Singlereisen – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net Querbeete Gedanken, Meinungen und Interessen Sun, 22 Oct 2017 15:45:43 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 http://blog.sevke.net/wp-content/uploads/2016/03/cropped-think-622166_960_720-150x150.jpg Singlereisen – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net 32 32 27620428 Sunwave Singlereisen – Bus statt Mietwagen http://blog.sevke.net/2017/05/06/sunwave-singlereisen-bus-statt-mietwagen/ http://blog.sevke.net/2017/05/06/sunwave-singlereisen-bus-statt-mietwagen/#respond Sat, 06 May 2017 12:12:29 +0000 http://blog.sevke.net/?p=8619 Ach … schau mal an …
Gerade lese ich den aktuellen Newsletter von Sunwave Singlereisen, und was lese ich da?

Neu in Portugal: Ausflüge bequem per Bus.
Bei den Reisen nach Portugal gibt es in diesem Jahr eine Neuerung; der Flughafentransfer und die Ausflüge erfolgen mit dem Bus statt mit dem Mietwagen.

Ein breites Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.

Immerhin hatte ich genau die Anmietung der Mietwagen in meinem Artikel Lissabon-Reise mit Sunwave – Anreisetag kritisch betrachtet.

Die Herausforderungen mit Mietwagen in Stichworten:

In meinen Berichten habe ich diese Punkte alle angesprochen. Die Listenpunkte sind zu den entsprechenden Artikeln verlinkt.

Nachteile bei Verzicht auf Mietwagen

Dem gegenüber steht natürlich der Verlust an Individualität. Ohne Mietwagen kann sich niemand mal schnell das Auto schnappen und auf eigene Faust die Gegend erkunden … so, wie ich es getan habe. Aber das ist kein wirklicher Nachteil, denn genau das war ja trotzdem weiterhin möglich: jeder konnte sich bei Bedarf selber ein Auto mieten und damit herumfahren.

Grundsätzlich hatte ich allerdings den Eindruck, dass sich der Wunsch nach individuellen Ausflügen mit dem Auto in Grenzen hielt. Außerdem gab es und gibt es die bequeme Möglichkeit, mit dem Zug zu fahren.

Ein bisschen rätsel ich noch, wie Ankunft und Abflug der Gruppenteilnehmer organisiert werden. Die Flugzeuge kommen ja nicht zur selben Zeit an und fliegen auch nicht zur selben Zeit ab.

Fährt der Bus jetzt mehrmals hin und her?

Oder verbringen die Gäste nun den halben Tag auf dem Lissabonner Flughafen?

Falls jemand von euch mal diese Reise bucht, würde ich mich freuen, wenn ihr hier als Kommentar beschreiben könntet, wie das nun abläuft. Bin schon etwas neugierig.

Ich finde es jedenfalls gut, dass Sunwave auf die Kritik von mir und wahrscheinlich vielen anderen reagiert hat und nun ein anderes Transportsystem ausprobiert.

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Lissabon-Reise mit Sunwave – Abreisetag http://blog.sevke.net/2016/07/02/lissabon-reise-mit-sunwave-abreisetag/ http://blog.sevke.net/2016/07/02/lissabon-reise-mit-sunwave-abreisetag/#respond Sat, 02 Jul 2016 13:50:23 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7615 Goodbye Smiley
Heute (11.05.2016) war der Tag der Rückreise.

Über den Tag verteilt würden die Gruppenteilnehmer zu unterschiedlichsten Zeiten zurück nach Hause fliegen. Das begann schon morgens vor dem Frühstück und endete mit meinem Flug um 19:20 Uhr.

Wir mussten uns so organisieren, dass wir mit den drei Mietautos alle zum Flughafen kamen. Unsere Frühaufsteherin übernahm unsere Reiseleiterin Helena persönlich schon um 6:30 Uhr.

Ich würde eine Mitreisende mitnehmen, die ca. 1 Stunde vor mir nach Deutschland flog.

Ausflüge waren für heute natürlich nicht eingeplant. Und Fotos habe ich auch keine mehr gemacht.

Das Frühstück nahm ich noch gemeinsam mit fünf anderen meiner Gruppe ein. Danach ging ich aufs Zimmer, um den Koffer zu packen und um noch ein paar Notizen zu machen. Wir mussten alle bis 12:00 Uhr aus dem Hotel auschecken.

Es regnete mal wieder den ganzen Tag, so dass der Abschied nicht übermäßig schwer fiel.

Die Check-In Zeit am Flughafen und die zusätzlich benötigte Zeit für die Rückgabe des Mietautos sowie für unseren Transfer von der Provinz (wo sich die Mietwagen-Firma befand) zum Flughafen berücksichtigt, blieb dennoch viel Zeit, die irgendwie gestaltet werden wollte.

Der Parque das Nações

Das Maskottchen vom Oceanário in Lissabon

Ich dachte mir, dass der Parque das Nações eventuell noch interessant sein könnte. Er lag nicht so weit vom Flughafen entfernt und bot einige Attraktionen wie zum Beispiel das Oceanário de Lisboa. Der Parque das Nações entstand für die Weltausstellung Expo 98.

Mit 18 Euro war der Eintritt allerdings nicht ganz günstig. Das wussten wir aber erst, als wir dort waren.

Unsere Hinfahrt war nicht so ganz problemlos. Grundsätzlich hätte ich ja einfach nach Lissabon ins Zentrum und von dort immer am Tejo lang fahren können. Aber ich wollte heute mal mit Navi fahren. Das Navi hatte anscheinend bei dem schwierigen Wetter Probleme mit dem Satelliten-Link. Außerdem war es wohl der Meinung, uns wohlwollend um Lissabon herum lotsen zu müssen.

Jedenfalls sind wir erst mal auf der Autobahn in Richtung Porto gefahren (!) (lach … zurück in die „alte“ Heimat!), bis mir das komisch vorkam. Dann sind wir um Lissabon herum nach Osten gefahren und von dort schließlich wieder zurück nach Lissabon. Eilig hatten wir es ja nicht. Aber bei dem Regen gab es auch nicht viel Landschaft zu bewundern.

Irgendwann waren wir dann da und suchten uns einen Parkplatz. Meine Mitreisende musste dringend auf Toilette und lief dann schon mal los, während ich versuchte, mit dem Parkautomaten zu kommunizieren. Zu dem Zeitpunkt ging meine Mitreisende noch davon aus, dass sie schnell in der Nähe eine Toilette finden würde und überließ mir den Regenschirm. Ich hatte ja in das Sonnenland Portugal keinen mitgenommen.

Als sie nach einigen Minuten nicht zurückkam, ging ich ihr entgegen. Es hätte ja gut sein können, dass sie keine Lust mehr verspürte, durch den Regen zu laufen, und deswegen irgendwo auf mich wartete. Sehr weit vor traute ich mich aber nicht. Denn es bestand die Gefahr, dass wir uns verpassten. Telefonnummern hatten wir vorher nicht ausgetauscht, was schlau gewesen wäre.

Irgendwann kehrte sie zurück, sah ziemlich sauer aus und vor allem nass. Ich hatte ein ziemlich schlechtes Gewissen, konnte aber weder ihren Zustand noch den des Wetters ändern.

Wir beratschlagten, was zu tun wäre. Der Tag war nun schon fortgeschritten, der Eintrittspreis war zu hoch für zwei Stunden Ozeanarium. Und außerdem war da noch der Hunger, der besänftigt werden wollte.

Letztendlich gingen wir zurück zu dem Café, wo sie die Toilette gefunden hatten. Inzwischen regnete es glücklicherweise nicht mehr. Dort aßen wir einen kleinen Imbiss, tranken etwas und saßen ansonsten nur rum. Viel Lust auf eine Unterhaltung verspürten wir auch nicht mehr.

Mietwagen Rückgabe

Selbstdarstellung der Mietwagenfirma
Leider befand sich der Rückgabeort für den Mietwagen nicht direkt am Flughafen (wie es normalerweise üblich ist), sondern in diesem Vorort Prior Velho. Mit Hilfe des nun wieder richtig funktionierenden Navis sind wir dort hingefahren. Die Rückgabe des Autos verlief problemlos. Trotz aller Hektik, die von den Mitarbeitern verbreitet wurde, war der Ablauf allerdings eher gemütlich, um es freundlich auszudrücken.

Die bereits erfolgte Abbuchung der Kaution von 300 Euro entpuppte sich nun doch als „nicht durchgeführt“, also nur als Backup. Sie wurde rückgängig gemacht. Diese Buchung tauchte auch nie auf einer Kreditkartenabrechnung auf. Also alles okay. Zusätzliche Kosten entstanden durch die Endabrechnung der Autobahn-Maut. Zwischen der letzten automatischen Abbuchung und der Mietwagen-Rückgabe sind weitere Kosten entstanden, die nun cash bezahlt werden mussten.

Am Flughafen in Lissabon

Flughafen Terminal in Lissabon
Schließlich ging es dann zum Flughafen. Dort gaben wir unsere Koffer ab und erinnerten uns, dass Helena ja bereits wieder auf dem Flughafen war, um die nächste Gruppe zu empfangen. So gingen wir runter zum Arrival-Bereich und fanden dort auch Helena … die kleine Blonde. Ich glaube, sie hat sich ein bisschen über die Abwechslung gefreut. Und wir mussten nicht nur herumsitzen und auf unsere Flugzeuge warten.

Tja … und dann war es Zeit für die Gates.

Lissabon … bye bye, bis zum nächsten Mal!


 zurück zum 7. Tag (Palácio Nacional da Pena in Sintra, Bar Moinho Dom Quixote)


Alle Sunwave Artikel in meinem Blog.
Meine Portugal-Artikel.
Übersicht über Facebook-Gruppen, die sich mit Portugal beschäftigen.
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]]> http://blog.sevke.net/2016/07/02/lissabon-reise-mit-sunwave-abreisetag/feed/ 0 7615 Lissabon-Reise mit Sunwave – noch mal Sintra http://blog.sevke.net/2016/06/25/lissabon-reise-mit-sunwave-noch-mal-sintra/ http://blog.sevke.net/2016/06/25/lissabon-reise-mit-sunwave-noch-mal-sintra/#respond Sat, 25 Jun 2016 13:48:01 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7613 Hinweis:
Die Vorbereitungen zu meiner Ausflugstour nach Sintra findet ihr in meinem Artikel Cabo da Roca und Sintra in Portugal – Vorbereitung.


Heute, am 10. Mai 2016, hatte die Gruppe wieder einen freien Tag zur Selbstgestaltung. Das traf sich wieder sehr gut, da ich ja noch ein paar sozusagen private Ausflugsziele eingeplant hatte:

  • Palácio Nacional da Pena in Sintra
  • Bar Moinho Dom Quixote in Colares

Bis auf zwei Gruppenmitglieder ist der Rest wieder nach Lissabon gefahren. Die beiden anderen waren noch unentschlossen. Allerdings hatten sie keine Lust, mit mir zusammen noch mal nach Sintra zu fahren. Auch gut.

Ohne festen Terminplan konnte ich es mir heute leisten, etwas später aufzustehen. Das war dann so gegen 9:00 Uhr.

Palácio Nacional da Pena in Sintra

Luftbild der Gesamtanlage des Palácio Nacional da Pena in Sintra
Gestern hatte ich ja schon viel Zeit in Sintra verbracht, vor allem in der Quinta da Regaleira.

Heute würde ich das fotogene Märchenschloss hoch oben auf dem Berg besuchen.

Bis Sintra ist der Weg schnell und einfach zu fahren.

Aber vom Zentrum des Ortes bis hoch zum Palast ließ ich mich auf eine abenteuerliche Fahrt ein. Kleine Straßen schrauben sich in engen Serpentinen durch einen Urwald hinauf, zunächst noch zweispurig, später dann nur noch einspurig als Einbahnstraße.

An der Stelle auch gleich einmal eine Warnung: wenn man den Berg hochfährt, finden sich immer wieder kleine Parkplätze und Parkstreifen am Straßenrand. Schnell lässt man sich zu einem „Ach, einer geht noch!“ hinreißen und versucht, noch näher an den Palast heranzukommen. Wer dann endlich beim Palast angekommen ist, kann leider nicht mehr umdrehen, denn die Straße ist eine Einbahnstraße. Und auf dem Weg nach unten gibt es keine Parkmöglichkeiten mehr.

Ich ging das Risiko bewusst ein, ich hatte ja Zeit. Also fuhr ich erst einmal gemütlich zum Palast hoch und sondierte die Lage. Danach fuhr ich wieder auf der anderen Seite runter nach Sintra und dann wieder hoch durch den Urwald. Ich sah das nicht als Zeitverschwendung an, sondern genoss den Wald und die abenteuerlichen Straßen. Mit dem Motorrad würde das sicher noch mehr Spaß machen!

Oben beim Eingang standen Busse und Taxis herum. Man konnte also auch sehr gut ohne eigenes Auto herkommen. Der Eingang führte aber keineswegs in den Palast, sondern in die riesige Parkanlage (das kennen wir schon von der Quinta da Regaleira). Nur war hier praktisch der gesamte Berg die zum Palast gehörende Parkanlage. Unglaublich!

Foto der Vorderseite des Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016

Vom Palácio Nacional da Pena gibt es ganz hervorragende Fotos im Internet, auch tolle Luftbilder. Einfach mal die Bildersuche von Google dafür nutzen. Meine eigenen Fotos sind nicht so aufregend. Ich hatte auch nur so eine kleine Exilim mitgenommen. Ich verwende meine Fotos hier trotzdem.

Der Palast war also von hier am Eingang immer noch weit weg und weit über mir. Wer mochte, konnte zu Fuß durch den Garten hoch zur Anlage spazieren gehen. Wer das nicht wollte, konnte auch einen Kleinbus-Transfer in Anspruch nehmen. Der kostete natürlich extra, und nicht zu knapp.

Scan der Eintrittskarte

Auf dem Foto vom Palast könnt ihr übrigens gut erkennen, dass die Außenwände tatsächlich so farbenfroh gestaltet sind, wie man es im Internet auf den Fotos sehen kann. Das ist nicht nachträglich mit Hilfe von Photoshop bunter gemacht worden.

Und noch etwas könnt ihr auf dem Foto sehen, und zwar oben links: blauer Himmel! Ja, das Wetter war (im Augenblick) super!

Der Eintritt kostete also 14 Euro und der Transfer noch mal 3 Euro. Der Bus fuhr alle 15 Minuten.

Die letzten Könige, die im Palácio Nacional da Pena in Sintra gelebt haben

Scan von mir, 2016

Ursprünglich stand da oben mal ein Kloster. Das wurde bei dem verheerenden Erdbeben von 1755 sehr stark beschädigt und in Folge aufgegeben. Auf diesen Ruinen wurde dann später ein neues Kloster und der Palast gebaut. Obwohl oft von dem Neuschwanstein Portugals gesprochen wird, so ist der Palast doch älter als Neuschwanstein bei uns in Deutschland … und viel bunter 😉 . Anders als Schloss Neuschwanstein wurde der Palácio Nacional da Pena von vielen Königen und Königinnen bewohnt. Die Räume des Palastes sind vollständig eingerichtet.

Bei dem Palast handelt es sich um eine Touristenattraktion. Entsprechend gut ausgestattet ist das Schloss. Es gibt sanitäre Anlagen, eine Cafeteria, ein Restaurant und natürlich einen Andenkenladen. Der riesige Park wird weniger stark frequentiert. Dort ist alles sehr ruhig und irgendwie ehrfürchtig.

Foto des Vorhofs und des Haupttores

Foto von mir, 2016

War man erst einmal oben beim Palast, der auf über 500 m Höhe lag, war die Besichtigung nicht mehr sehr beschwerlich. Die Eintrittskarte musste man mehrmals vorzeigen, also bitte sorgfältig behandeln und vor allem nicht wegwerfen!

Durch das Tor auf dem Foto mussten alle Besucher gehen, um in den eigentlichen Haupthof des Palastes zu gelangen. Die gesamte Anlage war überall mit kleinen Wachtürmen gesichert. Durch die Lage war ohnehin nicht davon auszugehen, dass sich jemand unbemerkt dem Palast nähern konnte.

Foto der Außenfassade mit wunderschönen Azulejos und manuelinischen Verzierungen

Foto von mir, 2016

Auf dem Hauptplatz findet ihr zu eurer Rechten das Kloster mit seiner roten Fassade. Auf der linken Seite gibt es ein mehrstöckiges massives burgähnliches Gebäude in gelber Farbe, das um einen Rundbau mit einer halbkugelförmigen Kuppel (sieht aus wie ein Planetarium) ergänzt ist. Dieser Komplex ist mit dem Kloster über einen Mittelteil verbunden, durch den ein Durchgang in den hinteren Hof führt. Die Fassade des mittleren Teils ist komplett mit Fliesen (den Azulejos) bedeckt. Zusätzlich findet man an der Fassade sehr stark ausgeprägt manuelinische Verzierungen.

Die Fliesen haben den Vorteil, dass man die Wände nicht regelmäßig neu mit Farbe streichen muss. Außerdem isolieren sie sehr gut gegen Wärme. Hat schon mal jemand eine Fliese angefasst, die warm ist? (Außer Bodenfliesen mit Fußbodenheizung natürlich.) Und schließlich sehen die Fliesen auch noch schön aus. Natürlich ist es wesentlich mehr Aufwand, eine Wand zu fliesen, als sie nur mit Farbe anzumalen.

Zum hinteren Hof gibt es zwei Durchgänge. Über dem rechten kann man den imposanten Triton bewundern.

Foto des Tritons über dem Durchgang zum hinteren Hof

Foto von mir, 2016

Der griechische Gott Triton war ein Sohn des Poseidons und der Meeresnymphe Amphitrite. Triton ist halb Fisch und halb Mensch.

Es war gar nicht so leicht, Fotos ohne Touristen zu machen. Hier liefen nun doch ziemlich viele Leute herum. Einige waren in Reisegruppen oder in Führungen organisiert. Auch Japaner waren darunter, die, dem Klischee enstprechend, viele Fotos schossen.

Unter dem Triton hindurch bin ich in den hinteren Hof gegangen. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Landschaft und auf …

Fotografierende japanische Teenager im hinteren Hof des Palastes

Foto von mir, 2016

… fotografierende Touristen. Schon klar … ich war auch einer davon. Diese Teenager sind mir noch häufiger begegnet. An verschiedenen Orten des Palastes machten sie vorwiegend Selfies oder Fotos von ihren Freunden. Für die Leute, die mich nicht kennen: mir hat das natürlich nichts ausgemacht, ich sehe das auch keineswegs negativ. Jeder so, wie er mag. Es war für mich eher amüsant zu sehen, wie unterschiedlich jeder bewertet, was für ihn sehenswert ist. Aber ihr seht ja … ich habe die Teenager ebenfalls fotografiert. 😉 Mein persönliches Highlight!

Ach so, ja, die Landschaft. Hier ist sie:

Landschaft, von der hinteren Terrase des Palácio Nacional da Pena in Sintra aus gesehen

Foto von mir, 2016

Wie ihr seht, hat man von hier oben einen fantastischen Fernblick.

Foto des Eingangs zur kleinen Kapelle

Foto von mir, 2016

Vom hinteren Hof gelangte man in die kleine Kapelle, die zum alten Kloster gehörte. Viel mehr kann ich euch über die Kapelle auch gar nicht erzählen. Ich bin natürlich hinein gegangen und habe dort einige leise Momente der Andacht verbracht.

Aber dann wurde es Zeit für die Besichtigung der Innenräume. Dazu musste ich wieder zum Hauptplatz zurück und dort zum alten Kloster hinüber. Die Eintrittskarte wurde hier ein weiteres Mal überprüft. Das Tolle an den Innenräumen war, dass sie komplett eingerichtet waren.

Foto eines einladend gedeckten Esstisches im Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016

Sagt selbst: dieser Tisch lud doch dazu ein, Platz zu nehmen und in vornehmer Umgebung zu trinken und zu speisen. Das Kloster ist ein in sich geschlossener Komplex mit einem Innenhof. Alles wirkte sehr geschützt. Immerhin dürfte es hier oben auf dem Berg oft recht windig sein. In diesem Gebäudeteil wohnten die Könige und die Königinnen. Selbst das Badezimmer der Königin konnte besichtigt werden. Alle Räume waren sehr aufwendig in Szene gesetzt worden und erweckten den Eindruck, die Bewohner wären nur kurz weggegangen.

Vom Kloster ging es weiter in den Mittelteil des Palastes, also über den Triton hinweg. Hier gelangte man in den großen Empfangssaal.

Ein Blick durch den großen Empfangssaal des Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016

Der Saal hatte in beide Richtungen viele große Fenster, so dass er sehr hell war. Zur genauen Architektur des Palastes habe ich bisher keine Informationen im Internet gefunden. Deswegen kann ich nicht sagen, welche Funktionen der große Rundbau und das davor liegende mehrstöckige rechteckige Gebäude hatten.

Im Rundbau waren einige Gebrauchsgegenstände ausgestellt. Im großen Gebäude befand sich oben die Küche.

EIn Blick in die Küche mit einer möglichen Ausstattung

Foto von mir, 2016

Auf dem Foto wird die Küche nicht so abgebildet, wie sie tatsächlich genutzt worden war. Stattdessen wurde der Raum genutzt, um eine Vielzahl von Küchen-Utensilien auszustellen, die aus der Zeit des Palastes stammten. Eine Reihe von Schornsteinen auf dem Dach des Gebäudes zeigten, dass dies wirklich die Küche des Palastes gewesen war.

Ein Bauwerk wie der Palácio Nacional da Pena muss immer wieder renoviert werden. Dies geschieht regelmäßig und ist Voraussetzung dafür, dass uns dieses Schloss auch in Zukunft in seiner ganzen Vielfältigkeit und Pracht erhalten bleibt.

