Lissabon-Reise mit Sunwave – Sintra

Hinweis:
Die Vorbereitungen zur gemeinsamen Ausflugstour zum Kap und nach Sintra findet ihr in meinem Artikel Cabo da Roca und Sintra in Portugal – Vorbereitung.


Am sĂŒdwestlichsten Punkt des europĂ€ischen Festlands war ich schon oft, am Cabo de SĂŁo Vicente. Aber am westlichsten Punkt war ich noch nie, also am Cabo da Roca.

Sintra wiederum liegt nicht am Meer, sondern etwas landeinwĂ€rts und ist bekannt fĂŒr seine Landschaft und fĂŒr viele herrschaftliche HĂ€user, die frĂŒher privat, heute aber öffentlich zugĂ€nglich sind.

Das waren die Ziele fĂŒr den heutigen gemeinsamen Ausflugstag.

Praia do Guincho

Foto des Strand Praia do Guincho an der WestkĂŒste von Portugal

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Wir fuhren also nach dem FrĂŒhstĂŒck alle zusammen los in Richtung Cabo da Roca. Die Fahrt ging immer an der KĂŒste entlang. Kurz vorher kamen wir an dem sehr bekannten Strand Praia do Guincho vorbei und hielten kurz fĂŒr eine Pause an. Im Augenblick regnete es gerade mal nicht. Aber zum Verweilen lud der Strand dennoch gerade nicht ein. So wurde die Pause fĂŒr’s Rauchen und fĂŒr ein paar schnelle Fotos genutzt.

Der Strand war schön und bot am Rande einen Pinienwald mit der Möglichkeit zum Picknicken im Schatten.

Ich konnte mir gut vorstellen, dass hier im Sommer viel los war.

Cabo da Roca – das Ende von Europa

Foto der hĂŒgeligen grĂŒnen Landschaft am Cabo da Roca

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet (und der Himmel war nicht so blau 😉 )

Nicht ganz das Ende von Europa … da draußen im Meer gab es ja noch die Azoren, die natĂŒrlich ebenso zu Europa (und Portugal) gehörten. Aber zumindest das westlichste Ende des Kontinental-Europas.

Auf dem Foto könnt ihr gut erkennen, wie grĂŒn die Landschaft im Augenblick war. Es kann gut sein, dass ihr das bei eurem Besuch nicht ganz so ĂŒppig vorfinden werdet.

Foto des Markierungspunkts am Cabo da Roca

Foto von mir, 2016

Hier gab es ĂŒberhaupt nichts Aufregendes. Kein Feuerwerk, keine Fanfaren … Auf dem Parkplatz standen einige Busse und PKWs herum und in der Gegend stromerten Leute durch die karge Landschaft. Hinter der kleinen Mauer auf dem Foto ging es relativ steil nach unten ins Meer. Einige Wahnsinnige lassen sich natĂŒrlich mit einem Fuß in der Hölle fotografieren, sprich, sie stellen sich so nah an den Abgrund, dass ich mich abwende, um nicht den Sturz in den Tod live mitansehen zu mĂŒssen. Okay, es ist dann heute doch nichts passiert, aber ĂŒberrascht hĂ€tte es mich nicht.

Aber so ist es ja immer: ich bekomme schon die Krise, wenn ich nur 5 Meter an so einen Abgrund ran muss, weil ich ja nie weiß, wie sich diese Kante unter mir darstellt. Ist da solider Fels? Ist die Kante vielleicht nur 20 cm dick und ich sehe es nicht? Gut, ist mein Problem, ich kann damit leben.

Zu unterschĂ€tzen ist die Gefahr hier am Kap jedenfalls nicht. Jedes Jahr sterben Menschen, die sich zu nah an den Abgrund getraut haben und dann abgestĂŒrzt sind.

An der linken Seite dieser SĂ€ule befand sich eine Tafel mit den wichtigsten Daten zu diesem Ort.

