Reifenpanne

24. November 2008

Heute morgen bin ich auf dem Weg ins Büro auf der A94 kurz hinter Parsdorf mit einer Reifenpanne liegengeblieben. Das war das erste Mal in meinem Leben. Es war stockender Verkehr und ich war deswegen nicht schnell unterwegs. Hinter der Auffahrt rumpelte der Wagen plötzlich ziemlich stark. Ich dachte zunächst, die Fahrbahnoberfläche wäre wegen Spurrillen aufgefräst worden, aber es sah alles ganz normal aus. Außerdem bemerkte ich ein Ziehen nach rechts.

Also habe ich auf der Standspur angehalten, mir kurz die Reifen angesehen und dann auch gleich vorne rechts den platten Reifen entdeckt. Warndreieck raus und aufgestellt und dann frisch ans Werk, Bordwerkzeug und einen Reservereifen hatte ich ja dabei.

War bloß blöd mit der Anzughose, aber ich hatte eine Plastiktüte dabei, die ich als Unterlage benutzen konnte. Leider war es saukalt … um den Gefrierpunkt, aber es nützte ja nichts.

Das Aufbocken war weiter kein Problem, aber ich bekam dann die Schrauben mit dem Bordwerkzeug nicht los. So fest konnten sie ja eigentlich gar nicht sein, hatte ich sie doch vor kurzem erst selber angezogen, als ich die Sommerreifen gegen die Winterreifen getauscht hatte. Es ging aber ums Verrecken nicht.

Also setzte ich mich in den Wagen und rief den ADAC an (Telefon 222222). Gleich am Anfang wurde die Frage geklärt, ob ich denn ADAC-Mitglied sei, was ich nicht bin. Daraufhin wurde mir mitgeteilt “Dann müssen Sie das aber selber bezahlen!”, was mir zwar klar war, was aber natürlich die Dame am Telefon nicht wusste. Danach ging es um die Ortsbestimmung. Ich stand kurz hinter der Auffahrt Parsdorf auf der A94 in Richtung München, vor mir ein großes blaues Schild, das mir sagte, dass es bis zum Autobahnkreuz A99 noch 800 Meter wären. Leider konnte die ADAC-Dame mit ihrem Computer damit nichts anfangen, sie wollte die Kilometerangabe auf einem Kilometerstein von mir haben, mir war aber kalt, und ich hatte keine Lust, nach dem nächsten Stein zu suchen.

Ich sagte deswegen, dass jeder Münchener genau wüßte, wo ich sei, dachte dabei an den Abschleppdienst, der hier in der Gegend herumkurvte und nur auf meinen Auftrag wartete. Sie entgegnete - nicht ganz zu Unrecht - dass sie aber nicht aus München sei. Mit der Ortsangabe “Parsdorf” fand sie dann schließlich das Autobahnkreuz, und alles war gut.

Frustrierend war ihre Information, dass wegen des Wetters leider sehr viele Pannen/Unfälle in der Gegend zu bearbeiten wären und ich mich daher auf eine längere Wartezeit einrichten müsste. Was solls, zu Fuß wollte ich ja nicht ins Büro.

Etwa eine halbe Stunde später rief mich dann ein Kraftfahrzeugmechaniker an und wies mich darauf hin, dass ich als Nicht-ADAC-Mitglied mit 150 Euro rechnen müsste. Ob er trotzdem kommen sollte. “Nein”, meinte ich, “ich würde gerne den ganzen Tag hier auf der Autobahn bleiben.” Wir einigten uns dann doch darauf, dass er kurz mal vorbeikommen sollte, um diese blöden vier Schrauben zu lösen.

Circa 10 Minuten später war er dann auch da, löste die Schrauben und machte den Papierkram. Schraubenlösen 5 Minuten, Papierkram 15 Minuten, insgesamt 125,55 Euro, weil ich so nett sei. “Passt schon”, dachte ich und gleichzeitig auch an meinen Nicht-ADAC-Schutzbrief, über den ich das dann abrechnen würde.

Er untersuchte auch kurz den Reifen und meinte, dass das Ventil gerissen sei.

Wechselgeld hatte er keines, auch nicht auf 150 Euro. Kreditkarten oder EC-Karten nahm er nicht an. So schlug er vor, dass wir zur nächsten Tankstelle fahren sollten, um dort das Geld zu wechseln. Passte mir nicht besonders, denn eigentlich wollte ich anschließend gleich in die Werkstatt, um neue Reifen zu bestellen.