Für den Palast hatte ich mir ausreichend viel Zeit gelassen. Jetzt wollte ich mir den Wald und die Parkanlagen ansehen. Hier ein grober Übersichtsplan:

Unscharfer Übersichtsplan der Parkanlagen

Scan von mir, 2016

Viel erkennt man nicht auf diesem Plan. Wenn ihr den Palast besuchen solltet, bekommt ihr sowieso einen eigenen gedruckten Plan auf Deutsch. Hier soll er nur einen Eindruck über die Größe geben.Im unteren linken Viertel des Bildes könnt ihr vielleicht den Palast erahnen.

Vergrößert sieht das so aus:

vergrößerter Ausschnitt vom Übersichtsplan, der den Palast zeigt

Scan von mir, 2016

Im Wald könnt ihr jedenfalls Stunden verbringen. Auch bei warmen Wetter müsste es gut auszuhalten sein, weil die Bäume für viel Schatten sorgen.

Im Wald gibt es viele kleine Attraktionen: hier eine Statue, dort ein Brunnen, an anderer Stelle ein steinerner Thron, Teiche, Flüsse, Entenhäuser, ein Farngarten mit riesigen Baumfarnen, eine Grotte, Kapellen, Tempel, Gewächshäuser usw. Alles konnte ich mir nicht ansehen. Ich glaube, ich habe ungefähr zwei Stunden im Palast und weitere zwei Stunden im Wald zugebracht.

Ein toller Aussichtspunkt war die Santa Catarina Anhöhe:

Thron der Königin auf der Santa Catarina Anhöhe

Foto von mir, 2016


Wieder so ein Foto, das nur Fragen aufwirft. Ich habe nichts Besseres. Beim nächsten Mal nehme ich eine 360 Grad Kamera mit, dann kann man das besser erkennen. Ich beschreib also mal kurz: dies ist der Thron der Königin, ein aus dem Felsen geschlagener Hochsitz, der mit Fliesen verziert wurde. EIn paar Stufen führen zur eigentlichen Sitzfläche. Dies soll der bevorzugte Ausblickspunkt von Königin Amélia gewesen sein.

Wenn man sich dort hinsetzte und zum Schloss zurück blickte, hatte man einen super Blick auf sein trautes Heim:

Blick zum Palácio Nacional da Pena in SIntra

Foto von mir, 2016

Ganz offenichtlich liebte Königin Amélia die Ruhe. Ein weiterer ihrer Lieblingsplätze soll dieser gewesen sein:

Der Thron der Königin im Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016

Deswegen heißt dieser Tisch auch der Tisch der Königin. Im Gegenstz zum Thron der Königin bot der achteckige Tisch Platz für mehrere Personen. Im Augenblick wirkte der Platz etwas verwahrlost und nicht besonders einladend.

Sehr bekannt ist der Farngarten, der sich in einem kleinen Tal befand.

Baumfarne im Farngarten im Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016


Diese Farne stammen aus Neuseeland und Australien und sind an sich nicht unbedingt typisch für das portugiesische Klima. Aber hier im Wald wurden viele kleine Wasserläufe und Teiche angelegt, so dass die großen Baumfarne offensichtlich gute Bedingungen vorfanden. Entsprechend angenehm ist es auch für Besucher, durch dieses kleine Tal spazieren zu gehen.

Im Süden des Tals schloss sich das Tal der Seen an. Hintereinander gab es hier fünf schmale Seen, in die sämtliche Flußläufe des Parks mündeten. Mehrere hübsche Entenhäuser boten einen Unterschlupf für Enten. Am Ende dieses Tals konnte man den Park verlassen. Und gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite wartete mein Auto auf dem Parkplatz.

Wenn ihr in der Gegend von Lissabon seid, dann solltet ihr Sintra unbedingt in die Planung eurer Ausfliegsziele einbeziehen.

Für mich war es das erst einmal in diesem Jahr … ich hatte ja noch ein zweites Ausfliegsziel auf meiner Liste.

Bar Moinho Dom Quixote

Was sollte an einer Bar bzw. einem Café schon besonderes sein? Und warum sollte man extra zig Kilometer fahren, um eine bestimmte Bar zu besuchen? Stellt ihr euch diese Fragen?

Ich stellte diese Fragen nicht.

Ich war hier, um neue Eindrücke zu gewinnen und neue Erfahrungen zu sammeln. Jedes Ziel war deswegen im Gunde gleichwertig. Okay, das stimmt natürlich nicht ganz. Sintra war wirklich etwas ganz Besonderes!

Hier noch mal kurz die Adresse: Rua dos Moinhos 5, 2705-001 Colares (Breite: 38.770638°, Länge: -9.477609°). Die Bar befindet sich auf dem Weg von der Nationalstraße N247 zum Cabo da Roca.

der kleine Wegweiser zur Bar

Foto von mir, 2016

Also ab in Richtung Cabo da Roca. Auf der linken Seite der Hauptstraße seht ihr diesen unscheinbaren Wegweiser, der leicht zu übersehen ist. Hier geht es links hinein in eine kleine Straße.

Die Bar war früher einmal eine Windmühle. Und deswegen seht ihr zunächst eine Windmühle. Davor befindet sich ein ausreichend großer Kies-Parkplatz.

Windmühle bei der Bar Moinho Dom Quixote in Colares

Foto von mir, 2016

Hier an der Westküste war es, wenig überraschend, sehr windig. Dem wurde die Bar durch mehrere verglaste Terrassen gerecht. Ich kann mir eine Bemerkung an dieser Stelle nicht verkneifen: das Wetter war gut! Und es hatte den ganzen Tag nicht geregnet! Geht doch! Warm war es allerdings trotzdem noch nicht so richtig.

Natürlich gab es auch Außenterrassen mit herrlichem Blick auf den Atlantik.

Blich von einer Außenterrasse hinaus auf den Atlantik

Foto von mir, 2016

Da passte der Wind eigentlich gerade optimal dazu. Und es roch nach Meer.

Sehr außergewöhnlich war der liebevoll angelegte Garten.

Ein Teil des wunderschönen Gartens bei der Bar Moinho Dom Quixote

Foto von mir, 2016

Wer Pflanzen mag, wer vielleicht selber einen Garten besaß, der kam hier auf seine Kosten. Ein kleiner See, Fliesenbilder, viele große Amphoren, jede Menge Kakteen und andere Sukkulenten.

Ich bin also eine Zeit lang draußen herum spaziert und habe mir diesen Garten angesehen. Ein paar wenige Leute saßen draußen, die meisten bevorzugten den Schutz der hinter Glas gut geschützen Terrassen. Wer es zulässt, kann hier zur Ruhe kommen.

Das wollte ich probieren und ging hinein in die Innenräume. Im ersten Wintergarten gab es leider keinen freien Tisch. Drinnen waren alle Wände mit allerlei Zeug vollgehängt. Der Eindruck war insgesamt eher mexikanisch als portugiesisch. Es liefen Katzen und Hunde herum. Wer das nicht mag, sollte die Bar dementsprechend meiden.

In der Ecke gab es einen Durchgang zu einem weiteren kleinen Wintergarten. Dort ließ ich mich an einem großen Tisch auf einem Sofa nieder. Der Tisch war noch nicht abgeräumt.

Ich bestellte mir einen „Salada Tropical“. Auf der Speisekarte gab es keine großartigen Menüs, sondern eher kleine Speisen, Snacks, Salate und Burger. Für ein großes Abendmahl schien dies der falsche Ort zu sein. Der Salat war eine interessante Mischung aus einerseits eher herben Geschmacksnoten, andererseits aber sehr süßen Aromen von den Früchten.

In dem kleinen Raum saß eine Gruppe von drei Leuten, die sich auf Deutsch unterhielt. Mindestens einer davon war Schweizer. Sie unterhielten sich angeregt über alles Mögliche. Der Schweizer und eine der beiden Frauen schienen Residente zu sein, während die zweite Frau wohl zu Besuch war. Sie tranken mehrere Caipirinhas und die Unterhaltung wurde mit der Zeit immer lockerer.

Blick aus einem der WIntergarten hinaus in den Garten

Foto von mir, 2016

Während ich mir auf dem iPad mit einer Bluetooth-Tastatur Notizen zu meinem Besuch in Sintra machte, hörte ich zwangsläufig den Gesprächen zu. Die Gruppe saß genau in meiner Sichtlinie. Irgendwie fand ich es amüsant, dass die Leute sich über alles mögliche Private unterhielten, ohne sich Gedanken zu machen, dass ich vielleicht alles verstehen konnte. Wie ein Portugiese sah ich ja nun nicht aus.

Irgendwann verließen sie das Lokal und ich wünschte ihnen auf Deutsch „noch einen schönen Abend!“. Eine der Frauen sagte zu mir: „Das war ja soooo klar!“ und lachte mich fröhlich an.

Gut gelaunt und gut entspannt fuhr ich wieder nach Carcavelos ins Hotel zurück. Für mich war es ein perfekter Tag!

Abends im Hotel

Heute war unser letzter Abend im Hotel. Deswegen traf sich unsere Gruppe abends um 19:00 Uhr in der Hotel-Lobby zur Abrechnung der gemeinsamen Fahrzeugkosten, also Benzin und Maut. Alle waren damit einverstanden, die Kosten einfach aufzuaddieren und dann durch die Anzahl der Gruppenmitglieder zu teilen. Ich finde es gut, wenn das so problemlos funktioniert. Natürlich konnte ich meine extra Fahrten nicht von den anderen bezahlen lassen.

Für jeden kamen 20 Euro Fahrzeugkosten heraus.

Das Abendessen gab es heute wieder im Hotel.

Danach saßen wir noch alle zum Chillen in der Bar zusammen.


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Alle Sunwave Artikel in meinem Blog.
Meine Portugal-Artikel.
Übersicht über Facebook-Gruppen, die sich mit Portugal beschäftigen.
Übersicht über deutschsprachige Portugal-Foren.


Weitere Informationen im Internet

360 Grad Bilder vom Palácio Nacional da Pena.
Offizielle Seite parquesdesintra.pt (englischsprachig).
Inoffizielle Facebook Fan-Seite der Bar Dom Quixote Moinho.


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http://blog.sevke.net/2016/06/25/lissabon-reise-mit-sunwave-noch-mal-sintra/feed/ 0 7613
Lissabon-Reise mit Sunwave – Sintra http://blog.sevke.net/2016/06/15/lissabon-reise-mit-sunwave-sintra/ http://blog.sevke.net/2016/06/15/lissabon-reise-mit-sunwave-sintra/#respond Wed, 15 Jun 2016 13:46:05 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7611 Hinweis:
Die Vorbereitungen zur gemeinsamen Ausflugstour zum Kap und nach Sintra findet ihr in meinem Artikel Cabo da Roca und Sintra in Portugal – Vorbereitung.


Am südwestlichsten Punkt des europäischen Festlands war ich schon oft, am Cabo de São Vicente. Aber am westlichsten Punkt war ich noch nie, also am Cabo da Roca.

Sintra wiederum liegt nicht am Meer, sondern etwas landeinwärts und ist bekannt für seine Landschaft und für viele herrschaftliche Häuser, die früher privat, heute aber öffentlich zugänglich sind.

Das waren die Ziele für den heutigen gemeinsamen Ausflugstag.

Praia do Guincho

Foto des Strand Praia do Guincho an der Westküste von Portugal

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Wir fuhren also nach dem Frühstück alle zusammen los in Richtung Cabo da Roca. Die Fahrt ging immer an der Küste entlang. Kurz vorher kamen wir an dem sehr bekannten Strand Praia do Guincho vorbei und hielten kurz für eine Pause an. Im Augenblick regnete es gerade mal nicht. Aber zum Verweilen lud der Strand dennoch gerade nicht ein. So wurde die Pause für’s Rauchen und für ein paar schnelle Fotos genutzt.

Der Strand war schön und bot am Rande einen Pinienwald mit der Möglichkeit zum Picknicken im Schatten.

Ich konnte mir gut vorstellen, dass hier im Sommer viel los war.

Cabo da Roca – das Ende von Europa

Foto der hügeligen grünen Landschaft am Cabo da Roca

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet (und der Himmel war nicht so blau 😉 )

Nicht ganz das Ende von Europa … da draußen im Meer gab es ja noch die Azoren, die natürlich ebenso zu Europa (und Portugal) gehörten. Aber zumindest das westlichste Ende des Kontinental-Europas.

Auf dem Foto könnt ihr gut erkennen, wie grün die Landschaft im Augenblick war. Es kann gut sein, dass ihr das bei eurem Besuch nicht ganz so üppig vorfinden werdet.

Foto des Markierungspunkts am Cabo da Roca

Foto von mir, 2016

Hier gab es überhaupt nichts Aufregendes. Kein Feuerwerk, keine Fanfaren … Auf dem Parkplatz standen einige Busse und PKWs herum und in der Gegend stromerten Leute durch die karge Landschaft. Hinter der kleinen Mauer auf dem Foto ging es relativ steil nach unten ins Meer. Einige Wahnsinnige lassen sich natürlich mit einem Fuß in der Hölle fotografieren, sprich, sie stellen sich so nah an den Abgrund, dass ich mich abwende, um nicht den Sturz in den Tod live mitansehen zu müssen. Okay, es ist dann heute doch nichts passiert, aber überrascht hätte es mich nicht.

Aber so ist es ja immer: ich bekomme schon die Krise, wenn ich nur 5 Meter an so einen Abgrund ran muss, weil ich ja nie weiß, wie sich diese Kante unter mir darstellt. Ist da solider Fels? Ist die Kante vielleicht nur 20 cm dick und ich sehe es nicht? Gut, ist mein Problem, ich kann damit leben.

Zu unterschätzen ist die Gefahr hier am Kap jedenfalls nicht. Jedes Jahr sterben Menschen, die sich zu nah an den Abgrund getraut haben und dann abgestürzt sind.

An der linken Seite dieser Säule befand sich eine Tafel mit den wichtigsten Daten zu diesem Ort.

Ein Foto ohne Menschen war übrigens nicht zu schaffen. Ich habe mehrere Minuten ausgeharrt, aber dann gab ich auf. Soviel Zeit hatte ich dann heute doch nicht.

Foto des Leuchtturms am Cabo da Roca

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Ja, klar, gab es da noch den Leuchtturm, der den Schiffen signalisierte, dass sie mal nicht so nah ran kommen sollten. Besichtigen konnte man ihn allerdings nicht. Die Steilküste befand sich übrigens auf dem Foto links vom Leuchtturm.

Das sieht dann so aus:

Foto der Steilküste beim Cabo da Roca

Foto von mir, 2016

Weiter oben beim Parkplatz gab es ein kleines Touristen-Informationsbüro. Dort konnte man Andenken kaufen, unter anderem auch ein Zertifikat, das einem den Besuch dieses wundervollen magischen Ortes bestätigte. Ich glaube, sie verlangten 11 Euro dafür. Ihr müsst mir eben auch ohne Zertifikat einfach glauben, dass ich tatsächlich hier war!

Foto von einem Teppich aus blühenden Mittagsblumen

Foto von mir, 2016

Es bestand die Möglichkeit, sich etwas abseits des Hauptweges in die Landschaft hineinzubegeben. Ein Teppich aus Mittagsblumen (korrigiert mich bitte, wenn es sich um andere Blumen handelt) leuchtete grün und gelb, obwohl wir gar keine Sonne hatten.

Achja … und schon fing es wieder an zu regnen.

Wind und Regen trieben die Menschen schnell in ihre Busse und uns in das Touri-Geschäft. Dort konnte man sich halbwegs unterstellen.

Ich habe es jedenfalls genossen, die Nase in den Wind zu halten und der Brandung da unten zu lauschen. Das Gequassel in diversen Sprachen von den Leuten um mich herum musste ich halt ausblenden.

Ich habe mir noch ein wenig die schönen Erinnerungen angesehen, die man in dem Geschäft kaufen konnte, aber naja … Erinnerungen trage ich im Herzen und nicht in gekauften Kitsch-Fotos. (War das jetzt zu dick aufgetragen?)

Ach, übrigens, auf dem Weg zum Kap habe ich an einer Abzweigung den Hinweis auf die Bar Moinho gesehen. Ihr erinnert euch? Geheimtipp. Das würde ich wiederfinden. Und morgen hatte ich einen freien Tag, an dem ich die Bar besuchen konnte.

Sintra – Märchenschlösser und Zaubergärten

Um 11:30 Uhr fuhren wir vom Cabo da Roca weiter in Richtung Sintra. Wir waren zu viert im Auto, meine Fahrerin fuhr super und wir unterhielten uns im Auto über alles Mögliche oder schauten uns die tolle Landschaft an.

Und ja, die Landschaft hier, „links“ von Lissabon ist viel, viel interessanter als ich es erwartet hatte. Oder ich sag es mal anders: ich könnte hier definitiv noch mal einen Urlaub verbringen!

Sintra selber ist großartig! Hallo? Ihr kennt Sintra nicht? Kleiner Tipp: fahrt dort unbedingt mal bei Gelegenheit vorbei!

Sintra ist für alle Portugal-Liebhaber ein verheißungsvoller Ort.

Große Pinienwälder sorgen für ein etwas angenehmeres Klima. Die Großstadt Lissabon ist leicht per Bahn erreichbar. Und das Meer ist auch nicht weit entfernt.

Der portugiesische Adel und einige reiche Unternehmer sahen das genauso und haben sich im Laufe der Jahrhunderte wunderschöne Häuser und große Paläste gebaut.

Jetzt endlich hatte ich die Möglichkeit, mir selber einen Eindruck davon zu machen. Mir war natürlich absolut klar, dass ich in ein, maximal zwei Tagen keine Chance hatte, mir alles Interessante mit der mir eigenen Intensität und Muße anzuschauen.

Die Innenstadt von Sintra

Foto von ANgela, von mir nachbearbeitet

Ein kleiner Ort (ca. 10.000 Einwohner) mit steilen Straßen und vielen kleinen und kleinsten Geschäften, im Zentrum der Palacio National mit seinen zwei markanten Schornsteinen. Das Zentrum war natürlich touristisch überlaufen. Es gab jede Menge kleiner Geschäfte und Bars mit teilweise überraschenden Konstruktionen, um das steile Gelände auszugleichen. Muss ich es noch erwähnen? Natürlich ist das ganze Gebiet UNESCO Weltkulturerbe.

In den 21 Jahren (seit 1985), in denen ich regelmäßig Portugal besucht habe, war ich noch nie in Sintra. Schon immer wollte ich mal nach Sintra! Und jetzt war ich dort! Ein zufriedenes Grinsen schlich sich in mein Gesicht und die Reaktion meiner Mitreisenden bestätigte, dass man mir das offensichtlich ansah.

Okay, es regnete natürlich mal wieder.

Wir sind erst mal zum Palácio National gegangen und haben dann beratschlagt, was wir bei den Wetterverhältnissen anschauen wollten. Zur Wahl standen der Nationalpalast, der Palácio Nacional da Pena und die Quinta da Regaleira. Bei Regen war natürlich alles besser geeignet, was innerhalb eines Gebäudes gemacht werden konnte. Offiziell geplant war allerdings die Quinta da Regaleira (ja!), aber Helena war flexibel und wollte sich nach ihrer Gruppe richten.

Verkehrswegweiser zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Sintra

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

So sah es aus … jede Menge Sehenswürdigkeiten, aber wahrscheinlich nur Zeit für eine davon. Einige aus der Gruppe schienen nicht so sehr der „Ich schau mir alte Häuser an“-Typ zu sein und wären wohl lieber wieder shoppen gegangen. 🙂 Gut, es wurde daher entschieden, dass wir alle gemeinsam, alleine oder in Grüppchen durch die Stadt spazieren gehen, eine Kleinigkeit zu Mittag essen, gegebenenfalls ein paar Andenken für die Lieben in Deutschland kaufen, um uns dann um 14:00 Uhr wieder vor dem Nationalpalast einzufinden.

Die Leute teilten sich so ein bisschen in verschiedene Gruppen auf. Meine Gruppe schlenderte durch die Gassen auf der Suche nach einem kleinen Imbiss. Gelandet sind wir dann in einer winzigen Konditorei und haben uns dort Kleinigkeiten zum Essen gekauft. Natürlich habe ich die uns von Helena empfohlene Queijada probiert. Aber vorher ein Tosta Mista gegen den Hunger. Dazu einen Galão Escuro, also einen dunklen Milchkaffee. Die Queijada (eine Art Miniatur Käsetörtchen, schmeckte sehr lecker, allerdings war mir der Teig, der als Gefäß diente, zu hart. Da musste ich richtig kauen.

Nach dem kleinen Snack sind wir weiter geschlendert, erst mal immer nur nach oben. Die Mädels haben sich ein paar der Läden von innen angesehen, ich blieb derweil draußen und schaute mir das bunte Treiben an: da wurde geknutscht, woanders wurde gestritten, hier wurde diskutiert … manche Leute hatten sich nichts zu sagen.

Wir trafen dann wieder auf Helena, unsere Reiseleiterin, die uns einen kleinen Aussichtspunkt zeigte. Von dort ging es dann über Treppen schnell wieder nach unten und nach ein paar weiteren Zwischenstopps in Läden dann schließlich zum vereinbarten Treffpunkt vor dem Nationalpalast.

Es war immer noch nicht geklärt, welchen Palast oder welche Quinta wir uns ansehen wollten. Alles würde aus zeitlichen Gründen nicht funktionieren. Mir war es egal, weil ich mir für morgen sowieso all das, was wir heute nicht ansahen, einplanen würde. Inzwischen war das Wetter viel besser und es regnete nicht mehr, so dass wir bei der Ursprungsplanung, nämlich der Quinta da Regaleira blieben (großer Park = viel draußen sein = schlecht bei Regen).

