Gesundheit – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net Querbeete Gedanken, Meinungen und Interessen Sun, 22 Oct 2017 15:45:43 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 http://blog.sevke.net/wp-content/uploads/2016/03/cropped-think-622166_960_720-150x150.jpg Gesundheit – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net 32 32 27620428 Wie fühlt man sich bei einer Katarakt-OP? http://blog.sevke.net/2015/12/04/katarakt-operation/ http://blog.sevke.net/2015/12/04/katarakt-operation/#respond Fri, 04 Dec 2015 10:11:18 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7037 Logo der LMU Augenklinik in MünchenHeute war der Tag, an dem mein linkes Auge zum dritten Mal operiert werden sollte. Diesmal sollte die Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden. Dazu würde ich mich in die LMU Augenklinik begeben.

Zum Katarakt bzw. Grauem Star werde ich hier nicht viel schreiben. Im Internet finden sich viele Quellen, die das weitaus kompetenter darstellen können als ich. An dieser Stelle verweise ich exemplarisch auf die Seite von Dr. Neuhann.

Mir geht es in meinem Artikel mehr darum, wie ich als Patient die Operation erlebt habe. Das ist für den einen oder anderen neben den rein technischen Aspekten sicher auch ganz interessant.

Die Voruntersuchung hatte ich bereits vor zwei Tagen hinter mich gebracht. Dafür gibt es einen eigenen Artikel: Katarakt-Operation – Voruntersuchung.

Heute, am 03. Dezember 2015, sollte nun operiert werden. Diese Operation würde vermutlich unter örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden, so dass ich abends wieder zu Hause sein würde.

Phakoemulsifikation und Hinterkammerimplantation, so heißt das dann ganz offiziell.

Vorbereitung der Katarakt-Operation

Foto einer getrübten AugenlinseDas Foto sieht ein bisschen gruselig aus. Aber so stark getrübt kann eine Linse (bei weit gestellter Pupille) eben aussehen. Dass man damit nicht mehr viel sieht, ist leicht nachzuvollziehen. Also praktisch blind sein oder operieren. Der Gedanke, dass jemand mit einem Messer in meinem Auge herumstochert, gefiel mir überhaupt nicht, aber so wird das nun mal gemacht.

Um 9:00 Uhr wurde ich in der Klinik erwartet.

Und natürlich saß ich wieder auf dem „Wartegang“ der Privatambulanz und wartete darauf, mich anmelden zu dürfen. Um 9:20 Uhr stellte ich mich bei der Sekretärin kurz für die geplante Operation vor. Diesmal musste ich nichts mehr unterschreiben und durfte auch sofort weiter in den zweiten Teil des Gangs, um dort wieder zu warten.

Jetzt mal eine Anmerkung zu dieser Warterei. Natürlich kann man nicht erwarten, dass man überall sofort dran kommt. Rein subjektiv verbringt man aber tatsächlich die meiste Zeit mit Warten. Da man immer wieder zu einem anderen Arzt geschickt wird, muss man auch immer wieder warten. Es mischen eben viele verschiedene Leute mit. Und sooooo gemütlich sind die Wartezonen in der Klinik nicht, dass man gar nicht mehr weg will. Dann kommt erschwerend dazu, dass die meisten Patienten in einer Augenklinik eines nicht können, nämlich gut sehen. Oft werden zusätzlich die Pupillen weit gestellt. Das bedeutet, dass das Lesen von Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und dergleichen nur begrenzt funktioniert. Laute Musik auf den Ohren ist auch nicht besonders sinnvoll, weil man ja doch immer mal wieder aufgerufen wird.

Jammern auf hohem Niveau … das mag schon sein. Richtet euch aber darauf ein, dass so ein Tag ziemlich langweilig sein kann.

Eine weitere halbe Stunde (9:55 Uhr) später wurde ich in eins der Untersuchungszimmer gerufen. Diesmal war die Assistenzärztin Frau Dr. Kurz diejenige, die sich mit den Voruntersuchungen herumschlagen musste. Ich hatte schon oft den Eindruck, dass vor allem die Assistenzärzte schnell mal ungeduldig oder gar ruppig werden. Ist ja nun auch nicht so der Traumjob, den Patienten den ganzen Tag lang immer dasselbe zu erzählen und immer dieselben Fragen zu beantworten. Das kann ich nachvollziehen, aber trotzdem: ihr arbeitet mit Menschen, und zwar mit Menschen, die sich allesamt in einer Ausnahmesituation befinden. Versucht doch bitte, freundlich und entspannt zu sein. Wenn ihr euch Stress antut, dann macht euch das auch nicht glücklicher … und die Patienten fühlen sich ebenfalls nicht wohl dabei.

Frau Dr. Kurz war auf jeden Fall freundlich und bemüht. Es erfolgte eine Messung des Augeninnendrucks (linkes Auge 19mmHg), diesmal nicht mit dem bekannten Luftstoss (aber fragt mich nicht danach, welche Methode verwendet wurde). Es wurde die Sehstärke auf beiden Augen gemessen. Für das linke Auge gab es noch einen kurzen Sehtest. Und natürlich wurde die Pupille des Opfer-Auges weit gestellt.

Anschließend erläuterte mir Frau Dr. Kurz die Risiken und Nebenwirkungen der Operation. Vom Aufklärungsbogen erhielt ich eine Kopie.

Die Zielstärke der Augenlinse kann individuell entschieden werden. Mit etwas Glück konnte dann entweder beim Lesen oder bei der Fernsicht auf eine Brille verzichtet werden. Für mich persönlich war dies aber illusorisch. Als Folge der Netzhautabhebung, bei der auch die Makula (Bereich des schärfsten Sehens) in Mitleidenschaft gezogen worden war, gab es auf meiner Netzhaut viele vernarbte Stellen. Zusätzlich war das Auge durch die Plombe der ersten Operation ausgebeult, so dass dort mit einer künstlichen Augenlinse sowieso kein scharfes Bild mehr erzeugt werden konnte. Alles in allem würde das Auge auch mit einer optimal eingestellten Linse nie mehr gut sehen können. Insofern wollte ich die Zielsehstärke lieber an einer wahrscheinlich in der Zukunft notwendigen Katarakt-Operation am rechten Auge ausrichten. Üblicherweise versucht man, zu große Unterschiede in der Sehstärke zu vermeiden. Letztendlich legten wir -2,5 Dioptrien und damit eine leichte Kurzsichtigkeit fest. Das ist ein durchaus üblicher Wert, mit dem man ohne Brille lesen kann.

Nach einer Katarakt-Operation war es nicht notwendig, das Auge besonders zu schonen. Man konnte das Auge bereits am nächsten Tag wieder normal bewegen, also auch lesen oder gar am Computer arbeiten (soweit man sich selber dazu in der Lage fühlte). Natürlich war Reiben des Auges strengstens verboten. Auch fremde Stoffe wie Seife oder Staub/Rauch sollten tunlichst nicht ins Auge gelangen. Nur Augentropfen waren erlaubt und auch notwendig.

Um 10:10 Uhr war ich wieder draußen auf dem Gang und wartete darauf, dass die Pupillen weit wurden.

15 Minuten später hat Frau Dr. Kurz kurz mit Hilfe einer Spaltlampe in mein Auge gesehen. Wahrscheinlich hat sie sich noch einmal die Netzhaut angesehen.

Danach saß ich wieder draußen auf dem Gang und wartete darauf, auch noch vom Oberarzt begutachtet und beraten zu werden. Inzwischen sind wir wieder so 10 Menschlein draußen auf dem Gang.

Um 11:00 Uhr wurde ich dann in das große Direktionszimmer hineingerufen. Diesmal war es nicht Frau Dr. Schumann, sondern Herr Dr. Kreutzer. Er schaute mir auch noch mal mit Unterstützung einer Spaltlampe ins Auge. Danach sprachen wir noch mal über die Zielsehstärke. Herr Dr. Kreutzer war ebenfalls sehr freundlich und bereit, meine Fragen zu beantworten. Genau wie bei Frau Dr. Schumann fühlte ich mich nicht zur Eile gedrängt.

Ganz im Gegenteil: Als ich ihn auf seine Smartwatch ansprach, eine Samsung Gear 2, kamen wir ein wenig ins Gespräch und tauschten uns über Smartwatches aus (ob das sein Chef lesen darf? 😉 ).

Ein wenig erinnerte er mich an Markus Lanz, so von der Gestik und der Sprechweise her, aber das ist natürlich rein subjektiv.

Von ihm erhielt ich ein Rezept für Augentropfen und eine Bescheinigung, dass ich heute Gast in der LMU Augenklinik war (für den Arbeitgeber).

Jedenfalls „Danke, Herr Dr. Kreutzer, war nett bei Ihnen.“

So, nun, 20 Minuten später, wurde es ernst

Ab in den 2. Stock mit der Patientenakte zum ambulanten Operationszentrum.

Die Katarakt Operation

Erst einmal wieder eine Anmeldung. 🙂 Eine wenig inspirierte Dame nahm schweigend meine Patientenakte entgegen, druckte irgedetwas aus, steckte das in die Akte und schickte mich zwei Türen weiter zu „den Schwestern“.

Ich kam in eine Art Umkleidekabine mit Spinden an der Wand und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Fragezeichen auf meiner Stirn. Dahinter ein offener Raum mit mehreren Patienten, die auf so mobilen Sesseln herumlungerten und auf irgendetwas warteten. Rechter Hand ging es weiter in einen Gang und da war auch gleich ein kleines Schwesternzimmerchen mit zwei, drei Damen, die sich gerade angeregt unterhielten.

Forsch machte ich mich bemerkbar und lieferte meine Akte ab. Ich wurde gebeten … na, was wohl? … in dem Raum mit den Spinden zu warten.

