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Kirchentag legt Schulbetrieb lahm

Eben habe ich in “HSU Probe in der 4. Klasse” noch über unser Schulsystem gemeckert, da bekomme ich ein Info-Blatt der Grundschule Forstern in die Hand. Unter anderem werden die Ferien für 2010 bekannt gegeben. Außerdem gibt es die üblichen Hinweise und Ermahnungen, was man alles nicht darf oder was man alles zu tun hat, wenn das Kind zum Beispiel krank sein sollte.

Was ich aber besonders interessant fand, war

Wichtiger Hinweis: Vom 12. bis 16. Mai 2010 findet in München der 2. Ökumenische Kirchentag statt. Für die Übernachtung der Teilnehmer werden auch Schulgebäude in den umliegenden Landkreisen München, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck und Starnberg in Anspruch genommen. Deshalb findet am Freitag, den 14.05.2010, an den öffentlichen Schulen in München und in den oben genannten Landkreisen kein Unterricht statt.

Finde ich klasse! :-(

Da halten die Anhänger zweier Religionsgemeinschaften eine Art Kongress ab, und die Teilnehmer sollen wohl in den Schulen einquartiert werden. Dafür lassen wir dann einen Tag Unterricht ausfallen. Den Stoff kann man ja locker in irgendeiner anderen Stunde noch dazutun … oder man lässt halt alternativ wieder eine Stunde Sport ausfallen, um den Stoff dort nachzuholen.

Ich habe weder gegen Glauben noch gegenn Kirchentage etwas. Aber was hat denn unsere Grundschule damit zu tun? Und wieso müssen Kinder dafür auf einen Tag Unterricht verzichten?

HSU Probe in der 4. Klasse

Wie seit jeher wird in der Schule das gelernte Wissen mit Hilfe Tests überprüft, bei uns in der Grundschule “Probe” genannt. Für den Übertritt in die weiterführenden Schulen ab der 5. Klasse ist der Durchschnitt aus den Noten in Deutsch, Mathematik und “Heimat und Sachkundeunterricht” (HSU) wichtig. Dementsprechend hoch ist auch der Druck auf die Kinder, gute Noten in den Proben zu erreichen. Allgemein anerkannt ist, dass dieses Schulsystem für unsere Kinder nicht unbedingt das beste ist, um sich zu selbstständigen, lernwilligen und mit gutem Allgemeinwissen ausgestatteten Menschen zu entwickeln.

Am 11. Dezember musste mein Sohn eine HSU Probe schreiben. Entsetzt und niedergeschlagen waren wir, als wir uns den dafür zu lernenden Stoffumfang ansahen. Nur schnell als Liste:

Ärgerlicherweise ist das vermittelte Wissen unvollständig (die Wörnitz gilt zum Beispiel ebenfalls als Zufluss zur Donau, wurde aber im Unterricht nicht gelernt). Ein paar einfache Tests mit unserem Sohn zeigten uns bereits viele Tage vor der Probe, dass wir als Eltern zur intensiven Nachhilfearbeit gezwungen waren. So musste Heiko fast zwei Wochen lang jeden Abend nach der Schule noch ein bis zwei Stunden mit uns üben. Da hatte er aber schon immer einen langen Tag in der Schule und die danach zu erledigenden Hausaufgaben hinter sich. Für Sport und Spiel blieb in dieser Zeit leider nur sehr wenig Zeit, und nicht nur einmal war unser Sohn den Tränen nahe. Wir haben uns natürlich alle Mühe gegeben, den Nachhilfeunterricht mit ihm entspannt und ruhig zu gestalten. Leider war der zu bändigende Stoff derart, dass es auf ein bloßes Auswendiglernen hinauslief, denn einen Bezug zum Beispiel zwischen Spanien und Portugal konnte er noch nicht herstellen, so dass diese Länder eine Zeit lang an völlig verschiedenen Stellen Europas vermutet wurden.

Europa Karte

Europa Karte


Wir nutzten Deutschland- und Europakarten, die wir aus dem Internet beschafften und so bearbeiteten, dass sie als leere Arbeitsblätter verwendbar waren.

Meine Hoffnung war, dass ein ständiges Wiederholen das Wissen festigen würde. Natürlich zeigte sich auch langsam der erwartete Erfolg.

Dennoch war die zur Verfügung stehende Zeit absolut nicht ausreichend, um das gesamte Wissen einzuprägen. Autokennzeichen, Wahrzeichen und Wappen mussten wir deswegen auslassen. Fur uns als Eltern war es extrem belastend zu sehen, wie unser Kind unter dem schieren Umfang des Stoffs mehr und mehr zusammenbrach.