Das Hauptgebäude der Quinta da Regaleira in Sintra

Foto von mir, 2016

Vom Nationalpalast aus ist die Quinta zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen. Sie liegt direkt an der Straße. Der Eintritt kostete 6 Euro, schloss aber sowohl den riesigen Park als auch das Gebäude ein.

Das war doch mal ein Gebäude! Die Munsters hätten ihren Spaß an der Quinta gehabt!

üppiges Grün in den Parkanlagen der Quinta da Regaleira in Sintra

Foto von mir, 2016

So eindrucksvoll das gotische Gebäude aussah, so war das eigentliche Highlight der große romantische Garten … ach was, die riesigen Parkanlagen. Hier gab es viele versteckte Plätze, Türme, Grotten und ein ausgedehntes Tunnelsystem. Alles war üppig bewachsen. Wenn ihr Sinn für Romantik habt, dann schnappt euch euren Liebsten oder eure Liebste und verbringt Stunden in dieser Anlage!

Keine Ahnung, wie das im Sommer aussah, aber wir haben auch bei unseren mäßigen Temperaturen von ca. 18 Grad beim Herumwandern durchaus geschwitzt. Der Park befand sich nämlich an einem Hügel und man musste ständig Schrägen oder Treppen hoch gehen. Mein erklärtes Ziel war natürlich der Brunnen der Initiation. Und ich wollte ihn von unten und nicht von oben erreichen, also über den Weg hinter dem Wasserfall.

Und genau dafür hatte ich mir extra eine Taschenlampe mitgenommen.

Teich vor dem Eingang zum Tunnelsystem der Quinta da Regaliera in Sintra

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Plötzlich sah ich einen kleinen Teich vor mir, an dem rechts ein Weg nach oben vorbei führte, der aber auch quer durch das Wasser über ein paar eingelassene Steine eine Überquerung – oder sollte ich Durchquerung schreiben? – ermöglichte. Von oben hörte ich: „Na, wer traut sich?“, während gleichzeitig eine meiner Mitreisenden bereits von der anderen Seite zurückkehrte. Ja, natürlich! Das war’s! Und wenn ich absaufen würde, ich MUSSTE diesen Weg einfach gehen!

Also tapfer vorsichtig einen Fuß vor den anderen gesetzt, von einem Stein zum anderen balancierend … ich fühlte mich von oben beobachtet, musste aber auf meine Schritte achten. Und dann, so ca. 8 Steine später, war ich drüben. Vor mir war ein dunkles Loch und meine Mitreisende. Ich holte die Taschenlampe raus und auf ging’s!

Es war wirklich absolut dunkel … ohne Taschenlampe. Der Stollen sah grob aus dem Fels gehauen aus und führte nicht ganz gerade in das für uns Unbekannte. Wir fühlten uns wie Indiana Jones!

Ausblick vom Tunnelsystem aus durch einen kleinen Wasserfall

Foto von mir, 2016

Kurz nach dem Start standen wir hinter einem kleinen Wasserfall und konnten die (wenigen) Leute beobachten, die wie wir über die Trittsteine balancierten.

Wir drangen weiter in den dunklen Fels vor. Die Gänge durch den Fels waren nicht mal so eben zwei Meter lang oder so. Es handelte sich um eine recht ausgedehnte Anlage.

Irgendwann kamen uns andere Leute entgegen, auch welche aus unserer Reisegruppe. Die hatten den einfacheren Weg gewählt, nämlich den bequemen Einstieg von oben, die Wendetreppe nach unten und dann durch den Stollen. Mancher hatte das Smartphone als Taschenlampe verwendet, aber meine Lampe war natürlich viel stärker (das war so eine High-Tech Super-Duper LED-Lampe. Wen es interessiert: Fenix LD41).

Foto vom unteren Ende des Brunnens nach oben zum Himmel

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Und dann standen wir am unteren Ende des Brunnens der Initiation (Poço Iniciatico). Es war dunkel, aber von oben drang natürlich Licht herein. In neun Ebenen führte ein spiralförmiger Gang an der Innenwand nach oben.

Unten auf dem Boden sahen wir dieses ominöse Muster in den Boden eingelassen. Davon habe ich aber kein Foto, es war zu wenig Licht. Im Internet gibt es genügend Bilder davon, zum Beispiel in der Wikipedia. Das zeigt vor allem, dass dieser „Brunnen“ niemals ein Brunnen gewesen war.

Im Internet gibt es sogar ein 360°-Grad Video von dem Bunnen … und nicht nur vom Brunnen: http://www.regaleira.pt/visitavirtual/interactive/! Sehr cool!

Und auch im Kinofilm „Die neun Pforten“ mit Johnny Depp kommt dieser Brunnen vor. Er wird übrigens auch „inverser Turm“ genannt.

Meine Begleitung und ich (wir waren seit der Überquerung des Sees nur zu zweit, aber das war ein Vorteil) stiegen die neun Ebenen des Poço Iniciatico nach oben. Wir erkundeten anschließend weitere Teile der Parkanlage. Es gab noch weitere Ein-/Ausgänge in das Tunnelsystem. Das war richtig spannend! Aber auch außerhalb des Felsens war die Anlage sehr interessant und bot an jeder Ecke Neues. Immer wieder gab es Steinbänke, wo man sich hinsetzen und vor sich hinträumen konnte. Dann gab es kleine Liebesgrotten, die zu verruchtem Spielen einluden. Aber auch Arena-artige Plätze für Theateraufführungen gab es.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die umfangreiche Fotostrecke von Kilchen hinweisen: Sintra: Zauberhafte Quinta da Regaleira. Sie hat viele, viele Ecken der Anlage mit der Kamera eingefangen. Ich glaube, sie ist in diese Anlage genauso verliebt wie ich. Und doch muss man dort einfach mal selber auf Entdeckungstour gegangen sein. Nur eins ist wichtig: plant wirklich genug Zeit ein!

Irgendwann waren wir zwei erschöpft. Außerdem gab es eine vereinbarte Zeit, zu der wir alle uns wieder am Eingang treffen wollten.

Aber noch hatten wir etwas Zeit. Am Anfang der Parkanlage, in der Nähe der Quinta, gab es einen Mini-Biergarten, wo man gegen teures Geld ein kleines Bier bekam. (Den Preis weiß ich nicht mehr.) Schön war es dort nicht und teuer zudem.

Wir blieben deswegen auch nicht lange dort, sondern beschlossen, nun doch noch die Quinta selbst zu besichtigen. Meine Begleitung war richtig lieb! Sie war sofort einverstanden und wir zwei machten uns auf den Weg (Ehrlich gesagt, falls du das mal hier liest: vielen Dank für deine Begleitung! Es war ein richtiges Vergnügen und eine echte Bereicherung!)

Von innen war das Haus nicht mehr so gespenstisch wie von außen. Aber es war komisch. In einem Raum war rundum an der Wand ein schmaler Streifen mit Glas im Boden. Der Raum war schummerig beleuchtet. Wenn man durch die Tür trat, dachte man ganz spontan, man würde herunterfallen und der Boden würde in der Mitte schweben. Aber das Glas war kein Abgrund, sondern eben nur spiegelndes Glas. Sehr merkwürdig. Meine Sinne waren verwirrt. Ging es nur mir so?

Insgesamt war das Gebäude nicht mehr eingerichtet. Die Räume waren alle in gutem Zustand, aber weitgehend leer.

Interessanterweise gibt es über das Innere der Quinta praktisch keine Informationen im Internet, auch keine Fotos. Wenn mir da mal jemand eine gute Quelle nennen könnte, wäre ich sehr dankbar.

Da wir zwei nicht mehr viel Zeit hatten, hatte ich keine Gelegenheit, mir irgendwelche Notizen zu machen. Und der Akku von meinem kleinen Fotoapparat hatte eh schon schlapp gemacht.

Tut mir also leid … die Geheimnisse der Quinta bleiben im Verborgenen und müssen von euch höchstpersönlich erkundet werden.

Beim Verlassen der Quinta sahen wir draußen auf der Straße schon den Rest der Gruppe stehen. Wir waren anscheinend die Letzten. Danke für’s Warten!

die Straße zur Quinta da Regaleira in SIntra

Gemeinsam trotteten wir wieder runter nach Sintra. Bergabwärts geht es immer etwas leichter. 😉 Regen hatten wir nun nicht mehr. Überhaupt hatten wir am Nachmittag Glück mit dem Wetter gehabt. Von ein paar wenigen sanften Schauern abgesehen, blieb alles trocken. Ungewöhnlich! Ich dachte schon, in Portugal regnete es immer. 😉

Mit den Autos ging es zurück ins Hotel.

Anschließend erwartete uns schon wieder das nächste Highlight in unserem Urlaub …

Privater Abend bei unserer Reiseleiterin Helena

Helena hat das Glück, in einer Wohnung in der Innenstadt zu wohnen. Für heute Abend hat sie uns zu sich eingeladen. Ich empfand diese Einladung als ganz besondere Ehre, sollte man doch Beruf und Privatleben üblicherweise auseinanderhalten. Mir ist bewusst, dass sie durch ihren Beruf viele Menschen kennenlernt und von daher kaum freundschaftliche Kontakte zu ihren Kunden aufbauen kann. Umso bemerkenswerter war es, dass sie unsere Gruppe so nah an ihren ganz privaten Bereich heranließ. Keine Ahnung, wie es die anderen Gruppenmitglieder empfanden, aber ich werde diese Geste von ihr niemals vergessen.

Danke, Leninha!

Während Helena damit beschäftigt war, ihre Wohnung für die Gäste herzurichten und das Essen vorzubereiten, machten wir uns vom Hotel aus auf, mit der Bahn nach Lissabon zu fahren. Ebenfalls für immer in Erinnerung bleiben wird mir das „Gehbier“ des zweiten männlichen Mitglieds unserer Gruppe. Er drückte mir beim Verlassen des Hotels ein Bier in die Hand, damit wir nicht völlig dehydriert in Lissabon ankämen … er nannte es ein „Gehbier“. Fand ich klasse!

Wir fuhren also alle gemeinsam wieder bis zum Bahnhof Cais do Sodré. Von dort ging es dann zu Fuß weiter zu Helenas Wohnung, und zwar mitten durch die Innenstadt. Da wir für die Versorgung mit Getränken zuständig waren, kauften wir entsprechend unterwegs ein … Ladenschlusszeiten gibt es nur in Deutschland. 😉 Ich hatte allerdings bereits eine Flasche Portwein aus dem Pingo Doce beim Hotel dabei. Die Stimmung war sehr ausgelassen, auch wenn wir auf „der letzten Meile“ leichte Orientierungsprobleme hatten. Das lag aber nicht am Alkohol, sondern an unseren mangelhaften Ortskenntnissen.

Wie gesagt, wir hatten Spaß. An einem Ginjinha (siehe auch Lissabon-Reise mit Sunwave – die Hauptstadt von Portugal) kamen wir auch diesmal nicht vorbei.

Mit Hilfe mehrere Smartphones kamen wir dann irgendwann bei Helena an. Ihre Wohung war in einem Altbau und hatte freigelegtes Fachwerk im Inneren. Sie nannte uns auch den Mietpreis für die Wohnung. Ich war doch etwas über die Höhe der Miete überrascht. Billig konnte man das kaum nennen.

Der Abend war sehr privat und deswegen gibt es auch keine Fotos. Sorry.

Für 12 Leute wurde es schon etwas kuschelig, aber das machte niemanden etwas aus. Die wenigsten Gruppenmitglieder konnten mit Portwein etwas anfangen. Klar, Rotwein kennt jeder, aber Portwein scheint doch weniger bekannt zu sein, als ich dachte. Grund zur Sorge hatte ich nicht … die von mir mitgebrachte Flasche war schnell leer. Und andere Getränke genauso.

Irgendwann holte Helena sich eine Gitarre und fing an zu singen. Und auch wir (wenigstens einige von uns) sangen mit.

In unserer Gruppe waren auch Osteuropäer. Die fingen dann im Laufe des Abends an zu tanzen. Zunächst war es wohl Samba, dann Zumba irgendwas … und dann … man glaubt es kaum … (mein Mund steht immer noch offen!) … präsentierte uns ein Gruppenmitglied ausgiebigen Bauchtanz! Es war so klasse! Und sie bekam dafür auch den verdienten Applaus!

Zu dem Zeitpunkt war die Stimmung am Kochen.

Gegen 24:00 Uhr entschieden wir trotzdem, ins Hotel zurückzukehren. Morgen war für Helena ein neuer Arbeitstag und auch wir wollten morgen ja nicht erst gegen Mittag aufstehen. Und außerdem … ihr wisst schon … von wegen durchgemachte Nächte! Weicheier!

Wir marschierten den Weg zum Bahnhof wieder zurück. Und ja, wissst ihr was? Es regnete mal wieder ordentlich. Das war uns aber inzwischen schon so richtig egal.


 weiter zum 7. Tag (Palácio Nacional da Pena in Sintra, Bar Moinho Dom Quixote in Colares)
 zurück zum 5. Tag (Serra da Arrábida, Weinprobe, Fado)


Alle Sunwave Artikel in meinem Blog.
Meine Portugal-Artikel.
Übersicht über Facebook-Gruppen, die sich mit Portugal beschäftigen.
Übersicht über deutschsprachige Portugal-Foren.


Weitere Informationen im Internet

Reiseführer zu Sintra.
Fundação Cultursintra FP Quinta da Regaleira.
Die 10 unheimlichsten Orte der Welt.
Aquarelle mit SIntra als Motiv von Elizaveta Grechukhina.



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http://blog.sevke.net/2016/06/15/lissabon-reise-mit-sunwave-sintra/feed/ 0 7611
Lissabon-Reise mit Sunwave – Serra da Arrábida http://blog.sevke.net/2016/06/10/lissabon-reise-mit-sunwave-serra-da-arrabida/ http://blog.sevke.net/2016/06/10/lissabon-reise-mit-sunwave-serra-da-arrabida/#respond Fri, 10 Jun 2016 13:43:32 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7609 Hinweis:
Die Vorbereitungen zur gemeinsamen Ausflugstour in die Serra da Arrábida findet ihr in meinem Artikel Serra de Arrábida in Portugal – Vorbereitung.


Für heute war der Wandertag in der Serra da Arrábida geplant. Das stellte unsere Reiseleiterin vor größere Herausforderungen, weil das Wetter ja nach wie vor nicht optimal war. Die Temperatur war dabei gar nicht das Problem, denn die empfand ich eher als angenehm für Ausflüge. Aber die doch immer wieder auftretenden Regenschauer waren nicht sehr erwünscht.

Ponte 25 de Abril und Statue Cristo Rei

Foto von der Brücke Ponte 25 de Abril in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet


Wir fuhren also nach dem Frühstück im Konvoi über die rote Ponte 25 de Abril in luftiger Höhe (70 Meter) über den Tejo. Wer wollte, hatte einen schönen Blick auf die Umgebung. Ich selber schaute aber als Fahrer mehr auf die Straße. Die Brücke bestand aus einer sechs-spurigen Autobahn, unter die ein Eisenbahndeck mit zwei Schienensträngen gehängt war.

Aus Lissabon kam man als Autofahrer ohne weitere Kosten nach draußen. Wer aber in die Stadt hinein wollte, musste eine Maut bezahlen.

Oft wird die Hängebrücke mit der Golden Gate Bridge in San Fancisco verglichen. Beide unterscheiden sich optisch vor allem durch die verschiedenartige Verstrebung innerhalb der beiden großen Pylonen. Bei der Ponte 25 de Abril sind diese filigraner ausgeführt.

Auf der anderen Seite des Tejo ist man nicht mehr in Lissabon, sondern in Almada. Trotzdem gehört die dort auf einem Hügel stehende Statue Cristo Rei zu den Wahrzeichen von Lissabon. Auch diese Statue wurde einem Vorbild nachempfunden, nämlich der Christus-Statue in Rio de Janeiro.

Foto von der kompletten Cristo Rei Statue in Almada, Lissabon, Portugal

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Wir sind durch die halbe Stadt Almada gefahren, um zu der Statue zu gelangen. Im Nachhinein und mit der Hilfe von Google Maps scheint mir auch ein deutlich kürzerer Weg möglich gewesen zu sein. Entweder kannte Helena den Weg selbst nicht so genau oder sie wollte uns einfach ein wenig von der Stadt zeigen. Ich bin natürlich fest davon überzeugt, dass sie uns etwas von einer typischen portugiesischen Kleinstadt zeigen wollte. Und eilig hatten wir es ohnehin nicht.



Foto des Inneren der Kirche im Sockel der Cristo Rei Statue in Lamada, Lissabon

Foto von mir

Die eigentliche Statue stand hoch oben in 80 Meter Höhe auf einem Sockel. Unten im Sockel befand sich eine Kirche. Wer wollte, konnte mit dem Aufzug hoch zur Statue fahren und die Aussicht genießen. Wer nicht wollte, also ich, konnte die Aussicht auch von unten genießen.



Zurückblicken von der Statue Cristo Rei nach Belém

Foto von mir

Das Wetter war recht diesig, nur ab und zu kam die Sonne durch und ließ am anderen Ufer des Tejo Lissabon erstrahlen. Dann leuchteten die weißen Gebäude sehr schön, so wie hier auf dem Foto das Entdecker-Denkmal in Belém, das wir gestern besucht hatten.

Ein paar Olivenbäume, davor wilder Mohn

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Rund um die Statue und die Kapelle herum gab es einen großen Platz, wo man spazieren gehen konnte. An den Platz schlossen sich einige Felder mit Olivenbäumen an. Ein paar Touristen wanderten herum und suchten geeignete Orte für ein Selfie oder ein Gruppenfoto. Heute war dieser Aussichtspunkt nicht überlaufen. An anderen Tagen mit besseren Wetter konnte das durchaus auch anders sein.

Während die anderen aus meiner Gruppe fast alle mit dem Aufzug nach oben zur Aussichtsplattform hochgefahren sind, um von dort den noch besseren Ausblick zu genießen, schlenderte ich herum und beobachtete die Leute. Hin und wieder machte ich ein Foto, manchmal schaute ich versonnen hinüber zur Perle Portugals, also nach Lissabon. Es regnete nicht mehr, aber es war hier auf dem Hügel recht windig.

Ein paar Meter von der Statue entfernt, gab es ein kleines Café, wo wir uns alle wieder treffen wollten. Helena war schon da und organisierte anscheinend per Smartphone entweder den weiteren Verlauf des Tages mit uns oder erledigte andere Geschäfte. Nach und nach trafen trafen alle anderen ein. Einige tranken noch einen Kaffee oder etwas anderes, die meisten checkten Nachrichten auf ihren Smartphones. Meins war dazu nicht geeignet.

So ist das eben.

Nachdem alle eingetrudelt waren, ging es gemütlich weiter in Richtung Süden.

Portinho da Arrábida

Lageplan der Serra da Arrábida

Die Serra da Arrábida sind ein Höhenzug mit maximal 380 Metern Höhe. Diese Gegend ist besonders bei Wanderern beliebt.

Und auch wir wollten heute eigentlich wandern. Aber unsere Reiseleiterin hatte sich darüber informieren lassen, dass der Regen der letzten Tage das Gelände sehr matschig und rutschig gemacht hat. Für erfahrene Wanderer sicher kein Hindernis. Uns wollte sie das aber nicht antun. Wir haben wohl gestern zu viel über das Wetter geschimpft.

Schönes Foto aus der Vogelperspektive von Portinho da Arrábida bei Lissabon

(c) José Caeiros, 2016

Ich durfte mich über sehr schöne Landschaften freuen. Die Straße schlängelte sich in engen Kehren und – wie üblich – an den Seiten kaum befestigt von den Bergen hinunter zum Meer. Ich liebe solche Straßen!

Unsere Reiseleiterin fuhr direkt zu Portinho da Arrabida, also dieser kleinen Bucht am Meer

Kurz vor dem Ort war die Straße nur noch einspurig und wurde wechselseitig durch eine Ampelanlage geregelt. Vorsichtshalber ließ uns Helena bereits außerhalb des Ortes, noch vor der Ampel, parken. Sie erklärte uns, dass der kleine Parkplatz im Ort manchmal sehr überfüllt war und dass die Ampeln nicht unbedingt von jedem beachtet wurden. Unter Umständen konnte man dann eine längere Zeit im Ort verbringen, weil man einfach nicht mehr nach draußen kam. Unsere Autos parkten wir also draußen. Zu Fuß würden wir sie auf jeden Fall erreichen können.

Ortsschild von Portinho da Arrábida

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Portinho da Arrábida war so ein kleiner Ort, wo man wahrscheinlich zufällig eher nicht landete. Eine kleine malerische Bucht mit ein paar Ferienhäusern und etwas Gastronomie, im Rücken die steil ansteigenden Hänge der Serra da Arrábida.

Ein sehr schöner Ort zum Relaxen.


Ferienhäuser in Portinho da Arrábida

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Wenn ihr mobil in Lissabon unterwegs sein solltet, dann kann ich euch diese Bucht sehr empfehlen, aber nur dann, wenn ihr Entspannung „ertragen“ könnt.

Es war nichts los heute. Die Fensterläden der wenigen Ferienhäuser waren geschlossen. Am Strand war niemand und im Wasser schon gar nicht. Auch der Parkplatz war leer.

Das Restaurant O Farol in Portinho da Arrábida

Foto von mir

Unser Restaurant sah von außen ziemlich uninteressant aus. Es lag etwas erhöht und war gegen alle Widrigkeiten wie Wind und Regen gut geschützt. Uns wurde erzählt, dass dies gestern dennoch nicht ausgereicht hatte. Die Wellen hätten wohl bis zur Mauer gereicht und Gäste mussten das Haus durch die Fenster verlassen.