Lange dauerte es nicht. Ich bekam ein Plastikband um den rechten Arm mit meinem Namen drauf. Wohl, damit ich nicht verloren gehen konnte. Zur Not hätte man mich ja einfach nach meinem Namen fragen können. Aber hey, sah so aus, als ob sie mit meinem völligen Wegtreten rechneten.

Man verlangte noch nach einem Euro. Ja, doch, im Ernst. Egal, war vielleicht eine Zwangsabgabe für das Weihnachtssparschwein.

Dann sollte ich mich in einer kleinen Kabine komplett bis auf die Unterhose ausziehen, meine Kleidung und alle meine Habseligkeiten inklusive Brille, Uhr usw., in ein abschließbares Spindfach einschließen. Das war das letzte Mal, das ich eine Uhr ablesen konnte: 11:35 Uhr. Und nun wurde auch klar, wofür der Euro war. Der steckte nämlich bereits im Spindschloss und erlaubte mir das Verschließen des Schranks.

Foto von einem OP-HemdAls letztes durfte ich mir ein schickes neues Outfit, das man bereits für mich zurecht gelegt hatte, anziehen. Abgerundet wurde das noch mit einem grünen Häubchen für den Kopf und ein paar weißen OP-Socken. Germanys Next Topmodel ist ein Dreck gegen mich!

Ich wurde dann in den Raum mit den anderen Patienten gebracht, durfte mich ebenfalls auf so einen Sessel setzen, erhielt noch eine Wolldecke und … wartete.

Ja, diesmal wurde es wieder ziemlich lang … weilig. Ich starrte so vor mich hin, versuchte mich zu entspannen, was aber nur mäßig gelang und wartete auf meinen Gang zum Schafott. Und sie ließen mich mal wieder zappeln, nämlich bis 13:00 Uhr.

Endlich! Um 13:00 Uhr ging es weiter. Ich wurde mit dem Sessel wieder raus auf den Gang geschoben, einmal um die Ecke, und dann bis zum Ende des Ganges zu den Operationssälen. Hinter mir schloss sich die automatische Schiebetür mit einem leise zischenden Geräusch. Das wirkte so endgültig. Ohje, es ging nun wohl wirklich los.

Nö …

Ich wurde umgebettet auf eine Liege, meine Arme wurden mit einem Gurt fixiert, mein Kopf lag gerade in einer Mulde. Ich schaute nur noch starr nach oben und lauschte dem geschäftigen Hin- und Her der vielen Personen, die dort offensichtlich am Arbeiten waren. Ein Herr vom Pflegepersonal kam ab und zu vorbei, überschwemmte mein Auge mit irgendwelchen Flüssigkeiten, sprach mich aber vorher jeweils freundlich mit meinem Namen an, so dass ich nicht all zu sehr erschreckte.

Zwischendurch nahm ich einige Gesprächsfetzen wahr mit teilweise fachlichen, teilweise privaten Inhalten. Manches konnte ich nicht verstehen, weil in einer mir nicht vetrauten Sprache gesprochen wurde. Leise hörte ich zusätzlich Maschinen vor sich hin piepen und tüten. Na, so, wie man sich das eben in Operationssälen vorstellt. Aber da war ich noch gar nicht. Im Augenblick lag ich noch ein wenig sinnlos auf einer Liege im Gang herum. Irgendjemand redete vom Essen … hm, das erinnerte mich daran, dass ich heute auch noch nichts gegessen hatte. Aber jetzt war ich stur … ich blieb liegen.

Irgendwann kam überraschenderweise auch Herr Dr. Kreutzer bei mir vorbei und richtete ein paar freundliche Worte an mich. Und irgendwann (ich hatte keine Uhr, und mit dem Zeitgefühl ist da so eine Sache, wenn man nur herumliegt) kam auch mein Operateur vorbei und stellte sich kurz vor: Dr. Priglinger, der im November die Leitung der LMU Augenklinik von Dr. Kampik übernommen hatte. Ich als Patient begrüße es sehr, wenn die Ärzte mit mir reden. Immerhin setze ich großes Vertrauen in ihre Arbeit (und zahle ja auch viel Geld für die Operation). Da darf man ruhig mal kurz „Hallo“ sagen.

Dr. Kreutzer informierte Dr. Priglinger noch über die angepeilte Sehstärke. Er ließ mich nicht im Regen stehen und erklärte mir auch noch mal persönlich in aller Kürze, worum es gerade gegangen war. Ich erwähne das deswegen, weil ich es durchaus für bemerkenswert halte, wenn nicht nur über die Patienten, sondern auch mit ihnen geredet wird. Man fühlt sich als Patient sofort viel ernster genommen und nicht nur als Operationsobjekt. Als Patient befindest du dich in einer ziemlich angespanntenh Situation. Da hilft es sehr, wenn man sich um dich kümmert.

Ich hörte ein „Herr Sevke, ich schieb Sie dann jetzt in den OP-Saal.“ Nun wurde die Liege mit mir oben drauf in Bewegung gesetzt. Sehen konnte ich nichts mehr. Mein rechtes Auge war abgedeckt worden, das linke war wohl auf Grund der Betäubungstropfen außer Gefecht gesetzt. Links und rechts von mir hörte ich verschiedene Menschen und Geräte, dann ging eine Tür auf und schloss sich wieder … und dann war plötzlich Stille. Ich war wohl angekommen.

Jemand beruhigte mich mit den Worten: „Sie hören hier einige seltsame Geräusche von Maschinen. Das ist ganz normal in einem Operationssaal.“

Ja, und dann ging es los.

Ich starrte gerade nach oben in ein Licht (es sollten wohl drei Lichter gewesen sein. Ich sah nur einen einzigen Lichtschein). Und mehr konnte ich leider nicht beitragen. Eine ziemlich kalte Flüssigkeit ertränkte mein Auge. Es wurde am Auge herumgeschnitten. Ich hörte ein leise tackerndes Geräusch, das mit Sicherheit von dem Gerät stammte, mit dem die Linse zerstückelt und abgesaugt wurde. Zweimal spürte ich einen recht unangenehmen Druck auf das Auge. Und dann war auch schon wieder alles vorbei.

Mehr als 10 bis 15 Minuten können das nicht gewesen sein.

Ich bekam einen Verband auf das linke Auge.

An mehr kann ich mich nicht erinnern.

Mit der Liege ging es wieder nach draußen. Dort kam ich auch sofort wieder auf einen Sessel, so dass ich es bequemer hatte. Mein Auge war nur örtlich durch Augentropfen betäubt worden. So hatte ich keinerlei Kreislaufprobleme und war sofort wieder völlig klar bei Bewusstsein. Schmerzen hatte ich überhaupt keine.

Dr. Kreutzer kam noch mal und erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden. Dann musste er aber auch schon wieder weiter. Trotzdem: ich finde, Sie machen einen guten Job!

Neben mir wartete eine andere Patientin darauf, dass wir wieder zurück in den Ruheraum gebracht wurden. Inzwischen wusste ich auch, dass es 13:50 Uhr war. Ich war also insgesamt ungefähr 50 Minuten inklusive OP-Vorbereitung dort gewesen.

Zurück beim Schwesternzimmer habe ich mir sofort wieder meine eigene Kleidung angezogen … und meinen Euro eingesteckt.

Im Ruheraum erhielt ich zwei Stücke Zwieback, Mineralwasser und (ganz wichtig!) Kaffee, so viel ich wollte. Jawohl! (Ein Schnitzel mit Pommes hätte es zur Not aber auch getan.)

Ich musste wieder ein paar Minuten warten und wurde dann nach unten zur Assistenzärztin geschickt. Diesmal durfte ich sofort rein in den Raum B. War aber eh keiner im Wartegang.

Nachuntersuchung und Heimfahrt

Frau Dr. Kurz gab mir noch mal dasselbe Rezept, das mir Dr. Kreutzer auch schon gegeben hatte. Na, lieber einmal zu viel als zu wenig. Außerdem erhielt ich noch den Arztbrief für den Arzt, der die Nachsorge macht. Denn ehrlich, natürlich hätten die mich gerne wieder in ihrer Klinik gesehen, aber erstens ist mir die Anfahrt zu aufwendig und zweitens finde ich den Wartebereich nicht so gemütlich, dass ich dort freiwillig mehrere Stunden zubringen möchte.

Noch ein kurzer Sehtest, ob ich mit dem linken Auge überhaupt schon etwas sehen konnte.

Und um 14:35 Uhr verließ ich die Klinik zu Fuß.

Foto meines RezeptsIrgendwie war das ein komisches Gefühl, mit dieser fetten weißen Augenklappe durch München zu gehen. Ich fühlte mich von allen angestarrt, aber keiner starrte. Vielleicht laufen da in der Nähe der Augenklinik dauernd Leute mit Augenverband herum. Vielleicht war es auch einfach jedem egal. Keine Ahnung. Die Orientierung mit nur einem Auge machte mir überhaupt keine Probleme. Aber ich bin das ja die letzten drei Jahre schon so gewohnt … mein linkes Auge ist ja nun nicht wirklich eine große Hilfe.

Gleich um die Ecke gibt es eine Apotheke, die Marien Apotheke. Da sich die Apotheke in unmittelbarer Nähe der Augenklinik befindet, ging ich davon aus, dass sie die Medikamente vorrätig hätten. Die Acular-Tropfen, die ich vier Wochen lang dreimal täglich in das Auge tropfen sollte, waren vorhanden. Aber das Antibiotikum Tobradex war leider nicht vorrätig. Dieses Medikament sollte ich eine Woche lang sogar sechsmal am Tag anwenden. Das Angebot der Apotheke, für mich das Medikament zu bestellen, musste ich leider ausschlagen. Das war zwar nett gemeint, aber dann hätte ich ja wieder nach München rein fahren müssen.

