Augenarzt – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net Querbeete Gedanken, Meinungen und Interessen Sun, 22 Oct 2017 15:45:43 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 http://blog.sevke.net/wp-content/uploads/2016/03/cropped-think-622166_960_720-150x150.jpg Augenarzt – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net 32 32 27620428 Wie fühlt man sich bei einer Katarakt-OP? http://blog.sevke.net/2015/12/04/katarakt-operation/ http://blog.sevke.net/2015/12/04/katarakt-operation/#respond Fri, 04 Dec 2015 10:11:18 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7037 Logo der LMU Augenklinik in MünchenHeute war der Tag, an dem mein linkes Auge zum dritten Mal operiert werden sollte. Diesmal sollte die Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden. Dazu würde ich mich in die LMU Augenklinik begeben.

Zum Katarakt bzw. Grauem Star werde ich hier nicht viel schreiben. Im Internet finden sich viele Quellen, die das weitaus kompetenter darstellen können als ich. An dieser Stelle verweise ich exemplarisch auf die Seite von Dr. Neuhann.

Mir geht es in meinem Artikel mehr darum, wie ich als Patient die Operation erlebt habe. Das ist für den einen oder anderen neben den rein technischen Aspekten sicher auch ganz interessant.

Die Voruntersuchung hatte ich bereits vor zwei Tagen hinter mich gebracht. Dafür gibt es einen eigenen Artikel: Katarakt-Operation – Voruntersuchung.

Heute, am 03. Dezember 2015, sollte nun operiert werden. Diese Operation würde vermutlich unter örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden, so dass ich abends wieder zu Hause sein würde.

Phakoemulsifikation und Hinterkammerimplantation, so heißt das dann ganz offiziell.

Vorbereitung der Katarakt-Operation

Foto einer getrübten AugenlinseDas Foto sieht ein bisschen gruselig aus. Aber so stark getrübt kann eine Linse (bei weit gestellter Pupille) eben aussehen. Dass man damit nicht mehr viel sieht, ist leicht nachzuvollziehen. Also praktisch blind sein oder operieren. Der Gedanke, dass jemand mit einem Messer in meinem Auge herumstochert, gefiel mir überhaupt nicht, aber so wird das nun mal gemacht.

Um 9:00 Uhr wurde ich in der Klinik erwartet.

Und natürlich saß ich wieder auf dem „Wartegang“ der Privatambulanz und wartete darauf, mich anmelden zu dürfen. Um 9:20 Uhr stellte ich mich bei der Sekretärin kurz für die geplante Operation vor. Diesmal musste ich nichts mehr unterschreiben und durfte auch sofort weiter in den zweiten Teil des Gangs, um dort wieder zu warten.

Jetzt mal eine Anmerkung zu dieser Warterei. Natürlich kann man nicht erwarten, dass man überall sofort dran kommt. Rein subjektiv verbringt man aber tatsächlich die meiste Zeit mit Warten. Da man immer wieder zu einem anderen Arzt geschickt wird, muss man auch immer wieder warten. Es mischen eben viele verschiedene Leute mit. Und sooooo gemütlich sind die Wartezonen in der Klinik nicht, dass man gar nicht mehr weg will. Dann kommt erschwerend dazu, dass die meisten Patienten in einer Augenklinik eines nicht können, nämlich gut sehen. Oft werden zusätzlich die Pupillen weit gestellt. Das bedeutet, dass das Lesen von Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und dergleichen nur begrenzt funktioniert. Laute Musik auf den Ohren ist auch nicht besonders sinnvoll, weil man ja doch immer mal wieder aufgerufen wird.

Jammern auf hohem Niveau … das mag schon sein. Richtet euch aber darauf ein, dass so ein Tag ziemlich langweilig sein kann.

Eine weitere halbe Stunde (9:55 Uhr) später wurde ich in eins der Untersuchungszimmer gerufen. Diesmal war die Assistenzärztin Frau Dr. Kurz diejenige, die sich mit den Voruntersuchungen herumschlagen musste. Ich hatte schon oft den Eindruck, dass vor allem die Assistenzärzte schnell mal ungeduldig oder gar ruppig werden. Ist ja nun auch nicht so der Traumjob, den Patienten den ganzen Tag lang immer dasselbe zu erzählen und immer dieselben Fragen zu beantworten. Das kann ich nachvollziehen, aber trotzdem: ihr arbeitet mit Menschen, und zwar mit Menschen, die sich allesamt in einer Ausnahmesituation befinden. Versucht doch bitte, freundlich und entspannt zu sein. Wenn ihr euch Stress antut, dann macht euch das auch nicht glücklicher … und die Patienten fühlen sich ebenfalls nicht wohl dabei.

Frau Dr. Kurz war auf jeden Fall freundlich und bemüht. Es erfolgte eine Messung des Augeninnendrucks (linkes Auge 19mmHg), diesmal nicht mit dem bekannten Luftstoss (aber fragt mich nicht danach, welche Methode verwendet wurde). Es wurde die Sehstärke auf beiden Augen gemessen. Für das linke Auge gab es noch einen kurzen Sehtest. Und natürlich wurde die Pupille des Opfer-Auges weit gestellt.

Anschließend erläuterte mir Frau Dr. Kurz die Risiken und Nebenwirkungen der Operation. Vom Aufklärungsbogen erhielt ich eine Kopie.

Die Zielstärke der Augenlinse kann individuell entschieden werden. Mit etwas Glück konnte dann entweder beim Lesen oder bei der Fernsicht auf eine Brille verzichtet werden. Für mich persönlich war dies aber illusorisch. Als Folge der Netzhautabhebung, bei der auch die Makula (Bereich des schärfsten Sehens) in Mitleidenschaft gezogen worden war, gab es auf meiner Netzhaut viele vernarbte Stellen. Zusätzlich war das Auge durch die Plombe der ersten Operation ausgebeult, so dass dort mit einer künstlichen Augenlinse sowieso kein scharfes Bild mehr erzeugt werden konnte. Alles in allem würde das Auge auch mit einer optimal eingestellten Linse nie mehr gut sehen können. Insofern wollte ich die Zielsehstärke lieber an einer wahrscheinlich in der Zukunft notwendigen Katarakt-Operation am rechten Auge ausrichten. Üblicherweise versucht man, zu große Unterschiede in der Sehstärke zu vermeiden. Letztendlich legten wir -2,5 Dioptrien und damit eine leichte Kurzsichtigkeit fest. Das ist ein durchaus üblicher Wert, mit dem man ohne Brille lesen kann.

Nach einer Katarakt-Operation war es nicht notwendig, das Auge besonders zu schonen. Man konnte das Auge bereits am nächsten Tag wieder normal bewegen, also auch lesen oder gar am Computer arbeiten (soweit man sich selber dazu in der Lage fühlte). Natürlich war Reiben des Auges strengstens verboten. Auch fremde Stoffe wie Seife oder Staub/Rauch sollten tunlichst nicht ins Auge gelangen. Nur Augentropfen waren erlaubt und auch notwendig.

Um 10:10 Uhr war ich wieder draußen auf dem Gang und wartete darauf, dass die Pupillen weit wurden.

15 Minuten später hat Frau Dr. Kurz kurz mit Hilfe einer Spaltlampe in mein Auge gesehen. Wahrscheinlich hat sie sich noch einmal die Netzhaut angesehen.

Danach saß ich wieder draußen auf dem Gang und wartete darauf, auch noch vom Oberarzt begutachtet und beraten zu werden. Inzwischen sind wir wieder so 10 Menschlein draußen auf dem Gang.

Um 11:00 Uhr wurde ich dann in das große Direktionszimmer hineingerufen. Diesmal war es nicht Frau Dr. Schumann, sondern Herr Dr. Kreutzer. Er schaute mir auch noch mal mit Unterstützung einer Spaltlampe ins Auge. Danach sprachen wir noch mal über die Zielsehstärke. Herr Dr. Kreutzer war ebenfalls sehr freundlich und bereit, meine Fragen zu beantworten. Genau wie bei Frau Dr. Schumann fühlte ich mich nicht zur Eile gedrängt.

Ganz im Gegenteil: Als ich ihn auf seine Smartwatch ansprach, eine Samsung Gear 2, kamen wir ein wenig ins Gespräch und tauschten uns über Smartwatches aus (ob das sein Chef lesen darf? 😉 ).

Ein wenig erinnerte er mich an Markus Lanz, so von der Gestik und der Sprechweise her, aber das ist natürlich rein subjektiv.

Von ihm erhielt ich ein Rezept für Augentropfen und eine Bescheinigung, dass ich heute Gast in der LMU Augenklinik war (für den Arbeitgeber).

Jedenfalls „Danke, Herr Dr. Kreutzer, war nett bei Ihnen.“

So, nun, 20 Minuten später, wurde es ernst

Ab in den 2. Stock mit der Patientenakte zum ambulanten Operationszentrum.

Die Katarakt Operation

Erst einmal wieder eine Anmeldung. 🙂 Eine wenig inspirierte Dame nahm schweigend meine Patientenakte entgegen, druckte irgedetwas aus, steckte das in die Akte und schickte mich zwei Türen weiter zu „den Schwestern“.

Ich kam in eine Art Umkleidekabine mit Spinden an der Wand und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Fragezeichen auf meiner Stirn. Dahinter ein offener Raum mit mehreren Patienten, die auf so mobilen Sesseln herumlungerten und auf irgendetwas warteten. Rechter Hand ging es weiter in einen Gang und da war auch gleich ein kleines Schwesternzimmerchen mit zwei, drei Damen, die sich gerade angeregt unterhielten.

Forsch machte ich mich bemerkbar und lieferte meine Akte ab. Ich wurde gebeten … na, was wohl? … in dem Raum mit den Spinden zu warten.

Lange dauerte es nicht. Ich bekam ein Plastikband um den rechten Arm mit meinem Namen drauf. Wohl, damit ich nicht verloren gehen konnte. Zur Not hätte man mich ja einfach nach meinem Namen fragen können. Aber hey, sah so aus, als ob sie mit meinem völligen Wegtreten rechneten.

Man verlangte noch nach einem Euro. Ja, doch, im Ernst. Egal, war vielleicht eine Zwangsabgabe für das Weihnachtssparschwein.

Dann sollte ich mich in einer kleinen Kabine komplett bis auf die Unterhose ausziehen, meine Kleidung und alle meine Habseligkeiten inklusive Brille, Uhr usw., in ein abschließbares Spindfach einschließen. Das war das letzte Mal, das ich eine Uhr ablesen konnte: 11:35 Uhr. Und nun wurde auch klar, wofür der Euro war. Der steckte nämlich bereits im Spindschloss und erlaubte mir das Verschließen des Schranks.

Foto von einem OP-HemdAls letztes durfte ich mir ein schickes neues Outfit, das man bereits für mich zurecht gelegt hatte, anziehen. Abgerundet wurde das noch mit einem grünen Häubchen für den Kopf und ein paar weißen OP-Socken. Germanys Next Topmodel ist ein Dreck gegen mich!

Ich wurde dann in den Raum mit den anderen Patienten gebracht, durfte mich ebenfalls auf so einen Sessel setzen, erhielt noch eine Wolldecke und … wartete.

Ja, diesmal wurde es wieder ziemlich lang … weilig. Ich starrte so vor mich hin, versuchte mich zu entspannen, was aber nur mäßig gelang und wartete auf meinen Gang zum Schafott. Und sie ließen mich mal wieder zappeln, nämlich bis 13:00 Uhr.

Endlich! Um 13:00 Uhr ging es weiter. Ich wurde mit dem Sessel wieder raus auf den Gang geschoben, einmal um die Ecke, und dann bis zum Ende des Ganges zu den Operationssälen. Hinter mir schloss sich die automatische Schiebetür mit einem leise zischenden Geräusch. Das wirkte so endgültig. Ohje, es ging nun wohl wirklich los.

Nö …

Ich wurde umgebettet auf eine Liege, meine Arme wurden mit einem Gurt fixiert, mein Kopf lag gerade in einer Mulde. Ich schaute nur noch starr nach oben und lauschte dem geschäftigen Hin- und Her der vielen Personen, die dort offensichtlich am Arbeiten waren. Ein Herr vom Pflegepersonal kam ab und zu vorbei, überschwemmte mein Auge mit irgendwelchen Flüssigkeiten, sprach mich aber vorher jeweils freundlich mit meinem Namen an, so dass ich nicht all zu sehr erschreckte.

Zwischendurch nahm ich einige Gesprächsfetzen wahr mit teilweise fachlichen, teilweise privaten Inhalten. Manches konnte ich nicht verstehen, weil in einer mir nicht vetrauten Sprache gesprochen wurde. Leise hörte ich zusätzlich Maschinen vor sich hin piepen und tüten. Na, so, wie man sich das eben in Operationssälen vorstellt. Aber da war ich noch gar nicht. Im Augenblick lag ich noch ein wenig sinnlos auf einer Liege im Gang herum. Irgendjemand redete vom Essen … hm, das erinnerte mich daran, dass ich heute auch noch nichts gegessen hatte. Aber jetzt war ich stur … ich blieb liegen.