Letztendlich schlug er vor, dass wir zusammen zur ADAC-Station in Feldkirchen fahren sollten, um dort das Geld zu wechseln. Vorsichtshalber rief er dort an, um sicherzustellen, dass die auf 150 Euro herausgeben konnten. Feldkirchen lag nicht so weit ab von meinem Weg und war daher akzeptabel.

Okay, wir fuhren also nach Feldkirchen zum LKW-Service Sedlmeier, der ADAC-Partner war. Dort konnte ich bezahlen. Weiter wies man mich darauf hin, dass ich das Ventil auch dort schnell wechseln lassen könnte, sie würden das sofort machen. Na, das konnte ich nicht ausschlagen. Herr Kotte, der Sachbearbeiter, bot mir dann an, dass ich mir in der Kantine einen Kaffee und eine Brotzeit holen könnte, solange sie den Reifen in Ordnung bringen. Da hellte sich meine Laune doch merklich auf. Er gab mir eine Essensmarke und ich machte mich auf, die Kantine im Keller zu finden.

Alles war gut, der Kaffe und die Brezen vor allem, und mir wurde wieder wärmer.

Nach ca. 20 Minuten ging ich wieder zum Express-Service, wo Herr Kotte mir leider mitteilte, dass die Flanken des Reifens schon ziemlich beschädigt waren und ich deswegen doch neue Reifen kaufen müsste. Er könnte sie bestellen, aber das würde dann ein paar Tage dauern. Ich lehnte dankend ab, weil ich eh noch zu meiner Wekstatt, Bosch Dienst Hauser, wollte.

Berechnet hat er mir weder für die Arbeit noch für die Brotzeit etwas. Und mir ging es richtig gut trotz der Panne. Wo erlebt man denn noch so eine Hilfsbereitschaft?

Danach bin ich in die Werkstatt gefahren und habe zwei neue Reifen bestellt. Die werden dann wahrscheinlich nächste Woche montiert.

Mit dem Notreifen bin ich dann weiter ins Büro gefahren, zwar mit mulmigen Gefühl, weil ich keine Ahnung hatte, wieviel so ein Ersatzreifen aushält, aber immerhin konnte ich noch fahren.

Wenn ihr also mal Probleme mit den Reifen habt, ruft ruhig beim LKW-Service Sedlmeier in Feldkirchen an (089 90 00 55 0 rund um die Uhr). Die waren supernett und sehr hilfsbereit!

Technik Museum in Speyer

18. August 2008

Eingang zum Technik Museum Speyer

Am Samstag haben wir alle vier das Technik Museum Speyer besucht. Dabei handelt es sich um eine riesige Freifläche, auf der eine Vielzahl von Flugzeugen, Lokomotiven, Autos und anderen Fahrzeugen ausgestellt ist. Viele dieser echten Fahrzeuge sind begehbar, kaum eins steht einfach nur am Boden, sondern fast alle sind auf Stützen in verschiedenen Flugpositionen lebensecht dargestellt. Als Highlight müssen das riesige Transportflugzeug Antonov AN-22 und eine Boing 747 (Jumbo Jet) gelten, beide über eine Metalltreppe erreichbar und voll begehbar.

Der Jumbo Jet

Aber vielleicht interessiert Sie ja mehr das U-Boot U9, das ebenfalls begehbar ist und einen Eindruck über die engen Wohn- und Arbeitsverhältnisse in so einem Boot vermittelt. Und für Fans der Kelly-Familie gibt es deren Bus und das Hausboot zu besichtigen, auf dem die Familie viele Jahre gelebt hatte. Den Bus kann man sich leider nur von außen ansehen, das Boot auch, aber dort kann man wenigstens auf das Deck hinauf.

Das Hausbott der Kelly Familie

In der denkmalgeschützten Liller-Halle finden sich dicht gedrängt jede Menge Flugzeuge, Lokomotiven, Oldtimer, Motorräder, Feuerwehrfahrzeuge und auch selbstspielende Ochestrien, viele davon Unikate, die es nur ein einziges Mal überhaupt gibt. Eins dieser Unikate ist zum Beispiel der Einbaum “The Tree”, mit dem der Abenteurer Rüdiger Nehberg 2000 den Atlantik überquert hat.