Am Stachus versuchte ich es noch einmal. Auch die konnten mir leider nicht weiterhelfen.

Am Ende bestellte ich es direkt in Forstern bei der Apotheke am Hirschbach. Apotheken sind heutzutage derart gut organisiert, dass eine Bestellung selten länger als einen Tag dauert. Ich würde mein Medikament also gleich morgen früh erhalten.

Warum erwähne ich das überhaupt? Naja, ich hatte schon erwartet, dass die Marien Apotheke alle Medikamente vorrätig hat, die in der Augenklinik verschrieben werden. Aber anscheinend werden mit der Übernahme der Klinikleitung durch Dr. Priglinger auch andere Medikamente verschrieben und die Apotheke muss sich erst neu darauf einstellen.

Mit der S-Bahn ging es entspannt nach Markt-Schwaben, wo … ja … wo mein Auto stand. Nach einer Katarakt-Operation mit dem Auto heimfahren … das ging ja nun gar nicht. Also musste ich auf den Bus warten und mein Auto an einem anderen Tag aus Markt-Schwaben abholen.

Kein schöner Gedanke.

Ich entschied mich anders. Das Wetter war gut, es war noch hell, ich kannte die Streckie und ich musste auch nicht durch die Stadt fahren (mal von Markt-Schwaben abgesehen). Und außerdem war ich es gewohnt, quasi einäugig autozufahren. Ich fuhr mit dem Auto heim, ging zur Apotheke und bestellte mein Medikament und legte mich dann zur Entspannung auf die Couch.

Schlussbemerkung

Na klar hat die Katarakt-Operation Risiken. Unter anderem erhöht sich die Gefahr einer Netzhautabhebung. Und natürlich kann sich das Auge infizieren. Aber was ist die Alternative bei einem Grauen Star? Warten, bis das Auge völlig undurchsichtig ist und man gar nichts mehr sehen kann. Die Katarakt-Operation ist inzwischen eine Routineoperation und es gibt jede Menge Erfahrungen damit. Vor der Operation selber muss niemand Angst haben, denn die dauert nicht lange und ist nicht sehr belastend. Lästig (vielleicht nur in der LMU Augenklinik in München?) sind die Wartereien in ungemütlicher Atmosphäre und das Hin- und Hergelaufe von einem Arzt zum anderen. Manche Augenärzte führen Katarakt-Operationen auch selber durch. Eure Lebensqualität wird sich durch die Operation mit sehr großer Wahrscheinlichkeit erheblich verbessern.

Nach der Operation muss man etwa eine Woche ein bisschen vorsichtig mit dem Auge umgehen. Speziell schonen muss man sich aber nicht und kann eigentlich sofort wieder zur Arbeit gehen. Da man am nächsten Tag aber gleich wieder zum Arzt zur ersten Nachuntersuchung muss, bietet es sich an, sich zumindest für den Operationstag und den Tag danach arbeitsunfähig schreiben zu lassen.


meine persönlichen Gedanken zur Voruntersuchung zur Katarakt-Operation
meine persönlichen Gedanken zur Operation der Netzhautabhebung


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Katarakt-Operation – Voruntersuchung http://blog.sevke.net/2015/12/01/katarakt-operation-voruntersuchung/ http://blog.sevke.net/2015/12/01/katarakt-operation-voruntersuchung/#respond Tue, 01 Dec 2015 10:18:32 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7039 Logo der LMU Augenklinik in MünchenIrgendwann erwischt es jeden … irgendwann verklumpen die Eiweißfasern in der Augenlinse und verlieren ihre phänomenale Durchsichtigkeit. Das ist eine ganz normale Alterserscheinung. Manche Menschen werden bloß nicht alt genug, um die Linsentrübung noch zu bemerken.

Da mein linkes Auge bereits zweimal wegen einer Netzhautabhebung inklusive Glaskörperentfernung operiert worden war, war ich mir bewusst, dass sich meine Linse wohl sehr viel früher als üblich eintrüben würde. So eine Operation ist wohl einfach zuviel Stress für die arme Augenlinse.

Die Linsentrübung nennt man dann Katarakt oder umgangssprachlich Grauer Star.

Mein Augenarzt in Erding (Dr. Leipert) führt Katarakt-Operationen durchaus selber durch, hat mich aber wegen der Vorgeschichte (Netzhautabhebung) zur LMU Augenklinik weitergeschickt.

Anmeldung und Aufnahme

Um das Auge genau untersuchen und ausmessen zu können, würde die Pupille erweitert werden müssen. Autofahren war also nicht möglich. Leider ist die Anbindung meines Wohnortes Forstern an München mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln sehr schlecht. Zumindest die Teilstrecke bis zur ersten S-Bahn will gut geplant sein.

Für mich ging es um 09:39 Uhr los in Forstern mit dem Bus nach Erding. Von dort fuhr ich mit der S-Bahn bis zum Stachus und den Rest ging es dann zu Fuß weiter.

Pünktlich zum vereinbarten Termin um 11:45 Uhr war ich in der Privatambulanz der Klinik.

Foto des Eingangs zur LMU Augenklinik in München

Bei der Klinik handelt es sich um ein altehrwürdiges Gebäude mitten in der Innenstadt von München mit entsprechend hohen Decken. Das ergibt eine schöne Raumakustik … oder anders ausgedrückt: es ist immer laut.

Die Privatambulanz besteht aus einem langen Gang (mit einer hohen Decke). Davon gehen mehrere Räume auf einer Seite ab: das Vorzimmer, das riesige Büro des Direktors mit Untersuchungsstuhl und noch zwei weitere kleinere Untersuchungszimmer. Auf der anderen Seite des Ganges konnte man durch große Fenster auf die Straße hinaus schauen. Ein Wartezimmer gab es nicht. Ersatzweise waren ein paar harte Stühle fest auf dem Gang angebracht (so ähnlich wie heutzutage bei Bushaltestellen). Der vordere Teil des Ganges war durch zwei kleine Trennwände vom hinteren Teil des Ganges abgegrenzt. Vorne Anmeldung, hinten Untersuchung. Ständig liefen Leute durch den Gang (obwohl es kein Durchgang war, sondern eine Sackgasse), es war laut und ungemütlich. Übrigens ist es in der allgemeinen Ambulanz auch nicht besser. Immerhin gibt es dort ein Wartezimmer mit kleinem Café. Dafür kenne ich den Wartebereich dort nur überfüllt. Wenn ihr also keinen dringenden Grund habt, eure Augen in der Klinik untersuchen zu lassen, so empfehle ich dringend, lieber zum Augenarzt eures Vertrauens zu gehen. Über die Qualität der Ärzte in der Augenklinik sagt das natürlich rein gar nichts aus. Soeweit ich es mitbekommen habe, hat die Klinik durchaus einen guten Ruf.

Aber egal, anmelden, kurze Untersuchung … das konnte ja nicht so lange dauern. Zumal nur vier Leute vor mir auf dem Gang saßen.

Und so war es auch. Bereits um 11:50 Uhr durfte ich zur Anmeldung ins Zimmer. Meine Patientenakte lag bereits vor. So wurde nur eine Reihe von Formularen ausgedruckt, die ich alle zu unterschreiben hatte. Fünf Formulare, um genau zu sein, mit sechs Unterschriften (hey, ich wollte den Laden nicht kaufen!):

  • Aufnahmeblatt für SAP
  • Behandlungsvertrag
  • Einwilligungserklärung für Info-Material und Spendenanfragen
  • Vertrag über die Inanspruchnahme von ambulanten privatärztlichen Leistungen
  • … irgendetwas war da noch … fällt mir nicht mehr ein

Bei dieser „Einwilligungserklärung für Info-Material und Spendenanfragen“ war schon alles mit „nö, ich will nicht“ angekreuzt.

Und ja, richtig gelesen, inzwischen gibt es auch ein IT-System, in das die Patientendaten erfasst werden … zusätzlich oder ergänzend zur weiterhin vorhandenen Papierakte.

Ich frage mich, ob wirklich jeder Patient (sehbehindert oder nicht) alles durchliest.

Jedenfalls war die Sekräterin nett und alles war schnell erledigt.

Erste Untersuchung – Sehtest

Anschließend ging es wieder raus auf den „Wartegang“, aber diesmal durfte ich mich hinter die Stellwände setzen.

Ich sollte dort warten, bis man mich namentlich aufrief.

Wieder 4 Patienten vor mir, aber andere als vorher.

Nochmal zur Erinnerung: es war 12:00 Uhr.

Um 13:10 Uhr wurde ich dann zu einer kurzen Untersuchung in eins der kleinen Zimmer gerufen. Die dauerte knappe 10 Minuten. Der Augeninnendruck wurde nicht gemessen. Komisch, das wird doch eigentlich bei jedem Augenarzt immer gemacht, so quasi als „Herzlich willkommen! Jetzt geht es los“. Um dann anschließend wieder herumzusitzen, bis man tatsächlich mal zum Herrn/Frau Doktor persönlich vorgelassen wurde.

Nö, diesmal war ich direkt bei einer Assistenzärztin. Kleiner Sehtest … ihr kennt das: durch so ein Gerät auf eine Projektionsfläche schauen und Zahlen vorlesen. Danach Zahlen vorlesen mit der eigenen Brille, jeweils ein Auge mit einem Stück Papier abgedeckt. Klappt ja bei meinem linken Auge immer super. Ich kann gerade mal die allergrößte Zahl, eine Acht, vorlesen. ich habe immer den Eindruck, die Ärzte fühlen sich leicht verarscht, wenn ich schon danach sage: „Nö, tut mir Leid. Kann ich nicht lesen.“ Aber ist halt so.