Ein Foto ohne Menschen war ĂŒbrigens nicht zu schaffen. Ich habe mehrere Minuten ausgeharrt, aber dann gab ich auf. Soviel Zeit hatte ich dann heute doch nicht.

Foto des Leuchtturms am Cabo da Roca

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Ja, klar, gab es da noch den Leuchtturm, der den Schiffen signalisierte, dass sie mal nicht so nah ran kommen sollten. Besichtigen konnte man ihn allerdings nicht. Die SteilkĂŒste befand sich ĂŒbrigens auf dem Foto links vom Leuchtturm.

Das sieht dann so aus:

Foto der SteilkĂŒste beim Cabo da Roca

Foto von mir, 2016

Weiter oben beim Parkplatz gab es ein kleines Touristen-InformationsbĂŒro. Dort konnte man Andenken kaufen, unter anderem auch ein Zertifikat, das einem den Besuch dieses wundervollen magischen Ortes bestĂ€tigte. Ich glaube, sie verlangten 11 Euro dafĂŒr. Ihr mĂŒsst mir eben auch ohne Zertifikat einfach glauben, dass ich tatsĂ€chlich hier war!

Foto von einem Teppich aus blĂŒhenden Mittagsblumen

Foto von mir, 2016

Es bestand die Möglichkeit, sich etwas abseits des Hauptweges in die Landschaft hineinzubegeben. Ein Teppich aus Mittagsblumen (korrigiert mich bitte, wenn es sich um andere Blumen handelt) leuchtete grĂŒn und gelb, obwohl wir gar keine Sonne hatten.

Achja … und schon fing es wieder an zu regnen.

Wind und Regen trieben die Menschen schnell in ihre Busse und uns in das Touri-GeschÀft. Dort konnte man sich halbwegs unterstellen.

Ich habe es jedenfalls genossen, die Nase in den Wind zu halten und der Brandung da unten zu lauschen. Das Gequassel in diversen Sprachen von den Leuten um mich herum musste ich halt ausblenden.

Ich habe mir noch ein wenig die schönen Erinnerungen angesehen, die man in dem GeschĂ€ft kaufen konnte, aber naja … Erinnerungen trage ich im Herzen und nicht in gekauften Kitsch-Fotos. (War das jetzt zu dick aufgetragen?)

Ach, ĂŒbrigens, auf dem Weg zum Kap habe ich an einer Abzweigung den Hinweis auf die Bar Moinho gesehen. Ihr erinnert euch? Geheimtipp. Das wĂŒrde ich wiederfinden. Und morgen hatte ich einen freien Tag, an dem ich die Bar besuchen konnte.

Sintra – MĂ€rchenschlösser und ZaubergĂ€rten

Um 11:30 Uhr fuhren wir vom Cabo da Roca weiter in Richtung Sintra. Wir waren zu viert im Auto, meine Fahrerin fuhr super und wir unterhielten uns im Auto ĂŒber alles Mögliche oder schauten uns die tolle Landschaft an.

Und ja, die Landschaft hier, „links“ von Lissabon ist viel, viel interessanter als ich es erwartet hatte. Oder ich sag es mal anders: ich könnte hier definitiv noch mal einen Urlaub verbringen!

Sintra selber ist großartig! Hallo? Ihr kennt Sintra nicht? Kleiner Tipp: fahrt dort unbedingt mal bei Gelegenheit vorbei!

Sintra ist fĂŒr alle Portugal-Liebhaber ein verheißungsvoller Ort.

Große PinienwĂ€lder sorgen fĂŒr ein etwas angenehmeres Klima. Die Großstadt Lissabon ist leicht per Bahn erreichbar. Und das Meer ist auch nicht weit entfernt.

Der portugiesische Adel und einige reiche Unternehmer sahen das genauso und haben sich im Laufe der Jahrhunderte wunderschöne HĂ€user und große PalĂ€ste gebaut.

Jetzt endlich hatte ich die Möglichkeit, mir selber einen Eindruck davon zu machen. Mir war natĂŒrlich absolut klar, dass ich in ein, maximal zwei Tagen keine Chance hatte, mir alles Interessante mit der mir eigenen IntensitĂ€t und Muße anzuschauen.