Wir hatten gerade Glück: das Wetter war recht warm und zur Abwechslung regnete es nicht.

Der eigentliche Strand von Portinho da Arrábida lag etwas weiter östlich. Er war von hier aus über einen schmalen Weg erreichbar. Von der anderen Seite gab es aber auch eine Straße, über die man fast direkt zum Strand fahren konnte. Der Strand machte einen guten Eindruck … so aus der Ferne.

typische portugiesische Entrade zum Essen

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Während wir uns (einige von uns ejdenfalls) über die Vorspeiese hermachten, wunderte ich mich, wo sich denn dieser namensgebende Leuchtturm (= Farol) befinden sollte. Ich hatte keinen gesehen. Helena fragte die Chefin, die daraufhin mit dem Finger nach draußen aufs Meer deutete. Ich konnte nichts sehen, aber es war auch diesig. Helena deutete ebenfalls nach draußen und fragte mich: „Kannst du ihn sehen?“. Nein. Na gut, mit etwas Vorstellungskraft sah ich dann in der Ferne irgendetwas Graues … aber war das ein Leuchtturm? Und was sollte der da draußen im Wasser? Vielleicht gab es tatsächlich einen Leuchtturm, aber ich glaube vielmehr, dass mich Helena auf den Arm genommen hat.

mehrere Robalo als Hauptmahlzeit in Portinho da Arrábida

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Als Hauptgericht gab es gegrillten Robalo (= Wolfsbarsch) für alle … außer für diejenigen, die Fisch verschmähten. Ich mag den Fisch, und wenn er so gut gegrillt ist wie heute, schmeckt er so richtig gut. Aber natürlich mag nicht jeder Fisch. Das ist auch okay und glücklicherweise hat die portugiesische Küche nicht nur Fisch zu bieten.

Zwischendurch regnete es immer wieder. Das Wasser hatte bald den schmalen Sandstreifen vor unserem Lokal erobert. Wir waren nicht so sicher, wie lange wir noch halbwegs trocken zu unseren Autos kämen. Die Fahrzeuge selber waren da oben vor den Toren von Portinho zwar sicher, aber wir mussten ja auch irgendwie hinkommen.

Zunächst zogen wir kurz in Erwägung, den eigentlichen Strand, etwas östlich von uns, zu besuchen. Aber bei dem Wetter war ein Strandbesuch nicht sehr attraktiv.

verfremdetes Foto von der Frucht eines Johannisbrotbaums

Foto von mir, 1995

In einer Regenpause sind wir schließlich aufgebrochen. Das Wetter war wieder schön und der Regen von eben war sofort wieder vergessen. Am Straßenrand stand ein Alfarrobeira (= Johannesbrotbaum). Von diesen Bäumen hatte ich hier in der Gegend um Lissabon bisher noch nicht viele gesehen.

Wir fuhren denselben Weg wieder zurück, den wir gekommen waren. Es war ja schließlich der einzige, der nach Portinho da Arrábida führte.

Weinprobe bei José Maria da Fonseca in Vila Nogueira de Azeitão

Helena hatte wegen des Regens als Alternativprogramm für die entgangene Wanderung eine Weinprobe bei José Maria da Fonseca in Vila Nogueira de Azeitão vorbereitet. Das dürfte in der Weingegend Pamela die wohl bekannteste Weinkellerei sein. Das traditionsreiche Weingut wurde 1834 am nördlichen Rand der Serra da Arrábida gegründet.

Allerdings waren wir zu früh dran. So sind wir noch durch den Ort geschlendert.

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Zuerst sind wir die Straße rauf, dann wieder runter gegangen. Helena musste uns irgendwie beschäftigen. Da bot sich der große Friedhof an, der sich gegenüber der Weinkellerei befand. Das klingt zwar etwas makaber, aber die Gräber waren alle sehr prächtig ausgestattet. Es gab auch zahlreiche Gruften, in denen links und rechts in einer Art Regal gleich mehrere Generationen von Familienangehörigen bestattet waren. Manchmal waren diese Grabstätten sehr edel mit Marmorsäulen fast schon wie kleine Tempel oder Häuser gestaltet. Ich kann mir gut vorstellen, dass so eine Ausgestaltung nicht ganz billig war. Anders als oft bei uns in Deutschland war der Friedhof nicht wie eine parkähnliche Anlage gestaltet. Vegetation gab es nur in Form von Blumenbeigaben und einiger weniger Bäume.

Nach dem Friedhofsbesuch sind wir auf die andere Straßenseite gegangen. Dort fand gerade eine Art Mini-Flohmarkt statt … und dann begann es wieder zu regnen. Es waren nur sehr wenige Stände auf einem größeren Parkplatz. Entweder war der Markt schon vorbei oder er hatte noch nicht richtig begonnen oder er fiel schlichtweg ins Wasser. Schon wieder nass werden, das wollte niemand!

Cafetaria A Casta in Azeitão

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Wir sind schnell ins nächste Cafe geflüchtet. Na gut, nächstes Cafe ist der falsche Ausdruck. Es gab da schon noch nähere. Aber dieses lag direkt bei der Weinkellerei. Leider reichte das kurze Stück Weg schon wieder aus, um die Hosen zu durchnässen.

Im Café warteten wir den Regen und unseren Termin ab. Drei meiner Mitreisenden und ich spielten „Mensch ärgere dich nicht“ auf dem iPad. Ich war ja auf jedes Wetter vorbereitet. 🙂

Irgendwann war es dann so weit und wir durften rüber zur kleinen Führung und zur Weinprobe.

Und es war auch wieder richtig angenehmes Wetter.


Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet


Zunächst kamen wir in den Verkaufsraum. Dort mussten wir eine kleine Gebühr für die Kurzführung und die Weinprobe bezahlen (die Höhe der Gebühr weiß ich nicht mehr).

Haupthaus von José Maria da Fonseca in Vila Nogueira de Azeitão

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Das Weingut wurde vor etwa 200 Jahren gegründet und aus dieser Zeit stammte auch das Hauptgebäude. Heutzutage diente es als Museum. Von der Halbinsel Setúbal expandierte das Unternehmen schnell und baut inzwischen auch im Alentejo und am Douro Wein an.

Das Innere des alten Weinguts José Maria da Fonseca

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Im alten Herrenhaus wurden Gerätschaften aus früheren Zeiten gezeigt wie zum Beispiel eine Maschine, mit der die Korken in die Flaschen gepresst wurden. An den Wänden hingen jede Menge Fotos mit den Konterfeis der Familienangehörigen aus mehreren Generationen. Wir wurden dort mit der Geschichte des Weinguts vertraut gemacht. Unsere Führerin sprach Englisch. Zusätzlich übersetzte Helena aber die wichtigsten Teile auch noch auf Deutsch.

Weinfässer im Lager von José Maria da Fonseca

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Von der Villa machten wir dann einen kleinen Spaziergang durch den hübsch angelegten Garten, bis wir bei den oberirdischen Weingewölben ankamen. Anders als ich es erwartet hatte, wurde der Wein oberirdisch in verschieden großen Fässern zur Reifung gelagert. Auf der anderen Seite hätte mich das eigentlich nicht überraschen sollen. Unterirdische Gewölbe anzulegen, wäre sicher ein Mordsaufwand gewesen.

Die wichtigsten Marken von José Maria da Fonseca sind der Periquita (Rotwein), der Desertwein Moscatel de Setúbal (Weißwein), der Montado (Rot- und Weißwein) und der Hexagon (Rot- und Weißwein). Auch Vinho Verde wird angeboten. Vom Douro stammt der Domini.

Wieder zurück im Verkaufsraum durften wir einige ausgewählte Weine probieren. Eine richtige Weinprobe (so wie ich es aus Deutschland kannte) war das zwar nicht, aber immerhin konnten wir ein paar Weine kennenlernen. Zuerst zierte ich mich, weil ich als Autofahrer Alkohol strikt meide. Aber dann ließ ich mich doch zu ein, zwei kleinen Schlückchen hinreißen. Der Wein wurde hier nicht wieder ausgespuckt, sondern tatsächlich getrunken. Zur Neutralisierung des Geschmacks gab es einige kleine Kekse.

Der Alambre Moscatel de Setúbal ist ein sehr schwerer, sehr süßer Wein und ist möglicherweise nicht jedermanns Geschmack. Er gehört zur Weltspitze der Likörweine.

Den Periquita gibt es auch in einfacheren Qualitäten als Rosé- und als Weißwein.

Einige der Gruppenteilnehmer kauften sich ein oder zwei Flaschen Wein, möglicherweise zum Trinken noch während der Reise, eventuell aber auch als Mitbringsel.

Zum Abschluss unseres Besuchs des Weinguts José Maria da Fonseca habe ich hier noch ein kurzes Promo-Video:



Wanderung durch die Alfama

Nahaufnahme eines Pfeilers der Brücke Ponte 25 de Abril in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Zurück ging es über die Autobahn A2 und wieder über die Ponte 25 de Abril. Ich hatte im Auto ein automatisches Maut-Erfassungsgerät, so dass ich einfach druchfahren konnte. Die anderen beiden Fahrzeuge brauchten etwas länger. Normalerweise kann man hinter den Mautstellen ganz gut anhalten und auf andere Autos warten, aber das war hier nicht möglich. Vor uns war die Brücke, aber kein Parkplatz. Notgedrungen sind wir weitergefahren, wussten aber nicht, wie Helena fahren wollte. Über die Brücke musste sie aber auf jeden Fall.

Gleich hinter der Brücke war eine Ausfahrt, die ich aber rechts liegen ließ. Sie schien mir zu früh zu sein. Und viel Zeit zum Nachdenken blieb ja nicht, denn wir waren auf einer Autobahn. In dem gleichen Augenblick, als wir an der Ausfahrt vorbeigefahren sind, war uns klar, dass wir hier wohl hätten abfahren müssen. Die anderen beiden Fahrzeuge waren im Rückspiegel noch nicht zu entdecken. Wir fuhren langsam weiter, um bei der nächsten Möglichkeit anzuhalten und die Situation zu klären.

Kurz vor der nächsten Ausfahrt fand sich eine winzige Ausweichstelle, ein Mini-Parkplatz, den wir noch gerade so erwischten, denn einen Verzögerungsstreifen gab es nicht. Es wäre schön gewesen, wenn man mir vor der Fahrt gesagt hätte, an welcher Ausfahrt ich die Autobahn verlassen sollte. Meine Mitfahrerinnen bemühten sich jetzt redlich, mit Helena telefonisch in Kontakt zu treten und die weitere Vorgehensweise abzustimmen.

Das klappte nur sehr mäßig. Viel Auswahl hatte ich jetzt sowieso nicht. Ich musste die nächste Ausfahrt nehmen und dann irgendwie nach Süden ins Zentrum von Lissabon fahren, Richtung Alfama eben.

die Westseite der Praça do Comércio

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Über die Avenida da Liberdade (das ist die Prachtstraße von Lissabon) fuhren wir also irgendwie zur Praça do Comércio, wo wir uns mit den anderen beiden unten am Tejo treffen wollten. Zwischendurch fuhren wir mal unbeabsichtigt auf der Spur der Straßenbahnen, aber das störte offenbar auch niemanden.

Anscheinend konnten die beiden anderen Fahrzeuge keine Möglichkeit zum Parken finden. So wurde telefonisch vereinbart, dass wir alle einfach weiter am Tejo entlang in Richtung Alfama fuhren. Wir hielten dann dort an und konnten uns endlich wieder zusammenfinden. Was hätten wir bloß ohne Handys gemacht? 😉 Gemeinsam ging es nun weiter hoch in das Gewimmel der Alfama.

eine Straße in der Alfama in Lissabon mit vielen geparkten Autos

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Jetzt musste eine Parkmöglichkeit für alle drei Fahrzeuge gefunden werden. Wer die Alfama kennt, weiß, dass dies ein frommer Wunsch ist. Aber irgendwie ist dann am Ende doch alles möglich und wir konnten die Autos parken.


Blick über Lissabon von einem Aussichtspunkt aus

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Vor zwei Tagen sind wir schon einmal durch die Altstadt geschlendert. Für heute Abend war ein Fado-Lokal in der Alfama geplant, aber dafür war es noch etwas zu früh. Wir konnten erneut den Odem der Weltstadt spüren und einatmen. Alles war ziemlich eng und betriebsam. Aber irgendwie wirkte das Ganze dennoch nicht hektisch. Vielleicht lag das nur an unserer entspannten Urlaubsstimmung.

In Lissabon (und nicht nur dort) gab es immer wieder Aussichtspunkte (Miradouros genannt), von denen man einen besonders schönen Ausblick auf die Stadt hatte. Oft gab es dort Bänke oder Tische mit Stühlen, so dass man sich hinsetzen konnte. Meist bestand auch die Möglichkeit, etwas zu trinken oder sogar etwas zum Essen zu kaufen.

Bei einem dieser Miradouros (ich meine, es war der Miradouro da Graça, kann mich aber täuschen) kam Helena auf die Idee, sich eine Schachtel Caracóis-to-Go zu kaufen. Sie fragte deswegen in der Gruppe herum, ob jemand mit essen wollte, denn danach richtete sich ja die Menge, die sie kaufen musste. Wollte aber keiner, nur ich.

kleine Weinbergschnecken als Zwischenmahlzeit

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Nun musste man natürlich wissen, um was es sich bei Caracóis handelte: das sind kleine Weinbergschnecken, die in einem Sud gekocht werden. Normalerweise kenne ich die nur auf einem Teller. Gegessen wurden sie dann vorzugsweise, indem man mit einer Nadel das Fleisch aus dem Schneckenhaus herauszog und verzehrte.

Hier kamen die kleinen Schneckchen aber in einer Alu-Schale und wurden mit den Zähnen aus dem Haus gezogen. Weder die Schnecken noch die Art, sie zu verspeisen, war etwas Gewohntes für den normalen Deutschen. Viele Menschen verziehen, leicht angewidert, das Gesicht, wenn sie sich vorstellen, Schnecken mit den Zähnen aus dem Schneckenhaus zu ziehen. Das kann man niemanden verdenken, aber zumindest probieren sollte man das doch schon mal, finde ich. Im Grunde handelte es sich um einen fettarmen, zuckerfreien leichten Snack … schieres Eiweiß.

Ich jedenfalls nahm Helenas Einladung gerne an und half ihr, die Portion zu vernichten. Man machte sich dabei ganz schön die Finger schmutzig. Und vor den anderen Leuten ständig an den Fingern herumzulutschen, war nun auch nicht so besonders fein. Außerdem hatte ich dauernd das Gefühl, dass mir alle auf die Zähne starrten, um genau zuzusehen, wie die Schnecke aus dem Häuschen in meinen Mund gelangte. Tat wahrscheinlich keiner, aber trotzdem … ich fühlte mich beobachtet. Und in der Tat wollte dann jemand in Nahaufnahme fotografieren, wie ich die Schnecke aus dem Gehäuse zog. Ich lehnte ab. Helena hatte in dieser Hinsicht weniger Skrupel. So verfüge ich über ein paar wunderschöne Fotos von ihren Zähnen und einer Schnecke dazwischen. Ich habe mich entschieden, keins dieser Fotos hier abzubilden.

Fado Abend in der Alfama

Auch in Lissabon wurde es irgendwann einmal Abend. Und so gingen wir zu dem kleinen Lokal, das Helena für unseren Fado Abend ausgesucht hatte. Jetzt ist das natürlich so eine Sache mit dem Fado. Bars und kleine Kneipen, in denen Fado vorgetragen wird, gab es überall in Lissabon. Oft sind diese Kneipen aber schon auf die vielen Touristen ausgerichtet und dadurch irgendwie nicht mehr so richtig „echt“. Da ist es sicher ein Glücksfall, wenn das Lokal von einer Frau ausgesucht wird, die direkt in Lissabon lebt und die selbst mit Freunden zu Fado-Abenden geht.

Foto einer Fado-Sängerin

Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Fado,
(c) Neva Micheva

Wir hatten mit Helena dieses Glück und ich bin unendlich dankbar dafür! Mit dem Fado ist das aber wirklich so eine Sache. Dieser typisch portugiesische Gesang gefällt nicht unbedingt jedem. Insofern muss ich sagen: ihr müsst euch das nicht anhören! Wer aber die Menschen und die Kultur von Portugal kennenlernen möchte, der sollte unbedingt Fado hören, und zwar live! Es geht um viel Sehnsucht und Weltschmerz, mal laut, mal leise vorgetragen, aber immer mit sehr viel Pathos.

Fado wird sowohl von Männern als auch von Frauen gesungen. Begleitet werden sie normalerweise von einer klassischen und einer portugiesischen Gitarre. Achja, von UNESCO Weltkulturerben haben wir schon ein paar Mal gehört. Und richtig, auch der Fado gehört seit 2011 zum (immateriellen) Weltkulturerbe.

Auswahl an Petiscos in einer Fado Bar in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Unser Abend begann damit, dass wir mit unserer kleinen Gruppe erst mal das halbe Lokal füllten. Auf den Tischen standen verschiedene Petiscos. Dabei handelte es sich um kleine Vorspeisen, oft in Öl und/oder Essig eingelegt, teilweise frittiert. Die Vorspeisen waren für Touristen mal wieder gewöhnungsbedürftig. Naja, so ist das eben in anderen Ländern. Nicht alles ist so, wie man es von zu Hause her kennt. Aber ist das nicht gerade das Spannende?

Leider habe ich jetzt gerade ein Problem. Ich habe mir an unserem Fado-Abend kaum Notizen gemacht und Fotos gibt es auch nur sehr wenige. Ich könnte jetzt versuchen, euch die Petiscos auf dem Foto vorzustellen, aber bevor ich Unsinn schreibe, lass ich es erst einmal sein. Falls das jemand sieht und liest und mir mit den deutschen und portugiesischen Begriffen aushelfen kann, wäre das wunderbar. Ich würde das dann hier gerne ergänzen.

eine portugiesische Chorizo, flambiert auf einem Bräter

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Aber eine weitere portugiesische Spezialität kann ich euch noch zeigen: die flambierte Chouriço. Die Chouriço enthält Knoblauch und sehr viel Paprika, was ihr die rote Farbe gibt. Außerdem ist sie sehr fett. Vor dem Flambieren wird die Wurst eingestochen oder eingeschnitten und verliert dann einen Teil des Fettes, der einfach in die Schale hinabtropft. Die Wurst schmeckt sehr würzig und … tja … schmeckt daher (mal wieder) nicht jedem. Helena hatte vorsichtshalber erst einmal nur eine Wurst geordert und das war vermutlich auch gut so. Unsere Gruppe tat sich mit den portugiesischen Spezialitäten heute Abend etwas schwer.

Vor dem Anzünden wird Bagaço über die Wurst gegossen. Das ist ein hochprozentiger Tresterschnaps. Auch zwei Gruppenteilnehmer bestellten sich einen Bagaço zum Trinken. Hehe … unser zweiter Mann bekam beinahe Magenkrämpfe davon. 😉 Aber wenigstens hat er es tapfer versucht. Ist aber jetzt auch nicht unbedingt mein Lieblingsgetränk.

Ja, und dann war es irgendwann spät genug für die Fadistas, um loszulegen. Es wurde totenstill und die Aufmerksamkeit richtete sich ausschließlich auf die Musik und den Gesang.

Wir lernten, dass wir nicht *nach* einem Lied applaudieren durften, sondern bereits einige Sekunden, bevor das Lied zu Ende war. Und wir lernten das schnell.

Wir lernten, dass es nur eine endliche Menge an Melodien, aber eine unendliche Menge an Versen (Texten) gab. Der Fadista gab den beiden Gitarristen leise eine knappe Anweisung, welche Melodie gewünscht war und die Gitarristen mussten sich dann auf den Sänger oder die Sängerin einstellen. Das ging soweit, dass sich Sänger und Gitarristen noch nicht einmal kennen mussten.

An unserem Abend wechselten sich mehrere Fadistas ab, mal männlich, mal weiblich.

Der Fado war oft sehr eindringlich. Aber leider verstanden wir die Texte nicht. Vielleicht war das aber auch ein Glück, weil sonst so manche Träne unsere Wangen heruntergerollt wäre, denn das ist normal beim Fado.

Leider wollte unsere Gruppe viel zu früh wieder ins Hotel. Ihr wisst schon: „wir machen die Nacht durch!“ Na, daraus wurde wieder nichts. Die Fadistas machten einfach weiter und weiter … aber wir nicht. Wir gingen … schätzungsweise so um Mitternacht herum, das weiß ich leider nicht mehr so genau.

Ich empfand jedenfalls viel Dankbarkeit und auch Demut dafür, dass ich in dieser originalen Umgebung mit originalen Getränken und Petiscos und mit originalem Fado sein durfte.

Heimfahrt nach Carcavelos

Unseren Abend beendeten wir mit unser Rückfahrt zum Hotel. Selbst jetzt blieb Helena bei ihren Schafen und fuhr als Leithammel vor uns her nach Carcavelos. Wir immer hinterher. Ihr Arbeitstag war heute mal wieder extralarge! Ich weiß das zu schätzen, liebe Helena! Und ich bin sicher, die anderen unserer Gruppe wussten das ebenfalls zu schätzen!

Eine kurze persönliche Anmerkung:
Jedesmal, wenn ich einen Tag so halbwegs beschrieben habe, denke ich mir: „Mein Gott, du schreibst viel zu viel. Deine Artikel sind viel zu lang für einen Blog. Das liest sowieso kein Mensch!“ Dann schleicht sich ein Stirnrunzeln in mein Gesicht: „Ich habe doch schon so viel weggelassen und gehe auf Vieles überhaupt nicht ein.“

Sagen wir mal so: es gibt auch heute noch Menschen, die Zeitschriften oder gar Bücher lesen und deswegen auch die Lektüre von Texten jenseits der 140-Zeichen Grenze verkraften. Im Grunde schreibe ich für mich, weil ich mir das später immer wieder selber durchlesen und die Urlaubstage erneut erleben kann. Aber wenn es da draußen jemand durchhält, meine Artikel zu lesen, wenn ich ihn oder sie vielleicht sogar unterhalte oder ein paar Anregungen gebe, dann ist es okay. Dann habe ich es richtig gemacht.