Den Augenhintergrund (Netzhaut) kann man nur richtig beurteilen, wenn vorher die Pupille erweitert wird. Ich bekam also noch Tropfen zur Pupillenerweiterung ins Auge getropft. Davon bekommt man dann ganz große dunkle Augen, sieht aber leider nicht mehr viel.

Die Tropfen brauchten einige Minuten Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten.

Währenddessen saß ich natürlich wieder draußen auf dem Gang.

Biometrie im Augendiagnostikzentrum

Mit der Patientenakte in der Hand durfte ich dann weiter in den 1. Stock zum Augendiagnostikzentrum (=ADZ).

Ihr ahnt es schon … wieder ein Gang, wieder warten.

Von 14:00 Uhr bis 14:10 Uhr wurde mein Auge ausgemessen. Mit der Biometrie wird die Hornhautkrümmung und die Länge des Augapfels ausgemessen. Das wird benötigt, um die Stärke der Kunstlinse (aka „Augenlinsenimplantat“) genau festlegen zu können.

Inzwischen war die Pupille meines Auges schön groß. Immerhin konnte ich mit zugekniffenem Auge noch etwas auf dem iPad lesen. Aber ich ließ es dann doch bleiben, weil es mir zu anstrengend wurde.

Während ich auf dem Gang wartete 😉 , wurden eine Menge Bilder ausgedruckt und in die Patientenakte gestopft.

Um 14:35 Uhr erhielt ich die ergänzte Akte und wurde gebeten, wieder nach unten zur Ambulanz zu gehen. Die Ärztin hätte sich bereits telefonisch nach meinem Verbleib erkundigt. Oha, verloren gehen konnte ich nicht, man sorgte sich um mich.

Und wieder Ambulanz

Diesmal musste ich überhaupt nicht warten, sondern durfte mich sofort auf den großen Stuhl setzen. Die Ärztin untersuchte mit einer Spaltlampe den Augenhintergrund (nehme ich an) … „nach oben schauen“ … „nach oben links schauen“ … „nach links schauen“ … vielleicht kennt ihr das ja auch schon. Das ist oft ziemlich unangenehm, wenn die mit voller Lichtstärke arbeiten.

Danach wieder raus auf den Gang zum Warten. Inzwischen bin ich der einzige wartende Patient.

Nur zwei Minuten später wurde ich von der Oberärztin Frau Dr. Schumann in das edle Direktionszimmer gerufen, in dem früher Dr. Kampik residiert hatte. Dort wurde der Augenhintergrund erneut untersucht. Wahrscheinlich schaute sie sich auch die Hornhaut an. Ich konnte das leider fachlich nicht beurteilen, und ein Nachfragen habe ich mir geschenkt.

Jedenfalls machte Frau Dr. Schumann einen sehr ruhigen Eindruck und stand auch für meine Fragen zur Verfügung. Immerhin konnte ich sie mit der Frage, ob man die Kunstlinse nicht so berechnen könnte, dass die Verzerrung durch meine verwüstete Netzhaut ausgeglichen werden konnte, überraschen. Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus) konnten bei der Berechnung der Augenlinse berücksichtigt werden. Die Verkrümmungen der Netzhaut ließen sich aber wohl nicht ausmessen, so dass auch eine Korrektur unmöglich war. Aber wer weiß schon, was in der Zukunft einmal möglich sein wird. Vielleicht gibt es ja mal Kunstlinsen, die so individuell angefertigt werden, dass jeder Punkt auf ihr Lichtstrahlen auf optimierte Weise bricht.

Ich schweife ab … aber schön wäre es doch, oder nicht?

Die Oberärztin schickte mich am Schluss weiter zur Sekretärin, um dort gleich einen OP-Termin auszumachen.

Die Sekretärin (ich weiß ihren Namen nicht mehr, aber, falls Sie das lesen: „Hallo! War nett, Sie kennengelernt zu haben, Sie waren sehr freundlich.“) fand dann für nächsten Donnerstag (also in zwei Tagen) einen freien Slot bei Herrn Dr. Priglinger, dem neuen (seit November 2015) Chef der Klinik. Mir war das recht. Je schneller, desto besser.

Für die Operation war es nicht nötig, sich in die Klinik einweisen zu lassen. Das wurde ambulant durchgeführt.

Heimfahrt nach Forstern

Soweit erst einmal die Voruntersuchung. Jetzt war es 15:00 Uhr ich und musste zusehen, wie ich heim kam.

Unter anderem aus diesem Grunde hatte ich das IPad dabei. Über die MVV-Fahrplanauskunft konnte ich mir die nächsten Verbindungen heraussuchen.

Um 15:15 Uhr sollte eine S2 nach Erding vom Stachus abfahren. Das musste zu schaffen sein, wenn ich jetzt nicht herumtrödelte.

Okay, hat geklappt: S2 bis Markt-Schwaben, dann um 15:59 mit dem 469 nach Forstern.

Schlussbemerkungen

Wenn ihr mal von eurem Augenarzt für eine Untersuchung in die LMU Augenklinik geschickt werdet, dann nehmt euch den ganzen Tag Zeit dafür. Es spielt auch keine Rolle, ob ihr einen Termin ausmacht. Und es spielt auch keine Rolle, ob ihr privat oder gesetzlich krankenversichert seid.

Falls ein Augenarzt oder gar ein Mitarbeiter der LMU Augenklinik diesen Artikel liest und sachlich falsche Aussagen findet (wie gesagt, ich bin Informatiker und kein Arzt), dann würde ich mich über eine Berichtigung sehr freuen. Gerne hier unten als Kommentar oder per E-Mail an Sven.Sevke@sevke.net.

meine persönlichen Gedanken zur Katarakt-Operation
meine persönlichen Gedanken zur Operation der Netzhautabhebung


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – 22.02.2013 http://blog.sevke.net/2013/02/21/netzhautabloesung-ablatio-retinae-22-02-2013/ http://blog.sevke.net/2013/02/21/netzhautabloesung-ablatio-retinae-22-02-2013/#respond Thu, 21 Feb 2013 19:00:45 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4795 Non-Contact-Tonometrie) gemessen:]]> Beim Augenarzt

Zum zweiten Mal in diesem Monat war ich beim Augenarzt.

Es sollte ein neues OCT (Optische Kohärenztomografie) gemacht werden, um beurteilen zu können, ob die Flüssigkeit innerhalb der Netzhautschichten inzwischen ausgetrocknet war.

Zunächst wurde aber nach kurzer Wartezeit (diesmal nur ca. 10 Minuten) wieder der Augeninnendruck mit dem „Puster“ (NCT -> Non-Contact-Tonometrie) gemessen: rechts 15 mmHg und links 11 mmHg. Damit hat sich der Druck seit dem letzten Arzttermin nicht verändert.

Das OCT (Optische Kohärenztomografie) zeigte nur wenig Fortschritt. Offensichtlich habe ich immer noch Flüssigkeit in den Netzhautschichten, wenn auch etwas weniger.

Sehr befremdlich ist für mich die dreidimensionale Darstellung des hinteren Augenabschnitts, weil auf dem Bild deutlich wird, wie extrem mein Augapfel in die Länge gezogen ist. Eine schöne flache Kugelwand ist da nicht zu sehen. Stattdessen ist der Augapfel tief eingebeult wie ein Paraboloid.

Bei einer Makula-Degeneration sollte laut dem Augenarzt monatlich ein neues OCT (Optische Kohärenztomografie) zum Vergleich gemacht werden. Allerdings wird das von den gesetzlichen Krankenkassen gar nicht und von den privaten wohl nicht unbedingt bezahlt. Immerhin wird es mit ca. 100 Euro abgerechnet.

Der Sehtest ergab wieder nur 10%. Mit einer Verbesserung ist kaum noch zu rechnen.

Der nächste Termin ist in einem Monat geplant.


weiter zum nächsten Tag
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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – 05.02.2013 http://blog.sevke.net/2013/02/06/netzhautabloesung-ablatio-retinae-05-02-2013/ http://blog.sevke.net/2013/02/06/netzhautabloesung-ablatio-retinae-05-02-2013/#respond Wed, 06 Feb 2013 10:52:24 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4470 Beim Augenarzt

Regelmäßige Kontrollen der Augen sind wichtig, vor allem für stark Kurzsichtige, aber natürlich erst recht nach der Operation einer Netzhautablösung.

Leider musste ich diesmal wieder 50 Minuten warten, bis ich endlich an die Reihe kam. Mehr als 30 Minuten Wartezeit sind für mich inakzeptabel, wenn ich einen Termin vereinbart habe. Diesmal war ich aber schlau genug und habe das iPad zum Lesen mitgenommen.

Zunächst wurde wieder der Augeninnendruck mit dem „Puster“ (NCT -> Non-Contact-Tonometrie) gemessen: rechts 15 mmHg und links 11 mmHg. Damit hat sich der Druck seit dem letzten Arzttermin praktisch nicht verändert. Das ist als gut zu bewerten.

Ein OCT (Optische Kohärenztomografie) wurde diesmal nicht gemacht. Der Augenarzt verglich aber die beiden letzten Aufnahmen noch einmal und sah an sich ganz zufrieden aus.

Ein Sehtest ergab leider nur 10%.

Außerdem hat sich die Achse deutlich verändert, auf 160°. Zur Zeit kann ich mit diesem Wert noch nichts anfangen. Die Achsveränderung dürfte duch die Plombe verursacht sein, die das Auge ja an der Seite ziemlich eindellt.

Mit der Sehleistung war der Augenarzt nicht zufrieden. Er kommentierte das mit dem Satz: „Das Auge können Sie wohl abschreiben.“

Er schaute sich auch noch einmal den Augenhintergrund mit der Spaltlampe an (ohne die Pupille weit zu tropfen). Das Gewebe der Netzhaut würde wohl inzwischen vernarben. Das hörte sich für mich nicht so gut an.

