dem i10 auch nicht. Aber das Nachtanken geht bei dem kleinen i10 natürlich schneller.

Foto von den Einstellungen der Vorklimatisierung

Richtig cool finde ich die Funktion der Vorklimatisierung. Man kann dem Auto sagen, wann man losfahren will, also zum Beispiel jeden Werktag um 7:00 Uhr. Und dann stellt man ein, welche Temperatur man gerne zu dem Zeitpunkt im Auto haben möchte, also zum Beispiel 20 Grad.

(Habt ihr den Übersetzungsfehler im Foto entdeckt?)

Solange das Auto an einem Stromanschluss hängt, wird er das Auto schon mal einheizen, bevor du losfährst. So etwas kann man sich bei Autos mit Verbrennermotor auch einbauen lassen. Da nennt man das dann Standheizung, zum Beispiel von Webasto. Beim Elektroauto ist das schon von Haus aus eingebaut. Der Kona erlaubt dir die Vorklimatisierung aber nicht, wenn er nicht am Stromnetz hängt. So etwas wie: „Ich fahre in einer Stunde von der Arbeit nach Hause und möchte dann ein warmes Auto haben.“ funktioniert nicht, es sei denn, dein Arbeitgeber überlässt dir eine Steckdose, an die du das Auto anschließen kannst.

Ein weiteres Manko ist, dass es keine Smartphone App gibt, um Infos über den Ladezustand abzurufen oder um den Ladevorgang zu steuern. Unverständlich!

Das Fahrverhalten des Hyundai Kona Electric

Das Auto hat 150 kW Leistung und das merkt man auch. Trotz der fast 1,8 t Gewicht sind mir hin und wieder die vorderen Räder beim Beschleunigen auf trockener oder leicht feuchter Straße durchgedreht. Im Grunde bringt der Motor zuviel Kraft auf die Räder, so das ein Frontantrieb eventuell die falsche Wahl ist. Ihr dürft nicht vergessen, dass ein Elektromotor die Leistung nicht erst durch höhere Drehzahlen aufbauen muss, sondern sie sofort bereitstellt.

Einschub 23.01.2019
Ich wurde darauf hingewiesen, dass diese Darstellung doch ein wenig zu vereinfacht sei. Vielen Dank an bm3 und AgV8DdmU im Going Electric Forum.

Das Problem ist das Zusammenwürfeln von physikalischen Begriffen wie Leistung und Drehmoment. Am Stammtisch kein Problem, bei aufmerksamen und informierten Lesern aber durchaus und zu Recht.

Die Leistung ist immer abhängig von der Drehzahl, das Drehmoment steht von Anfang an bereit.

Zur Veranschaulichung für den e-Niro zwei Grafiken, die so auch auf den Kona übertragen werden können.

Zwei Diagramme mit den Leistungs- und Drehmomentkurven des Kona Motors

Zur Ergänzung hier noch der Link zu einer PDF-Datei mit einer Erklärung zu Leistung und Drehmoment: Was ist Leistung, was ist Drehmoment?

Die 150 kW lassen den Wagen auch zügig bis fast 180 km/h (echte 167 km/h) hochbeschleunigen. Dann ist definitv Schluss, weil der Motor elektronisch begrenzt ist. Mehr geht nicht! Der Grund ist, dass der Energieverbrauch bei noch höheren Geschwindigkeiten rapide anwächst und die Reichweite schrumpft. Wie auch immer, 180 km/h sind ja auch genug.

Das Gewicht merkt man in schnellen Kurven durchaus, der Wagen drängt ein wenig nach außen. Plump wirkt er aber trotzdem nicht.

Mir scheint das Fahrwerk insgesamt recht straff abgestimmt zu sein. Bodenunebenheiten merkt man relativ deutlich. Gefällt mir nicht so gut, ist aber zu ertragen.

Es gibt drei Fahrmodi:

  • Eco
  • Comfort
  • Sport

Was die Einstellungen genau verändern, weiß ich nicht. Auf das Fahrwerk scheint der „Drive Modus“ aber keinen Einfluss zu haben.

Die Sitze bieten übrigens nicht so viel Seitenhalt. Sie sind an den Seiten zwar entsprechend geformt, aber nicht fest genug. Gut, der Kona ist kein Sportwagen. Aber im Vergleich zu meinem i10 wirken die Sitze im Kona etwas „gemütlicher“. Beim i10 fühlt sich das Einsteigen immer so an, als würde ich in einen Handschuh schlüpfen. Der Sitz ist zwar recht schmal, passt aber gut. Beim Kona geht es etwas mehr in Richtung Sessel, etwas breiter.

Der Sitz ist komplett elektrisch einstellbar inklusive Lordosen-Unterstützung (die Unterstützung des unteren Rückenbereichs). Das ist praktisch.

Foto der Schalter für die FahrfunktionJetzt aber zum wesentlichen Unterschied: Das Auto hat keine Gangschaltung! Nein, es hat auch keine Automatik, es hat nur einen einzigen Gang.

Klar kann man die Spannung am Motor umpolen, so dass der Wagen dann rückwärts fährt. So ein bisschen Getriebe ist schon da, aber ansonsten musst du den Kona wie einen Automatik-Wagen fahren. Für Leute, die jahrzehntelang Schaltgetriebe gefahren sind und deswegen nicht bewusst die Kupplung treten oder die Gänge schalten, ist das eine echte Herausforderung.

Ihr rollt auf eine rote Ampel zu und wollt den Wagen ausrollen lassen. Also tretet ihr schon mal die Kupplung. Vollbremsung! Da ist nämlich keine Kupplung, sondern die Bremse.