Irgendwann kam überraschenderweise auch Herr Dr. Kreutzer bei mir vorbei und richtete ein paar freundliche Worte an mich. Und irgendwann (ich hatte keine Uhr, und mit dem Zeitgefühl ist da so eine Sache, wenn man nur herumliegt) kam auch mein Operateur vorbei und stellte sich kurz vor: Dr. Priglinger, der im November die Leitung der LMU Augenklinik von Dr. Kampik übernommen hatte. Ich als Patient begrüße es sehr, wenn die Ärzte mit mir reden. Immerhin setze ich großes Vertrauen in ihre Arbeit (und zahle ja auch viel Geld für die Operation). Da darf man ruhig mal kurz „Hallo“ sagen.

Dr. Kreutzer informierte Dr. Priglinger noch über die angepeilte Sehstärke. Er ließ mich nicht im Regen stehen und erklärte mir auch noch mal persönlich in aller Kürze, worum es gerade gegangen war. Ich erwähne das deswegen, weil ich es durchaus für bemerkenswert halte, wenn nicht nur über die Patienten, sondern auch mit ihnen geredet wird. Man fühlt sich als Patient sofort viel ernster genommen und nicht nur als Operationsobjekt. Als Patient befindest du dich in einer ziemlich angespanntenh Situation. Da hilft es sehr, wenn man sich um dich kümmert.

Ich hörte ein „Herr Sevke, ich schieb Sie dann jetzt in den OP-Saal.“ Nun wurde die Liege mit mir oben drauf in Bewegung gesetzt. Sehen konnte ich nichts mehr. Mein rechtes Auge war abgedeckt worden, das linke war wohl auf Grund der Betäubungstropfen außer Gefecht gesetzt. Links und rechts von mir hörte ich verschiedene Menschen und Geräte, dann ging eine Tür auf und schloss sich wieder … und dann war plötzlich Stille. Ich war wohl angekommen.

Jemand beruhigte mich mit den Worten: „Sie hören hier einige seltsame Geräusche von Maschinen. Das ist ganz normal in einem Operationssaal.“

Ja, und dann ging es los.

Ich starrte gerade nach oben in ein Licht (es sollten wohl drei Lichter gewesen sein. Ich sah nur einen einzigen Lichtschein). Und mehr konnte ich leider nicht beitragen. Eine ziemlich kalte Flüssigkeit ertränkte mein Auge. Es wurde am Auge herumgeschnitten. Ich hörte ein leise tackerndes Geräusch, das mit Sicherheit von dem Gerät stammte, mit dem die Linse zerstückelt und abgesaugt wurde. Zweimal spürte ich einen recht unangenehmen Druck auf das Auge. Und dann war auch schon wieder alles vorbei.

Mehr als 10 bis 15 Minuten können das nicht gewesen sein.

Ich bekam einen Verband auf das linke Auge.

An mehr kann ich mich nicht erinnern.

Mit der Liege ging es wieder nach draußen. Dort kam ich auch sofort wieder auf einen Sessel, so dass ich es bequemer hatte. Mein Auge war nur örtlich durch Augentropfen betäubt worden. So hatte ich keinerlei Kreislaufprobleme und war sofort wieder völlig klar bei Bewusstsein. Schmerzen hatte ich überhaupt keine.

Dr. Kreutzer kam noch mal und erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden. Dann musste er aber auch schon wieder weiter. Trotzdem: ich finde, Sie machen einen guten Job!

Neben mir wartete eine andere Patientin darauf, dass wir wieder zurück in den Ruheraum gebracht wurden. Inzwischen wusste ich auch, dass es 13:50 Uhr war. Ich war also insgesamt ungefähr 50 Minuten inklusive OP-Vorbereitung dort gewesen.

Zurück beim Schwesternzimmer habe ich mir sofort wieder meine eigene Kleidung angezogen … und meinen Euro eingesteckt.

Im Ruheraum erhielt ich zwei Stücke Zwieback, Mineralwasser und (ganz wichtig!) Kaffee, so viel ich wollte. Jawohl! (Ein Schnitzel mit Pommes hätte es zur Not aber auch getan.)

Ich musste wieder ein paar Minuten warten und wurde dann nach unten zur Assistenzärztin geschickt. Diesmal durfte ich sofort rein in den Raum B. War aber eh keiner im Wartegang.

Nachuntersuchung und Heimfahrt

Frau Dr. Kurz gab mir noch mal dasselbe Rezept, das mir Dr. Kreutzer auch schon gegeben hatte. Na, lieber einmal zu viel als zu wenig. Außerdem erhielt ich noch den Arztbrief für den Arzt, der die Nachsorge macht. Denn ehrlich, natürlich hätten die mich gerne wieder in ihrer Klinik gesehen, aber erstens ist mir die Anfahrt zu aufwendig und zweitens finde ich den Wartebereich nicht so gemütlich, dass ich dort freiwillig mehrere Stunden zubringen möchte.

Noch ein kurzer Sehtest, ob ich mit dem linken Auge überhaupt schon etwas sehen konnte.

Und um 14:35 Uhr verließ ich die Klinik zu Fuß.

Foto meines RezeptsIrgendwie war das ein komisches Gefühl, mit dieser fetten weißen Augenklappe durch München zu gehen. Ich fühlte mich von allen angestarrt, aber keiner starrte. Vielleicht laufen da in der Nähe der Augenklinik dauernd Leute mit Augenverband herum. Vielleicht war es auch einfach jedem egal. Keine Ahnung. Die Orientierung mit nur einem Auge machte mir überhaupt keine Probleme. Aber ich bin das ja die letzten drei Jahre schon so gewohnt … mein linkes Auge ist ja nun nicht wirklich eine große Hilfe.

Gleich um die Ecke gibt es eine Apotheke, die Marien Apotheke. Da sich die Apotheke in unmittelbarer Nähe der Augenklinik befindet, ging ich davon aus, dass sie die Medikamente vorrätig hätten. Die Acular-Tropfen, die ich vier Wochen lang dreimal täglich in das Auge tropfen sollte, waren vorhanden. Aber das Antibiotikum Tobradex war leider nicht vorrätig. Dieses Medikament sollte ich eine Woche lang sogar sechsmal am Tag anwenden. Das Angebot der Apotheke, für mich das Medikament zu bestellen, musste ich leider ausschlagen. Das war zwar nett gemeint, aber dann hätte ich ja wieder nach München rein fahren müssen.

Am Stachus versuchte ich es noch einmal. Auch die konnten mir leider nicht weiterhelfen.

Am Ende bestellte ich es direkt in Forstern bei der Apotheke am Hirschbach. Apotheken sind heutzutage derart gut organisiert, dass eine Bestellung selten länger als einen Tag dauert. Ich würde mein Medikament also gleich morgen früh erhalten.

Warum erwähne ich das überhaupt? Naja, ich hatte schon erwartet, dass die Marien Apotheke alle Medikamente vorrätig hat, die in der Augenklinik verschrieben werden. Aber anscheinend werden mit der Übernahme der Klinikleitung durch Dr. Priglinger auch andere Medikamente verschrieben und die Apotheke muss sich erst neu darauf einstellen.

Mit der S-Bahn ging es entspannt nach Markt-Schwaben, wo … ja … wo mein Auto stand. Nach einer Katarakt-Operation mit dem Auto heimfahren … das ging ja nun gar nicht. Also musste ich auf den Bus warten und mein Auto an einem anderen Tag aus Markt-Schwaben abholen.

Kein schöner Gedanke.

Ich entschied mich anders. Das Wetter war gut, es war noch hell, ich kannte die Streckie und ich musste auch nicht durch die Stadt fahren (mal von Markt-Schwaben abgesehen). Und außerdem war ich es gewohnt, quasi einäugig autozufahren. Ich fuhr mit dem Auto heim, ging zur Apotheke und bestellte mein Medikament und legte mich dann zur Entspannung auf die Couch.

Schlussbemerkung

Na klar hat die Katarakt-Operation Risiken. Unter anderem erhöht sich die Gefahr einer Netzhautabhebung. Und natürlich kann sich das Auge infizieren. Aber was ist die Alternative bei einem Grauen Star? Warten, bis das Auge völlig undurchsichtig ist und man gar nichts mehr sehen kann. Die Katarakt-Operation ist inzwischen eine Routineoperation und es gibt jede Menge Erfahrungen damit. Vor der Operation selber muss niemand Angst haben, denn die dauert nicht lange und ist nicht sehr belastend. Lästig (vielleicht nur in der LMU Augenklinik in München?) sind die Wartereien in ungemütlicher Atmosphäre und das Hin- und Hergelaufe von einem Arzt zum anderen. Manche Augenärzte führen Katarakt-Operationen auch selber durch. Eure Lebensqualität wird sich durch die Operation mit sehr großer Wahrscheinlichkeit erheblich verbessern.

Nach der Operation muss man etwa eine Woche ein bisschen vorsichtig mit dem Auge umgehen. Speziell schonen muss man sich aber nicht und kann eigentlich sofort wieder zur Arbeit gehen. Da man am nächsten Tag aber gleich wieder zum Arzt zur ersten Nachuntersuchung muss, bietet es sich an, sich zumindest für den Operationstag und den Tag danach arbeitsunfähig schreiben zu lassen.


meine persönlichen Gedanken zur Voruntersuchung zur Katarakt-Operation
meine persönlichen Gedanken zur Operation der Netzhautabhebung


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Katarakt-Operation – Voruntersuchung http://blog.sevke.net/2015/12/01/katarakt-operation-voruntersuchung/ http://blog.sevke.net/2015/12/01/katarakt-operation-voruntersuchung/#respond Tue, 01 Dec 2015 10:18:32 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7039 Logo der LMU Augenklinik in MünchenIrgendwann erwischt es jeden … irgendwann verklumpen die Eiweißfasern in der Augenlinse und verlieren ihre phänomenale Durchsichtigkeit. Das ist eine ganz normale Alterserscheinung. Manche Menschen werden bloß nicht alt genug, um die Linsentrübung noch zu bemerken.

Da mein linkes Auge bereits zweimal wegen einer Netzhautabhebung inklusive Glaskörperentfernung operiert worden war, war ich mir bewusst, dass sich meine Linse wohl sehr viel früher als üblich eintrüben würde. So eine Operation ist wohl einfach zuviel Stress für die arme Augenlinse.

Die Linsentrübung nennt man dann Katarakt oder umgangssprachlich Grauer Star.

Mein Augenarzt in Erding (Dr. Leipert) führt Katarakt-Operationen durchaus selber durch, hat mich aber wegen der Vorgeschichte (Netzhautabhebung) zur LMU Augenklinik weitergeschickt.

Anmeldung und Aufnahme

Um das Auge genau untersuchen und ausmessen zu können, würde die Pupille erweitert werden müssen. Autofahren war also nicht möglich. Leider ist die Anbindung meines Wohnortes Forstern an München mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln sehr schlecht. Zumindest die Teilstrecke bis zur ersten S-Bahn will gut geplant sein.

Für mich ging es um 09:39 Uhr los in Forstern mit dem Bus nach Erding. Von dort fuhr ich mit der S-Bahn bis zum Stachus und den Rest ging es dann zu Fuß weiter.

Pünktlich zum vereinbarten Termin um 11:45 Uhr war ich in der Privatambulanz der Klinik.

Foto des Eingangs zur LMU Augenklinik in München

Bei der Klinik handelt es sich um ein altehrwürdiges Gebäude mitten in der Innenstadt von München mit entsprechend hohen Decken. Das ergibt eine schöne Raumakustik … oder anders ausgedrückt: es ist immer laut.

Die Privatambulanz besteht aus einem langen Gang (mit einer hohen Decke). Davon gehen mehrere Räume auf einer Seite ab: das Vorzimmer, das riesige Büro des Direktors mit Untersuchungsstuhl und noch zwei weitere kleinere Untersuchungszimmer. Auf der anderen Seite des Ganges konnte man durch große Fenster auf die Straße hinaus schauen. Ein Wartezimmer gab es nicht. Ersatzweise waren ein paar harte Stühle fest auf dem Gang angebracht (so ähnlich wie heutzutage bei Bushaltestellen). Der vordere Teil des Ganges war durch zwei kleine Trennwände vom hinteren Teil des Ganges abgegrenzt. Vorne Anmeldung, hinten Untersuchung. Ständig liefen Leute durch den Gang (obwohl es kein Durchgang war, sondern eine Sackgasse), es war laut und ungemütlich. Übrigens ist es in der allgemeinen Ambulanz auch nicht besser. Immerhin gibt es dort ein Wartezimmer mit kleinem Café. Dafür kenne ich den Wartebereich dort nur überfüllt. Wenn ihr also keinen dringenden Grund habt, eure Augen in der Klinik untersuchen zu lassen, so empfehle ich dringend, lieber zum Augenarzt eures Vertrauens zu gehen. Über die Qualität der Ärzte in der Augenklinik sagt das natürlich rein gar nichts aus. Soeweit ich es mitbekommen habe, hat die Klinik durchaus einen guten Ruf.