3 bis 4 Stunden sollte man schon einplanen, um wenigstens einen Eindruck von den Ausstellungs-Stücken zu gewinnen. Natürlich reicht diese Zeit nicht, um alles genau anzuschauen. Die geistige Aufnahmekapazität ist aber spätestens dann erreicht. Für mehr würde ich persönlich eher einen zweiten Besuch vorsehen.

Neben den Ausstellungsflächen gehört auch ein Restaurant mit Selbstbedienung zum Museum, außerdem natürlich ein Fan-Shop. Für die Kinder gibt es auch einen Spielplatz und einige weitere attraktive Spielgeräte, die aber jeweils extra bezahlt werden müssen. Weiter gehören ein Modellbaumuseum und eine separate Marine-Ausstellung, sowie der ebenfals denkmalgeschützte Wilhelmsbau dazu, alles für sich natürlich einen Besuch wert.

Orpheus vor dem Wilhelmsbau

Wenn man zum Wilhelmsbau hinübergeht, dann kommt man an zunächst an der 15 Meter hohen Plastik “Orpheus” vorbei. Der Wilhelmsbau selber bietet auf vier Stockwerken viele tausend Erinnerungsstücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die Sammlung umfasst mechanische Musikinstrumente, automatische Klaviere und Orgeln, historische Moden, Juwelen, Puppen und Spielzeug, Uniformen und historische Waffen und ein Jagdzimmer mit Trophäen aus aller Welt. Mich persönlich reizen ausgestopfte Tiere und Köpfe von toten Tieren an der Wand nicht besonders. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Das Technik Museum Speyer kann ich jedem empfehlen, der sich für Fahrzeuge interessiert. Für das Freigelände ist schönes Wetter erforderlich, sonst macht es keinen Spaß. Durch die riesige Ausstellungshalle kann man natürlich auch prime bei Regen schlendern.

Die Einrittspreise betragen pro Erwachsener 12,50 Euro und für Kinder bis 14 Jahre 10,50 Euro.

Website des Museums: Technik Museum Speyer

Technik Museum in Google Maps / Google Earth Google MapsGoogle Earth

Übersichtsplan vom Gelände

Eine McDonnell Douglas F15 Eagle, vom Jumbo-Jet aus fotografiert.

McDonnell Douglas F15 Eagle

Eine wunderschöne Dampflokomotive.

Dampflokomotive

Autodesk in Second Life

27. November 2006

Laut einem Blog-Eintrag ist jetzt auch die Firma Autodesk in Second Life.

Der dazu gehörige Sim heißt Autodesk Island. Ich war noch nicht dort, aber dies soll die Map davon sein:

Autodesk Island Map

Es soll dort wohl die Autodesk University geben. Interessant ist die Präsenz von Autodesk deswegen, weil die Firma CAD Software herstellt. Konsequenterweise ist eine Schnittstelle zwischen Second Life und AutoCAD denkbar.

Das Maut Gespenst

1. August 2006

Maut auf Autobahnen für alle KfzDa ist es wieder, das Gespenst von einer Extra-Gebühr für alle Kfz, wenn sie auf Autobahnen fahren wollen: Financial Times Deutschland. CDU und CSU, allen voran Bayerns Innenminister Günther Beckstein, wollen ab 2008 eine Jahresgebühr auf die Benutzung der staatlichen Autobahnen in Deutschland erheben. Natürlich wird als Leckerli von einer Absenkung der Mineralölsteuer gesprochen. Aber seien wir doch mal ehrlich: Abgaben und Steuern haben die Tendenz zu steigen und nicht zu fallen.

Mag sein, dass kurzfristig dann tatsächlich die Mineralölsteuer gesenkt würde (was ich nicht glaube), lange wird das nicht anhalten. Und der Benzinpreis wird ohnehin nicht fallen, sondern weiter steigen, über die Mineralölsteuer oder über den eigentlichen Netto-Anteil für das Benzin selber.

Aber interessiert mich das eigentlich wirklich? Bin ich persönlich betroffen?

Für Fernstrecken innerhalb Deutschlands nehmen wir normalerweise den Zug, für noch weitere Entfernungen das Flugzeug. Am Zielort kann man dann gegebenenfalls Mietautos nutzen. Aber zum Büro fahre ich normalerweise über die Autobahn. Nun, ich denke, dass ich dann auf andere Straßen umsteigen werde. Dann spare ich mir die 100 Euro und nehme eine vielleicht doch noch umgesetzte Senkung der Mineralölsteuer mit.