Das Problem war, dass selbst wenn nur eine einzige Frage zu einem Wahrzeichen in der Probe käme, dennoch praktisch alle Wahrzeichen gelernt werden mussten. Es nützte ja nichts, wenn man 90 Prozent der Wahrzeichen kannte, die eine gestellte Frage aber nicht beantworten konnte. Dasselbe galt natürlich für alle anderen Themenkomplexe.

Wir haben unseren Sohn am Ende sehr für sein Durchhaltevermögen gelobt und ihm erklärt, dass die Note für uns völlig bedeutungslos sei. Wichtig sei nur, dass er sich gut vorbereitete.

Mein Verständnis von einer Grundschule ist nicht, dass die Schüler im Unterricht nur den zu lernenden Stoff genannt bekommen, um ihn anschließend zu Hause mit den Eltern zu lernen. Mir ist bewusst, dass die Möglichkeiten der Lehrer bei der Stoffauswahl und bei der individuellen Förderung der Kinder nach wie vor äußerst beschränkt sind, dennoch bin ich der Meinung, dass der Job eines Lehrers der ist, unseren Kindern auf altersgerechte Weise Wissen zu vermitteln (neben all den persönlichkeitsbildenden Aspekten selbstverständlich). Dafür werden Lehrer ausgebildet und dafür werden sie bezahlt. Es kann einfach nicht sein, dass Eltern neben Beruf und Haushalt diesen Job auch noch übernehmen müssen.

Gereicht hat die intensive Vorbereitung für eine 3. Es gab allerdings auch Einsen und Zweien in der Klasse, was mich sehr überraschte. Auf der anderen Seite war nach meinem Empfinden die Anzahl der schlechteren Noten ungewöhnlich hoch bei dieser Probe. Im Gespräch mit anderen Eltern ergab sich später, dass wir nicht die Einzigen waren, die diese Probe als unverhältnismäßig umfangreich ansahen.

Wie sah nun die Probe aus?

  1. In der ersten Aufgabe mussten je eine grobe Karte von Deutschland und eine von Bayern benannt werden. Das war keine große Herausforderung.
  2. Danach musste in der zweiten Aufgabe das Wappen von Bayern beschrieben und erklärt werden. Dieses Thema hatten wir bei der Vorbereitung ausgeklammert. Dennoch gelang es meinem Sohn, von 6 Punkten noch 2,5 zu bekommen
  3. In der nächsten Aufgabe wurde es schlimm! Wir haben uns mittlerweile ja daran gewöhnt, dass die Schule offensichtlich nicht in der Lage ist, vernüftige Kopien als Arbeitsmaterialien anzufertigen. Wenn dies aber so aussieht wie im folgenden Bild, dann wundert es mich nicht, dass ein Kind damit Schwierigkeiten hat (und dieses Bild ist bereits vergößert dargestellt):

    Scan eines Puzzle Teils aus Aufgabe 3a

    Scan eines Puzzle Teils aus Aufgabe 3a


    Wenn ich mir das Bild so ansehe, würde ich vermuten, dass mein Scanner eine Macke hat. Dem ist aber nicht so, die Grafik ist wirklich dermaßen schlecht.
    Die Aufgabe bestand nun darin, unter das Bild den Namen des Regierungsbezirkes zu schreiben und die Landeshauptstadt einzukreisen. Mein Sohn hat nicht eine einzige Hauptstadt eingekreist, was entweder daran gelegen haben konnte, dass er die Aufgabe nicht vollständig verstanden oder dass er schlichtweg keine Stadt-Bezeichnungen auf den Kartenstücken erkannt hatte. Leider war auch die Benennung der Regierungsbezirke nur teilweise richtig. Hätte man ihm eine Bayernkarte mit den Umrissen der Regierungsbezirke vorgesetzt, hätte er alle richtig benennen und zuordnen können. Davon bin ich überzeugt!
  4. Die nächste Aufgabe 3b baute auf der letzten auf. Nun gab es tatsächlich eine Bayernkarte mit den 7 Regierungsbezirken im Umriss. In jedem war ein kleines Feld, in das der entsprechende Buchstabe des Puzzle-Teils aus der letzten Frage einzutragen war. Zwei Bezirke waren mit einem Buchstaben vorbelegt, da in der letzten Aufgabe nur 5 Bezirke abgefragt worden waren. Die beiden vorbelegten Buchstaben konnte Heiko einwandfrei benennen. Auch die Hauptsädte stellten keine Hürde dar. Anders verhielt es sich mit den Puzzleteilen. Hier ging es einzig und alleine darum, die Puzzleteile richtig einzufügen. Jetzt mag man meinen, dass in HSU nicht gepuzzelt wurde, deswegen hat mein Sohn auch nicht die Teile richtig eingeordnet, sondern hat sich an den Bezeichnungen orientiert, die er unter den Teilen eingetragen hatte. So wanderte die Oberpfalz zwar in der Bayernkarte an die richtige Stelle, war aber trotzdem falsch, da er das falsche Puzzleteil benannt hatte. Also wieder kein Punkt, obwohl die Lage richtig war, und darauf kam es ja an und nicht darauf, richtig zu puzzeln. Leider hat er den Umkehrschluss von dieser Aufgabe auf die letzte nicht mehr hinbekommen. Er hätte nun nachschauen können, welches Puzzleteil an die Stelle “Oberpfalz” passt und die Benennung dementsprechend korrigieren können. Diese blöde Puzzelei hätte man sich schenken können
  5.  
    Scan von den Aufgaben 4 bis 6