Nach dem ganzen Spektakel, verursacht durch die Netzhautablösung, verwundert es kaum, dass die Netzhaut alles andere als glatt und funktionsfähig ist. Spaß macht mir der Gedanke aber immer noch nicht.

Beurteilung meines Sehvermögens

Subjektiv hat sich mein Seheindruck nicht verändert. Eigentlich gerade senkrechte Linien sind weiterhin wellenförmig verbogen. Waagerechte Linien sind kaum verbogen.

Die komische Blase oben im Auge hat sich bisher nicht verflüchtigt.

Positiv ist, dass ich keine Schmerzen im Auge habe. Wider Erwarten bekomme ich nur selten Kopfschmerzen, obwohl ich das Sehen als viel anstrengender gegenüber früher empfinde.

Schmerzen habe ich immer dann, wenn ich diese Voltaren Ophtha Augentropfen ins Augen träufele. Das brennt eine halbe bis eine Minute ziemlich heftig. Wer erfindet denn so einen Scheiß?

Ein anderer Effekt stört mich besonders beim Fernsehen: Doppelbilder. Ich sehe das Fernsehbild doppelt. Das zweite Bild (vom linken Auge) ist deutlich nach unten verschoben und dabei leicht um vielleicht 10 Grad im Gegenuhrzeigersinn verdreht. Dieses Bild bringt mein Gehirn nur schwer mit dem des rechten Auges zusammen, so dass ich oft unbewusst das linke Auge zukneife. Interessanterweise bekomme ich beide Bilder bei einer leicht nach links geneigten Kopfhaltung ganz gut zur Deckung. Aber wer kann schon die ganze Zeit den Kopf schief halten. Möglicherweise hat dies mit dem verbogenen Augapfel zu tun.

Mal ein paar Wochen abwarten. Mit einem angepassten Brillenglas müsste man doch so eine Torsion ausgleichen können.


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – 15.01.2013 http://blog.sevke.net/2013/01/15/netzhautabloesung-ablatio-retinae-15-01-2013/ http://blog.sevke.net/2013/01/15/netzhautabloesung-ablatio-retinae-15-01-2013/#respond Tue, 15 Jan 2013 19:00:38 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4226 Heute war ich zum ersten Mal im neuen Jahr 2013 beim Augenarzt. Über den Jahreswechsel haben sich keine Komplikationen ergeben. Ganz im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass sich die krummen Linien in meinem Sichtbereich verbessert haben. Aber das kann vielleicht auch einfach nur Gewöhnung sein. Die Netzhaut liegt weiterhin schön an der Aderhaut an.

Beim Augenarzt

Kurzes Gespräch, Druckmessung mit dem „Puster“ (NCT -> Non-Contact-Tonometrie) und dann Vergleichs-OCT.

Der Augeninnendruck beträgt 16 mmHg im rechten Auge und 11 mmHg im linken Auge und liegt damit im Normbereich. Der Druckunterschied ist leicht durch die Augentropfen zu erklären, die ich täglich nehme (Voltaren Ophtha und Trusopt). Sie werden ja normalerweise zur Absenkung des Augeninnendrucks eingesetzt. In meinem Fall ist es eher eine Nebenwirkung, denn primäres Ziel ist die Austrocknung der Netzhautschichten.

Das OCT (Optische Kohärenztomografie) zeigte eine deutliche Verbesserung der Flüssigkeitseinlagerung in der Netzhaut. Das war eine gute Nachricht. Ob dieser Effekt durch die Augentropfen erreicht worden ist oder sich einfach von alleine eingestellt hat, ist schwer nachweisbar. Deshalb werde ich die Augentropen bis auf weiteres weiter verwenden.

Beurteilung meines Sehvermögens

Für mich hat sich subjektiv beim Sehvermögen nichts geändert. Nach wie vor sehe ich mit dem linken Auge verbogene Linien und habe die Fähigkeit weitgehend verloren, Grünanteile einer Farbe wahrzunehmen. Außerdem ist das Bild des linken Auges gegenüber dem des rechten verschoben, was mich besonders beim Fernsehen stört. Nur bei einer schiefen Kopfhaltung liegen die Bilder übereinander. Deswegen mache ich oft automatisch irgendwann das linke Auge zu.

Ich habe auch immer noch diese kleine Luftblase oben im Auge, wenn ich nach oben blicke. Oder ist es ein Rest des Glaskörpers?

Am Computer fühle ich mich nicht eingeschränkt. Ein Auge ist völlig ausreichend. Inzwischen bin ich auch wieder mit dem Auto gefahren und kam damit kaum schlechter zurecht als vor der Operation.

Letztendlich wird ein Großteil des Sehens vom Gehirn geleistet, so dass ich mir mittelfristig weitere Verbesserungen vorstellen kann.


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 8 http://blog.sevke.net/2012/11/12/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-8/ http://blog.sevke.net/2012/11/12/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-8/#respond Mon, 12 Nov 2012 19:00:41 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4713 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Montag, 7. Tag nach der Operation meiner Netzhautablösung.

Termin beim Augenarzt

Für heute hatte ich den ersten Termin nach der Operation beim Augenarzt in Erding eingeplant, und zwar um 14:30 Uhr.

Ich konnte noch nicht mit dem eigenen Auto fahren, also nahm ich den Bus. Die Bushaltestelle ist leicht zu Fuß erreichbar. Da das linke Auge weiterhin weh tat und tränte, hielt ich meine Augen möglichst lange geschlossen. Die Operation lag zwar jetzt 7 Tage zurück, aber das Auge war immer noch angeschwollen und wollte am liebsten einfach nur in Ruhe gelassen werden. Aber es nützte ja nichts, ich musste irgendwie zum Augenarzt.

Obwohl die Bus-Verbindung zum Erdinger S-Bahnhof sehr gut ist, fährt der Bus leider nicht besonders häufig.

Im Bus habe ich darauf geachtet, nicht zur Seite aus dem Fenster zu schauen, weil das für die Augen zu anstrengend gewesen wäre. Dabei machen die Augen nämlich ganz viele, sehr schnelle Bewegungen, und das war gar nicht gut. Die Fahrt dauerte 25 Minuten bis zum S-Bahnhof. Von dort war es nur ein kurzer Fußweg zur Augenarztpraxis.

Natürlich wurde in der Praxis zunächst einmal die Pupille weit getropft, um einen genauen Blick auf die Netzhaut zu ermöglichen. Laut Aussage des Arztes liegt die Netzhaut gut an. Er hielt es deswegen auch nicht für nötig, dass ich immer auf der linken Seite liege,

Wie bereits berichtet, hatte ich meine Brille am Donnerstag zerschlagen, brauchte also eine neue. Zunächst war der Arzt von dieser Idee nicht besonders begeistert. Er meinte, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine neue Brille keinen Sinne machte. Damit hatte er im Grunde ja auch Recht, aber ich war nun mal auf eine Fernbrille angewiesen … mit linkem Glas oder ohne. Dann hat der Augenarzt die Werte für die Brille ermittelt, mir aber noch mal geraten, keine teure Brille zu kaufen, sondern nur eine einfache, da in einigen Wochen sowieso wieder eine neue Brille nötig sein würde.

Bislang war ich vom Augenarzt in der LMU Augenklinik bis zum 14. November, also bis Donnerstag arbeitsunfähig geschrieben worden. Natürlich fragte ich den Arzt, ob es in Ordnung sei, wenn ich ab dem 15. November wieder arbeiten würde. Das lehnte der Arzt vehement ab und verbot mir, bis Ende des Monats alle größeren Aktivitäten. Ich erwähnte kurz, dass diese Entscheidung meinem Arbeitgeber nicht gefallen würde, was ihn aber nicht interessierte. Das Auge bräuchte jetzt Ruhe und keinen Stress.

Tagsüber weiter Schmerzen

Im Laufe des Tages zeigte sich wieder, dass mein Auge am wenigsten Probleme machte, wenn ich es einfach geschlossen hielt. Sobald ich anfing, irgendetwas zu machen, wozu ich auch nur das rechte Auge benötigte, wurde das linke Auge mitbewegt und fing sofort wieder an zu schmerzen und entsprechend zu tränen. So machte das keinen Spaß!

Ihr merkt schon, dass die Schmerzen einen Großteil meines Tages bestimmten, so oft, wie ich sie erwähne. Ich spreche aber auch deswegen darüber, dass ihr, falls ihr selbst betroffen seid, abschätzen könnt, wie lange mit den Schmerzen zu rechnen ist. Natürlich kann sich das in jedem Einzelfall wieder völlig anders darstellen. Jede Operation und jede Heilung verläuft anders.

Am Abend

Mit dem Brillen-Rezept sind wir am Abend sofort zur Firma Fielmann in den Riem Arcaden gefahren, diesmal mit dem Auto … ich als Beifahrer. Ich habe eine ältere Brillenfassung mitgenommen, in die ich nur die neuen Gläser eingesetzt haben wollte. Wozu die alte Fassung wegwerfen, wenn sie noch brauchbar war? Am Ende bekam ich neue entspiegelte Gläser völlig kostenlos, weil ich eine Brillen-Versicherung bei Fielmann abgeschlossen hatte. An die hatte ich selbst gar nicht mehr gedacht. Aber als ich die beratende Optikerin bat, eine möglichst preiswerte Variante anzubieten, fragte sie von sich aus nach der Versicherung. Vielen Dank dafür!

Auf die neue Brille müsste ich 10 bis 14 Tage warten, hieß es. Das fand ich nun recht lang. Auf der anderen Seite durfte ich ja sowieso so gut wie nichts anderes tun als stumpfsinnig auf der Couch herumzuliegen. Da brauchte ich die Brille nicht unbedingt.


viel weiter zum 15.01.2013 (weitere Artikel dazwischen werden noch nachgereicht)
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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 7 http://blog.sevke.net/2012/11/11/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-7/ http://blog.sevke.net/2012/11/11/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-7/#respond Sun, 11 Nov 2012 19:00:33 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4697 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Sonntag, 6. Tag nach der Operation meiner Netzhautablösung.