Für eure zusätzlichen Fragen stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.


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Weitere Informationen im Internet

Homepage von José Maria da Fonseca in Vila Nogueira de Azeitão
Wikipedia: wie läuft eine Weinprobe ab?
Was ist Fado?
Planet Wissen erklärt den Fado



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Lissabon-Reise mit Sunwave – noch mal Mafra und Cascais http://blog.sevke.net/2016/06/02/lissabon-reise-mit-sunwave-mafra-und-cascais/ http://blog.sevke.net/2016/06/02/lissabon-reise-mit-sunwave-mafra-und-cascais/#respond Thu, 02 Jun 2016 18:39:46 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7607 Hinweis:
Die Vorbereitungen zu meiner privaten Ausflugstour nach Mafra findet ihr in meinem Artikel Mafra und Ericeira in Portugal – Vorbereitung. Und die Boca do Inferno erwähne ich in dem Artikel Cascais und Praia do Guincho in Portugal – Vorbereitung.


Heute hatten wir den Tag zur freien Verfügung. Da ich ja einige spezielle Ziele auf meiner Agenda hatte, war der Tag deswegen ideal, um damit anzufangen. Obwohl ich die anderen Mitreisenden über meine Pläne informierte, hatte doch niemand Lust, mich zu begleiten. Stattdessen wollten die anderen wieder nach Lissabon und dort weitere interessante Orte erkunden.

Wir hatten vereinbart, dass wir uns dann abends alle unter dem Triumphbogen Arco da Rua Augusta am Praça do Comércio treffen wollten. Danach wollten wir uns dann ins Nachtleben von Lissabon stürzen!

Wenigstens hatte mein Wecker heute wieder normal funktioniert. Die Frühstückstische waren mit Besteck und Papierservietten eingedeckt. Draußen regnete es in Strömen und es war sehr windig. Optimale Bedingungen also für einen entspannten Ausflugstag. 😉

Naja, es war sinnlos, sich in eine trübsinnige Laune hineinzusteigern. Ich war jetzt hier in Lissabon (und Umgebung) und ich wollte jetzt meine Ziele erreichen.

Eins davon war das kleine Museumsdörfchen von José Franco. Und auf dem Weg dorthin konnte ich mir den Nationalpalast von Mafra vielleicht auch noch anschauen. Also schnappte ich mir mein iPad als Navi, nahm mir das Auto und fuhr los.

Der Palácio Nacional de Mafra – jetzt aber richtig!

So grün hatte ich Portugal noch nie erlebt! Unglaublich!

Mit Fotos ist das aber heute so eine Sache … Regen kennt ihr ja alle, aber okay …

Der nationalpalast von Mafra im Regen

Foto von mir … Angela war diesmal nicht dabei 😉

So … das war er also: der Nationalpalast von Mafra … bei Regen. Aus der Sicht eines Menschen, der überhaupt keine Lust verspürte, das trockene Auto zu verlassen. Zumal ich noch nicht mal einen Regenschirm dabei hatte. Aber was soll’s? Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter.

Ich bin also mit weit ausholenden Schritten, aber nicht laufend – man musste ja Contenance bewahren – zur Basilika ge… eilt. Konnte ich denn heute wenigstens hinein?

Innenaufnahme der Basilika des Nationalpalasts in MafraJa, ich konnte und ich durfte. Die Basilika befand sich zentral in der riesigen barocken Schloss- und Klosteranlage. Sechs Orgeln gab es in der Kirche! Zunächst fand ein katholischer Gottesdienst statt, an dem Kinder beteiligt waren, vielleicht eine Erstkommunion oder eine Firmung. So verhielt ich mich still. Es waren nicht sehr viele Menschen in der Kirche, möglicherweise war die Veranstaltung gerade zu Ende.

Katholische Kirchen sind immer sehr prächtig gestaltet. So auch diese. Über Details zur Architektur und zur Geschichte müsst ihr euch aber an anderer Stelle erkundigen.

Ein Innenhof vom Palácio Nacional de Mafra

Foto von mir

Links neben dem Eingang zur Basilika war der Zugang zum Palast mit dem Ticket-Schalter untergebracht. Von dort gelangte man auch in einen der Innenhöfe. In einer der Ecken stand jemand mit ein paar Eulen auf Ständern. Dort konnte man sich gegen Geld fotografieren lassen. Bei dem Wetter war aber nicht mit viel Umsatz zu rechnen.

Da ich nun einmal hier war, wollte ich mir auch den Palast selbst ansehen. Der Eintritt kostete 6 Euro. Zu besichtigen war nur das obere Stockwerk, und das leider auch nicht komplett. Der Palast und das Kloster sind aber so groß, dass auch das völlig ausreichend ist.

Das Bett des Königs im Palácio Nacional de Mafra

Foto von mir

Im linken Teil des Palastes befanden sich die Gemächer des Königs. Die Königin wohnte auf der anderen Seite des Palastes im rechten Teil. Glücklicherweise gab es einen langen, langen Verbindungsgang zwischen den Gemächern.


Foto von einem Bodenmosaik im Palácio Nacional de Mafra

Foto von mir

Genau in der Mitte des langen Gangs gab es einen Raum mit einem wunderschönen Bodenmosaik. Nach vorne zum großen Platz hin, befand sich hier ein Balkon, wo sich der Monarch seinem Volke zeigen konnte, um dann vom selbigen bewundert und bejubelt zu werden.


Blick in die Basilika von Mafra auf eine Hochzeit

Foto von mir

In die andere Richtung hatte der König einen direkten Blick hinab in die Basilika. So mussten er und seine Königin sich nicht unters Volk mischen. Als ich dort war, fand gerade eine Hochzeit statt oder die Probe zu einer Hochzeit. Es waren nur sehr wenige Leute da.


Das Bett der Königin im Palácio Nacional de Mafra

Foto von mir

Ich habe mich auch nicht lange dort aufgehalten, sondern bin weiter in die Gemächer der Königin gegangen. In ihren Räumern war alles etwas verspielter und dekorativer. Ich konnte sofort erkennen, dass hier eine Frau wohnte. Ich fand es sympathischer als drüben beim König.


EIn Foto von der badewanne der Königin im Palácio Nacional de Mafra

Foto von mir

DIe Königin leistete sich sogar den Luxus einer eigenen Badewanne. Wahrscheinlich mussten 10 Kammerzofen gleichzeitig das heiße Wasser in Krügen herbeischaffen.


So bin ich dann weiter durch die verschiedenen Räume des Palastes geschlendert, die nahtlos in die des Klosters übergingen. Alle Räume waren prachtvoll ausgestattet.

Als Beispiel möchte ich hier noch gerne das Musikzimmer zeigen:

Foto eines Klaviers im Musikzimmer des Palácio Nacional de Mafra

Foto von mir


Es gab dann noch Jagdzimmer, Herrenzimmer (= Spielsalon), Speisesaal und noch jede Menge weiterer Räume.

Hinten im Kloster befanden sich Wachstuben und Zellen. Aber so ganz habe ich nicht verstanden, ob diese kleinen Räume nun Gefängniszellen oder Wohnzellen für die Mönche waren. Alles in allem ist die Anlage sehr groß und beeindruckend. Viel zu groß für ein Land wie Portugal, aber damals floss das Gold ja auch reichlich aus Brasilien. Aber was man mit insgesamt 1.200 Zimmern anstellte … ich weiß es nicht. Möglicherweise wurden auch damals schon nicht alle Räume genutzt.

Es heißt, der König wollte seinen Park vom Palast aus bis zum Meer anlegen lassen, das sind dann mal so 20 bis 30 km. Ein bisschen größenwahnsinnig, der Gute. Aber so einen König hatten wir früher in Bayern ja auch. 😉

Einen Raum muss ich euch noch kurz zeigen und das ist die einzigartige Bibliothek:

die große Bibliothek im Palácio Nacional de Mafra

Bild von mir


Die Qualität des Fotos ist leider nicht so prickelnd. Ich durfte keinen Blitz verwenden und außerdem musste ich aus der Hand fotografieren. Die Architektur sieht doch richtig klasse aus, oder? In der Bibliothek werden Fledermäuse geduldet. Alle Insekten, die eventuell die Bücher schädigen könnten, werden von den Fledermäusen eliminiert.

Der für die Öffentlichkeit zugängliche Bereich des Palastes und des Klosters wurde durch zahlreiche Einrichtungsgegenstände dekoriert. Natürlich weiß ich nicht, ob dies zu Zeiten, als Palast und Kloster noch genutzt worden sind, genauso ausgesehen hatte. Ich habe auch keine Ahnung, ob die Einrichtungs­gegenstände eventuell aus anderen historischen Gebäuden hierhergebracht worden sind. Auf jeden Fall sieht alles sehr stilecht aus.

Somit ist die Besichtigung des Palácio Nacional de Mafra für alle Leute, die auf alte Schlösser stehen, sehr zu empfehlen. Und das kann man auch wunderbar bei Regenwetter machen!

Aber eigentlich wollte ich ja ganz woanders hin und habe den Palast nur quasi so en-passant besichtigt.

Aldeia típica de José Franco

Wegweiser zur Aldeia tipica de José Franco

Foto von mir

Den Tipp dazu erhielt ich von Uwe und Susanne Ahrens. Und anscheinend ist dieses kleine Dörfchen selbst in Lissabon nicht besonders bekannt. Umso dankbarer bin ich für diesen Tipp!

Im Grunde besucht man einen Keramikladen.

Wenn man von Mafra aus nach Ericeira ans Meer fährt, kommt man auch durch Sobreiro. Und dort an der Straße steht dieser Wegweiser. Übersehen kann man das eigentlich nicht.


Schlechtes Wetter auf dem parkplatz der Aldeia típica de José Franco

Foto von mir

Der Parkplatz war gut ausgebaut und ließ erahnen, dass bei besserem Wetter wohl mit sehr vielen Besuchern zu rechnen war. Heute standen nur wenige Autos auf dem Parkplatz, aber immerhin. Mein Blick aus dem Autofenster ließ mich wieder zaudern. Sollte ich wirklich rausgehen und im Regen kleine portugiesische Häuser ansehen? Na, klar sollte ich! Aber lasst uns noch einen Moment inne halten und diesen Moment des Zauderns und der Frustration genießen, bevor wir energisch die Autotür öffnen und ins Dorf gehen.

Okay … los geht´s!

Überblick über das  Dorf Aldeia típica de José Franco

Foto von mir

Vorne seht ihr den Miniaturnachbau eines portugiesischen Dorfes (angeblich Ericeira), in der Mitte den Außenbereich einer echten Taberna und hinten rechts den Parkplatz, wo wir gerade das Auto abgestellt hatten.


Foto von dem Miniaturdorf in der  Aldeia típica de José Franco

Foto von mir

In diesem Miniatur-Dorf waren typische Häuser eines portugiesischen Dorfes dargestellt. Das Dorf war von verschiedenen Mini-Menschen bewohnt. Und typische Tätigkeiten wie Windmühlen waren durch Wasserkraft in Bewegung. Richtig niedlich!


 Aldeia típica de José Franco: Eingan zu Schuster und Friseur

Foto von mir

Es ging aber auch eine Nummer größer. Eine Reihe von kleinen … sagen wir mal … Kammern … war erbaut worden, die ebenfalls die typischen Gewerbebetriebe eines Dorfes aus der Region vor einigen Jahrzehnten darstellten. Hier seht ihr links den Eingang zum Schuster und rechts den Eingang zum Friseur und Zahnarzt in Personalunion. Man konnte diese Gebäude zwar nicht betreten, aber man konnte durch das Gitter hineinschauen.


Ein portugiesischer Schuster bei der Arbeit

Foto von mir

Hier seht ihr den Schuster, umgeben von all seinen Werkzeugen und Maschinen. Die Gerätschaften wurden allesamt aus der Region herbeigeschafft. Das erklärt auch das Gitter vor dem Eingang. Als ich das erste Mal in so einen dunklen Eingang geschaut habe, wurde mir doch etwas mulmig, als ich dort im Dunkeln diese schaurig schöne Gestalt erblickte. Erst wenn sich die Augen an das (nicht vorhandene) Licht gewöhnt hatten, wurde man ruhiger. 😉 Man sieht einfach viel zuviele Horrorfilme im Fernsehen!


Aldeia típica de José Franco: der Zahnarzt

Foto von mir

Gleich nebenan hatte der Zahnarzt seine Praxis. Und auch der Friseur ging dort seiner Arbeit nach. Wer Haare schneiden kann, der kann auch Zähne ziehen. „Und wenn man schon mal da war … „, dachte sich wohl der Herr auf dem Stuhl.


Aldeia típica de José Franco: Unterkünfte für Haustiere

Foto von mir

Selbst an die Haustiere wurde gedacht. Jedes Tier erhielt seine eigene Unterkunft. Oben die Tauben, unten das Schwein und unten rechts der Hofhund.


Aldeia típica de José Franco: ein voll eingerichtetes Klassenzimmer

Foto von mir

José Franco schreckte nicht davor zurück, ganze Räume, in voller Größe und komplett eingerichtet, aufzubauen. Dieses Klassenzimmer durften die Besucher betreten und sich in Ruhe alles anschauen. Ähnliche Klassenzimmer gab es auch früher in Deutschland. Ich habe sie glücklicherweise selber nicht live erleben müssen.

Die mit viel Liebe und viel Arbeit erbauten Räume und Gebäude stellten zusammen mit den vielen originalen Gerätschaften eine Art Bauernmuseum dar. Ich konnte herumschlendern und mir alles genau ansehen.


Foto von mir

Foto von mir

Wenn man seine Kinder dabei hatte und die irgendwann keine Lust mehr auf Museum hatten (soll ja vorkommen), so gab es auf dem Gelände auch einen guten Spielplatz. Mir ist schon klar, dass der bei Regen nicht so toll ist. Aber auf mich machte der Spielbereich einen guten Eindruck. Die Kinder konnten ja darüber hinaus auf dem ganzen Gelände herumlaufen. Und selbst von der kleinen Taberna aus hatte man sie im Blick.


Aldeia típica de José Franco: der Weinkeller für die Besucher

Foto von mir

Da ich gerade von der Taberna spreche … ja, es gab da so einen Raum, eher eine Adega, voll mit Krempel, der herumstand oder von der Decke hing. Das war alles sehr urig, wirkte allerdings auch ein bisschen wie ein Pferdestall. Im Raum standen Bänke und Tische und es gab zwei riesen Weinfässer. Ziemlich ursprünglich das Ganze, aber durchaus sympathisch. An einem normalen Sommertag war hier sicher die Hölle los. Im Augenblick war eher wenig Kundschaft da. Nebenan gab es noch die Möglichkeit, frisches Brot und Wurst zu kaufen und am besten auch gleich zu verzehren.

Aldeia típica de José Franco: der Außenbereich der Adega

Foto von mir

Schade! Wieder der Regen. Ich konnte mir gut vorstellen, hier nach einer Besichtigung des Museumdorfes bei schönem Wetter zu sitzen und eine Bica oder einen Vinho Verde zu trinken. Aber ihr seht es selbst: heute hatte wirklich niemand das Verlangen, sich dort in den Regen zu setzen.


Na, schön, blieb noch die Olaria. Kein Portugalbesuch ohne ein Mitbringsel (für mich!) in Form von kleinen Schalen. Am liebsten mochte ich die einfachen Formen und Farben, also Terrakotta und Blau und Weiß. Es gab auch jede Menge quietschbunter Keramik in Portugal, aber das sprach mich nicht so an.

Olaria José Franco: bunte Keramiken

Foto von mir


Portugiesische Keramik-Läden oder -Werkstätten sind grundsätzlich immer einen Besuch wert. Natürlich wird man sich überlegen müssen, was man tatsächlich kauft und nach Deutschland mitnimmt. Immerhin bedeuteten diese Mitbringsel zusätzliches Gewicht. Viel schlimmer war aber die Vorstellung, dass die Keramik den Flug nicht heil überstehen könnte.

Olaria José Franco: noch mehr Keramik

Foto von mir

Der ganze Raum war voller Regale mit praktischen oder einfach nur dekorativen Keramik-Produkten. Ich habe in solchen Läden immer Angst, etwas herunterzureißen, so dass es zu Bruch geht. Also bewege ich mich immer ganz vorsichtig.


Olaria José Franco: kleine Olivenschale

Foto von mir

Ich entschied mich für zwei kleine Olivenschalen. Das sind Schalen mit zwei unterschiedlich großen Fächern, ein größeres für die Oliven und ein kleineres für die Kerne. Eine Schale war für mich selbst bestimmt, die andere für eine Freundin in Erding.


Dieses kleine Dörfchen war ein sehr pitoresker Ort. Einen Besuch bei schönem Wetter kann ich sehr empfehlen. Dann macht es sicher auch Spaß, bei Brot, Wurst und Wein an den Fliesentischen draußen zu sitzen und die Stimmung auf sich einwirken zu lassen, während möglicherweise unten die Kinder herumspielten. Bei Regen ist der Spaß sehr begrenzt.

Der Besuch kostet keinen Eintritt.

Boca do Inferno in Cascais

Nach dem Besuch der Aldeia tipica hatte ich noch genug Zeit, um auf dem Rückweg einen Abstecher über Cascais zu machen und mir dort die Boca do Inferno anzusehen.

Schon beim Besuch des Nationalpalasts in Mafra und der Aldeia tipica de José Franco wurde deutlich, dass ich bei dem Wetter nach dem Aussteigen aus dem Auto jedesmal in kürzester Zeit nass war. Vor allem die Jeans wurde permanent gewaschen. Ich hatte ja leider keinen Regenschirm dabei, sondern nur eine dünne Regenjacke. Die war okay, aber schützte natürlich nicht die Beine.

Jetzt konnte ich herumjammern oder das Wetter einfach ignorieren.

Im Auto trocknete die Hose dann von innen durch meine Körperwärme. Bei den Schuhen war das schon schwieriger.

Während meiner Autofahrt nach Cascais konnte ich auf den Straßen immer wieder richtige Bäche beobachten, die quer über die Fahrbahn schossen. Selbst auf der Autobahn stand das Wasser immer mal wieder in größeren Pfützen. Allerdings nicht so hoch wie auf der Landstraße. Dort waren die Pfützen manchmal wie kleine Seen. Es machte richtig Spaß hindurchzufahren … nur sehen konnte ich in dem Moment gar nichts mehr, weil das Wasser in Fontänen so hoch spritzte, dass es mit der Sicht schwierig wurde. Vor allem, wenn gerade vor einem ein anderes Auto durch so einen Minisee rauschte, kam man sich beinahe vor wie unter Wasser.

Bei dem Wetter waren nicht sehr viele Fahrzeuge unterwegs. Auch wenn es so klingt, als wären die Straßen katastrophal gewesen. So war das ganz und gar nicht der Fall, jedenfalls nicht hier in der Umgebung von Lissabon. Auch die Infrastruktur in Form von Ampeln, Schildern und Kreisverkehren war sehr gut ausgebaut. Mir persönlich sind darüber hinaus keine durchgeknallten Autofahrer begegnet. Alle sind vorsichtig gefahren. Da hatte ich früher an der Algarve schon ganz andere Fahrer erlebt.

In Cascais habe ich die Boca do Inferno mit Hilfe des Navis leicht gefunden. Diese imposante Naturerscheinung lag am westlichen (=links!) Rand von Cascais.

Boca do Inferno in Cascais bei Regen

Foto von mir

Kaum aus dem Auto gestiegen, waren meine Schuhe komplett durchnässt, weil genau vor der Fahrertür ein Fluss über den Parkplatz führte … jedenfalls jetzt bei Regen. Normalerweise war da kein Fluss. Natürlich ließ ich mich dadurch nicht von meinem Mini-Ausflug abhalten, denn jetzt war es auch schon egal. Und vorne an der Klippe würde ich sicher noch nasser werden. Also habe ich mir meine Tasche gegriffen und bin rüber zur Felskante gegangen. Das waren nur wenige Meter, denn die Straße verlief direkt an der Küste.

Nun war ich wieder komplett nass, versuchte zwar noch mühsam, die Kapuze in die Stirn zu ziehen, aber das war so gut wie sinnlos wegen des starken Winds. Die Brille war ebenfalls total voller Wassertropfen, was die Sicht noch weiter verschlechterte. Aber immerhin war ich auf diese Weise alleine am Felsabgrund. Es parkten zwar viele Autos, aber Besucher konnte ich keine entdecken. Die hatten es sich vermutlich in den Bars und Restaurant gemütlich gemacht, die es hier natürlich ebenfalls gab.

Riesige Wasserfontänen an der Boca do Inferno in Cascais

Foto von mir

Ich war ziemlich guter Laune, denn ich war hier und trotzte der Witterung. Es war mir auch völlig egal, dass die Brandung in Gischt-Fontänen bis zu mir hoch schlug und mich noch weiter durchnässte. Nur mit schönen Postkartenfotos kann ich leider nicht dienen. Da müsst ihr mal Tante Google bemühen.

Das Atlantikwasser schoss immer wieder mit viel Getöse an den hohen Klippen nach oben. Durch den Wind war das ganze Meer in starker Bewegung. Die Klippen selbst waren durch das Wasser recht rutschig, und der interessanteste Teil der Klippenkante war durch ein hohes Gitter geschützt.