Die Innenstadt von Sintra

Foto von ANgela, von mir nachbearbeitet

Ein kleiner Ort (ca. 10.000 Einwohner) mit steilen Straßen und vielen kleinen und kleinsten GeschĂ€ften, im Zentrum der Palacio National mit seinen zwei markanten Schornsteinen. Das Zentrum war natĂŒrlich touristisch ĂŒberlaufen. Es gab jede Menge kleiner GeschĂ€fte und Bars mit teilweise ĂŒberraschenden Konstruktionen, um das steile GelĂ€nde auszugleichen. Muss ich es noch erwĂ€hnen? NatĂŒrlich ist das ganze Gebiet UNESCO Weltkulturerbe.

In den 21 Jahren (seit 1985), in denen ich regelmĂ€ĂŸig Portugal besucht habe, war ich noch nie in Sintra. Schon immer wollte ich mal nach Sintra! Und jetzt war ich dort! Ein zufriedenes Grinsen schlich sich in mein Gesicht und die Reaktion meiner Mitreisenden bestĂ€tigte, dass man mir das offensichtlich ansah.

Okay, es regnete natĂŒrlich mal wieder.

Wir sind erst mal zum PalĂĄcio National gegangen und haben dann beratschlagt, was wir bei den WetterverhĂ€ltnissen anschauen wollten. Zur Wahl standen der Nationalpalast, der PalĂĄcio Nacional da Pena und die Quinta da Regaleira. Bei Regen war natĂŒrlich alles besser geeignet, was innerhalb eines GebĂ€udes gemacht werden konnte. Offiziell geplant war allerdings die Quinta da Regaleira (ja!), aber Helena war flexibel und wollte sich nach ihrer Gruppe richten.

Verkehrswegweiser zu den verschiedenen SehenswĂŒrdigkeiten in Sintra

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

So sah es aus … jede Menge SehenswĂŒrdigkeiten, aber wahrscheinlich nur Zeit fĂŒr eine davon. Einige aus der Gruppe schienen nicht so sehr der „Ich schau mir alte HĂ€user an“-Typ zu sein und wĂ€ren wohl lieber wieder shoppen gegangen. 🙂 Gut, es wurde daher entschieden, dass wir alle gemeinsam, alleine oder in GrĂŒppchen durch die Stadt spazieren gehen, eine Kleinigkeit zu Mittag essen, gegebenenfalls ein paar Andenken fĂŒr die Lieben in Deutschland kaufen, um uns dann um 14:00 Uhr wieder vor dem Nationalpalast einzufinden.

Die Leute teilten sich so ein bisschen in verschiedene Gruppen auf. Meine Gruppe schlenderte durch die Gassen auf der Suche nach einem kleinen Imbiss. Gelandet sind wir dann in einer winzigen Konditorei und haben uns dort Kleinigkeiten zum Essen gekauft. NatĂŒrlich habe ich die uns von Helena empfohlene Queijada probiert. Aber vorher ein Tosta Mista gegen den Hunger. Dazu einen Galão Escuro, also einen dunklen Milchkaffee. Die Queijada (eine Art Miniatur KĂ€setörtchen, schmeckte sehr lecker, allerdings war mir der Teig, der als GefĂ€ĂŸ diente, zu hart. Da musste ich richtig kauen.

Nach dem kleinen Snack sind wir weiter geschlendert, erst mal immer nur nach oben. Die MĂ€dels haben sich ein paar der LĂ€den von innen angesehen, ich blieb derweil draußen und schaute mir das bunte Treiben an: da wurde geknutscht, woanders wurde gestritten, hier wurde diskutiert … manche Leute hatten sich nichts zu sagen.