Aber egal, anmelden, kurze Untersuchung … das konnte ja nicht so lange dauern. Zumal nur vier Leute vor mir auf dem Gang saßen.

Und so war es auch. Bereits um 11:50 Uhr durfte ich zur Anmeldung ins Zimmer. Meine Patientenakte lag bereits vor. So wurde nur eine Reihe von Formularen ausgedruckt, die ich alle zu unterschreiben hatte. Fünf Formulare, um genau zu sein, mit sechs Unterschriften (hey, ich wollte den Laden nicht kaufen!):

  • Aufnahmeblatt für SAP
  • Behandlungsvertrag
  • Einwilligungserklärung für Info-Material und Spendenanfragen
  • Vertrag über die Inanspruchnahme von ambulanten privatärztlichen Leistungen
  • … irgendetwas war da noch … fällt mir nicht mehr ein

Bei dieser „Einwilligungserklärung für Info-Material und Spendenanfragen“ war schon alles mit „nö, ich will nicht“ angekreuzt.

Und ja, richtig gelesen, inzwischen gibt es auch ein IT-System, in das die Patientendaten erfasst werden … zusätzlich oder ergänzend zur weiterhin vorhandenen Papierakte.

Ich frage mich, ob wirklich jeder Patient (sehbehindert oder nicht) alles durchliest.

Jedenfalls war die Sekräterin nett und alles war schnell erledigt.

Erste Untersuchung – Sehtest

Anschließend ging es wieder raus auf den „Wartegang“, aber diesmal durfte ich mich hinter die Stellwände setzen.

Ich sollte dort warten, bis man mich namentlich aufrief.

Wieder 4 Patienten vor mir, aber andere als vorher.

Nochmal zur Erinnerung: es war 12:00 Uhr.

Um 13:10 Uhr wurde ich dann zu einer kurzen Untersuchung in eins der kleinen Zimmer gerufen. Die dauerte knappe 10 Minuten. Der Augeninnendruck wurde nicht gemessen. Komisch, das wird doch eigentlich bei jedem Augenarzt immer gemacht, so quasi als „Herzlich willkommen! Jetzt geht es los“. Um dann anschließend wieder herumzusitzen, bis man tatsächlich mal zum Herrn/Frau Doktor persönlich vorgelassen wurde.

Nö, diesmal war ich direkt bei einer Assistenzärztin. Kleiner Sehtest … ihr kennt das: durch so ein Gerät auf eine Projektionsfläche schauen und Zahlen vorlesen. Danach Zahlen vorlesen mit der eigenen Brille, jeweils ein Auge mit einem Stück Papier abgedeckt. Klappt ja bei meinem linken Auge immer super. Ich kann gerade mal die allergrößte Zahl, eine Acht, vorlesen. ich habe immer den Eindruck, die Ärzte fühlen sich leicht verarscht, wenn ich schon danach sage: „Nö, tut mir Leid. Kann ich nicht lesen.“ Aber ist halt so.

Den Augenhintergrund (Netzhaut) kann man nur richtig beurteilen, wenn vorher die Pupille erweitert wird. Ich bekam also noch Tropfen zur Pupillenerweiterung ins Auge getropft. Davon bekommt man dann ganz große dunkle Augen, sieht aber leider nicht mehr viel.

Die Tropfen brauchten einige Minuten Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten.

Währenddessen saß ich natürlich wieder draußen auf dem Gang.

Biometrie im Augendiagnostikzentrum

Mit der Patientenakte in der Hand durfte ich dann weiter in den 1. Stock zum Augendiagnostikzentrum (=ADZ).

Ihr ahnt es schon … wieder ein Gang, wieder warten.

Von 14:00 Uhr bis 14:10 Uhr wurde mein Auge ausgemessen. Mit der Biometrie wird die Hornhautkrümmung und die Länge des Augapfels ausgemessen. Das wird benötigt, um die Stärke der Kunstlinse (aka „Augenlinsenimplantat“) genau festlegen zu können.

Inzwischen war die Pupille meines Auges schön groß. Immerhin konnte ich mit zugekniffenem Auge noch etwas auf dem iPad lesen. Aber ich ließ es dann doch bleiben, weil es mir zu anstrengend wurde.

Während ich auf dem Gang wartete 😉 , wurden eine Menge Bilder ausgedruckt und in die Patientenakte gestopft.

Um 14:35 Uhr erhielt ich die ergänzte Akte und wurde gebeten, wieder nach unten zur Ambulanz zu gehen. Die Ärztin hätte sich bereits telefonisch nach meinem Verbleib erkundigt. Oha, verloren gehen konnte ich nicht, man sorgte sich um mich.

Und wieder Ambulanz

Diesmal musste ich überhaupt nicht warten, sondern durfte mich sofort auf den großen Stuhl setzen. Die Ärztin untersuchte mit einer Spaltlampe den Augenhintergrund (nehme ich an) … „nach oben schauen“ … „nach oben links schauen“ … „nach links schauen“ … vielleicht kennt ihr das ja auch schon. Das ist oft ziemlich unangenehm, wenn die mit voller Lichtstärke arbeiten.

Danach wieder raus auf den Gang zum Warten. Inzwischen bin ich der einzige wartende Patient.

Nur zwei Minuten später wurde ich von der Oberärztin Frau Dr. Schumann in das edle Direktionszimmer gerufen, in dem früher Dr. Kampik residiert hatte. Dort wurde der Augenhintergrund erneut untersucht. Wahrscheinlich schaute sie sich auch die Hornhaut an. Ich konnte das leider fachlich nicht beurteilen, und ein Nachfragen habe ich mir geschenkt.

Jedenfalls machte Frau Dr. Schumann einen sehr ruhigen Eindruck und stand auch für meine Fragen zur Verfügung. Immerhin konnte ich sie mit der Frage, ob man die Kunstlinse nicht so berechnen könnte, dass die Verzerrung durch meine verwüstete Netzhaut ausgeglichen werden konnte, überraschen. Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus) konnten bei der Berechnung der Augenlinse berücksichtigt werden. Die Verkrümmungen der Netzhaut ließen sich aber wohl nicht ausmessen, so dass auch eine Korrektur unmöglich war. Aber wer weiß schon, was in der Zukunft einmal möglich sein wird. Vielleicht gibt es ja mal Kunstlinsen, die so individuell angefertigt werden, dass jeder Punkt auf ihr Lichtstrahlen auf optimierte Weise bricht.

Ich schweife ab … aber schön wäre es doch, oder nicht?

Die Oberärztin schickte mich am Schluss weiter zur Sekretärin, um dort gleich einen OP-Termin auszumachen.

Die Sekretärin (ich weiß ihren Namen nicht mehr, aber, falls Sie das lesen: „Hallo! War nett, Sie kennengelernt zu haben, Sie waren sehr freundlich.“) fand dann für nächsten Donnerstag (also in zwei Tagen) einen freien Slot bei Herrn Dr. Priglinger, dem neuen (seit November 2015) Chef der Klinik. Mir war das recht. Je schneller, desto besser.

Für die Operation war es nicht nötig, sich in die Klinik einweisen zu lassen. Das wurde ambulant durchgeführt.

Heimfahrt nach Forstern

Soweit erst einmal die Voruntersuchung. Jetzt war es 15:00 Uhr ich und musste zusehen, wie ich heim kam.

Unter anderem aus diesem Grunde hatte ich das IPad dabei. Über die MVV-Fahrplanauskunft konnte ich mir die nächsten Verbindungen heraussuchen.

Um 15:15 Uhr sollte eine S2 nach Erding vom Stachus abfahren. Das musste zu schaffen sein, wenn ich jetzt nicht herumtrödelte.

Okay, hat geklappt: S2 bis Markt-Schwaben, dann um 15:59 mit dem 469 nach Forstern.

Schlussbemerkungen

Wenn ihr mal von eurem Augenarzt für eine Untersuchung in die LMU Augenklinik geschickt werdet, dann nehmt euch den ganzen Tag Zeit dafür. Es spielt auch keine Rolle, ob ihr einen Termin ausmacht. Und es spielt auch keine Rolle, ob ihr privat oder gesetzlich krankenversichert seid.

Falls ein Augenarzt oder gar ein Mitarbeiter der LMU Augenklinik diesen Artikel liest und sachlich falsche Aussagen findet (wie gesagt, ich bin Informatiker und kein Arzt), dann würde ich mich über eine Berichtigung sehr freuen. Gerne hier unten als Kommentar oder per E-Mail an Sven.Sevke@sevke.net.

meine persönlichen Gedanken zur Katarakt-Operation
meine persönlichen Gedanken zur Operation der Netzhautabhebung


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – 22.02.2013 http://blog.sevke.net/2013/02/21/netzhautabloesung-ablatio-retinae-22-02-2013/ http://blog.sevke.net/2013/02/21/netzhautabloesung-ablatio-retinae-22-02-2013/#respond Thu, 21 Feb 2013 19:00:45 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4795 Non-Contact-Tonometrie) gemessen:]]> Beim Augenarzt

Zum zweiten Mal in diesem Monat war ich beim Augenarzt.

Es sollte ein neues OCT (Optische Kohärenztomografie) gemacht werden, um beurteilen zu können, ob die Flüssigkeit innerhalb der Netzhautschichten inzwischen ausgetrocknet war.

Zunächst wurde aber nach kurzer Wartezeit (diesmal nur ca. 10 Minuten) wieder der Augeninnendruck mit dem „Puster“ (NCT -> Non-Contact-Tonometrie) gemessen: rechts 15 mmHg und links 11 mmHg. Damit hat sich der Druck seit dem letzten Arzttermin nicht verändert.

Das OCT (Optische Kohärenztomografie) zeigte nur wenig Fortschritt. Offensichtlich habe ich immer noch Flüssigkeit in den Netzhautschichten, wenn auch etwas weniger.

Sehr befremdlich ist für mich die dreidimensionale Darstellung des hinteren Augenabschnitts, weil auf dem Bild deutlich wird, wie extrem mein Augapfel in die Länge gezogen ist. Eine schöne flache Kugelwand ist da nicht zu sehen. Stattdessen ist der Augapfel tief eingebeult wie ein Paraboloid.

Bei einer Makula-Degeneration sollte laut dem Augenarzt monatlich ein neues OCT (Optische Kohärenztomografie) zum Vergleich gemacht werden. Allerdings wird das von den gesetzlichen Krankenkassen gar nicht und von den privaten wohl nicht unbedingt bezahlt. Immerhin wird es mit ca. 100 Euro abgerechnet.

Der Sehtest ergab wieder nur 10%. Mit einer Verbesserung ist kaum noch zu rechnen.

Der nächste Termin ist in einem Monat geplant.


weiter zum nächsten Tag
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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – 05.02.2013 http://blog.sevke.net/2013/02/06/netzhautabloesung-ablatio-retinae-05-02-2013/ http://blog.sevke.net/2013/02/06/netzhautabloesung-ablatio-retinae-05-02-2013/#respond Wed, 06 Feb 2013 10:52:24 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4470 Beim Augenarzt

Regelmäßige Kontrollen der Augen sind wichtig, vor allem für stark Kurzsichtige, aber natürlich erst recht nach der Operation einer Netzhautablösung.

Leider musste ich diesmal wieder 50 Minuten warten, bis ich endlich an die Reihe kam. Mehr als 30 Minuten Wartezeit sind für mich inakzeptabel, wenn ich einen Termin vereinbart habe. Diesmal war ich aber schlau genug und habe das iPad zum Lesen mitgenommen.

Zunächst wurde wieder der Augeninnendruck mit dem „Puster“ (NCT -> Non-Contact-Tonometrie) gemessen: rechts 15 mmHg und links 11 mmHg. Damit hat sich der Druck seit dem letzten Arzttermin praktisch nicht verändert. Das ist als gut zu bewerten.

Ein OCT (Optische Kohärenztomografie) wurde diesmal nicht gemacht. Der Augenarzt verglich aber die beiden letzten Aufnahmen noch einmal und sah an sich ganz zufrieden aus.

Ein Sehtest ergab leider nur 10%.

Außerdem hat sich die Achse deutlich verändert, auf 160°. Zur Zeit kann ich mit diesem Wert noch nichts anfangen. Die Achsveränderung dürfte duch die Plombe verursacht sein, die das Auge ja an der Seite ziemlich eindellt.