Ich habe zusätzlich ein kurzes Video gemacht, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Erwartet aber nicht zuviel von der Qualität. Der infernalische Lärm ist keine Störung der Kamera, sondern der Wind.

Länger als etwa 10 Minuten hielt ich es nicht aus. Dann fuhr ich weiter nach Carcavelos, zurück ins Hotel. Ich wollte mich noch für unseren gemeinsamen Abend in Lissabon in Form bringen.

Der Abend in Carcavelos und in Cascais

Eingang der LX Factory in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Als ich im Hotel ankam, saßen in der Lobby vier meiner Mitreisenden und machten einen niedergeschlagenen, wenn nicht sogar frustrierten Eindruck. Zur Erinnerung: der Rest der Gruppe hatte geplant, nach Lissabon zum Shoppen zu fahren. Sie wollten zu dieser alten Fabrik, auf derem ehemaligen Gelände ein angesagtes Gemisch aus Kultur, Kreativität und Shopping entstanden ist, die LX Factory in Alcântara, direkt unter der Brücke Ponte 25 de Abril (das ist diese nachgemachte Golden Gate Brücke).

Die vier Frauen berichteten, dass sie bereits auf dem Weg nach Lissabon dermaßen durchnässt gewesen waren, dass ihnen der Spaß am Shoppen gegen Mittag verloren gegangen ist. Sie sind deswegen wieder zurück ins Hotel gefahren. Das Problem bestand in der nicht ausreichend vorhandenen Menge an trockener Wäsche. Bei dem Wetter hier in Lissabon war einfach irgendwann alles nass. Aber selbst, wenn man noch trockene Kleidung hatte, so wollte man diese nicht unbedingt auch noch dem Risiko aussetzen, das nasse Schicksal der anderen Kleidungsstücke zu teilen.

Allerdings wollten wir uns alle um 18:00 Uhr in Lissabon treffen, um den Abend gemeinsam mit der Gruppe zu verbringen. Die halbe Gruppe saß gerade vor mir und hatte so gar keine Lust, wieder nach Lissabon reinzufahren.

Einige der Frauen versuchten, unsere Reiseleiterin telefonisch zu erreichen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Allerdings führte das nicht so richtig zu einem neuen Plan.

Kurze Zeit später stieß eine weitere Mitreisende zu uns, die den Tag genau wie ich auf eigene Faust gestaltet hatte. Sie informierte uns darüber, dass unser gemeinsames Treffen nun für einen späteren Zeitpunkt geplant war und sie auch jeden Fall hinfahren wollte. Ich wäre im übrigen um 18:00 Uhr in Lissabon gewesen. Mich hatte niemand über eine Terminänderung informiert.

Da die anderen Frauen weiterhin keine Lust auf ein nasses Lissabon verspürten, entschieden wir uns, mit dem Auto zum Abendessen nach Cascais zu fahren. Wir wollten versuchen, das möglichst trocken zu bewerkstelligen.

Foto von Cascais

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Um 19:15 Uhr habe ich mich mit drei der Frauen in der Hotel-Lobby getroffen. Wir sind zusammen nach Cascais zum Abendessen gefahren. Und man glaubt es kaum, aber das Wetter wurde immer besser. So langsam verzogen sich sogar die Wolken!

So ohne Regen machte es auch gleich wieder Spaß, durch die Straßen und Gassen zu schlendern.

Im Zentrum von Cascais gab es einen kleinen Platz (Largo Luís de Camões). Dort hatten sich gleich mehrere Bars und Restaurants angesiedelt. Im Grunde bestand der ganze Platz nur aus Gastronomie. Vor jedem Lokal stand jemand und sprach dich an, um dich davon zu überzeugen, dass genau sein Restaurant das ideale sei. Die Speisekarten unterschieden sich dabei kaum voneinander. Nachdem wir uns für ein Restaurant entschieden hatten, wurden wir in das kleine Haus in das obere Stockwerk geführt. Es war alles recht eng, aber urig eingerichtet. Leider hatten wird das Pech, dass uns ein an der Decke angebrachtes Klimagerät direkt anblies. Nach höflichem Bitten wurde es auf eine viel niedrigere Stufe gestellt. Die Klimaanlage war aber heute auch wirklich nicht nötig. Ich hatte einen wunderbaren Spieß mit Tintenfisch und Garnelen für 16,50 Euro. Okay, das ist jetzt nicht mehr ganz billig, aber wir befanden uns ja immerhin im Herzen von Cascais.

Auf eine Entrada (=Vorspeise) verzichteten wir diesmal. Für mich gehörte das zwar zum portugiesischen Essen dazu, aber die Mädels wollten nicht und da schloss ich mich aus Solidarität an. Aber auf meine Bica nach dem Essen verzichtete ich nicht, auch wenn zwei der Mädels gar keinen Nachtisch wollten.

Icon mit einem schlafenden MenschenDanach fuhren wir entspannt zurück nach Carcavelos und gingen schlafen. Die Laune der Mädels hatte sich aufgrund des besseren Wetters deutlich aufgehellt.

Meine Gedanken drehten sich noch ein wenig um das Wetter. Mal sehen, wie das die nächsten beiden Tage laufen würde. Wandern in den Serra de Arrábida und Spazieregehen im Park der Quinta da Regaleira bei diesem Wetter? Fragezeichen … großes Fragezeichen.

Wie auch immer, ich würde meine Ziele auf jeden Fall weiter verfolgen: Quinta da Regaleira, Cabo da Roca und die Bar Moinho Dom Quixote kurz vor dem Kap. Egal, welches Wetter wir haben würden und egal, ob jemand mit mir mitfahren möchte oder nicht.


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Weitere Informationen zur Boca do Inferno und zur Aldeia tipica

Englisch- und portugiesischsprachige Seite zum Nationalpalast in Mafra
Portugal Reisen: Mafra – Kloster Nationalpalast Wildpark
Fotos und Beschreibung des Aldeia tipica de José Franco (portugiesisch)
Boca do Inferno in der Wikipedia
Persönlicher Artikel von Claus Moser mit Hinterfundwissen
Boca do Inferno – Ein Ausflug zum Höllenschlund>
Website des Reiseanbieters Sunwave


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Lissabon-Reise mit Sunwave – die Hauptstadt von Portugal http://blog.sevke.net/2016/05/24/lissabon-reise-mit-sunwave-die-hauptstadt-von-portugal/ http://blog.sevke.net/2016/05/24/lissabon-reise-mit-sunwave-die-hauptstadt-von-portugal/#respond Tue, 24 May 2016 19:34:51 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7605 Hinweis:
Die Vorbereitungen zum Ausflugstag nach Lissabon findet ihr in meinem Artikel Lissabon, Hauptstadt von Portugal – Vorbereitung.


Heute stand unser Lissabon-Sightseeing auf dem Plan. Und genau heute hat mein iPad-Wecker nicht funktioniert, weil ich zu blöd war, den Wecker auf Wiederholung zu stellen. So war er zwar auf 8:00 Uhr eingestellt, aber nur für gestern. Das iPad hat mich also nicht geweckt.

Okay, 9:30 Uhr aufstehen, Treffen zum Abmarsch in der Lobby um 9:45 Uhr … Kein Ding! Duschen, Haare waschen war noch drin, aber das Frühstück fiel aus. Gemerkt hat das keiner und warten musste auch niemand auf mich.

Wir wollten heute alle mit der S-Bahn nach Lissabon fahren. Das war auch aus zwei Gründen eine gute Idee:

  1. Es gab eine sehr gute Zugverbindung von Carcavelos nach Lissabon
  2. Wie in allen Großstädten ist das Parken in Lissabon eine Herausforderung

Wir sind also zu Fuß zur S-Bahn Station gegangen. Der Himmel war bewölkt, aber immerhin regnete es nicht.

Die Ein- und Ausgänge der S-Bahn sind mit Vereinzelungsanlagen gesichert. Unsere Reiseleiterin musste die Sperre für jedes Gruppenmitglied einzeln mit dem Gruppenticket freigeben. Eine ziemlich umständliche Angelegenheit.

Foto des Eingangs zum Bahnhof Cais do SodréMit der Bahn ging es dann bis zur Endstation in Lissabon Cais do Sodré, die etwas am Rand der Stadt lag, allerdings Umsteigemöglichkeiten zur U-Bahn bot.


Foto mit Blick auf die Praça do Comércio in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Von hier aus ging es am Tejo entlang zur Praça do Comércio. Das ist der imposante Platz, der jeden Besucher vom Tejo aus mit seinen Gebäuden quasi umarmt und willkommen heißt. Vor dem großen Erdbeben von 1755, das die Stadt fast vollständig zerstörte, stand hier der Königspalast. Dieser Platz ist wirklich noch ein Platz und nicht nur ein „Plätzchen“, wie man sie heutzutage in vielen Städten findet. Obwohl es mich gerade in den Fingern juckt, ganz viel über Lissabon und dessen Geschichte zu schreiben, soll es in diesem Artikel um meine Lissabon-Reise gehen. Also … ich bremse mich und bleibe bei unseren persönlichen Erlebnissen.

Wer zum ersten Mal nach Lissabon kommt, sollte seine Stadterkundung genau hier beginnen!

Bevor wir die Stadt für uns eroberten, rief uns Helena alle am Rande des Platzes (beim Tejo) zusammen und gab uns einen Crash-Kurs über Lissabon. Es war durch den Stadtlärm etwas laut, aber Helena gab – wie üblich – ihr Bestes, um uns diese Stadt näher zu bringen.

Auf dem Foto seht ihr einen riesigen Triumphbogen, den Arco da Rua Augusta. Durch den gelangt man in die Rua Augusta, die schnurgerade zu den zwei weiteren wichtigen Plätzen, den Rossio und die Praça da Figueira führt. Die Rua Augusta ist die zentrale Einkaufsstraße von Lissabon und natürlich für den Autoverkehr gesperrt.

Aber wir hatten zunächst noch ein anderes Ziel …

Lissabon – die sexieste Toilette der Welt

Foto von einem großen gelben Waschbecken in der so genannten sexiest Toilette in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Gleich rechts in den Arkaden (östliche Seite) findet man sie!

Ich spürte kein besonderes Bedürfnis und wollte lieber draußen eine Bica trinken. Die anderen sind alle hineingegangen. Bevor ich meine Bica auch nur bestellt hatte, waren schon wieder alle draußen. War wohl nicht so aufregend. Auf dem Foto seht ihr ein großes gelbes Waschbecken, das gemeinsam von allen Gästen benutzt wurde. Mit den richtigen Leuten ergibt das bestimmt eine tolle Plantsch-Party!

An einer Wand waren viele unterschiedlich eingefärbte Toilettenpapierrollen der Firma Renova aufgehängt. Das sah hübsch aus, war aber nicht unbedingt sexy.

Eine Wand mit vieklen unterschiedlich gefärbten Klorollen

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Mehr gab es eigentlich nicht zu sehen. Wer gerade aufs Klo muss, kann da gerne reingehen. Aber erwartet nicht zuviel von dem Werbespruch The sexiest WC on earth.

Schnaps und Häppchen mitten auf der Straße

Eine Schachtel mit Pastéis de Bacalhau

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Wenn man so durch die Fußgängerzone von Lissabon schlenderte, ereilte einen auch schnell der kleine Hunger. „Servus, kleiner Hunger! Was willst du? Nee, nee, ich will jetzt kein Milchprodukt!“ Wie wäre es mit einer Tüte Pommes? Jetzt aber! Wir waren in Lissabon unterwegs, da musste schon etwas typisch Portugiesisches beschafft werden. Helena lief dann auch gleich los und kaufte eine Schachtel mit Fingerfood für den kleinen Hunger für alle: Pastéis de Bacalhau. Das sind kleine Bällchen aus einer Mischung aus Kartoffeln und Kabeljau, also quasi Fischbällchen. Mag nicht jeder, aber sind eigentlich ganz lecker, etwas trocken vielleicht, auf jeden Fall nicht süß.

Foto vom Eingang eines Ginjinha Geschäfts in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Nach der ganzen Völlerei brauchten wir jetzt dringend etwas zu trinken. Ein kleiner Ginjinha war jetzt gerade recht. Wird im Plastikbecher serviert, mit Kirsche oder ohne. Und wird sofort getrunken. Danach sieht Lissabon auch bei nicht so perfektem Wetter gleich viel fröhlicher aus. Dieser Likör wird aus Sauerkirschen hergestellt und schmeckt recht süß. Geschmacklich hat er ein bisschen Ähnlichkeit mit Portwein. Mir wurde leider untersagt, Fotos von den besoffenen Gruppenmitgliedern zu veröffentlichen. Man sagt dem Likör allerlei Heilkräfte gegen jede denkbare Krankheit nach. Vorsichtshalber gleich noch einen trinken!

Das Kulturzentrum Casa do Alentejo

Foto der Außenanicht der Casa do Alentejo in LissabonNoch hinter dem großen Platz „Rossio“ (also nördlich davon) befand sich das Kulturzentrum Casa do Alentejo. Von außen sah man gar nicht viel … ein bisschen Hausfassade. Aber drinnen entdeckte man einen Palast, eine Oase mitten in Lissabon.

Ging man die Treppe hinauf, wurde es schlagartig ruhig und sehr schummerig. Eine gewisse Andacht lag über allen Räumen. Das war etwas verwunderlich, war das Gebäude doch durchaus für lautstarke Veranstaltungen gut. Dafür gab es extra einen großen Festsaal mit Bühne. Außerdem beherbergte die Casa ein Restaurant in gediegenem Ambiente.

Foto des Innenhofs der Casa do Alentejo in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Anders als die Räume selbst war der überdachte Innenhof hell. Der kleine Platz war im maurischen Stil gestaltet, mit Bögengängen und Säulen. Der Boden war natürlich gefliest und in der Mitte stand ein kleiner Springbrunnen. Außerdem waren mehrere Palmen aufgestellt worden. Irgendwie fühlte man sich beim Betreten dieses Atriums fast schon wie in einer Kirche. Vom oberen Stockwerk aus konnte man durch kleine Balkone ins Atrium hinuntersehen.

Foto des Festsaals der Casa do Alentejo in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Salão Restaurante ou Luís XVI, so hieß der große Festsaal der Casa do Alentejo. Und so sah er auch aus … nämlich ziemlich barock mit seinen riesigen Kronleuchtern und den Verzierungen an Decken und Wänden. Bestimmt eine nette Location für die nächste Geburtstagsfeier. 😉


Wir blieben nicht zum Essen in der Casa do Alentejo. Dafür hatte Helena einen anderen Palast ausgesucht. Obwohl die Casa do Alentejo wahrscheinlich jeden Besucher beeindruckte, handelte es sich doch nicht unbedingt um einen Insider-Tipp. Das Zentrum ist sehr bekannt. Das Essen wird im Internet unterschiedlich bewertet. Dem Charme der Casa konnte man sich aber nur sehr schwer entziehen.

Café Brasileira und Palácio Chiado

Über den zentralen Rossio ging es anschließend hoch in den Chiado. Das kann man wohl mit einem Stadtviertel wie Schwabing in München vergleichen, ein altes Künstlerviertel mit vielen Boutiquen, Bars und Cafés.

Detailfoto vom Eingangsportal des Café A Brasiliera in Lissabon
Wir warfen einen Blick auf das berühmte Café A Brasileira, wo die Bica erfunden worden sein soll, damals noch als kostenloses Werbegeschenk zum Kauf von Kaffee.

Fernando Pessoas als Bronzestatue vor dem A Brasiliera in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Vom Kaffee-Shop entwickelte sich das A Brasiliera weiter zu einem Café, das viele Intellektuelle und Künstler anzog. Einer von Ihnen, der Schriftsteller Fernando Pessoas, hängt da jetzt immer noch rum und lässt sich von den vielen Touristen angrabschen. Das Café steht inzwischen unter Denkmalschutz. Meistens ist hier ziemlich viel los.Ihr müsst selber wissen, ob ihr ausgerechnet hier eure Bica trinken möchtet.

Innen im Café fühlt man sich fast wie auf Kuba.

Wir blieben nicht lange, sondern bogen gleich links ab, um unser Mittagessen ganz standesgemäß in einem alten Stadtpalast einzunehmen, nämlich im Palácio Chiado.
Früher war der Palast unter dem Namen Palácio de Quintela bekannt.
Das Banner des Palácio Chiado in LissabonGleich am Eingang erhielt jeder seine eigene Abrechnungskarte, so eine Art Haus-Kreditkarte, auf die alle Ausgaben gebucht wurden. Der Palast nahm einen mit seiner Architektur und seinen Dekorationen sofort gefangen. Was für eine Pracht! Genau wie bei der Casa do Alentejo sah man der Außenfassade überhaupt nicht an, was sich dahinter verbarg. Die Wände und Decken waren voller Fresken, es gab große Fenster mit Buntglas und von einer Decke schwebte ein großer goldener Greif (geflügelter Löwe) herunter.

Die Einrichtung selber war sehr modern und auf sehr klare Formen reduziert. Das Moderne passte gut zu der sehr herrschaftlichen Atmosphäre.

Womit wir allerdings alle etwas überfordert waren, war das Gastronomie-Konzept. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, gab es mehrere Theken, an denen man jeweils sein Essen bestellte (vorzugsweise auf Portugiesisch, ersatzweise auch auf Englisch). Eine richtige Speisekarte habe ich nicht in Erinnerung. Helena versuchte, allen aus der Gruppe beizustehen. Grundsätzlich wollten wir heute nur Kleinigkeiten zu uns nehmen.

Foto vom Restaurant-Bereich Delisbon im Palácio Chiado

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

So blieb ich dann an der Theke Patéo no Palácio hängen, wo es verschiedene Vorspeisen gab. Viele aus der Gruppe probierten grüne Suppen, aber wie eine Caldo Verde sah das nicht aus. Ich entschied mich für Camarão frito com malagueta e alecrim (Frittierte Garnelen mit Chili und Rosmarin). Die waren extrem lecker.

Nach der Bestellung und Buchung auf die Haus-Kreditkarte bekam jeder Gast ein Elektronik-Teil in die Hand gedrückt. Das würde sich akustisch und optisch melden, sobald das bestellte Gericht bereit zur Abholung wäre. Inzwischen wusste ich, dass für uns der separate, für spezielle Reservierungen vorgesehene Raum Sala Quintela im oberen Stockwerk bereitgestellt wurde.

Foto vom Treppenaufgang im Palácio Chiado
Ich ging also über die breite Treppe nach oben, als – wie zu erwarten war – mein Elektronik-Dingsda Lärm machte und mich unmissverständlich aufforderte, meinen Popo wieder nach unten zu bewegen, um mein Essen abzuholen. Also die Treppen wieder runter. 😉 Weil ich mir dabei wohl zuviel Zeit gelassen habe, kam mir einer der Köche schon halb entgegen.

Oben saßen wir alle zusammen an einem großen ovalen Tisch, bestellten noch etwas zu trinken und aßen unsere Mahlzeiten. Ich bin mir nicht so sicher, ob jeder mit dem Bestellten zufrieden war. Aber natürlich waren alle höflich und niemand beschwerte sich.

Nach dem Essen wurde kurz vor dem Ausgang alles abgerechnet und die Karte zurückgegeben. Alles in allem ein ziemlich hipper Laden. Solltet ihr euch mal anschauen!

Die Straßenbahn Linie 28

Foto von der Straßenbahn Linie 28 in Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet und vergoldet

Ich habe mir diese klapprige Art, durch Lissabon zu fahren, bisher noch nie angetan. Aber heute war ich fällig!

Übrigens: es gibt natürlich auch moderne Straßen- und sogar U-Bahnen in Lissabon. Es ZWINGT euch niemand, mit der 28 zu fahren! Aber irgendwie tut das dann doch jeder! 🙂

Jedenfalls sind die Wagen aus den 30er Jahren (ja, im Original!) und innen ist alles aus Holz. Es handelt sich um eine ganz reguläre Straßenbahn-Linie, aber natürlich fahren besonders gerne Touristen damit. Entsprechend ist sie üblicherweise überfüllt. Sie rumpelt und scheppert durch enge und engste Gassen, macht viel Lärm und schüttelt einen ordentlich durch. Aber sie funktioniert … immer noch. Ein Wunder! Und sie bewältigt enge Gassen und scharfe Kurven, die eine neue Straßenbahn nicht schaffen würde.

Ein kleines Abenteuer ist es jedoch in jedem Fall. Zur Normalität gehören auch Fahrtunterbrechungen durch parkende Autos und andere Behinderungen.

Ich glaube, wir haben 2,85 Euro für die Fahrt rauf in die Alfama bezahlt. Ausgestiegen sind wir dann bei der Kirche São Vicente de Fora (aber nur, wenn ich mich richtig erinnere 😉 ). Von da ging es dann zu Fuß durch die Alfama.

Kurzer Fußmarsch durch die Alfama

Foto von einem Hauseingang in der Alfama, Lissabon

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

So allmählich ging uns die Zeit aus, denn wir wollten ja auch noch nach Belém raus fahren.

Die Alfama befindet sich rechts (also östlich) vom Stadtzentrum auf einem Hügel und reicht runter bis zum (Fluß) Tejo. Was ist so interessant an der Alfama? Naja, hier liegt der eigentliche Stadtkern von Lissabon. Von hier aus hat sich die Stadt nach Westen ausgebreitet. Und mit der Ausbreitung sind viele der wohlhabeneren Einwohner ebenfalls aus der Alfama verschwunden, so dass hier heutzutage eher nicht so reiche Leute wohnten.

Außerdem gibt es in der Alfama jede Menge Sehenswürdigkeiten, über die ich hier in meinem Artikel aber nicht schreiben werde (das wird einfach zu viel).

