Pastéis de Nata selbstgemacht

Foto mit den fertig gebackenen Pastéis de Nata

Heute habe ich mir mal die berühmten Pastéis de Nata selbst gemacht.

Zugegeben … das Rezept ist nicht besonders anspruchsvoll. Das Ergebnis ist trotzdem sehr lecker.

Was sind Pastéis de Nata?

Die Pastéis de Nata sind kleine Pudding-Törtchen in Blätterteig. Wenn ihr einmal in der Umgebung von Lissabon zu Besuch seid, werdet ihr in jeder Konditorei und in jedem Café über dieses Gebäck stolpern.

Ich selber habe die Pastéis de Nata (bewusst) zum ersten Mal 2016 gegessen, und zwar von der Orginal-Bäckerei in Belém. Ich fand sie ganz lecker und trotz meiner Vorbehalte weniger süß als gedacht. Ich habe die Törtchen heute selber gemacht und weiß nun allerdings, dass Unmengen von Zucker enthalten sind!

Das Rezept für Pastéis de Nata

Für die geplante Silvesterfeier diese Jahr bei Freunden habe ich mir überlegt, etwas Portugiesisches mitzubringen. Entschieden habe ich mich für einen „Salat“ aus Oliven und Karotten mit viel Rosmarin und Knoblauch. Und als zweites eben für die Pastéis de Nata.

Allerdings habe ich die noch nie selber gemacht.

Also gab es heute einen Probelauf!

Das Rezept habe ich mir hier geholt: Pastel de Nata | inkl. Rezept zum selber backen. Ein empfehlenswerter Blog. Dort findet ihr noch weitere Infos zu dem Gebäck.

Warum steht da „Pastel“? Nun, „Pastel“ ist der Singular. Wenn man mehrere davon macht, mutieren sie zu Pastéis. 😉

Die Zutaten sind überhaupt nicht exotisch. Bis auf die Zimtstange sollte alles in einem normalen Haushalt vorhanden sein. Die Hauptzutaten sind Milch und Zucker.

Den Blätterteig habe ich fertig gekauft und nicht selber gemacht. Das empfiehlt auch Tanja in ihrem Blog. Ebenso habe ich die Zuckermenge gemäß ihrer Empfehlung drastisch von 500g auf 300g reduziert. Und ja, das reicht auf jeden Fall!

Foto mit den vorbereiteten Zutaten in meiner Küche

Eine Eigenart von mir ist, dass ich gerne alle Zutaten bereit lege und nicht erst zusammensuche, wenn sie dran sind. Übrigens … der Rotwein ist keine Zutat, schon gar nicht, wenn er nicht aus Portugal stammt.

Das mit dem Rezept ist so eine Sache. Es gibt auch Rezepte im Internet mit weniger Eiern. In manchen wird eine Vanilleschote dazugetan. Manche geben auch Butter hinzu.

Ich habe mich, wie gesagt, an Tanjas Rezept gehalten.

Meine Erfahrungen beim Backen

Ich habe ein Muffin-Blech verwendet mit 12 Förmchen. Leider besitze ich nur eins dieser Bleche, so habe ich die Törtchen in zwei Runden gebacken, weil das Rezept für die doppelte Menge an Pastéis ausgelegt ist.

Die Formen habe ich nicht gefettet. Beim ersten Gang war das okay, beim zweiten hätte ich mir etwas Fett in den Förmchen gewünscht. Ich glaube, ich hatte das Blech etwas länger im Ofen. Der Teig war dann doch schon etwas fest angebacken.

Beim ersten Mal habe ich den Blätterteig komplett ausgerollt und dann in 12 Rechtecke geschnitten. Es war ganz schön Arbeit, die Rechtecke halbwegs ordentlich in die Förmchen zu bekommen. Insgesamt schien mir die Teigstärke oft etwas zu dünn.

Bei der zweiten Runde habe ich den Teig eingerollt und dann 12 Scheiben abgeschnitten. Diese ließen sich viel leichter in die Förmchen drücken.

Andere stechen aus dem Teig kreisförmige Stücke aus, müssen dann aber den Teigrest erneut ausrollen, damit sie weitere Kreise ausstechen können.

Foto des Muffin-Blackblechs mit dem eingearbeiteten Teig, aber noch ohne Füllung

Auf dem Foto sieht es aus, als würde sich der Teig hochwölben. Das ist eine optische Täuschung. Die Füllung fehlt tatsächlich noch.