Wir trafen dann wieder auf Helena, unsere Reiseleiterin, die uns einen kleinen Aussichtspunkt zeigte. Von dort ging es dann ĂŒber Treppen schnell wieder nach unten und nach ein paar weiteren Zwischenstopps in LĂ€den dann schließlich zum vereinbarten Treffpunkt vor dem Nationalpalast.

Es war immer noch nicht geklĂ€rt, welchen Palast oder welche Quinta wir uns ansehen wollten. Alles wĂŒrde aus zeitlichen GrĂŒnden nicht funktionieren. Mir war es egal, weil ich mir fĂŒr morgen sowieso all das, was wir heute nicht ansahen, einplanen wĂŒrde. Inzwischen war das Wetter viel besser und es regnete nicht mehr, so dass wir bei der Ursprungsplanung, nĂ€mlich der Quinta da Regaleira blieben (großer Park = viel draußen sein = schlecht bei Regen).

Das HauptgebÀude der Quinta da Regaleira in Sintra

Foto von mir, 2016

Vom Nationalpalast aus ist die Quinta zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen. Sie liegt direkt an der Straße. Der Eintritt kostete 6 Euro, schloss aber sowohl den riesigen Park als auch das GebĂ€ude ein.

Das war doch mal ein GebĂ€ude! Die Munsters hĂ€tten ihren Spaß an der Quinta gehabt!

ĂŒppiges GrĂŒn in den Parkanlagen der Quinta da Regaleira in Sintra

Foto von mir, 2016

So eindrucksvoll das gotische GebĂ€ude aussah, so war das eigentliche Highlight der große romantische Garten … ach was, die riesigen Parkanlagen. Hier gab es viele versteckte PlĂ€tze, TĂŒrme, Grotten und ein ausgedehntes Tunnelsystem. Alles war ĂŒppig bewachsen. Wenn ihr Sinn fĂŒr Romantik habt, dann schnappt euch euren Liebsten oder eure Liebste und verbringt Stunden in dieser Anlage!

Keine Ahnung, wie das im Sommer aussah, aber wir haben auch bei unseren mĂ€ĂŸigen Temperaturen von ca. 18 Grad beim Herumwandern durchaus geschwitzt. Der Park befand sich nĂ€mlich an einem HĂŒgel und man musste stĂ€ndig SchrĂ€gen oder Treppen hoch gehen. Mein erklĂ€rtes Ziel war natĂŒrlich der Brunnen der Initiation. Und ich wollte ihn von unten und nicht von oben erreichen, also ĂŒber den Weg hinter dem Wasserfall.

Und genau dafĂŒr hatte ich mir extra eine Taschenlampe mitgenommen.

Teich vor dem Eingang zum Tunnelsystem der Quinta da Regaliera in Sintra

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Plötzlich sah ich einen kleinen Teich vor mir, an dem rechts ein Weg nach oben vorbei fĂŒhrte, der aber auch quer durch das Wasser ĂŒber ein paar eingelassene Steine eine Überquerung – oder sollte ich Durchquerung schreiben? – ermöglichte. Von oben hörte ich: „Na, wer traut sich?“, wĂ€hrend gleichzeitig eine meiner Mitreisenden bereits von der anderen Seite zurĂŒckkehrte. Ja, natĂŒrlich! Das war’s! Und wenn ich absaufen wĂŒrde, ich MUSSTE diesen Weg einfach gehen!

Also tapfer vorsichtig einen Fuß vor den anderen gesetzt, von einem Stein zum anderen balancierend … ich fĂŒhlte mich von oben beobachtet, musste aber auf meine Schritte achten. Und dann, so ca. 8 Steine spĂ€ter, war ich drĂŒben. Vor mir war ein dunkles Loch und meine Mitreisende. Ich holte die Taschenlampe raus und auf ging’s!

Es war wirklich absolut dunkel … ohne Taschenlampe. Der Stollen sah grob aus dem Fels gehauen aus und fĂŒhrte nicht ganz gerade in das fĂŒr uns Unbekannte. Wir fĂŒhlten uns wie Indiana Jones!

