Fußball Public Viewing

26. Juni 2008

Das Fußballspiel Deutschland gegen die Türkei habe ich mir mit einigen meiner Nachbarn im “Hall of Fame” in Forstern angesehen. Dort war auf der Bühne ein großer Bildschirm aufgebaut, der von überall gut zu sehen war. Das lag vor allem an der erhöhten Lage. Im Saal selber waren parallel zum Bildschirm Bierbänke aufgebaut worden. Da man offensichtlich nur mit wenigen Besuchern gerechnet hatte, war der halbe Saal allerdings unbestuhlt. Grundsätzlich war diese Einschätzung auch völlig in Ordnung, Forstern ist ja nun nicht gerade eine Großstadt.

Die Menschenmassen in der Hall of Fame

Aber es waren dann doch ein paar Leute mehr da, die sich mit einigen wenigen zusätzlichen Stühlen und mit Plätzen auf den Billardtischen, auf denen große Holzplatten als so eine Art Deckel lagen, zufrieden geben mussten. Voll war es dennoch nicht, was gut für die Luft war. Der Tag war zwar sehr schwül, aber im Saal war es gut auszuhalten.

Fachgespraeche ueber das Spiel

Über das spannende Fußballspiel selber will ich hier gar nichts sagen. Natürlich ist die Atmosphäre immer intensiver, wenn sich viele Leute zusammenrotten und gleichzeitig jubeln oder auch schimpfen.

Bildstörung

Besonders ärgerlich war dann der Ausfall der Übertragungsleitung aus Wien. Aber das betraf ja alle, nicht nur die Leute im “Hall of Fame“.

Chat in der Halbzeit

In der Halbzeit sind die meisten zum Rauchen in den Innenhof gegangen und haben sich rege über das Fußballspiel unterhalten. Auf der anderen Seite des kleinen Hofes liegt das “Amarillo’s“, das den Gästen ebenfalls ein gemeinsames Fußball-Erlebnis anbot. Natürlich sind deren Gäste auch in den Hof gekommen und so begrüßten sich einige mit großem “Hallo” und fachsimpelten dann, was wie hätte besser laufen müssen.

Nach der zweiten Halbzeit leerte sich der Saal ziemlich schnell, nur wenige blieben noch etwas länger.

Insgesamt, denke ich, hätte man mehr aus der Veranstaltung machen können. Es war zwar ganz nett, aber auch nicht so emotional, wie man es im Fernsehen in den Großstädten sehen konnte.

Das Endspiel werde ich mir wohl wieder zu Hause ansehen.

Toooor !!

Sturm Kyrill

18. Januar 2007

9:16 Uhr: Die ersten Ausläufer des Orkans Kyrill sind inzwischen bei uns angekommen. Noch ist es nur Wind, aber die Vorhersagen und Strumwarnungen lassen böses ahnen. :-( Nach dem letzten Sturm vor einer Woche sind wir ein bißchen nervös. Vor allem mein Winterschutz für unsere Palme ist stark windgefährdet. Obwohl ich die Konstruktion im Boden mit Häringen abgesichert und am Zaun mit Seilen gesichert habe, wurde sie beim letzten Mal losgerissen und hat danach einer unserer Forsythien abgeschert. Vor der japanischen Kirsche ist unser “Palmenhaus” dann liegengeblieben. Kaputt gegangen ist nichts, so dass wir es hinterhehr wieder leicht aufstellen konnten.

Aber Kyrill dürfte deutlich heftiger werden.

Ansonsten haben wir alles aus dem Garten reingeholt, was da so rumstand. Außerdem sind alle Rolläden zum Schutz vor herumfliegenden Teilen unten.

Im Augenblick verfolge ich die Lage auf dem Sturm Ticker von Wetter-Online und natürlich durch einen Blick aus dem Fenster.