Mit der Sehleistung war der Augenarzt nicht zufrieden. Er kommentierte das mit dem Satz: „Das Auge können Sie wohl abschreiben.“

Er schaute sich auch noch einmal den Augenhintergrund mit der Spaltlampe an (ohne die Pupille weit zu tropfen). Das Gewebe der Netzhaut würde wohl inzwischen vernarben. Das hörte sich für mich nicht so gut an.

Nach dem ganzen Spektakel, verursacht durch die Netzhautablösung, verwundert es kaum, dass die Netzhaut alles andere als glatt und funktionsfähig ist. Spaß macht mir der Gedanke aber immer noch nicht.

Beurteilung meines Sehvermögens

Subjektiv hat sich mein Seheindruck nicht verändert. Eigentlich gerade senkrechte Linien sind weiterhin wellenförmig verbogen. Waagerechte Linien sind kaum verbogen.

Die komische Blase oben im Auge hat sich bisher nicht verflüchtigt.

Positiv ist, dass ich keine Schmerzen im Auge habe. Wider Erwarten bekomme ich nur selten Kopfschmerzen, obwohl ich das Sehen als viel anstrengender gegenüber früher empfinde.

Schmerzen habe ich immer dann, wenn ich diese Voltaren Ophtha Augentropfen ins Augen träufele. Das brennt eine halbe bis eine Minute ziemlich heftig. Wer erfindet denn so einen Scheiß?

Ein anderer Effekt stört mich besonders beim Fernsehen: Doppelbilder. Ich sehe das Fernsehbild doppelt. Das zweite Bild (vom linken Auge) ist deutlich nach unten verschoben und dabei leicht um vielleicht 10 Grad im Gegenuhrzeigersinn verdreht. Dieses Bild bringt mein Gehirn nur schwer mit dem des rechten Auges zusammen, so dass ich oft unbewusst das linke Auge zukneife. Interessanterweise bekomme ich beide Bilder bei einer leicht nach links geneigten Kopfhaltung ganz gut zur Deckung. Aber wer kann schon die ganze Zeit den Kopf schief halten. Möglicherweise hat dies mit dem verbogenen Augapfel zu tun.

Mal ein paar Wochen abwarten. Mit einem angepassten Brillenglas müsste man doch so eine Torsion ausgleichen können.


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – 15.01.2013 http://blog.sevke.net/2013/01/15/netzhautabloesung-ablatio-retinae-15-01-2013/ http://blog.sevke.net/2013/01/15/netzhautabloesung-ablatio-retinae-15-01-2013/#respond Tue, 15 Jan 2013 19:00:38 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4226 Heute war ich zum ersten Mal im neuen Jahr 2013 beim Augenarzt. Über den Jahreswechsel haben sich keine Komplikationen ergeben. Ganz im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass sich die krummen Linien in meinem Sichtbereich verbessert haben. Aber das kann vielleicht auch einfach nur Gewöhnung sein. Die Netzhaut liegt weiterhin schön an der Aderhaut an.

Beim Augenarzt

Kurzes Gespräch, Druckmessung mit dem „Puster“ (NCT -> Non-Contact-Tonometrie) und dann Vergleichs-OCT.

Der Augeninnendruck beträgt 16 mmHg im rechten Auge und 11 mmHg im linken Auge und liegt damit im Normbereich. Der Druckunterschied ist leicht durch die Augentropfen zu erklären, die ich täglich nehme (Voltaren Ophtha und Trusopt). Sie werden ja normalerweise zur Absenkung des Augeninnendrucks eingesetzt. In meinem Fall ist es eher eine Nebenwirkung, denn primäres Ziel ist die Austrocknung der Netzhautschichten.

Das OCT (Optische Kohärenztomografie) zeigte eine deutliche Verbesserung der Flüssigkeitseinlagerung in der Netzhaut. Das war eine gute Nachricht. Ob dieser Effekt durch die Augentropfen erreicht worden ist oder sich einfach von alleine eingestellt hat, ist schwer nachweisbar. Deshalb werde ich die Augentropen bis auf weiteres weiter verwenden.

Beurteilung meines Sehvermögens

Für mich hat sich subjektiv beim Sehvermögen nichts geändert. Nach wie vor sehe ich mit dem linken Auge verbogene Linien und habe die Fähigkeit weitgehend verloren, Grünanteile einer Farbe wahrzunehmen. Außerdem ist das Bild des linken Auges gegenüber dem des rechten verschoben, was mich besonders beim Fernsehen stört. Nur bei einer schiefen Kopfhaltung liegen die Bilder übereinander. Deswegen mache ich oft automatisch irgendwann das linke Auge zu.

Ich habe auch immer noch diese kleine Luftblase oben im Auge, wenn ich nach oben blicke. Oder ist es ein Rest des Glaskörpers?

Am Computer fühle ich mich nicht eingeschränkt. Ein Auge ist völlig ausreichend. Inzwischen bin ich auch wieder mit dem Auto gefahren und kam damit kaum schlechter zurecht als vor der Operation.

Letztendlich wird ein Großteil des Sehens vom Gehirn geleistet, so dass ich mir mittelfristig weitere Verbesserungen vorstellen kann.


weiter zum nächsten Arzttermin am 05.02.2013.
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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 8 http://blog.sevke.net/2012/11/12/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-8/ http://blog.sevke.net/2012/11/12/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-8/#respond Mon, 12 Nov 2012 19:00:41 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4713 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Montag, 7. Tag nach der Operation meiner Netzhautablösung.

Termin beim Augenarzt

Für heute hatte ich den ersten Termin nach der Operation beim Augenarzt in Erding eingeplant, und zwar um 14:30 Uhr.

Ich konnte noch nicht mit dem eigenen Auto fahren, also nahm ich den Bus. Die Bushaltestelle ist leicht zu Fuß erreichbar. Da das linke Auge weiterhin weh tat und tränte, hielt ich meine Augen möglichst lange geschlossen. Die Operation lag zwar jetzt 7 Tage zurück, aber das Auge war immer noch angeschwollen und wollte am liebsten einfach nur in Ruhe gelassen werden. Aber es nützte ja nichts, ich musste irgendwie zum Augenarzt.

Obwohl die Bus-Verbindung zum Erdinger S-Bahnhof sehr gut ist, fährt der Bus leider nicht besonders häufig.

Im Bus habe ich darauf geachtet, nicht zur Seite aus dem Fenster zu schauen, weil das für die Augen zu anstrengend gewesen wäre. Dabei machen die Augen nämlich ganz viele, sehr schnelle Bewegungen, und das war gar nicht gut. Die Fahrt dauerte 25 Minuten bis zum S-Bahnhof. Von dort war es nur ein kurzer Fußweg zur Augenarztpraxis.

Natürlich wurde in der Praxis zunächst einmal die Pupille weit getropft, um einen genauen Blick auf die Netzhaut zu ermöglichen. Laut Aussage des Arztes liegt die Netzhaut gut an. Er hielt es deswegen auch nicht für nötig, dass ich immer auf der linken Seite liege,

Wie bereits berichtet, hatte ich meine Brille am Donnerstag zerschlagen, brauchte also eine neue. Zunächst war der Arzt von dieser Idee nicht besonders begeistert. Er meinte, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine neue Brille keinen Sinne machte. Damit hatte er im Grunde ja auch Recht, aber ich war nun mal auf eine Fernbrille angewiesen … mit linkem Glas oder ohne. Dann hat der Augenarzt die Werte für die Brille ermittelt, mir aber noch mal geraten, keine teure Brille zu kaufen, sondern nur eine einfache, da in einigen Wochen sowieso wieder eine neue Brille nötig sein würde.

Bislang war ich vom Augenarzt in der LMU Augenklinik bis zum 14. November, also bis Donnerstag arbeitsunfähig geschrieben worden. Natürlich fragte ich den Arzt, ob es in Ordnung sei, wenn ich ab dem 15. November wieder arbeiten würde. Das lehnte der Arzt vehement ab und verbot mir, bis Ende des Monats alle größeren Aktivitäten. Ich erwähnte kurz, dass diese Entscheidung meinem Arbeitgeber nicht gefallen würde, was ihn aber nicht interessierte. Das Auge bräuchte jetzt Ruhe und keinen Stress.

Tagsüber weiter Schmerzen

Im Laufe des Tages zeigte sich wieder, dass mein Auge am wenigsten Probleme machte, wenn ich es einfach geschlossen hielt. Sobald ich anfing, irgendetwas zu machen, wozu ich auch nur das rechte Auge benötigte, wurde das linke Auge mitbewegt und fing sofort wieder an zu schmerzen und entsprechend zu tränen. So machte das keinen Spaß!

Ihr merkt schon, dass die Schmerzen einen Großteil meines Tages bestimmten, so oft, wie ich sie erwähne. Ich spreche aber auch deswegen darüber, dass ihr, falls ihr selbst betroffen seid, abschätzen könnt, wie lange mit den Schmerzen zu rechnen ist. Natürlich kann sich das in jedem Einzelfall wieder völlig anders darstellen. Jede Operation und jede Heilung verläuft anders.

Am Abend

Mit dem Brillen-Rezept sind wir am Abend sofort zur Firma Fielmann in den Riem Arcaden gefahren, diesmal mit dem Auto … ich als Beifahrer. Ich habe eine ältere Brillenfassung mitgenommen, in die ich nur die neuen Gläser eingesetzt haben wollte. Wozu die alte Fassung wegwerfen, wenn sie noch brauchbar war? Am Ende bekam ich neue entspiegelte Gläser völlig kostenlos, weil ich eine Brillen-Versicherung bei Fielmann abgeschlossen hatte. An die hatte ich selbst gar nicht mehr gedacht. Aber als ich die beratende Optikerin bat, eine möglichst preiswerte Variante anzubieten, fragte sie von sich aus nach der Versicherung. Vielen Dank dafür!

Auf die neue Brille müsste ich 10 bis 14 Tage warten, hieß es. Das fand ich nun recht lang. Auf der anderen Seite durfte ich ja sowieso so gut wie nichts anderes tun als stumpfsinnig auf der Couch herumzuliegen. Da brauchte ich die Brille nicht unbedingt.


viel weiter zum 15.01.2013 (weitere Artikel dazwischen werden noch nachgereicht)
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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 5 http://blog.sevke.net/2012/11/09/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-5/ http://blog.sevke.net/2012/11/09/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-5/#respond Fri, 09 Nov 2012 19:00:25 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4423 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Freitag, 4. Tag nach der Operation meiner Netzhautablösung.

Inzwischen ist eine Woche vergangen, seitdem ich die Diagnose Netzhautablösung erhalten habe. Seit Mittwoch bin ich bereits wieder zu Hause.

Langweiliger Tagesablauf

Natürlich ließ ich weiter von den Perry-Rhodan Hörspielen berieseln. Von denen hatte ich noch eine ganze Menge. Es handelt sich dabei um ein aufwendig produziertes Hörspiel auf insgesamt 42 CDs, das den Handlungsrahmen mit dem Titel Sternenozean der Hefte 2200 bis 2299 (aktuell ist die Serie bei über 2600 Heften angelangt) umfasst. Sehr zu empfehlen für alle, die der Science Fiction etwas abgewinnen können. Vorkenntnisse über die Perry Rhodan Serie werden nicht benötigt.

Jede CD hat eine Spielzeit von ca. 1 Stunde. Nur CD 42 ist eine Doppel-CD mit 140 Minuten Spieldauer. Insgesamt dauert das Hörspiel also etwa 43 Stunden. Viel Vergnügen!

Aber wer hört schon 43 Stunden lang durchgehend ein Hörspiel?

Ich jedenfalls musste mich heute um die Organisation des Augenarzt-Termins kümmern. Außerdem ist einiges an Papierkram liegengeblieben, das auch mal erledigt werden wollte.

Wir haben tolles Wetter. Es ist zwar kalt, aber die Sonne strahlt von einem blauen Himmel. Das bekommt meinem angeschlagenen Gemüt sehr gut.

Inzwischen habe ich mich auch wieder kurz ins Internet getraut. Es ist sehr anstrengend und besonders gut lesen kann ich (noch?) nicht. Ich mach das immer nur kurze Zeit und ruhe die Augen dann wieder aus.

Vor allem habe ich einen Blick auf die LMU Augenklinik geworfen. Einige der Informationen sind schon in die Berichte der zurückligenden Tage eingeflossen.

Dazu gehörte auch die Beschreibung der Operationsmethode, die bei mir angewandt wurde, nämlich die Plombenchirurgie. Dabei scheint es sich wohl um eine durchaus häufig angewandte Methode zu handeln, eine Netzhautablösung in den Griff zu bekommen.

Weiter habe ich mir einige Profile der Ärzte der Augenklinik angesehen. Unter anderem konnte ich etwas über meinen Operateur Dr. Wolf erfahren. Natürlich stieß ich auch auf das Profil der von mir nicht so geliebten Ärztin Frau Dr. M., das ich allerdings nicht verlinken werde.