Ihr müsst den linken Fuß fest auf den Boden pressen und nicht bewegen, sonst geht das schief.

Ähnliches Problem habt ihr, wenn ihr zügig an eine enge Kurve heranfahrt. Kupplung treten, kleineren Gang einlegen … völlig normal. Aber nicht bei einem Elektroauto. Vom „Gas“ gehen, die Rekuperation machen lassen, eventuell per Lenkrad-Pedals die Rekuperation verstärken, und dann am Kurvenausgang einfach „Gas“ geben. Auch ohne runterzuschalten, habt ihr die volle Kraft auf den Rädern.

Manchmal erwische ich mich dabei, wie meine Hand unbewußt rechts nach dem Schalthebel sucht, aber da ist nichts.

Letztendlich ist das Gewöhnungssache und dann viel chilliger.

Ein anderes Merkmal von Elektroautos ist die Rekuperation (gerade schon angesprochen). Wenn ihr den Fuß vom „Gas“ nehmt, könnt ihr die Bewegungsenergie für den Akku zurückgewinnen. Das fühlt sich dann so an, als würde der Wagen abgebremst werden. Die Rekuperationsstufe und damit die Stärke der Bremswirkung könnt ihr in drei Stufen am Lenkrad einstellen. Ihr könnt das auch ganz abschalten. Die Rekuperation sorgt dafür, dass ihr viel seltener selber auf die Bremse treten müsst. Die Stufe 3 ist etwas gewöhnungsbedüftig, weil sie das Fahrzeug doch sehr stark abbremst. Funktioniert aber gut, wenn ihr sowieso bremsen wolltet. Also zum Beispiel bei Ortsschildern 😉 oder vor Ampeln oder, wenn ihr einen Blitzer seht. Ansonsten ist eine niedrigere Stufe angenehmer.

Wie gesagt, lassen sich diese Stufen während der Fahrt ganz einfach mit Schaltwippen links und rechts am Lenkrad verändern. Ab Stufe 2 werden beim Rekuperieren, glaube ich, auch die Bremslichter eingeschaltet. Besser so, damit euch keiner von hinten ins Auto fährt.

Beim Fahren in der Nacht ist mir beim Abbiegen das Abbiegelicht aufgefallen. Bei meinem i10 habe ich das sehr zu schätzen gelernt. Leider ist die Lösung am Kona wesentlich schlechter. Das Licht leuchtet gelb und viel zu dunkel zur Seite. Das kann mein i10 wesentlich besser. Schade.

Den Fernlichtassistent habe ich auch ausprobiert. Er scheint zu funktionieren. Problematisch ist höchstens Querverkehr. Wenn du also quasi „senkrecht“ auf eine andere Straße zufährst, in die du einbiegen möchtest. Die Autofahrer auf der Straße dürfen dann nicht zur Seite schauen, weil dein Fernlicht sie blenden würde. Du kannst es aber selbstverständlich manuell ausschalten.

Und wie sieht es jetzt mit den Innengeräuschen aus?

Ein Elektroauto soll doch, laut Werbung, flüsterleise sein. Ganz so ist es nicht. Obwohl ich nicht weiß, wie es sich für einen Fußgänger anhört, an dem ihr vorbeifahrt.

Im Auto selber ist es zwar leiser als in einem Auto mit Verbrennungsmotor, aber doch nicht so leise, wie ich es mir vorgestellt habe. Das liegt daran, dass ihr nun viel deutlicher das Rumpeln der Räder über Unebenheiten auf der Straße hört. Auch Windgeräusche wirken lauter. Manchmal hört man das leise Heulen des Elektromotors, wenn ihr beschleunigt. Was aber völlig wegfällt, ist das laute Aufheulen eines Verbrennungsmotors, wenn ihr ihn mal in höhere Drehzahlen hinein beschleunigt.

Mein Fazit

Jetzt habe ich soviel herumgemeckert, dass es eigentlich klar sein sollte: ich will dieses Fahrzeug nicht!

Aber halt, so einfach ist das nicht.

Insgesamt macht mir das Fahren mit dem Kona Spaß. Die hohe Leistung, das Fehlen von Gangwechseln, die Assistenzsysteme … all das erzeugt eine gewisse Gelassenheit beim Autofahren. Das Fahren ist irgendwie viel unaufgeregter als mit dem kleinen i10.

Jetzt noch eine andere Farbe … und ja, es gibt ihn auch in Rot. Dann sieht er aus wie mein i10, nur ein bisschen größer.

Mit vielen der genannten Kritikpunkte kann man sich arrangieren.

Der fehlende Platz auf der Rücksitzbank und der relativ kleine Kofferraum sind aber relevant. Da muss sich jeder fragen, ob er öfter ausgewachsene Leute mitnimmt und ob er vielleicht auch mit dem Auto in Urlaub fahren möchte.

Wenn man grundsätzlich alleine oder maximal zu zweit mit dem Auto fährt, dann kann einem der Platz egal sein. Den Kofferraum vergrößert man einfach durch Umlegen der Sitzbank und gut ist.

Trotzdem überlege ich, ob ich mir nicht den Kia e-Niro auch noch einmal genauer ansehen sollte. Ich denke, dass für mich am Ende der Preis entscheidend sein wird, für den ich das Auto kaufen kann. Im Grundpreis liegt der e-Niro in Vollausstattung wohl auf demselben Niveau wie der Kona. Rein aus Vernunftgründen müsste man wohl den Kia wählen.

Da werde ich wohl mit meinem persönlichen Kundenberater bei Hyundai noch mal ein ernstes Gespräch führen müssen.

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