Da die Füllung sehr viel Zucker enthält, neigt sie ein wenig zum Anbrennen, wenn sie sich nicht in den Förmchen befindet, sondern dazwischen.

Die Füllung soll man nur zu 3/4 einfüllen. Ich habe die Teigformen fast vollständig gefüllt. Ich wollte nicht so viel von der Füllung übrig behalten. Am Ende war das auch egal, denn die Füllung wölbt sich zwar beim Backen hoch, fällt aber dann beim Abkühlen wieder leicht zusammen.

Foto mit den fertig gebackenen Pastéis de Nata, hier noch auf dem Muffin-Blech

Hier auf dem Foto könnt ihr die schwarzen Flecken auf dem Blech erkennen. Das ist verbrannter Teig. Auf den Törtchen selber gehört das so! Also nicht unbedingt schwarz, aber braun ist in Ordnung. Das ist halt der Zucker.

Wie bekommt man nun die Törtchen aus dem Blech?

Einfach das Blech umzustürzen, ist keine gute Idee. Die Puddingfüllung ist nämlich immer noch weich und würde aus den Törtchen herausfallen. Also nahm ich einen Tortenheber und fuhr damit bei jedem Törtchen einmal um die Seitenwand herum. Das ging meistens sehr gut. Aber einige Törtchen waren widerspenstig. Ein wenig Einfetten wäre wohl doch hilfreich gewesen. Zu spät. 🙁

Man sieht das den Törtchen auf dem ersten Bild in diesem Artikel an … die Außenseite ist bei einigen etwas … hm, zerzaust.

Naja, war mein erster Versuch! Also, bitte …

Traditionell streut man vor dem Anknabbern noch etwas Zucker oder Zimt auf die Pastéis de Nata. Das ist Geschmackssache. In manchen Rezepten wird auch noch mal extra Zucker oben als Topping mit einem Flambierbrenner karamelisiert. Hm .. noch mehr Zucker. Das muss am Ende jeder selbst entscheiden.

Ich habe natürlich ein, zwei probiert. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis!

Wenn ihr mögt, könnt ihr hier unten gerne von euren eigenen Erfahrungen berichten. Was habe ich falsch gemacht, was kann ich optimieren?

Update 10.12.2018:
Ich habe die Pastéis mit ins Büro genommen. Hier ein paar Kommentare, direkt aus den E-Mails herauskopiert:

Danke sehr sehr lecker.. und man kann nicht nur eins essen 😉 ich hab schon zwei.
Ist wahrlich schwer zu widerstehen.

hast Du sehr gut gemacht, war sehr lecker! Danke

Suuuuuperlecker.

Kannst öfter machen 🙂

Update 31.12.2018:
Für Silvester habe ich noch einmal zwei Bleche Pastéis de Nata gebacken. Diesmal habe ich die Förmchen auf dem Blech schön mit Butter eingerieben. Gebracht hat das allerdings gar nichts.

Beim zweiten Blech habe ich in die ungefetteten Förmchen zusätzlich Muffin-Förmchen aus Papier hineingestellt. Das hatte die Wirkung, dass der Blätterteig wohl weniger heiß geworden und damit nicht so hundertprozentig ausgebacken ist. Gegen das Ankleben hat das nichts geholfen.

Im Endeffekt ist es folgendermaßen: der Blätterteig sollte direkt am heißen Blech anliegen. Er klebt auch gar nicht an. Das Problem ist einzig der zuckerhaltige Pudding. Sobald der irgendwo an das heiße Blech kommt, verklebt er. Es muss also unbedingt darauf geachtet werden, dass der Pudding auch beim Backen immer schön im Blätterteig bleibt! Von daher hat das „nur zu 3/4 einfüllen“ seine absolute Berechtigung.

Schlecht ist es hingegen, wenn die Puddingmasse nach oben über den Blätterteigrand hinaus aufsteigt und dort entweder den Rand an das Blech klebt oder gar hinter den Teig fließt und dort den Teig oder das Papier (der zusätzlichen Förmchen) mit dem Blech verklebt.

Wie machen das eigentlich die Profis?

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2 Kommentare
  1. Heikita sagt:

    Lieber Sven,
    danke für das Rezept, werde ich demnächst auch mal ausprobieren!
    Liebe Grüße, Heike

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