12.02 Uhr: Die Deutsche Bahn hat wegen des Orkantiefs das Höchsttempo ihrer Fernverkehrszüge am Donnerstag auf Tempo 200 herabgesetzt. Nahverkehrszüge fahren nur noch maximal 140 Stundenkilometer.

Die Wasserpegel von Flüssen im Mittelgebirge steigen inzwischen schnell an, so dass mit Überschwemmungen zu rechnen ist.

Inzwischen habe ich gehört, dass die Schulen in Bayern alle ab Mittag zu machen. Na, klasse, und ich sitz im Büro und weiß nicht, ob Heiko in den Hort kann oder abgeholt werden muss. Ich muss mich da mal gleich drum kümmern.

Bei uns ist es windig, aber immer noch nicht stürmisch.

13:23: Allmählich werden die Böen stärker. Was die Schule betrifft, hieß es zunächst, dass die Kinder direkt in den Hort können. Inzwischen wurde nach Rücksprache vom Bürgermeister entschieden, dass alle Kinder nach Hause geschickt werden. Na prima, sollen Andrea oder ich mich jetzt nach Hause beamen, oder was?

Andrea hat inzwischen eine andere Mutter telefonisch erreicht, die ihren Sohn jetzt vom Hort abholt und Heiko erst mal mitnimmt.

In Erding wurden inzwischen Böen mit 72 km/h gemessen … verglichen mit dem Harz, wo sie bereits bei 159 km/h sind, ist das natürlich gar nichts.

17:26 Uhr: Da schwer abzusehen war, was heute noch auf den Staßen passieren würde, habe ich mich, wie viele andere Kollegen, dazu entschlossen, früh nach Hause zu fahren. Zu Hause habe ich dann weitere Gegenstände ins Haus geräumt, außerdem auch die schweren Pflanzgefäße näher ans Haus geräumt. Weiter habe ich auch das “Palmenhaus” abgebaut und liegend an der Ostseite unseres Hauses gelagert. Die Palme bekam einen Jutesack als Schutz für die Wedel.

Der Sturm selber ist noch nicht da und es ist sehr warm.

Mein Sohn ist auch heil zu Hause angekommen und nun harren wir der Dinge, die noch auf uns zukommen. Es gibt Gerüchte, dass die Schulen möglicherweise inklusive Hort auch morgen zubleiben, etwas Genaues weiß ich aber nicht. Von den Eltern und ihren Arbeitgebern wird schon sehr viel Flexibilität erwartet. Mir persönlich erschließt sich bisher nicht, warum der Unterricht ausfallen muss.

18:04 Uhr: Inzwischen hat die Bahn den gesamten Verkehr eingestellt. Auch S-Bahnen funktionieren zum Teil nicht wegen umgestürzter Bäume. Regen haben wir so gut wie keinen. Wir unterliegen dem Fön-Einfluss. Mal sehen, wie lange noch.

20:36 Uhr: Inzwischen hat der Sturm deutlich an Stärke zugenommen. Regen gibt es immer noch nur in Form von Nieselregen hier und da. Inzwischen steht fest, dass morgen die Schule ausfällt. Das bedeutet automatisch, dass ich nicht ins Büro fahren kann.

Der Tag danch 12:29 Uhr: Letzte Nacht war es gegen Mitternacht am heftigsten. Viel Regen hatten wir aber dennoch nicht. Ich gehe davon aus, dass der Fön das Ärgste abgedrängt hat. Denn die Bilder von anderen Gegenden in Deutschland zeigen größere Schäden als ich sie hier in unmittelbarer Umgebung wahrnehmen kann. Bei uns selber ist alles in bester Ordnung, keinerlei Schäden, alle Pfannen liegen noch auf dem Dach, alle Bäume und Büsche stehen noch, niemand aus der Familie ist zu Schaden gekommen. Es ist immer noch arg windig, aber am Tag wirkt es weniger beängstigend als in der Nacht.

14:17 Uhr: Inzwischen hat uns der Regen erreicht und es kommt immer wieder zu kräftigen Regenschauern.