8. November 2006
Immer mehr Firmen bauen eine Repräsentanz in Second Life auf. Da muss man sich doch fragen, worin der Nutzen bestehen könnte. Denn keine Firma wird echtes Geld in SL-Projekte investieren, wenn sich am Ende nicht ein Business Case positiv rechnet.
Ich denke, dass SL im Augenblick für Marketing Zwecke taugt. Dies insbesondere, weil man aktuell als early adaptor sofort ungeheures Medieninteresse genießt und fast automatisch in den Zeitungen landet. Kostenlose Werbung also!
Folgende Möglichkeiten sehe ich, wie RL Firmen Second Life nutzen können:
- Bau eines repräsentativen Ausstellungsgebäudes
- Ausstellung wichtiger Produkte in dreidimensionalen Vitrinen
- Angebot von zu den Produkten gehörenden Informationen
- Verkauf von virtuellen Werbe-Artikeln mit entsprechendem Firmen Logo (Jacken, Schirme, Mützen etc.)
Weiter bieten sich natürlich auch Online-Konferenzen an, aber dafür gibt es andere etablierte Methoden. Sicher steckt darin Potenzial, mit der aktuellen SL Version sehe ich aber mehr Probleme als Vorteile.
Aber was sind denn nun die Vorteile für eine Firma, um in SL Geld zu investieren?
- Die Firma präsentiert sich als äußerst innovatives und modernes Unternehmen, das bereits in einem frühen Stadium neue Technologien zu nutzen versteht.
- Die Firma steigert den Bekanntheitsgrad der Firmen-Markennamen und ihrer Produkte weltweit mit wenig finanziellem Aufwand
- Die Firma erhält ein erhebliches Presseecho in vielen Print- und Online-Medien, sowie in einer Vielzahl von Internet Webblogs, was zusätzlich einen großen kostenlosen Werbeeffekt bedeutet. Dies entsteht dadurch, dass dieses Thema in den Medien momentan sehr aufmerksam beobachtet wird, und über jede Firma, die sich auf diese Plattform wagt, sofort Artikel veröffentlicht werden. Nur solange die Plattform noch nicht etabliert ist, kann dieser Effekt genutzt werden.
Als Nachteil stellt sich dar, dass der Auftritt in Second Life natürlich nicht kostenlos ist. Wenn man eine Agentur damit beauftragt, fallen initial ca. 20.000 bis 50.000 Euro an, je nach Umfang und Professionalität. Als Marketing Etat ist das kaum der Rede wert, aber wenn man die erreichbare Zielgruppe mit maximal 1,2 Millionen betrachtet, so muss man sich doch überlegen, ob diese Investition sinnvoll ist.
Weiter darf man eine Repräsentanz (sei es nun ein sorgfältig geplanter und entwickelter Sim oder nur ein Bürogebäude) nicht einfach sich selbst überlassen. Eine Firma sollte tunlichst dafür sorgen, dass dort immer jemand als offizieller Ansprechpartner der Firma für Fragen zur Verfügung steht. Anderenfalls könnte man schnell auf die Idee kommen, dass es der Firma nicht wirklich Ernst mit dem Projekt ist. Dem Image als innovatives Unternehmen dürfte das nicht zuträglich sein.
Zusammenfassend denke ich, dass sich der Einstieg in Second Life für reale Unternehmen gerade jetzt sehr lohnt. Sollte der Hype möglicherweise in einem Jahr abebben, spräche nichts dagegen, das SL-Projekt gegebenenfalls einfach wieder einzustampfen. Die Kosten für den Ausstieg gehen gegen Null.
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5. November 2006
Und noch eine News habe ich in den Notizen aus der Provinz von Markus Breuer aufgeschnappt: Die Financial Times Deutschland berichtet über die Ökonomie von SL. Die Hauptschlagworte im einleitenden Absatz sind “Rapides Wirtschaftswachstum”, “Immobilienmonopol”, “Betrugsvorwürfe”, “Steuergesetze” und “Hyperinflation”.
Auch die FTD kann es sich leider nicht verkneifen, ihren Artikel mit dem bekannten Aushängeschild in Form einer bekannten deutsch-chinesischen Immobilienhändlerin zu starten. Gut, dafür muss man sich nicht lange mit SL beschäftigen, ein einfaches Abschreiben von anderen Berichterstattern reicht völlig aus.
Dass der FTD-Bericht aktuell ist, zeigt sich daran, dass selbst die dramatische Erhöhung der Preise für private Inseln (Sims genannt) um 51 Prozent im (SL-)Einkauf erwähnt wird. Diese Erhöhung wurde für den 15. November avisiert und führt aktuell zu einem Run auf die Server, sprich, jeder kauft noch schnell Inseln für den alten Preis, um dann Grundstücke anschließend zu den neuen Preisen weiterzuverkaufen. Wie hier die bekannte Hessin vorgehen wird, kann man nur erahnen.
Ansonsten steht in dem Artikel nichts Neues und nichts Konkretes. Die Zahlen sind meiner Meinung nach immer mit Vorsicht zu genießen. So frage ich mich, woher die Information kommt, dass es in SL “5790 profitable Unternehmen” gebe. So etwas wie eine Gewerbeanmeldung gibt es nämlich nicht. Wann ist also jemand “ein Unternehmen”? Und wann nenne ich das Unternehmen “profitabel”? Denn auch ein Finanzamt existiert (noch) nicht.
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5. November 2006
Markus Breuer ist immer wieder eine gute Quelle für Informationen über geschäftliche Interessen von Firmen für Second Life. So berichtet er in seinen Notizen aus der Provinz, dass nun auch Bild.T-Online eine SL interne Redaktion mit eigenem Verlagsgebäude aufbaut, die wöchentlich das Boulevard-Blatt “SL News” herausbringen wird. Natürlich stehen massive Geschäftsinteressen dahinter.
Der Vorstandsvorsitzende von Bild.T-Online, Gregor Stemmle, drückt das so aus:
“Mit dem Launch in Second Life betreten wir ein neues, spannendes und zukunftsträchtiges Terrain. Mit unserer Erfahrung in Redaktion und Vermarktung werden wir eine attraktive Zeitung für die Second Life-Residents starten und so möglicherweise neue Erlösquellen erschließen.”
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16. Oktober 2006
Die BBC meldet auf http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/6054352.stm, dass Reuters in SL ein Nachrichtenbürö eröffnet hat. Adam Reuters wird als online Reporter über die virtuellen Leben und Geschäfte der SLer berichten.
Die Artikel sollen in einem Blog veröffentlicht werden. Zusätzlich sollen sie auch auf einem portablen Gerät in SL zur Verfügung gestellt werden, so dass die Residenten immer die neuesten News erhalten.

Es gibt bei Reuters jetzt ein Second Life News Center. Dort gibt es neben dem bekannten Linden-Dollar Kurs Chart und Artikeln zum Leben in Second Live auch News und Videoas aus dem RL.
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29. September 2006
Auch IBM hat sich inzwischen in SL eine Insel gekauft: Almaden. Dies berichtet ein IBM Angestellter in seinem Blog.
Damit soll die Zusammenarbeit zwischen Angestellten, ehemaligen Angestellten und anderen Kollegen in der Industrie gefördert werden.
Der Name “Almaden” leitet sich von IBMs Almaden Research Center im Silicon Valley ab. Dort wird unter anderem an Technologien wie holografischen Speichern geforscht.
Aber eigentlich ist Almadén ein kleiner Ort in Spanien.
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