Ausblick vom Tunnelsystem aus durch einen kleinen Wasserfall

Foto von mir, 2016

Kurz nach dem Start standen wir hinter einem kleinen Wasserfall und konnten die (wenigen) Leute beobachten, die wie wir ĂŒber die Trittsteine balancierten.

Wir drangen weiter in den dunklen Fels vor. Die GĂ€nge durch den Fels waren nicht mal so eben zwei Meter lang oder so. Es handelte sich um eine recht ausgedehnte Anlage.

Irgendwann kamen uns andere Leute entgegen, auch welche aus unserer Reisegruppe. Die hatten den einfacheren Weg gewĂ€hlt, nĂ€mlich den bequemen Einstieg von oben, die Wendetreppe nach unten und dann durch den Stollen. Mancher hatte das Smartphone als Taschenlampe verwendet, aber meine Lampe war natĂŒrlich viel stĂ€rker (das war so eine High-Tech Super-Duper LED-Lampe. Wen es interessiert: Fenix LD41).

Foto vom unteren Ende des Brunnens nach oben zum Himmel

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Und dann standen wir am unteren Ende des Brunnens der Initiation (Poço Iniciatico). Es war dunkel, aber von oben drang natĂŒrlich Licht herein. In neun Ebenen fĂŒhrte ein spiralförmiger Gang an der Innenwand nach oben.

Unten auf dem Boden sahen wir dieses ominöse Muster in den Boden eingelassen. Davon habe ich aber kein Foto, es war zu wenig Licht. Im Internet gibt es genĂŒgend Bilder davon, zum Beispiel in der Wikipedia. Das zeigt vor allem, dass dieser „Brunnen“ niemals ein Brunnen gewesen war.

Im Internet gibt es sogar ein 360°-Grad Video von dem Bunnen … und nicht nur vom Brunnen: http://www.regaleira.pt/visitavirtual/interactive/! Sehr cool! (28.04.2018 – Hinweis: das 360°-Video kann ich leider nicht mehr finden. Ich habe den ursprĂŒnglichen Link deswegen auf inaktiv gesetzt.)

Und auch im Kinofilm „Die neun Pforten“ mit Johnny Depp kommt dieser Brunnen vor. Er wird ĂŒbrigens auch „inverser Turm“ genannt.

Meine Begleitung und ich (wir waren seit der Überquerung des Sees nur zu zweit, aber das war ein Vorteil) stiegen die neun Ebenen des Poço Iniciatico nach oben. Wir erkundeten anschließend weitere Teile der Parkanlage. Es gab noch weitere Ein-/AusgĂ€nge in das Tunnelsystem. Das war richtig spannend! Aber auch außerhalb des Felsens war die Anlage sehr interessant und bot an jeder Ecke Neues. Immer wieder gab es SteinbĂ€nke, wo man sich hinsetzen und vor sich hintrĂ€umen konnte. Dann gab es kleine Liebesgrotten, die zu verruchtem Spielen einluden. Aber auch Arena-artige PlĂ€tze fĂŒr TheaterauffĂŒhrungen gab es.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die umfangreiche Fotostrecke von Kilchen hinweisen: Sintra: Zauberhafte Quinta da Regaleira. Sie hat viele, viele Ecken der Anlage mit der Kamera eingefangen. Ich glaube, sie ist in diese Anlage genauso verliebt wie ich. Und doch muss man dort einfach mal selber auf Entdeckungstour gegangen sein. Nur eins ist wichtig: plant wirklich genug Zeit ein!

Irgendwann waren wir zwei erschöpft. Außerdem gab es eine vereinbarte Zeit, zu der wir alle uns wieder am Eingang treffen wollten.

Aber noch hatten wir etwas Zeit. Am Anfang der Parkanlage, in der NĂ€he der Quinta, gab es einen Mini-Biergarten, wo man gegen teures Geld ein kleines Bier bekam. (Den Preis weiß ich nicht mehr.) Schön war es dort nicht und teuer zudem.