Ich möchte gerne im Internet recherchieren, ob es noch andere Augenkliniken oder Sanatorien in Oberbayern gibt und wie sie von Patienten bewertet werden. Vor der Operation meiner Netzhautablösung hatte ich dazu ja keine Zeit mehr. Für den Fall, dass ich mal wieder ins Krankhaus muss, möchte ich aber wissen, ob es alternative Kliniken gibt, die möglicherweise mit den Patienten besser umgehen. Andrea hat sich dazu schon mal etwas im Internet umgesehen. Anscheindend hat die
LMU Augenklinik in München gar nicht mal einen schlechten Ruf. Allerdings streuen die Bewertungen der Patienten von gut bis mangelhaft sehr breit. Mir ist bewusst, dass Bewertungen im Internet immer sehr mit Vorsicht zu genießen sind. Man muss die Beurteilungen immer zusätzlich interpretieren, aber für einen allgemeinen Eindruck sollte es reichen. Aber in den nächsten Tagen oder Wochen möchte ich mir einen besseren Überblick verschaffen. In München gibt es wohl drei andere Augenkliniken.

Für einen möglichen weiteren Aufenthalt in einer Augenklinik möchte ich jedenfalls besser vorbereitet sein, als ich es letzte Woche war. Vielleicht gibt es ja eine Augenklinik, wo die Ärzte auch einmal mit den Patienten reden. Vielleicht gibt es eine Augenklinik, wo Venenzugänge nicht unhygienisch auf Gängen gelegt werden und das Blut den Stuhl hinunterläuft. Diese Erfahrung war für mich sehr überraschend, aber nicht im positiven Sinn. Möglicherweise ist das alles medizinisch völlig in Ordnung. Mir als Patienten hat das nicht sehr gefallen.

Aktueller Zustand nach der Netzhaut-Operation

Nach wie vor fühlt sich mein linkes Auge an, als hätten alle Augenmuskeln Muskelkater. Ich führe das auf die Überdehnung während der Operation zurück. Ein bisschen hat der Schmerz aber nachgelassen. Der zweite unangenehme Schmerz ist das stechende Fremdkörpergefühl. Auch das ist besser geworden. Das gilt aber nur solange, wie ich meine Augen ruhig halte. Fange ich an, mich irgendwie im Haushalt zu betätigen, wodurch sich die Augen zwangsläufig mehr bewegen, verstärken sich diese Schmerzen sofort wieder.

Ich bin nun in der Lage, das linke Auge öfter offen zu halten. Das Auge tränt auch bedeutend weniger als in den letzten Tagen.

Heute habe ich den Arztbrief gelesen, den die LMU Augenklinik für meine Augenärztin in Ebersberg vorbereitet hat. Darin wird sogar von drei Stellen an der Netzhaut gesprochen, die mittels Kryosonde vereist worden sind. Dort steht weiter, dass die Operation komplikationslos abgelaufen sei. Die aufgenähte Plombe würde gut dellen.

Ausschnitt aus dem Arztbrief zum Befund der Netzhautablösung

Mit der Sehleistung bin ich nach wie vor unzufrieden. Gut, ich bin auf dem linken Auge nicht blind. Darüber sollte ich mich eigentlich schon freuen, tue ich ja auch irgendwie. Immerhin kann ich weiterhin stereoskopisch (also räumlich) sehen. Das Bild im linken Auge ist deutlich dunkler als im rechten, schätzungsweise um 30 Prozent. Allerdings ist das Bild nicht an jeder Stelle des Gesichtsfeldes gleich dunkler, so dass sich insgesamt eine etwas fleckige Hell/Dunkel-Verteilung ergibt. Die Sehleistung wird erst der Augenarzt beurteilen können. Ich schätze sie auf vielleicht 10 bis 20 Prozent. Diese Zahl sagt aber auch nicht wirklich etwas aus, denn tatsächlich ist auch das Schärfe-Empfinden ungleichmnäßig. Entscheidend ist für das Scharfsehen aber nur der kleine Gelbe Fleck, der bei mir leider geschädigt ist. Auf andere scharfe Stellen im Gesichtsfeld kann ich nicht fokussieren. Das kann niemand.

Wenn ich zum Beispiel ein Wort lesen möchte, dann schaue ich genau auf dieses Wort. Das ist aber leider nicht scharf. Genau daneben wäre die Schrift scharf (also für meine Verhältnisse jedenfalls), aber wenn ich dort hinschaue, dann blicke ich ja wieder mit der Stelle der Netzhaut auf das Wort, die geschädigt ist. Verstanden?

Es ist auch egal, denn letztendlich kann ich mit dem linken Auge einfach nicht scharf sehen.

Mein rechtes Auge muss diesen Job übernehmen. Damit wird es noch wichtiger, dass ich eine vernünftige Brille auf der Nase habe. Wenn das Auge ausgeheilt ist, werde ich wohl mal eine Gleitsichtbrille ausprobieren. Aber im Augenblick wäre das hinausgeworfenes Geld. Bisher war ich der Meinung, dass ich mit zwei Brillen, eine fürs Nahsehen und eine fürs Fernsehen besser bedient sei. Der Nachteil ist, dass ich dauernd mit zwei Brillen herumhantieren muss.

Ob man mit einem Brillenglas für das linke Auge noch etwas Sehleistung herauskitzeln kann, weiß ich nicht. Das werden wir in ein paar Wochen sehen.

Ich bin gespannt, ob ich in Zukunft Gegenstände, die sich im linken Teil meines Gesichtsfeldes befinden, eher mal umwerfen werde als früher. Wahrscheinlich ist das auch nur eine Sache der Übung. Man sieht ja nicht mit den Augen, sondern mit dem Gehirn, und das muss sich eben auf die veränderten Umstände einstellen.

Planung des Augenarzttermins

Ich habe mich dafür entschieden, mir einen Augenarzt in Erding zu suchen, weil wir doch wesentlich häufiger in Erding als in Ebersberg sind. So könnte ich Termine beim Augenarzt mit anderen Besorgungen zusammenlegen und unnötige Fahrereien vermeiden.

Natürlich habe ich wieder Tante Google um Rat gefragt, um einen Augenarzt in Erding zu finden. Besonders praktisch war, dass ich einen Augenarzt in der Nähe der S-Bahn Station fand. Denn in nächster Zeit würde ich nicht in der Lage sein, mit dem Auto dorthin zu fahren. An der S-Bahn Station war die Endstation der Buslinie, die von uns nach Erding fuhr. Den Namen des Arztes werde ich hier nicht bekannt geben, weil ich später nicht immer nur Positives berichten werde.

Zunächst konnte ich ohne Diskussion einen Wunschtermin erreichen, und zwar bereits am Montag um 14:30 Uhr. Das passte mir hervorragend, weil der Bus um 14:14 Uhr, fast direkt vor der Praxis anhielt (eine Station vor der Endstation).

Die Rückfahrt konnte ich natürlich noch nicht planen. Ich wusste nicht, wie lange ich in der Augenarztpraxis warten musste. Wahrscheinlich würden sie mir das linke Auge wieder weit tropfen. Laut den Bewertungen im Internet war aber nicht mit langen Wartezeiten zu rechnen. Es gab zwar nicht besonders viele Beurteilungen, aber die ließen mich hoffen, dass dieser Augenarzt kein Reinfall sein würde.

Da ich gestern meine Brille zerstört hatte, war ich besonders froh, dass ich diesen Termin so kurzfristig bekommen konnte. Ich brauchte dringend eine neue Fernbrille.

Beobachtungen zur Applikation der Augentropfen

Wenn ich die Augentropfen selber ins Auge träufele, passiert es mir immer wieder, dass ich nicht so hundertprozentig ins Auge treffe. Vor den Spiegel stellen kann ich mich nicht, weil ich dort ohne Brille nicht genug sehe. Ist eigentlich logisch. Zum einen bin ich kurzsichtig, zum anderen muss ich den Kopf ja in den Nacken legen, um die Tropfen ins Auge zu bekommen. Und schau du dann mal gleichzeitig in den Spiegel!

Am besten klappt es, wenn ich mich auf den Rücken lege. Der Tropfer soll das Auge nicht berühren, um eine Verkeimung zu vermeiden.

Glück haben diejenigen, denen eine zweite Person die Augentropfen ins Auge träufeln kann. Ich musste aber leider tagsüber alleine klarkommen. Sehr hilfreich waren die Kompressen, die ich mir gestern in der Apotheke gekauft hatte. Nicht jeder Tropfen traf exakt das Auge. Mit den Kompressen ließ sich die Flüssigkeit ganz sanft vom Auge abtupfen.

Offene Fragen zur Plombenchirurgie

Den Ablauf der Plombenchirurgie habe ich weitgehend verstanden. Aber zwei offene Fragen habe ich zur Zeit schon noch.

Erstens: die Plombe wird mit dünnen Nähten auf den Augapfel aufgenäht. Das Auge befindet sich ständig in ruckartiger Bewegung. Wie groß ist das Risiko, dass die Nähte selber reißen oder aus der Lederhaut ausreißen? Die Plombe ist dann nicht mehr am Augapfel fixiert und würde sicher Beschwerden machen. Wahrscheinlich müsste dann in einer weiteren Operation die Plombe entfernt oder neu aufgenäht werden.

Zweitens: Warum ist diese Plombe überhaupt notwendig? Das Ziel soll ja sein, dass sich die Netzhaut hinten am Augapfel anlegt. Dies wird aber dadurch erreicht das die Löcher durch die Kryosonde geschlossen werden und somit keine neue Flüssigkeit unter die Netzhaut gelangen kann. Wozu wird dann noch eine Plombe benötigt?


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 4 http://blog.sevke.net/2012/11/08/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-4/ http://blog.sevke.net/2012/11/08/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-4/#respond Thu, 08 Nov 2012 19:00:35 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4208 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Donnerstag, 3. Tag nach der Operation meiner Netzhautablösung.

Aufstehen und wieder hinlegen

Die letzte Nacht konnte ich sehr gut schlafen. Wir sind alle so gegen 7:00 Uhr morgens aufgestanden. Mein Sohn musste in die Schule und meine Frau ins Büro. Ich bin es gewohnt, morgens erst einmal einen Kaffee zu trinken. Also habe ich mir einen gemacht. Jetzt konnte ich ja endlich wieder soviel Kaffee trinken wie ich wollte und wann ich wollte. Mit den Perry-Rhodan Hörspielen war ich noch lange nicht durch. Jetzt hörte ich sie aber nicht mehr über den tragbaren CD-Spieler, sondern über die Stereoanlage im Wohnzimmer. Schön auf die Couch legen, vorsichtshalber meistens auf die linke Seite, mit Wolldecke zudecken, beide Augen zu und zuhören. So war die Welt zu ertragen.

Erster Apothekenbesuch

Gegen 9:00 Uhr bin ich zur Apotheke gegangen, die sich praktischerweise nicht weit weg in unserem Ort befindet. Da konnte ich also prima zu Fuß hingehen. Ich dachte, dass ein wenig Bewegung an der frischen Luft gut für mich wäre. Das linke Auge tat heute nicht besonders stark weh. Leider stellte ich sehr schnell fest, dass ich bei körperlicher Aktivität auch automatisch die Augen ständig bewege. Die Augen zucken unaufhörlich herum und visieren neue Ziele an, wo man eben so hinschaut. Das fällt einem mit gesunden Augen gar nicht so besonders auf. Bereits nach der halben Strecke zur Apotheke hatte ich wieder starke Schmerzen. Zum einen taten alle Augenmuskeln weh, wenn ich das Auge bewegte. Zum anderen hatte ich das Gefühl, als rieben Sandkörner in meinem Auge herum, die ich nur leider nicht ausspülen konnte. Sandkörner oder Wimpern … und das Auge wehrt sich mit starkem Tränenfluss. In der Apotheke kam ich mit tränendem Auge und hängendem Augenlid an. Eigentlich war das ja kein Wunder, denn bei der Operation wurde das Auge ja sehr stark verdreht, um die Plombe aufzunähen. In der Apotheke kamen fünf Leute vor mir an die Reihe, so dass ich dort eine Weile ungemütlich herumstand. Das Medikament selber war nicht vorrätig, sondern musste bestellt werden. Das Bestellwesen der Apotheken funktionierte hervorragend, so dass ich das Medikament noch am Nachmittag abholen konnte. Bis dahin musste ich weiter leiden.

Also bin ich wieder nach Hause gegangen und hab mir weiter – ihr wisst es schon – meine Perry-Rhodan Hörspiele. Zwischendurch habe ich mir etwas zum Essen gemacht. Das stellt kein großes Problem dar, weil ich ja mit dem rechten Auge normal sehen kann. Meistens halte ich das linke Auge geschlossen und blinzel nur ab und zu mal durch das halbgeöffnete Auge. Durch die vielen Tränen ist das linke Auge oft verklebt und schmerzt auch schnell wieder, sobald ich es bewege. Am angenehmsten ist es daher, das Auge einfach geschlossen zu lassen.