Dieser Stadtteil ist weiter bekannt für seine vielen kleinen Lokale, Bars und Restaurants. Wer den Fado (spezieller portugiesischer Gesang mit Gitarrenbegleitung) mal im Orginal hören möchte, der ist hier richtig. Dann aber bitte nicht vor 22:00 Uhr.

Da dieser Stadtteil schon sehr alt ist, sind die Straßen nicht für moderne SUVs (so nennt man in München die typischen Stadtfahrzeuge) oder ähnliches ausgelegt. Vielmehr gibt es hier vor allem kleine verwinkelte Gassen und steile Treppen. Man kann natürlich auch einige Straßen mit dem Auto befahren, aber falls ihr hier im Urlaub sein solltet, dann geht lieber zu Fuß!

Blick über die Alfama

Foto von mir, 2002



Wenn ihr bei 34 Grad (im Sommer) zu Fuß durch die Alfama kraxelt, werdet ihr euch über die vielen Aussichtspunkte freuen, wo ihr Pause machen könnt. Von dort hat man tolle Ausblicke über die Stadt.

Reisegruppe spaziert durch die Alfama in Lissabon

Foto von Angela, roter Pfeil von mir

Wir hatten allerdings ganz andere Temperaturen, so dass zumindest die Hitze nicht als Ausrede für meine Kurzatmigkeit herhalten konnte. An sich war es heute das perfekte Wetter, um durch die Alfama spazieren zu gehen. Während wir diese spezielle Atmosphäre in uns hinein sogen, gab uns Helena zwischendurch immer mal wieder ein paar Infos zur Alfama und zu einzelnen Gebäuden.

Irgendwann waren wir dann wieder im Stadtzentrum. Dort nahmen wir die Straßenbahnlinie 15 nach Belém. An der Haltestelle war ein ganz schönes Gedränge. Eine Bahn ließen wir ohne uns weiterfahren, sie war zu voll. Während wir so vor uns hinwarteten, war Helena damit beschäftigt, sowohl Portugiesen als auch Touristen zu helfen. Was aber genau gefragt wurde, habe ich nicht mitbekommen. Jedenfalls war Helena die ganze Zeit schwer beschäftigt.

Auch unsere 15er war so eine alte Straßenbahn. Mit der ratterten wir also Richtung Westen.

Pastéis de Nata in Belém

Eigentlich bekommt man diese kleinen Blätterteigtörtchen, die mit einer Creme aus Eigelb, Zucker und Sahne gefüllt sind, in jedem Café und in jeder Konditorei hier in der Gegend von Lissabon. Und auch in Deutschland hat man sie schon gesehen.

Foto des Banners Pastéis de Belém

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet


Und was ist nun der Unterschied zwischen Pastéis de Nata und Pastéis de Belém?

Na, ganz einfach. Das Rezept stammt ursprünglich von den Mönchen aus dem benachbarten Hieronymiten-Kloster. Als das Kloster vor rund 200 Jahren geschlossen wurde, verkauften die Mönche das Rezept an eine Zuckerfabrik. Und die machten daraus die bekannte Marke Pastéis de Belém. Das geschickte Marketing spricht von einem Geheimrezept und so hält sich die Meinung, dass die Törtchen aus dieser Konditorei die echtesten und schmackhaftesten seien.

Warteschlange for der Casa Pastéis de Belém

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Entsprechend darf man sich dann auch auf eine lange Warteschlange einstellen.

Wir haben uns glücklicherweise eine Einheimische mitgenommen. Helena sorgte dann kraft ihres Amtes als Reiseleiterin dafür, dass wir uns nicht anstellen mussten. Sie ging einfach schnurstracks ins Café und ließ sich ausreichend Törtchen in einer Schachtel aushändigen, mit der wir in ein benachbartes Café gingen.

Ein einzelnes Pastel de Belém plus Zimt und Zucker

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

So sah das dann vor mir auf dem Tisch aus.

Zugegeben, macht nicht so viel her auf dem Foto. Zum Törtchen wird je ein kleines Tütchen Zucker und Zimt gereicht. Das Gebäck sieht zwar etwas verbrannt aus, aber das gehört so. Man nennt das karamelisieren.

Hier noch mal ein Foto, auf dem ihr das berühmte Pastel de Nata besser erkennen könnt.
Foto vonn einem einzelnen Pastel de Nata
Lustig, beim Bearbeiten des Fotos steigt mir gerade der Geruch von der kleinen Leckerei in die Nase.

Apropos lecker. Wie schmeckt das denn nun? Eigentlich ganz gut. Ob ich es jetzt unbedingt „göttlich“ nennen würde wie andere, naja. Auf jeden Fall schmeckt es weniger süß als ich es erwartet hätte. Solltet ihr mal probieren. Ihr müsst dazu aber nicht unbedingt in die Casa Pastéis de Belém gehen.

Kurzer Abstecher zum Mosteiro dos Jerónimos

Totalansicht der Kloster-Fassade

Bildquelle: Wikipedia


Gleich nebenan erwartete uns schon das Hieronymiten-Kloster. Dieses Weltkulturerbe beeindruckt schon allein durch seine Größe.

Ein Sarkophag in der Basilika des Heronymitenklosters in Belém

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

In der Kirche liegen eine ganze Reihe von portugiesischen Königen und anderen wichtigen Persönlichkeiten begraben. Das Mosteiro dos Jerónimos gilt als das bedeutendste erhaltende Bauwerk manuelinischen Stils. Dabei handelte es sich im Kern um den gotischen Stil, der um zahlreiche maritime Elemente wie Seile, Anker usw. angereichert wurde.

Wir waren nur kurz und auf eigene Faust in der Basilika. Natürlich gab es auch Führungen, auf denen man jede Menge Informationen erhielt. Aber wie gesagt, das gehörte nicht zum Programm, wäre aber in diesem Fall sicher sinnvoll gewesen.

Nachdem wir uns vor dem Kloster wieder als Gruppe zusammengefunden hatten (bis auf eine Teilnehmerin, die wir erst später wieder einsammelten 😉 – Smartphone sei Dank! ), überquerten wir die Hauptstraße und gingen durch die große Parkanlage gegenüber des Klosters zum Seefahrer-Denkmal.

Das Padrão dos Descobrimentos in Belém

Sehr eindrucksvoll ist das Padrão dos Descobrimentos, also das Denkmal der Entdeckungen, das auch als Seefahrer-Denkmal bekannt ist.

Linke Seite des Entdecker-Denkmals in Belém

Foto von mir, 2016

Bei diesem Denkmal handelt es sich ausnahmsweise mal nicht um etwas Altes. Vielmehr wurde es 1960 aus Beton gebaut. Auf dem Foto könnt ihr nur einen kleinen Ausschnitt sehen. Das Denkmal hat eine Höhe von 52 Metern, es ist also schon ziemlich beeindruckend. Insgesamt tummeln sich auf dem Denkmal 33 wichtige Persönlichkeiten (nicht ausschließlich Seefahrer) der glorreichen portugiesischen Zeit der Entdeckungen.

Tritt man ein paar Schritte zurück, kann man das Monument komplett überblicken.

Padrão dos Descobrimentos - die linke Seite komplett

Foto von Angela, von mir nacbearbeitet

Leider war das Wetter nicht so toll, so dass auch die Fotos alle ein bisschen grau aussehen.

Hier am Fluss war es übrigens ziemlich windig.

Wer mag, kann gegen Bezahlung mit einem Lift innen nach oben zu einer Aussichtsplattform hochfahren. Soll gut sein. Ich habe es nicht ausprobiert.

Der Torre de Belém

Etwas weiter westlich konnte man ihn schon sehen, den Wachturm Torre de Belém. Früher stand er mitten im Tejo, heute konnte man bequem zu Fuß hingehen.

Torre de Belem in der Ferne, davor unsere Gruppe

Foto von mir, 2016

Dachten wir …

… aber wenn man dem Tejo folgt, so kommt man plötzlich nicht mehr weiter, weil sich vor einem so eine Art Hafeneinfahrt auftat. Also umdrehen und wieder zurück und dann im großen Bogen erst mal hoch zur Hauptstraße, um diesen Minihafen rum und dann wieder runter zum Tejo.

Und da war er schließlich!

Modell des Torre de Belém

Foto von mir

Niedlich, nicht wahr? 🙂

Ich habe noch ein Foto:

Der kleine Torre de Belém noch mal als Modell

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Und vor diesem Giganten hatten früher die Schiffe, die vom Atlantik nach Lissabon wollten, Angst? Kaum vorstellbar!

Ich mach nur Spaß!

Der Wachturm, übrigens wieder mal ein Weltkulturerbe, war 35 Meter hoch, also schon etwas höher als auf dem Foto zu sehen ist. Es handelt sich nur um ein Modell.

Ursprünglich als Wachturm gedacht, hat er zwischendurch auch mal als Gefängnis und als Waffenlager gedient.

Der Torre de Belém in Lebensgröße

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Jetzt macht er schon mehr her, oder?

Früher gab es auf der anderen Tejo-Seite noch einen zweiten Wachturm, der aber dem Erdbeben von 1755 zum Opfer fiel. Mit diesen beiden Türmen war die Flußmündung des Tejo bestens geschützt.

Detailaufnahme eines Türmchens am Torre de Belém

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Sah man genau hin, konnte man wieder manuelinische Stilelemente erkennen, wie hier zum Beispiel die angedeuteten horizontalen Seile.

Unser Tag in Lissabon neigte sich nun langsam dem Ende zu. Allmählich machte sich auch der Hunger bemerkbar.

Abendessen im Restaurant Bem Belém

Unser Restaurant befand sich in der Nähe der Casa Pastéis de Belém, also dort, wo wir die Pudding-Törtchen gekauft haben.

Tierkreis Mosaiken auf der Praça do ImpérioEs war also schon ein Stückchen zu gehen. Wir kamen auch wieder zum Park Jardim Praça do Império, wo auf dem Boden die Tierkreiszeichen als Mosaik gestaltet waren. Dies lud die Gruppen-Teilnehmer ein, sich je nach Sternzeichen auf die Mosaiken zu stellen und lauthals ihr Sternzeichen hinauszubrüllen. Auf dem Steinbock-Bild standen Helena, eine andere Teilnehmerin und ich. Wir brüllten am lautesten! Wie die kleinen Kinder … 🙂


Foto von zwei Flohmarkt-Ständen auf dem Jardim de Belém

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Rechts (östlich) des Park schloss sich gleich der nächste Park an, nämlich der Jardim de Belém (an anderer Stelle heißt der auch Jardim Vasco da Gama. Was richtig ist, weiß ich nicht.). Im Übergangsbereich wurde gerade ein Flohmarkt veranstaltet oder eher ein Kulturmarkt, so wie wir ihn in größerem Maßstab als Tollwood in München oder Sinnflut in Erding kennen. Die Gruppe löste sich auf und schlenderte unabhängig voneinander über diesen Markt.

Irgendwann fanden sich dann die ersten auch hinter dem McDonalds ein. McDonalds? Na, klar, da wusste man wenigstens, was man auf den Teller bzw. in die Hand bekam.

Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ich in Portugal in einen McDonalds gehen würde? Niemals!

Hier, zwischen dem Park und der Hauptstraße, hatten sich mehrere Gastronomie-Betriebe angesiedelt. Kein Wunder, liefen hier doch regelmäßig viele Touristen herum. Hinter den Gebäuden, also in Richtung Park hinaus, hatten alle Restaurants ihre Außenbereiche. Hinter dem McDonalds befand sich ebenfalls ein Restaurant mit so einem kleinen Biergarten. Dort machten wir zunächst Halt, um etwas zu trinken. In „unserem“ Restaurant hatten wir einen Tisch reserviert, aber dafür war es noch zu früh. Fragt mich aber bitte nicht, warum wir uns nicht dort draußen hingesetzt haben. Es waren nur ca. 5 Meter weiter. Was soll´s? Zum Diskutieren war ich viel zu entspannt. Also hinsetzen und den Abend genießen.

Neben einem Bier bestellte ich mir ein paar Oliven. Der Kellner sorgte dann gleich für Erheiterung bei meinen Mitreisenden. Er servierte mir nämlich genau je EINE grüne und eine schwarze Olive.

Jaaaaaaa … okay … müsste ich halt mehrmals nachbestellen.

Nachdem das allgemeine Gelächter wieder abgeklungen war, reichte er mir dann doch noch eine Schale mit ausreichend Oliven. 🙂

„Ausreichend“ stimmte nur bedingt. Ich ließ die Oliven rumgehen, damit die anderen auch mal diese köstlichen Oliven probieren konnten. Aber Oliven sind nicht jedermans Sache. Es blieben noch genug für mich übrig.

Leider habe ich keine Fotos von unserem netten Beisammensein.

Um 21:00 Uhr sind wir dann ins Bem Belém weitergezogen. Wie gesagt … 5 Meter oder so. Dort wurden wir schon von dem freundlichen Personal erwartet.

Foto der Reisegruppe im Bem Belém

Foto mit Angelas Kamera, von mir nachbearbeitet

Eine kurze Bemerkung zu dem Foto: Ich hatte euch versprochen, von euch keine Fotos ins Internet zu stellen. Sorry, dieses Foto ist so schön fröhlich! Wenn wirklich jemand von euch damit Probleme hat, dann sagt mir bitte Bescheid. Ich entferne es wieder!

Dieses Restaurant war klasse! Tolles Personal, tolle Atmosphäre, tolle Gruppe, tolles portugiesisches Essen! Genau so will ich es haben.

Der Gastraum war relativ klein. Wenn ihr also drinnen sitzen wollt, dann solltet ihr unbedingt vorher reservieren. Wir waren diesmal wegen der schlechten Witterung darauf angewiesen. Ansonsten kann man natürlich auch wunderbar draußen sitzen, wo viel mehr Platz ist. Einige tolle Eindrücke bekommt ihr auf der Facebook Seite des Bem Belém.

Was hatte ich eigentlich gegessen? Achja, Borreguinho, sehr leckeres Lamm. Dazu natürlich Vinho Verde.

Als Entrada (=Vorspeise) gab es die typische Sardinen- und Thunfischpaste. Außerdem noch Bolinhos de Bacalhau und Krabbenpaste an einer Krabbenzange als Stiel (wie heißt das auf Portugiesisch?).

Wie immer haben wir die Gesamtrechnung durch alle Gruppenteilnehmer geteilt und kamen dabei auf 20 Euro für jeden.

Rückfahrt ins Hotel mit der S-Bahn

Irgendwann war auch dieses Abendessen zu Ende und wir fuhren mit der S-Bahn ins Hotel.

Dort sprachen sich einige Teilnehmer noch für eine große Sause an der Bar aus. Am Ende (23:30 Uhr) blieben nur Angela und ich übrig. Alle anderen hatten sich inzwischen in ihre Betten verzogen. Weicheier … allesamt!


 weiter zum 4. Tag (Mafra, Sobreiro, Cascais)
 zurück zum 2. Tag (Mafra, Ericeira, Cascais)


Alle Sunwave Artikel in meinem Blog.
Meine Portugal-Artikel.
Übersicht über Facebook-Gruppen, die sich mit Portugal beschäftigen.
Übersicht über deutschsprachige Portugal-Foren.


Weitere Informationen zu Lissabon und Belém

Lissabon in der Wikipedia
Belém in der Wikipedia
Individuelle Tipps und Infos zu Lissabon von Andrea Schmekel
Sehr informative und persönliche Artikel über Lisssabon von Markus Horn
BBC Artikel „Why this is Europe’s best work-and-play capital“ vom 20. April 2016.
Ein Besuch im „The Sexiest WC on Earth“ in Lissabon
Homepage des Palácio Chiado
Facebook Seite des Palácio Chiado
Spiegel Artikel zur Straßenbahn Linie 28
Website des Reiseanbieters Sunwave


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http://blog.sevke.net/2016/05/24/lissabon-reise-mit-sunwave-die-hauptstadt-von-portugal/feed/ 0 7605
Lissabon-Reise mit Sunwave – Mafra, Ericeira und Cascais http://blog.sevke.net/2016/05/22/lissabon-reise-mit-sunwave-mafra-ericeira-cascais/ http://blog.sevke.net/2016/05/22/lissabon-reise-mit-sunwave-mafra-ericeira-cascais/#respond Sun, 22 May 2016 17:15:40 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7532 Hinweis:
Die Vorbereitungen zu unserem ersten Ausflugstag findet ihr in dem Artikel Mafra und Ericeira in Portugal – Vorbereitung und Cascais und Praia do Guincho in Portugal – Vorbereitung.


Am zweiten Tag bin ich um 8:00 Uhr aufgestanden. Frühstück gab es vom Buffet in der üblichen portugiesischen Standard-Qualität. Darauf will ich hier auch gar nicht näher eingehen. Es ist eben nichts Besonderes. Auf der anderen Seite ist es durchaus genießbar. Insbesondere gilt das auch für den Kaffee. Der ist trinkbar, hat aber nicht viel mit dem Kaffee zu tun, den man in einer portugiesischen „Bar“, Café oder Restaurant bekommt. Ist halt so. Den Kaffee gab es auch nicht direkt am Tisch, sondern musste selbst gezapft werden.

Wer gerne ein gekochtes Ei zum Frühstück haben wollte, wurde enttäuscht. Es gab lediglich gebratene Eier. Das ist am Morgen nicht unbedingt jedermanns Geschmack.

Um 9:45 Uhr wollten wir uns alle in der Lobby treffen. Hat auch prima funktioniert … wir sind nun mal Deutsche. 😉

Danach ging es dann mit den Mietautos auf nach Mafra. Ich musste heute nicht fahren. Wir konnten alle 12 Leute (inklusive Reiseleiterin) auf drei Autos verteilen.

Bei der Abfahrt war der Himmel zwar stark bewölkt, aber noch regnete es nicht. Das sollte sich aber später ändern.

Der Palácio Nacional de Mafra

Foto der Fronstseite des Palácio Nacional de Mafra

Foto von Angela

Wie man auf dem Foto sieht, hatten wir inzwischen Dauerregen. Wir sind also schnell hoch zum Palast, weil wir in die Basilika wollten.

Foto des Eingangsbereich des Palácio Nacional de Mafra

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Leider ist unserer Reiseleiterin an dieser Stelle ein Lapsus unterlaufen. Heute war nämlich ein Feiertag. In der Basilika fand ein Gottesdienst statt und wir konnten leider nicht hinein. So versammelten wir uns etwas abseits in diesem Bereich vor dem eigentlichen Eingang um unsere Reiseleiterin und lauschten ihren Erläuterungen zur Geschichte des Palastes. Die Besichtigung des Palastes selbst war im Programm nicht vorgesehen.

Um uns herum konnten wir 4 Meter hohe Statuen aus Italien bewundern. Die waren ziemlich imposant. Oben auf dem Foto sieht man ein paar davon.

Dann gingen wir wieder nach draußen und setzten uns in ein Café, tranken Kaffee und aßen Gebäck. Lustig war hier, dass man als Kunde eine Wartenummer ziehen musste. In einem Café hatte ich das auch noch nie gehabt. Bei dem Wetter war aber nicht viel los. Ein Galão (= Milchkaffee) kostete hier übrigens 1 Euro, falls das jemanden interessieren sollte.

Das Café war recht klein aber gemütlich. Mit unserer Gruppe war der Raum dann aber auch voll. Einige probierten die ersten Pudding-Törtchen. Wir entspannten eine Weile, mussten dann aber doch wieder nach draußen.

Mittagessen und Spaziergang durch Ericeira

Wir fuhren weiter in Richtung Küste nach Ericeira

Dort waren wir zwar direkt am Meer, aber so richtig angenehm war es zur Zeit nicht gerade.

Foto von mir. Ich stehe in Ericeira direkt am Meer ... aber im Regen.

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Einige von uns kletterten im Regen auf den Klippen herum, andere wollten lieber gleich ins Trockene und verschwanden sofort in dem für uns reservierten Fischrestaurant Esplanada Furnas direkt an den Klippen. Es war auch eher ein norddeutsches Wetter als ein südeuropäisches.

Foto des Innenraums des Fischrestaurants Esplanada Furnas in Ericeira und unser Mittagessen

Zum Mittagessen gab es Garoupa (=Zackenbarsch) für alle …. für alle, die Fisch essen wollten. Ich gehörte natürlich dazu. Wenn ich schon mal die Gelegenheit hatte, frischen Fisch zu essen, so ließ ich mir das nicht entgehen. Der Fisch schmeckte sehr lecker, schön nach Grill. Dazu gab es eine Flasche Vinho Verde, den aber nur vier Leute trinken wollten. Ich natürlich auch. Diesmal war ich ja kein Autofahrer. Die Marke ist sehr bekannt: Aveleda. Sogar auf den Weingläsern war die Marke eingraviert. Der Vinho Verde war gut gekühlt und schmeckte sehr spritzig. Genau richtig, fand ich.

Unsere Gruppe bezahlte alles gemeinsam und teilte die Kosten anschließend durch die Anzahl der Leute. Das war zwar nicht in jedem Fall für alle fair, aber am einfachsten umzusetzen. Heute kamen wir auf 20,50 Euro pro Person inklusive Getränke.

Meine Bica (=Espresso) war schön heiß. In Deutschland bekommt man seinen Espresso leider oft nur lauwarm. Ein Espresso muss für mich so heiß sein, dass ich ihn nicht in einem Schluck hinunterkippen kann.

Nach dem Essen machten wir einen ausgedehnten Spaziergang durch den Ort.

Foto vom Fischerhafen in Ericeira

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Leider regnete es praktisch durchgehend. Ich hatte keinen Schirm dabei, aber immerhin eine Regenjacke mit Kapuze. Oft durfte ich aber auch zu jemanden unter den Schirm kriechen. Ericeira war bei diesem Wetter ein toter Ort. Es waren so gut wie keine Leute auf den Straßen unterwegs. Abgesehen davon war auch noch keine Hauptsaison. Der Ort ist bei Windsurfern sehr beliebt. Im Sommer ist hier wohl Halligalli. Aber im Augenblick war das noch nicht einmal zu erahnen. Unsere Reiseleiterin, Helena, erzählte uns immer wieder etwas über den Ort. (Helena! Was war das noch? Soooorrry!)