Wir blieben deswegen auch nicht lange dort, sondern beschlossen, nun doch noch die Quinta selbst zu besichtigen. Meine Begleitung war richtig lieb! Sie war sofort einverstanden und wir zwei machten uns auf den Weg (Ehrlich gesagt, falls du das mal hier liest: vielen Dank fĂŒr deine Begleitung! Es war ein richtiges VergnĂŒgen und eine echte Bereicherung!)

Von innen war das Haus nicht mehr so gespenstisch wie von außen. Aber es war komisch. In einem Raum war rundum an der Wand ein schmaler Streifen mit Glas im Boden. Der Raum war schummerig beleuchtet. Wenn man durch die TĂŒr trat, dachte man ganz spontan, man wĂŒrde herunterfallen und der Boden wĂŒrde in der Mitte schweben. Aber das Glas war kein Abgrund, sondern eben nur spiegelndes Glas. Sehr merkwĂŒrdig. Meine Sinne waren verwirrt. Ging es nur mir so?

Insgesamt war das GebÀude nicht mehr eingerichtet. Die RÀume waren alle in gutem Zustand, aber weitgehend leer.

Interessanterweise gibt es ĂŒber das Innere der Quinta praktisch keine Informationen im Internet, auch keine Fotos. Wenn mir da mal jemand eine gute Quelle nennen könnte, wĂ€re ich sehr dankbar.

Da wir zwei nicht mehr viel Zeit hatten, hatte ich keine Gelegenheit, mir irgendwelche Notizen zu machen. Und der Akku von meinem kleinen Fotoapparat hatte eh schon schlapp gemacht.

Tut mir also leid … die Geheimnisse der Quinta bleiben im Verborgenen und mĂŒssen von euch höchstpersönlich erkundet werden.

Beim Verlassen der Quinta sahen wir draußen auf der Straße schon den Rest der Gruppe stehen. Wir waren anscheinend die Letzten. Danke fĂŒr’s Warten!

die Straße zur Quinta da Regaleira in SIntra

Gemeinsam trotteten wir wieder runter nach Sintra. BergabwĂ€rts geht es immer etwas leichter. 😉 Regen hatten wir nun nicht mehr. Überhaupt hatten wir am Nachmittag GlĂŒck mit dem Wetter gehabt. Von ein paar wenigen sanften Schauern abgesehen, blieb alles trocken. Ungewöhnlich! Ich dachte schon, in Portugal regnete es immer. 😉

Mit den Autos ging es zurĂŒck ins Hotel.

Anschließend erwartete uns schon wieder das nĂ€chste Highlight in unserem Urlaub …

Privater Abend bei unserer Reiseleiterin Helena

Helena hat das GlĂŒck, in einer Wohnung in der Innenstadt zu wohnen. FĂŒr heute Abend hat sie uns zu sich eingeladen. Ich empfand diese Einladung als ganz besondere Ehre, sollte man doch Beruf und Privatleben ĂŒblicherweise auseinanderhalten. Mir ist bewusst, dass sie durch ihren Beruf viele Menschen kennenlernt und von daher kaum freundschaftliche Kontakte zu ihren Kunden aufbauen kann. Umso bemerkenswerter war es, dass sie unsere Gruppe so nah an ihren ganz privaten Bereich heranließ. Keine Ahnung, wie es die anderen Gruppenmitglieder empfanden, aber ich werde diese Geste von ihr niemals vergessen.

Danke, Leninha!

WĂ€hrend Helena damit beschĂ€ftigt war, ihre Wohnung fĂŒr die GĂ€ste herzurichten und das Essen vorzubereiten, machten wir uns vom Hotel aus auf, mit der Bahn nach Lissabon zu fahren. Ebenfalls fĂŒr immer in Erinnerung bleiben wird mir das „Gehbier“ des zweiten mĂ€nnlichen Mitglieds unserer Gruppe. Er drĂŒckte mir beim Verlassen des Hotels ein Bier in die Hand, damit wir nicht völlig dehydriert in Lissabon ankĂ€men … er nannte es ein „Gehbier“. Fand ich klasse!