Zweiter Apothekenbesuch

Nachmittags bin ich zwischen 14:00 Uhr und 15:00 Uhr ein zweites Mal zur Apotheke gegangen und habe mein Medikament abgeholt. also die Kombipackung Dexa-Gentamicin (Tropfen und Salbe).

Foto der ES-Kompressen

Zusätzlich habe ich mir eine Packung Kompressen geben lassen, die ich verwenden wollte, um die Tränenflüssigkeit des Auges abzutupfen. Ein dreckiger Finger oder ein dreckiges Tuch wären momentan sicher kein schlauer Gedanke gewesen. Die Packung enthielt 100 Stück und sollte erst einmal ausreichen. Ich weiß den Preis nicht mehr, aber kann diese Art von Tupfer nur empfehlen, falls ihr mal in einer ähnlichen Situation sein solltet. Papiertaschentücher halte ich für weniger geeignet, weil die dünnen Lagen leicht am Auge festkleben können. Und billiger sind die auch nicht.

Brille kaputt

Abends beim Fernsehen kam es zu einem unerfreulichem Ereignis. In einer fahrigen Bewegung zerschlug ich mir leider meine Fernbrille. Sie zerbrach genau in der Mitte beim Nasenbügel. Gut, die Fernbrille war zwar aus hochwertigen, sehr biegsamen Titanstahl, aber eben schon etwas älter. Jetzt kann ich vorerst nur noch meine Nahbrille verwenden. Immerhin habe ich noch eine. Autofahren würde damit überhaupt nicht funktionieren, aber das war momentan sowieso unmöglich, egal mit welcher Brille. Innerhalb des Hauses kannte ich mich ja ganz gut aus, so dass es dort ganz gut ging. Jetzt hatte ich natürlich das zusätzliche Problem, dass ich mir ganz schnell eine neue Brille besorgen musste. Nur welches Glas sollte ich für das linke Auge nehmen? Im derzeitigen Zustand wären Messungen der Sehstärke schlichtweg unmöglich. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mir vom Augenarzt eine neue Brille verschreiben zu lassen, bei der das linke Glas einfach die alten Werte erhielt, für das rechte Glas aber neue Werte ermittelt würden. Wahrscheinlich musste ich dann nach der Ausheilung des Auges das linke Glas noch einmal gegen ein besseres austauschen lassen. Ohne Fernbrille bin ich jedenfalls auf das Haus beschränkt und kann nicht draußen herumlaufen. Mit dem linken Auge sehe ich gar nichts und mit dem rechten nur auf kurze Entfernung, wenn ich die Nahbrille trage. Wenigstens war die Nahbrille relativ robust, hatte sogar Federgelenke. Es bestand Grund zu der Hoffnung, dass sie noch ein wenig durchhielt und nicht auch noch auseinanderbrach.

Mich hat dieses Ereignis seelisch zurückgeworfen: es kommt halt eins zum anderen und hört irgendwie nicht auf. Schlimm genug, dass ich bei meinem schlechten Zustand sowieso damit rechnen musste, dass ich gegen Wände lief oder Gegenstände umwarf, so musste ja nicht auch noch die Fernbrille kaputt gehen. Ein Problem war, dass ich nicht in der Lage war, alleine zum Augenarzt (15 km entfernt in Erding) oder zum Optiker (Fielmann in den Riem-Arkaden) zu fahren. Außerdem würde die Brille auch nicht gerade innerhalb von 1 Stunde fertig sein. Irgendwie musste ich die Termine so organisieren, dass Andrea mich mit dem Auto dort überall hinfahren konnte.

Mir ist auch noch schleierhaft, wie ich ab nächstem Donnerstag wieder mit dem Auto zur Arbeit fahren soll. Ich bin ja nur bis Mittwoch arbeitsunfähig geschrieben.

Aber eins nach dem anderen.

Im Augenblick fällt es mir sehr schwer, mir die Augentropfen selber ins Auge zu träufeln, obwohl das normalerweise ja kein großer Akt war. Deswegen habe ich meinem Sohn erklärt, wie man das macht. Wenn er zuhause ist, kann er das für mich tun. Und das macht er auch gerne. Tagsüber bleibt mir nichts anderes übrig, als mir das Medikament selber ins Auge zu tropfen. Auch beim Einbringen der Augensalbe für die Nacht geht es mit Hilfe viel leichter. Da bin ich froh, dass ich ein paar helfende Hände um mich herum habe.

Wenigstens hatte ich jetzt die Medikamente gegen die Entzündung, was mich etwas beruhigte. Es konnte nur besser werden. Ich hatte schon die Befürchtung, dass sich die Entzündung so stark verstärkte, dass ich erneut zur Augenklinik fahren musste. Ich war ja zur Operation der Netzhautablösung nur sehr kuz in der Klinik. Laut der LMU Augenklinik dauert der stationäre Aufenthalt je nach Schwere der Operation zwischen drei und sieben Tagen. Bei mir fand die Operation am Montag am späten Nachmittag statt. Danach war ich praktisch nur einen Tag zur Beobachtung, denn am nächsten Tag wurde ich bereits am Vormittag wieder entlassen. Selbst der Oberarzt Dr. Wolf hatte irgendwann die Bemerkung fallen lassen, dass die ersten zwei Tage die kritischsten sind. Ich war noch nicht mal zwei Tage zur Beobachtung in der Klinik, bin aber der Meinung, dass meine Operation nicht die einfachste war, weil drei Löcher zu verschließen waren. Die LMU Augenklinik spricht selber davon, dass die Operation zwischen 20 Minuten und 1 Stunde dauert. Bei mir dauerte es annähernd 1 Stunde. Ich halte es nicht für besonders gut, wenn man Patienten zu früh aus der Klinik entlässt. Auf der einen Seite bin ich natürlich froh, wenn ich zuhause in meiner gewohnten Umgebung sein kann, auf der anderen Seite wird natürlich im Krankenhaus das Auge erstens von den Krankenschwestern viel besser versorgt und zweitens stehen im Notfall sofort Ärzte bereit, die sich um Komplikationen kümmern können. Das ist nicht der Fall, wenn ich zuhause bin.

Wir wollen aber nicht den Teufel an die Wand malen und hoffen, dass sich das Auge zufriedenstellend entwickelt und schnell heilt. Ändern kann ich das jetzt sowieso nicht.


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 3 http://blog.sevke.net/2012/11/07/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-3/ http://blog.sevke.net/2012/11/07/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-3/#respond Wed, 07 Nov 2012 19:00:32 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4195 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Mittwoch, 3. Tag in der LMU Augenklinik München, 2. Tag nach der Operation einer Netzhautablösung.

Chefarztvisite

Die Nacht verlief ruhig. Beim Aufwachen waren die Schmerzen im linken Auge aber deutlich stärker als gestern. Ich bekam das Auge kaum auf. Das Auge war angeschwollen und eigentlich tat mir die ganze linke Gesichtshälfte weh. Wir wurden erst relativ spät geweckt, so gegen 6:30 Uhr. Heute war ein ganz besonderer Tag, nämlich Chefarztvisite. Darum sollte ich mich gegen 7:40 Uhr, 20 Minuten vor acht, vor einem anderen Arztzimmer auf der gleichen Etage einfinden, also nicht dort, wo ich gestern morgen war. Die Augenklinik ist groß, es gibt viele Gänge und viele Zimmer. Ich schlurfte also dahin und traf dort mit geschätzten 30 anderen Patienten zusammen. Na bravo, das konnte sich ja hinziehen. Wie üblich, versammelten wir uns wieder alle im Gang vor dem Arztzimmer auf Stühlen. Allerdings reichte die Anzahl heute nicht aus, so dass zusätzliche Stühle bereitgestellt wurden. Die Krankenschwestern waren extrem chaotisch organisiert, rannten mit Listen zwischen den Leuten herum, riefen Namen auf, schickten Patienten wieder in ihre Zimmer zurück, liefen zu verschiedenen Patientenzimmern, um wieder andere Patienten zu suchen und forderten die Patienten auf, immer paarweise ins Ärztezimmer zu gehen. Händchenhalten war dabei kein Muss. 😉 Sie riefen dann gleich mehrere Leute auf und forderten sie auf, sich die Namen der Patienten vor ihnen zu merken, damit sie wüssten, wann sie an der Reihe waren. Ich saß auf meinem Stuhl mit geschlossenen Augen, da mir das Auge weh tat, und beobachtete das Chaos mehr mit den Ohren als mit den Augen. Wollte ich mir die Reihenfolge von vier, fünf Namen merken, um mich an der richtigen Stelle ins Arztzimmer zu begeben? Nein, das wollte ich ganz bestimmt nicht. Die Situation war irgendwie skurril: wir saßen da alle herum wie die Lämmer, die sich freiwillig in einer vorgeschriebenen Reihenfolge zum Schäfer begeben sollten … zum Schlachten? Irgendwann war ich dann dran!

Die Chefarztvisite gestaltete sich folgendermaßen:
Ich wurde in das Zimmer hineingerufen, fand mich dort aber mit mehreren anderen Patienten wieder. Eine Krankenschwester forderte mich auf, zunächst an der Wand des Zimmers gegenüber des Untersuchungsstuhls (mit anderen Patienten) zu warten. Von dort sah ich auf zwei Untersuchungsstühle, auf denen Patienten saßen. Davor, mit dem Rücken zu mir, saß ein Arzt auf einem normalem Stuhl, schaute sich wohl kurz die Augen des jeweiligen Patienten an, um dann sofort mit seinem Stuhl zu dem zweiten Untersuchungsstuhl hinüberzurollen. Das war echte Akkordarbeit! Lange musste ich daher nicht warten. Ich setzte mich auf den Stuhl, der Chefarzt rutschte rüber und sagte irgendetwas wie: „Guten Tag.“ Ich antwortete mit einem: „Guten Morgen. Vorsicht! Das Auge tut weh.“ Das wurde mit einem „Verstehe. Gucken Sie mal nach oben.“ quittiert. Er blickte mir mit der Spaltlampe (denke ich mal, aber es war mir eigentlich auch egal) ins Auge. Dann kam ein kurzes: „Fein. Das war’s schon.“ Die ganze Untersuchung hat vielleicht 15 Sekunden gedauert. Und schon rutschte er zum nächsten Patienten. Ich durfte das Zimmer verlassen und in mein eigenes Zimmer zurückgehen. Das nenn ich mal eine Chefarztvisite! So ging es nicht nur mir, sondern allen Patienten. Arme Patienten, armer Chefarzt.

Entlassung aus der LMU Augenklinik

Am Vormittag kam wieder die Dame vom Catering und besprach mit uns die Mahlzeiten. Sie war überrascht, dass ich noch nicht wusste, wann ich aus der Augenklinik entlassen werden sollte. Ich dachte an mein zugeschwollenes Auge. Nach Hause? Ihr spinnt wohl! Vorsichtshalber hat sie für den morgigen Tag Mahlzeiten für mich eingeplant, obwohl sie nicht davon ausging, dass ich dann noch da wäre. So blieb es erst einmal nur bei einer Frühstücksbestellung. Also heute Abend noch mal Abendessen und morgen dann Frühstück.

Um 11:15 Uhr ging die Zimmertür plötzlich auf und eine Dame wollte mein Bett abräumen. Sie meinte, ich sei doch schon entlassen worden und sie müsse das Bett für den nächsten Patienten vorbereiten. Ich lag auf dem Bett, schielte sie mit halb geschlossenen schmerzenden Augen an und entgegnete: „Das ist mir nicht bekannt.“ Daraufhin drehte sie sich um und lief aus dem Zimmer. Die Tür ließ sie auf und es zog kalt herein. Als sie nach mehreren Minuten nicht zurückkam, stand ich auf und schloss die Tür wieder.