Es gibt nichts Neues zu berichten.

Schlafen kann ich weiterhin gut. Die Schmerzen im Auge belasten mich nicht so stark, dass sie mich um die Nachtruhe bringen würden. Sobald das Auge zu ist und nicht mehr bewegt wird, beruhigt es sich sowieso.

Laut Aussage meiner Familie sieht mein Auge heute allerdings roter aus als gestern. Vor allem der Augapfel ist wohl ziemlich rot, also das, was normalerweise weiß sein sollte. Außerdem hat das untere Augenlid einen blauen Fleck. Die Ursache dafür dürften die Einstiche für die lokale Anästhesie gewesen sein.

Es muss ziemlich heftig aussehen, denn angeblich sehe ich aus wie ein Preisboxer, der ordentlich eine aufs Auge bekommen hat.

Unzufrieden bin ich damit, dass ich das Reiben und Stechen im Auge immer noch nicht losgeworden bin. Das zieht sich ganz schön hin und ist auch sehr lästig. Dadurch tränt das Auge weiterhin stark. Mein Augenlid hängt ständig nach unten, weil es wohl das Auge schützen will. Es ist immer ganz schwer und wohl auch angeschwollen. Immerhin lassen die Schmerzen bei Augenbewegungen weiter nach.

Also am besten weiter das Auge zulassen und entspannen. Das macht mich nur ziemlich kribbelig, weil ich gerne etwas tun würde. Ständig nur herumzuliegen ist mir zu langweilig.

Etwas beunruhigend ist, dass ich zur Nasenseite hin immer noch einen kleinen schwarzen Fleck im Gesichtsfeld habe, der darauf hindeutet, dass die Netzhaut doch nicht so anliegt wie sie sollte. Ich weiß nun nicht, ob das normal ist und sich noch verbessern wird oder ob das ein Zeichen dafür ist, dass sich die Netzhaut wieder löst. Sollte ich wohl am Montag mit dem Augenarzt besprechen.


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 6 http://blog.sevke.net/2012/11/10/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-6/ http://blog.sevke.net/2012/11/10/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-6/#respond Sat, 10 Nov 2012 19:00:46 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4674 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Samstag, 5. Tag nach der Operation meiner Netzhautablösung.

Meine täglichen Berichte sind momentan nicht so besonders spannend. Fast genauso spannend wie meine Tage abliefen. Es ging im Augenblick vor allem darum, dem Auge nach der Operation Zeit zur Beruhigung zu geben.

Die Nacht

In der letzten Nacht ist etwas passiert, was ich unbedingt vermeiden wollte. Irgendwann bin ich aufgewacht und erwischte mich dabei, wie ich gerade das operierte Auge reiben wollte. Das Auge ist ja während der Operation nicht von vorne geöffnet worden, insofern wäre das Reiben vermutlich folgenlos geblieben. Dazu gekommen ist es jedoch sowieso nicht, da erstens meine Hand gegen den Augenbrauenbogen stieß und zweitens das Auge sowieso mit Schmerzen reagierte.

Mir ist es auch zum ersten Mal passiert, dass ich auf der rechten Seite gelegen habe, obwohl ich immer noch darauf achte, immer auf der linken Seite zu liegen. Ich habe die Hoffnung, dass sich die Netzhaut dann besser an die eingedellte Aderhaut anlegt. Zu dem Thema habe ich verschiedene Aussagen gehört bzw. gelesen. Der Arzt, der mich aus der Augenklinik entlassen hatte, hielt diese Bettlage nicht mehr für notwendig. Im Internet hieß es aber manchmal, dass man mindestens noch vier Wochen darauf achten sollte, auf der entsprechenden Seite zu liegen.

Ich habe mir vorgenommen, vorsichtshalber weiter bevorzugt auf der linken Seite zu liegen. Besser ist besser. Das ist nicht immer ganz einfach, weil man sich nachts automatisch umdreht, um Druckstellen zu vermeiden. Wir haben ein Wasserbett, in dem Druckstellen kein Problem darstellen. Insofern fällt das Liegen auf derselben Seite leichter.

Am Tag

Nach dem Aufstehen ist mein Auge durch die Salbe, die ich am Abend ins Auge gebe, immer recht verklebt. Das ist aber kein großes Problem, weil sich die Reste der Salbe leicht mit einem Tuch oder eine Kompresse abwischen lassen.

Die Schmerzen, die beim Bewegen des Auges von links nach rechts und umgekehrt, auftreten, haben weiter nachgelassen. Geblieben sind Schmerzen beim Akkomodieren, also beim Einstellen der Augenlinse auf nahe Entfernungen. Wenn ich zum Beispiel beim Essen die Gabel zum Mund führe, blicken meine Augen automatisch auf die Gabel. Ein heftiger blitzartiger Schmerz lässt mich dann zusammenzucken und meine Tischnachbarn gucken mich fragend an.

Das Fremdkörpergefühl (also das Stechen und Reiben am Augapfel) an den verödeten Lederhautstellen verursacht immer noch starke Schmerzen und sorgt für einen verstärkten Tränenfluss.

Inzwischen lese ich wieder kurze Texte wie E-Mail oder Internet-Seiten auf dem iPad, vermeide aber Zeitschriften, Zeitungen und Bücher. Das Lesen auf dem iPad hat den Vorteil, dass ich mir die Schrift nach Belieben vergrößern kann. Mein Arzt hatte gegen das Lesen grundsätzlich nichts einzuwenden, solange ich es nicht übertrieb. Im Internet gab es allerdings auch die Empfehlung, mindestens vier Wochen lang vollständig aufs Lesen zu verzichten.

Mit dem linken Auge kann ich einzelne, groß dargestellte Wörter lesen. Mir ist es aber nicht möglich, einen ganzen Satz aus großen Wörtern zu lesen. Wenn das jetzt schon so gut geht, besteht ja Hoffnung, dass sich das weiter verbessern wird. Natürlich wird das rechte Auge in Zukunft die Hauptarbeit beim Lesen zu leisten haben.

Dennoch bauen so kleine Erfolgserlebnisse die Seele wieder auf.

Meine Aktivitäten beschränken sich auf einen Wechsel von aktiven Phasen, in denen ich etwas im Haushalt mache, und passiven Phasen, in denen ich nur mit geschlossenen Augen auf der Couch liege und einem Hörspiel, Hörbuch oder dem Fernseher zuhöre. Diese Phasen der Ruhe sind notwendig, um das geschundene Auge zu beruhigen, das sich schnell durch stechende Schmerzen bei mir beschwert, wenn ich es überfordere.

Am Abend

Lange habe ich auf meine geliebten Entspannungsbäder verzichtet. Aber heute habe ich mich getraut, in die Wanne zu steigen. Natürlich gilt es alles zu vermeiden, was das entzündete Auge weiter reizt.

Ich habe mir einfach ein kleines Handbuch auf die Stirn gelegt, so dass keine Feuchtigkeit ins Auge laufen konnte. Für mich hat sich das Baden gelohnt, es tat mir einfach gut.


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 5 http://blog.sevke.net/2012/11/09/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-5/ http://blog.sevke.net/2012/11/09/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-5/#respond Fri, 09 Nov 2012 19:00:25 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4423 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Freitag, 4. Tag nach der Operation meiner Netzhautablösung.

Inzwischen ist eine Woche vergangen, seitdem ich die Diagnose Netzhautablösung erhalten habe. Seit Mittwoch bin ich bereits wieder zu Hause.

Langweiliger Tagesablauf

Natürlich ließ ich weiter von den Perry-Rhodan Hörspielen berieseln. Von denen hatte ich noch eine ganze Menge. Es handelt sich dabei um ein aufwendig produziertes Hörspiel auf insgesamt 42 CDs, das den Handlungsrahmen mit dem Titel Sternenozean der Hefte 2200 bis 2299 (aktuell ist die Serie bei über 2600 Heften angelangt) umfasst. Sehr zu empfehlen für alle, die der Science Fiction etwas abgewinnen können. Vorkenntnisse über die Perry Rhodan Serie werden nicht benötigt.

Jede CD hat eine Spielzeit von ca. 1 Stunde. Nur CD 42 ist eine Doppel-CD mit 140 Minuten Spieldauer. Insgesamt dauert das Hörspiel also etwa 43 Stunden. Viel Vergnügen!

Aber wer hört schon 43 Stunden lang durchgehend ein Hörspiel?

Ich jedenfalls musste mich heute um die Organisation des Augenarzt-Termins kümmern. Außerdem ist einiges an Papierkram liegengeblieben, das auch mal erledigt werden wollte.

Wir haben tolles Wetter. Es ist zwar kalt, aber die Sonne strahlt von einem blauen Himmel. Das bekommt meinem angeschlagenen Gemüt sehr gut.

Inzwischen habe ich mich auch wieder kurz ins Internet getraut. Es ist sehr anstrengend und besonders gut lesen kann ich (noch?) nicht. Ich mach das immer nur kurze Zeit und ruhe die Augen dann wieder aus.

Vor allem habe ich einen Blick auf die LMU Augenklinik geworfen. Einige der Informationen sind schon in die Berichte der zurückligenden Tage eingeflossen.

Dazu gehörte auch die Beschreibung der Operationsmethode, die bei mir angewandt wurde, nämlich die Plombenchirurgie. Dabei scheint es sich wohl um eine durchaus häufig angewandte Methode zu handeln, eine Netzhautablösung in den Griff zu bekommen.