Spaziergang durch Cascais

Irgendwann fuhren wir dann aber weiter in Richtung Cascais.

Im Auto machten wir viele Witze über das schlechte Wetter. Insgesamt war die Stimmung bei allen akzeptabel.

Und ja! Da war er plötzlich! Der blaue Himmel! Hier das Beweisfoto:

Beweisfoto für ein Stück blauen Himmels auf dem Weg nach Cascais

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Auf dem Weg nach Cascais ein kurzer Moment mit einem kleinen Stückchen blauen Himmels. Wir wurden geradezu euphorisch und wollten schon eine Flasche Schampus köpfen. Es scheiterte nur daran, dass wir keinen dabei hatten.

Ein Nachteil bei der Fahrt mit Mietautos gegenüber einer Gruppenreise in einem Bus ist, dass Helena uns während der Fahrt nicht mit weiteren interessanten Infos versorgen konnte. So fuhren wir immer schön im Konvoi hinter ihr her, waren aber ansonsten ahnungslos. Ihre Mitfahrer erhielten wahrscheinlich mehr Informationen.

Foto vom Häuserfassaden in Cascais, vom Strand aus gesehen

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

In Cascais war viel mehr los als in Ericeira. Man bemerkte sofort: dies war kein verschlafenes Surfer-Nest irgendwo an der Küste. Es mischten sich alte und neue Häuserfassaden. Und das Wichtigste: in Cascais regnete es nicht! Also, ich kann euch Cascais deswegen absolut empfehlen. 🙂

Innenansicht der Eisdiele Santini in Cascais

Helena wollte uns unbedingt die berühmte Eisdiele Santini zeigen. Manche sind der Meinung, dass es hier das beste Eis auf der Welt gäbe. Der so genannte Medium Becher mit zwei großen Eiskugeln in drei Geschmacksrichtungen (richtig gelesen!) kostete 3,90 Euro. Das Eis war lecker, aber ich kenne auch in Deutschland italienische Eisdielen, die sehr gutes Eis verkaufen. Nur für die Eisdiele würde ich jetzt nicht nach Cascais fliegen. Aber wenn man schon mal da ist … 😉

Foto einer Agaven-Blüte am Strand von Cascais

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Cascais bietet drei Strände. Den ersten Strand, die Praia da Ribeira, könnt ihr auf dem Foto weiter oben sehen. Etwas weiter östlich gibt es die Praia da Rainha. Von der Eisdiele sind wir dort hingegangen. Da gibt es so eine Art hochgelegener Promenade mit einem kleinen Platz, wo man sich auf Bänken entspannen konnte. Zum Strand selber ging es von dort über eine steile Treppe.

Am Steilhang wuchsen ein paar Agaven mit den typischen „Telefonmasten“, also mit ihrem Blütenstand. Das sind zwar keine besonders hübschen Blüten, aber sie sind sehr beeindruckend, finde ich.
Der dritte und größte Strand war weiter östlich, direkt an der Straße nach Estoril. Den haben wir heute nicht besucht.

Sehr viel Zeit blieb nicht mehr, weil uns im Hotel das Abendessen um 19:00 Uhr erwartete.

Den Tag ausklingen lassen im Hotel

Unsere Straße führte immer direkt an der Küste entlang. Dabei konnte man gut erkennen, dass die verschiedenen Orte ineinander übergingen. Wo Cascais aufhörte und wo Estoril (bekannt für sein Kasino) anfing, konnte man nicht erkennen. Die Küste war einfach komplett zugebaut, was aber auch keine Überraschung war.

Wir konnten einige alte Villen bewundern, aber auch einige sehr moderne Gebäude (die nicht immer schön aussahen).

Vor dem Abendessen um 19:00 Uhr im Hotel nutzte Helena die Zeit, um mit uns kurz das Programm des nächsten Tages zu besprechen. Es standen Lissabon mit Belém auf dem Plan. Die Autos sollten beim Hotel bleiben, weil es von Carcavelos nach Lissabon eine ausgezeichnete Zugverbindung gab.

Im Hotel gab es Abendessen vom Buffet.

Die Aldeia típica de José Franco haben wir uns nicht angesehen, auch nicht die Boca do Inferno. Wenn ich die Gelegenheit habe, möchte ich das aber an meinen beiden freien Tagen nachholen.

Ich bin der Meinung, dass sich Helena, unsere Reiseleiterin, schon vorher hätte erkundigen können, ob die Basilika in Mafra an diesem Feiertag zugänglich wäre. Wir hatten noch am Vorabend in der Bar darüber gesprochen, dass der Donnerstag auch in Portugal ein Feiertag ist.

Ansonsten war sie eine tolle Reiseleiterin und sehr bemüht. Auf Fragen gab sie immer eine Antwort. Außerdem schien sie uns bisher ein authentisches Portugal zeigen zu wollen. Auf der Strecke blieben dadurch ein wenig die touristischen Sehenswürdigkeiten. Aber mir persönlich war es so lieber.


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Weitere Informationen zu Mafra, Ericeira und Cascais im Internet

Mafra in der Wikipedia
Englisch- und portugiesischsprachige Seite zum Nationalpalast in Mafra
Ericeira in der Wikipedia
Surfen in Ericeira
Cascais in der Wikipedia
I love Cascais – was man in Cascais so unternehmen kann
I love Cascais – Facebook-Seite
Reiseinfos zu Cascais
Detaillierte Informationen auf Cascais-Portugal.com
Website des Reiseanbieters Sunwave


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http://blog.sevke.net/2016/05/22/lissabon-reise-mit-sunwave-mafra-ericeira-cascais/feed/ 0 7532
Lissabon-Reise mit Sunwave – Anreisetag http://blog.sevke.net/2016/05/16/lissabon-reise-mit-sunwave-anreisetag/ http://blog.sevke.net/2016/05/16/lissabon-reise-mit-sunwave-anreisetag/#respond Mon, 16 May 2016 16:39:10 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7498 Hinweis:
Meine ersten Vorbereitungen und Gedanken zum Hotel und zum Zielort Carcavelos könnt ihr im Artikel „Carcavelos in Portugal – Vorbereitung“ nachlesen.

Das Auto am Flughafen parken

Von Forstern aus kann ich nicht so einfach mit öffentlichen Verkehrsmittel zum Flughafen gelangen. Es geht … irgendwie. Aber üblicherweise fahren wir Forsterner von hier aus mit dem eigenen Auto zum Flughafen und parken es dort oder lassen uns von Nachbarn hinbringen. Parkmöglichkeiten gibt es inzwischen im ausreichenden Maße direkt am Flughafen München oder im nahen Umland. Von dort werden auch immer Transfermöglichkeiten zu den Terminals angeboten. Natürlich kostet das Parken inklusive Transfer zusätzlich Geld.

Da kann man dann auch herrlich im Internet herumrecherchieren, am Ende muss man sich halt mal für eine Option entscheiden.

Ich entschied mich schließlich für die Firma Holiday Extras. Kostet mich 49 Euro.


Einen Parkservice außerhalb des Flughafens habe ich zum ersten Mal in Anspruch genommen. Da sind ja in Oberding/Schwaig jede Menge Parkhäuser entstanden. Das Parkhaus bietet jedenfalls jede Menge Service. Großer Wartebereich mit kostenlosem WLAN, Getränke, Snacks, Toiletten, Wickelraum, Service Counter, Info Bildschirme. Bin sehr positiv überrascht.

Der Shuttle-Bus fährt jede halbe Stunde zum Flughafen, jeweils zur vollen und zur halben Stunde. Das hatte ich aber nicht eingeplant. Ich bin einfach losgefahren und habe den Bus natürlich um 5 min. verpasst. 🙁

Bis 11:30 Uhr hing ich im Wartebereich herum. Immerhin trocken und warm. Der Bus hielt pünktlich direkt vor der Tür. Alles bestens.

Am Flughafen München

Ausschnitt meiner Bordkarte nach Lissabon

Am Flughafen Terminal 2 war irgendwie alles anders, als ich es in Erinnerung hatte. Überall standen jetzt Automaten herum, wo man sich seine Bordkarte selber drucken kann. Das hatte ich allerdings bereits zu Hause erledigt.

Bei der Kontrolle schienen mir die Kontrollen intensiver zu sein als bisher. In Sicherheitsbereich empfand ich auch die Polizei-Präsenz als viel höher.

Seit ca. 12:00 saß ich beim Gate 38. Boarding sollte um 13:10 Uhr sein. Hier gab es kostenloses WLAN, Steckdosen und Automatenkaffee.

Das Wetter ist in München ganz gut, mal sehen, wie es Lissabon sein würde, die Vorhersagen waren bisher nicht so prickelnd.

Endlich konnte ich um 13:50 Uhr an Bord. Geplant war eigentlich schon 13:10 Uhr. Das sah nach einer dicken Verspätung aus. Da ich mit der TAP flog, bestand die Crew natürlich aus Portugiesen.

Der Flieger war leider voll. Keine Chance, sich auf einen zweiten Sitz auszubreiten.

Um 14:15 Uhr sind wir endlich gestartet (Plan: 13:40 Uhr).

Bei der TAP gab es als Bord-Snack sogar noch etwas Warmes, das ist ja inzwischen sehr selten geworden. Okay, drei kleine Kartöffelchen und etwas Fleisch, aber immerhin. Auch Rotwein kann man noch kostenlos als Getränk erhalten. Das fiel für mich natürlich aus, weil ich ja später den Mietwagen noch zum Hotel fahren musste. Dafür gab es auf dem Flug kein Bord-Kino, noch nicht einmal Fluginformationen.

Am Flughafen in Lissabon

Um 16:50 Uhr Landung in Lisssabon. Hm … komisch … damit lagen wir wieder komplett im Plan. Die Ortszeit in Lissabon war natürlich eine Stunde früher, also 15:50 Uhr.

Ziemlich langer (Fuß-)Weg bis zur Kofferausgabe, aber alles okay.

Am Ausgang hat schon Helena gewartet, allerdings mit einem sehr kleinen Sunwave-Schild. Da könnte die Firma ruhig mal ein größeres Schild spendieren. Immerhin … sie war die einzige Blonde, so dass ich sie dennoch erkannt habe. Sie stand vor so einer Absperrung vor der Tür, durch die alle Neuankömmlinge kamen. Ich ging erst mal entspannt die Rampe runter in die Halle und schaute mich um. Dann sprach ich Helena an. Sie war total nett.

Wir mussten noch auf eine Dame aus Hamburg (Susanne) warten. Ich war ja erster Fahrer für den vorgesehenen Mietwagen. Mir zugeteilt waren zwei Frauen, die aber beide nicht selber fahren wollten: Susanne und Leoni.

Bei der Gelegenheit erfuhren wir, dass von den drei angekündigten Männern nur zwei auf Helenas Liste standen, also würden sich zwei Männer um 9 Frauen (plus Helena) zu kümmern haben.

Leider bekamen wir den Mietwagen nicht direkt am Flughafen, sondern mussten erst mit einem Shuttle-Bus zu einer Mietwagen-Firma transportiert werden. Das dauerte dann weitere ca. 10 Minuten.

Einen Mietwagen übernehmen

Bei der Mietwagen-Firma hat man mir dann erst einmal erklärt, dass ich 300 Euro sofort als Kaution per Kreditkarte zahlen müsste. Die würde ich dann gegebenenfalls nach der Rückgabe des Fahrzeugs zurückerstattet bekommen. Das habe ich in dieser Form bisher noch nicht kennengelernt. Ich kenne zwar das Ausfüllen eines Blanko-Formulars, aber das mir schon mal prophylaktisch 300 Euro abgebucht werden, war mir neu. Dazu kam noch die Berechnung des Mauterfassungs-Systems, unabhängig von einer tatsächlichen Nutzung der Autobahn. Dafür wurden noch mal 14,80 Euro abgebucht. Die von mir vorgesehen Kreditkarte von American Express wurde nicht akzeptiert, nur eine von Visa oder von Mastercard. Glücklicherweise hatte ich auch noch eine Visacard dabei. Und vorsichtshalber hatte ich mir alle PINs aufgeschrieben. Denn auch die PIN war für die Abwicklung notwendig.

Ich hatte also jetzt zusätzliche 314,80 Euro auf der Rechnung, die ich so nicht eingeplant hatte. Da haben es die Nicht-Fahrer besser, weil sie von diesen Abbuchungen nicht betroffen waren.

Die Dame, die mit mir die Formalitäten erledigte, schwallte mich auf Englisch voll, so dass ich kaum Zeit hatte zu kapieren, was sie eigentlich von mir wollte. Nix calma, nix freundlich, nix entspannt. Immerhin korrekt.

Das Fahrzeug selber, ein Opel Corsa eco, hatte bereits auf allen Seiten Kratzer, was die Mitarbeiterin der Mietwagen-Firma aber auch auf einem Übergabeformular vermerkte. Dabei sah das Fahrzeug noch nicht mal besonders alt aus und hatte hatte mit 52.000 km auch noch nicht so wahnsinnig viel auf dem Tacho. Der Corsa war nicht voll getankt, sondern nur zu etwa 3/4. Auch das wurde vermerkt.

Von Seiten Sunwaves wurde ich zwar darauf hingewiesen, dass ich eine Kreditkarte mit PIN benötigte, nicht aber, dass American Express nicht akzeptiert würde. Hätte ich keine zweite Kreditkarte dabei gehabt, wären bereits an dieser Stelle größere Probleme entstanden. Deswegen meine Bitte an Sunwave: schreibt bitte ganz klar, dass nicht eine Kreditkarte mit PIN benötigt wird, sondern eine VISA-Card, jedenfalls beim Autovermieter Drive On Holidays. Oder noch besser: Wählt einen anderen Mietwagenanbieter aus, der die Fahrzeuge direkt am Flughafen bereitstellt und auch dort wieder in Empfang nimmt. Wer kennt schon Prior Velho?

Auch auf die zusätzlichen Kosten in Form von Maut und einer Gebühr für das Mauterfassungssystem im Auto wurde ich vorab nicht hingewiesen. Also bitte, Sunwave, die Kosten sind ja in Ordnung, aber sie müssen vor der Reise absolut klar an die Fahrer kommuniziert werden.

In den mir von der Reiseleiterin vor Ort übergebenen Informationen wurde allerdings sehr wohl darauf hingewiesen, dass eine Kaution von 300 Euro anfallen würde und dass American Express nicht akzeptiert würde. Zu diesem Zeitpunkt war das aber natürlich bereits zu spät.

Weiter wurde erwartet, dass wir das Fahrzeug auch wieder in diesem Vorort, Prior Velho, abgeben sollten und nicht am Flughafen. Dafür war am Abreisetag ein zusätzlicher Aufwand notwendig. Erstens musste ich diesen Ort ja erst mal finden. Zweitens musste ich wesentlich früher das Fahrzeug abgeben, weil der Transfer zum Flughafen ja danach noch einberechnet werden musste.

Die Anmietung des Mietwagens kann ich insgesamt nur als suboptimal ansehen.

Der Corsa selber war anscheinend ein relativ neues Fahrzeug, ein Diesel, sehr zäh in der Beschleunigung. Außerdem wies er entweder eine Unwucht in den Rädern auf oder die Radaufhängung war nicht in Ordnung. Jedenfalls fing das Lenkrad bei etwas höheren Geschwindigkeiten an zu schlagen. Das Fahrwerk war insgesamt sehr schwammig, aber das mag für dieses Auto typisch sein, das weiß ich nicht.

Kein Auto für mich. Aber für eine Woche würde es schon gehen.

Das Profil der Reifen war zumindest in Ordnung. 😉

Anfahrt zum Riviera Hotel

Ortsschild von Carcavelos

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Wir waren auf uns alleine gestellt, um von Prior Velho ins Hotel zu finden. Von Helena hatten wir eine ausgedruckte Routenbeschreibung. Die Koffer konnten wir gerade so unterbringen, aber damit hatte ich gerechnet und daher extra keinen Hartschalenkoffer, sondern nur einen Trolley mitgenommen.

Und im iPad hatte ich ja ein Navi, das dann auch zuverlässig funktionierte, sobald es den GPS-Connect hinbekommen hatte. Das dauerte allerdings. Vielleicht lag es an den schweren Wolken.

Die beiden Mitfahrerinnen waren ein Glücksfall. Beide waren sehr nett.

Auf diese Weise gelangten wir ohne Umwege heil nach Carcavelos .

Ich hatte zwar etwas Probleme mit dem Blinker, weil der nicht einrastete, sondern wie eine Taste funktionierte, aber man gewöhnt sich an alles.

Andere Fahrer hatten wohl mehr Probleme, wie ich später erfuhr. Ein Wagen machte sich dann mal gleich über die Ponte Vasco da Gama aus dem Staub und wollte wohl vor dem schlechten Wetter direkt an die Algarve flüchten. Ein anderes Fahrzeug (oder war es dasselbe) fuhr einfach zum Tejo runter, dann mitten durch die Stadt und immer schön am Fluß lang bis nach Carcavelos. Auch eine Möglichkeit.

Die Zimmer wurden uns zügig zugeteilt, meins lag im 3. Stock mit Blick in den Innenbereich, sprich Pool.

Der Spa-Bereich war übrigens nur teilweise in Betrieb, nämlich Indoor-Pool und Massage-Angebot. Sauna und Fitness standen nicht zur Verfügung. War mir egal, war nur leider nicht bekannt.

Vom Hotel aus direkt von der Lobby erreichbar war ein gar nicht so kleines Einkaufszentrum, zu dem auch ein Pingo Doce (= Supermarkt) gehörte. Das war ziemlich praktisch.

Abendessen und Strand

Foto des einsamen Strands von Carcavelos

Foto von Angela

Um 19:30 Uhr trafen wir uns alle in der Lobby und gingen dann zum gemeinsamen Essen zum Buffet. Das Buffet war nicht sehr üppig ausgestattet, es wurde auch nur unzureichend für Nachschub gesorgt. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das Hotel voll ausgelastet war. Tischwein und Wasser waren inklusive, andere Getränke mussten separat bezahlt werden, aber das ist üblich.

Wir haben uns nett miteinander unterhalten. Leoni aus München war eine Portugal-Liebhaberin und sprach auch Portugiesich. Gut, dass sie in meiner Gruppe war!

Nach dem Essen sind wir alle gemeinsam zum Strand runter gegangen und haben dort noch ein Bierchen getrunken. Dabei gab es natürlich weitere Kennenlerngespräche. Ein kleines Bier kostete 1,50 Euro an der Bar und wir bekamen Lupinenkerne als Snack dazu.

Insgesamt war die Reisegruppe sehr nett.

Helena, die Reiseleiterin, war allerdings der Hammer. Sie bemühte sich wirklich sehr um alles und alle.

Ich habe ihr auch von meinen schlechten Erfahrungen bei der Mietwagenübernahme erzählt. Sie nahm das ernst und fand die Wahl dieser Firma wohl auch nicht so gelungen.

Ich habe ihr noch von der Aldeia Tipica in der Nähe von Mafra erzählt, die sie noch nicht kannte.


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Weitere Informationen zu Carcavelos im Internet

Lisbonbeaches.com
Live Beachcam am Strand
Carcavelos in der Wikipedia
Website des Riviera Hotels
Bewertungen für das Riviera Hotel Carcavelos auf TripAdvisor
Website des Reiseanbieters Sunwave


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Lissabon-Reise mit Sunwave – Vorbemerkung http://blog.sevke.net/2016/05/13/lissabon-reise-sunwave-vorbemerkung/ http://blog.sevke.net/2016/05/13/lissabon-reise-sunwave-vorbemerkung/#respond Fri, 13 May 2016 12:58:58 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7487 Bild-Logo Sunny Portugal

So … am 4. Mai ist es dann also endlich losgegangen!

Für die Schnell- und Querleser:
Kann ich die Reise mit Sunwave Singelereisen empfehlen?

Ja, die Reise ist absolut empfehlenswert, zumindest mit dieser Reisegruppe und mit dieser Reiseleiterin. Helena war wohl das Beste, was einem bei dieser Art von Reise passieren kann.

War alles perfekt?

Nein, das war es nicht. Darauf komme ich aber an den einzelnen Tagen noch zu sprechen.

Um noch eine andere Frage gleich am Anfang zu beantworten: Hast du auf deiner Singlereise mit Sunwave deine Traumfrau gefunden? Ich bin die Reise als Single angetreten und ich habe die Reise auch als Single beendet.

Falls du einer meiner Mitreisenden warst, dann möchte ich dich ermuntern, sehr gerne einen Kommentar an meine Artikel oder eine Ergänzung anzuhängen. Es sind ja nicht immer alle der gleichen Meinung.

Wie üblich nenne ich nur Namen, wenn mir das explizit erlaubt wurde. Alle Fotos stammen von mir oder Angela. Bei den Fotos werde ich den Urheber aber entsprechend erwähnen.

Das Hotel hatte eine gute Lage, war aber nur durchschnittlich.

Ein Verbesserungsvorschlag an die Adresse von Sunwave:
Bitte schafft euch mobile Navigationsgeräte an und programmiert die wichtigsten Ziele ein. Gebt dann jedem eingetragenen Erstfahrer das mobile Navi in die Hand. Dann passiert es wahrscheinlich seltener, dass jemand kurzerhand die Vasco-da-Gama Brücke nimmt, um nach Carcavelos zu fahren.

Die einzelnen Tage beschreibe ich jeweils in einem eigenen Artikel.


 weiter zum Anreisetag, jetzt aber wirklich!


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