Etwa 10 weitere Minuten später kam eine andere Krankenschwester ins Zimmer und sagte: „Ja, Her Sevke, es ist entschieden. Sie werden heute entlassen. Sie gehen heute nach Hause.“ Darauf antwortete ich, dass ich die Klinik nicht verlassen würde, ohne dass sich ein Arzt das Auge noch einmal genau angesehen hat. Sie bestätigte meinen Wunsch: „Ja, das ist bei uns so. Kein Patient verlässt die Klinik, ohne dass ihn noch einmal ein Arzt gesehen hat. Gehen Sie bitte zum Zimmer 150 und dann werden sie dort entlassen.“ Daraufhin entschwand sie wieder meinem Blicke. Ich wusste nicht so genau, was nun von mir erwartet wurde. Also wartete ich noch eine Weile ab. Dabei packte ich meine Sachen zusammen. Anschließend bin ich zum Stationsstützpunkt gegangen. Dort wurde mir von einer Krankenschwester die Patientenakte in die Hand gedrückt. Ich wurde aufgefordert, mich damit zum Zimmer 150 zu begeben. Dort erwartete mich ein sehr junger Arzt mit anscheinend indischer Herkunft. Er sprach praktisch kein Wort, aber das war ich ja schon gewohnt. Zunächst dachte ich deswegen, er könnte kein Deutsch sprechen. Es zeigte sich dann aber, dass er doch sehr gut deutsch sprach, wenn auch mit Akzent. (Auf der Website der LMU Augenklinik konnte ich später nachlesen, dass es sich bei ihm um einen Stipendiaten handelte.) Er hat mein Auge dann tatsächlich noch einmal genau untersucht. Dazu gehörte auch ein kurzer Visus-Sehtest. Über die zweite Tafel mit drei Zahlen bin ich nicht hinausgekommen. Keine Ahnung, wieviel Prozent Sehleistung dies entsprach. Der Arzt erledigte noch jede Menge Schreibkram. Ich schaute ihm mit halb geschlossenen Augen zu. Anschließend stellte ich einfach frech noch ein paar Fragen

  • Muss ich noch länger nur auf der linken Seite liegen? Nein. Aber es wäre gut, wenn ich trotzdem für einige Tage bevorzugt auf der linken Seite läge.
  • Darf ich wieder lesen? Ja, aber nicht übertreiben.
  • Wie sieht es mit der Arbeit am Computer aus? Ist okay, aber nicht überanstrengen.
  • Wie lange muss ich die starken Schmerzen ertragen?
  • Darf ich mich körperlich anstrengen?

Mir wurde 1 Kombipackung Dexa-Gentamicin (Tropfen und Salbe) verschrieben, die ich regelmäßig nehmen sollte, die Tropfen tagsüber 6mal, die Salbe dann erst kurz vor dem Schlafengehen. Außerdem wurde ich bis zum 14. November arbeitsunfähig geschrieben, also 1 Woche.

Nächste Woche sollte ich mich bei meinem Augenarzt melden und in 4 bis 6 Wochen sollte ich zu einer Nachuntersuchung in die LMU Augenklinik München kommen, könnte dies aber auch bei meinem Augenarzt erledigen. Der Arzt trug mir auf, anschließend zum Stationsstützpunkt zu gehen.

Mit Entlassungsschreiben und Rezept bin ich zurück in mein Zimmer gegangen, wo bereits ein neuer Patient auf meinen endgültigen Auszug wartete. Also nahm ich meine Sachen, verabschiedete mich von meinen Zimmergenossen und ging dann zum Stationsstützpunkt. Dort wurde festgestellt, dass das Rezept nicht vom Arzt unterschrieben worden war. Die Krankenschwester wies mich darauf hin, dass die Ärzte momentan alle beim Mittagessen wären, ich es später einfach wieder versuchen sollte.

Auf Abholung warten

Für mich bedeutete das kein großes Problem, da ich vor 18:00 Uhr sowieso nicht abgeholt werden würde. Meine Frau ist ja selber den ganzen Tag im Büro. Dem öffentliche Nahverkehr wollte ich mich mit meinen Schmerzen und meinem zugekniffenen Auge nicht anvertrauen. Bis zu uns ins Münchener Outback kommt man sowieso nicht so einfach. Das werde ich jetzt tunlichst unterlassen.

Also bin ich mit meinen Sachen in den Aufenthaltsraum gegangen und höre wieder meine Perry-Rhodan Hörspiele mit geschlossenen Augen. So sind die Schmerzen im Auge am besten zu ertragen. Die Sehleistung des linken Auges ist extrem schlecht. Allerdings konnte ich den schwarzen Fleck oder Vorhang nicht mehr entdecken, so dass eine Netzhautablösung wohl vorerst gebannt ist. Jetzt muss ich die nächsten Tage abwarten, weil ich mit den Schmerzen im linken Auge sowieso nicht handlungsfähig bin. Ich bin froh, wenn ich die Augen zu habe und gar nichts tun muss. Wie es dann nächste Woche sein wird, wenn ich wieder arbeiten muss, weiß ich natürlich nicht. Ich befürchte, dass ich noch nicht wieder ausreichend gut lesen kann, aber das muss ich nun erst einmal abwarten.

Ich wartete also in diesem kleinen Aufenthaltsraum, der sich direkt vor meinem ehemaligen Patientenzimmer befand, darauf, dass Andrea mich von der Klinik abholte. Von den Krankenschwestern wurde mein Auge nicht mehr versorgt. Es gab für mich natürlich auch keine Mahlzeiten mehr. Immerhin stand Mineralwasser bereit, so dass ich zwischendurch trinken konnte. Während des Nachmittags kamen immer mal wieder Patienten mit Besuchern in das Zimmer und unterhielten sich miteinander. Ich aber hatte ja mein Hörspiel über Kopfhörer am Ohr und bekam von den Gesprächen nicht viel mit.

Gegen 17:00 Uhr kam eine der der Damen, die das Abendessen verteilten, zu mir in den Raum und meinte: „Oh, solange müssen Sie warten. Brauchen Sie etwas? Brauchen Sie Tropfen? Haben Sie was zu essen?“ Daraufhin antwortete ich: „Nein, ich bin ja schon mittags entlassen worden. Ich warte darauf, dass ich abgeholt werde.“ Sie wieder: „Möchten Sie dann was essen? Kann ich Ihnen was bringen?“ und „Warten Sie, ich schau mal, was wir da haben.“ Sie drehte sich um, wollte das Zimmer verlassen, drehte sich dann erneut zu mir um und fragte: „Wie ist Ihr Name?“ Ich antwortete: „Sevke, Sven.“ Sie lief in den Gang hinaus und rief: „Haben wir etwas für Herrn Sevke?“ Natürlich sagte sie „Säffke“ wie jeder hier. Jeder spricht meinen Namen „Säffke“ aus und nicht „Seefke“, wie es richtig wäre. Natürlich hatten Sie etwas für Herrn Sevke, da ja die Bestellung am Vormittag das Abendessen berücksichtigt hatte. Das wäre ein Salatsteller gewesen mit einer Breze und einem Joghurt. Die Bestellung war ja aufgegeben worden und insofern musste sie die Mahlzeit haben. Was damit geschieht wenn ein Patient dann doch nicht mehr im Patientenzimmer ist, weiß ich nicht. Ob das die Angestellten selber essen oder ob das Essen einfach vernichtet wird, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall brachte sie mir nach einer Minute das Tablett mit meiner bestellten Mahlzeit und sagte: „So, hier haben Sie. Guten Appetit.“ Darüber habe ich mich sehr gefreut. Erstens fühlte ich mich vom Krankenhauspersonal endlich auch mal als Mensch angesehen, und zum anderen hatte ich natürlich schon Hunger. Also stürzte ich mich auf den Salat und auf die Breze und war wieder zufrieden.

Andrea rief mich kurz nach 17:00 Uhr an und teilte mir, dass sie mit erheblichen Schwierigkeiten im Straßenverkehr zu kämpfen habe und dass sie wahrscheinlich länger brauchen würde als vorgesehen, ich mich also dementsprechend noch etwas länger gedulden müsse. Erst deutlich nach 18:00 Uhr könne sie da sein. Also harrte ich weiter aus und wartete darauf, abgeholt zu werden. Irgendwann nach 18:00 Uhr packte ich dann meine Sachen zusammen und ging in das Erdgeschoss zur Eingangstür und wartete nun dort. Eine ganze Menge von jungen Studenten und Leuten, die wie Professoren aussahen (wie sehen Professoren aus? Naja, jedenfalls nicht mehr wie 20-Jährige.), also Leute mit akademischen Touch, möchte ich mal sagen. Wenn ihr die Leute seht, wisst ihr, was ich meine. Sie kamen in die Klinik und suchten offensichtlich immer wieder den gleichen Raum, nämlich einen Hörsaal, der sich irgendwo am Ende des Gebäudes befand. Offensichtlich gab es eine größere Veranstaltung, denn einige der Leute hatten sogar Blumen dabei. Alle liefen an mir vorbei, weil ich an der Eingangstür stand. Das wiederum rief mir in Erinnerung, dass es sich hier ja nicht um ein abgeschiedenes ruhiges Sanatorium handelte, sondern um eine Universitätsklinik, wo es letztendlich drunter und drüber ging. Immer wenn ein Gast sehr verloren aussah, sprach ich ihn an und wies den Weg, so gut ich es eben wusste.

Heimfahrt

Ja, irgendwann kam dann auch Andrea und holte mich ab. Jetzt hatte ich das Problem, dass ich den ganzen Tag lang keine Medikamente gegen die Entzündung in mein Auge bekommen hatte. Ich hatte gehofft, dass ich die Klinik noch zu einer Uhrzeit verlassen konnte, zu der die Apotheken geöffnet waren. Um diese Uhrzeit wurde das natürlich schwierig. Wir haben auf dem Heimweg quer durch München Ausschau nach Apotheken gehalten. Davon gab es viele, nur war es schwierig, im fließenden Verkehr zu erkennen, ob eine noch auf hatte. Bei einer haben wir angehalten. Die hatte aber leider schon geschlossen. Bei einer anderen konnten wir aus dem Auto erkennen, dass die Tür gerade abgeschlossen wurde. Wir haben dann entschieden, die Medikamentenbeschaffung auf den nächsten Tag zu verschieben. Im Auto haben wir uns natürlich unterhalten, aber ansonsten war ich wegen der Schmerzen eher passiv.

Ich bin relativ früh ins Bett gegangen, zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr, und bin dann wohl auch recht schnell eingeschlafen.


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Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Tag 2 http://blog.sevke.net/2012/11/06/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-2/ http://blog.sevke.net/2012/11/06/netzhautabloesung-ablatio-retinae-tag-2/#respond Tue, 06 Nov 2012 19:00:26 +0000 http://blog.sevke.net/?p=3998 Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Der Morgen danach

Die letzte Nacht war leider nicht sehr angenehm. Ich hatte zum Abend hin starke Kopfschmerzen in der linken Hälfte des Kopfes und außerdem tut mir mein operiertes Auge sehr weh. Ich gehe davon aus, dass das Auge während der Operation sehr stark verdreht werden musste, und dadurch die Augenmuskeln gestreckt und gelängt wurden. Neben diesen Schmerzen um den Augapfel herum habe ich im unteren und oberen Bereich des Auges sehr stechende oder reibende Schmerzen, als ob im Augapfel Wimpern oder Nadeln stecken. Wahrscheinlich kommt das von der absichtlichen Gewebezerstörung durch die Kryosonde. Das ist sehr unangenehm. Du hast Sand oder Wimpern im Auge, bekommst es aber nicht raus … wahrscheinlich für mehrere Tage. Man hat mir gestern Abend angeboten, Novalgin-Tropfen als Schmerzmittel zu nehmen. Das habe ich abgelehnt, weil ich gehofft habe, dass die Schmerzen über Nacht verschwinden würden. Ich habe gehört, dass die meisten Schmerzmittel den Magen belasten. Ein Grund mehr, auf die Tropfen zu verzichten. Die Schmerzen haben dann dazu geführt, dass ich zunächst gar nicht einschlafen konnte. Ich war natürlich früh im Bett, bereits ab 19:00 Uhr, weil ich ja sowieso mehr oder weniger handlungsunfähig war. Lesen darf ich nicht, der Fernseher kostet Geld und ist sehr klein, den nutze ich nicht. Also höre ich mir meine Perry-Rhodan Hörspiele an. Da ich am Morgen schon um 4:30 Uhr aufgestanden war, war ich der Meinung, dass ich gut schlafen könnte. Leider war auf den Gängen des Krankenhauses zu dieser Zeit noch sehr viel Lärm, so dass ich nicht zur Ruhe kam. In der zweiten Nachthälfte habe ich wohl geschlafen, weil ich heute morgen relativ gut ausgeruht gewesen bin. Erschwerend in der Nacht kam noch hinzu, dass ich nur auf der linken Seite liegen darf und da sind die Optionen, wie man sich hinlegt, sehr beschränkt.