Weiter habe ich mir einige Profile der Ärzte der Augenklinik angesehen. Unter anderem konnte ich etwas über meinen Operateur Dr. Wolf erfahren. Natürlich stieß ich auch auf das Profil der von mir nicht so geliebten Ärztin Frau Dr. M., das ich allerdings nicht verlinken werde.

Ich möchte gerne im Internet recherchieren, ob es noch andere Augenkliniken oder Sanatorien in Oberbayern gibt und wie sie von Patienten bewertet werden. Vor der Operation meiner Netzhautablösung hatte ich dazu ja keine Zeit mehr. Für den Fall, dass ich mal wieder ins Krankhaus muss, möchte ich aber wissen, ob es alternative Kliniken gibt, die möglicherweise mit den Patienten besser umgehen. Andrea hat sich dazu schon mal etwas im Internet umgesehen. Anscheindend hat die
LMU Augenklinik in München gar nicht mal einen schlechten Ruf. Allerdings streuen die Bewertungen der Patienten von gut bis mangelhaft sehr breit. Mir ist bewusst, dass Bewertungen im Internet immer sehr mit Vorsicht zu genießen sind. Man muss die Beurteilungen immer zusätzlich interpretieren, aber für einen allgemeinen Eindruck sollte es reichen. Aber in den nächsten Tagen oder Wochen möchte ich mir einen besseren Überblick verschaffen. In München gibt es wohl drei andere Augenkliniken.

Für einen möglichen weiteren Aufenthalt in einer Augenklinik möchte ich jedenfalls besser vorbereitet sein, als ich es letzte Woche war. Vielleicht gibt es ja eine Augenklinik, wo die Ärzte auch einmal mit den Patienten reden. Vielleicht gibt es eine Augenklinik, wo Venenzugänge nicht unhygienisch auf Gängen gelegt werden und das Blut den Stuhl hinunterläuft. Diese Erfahrung war für mich sehr überraschend, aber nicht im positiven Sinn. Möglicherweise ist das alles medizinisch völlig in Ordnung. Mir als Patienten hat das nicht sehr gefallen.

Aktueller Zustand nach der Netzhaut-Operation

Nach wie vor fühlt sich mein linkes Auge an, als hätten alle Augenmuskeln Muskelkater. Ich führe das auf die Überdehnung während der Operation zurück. Ein bisschen hat der Schmerz aber nachgelassen. Der zweite unangenehme Schmerz ist das stechende Fremdkörpergefühl. Auch das ist besser geworden. Das gilt aber nur solange, wie ich meine Augen ruhig halte. Fange ich an, mich irgendwie im Haushalt zu betätigen, wodurch sich die Augen zwangsläufig mehr bewegen, verstärken sich diese Schmerzen sofort wieder.

Ich bin nun in der Lage, das linke Auge öfter offen zu halten. Das Auge tränt auch bedeutend weniger als in den letzten Tagen.

Heute habe ich den Arztbrief gelesen, den die LMU Augenklinik für meine Augenärztin in Ebersberg vorbereitet hat. Darin wird sogar von drei Stellen an der Netzhaut gesprochen, die mittels Kryosonde vereist worden sind. Dort steht weiter, dass die Operation komplikationslos abgelaufen sei. Die aufgenähte Plombe würde gut dellen.

Ausschnitt aus dem Arztbrief zum Befund der Netzhautablösung

Mit der Sehleistung bin ich nach wie vor unzufrieden. Gut, ich bin auf dem linken Auge nicht blind. Darüber sollte ich mich eigentlich schon freuen, tue ich ja auch irgendwie. Immerhin kann ich weiterhin stereoskopisch (also räumlich) sehen. Das Bild im linken Auge ist deutlich dunkler als im rechten, schätzungsweise um 30 Prozent. Allerdings ist das Bild nicht an jeder Stelle des Gesichtsfeldes gleich dunkler, so dass sich insgesamt eine etwas fleckige Hell/Dunkel-Verteilung ergibt. Die Sehleistung wird erst der Augenarzt beurteilen können. Ich schätze sie auf vielleicht 10 bis 20 Prozent. Diese Zahl sagt aber auch nicht wirklich etwas aus, denn tatsächlich ist auch das Schärfe-Empfinden ungleichmnäßig. Entscheidend ist für das Scharfsehen aber nur der kleine Gelbe Fleck, der bei mir leider geschädigt ist. Auf andere scharfe Stellen im Gesichtsfeld kann ich nicht fokussieren. Das kann niemand.

Wenn ich zum Beispiel ein Wort lesen möchte, dann schaue ich genau auf dieses Wort. Das ist aber leider nicht scharf. Genau daneben wäre die Schrift scharf (also für meine Verhältnisse jedenfalls), aber wenn ich dort hinschaue, dann blicke ich ja wieder mit der Stelle der Netzhaut auf das Wort, die geschädigt ist. Verstanden?

Es ist auch egal, denn letztendlich kann ich mit dem linken Auge einfach nicht scharf sehen.

Mein rechtes Auge muss diesen Job übernehmen. Damit wird es noch wichtiger, dass ich eine vernünftige Brille auf der Nase habe. Wenn das Auge ausgeheilt ist, werde ich wohl mal eine Gleitsichtbrille ausprobieren. Aber im Augenblick wäre das hinausgeworfenes Geld. Bisher war ich der Meinung, dass ich mit zwei Brillen, eine fürs Nahsehen und eine fürs Fernsehen besser bedient sei. Der Nachteil ist, dass ich dauernd mit zwei Brillen herumhantieren muss.

Ob man mit einem Brillenglas für das linke Auge noch etwas Sehleistung herauskitzeln kann, weiß ich nicht. Das werden wir in ein paar Wochen sehen.

Ich bin gespannt, ob ich in Zukunft Gegenstände, die sich im linken Teil meines Gesichtsfeldes befinden, eher mal umwerfen werde als früher. Wahrscheinlich ist das auch nur eine Sache der Übung. Man sieht ja nicht mit den Augen, sondern mit dem Gehirn, und das muss sich eben auf die veränderten Umstände einstellen.

Planung des Augenarzttermins

Ich habe mich dafür entschieden, mir einen Augenarzt in Erding zu suchen, weil wir doch wesentlich häufiger in Erding als in Ebersberg sind. So könnte ich Termine beim Augenarzt mit anderen Besorgungen zusammenlegen und unnötige Fahrereien vermeiden.

Natürlich habe ich wieder Tante Google um Rat gefragt, um einen Augenarzt in Erding zu finden. Besonders praktisch war, dass ich einen Augenarzt in der Nähe der S-Bahn Station fand. Denn in nächster Zeit würde ich nicht in der Lage sein, mit dem Auto dorthin zu fahren. An der S-Bahn Station war die Endstation der Buslinie, die von uns nach Erding fuhr. Den Namen des Arztes werde ich hier nicht bekannt geben, weil ich später nicht immer nur Positives berichten werde.

Zunächst konnte ich ohne Diskussion einen Wunschtermin erreichen, und zwar bereits am Montag um 14:30 Uhr. Das passte mir hervorragend, weil der Bus um 14:14 Uhr, fast direkt vor der Praxis anhielt (eine Station vor der Endstation).

Die Rückfahrt konnte ich natürlich noch nicht planen. Ich wusste nicht, wie lange ich in der Augenarztpraxis warten musste. Wahrscheinlich würden sie mir das linke Auge wieder weit tropfen. Laut den Bewertungen im Internet war aber nicht mit langen Wartezeiten zu rechnen. Es gab zwar nicht besonders viele Beurteilungen, aber die ließen mich hoffen, dass dieser Augenarzt kein Reinfall sein würde.

Da ich gestern meine Brille zerstört hatte, war ich besonders froh, dass ich diesen Termin so kurzfristig bekommen konnte. Ich brauchte dringend eine neue Fernbrille.

Beobachtungen zur Applikation der Augentropfen

Wenn ich die Augentropfen selber ins Auge träufele, passiert es mir immer wieder, dass ich nicht so hundertprozentig ins Auge treffe. Vor den Spiegel stellen kann ich mich nicht, weil ich dort ohne Brille nicht genug sehe. Ist eigentlich logisch. Zum einen bin ich kurzsichtig, zum anderen muss ich den Kopf ja in den Nacken legen, um die Tropfen ins Auge zu bekommen. Und schau du dann mal gleichzeitig in den Spiegel!

Am besten klappt es, wenn ich mich auf den Rücken lege. Der Tropfer soll das Auge nicht berühren, um eine Verkeimung zu vermeiden.

Glück haben diejenigen, denen eine zweite Person die Augentropfen ins Auge träufeln kann. Ich musste aber leider tagsüber alleine klarkommen. Sehr hilfreich waren die Kompressen, die ich mir gestern in der Apotheke gekauft hatte. Nicht jeder Tropfen traf exakt das Auge. Mit den Kompressen ließ sich die Flüssigkeit ganz sanft vom Auge abtupfen.

Offene Fragen zur Plombenchirurgie

Den Ablauf der Plombenchirurgie habe ich weitgehend verstanden. Aber zwei offene Fragen habe ich zur Zeit schon noch.

Erstens: die Plombe wird mit dünnen Nähten auf den Augapfel aufgenäht. Das Auge befindet sich ständig in ruckartiger Bewegung. Wie groß ist das Risiko, dass die Nähte selber reißen oder aus der Lederhaut ausreißen? Die Plombe ist dann nicht mehr am Augapfel fixiert und würde sicher Beschwerden machen. Wahrscheinlich müsste dann in einer weiteren Operation die Plombe entfernt oder neu aufgenäht werden.

Zweitens: Warum ist diese Plombe überhaupt notwendig? Das Ziel soll ja sein, dass sich die Netzhaut hinten am Augapfel anlegt. Dies wird aber dadurch erreicht das die Löcher durch die Kryosonde geschlossen werden und somit keine neue Flüssigkeit unter die Netzhaut gelangen kann. Wozu wird dann noch eine Plombe benötigt?