Wir fuhren also alle gemeinsam wieder bis zum Bahnhof Cais do SodrĂ©. Von dort ging es dann zu Fuß weiter zu Helenas Wohnung, und zwar mitten durch die Innenstadt. Da wir fĂŒr die Versorgung mit GetrĂ€nken zustĂ€ndig waren, kauften wir entsprechend unterwegs ein … Ladenschlusszeiten gibt es nur in Deutschland. 😉 Ich hatte allerdings bereits eine Flasche Portwein aus dem Pingo Doce beim Hotel dabei. Die Stimmung war sehr ausgelassen, auch wenn wir auf „der letzten Meile“ leichte Orientierungsprobleme hatten. Das lag aber nicht am Alkohol, sondern an unseren mangelhaften Ortskenntnissen.

Wie gesagt, wir hatten Spaß. An einem Ginjinha (siehe auch Lissabon-Reise mit Sunwave – die Hauptstadt von Portugal) kamen wir auch diesmal nicht vorbei.

Mit Hilfe mehrere Smartphones kamen wir dann irgendwann bei Helena an. Ihre Wohung war in einem Altbau und hatte freigelegtes Fachwerk im Inneren. Sie nannte uns auch den Mietpreis fĂŒr die Wohnung. Ich war doch etwas ĂŒber die Höhe der Miete ĂŒberrascht. Billig konnte man das kaum nennen.

Der Abend war sehr privat und deswegen gibt es auch keine Fotos. Sorry.

FĂŒr 12 Leute wurde es schon etwas kuschelig, aber das machte niemanden etwas aus. Die wenigsten Gruppenmitglieder konnten mit Portwein etwas anfangen. Klar, Rotwein kennt jeder, aber Portwein scheint doch weniger bekannt zu sein, als ich dachte. Grund zur Sorge hatte ich nicht … die von mir mitgebrachte Flasche war schnell leer. Und andere GetrĂ€nke genauso.

Irgendwann holte Helena sich eine Gitarre und fing an zu singen. Und auch wir (wenigstens einige von uns) sangen mit.

In unserer Gruppe waren auch OsteuropĂ€er. Die fingen dann im Laufe des Abends an zu tanzen. ZunĂ€chst war es wohl Samba, dann Zumba irgendwas … und dann … man glaubt es kaum … (mein Mund steht immer noch offen!) … prĂ€sentierte uns ein Gruppenmitglied ausgiebigen Bauchtanz! Es war so klasse! Und sie bekam dafĂŒr auch den verdienten Applaus!

Zu dem Zeitpunkt war die Stimmung am Kochen.

Gegen 24:00 Uhr entschieden wir trotzdem, ins Hotel zurĂŒckzukehren. Morgen war fĂŒr Helena ein neuer Arbeitstag und auch wir wollten morgen ja nicht erst gegen Mittag aufstehen. Und außerdem … ihr wisst schon … von wegen durchgemachte NĂ€chte! Weicheier!

Wir marschierten den Weg zum Bahnhof wieder zurĂŒck. Und ja, wissst ihr was? Es regnete mal wieder ordentlich. Das war uns aber inzwischen schon so richtig egal.


 weiter zum 7. Tag (PalĂĄcio Nacional da Pena in Sintra, Bar Moinho Dom Quixote in Colares)
 zurĂŒck zum 5. Tag (Serra da ArrĂĄbida, Weinprobe, Fado)


Alle Sunwave Artikel in meinem Blog.
Meine Portugal-Artikel.
Übersicht ĂŒber Facebook-Gruppen, die sich mit Portugal beschĂ€ftigen.
Übersicht ĂŒber deutschsprachige Portugal-Foren.


Weitere Informationen im Internet

ReisefĂŒhrer zu Sintra.
Fundação Cultursintra FP Quinta da Regaleira.
Die 10 unheimlichsten Orte der Welt.
Aquarelle mit SIntra als Motiv von Elizaveta Grechukhina.



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