Um kurz nach sechs wurden wir geweckt. Das ging sehr akzeptabel vonstatten. Beispielsweise wurde nicht gleich das gesamte Flutlicht eingeschaltet, sondern zunächst eine sehr angenehme Beleuchtung. Wir bekamen dann ein Frühstück, und ich wurde aufgefordert, mich bis 7:00 Uhr vorne beim Stationsstützpunkt zur Visite einzufinden. Inzwischen weiß ich, dass es sich bei dem Zeremoniell, das ich gestern beobachten durfte, um die Visite handelt. Alle Leute versammeln sich vor dem Stationsstützpunkt und dem Ärztezimmer auf dem Gang und warten darauf, dass man ihnen kurz ins Auge schaut. Das ist soweit nachvollziehbar, da die Untersuchungsapparate nur bedingt mobil sind. Ich wurde zunächst von Frau Dr. M. (ich verwende der Einfachheit halber jetzt mal diese Abkürzung) untersucht. Das ist die Dame, die ich gestern schon kennenlernen durfte. Sie war ähnlich ruppig und unsensibel wie gestern. Mein doch stark schmerzendes Auge hat sie für die Untersuchung recht grob angefasst, so dass ich gleich zurückgezuckt bin … autsch! Kurz danach habe ich sie nach ihrem Namen gefragt (das Etikett auf ihrem Kittel konnte ich ja nicht lesen). Danach schien es mir, als wäre sie etwas sensibler mit mir umgegangen. Was ihr wohl durch den Kopf gegangen ist? Generell läuft die Visite so ab, dass man draußen auf dem Gang sitzt und irgendwann zur Untersuchung aufgerufen wird. Danach sitzt man wieder draußen auf dem Gang, wird wieder aufgerufen, muss sich wieder draußen hinsetzen und dann passiert wieder irgendetwas. Die Kommunikation mit dem Patienten beschränkt sich auf Anweisungen. Das zieht sich von 7:00 Uhr bis ungefähr 9:00 Uhr hin. Besonders schlimm ist das nicht, weil wir Patienten im Krankenhaus sowieso nichts Besseres zu tun haben.

Während ich draußen saß, wurde ich von einer Ärztin oder Studentin angesprochen (Anmerkung: mit dieser Dame hatte ich später noch zu tun … im positiven Sinne. Ihren Namen darf ich nennen: Dr. Arend), ob ich bereit sei, an einer Studie teilzunehmen. Mit dieser Studie wollen sie untersuchen, ob die bei Netzhautablösungen regelmäßig vorkommenden Vernarbungen genetisch bedingt sind. Dazu mussten sie (sie wurde von Studenten unterstützt) mir Blut abnehmen und ich musste ein paar Fragen in einem Formular beantworten. Sie brauchten nur wenig frisches Blut, konnten dafür aber leider den (schon zu alten) Venenzugang nicht nutzen. So wurde im linken Arm ganz wenig Blut abgezapft.

Die Visite

Etwas später wurde ich auch irgendwann kurz vom Oberarzt Dr. Wolf untersucht, der mich gestern operiert hatte. Ich versuchte, mich bei ihm für seine Arbeit zu bedanken, kam aber kaum dazu, weil er unter sehr großem Zeitdruck stand. Schade, noch nicht mal Zeit für Lob und Anerkennung. 🙁 Kurze Untersuchung ohne viel Reden. Soweit schien wohl alles okay zu sein. Wissen wollte ich, was mit diesem nach wie vor vorhandenem schwarzen Bereich im oberen rechten Augenabschnitt sei (der ja weiterhin auf eine Netzhautablösung hindeutete). Dieser würde sich wahrscheinlich in den nächsten Tagen weiter verkleinern (die Netzhaut wird sich wohl noch besser anlegen). Nach der Untersuchung wollte ich Herrn Dr. Wolf ein kurzes Feedback zu der Operation geben … sozusagen direkt vom Opfer. Leider hatte er überhaupt keine Zeit, weil offensichtlich bereits der erste Patient oben in der 2. Etage vorbereitet wurde und er sofort nach oben musste. Dennoch gab ich ihm die Rückmeldung, dass ich während der Operation Probleme mit dem Kreislauf gehabt hatte. Die Gründe dafür waren, dass ich bis zur Operation lange Zeit nichts essen durfte und dann während der Operation unter einem Tuch lag, unter dem es sehr warm wurde. Diese Probleme waren wohl bekannt. Er wies kurz daraufhin, dass leider nicht jeder Patient bereits am Morgen operiert werden konnte. Für den Fall einer Vollnarkose wäre es notwendig, dass der Patient vorher nichts äße, damit es im Fall des Erbrechens nicht zu weiteren Problemen kommen konnte … kein Essen -> kein Erbrechen. Das war mir natürlich klar. Für weitere Fragen verwies er mich an Frau Dr. M., die eine sehr kompetente Ärztin sein sollte. Das mochte sein, aber ich erlebte sie als ziemlich ruppig und unwillig. Ich habe ihr dann von meinen Schmerzen berichtet. Sie schlug Novalgin-Tropfen als Schmerzmittel vor, meinte aber, dass diese Art von Schmerzen nach der Operation normal wären.

Draußen auf dem Gang kam es mal wieder zu Verwirrungen. Frau Dr. M. hatte zwei Patienten zurück in ihre Zimmer geschickt. 10 Minuten später suchte dann eine Krankenschwester die beiden Patienten auf dem Gang, weil sie nun doch erneut in das Ärztezimmer sollten. Die Patienten mussten also wieder aus ihren Zimmern geholt werden. Ein wenig chaotisch und ineffizient.


Meine Sehleistung ist im Augenblick sehr schlecht. Bei den Buchstaben, die man beim Augenarzt immer ablesen soll, konnte ich nur die allergrößte Darstellung erkennen (das enstpricht wohl einer Sehleistung von 10%). Wenn das so bleibt, habe ich aber schon Probleme in der Zukunft. Letztendlich lag die Operation der Netzhautablösung gerade erst einen Tag hinter mir. Ich musste mich noch ein wenig gedulden und hoffen, dass sich die Sehleistung verbessert.

Anschließend wurde mir von einer Krankenschwester noch der Venenzugang aus dem Handrücken entfernt und das Auge erhielt einen neuen Salbenverband.

Der Nachmittag

Im Zimmer läuft alles ganz normal. Der eine Patient wartet auf seine Operation (auch wegen einer Netzhautablösung), so wie ich gestern, durfte bisher auch nichts essen.

Inzwischen haben wir schon Nachmittag, das heißt, dass wir nur zu zweit mittaggegessen haben. Die Dame vom Catering-Service, die sich um das Essen kümmert, war zwischendurch wieder da und hat das Essen für die nächsten zwei Tage abgefragt. Auf Nachfrage hat sie mir einen Flyer überlassen, in dem das Speisenangebot, aus dem wir auswählen dürfen, aufgelistet ist.

Buntes Deckblatt der Speisekarte in der LMU Augenklinik in München

Die Menükarte der LMU Augenklinik in Flyer-Form

Hier ein Auszug aus der Speisekarte:

Vorsuppen

  • kräftige Hühnerboullion mit Hähnchenfleisch und Fadennudeln
     32,5 kcal; Z/G/L; 0,5 BE
  • Festtagssuppe mit Gemüseeinlage, Eierstich und Hähnchenfleisch
     29kcal; Z/G/L; 0,5 BE
  • Tomatensuppe
     45kcal; V/*G; 0,8 BE
  • Riebelesuppe
     32kcal; Z/V/L; 0,5 BE

Hauptmenüs/ herzhaft

  • Farfalle „Pomodorino“ in feiner Sauce mit Cherrytomaten, Broccoli und Mozzarella dazu Blattsalat
     404kcal; Z/V; 4,7 BE;
  • Pizzapfannkuchen mit Blattspinat, garniert mit Käse
     446,2kcal; Z/V/3,5 BE;
  • Rührei mit Rahmspinat und Salzkartoffeln
     519kcal; Z/V/*G;3,3 BE
  • Käsespätzle „Allgäuer Art“ mit Röstzwiebeln und Blattsalat
     1076kcal; ZA/; 8,4 BE
  • gekochtes Rindfleisch in Meerrettichsauce mit Petersilienkartoffeln und Blattsalat
     690kcal; R/G*; 3,6 BE
  • Rindergeschnetzeltes in Sahnesauce, Champignons und Gurkenstreifen, Spätzle und grüner Salat
     546kcal; Z/R; 5,3 BE; 9
  • Fränkische Bratwürstchen auf Sauerkraut und Kartoffelpüree
     720kcal; S; 2,4 BE; 7/8
  • Schweinsbraten mit Apfelrotkohl und Kartoffelknödeln
     554kcal; Z/S/L; 3,7 BE
  • Hacksteak in Bratensauce mit Bohnengemüse und Salzkartoffeln
     485kcal ;Z/S/L; 3,2 BE
  • Hühnerfrikassee mit Champignons, Karotten und Reis
     320kcal; G; 3,5 BE
  • Paniertes Schollenfilet mit Petersilienkartoffeln, Gurkensalat und Remoulade
     572,8kcal;Z/F/L; 4,5 BE
  • Gedünstetes Pangasiusfilet mit Kräutertopping, auf Blattspinat mit Salzkartoffeln
     365kcal; F/Z; 3,0B E; 9

Hauptmenüs/ süß

  • Kaiserschmarrn mit Apfelkompott
     620kcal; V; 4,0 BE; 9
  • Pfannkuchen mit Kirschfüllung und Vanillesauce
     890kcal; V; 6,0 BE

Eintopf

  • Gemüseeintopf mit Rindfleisch, dazu eine Semmel
     389kcal; R/G/L; 2,5 BE;

Desserts

  • Apfelmus
     50kcal; 1,0 BE; 5
  • Pfirsichkompott
     65kcal; 1,0 BE; 5
  • Fruchtjoghurt
     100kcal; 1,5 BE; 5
  • Obst der Saison
     80-130kcal; 1,5 -2,0 BE

Kennzeichnungen
Z Kost ohne Zuckerzusatz oder höchstens 2%
  Die mit Z gekennzeichneten Menüs enthalten keinen freien Zucker oder höchstens 2%
  Außerdem sind die verwendeten Kohlenhydrate überwiegend langsam resorbierbar.

R Enthält Rindfleisch
S Enthält Schweinefleisch
G Enthält Geflügel
F Enthält Fisch
V Vegetarisches Menü
A Enthält Alkohol
G* Diese Menüs enthalten keinen Zusatz von Gluten
L Diese Menüs enthalten keinen Zusatz von Lactose

Nährwerte
Alle Werte bei Brennwerten(kcal) sind pro Portion angegeben. Die Broteinheiten (BE) enthalten alle verwertbaren Kohlenhydrate und sind ebenfalls pro Portion angegeben.

Zusatzstoffe
Die in unseren Produkten enthaltenen Zusatzstoffe sind wie folgt gekennzeichnet:
1 mit Farbstoff
3 mit Antioxidationsmittel
7 mit Nitritpökelsalz
8 mit Phosphat
9 mit Süßungsmittel(n)

 
Ansonsten verbringe ich meinen Tag momentan damit, dass ich auf der linken Seite liege, die Augen geschlossen halte, um die Augen nicht unnötig zu reizen, und mir meine Perry-Rhodan Hörspiele anhöre. Von denen habe ich so ungefähr 30 CDs, also fast 30 h, mitgenommen (Anmerkung: ich habe gerade im Internet nachgesehen. Es sind 42 CDs). Damit komme ich gut über die Runden. Warum ich das nicht auf einen iPod oder ein Smartphone kopiert habe, fragt ihr? Weil ich vor dem Krankenhausaufenthalt nicht mehr genug Zeit gehabt hatte, die CDs alle einzulesen. Glücklicherweise verfüge ich über einen alten portablen CD-Spieler von Technics, der immer noch funktioniert.

Alle paar Stunden kommt eine Krankenschwester und tropft mir verschiedene Augentropfen in das linke Auge.

Auffällig ist, dass die Ärzte und Oberärzte unter sehr großem Zeitdruck stehen. Ich bin nicht davon überzeugt, dass dieser enorme Zeitdruck der Qualität der Operation und der Nachbehandlung unbedingt zuträglich ist, ganz im Gegenteil. Letztendlich weiß ich natürlich nicht, wie hoch der persönliche Anspruch des einzelnen Arztes ist, will aber auch nichts Böses unterstellen. Jedenfalls ist es so, dass die Operationen wie am Fließband ablaufen. Für den Operateur ist jeder Patient und jede Operation eine von sehr vielen, mit den Folgen müssen aber die Patienten meist ihr Leben lang zurecht kommen. Ob das Auge hinterher gesund wird oder bis zu welchem Grad es wieder gesund wird, ob es zu Folgeoperationen kommt, das ist den Ärzten vermutlich erst einmal weniger wichtig, um nicht zu sagen „egal“. Der Patient allerdings hat eventuell für den Rest seines Lebens darunter zu leiden. Die Krankenschwestern stehen nicht unter diesem Zeitdruck und nehmen sich Zeit für die Patienten. Ihre Arbeit wirkt zwar manchmal chaotisch, aber nicht überhastet.

Wer Rückfragen zur Operation oder zum aktuellen Zustand hat, hat Pech. Die Ärztin, mit der ich zu tun habe (Frau Dr. M.), ist sehr kurz angebunden. Herr Dr. Wolf würde wohl gerne Fragen beantworten, hat aber leider überhaupt keine Zeit dafür.

Das Abendessen gab es bereits um 16:30 Uhr. Das war schon arg früh!


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