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 4 http://blog.sevke.net/2012/11/08/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-4/ http://blog.sevke.net/2012/11/08/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-4/#respond Thu, 08 Nov 2012 19:00:35 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4208 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Donnerstag, 3. Tag nach der Operation meiner Netzhautablösung.

Aufstehen und wieder hinlegen

Die letzte Nacht konnte ich sehr gut schlafen. Wir sind alle so gegen 7:00 Uhr morgens aufgestanden. Mein Sohn musste in die Schule und meine Frau ins Büro. Ich bin es gewohnt, morgens erst einmal einen Kaffee zu trinken. Also habe ich mir einen gemacht. Jetzt konnte ich ja endlich wieder soviel Kaffee trinken wie ich wollte und wann ich wollte. Mit den Perry-Rhodan Hörspielen war ich noch lange nicht durch. Jetzt hörte ich sie aber nicht mehr über den tragbaren CD-Spieler, sondern über die Stereoanlage im Wohnzimmer. Schön auf die Couch legen, vorsichtshalber meistens auf die linke Seite, mit Wolldecke zudecken, beide Augen zu und zuhören. So war die Welt zu ertragen.

Erster Apothekenbesuch

Gegen 9:00 Uhr bin ich zur Apotheke gegangen, die sich praktischerweise nicht weit weg in unserem Ort befindet. Da konnte ich also prima zu Fuß hingehen. Ich dachte, dass ein wenig Bewegung an der frischen Luft gut für mich wäre. Das linke Auge tat heute nicht besonders stark weh. Leider stellte ich sehr schnell fest, dass ich bei körperlicher Aktivität auch automatisch die Augen ständig bewege. Die Augen zucken unaufhörlich herum und visieren neue Ziele an, wo man eben so hinschaut. Das fällt einem mit gesunden Augen gar nicht so besonders auf. Bereits nach der halben Strecke zur Apotheke hatte ich wieder starke Schmerzen. Zum einen taten alle Augenmuskeln weh, wenn ich das Auge bewegte. Zum anderen hatte ich das Gefühl, als rieben Sandkörner in meinem Auge herum, die ich nur leider nicht ausspülen konnte. Sandkörner oder Wimpern … und das Auge wehrt sich mit starkem Tränenfluss. In der Apotheke kam ich mit tränendem Auge und hängendem Augenlid an. Eigentlich war das ja kein Wunder, denn bei der Operation wurde das Auge ja sehr stark verdreht, um die Plombe aufzunähen. In der Apotheke kamen fünf Leute vor mir an die Reihe, so dass ich dort eine Weile ungemütlich herumstand. Das Medikament selber war nicht vorrätig, sondern musste bestellt werden. Das Bestellwesen der Apotheken funktionierte hervorragend, so dass ich das Medikament noch am Nachmittag abholen konnte. Bis dahin musste ich weiter leiden.

Also bin ich wieder nach Hause gegangen und hab mir weiter – ihr wisst es schon – meine Perry-Rhodan Hörspiele. Zwischendurch habe ich mir etwas zum Essen gemacht. Das stellt kein großes Problem dar, weil ich ja mit dem rechten Auge normal sehen kann. Meistens halte ich das linke Auge geschlossen und blinzel nur ab und zu mal durch das halbgeöffnete Auge. Durch die vielen Tränen ist das linke Auge oft verklebt und schmerzt auch schnell wieder, sobald ich es bewege. Am angenehmsten ist es daher, das Auge einfach geschlossen zu lassen.

Zweiter Apothekenbesuch

Nachmittags bin ich zwischen 14:00 Uhr und 15:00 Uhr ein zweites Mal zur Apotheke gegangen und habe mein Medikament abgeholt. also die Kombipackung Dexa-Gentamicin (Tropfen und Salbe).

Foto der ES-Kompressen

Zusätzlich habe ich mir eine Packung Kompressen geben lassen, die ich verwenden wollte, um die Tränenflüssigkeit des Auges abzutupfen. Ein dreckiger Finger oder ein dreckiges Tuch wären momentan sicher kein schlauer Gedanke gewesen. Die Packung enthielt 100 Stück und sollte erst einmal ausreichen. Ich weiß den Preis nicht mehr, aber kann diese Art von Tupfer nur empfehlen, falls ihr mal in einer ähnlichen Situation sein solltet. Papiertaschentücher halte ich für weniger geeignet, weil die dünnen Lagen leicht am Auge festkleben können. Und billiger sind die auch nicht.

Brille kaputt

Abends beim Fernsehen kam es zu einem unerfreulichem Ereignis. In einer fahrigen Bewegung zerschlug ich mir leider meine Fernbrille. Sie zerbrach genau in der Mitte beim Nasenbügel. Gut, die Fernbrille war zwar aus hochwertigen, sehr biegsamen Titanstahl, aber eben schon etwas älter. Jetzt kann ich vorerst nur noch meine Nahbrille verwenden. Immerhin habe ich noch eine. Autofahren würde damit überhaupt nicht funktionieren, aber das war momentan sowieso unmöglich, egal mit welcher Brille. Innerhalb des Hauses kannte ich mich ja ganz gut aus, so dass es dort ganz gut ging. Jetzt hatte ich natürlich das zusätzliche Problem, dass ich mir ganz schnell eine neue Brille besorgen musste. Nur welches Glas sollte ich für das linke Auge nehmen? Im derzeitigen Zustand wären Messungen der Sehstärke schlichtweg unmöglich. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mir vom Augenarzt eine neue Brille verschreiben zu lassen, bei der das linke Glas einfach die alten Werte erhielt, für das rechte Glas aber neue Werte ermittelt würden. Wahrscheinlich musste ich dann nach der Ausheilung des Auges das linke Glas noch einmal gegen ein besseres austauschen lassen. Ohne Fernbrille bin ich jedenfalls auf das Haus beschränkt und kann nicht draußen herumlaufen. Mit dem linken Auge sehe ich gar nichts und mit dem rechten nur auf kurze Entfernung, wenn ich die Nahbrille trage. Wenigstens war die Nahbrille relativ robust, hatte sogar Federgelenke. Es bestand Grund zu der Hoffnung, dass sie noch ein wenig durchhielt und nicht auch noch auseinanderbrach.

Mich hat dieses Ereignis seelisch zurückgeworfen: es kommt halt eins zum anderen und hört irgendwie nicht auf. Schlimm genug, dass ich bei meinem schlechten Zustand sowieso damit rechnen musste, dass ich gegen Wände lief oder Gegenstände umwarf, so musste ja nicht auch noch die Fernbrille kaputt gehen. Ein Problem war, dass ich nicht in der Lage war, alleine zum Augenarzt (15 km entfernt in Erding) oder zum Optiker (Fielmann in den Riem-Arkaden) zu fahren. Außerdem würde die Brille auch nicht gerade innerhalb von 1 Stunde fertig sein. Irgendwie musste ich die Termine so organisieren, dass Andrea mich mit dem Auto dort überall hinfahren konnte.

Mir ist auch noch schleierhaft, wie ich ab nächstem Donnerstag wieder mit dem Auto zur Arbeit fahren soll. Ich bin ja nur bis Mittwoch arbeitsunfähig geschrieben.

Aber eins nach dem anderen.

Im Augenblick fällt es mir sehr schwer, mir die Augentropfen selber ins Auge zu träufeln, obwohl das normalerweise ja kein großer Akt war. Deswegen habe ich meinem Sohn erklärt, wie man das macht. Wenn er zuhause ist, kann er das für mich tun. Und das macht er auch gerne. Tagsüber bleibt mir nichts anderes übrig, als mir das Medikament selber ins Auge zu tropfen. Auch beim Einbringen der Augensalbe für die Nacht geht es mit Hilfe viel leichter. Da bin ich froh, dass ich ein paar helfende Hände um mich herum habe.

Wenigstens hatte ich jetzt die Medikamente gegen die Entzündung, was mich etwas beruhigte. Es konnte nur besser werden. Ich hatte schon die Befürchtung, dass sich die Entzündung so stark verstärkte, dass ich erneut zur Augenklinik fahren musste. Ich war ja zur Operation der Netzhautablösung nur sehr kuz in der Klinik. Laut der LMU Augenklinik dauert der stationäre Aufenthalt je nach Schwere der Operation zwischen drei und sieben Tagen. Bei mir fand die Operation am Montag am späten Nachmittag statt. Danach war ich praktisch nur einen Tag zur Beobachtung, denn am nächsten Tag wurde ich bereits am Vormittag wieder entlassen. Selbst der Oberarzt Dr. Wolf hatte irgendwann die Bemerkung fallen lassen, dass die ersten zwei Tage die kritischsten sind. Ich war noch nicht mal zwei Tage zur Beobachtung in der Klinik, bin aber der Meinung, dass meine Operation nicht die einfachste war, weil drei Löcher zu verschließen waren. Die LMU Augenklinik spricht selber davon, dass die Operation zwischen 20 Minuten und 1 Stunde dauert. Bei mir dauerte es annähernd 1 Stunde. Ich halte es nicht für besonders gut, wenn man Patienten zu früh aus der Klinik entlässt. Auf der einen Seite bin ich natürlich froh, wenn ich zuhause in meiner gewohnten Umgebung sein kann, auf der anderen Seite wird natürlich im Krankenhaus das Auge erstens von den Krankenschwestern viel besser versorgt und zweitens stehen im Notfall sofort Ärzte bereit, die sich um Komplikationen kümmern können. Das ist nicht der Fall, wenn ich zuhause bin.

Wir wollen aber nicht den Teufel an die Wand malen und hoffen, dass sich das Auge zufriedenstellend entwickelt und schnell heilt. Ändern kann ich das jetzt sowieso nicht.


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