    Scan von den Aufgaben 4 bis 6


    In Aufgabe 4 mussten auf einer Deutschlandkarte, die sämtliche Bundesländer im Umriss enthielt, vier vorgegebene benannt werden. Das hatten wir bis zum Erbrechen geübt. Ergebnis: Null Fehler!
  6. Auch Aufgabe 5 wurde fehlerlos bewältigt. hier ging es darum, in einer Tabelle mit den Spalten Bundesland, Landeshauptstadt und Bezugsnummer (zur Deutschlandkarte der letzten Aufgabe) leergelassene Felder auszufüllen.
  7. In der nächsten Aufgabe 6 wurde abgefragt, was Stadtstaaten sind und welche es in Deutschland gibt. Wieder Null Fehler. Geht doch!
  8. In Aufgabe 7 mussten 5 Nachbarländer von Deutschland aufgezählt werden. Heiko benannte alle neun und hatte die Aufgabe damit überperfekt gemeistert.
  9.  
    Scan von Aufgabe 8

    Scan von Aufgabe 8


    Aufgabe 8 wurde dann wieder schwierig. hier wurden 12 Aussagen gemacht, die als “wahr” oder “falsch” markiert werden sollten. Hier tauchte nun genau die weiter oben beschriebene Schwierigkeit auf, dass die Schüler den ganzen Stoff abrufbereit haben mussten, damit sie Aussagen richtig bewerten konnten. Das konnte nur schief gehen, da wir mit unserem Sohn aus Zeitgründen bewusst nicht alle Lerninhalte geübt hatten. Heiko hat sich hier dennoch überraschend gut geschlagen.
  10. In der letzten Aufgabe ging es darum, zu sechs vorgegebenen europäischen Ländern die Hauptstädte zu benennen. Hier hatte Heiko ebenfalls wieder null Problemo, also keinen einzigen Fehler. Als Hinweis auf die Qualität der eingestzten Vorlagen mag die Tatsache dienen, dass das europäische Land “Niederlande” dort mit “Holland” bezeichnet wurde. Die Kinder mussten die Länderbezeichnung selber ausbessern.

Wenn ich sehe, was in der Grundschule als wichtiges Wissen angesehen wird, dann stellen sich mir die Haare auf. Die Schulzeit wurde auf maximal 12 Jahre um 1 Jahr verkürzt, so dass noch weniger Zeit bleibt, dem Kind all das beizubringen, was es für ein erfolgreiches Erwachsenenleben in unserer sozial meist kalten Gesellschaft benötigt. Dennoch bleibt immer noch Zeit, sich mit so Themen wie der genauen Analyse eines bayerischen Wappens zu beschäftigen. Wer das später wirklich einmal benötigt, muss eh in der Wikipedia nachschauen. Kein Mensch merkt sich das länger als bis zur nächsten Probe, es sei denn, er ist Heraldiker.

Kein Mensch muss das Autokennzeichen von Moldawien kennen.

Kein Mensch muss wissen, dass die Altmühl in die Donau fließt, es reicht völlig aus, sich mit den längsten Flüssen der Welt oder meinetwegen auch mit den längsten Flüssen Deutschlands zu beschäftigen (die Donau ist der drittlängste Fluss Deutschlands, aber die Nebenflüsse sind nicht wirklich wichtig). Wir haben einfach keine Zeit mehr für solche Lerninhalte. Natürlich kann man darüber streiten, was zur Allgemeinbildung gehören sollte und was nicht. Man muss dabei aber immer berücksichtigen, dass für die Vermittlung des immer weiter anwachsenden Berges an Wissen nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht, ja sogar eine kürzere Zeit als sie uns Eltern zur Verfügung stand.

Mein Tipp: ein Buch für die ollen Heimcomputer-Fans

Ich habe mir vor einigen Wochen ein Buch gekauft, das mir überraschend viel Vergnügen beim Lesen beschert hat.

Das Buch heißt Spielkonsolen und Heimcomputer und wurde von Winnie Forster geschrieben. Was soll nun an einem Buch interessant sein, dass nacheinander alle bekannten Spielkonsolen und Heimcomputer auflistet?

Das dachte ich zunächst auch, kaufte mir das Buch aber der Vollständigkeit halber doch, um es zu den vielen anderen in meiner Computer-Bibliothek zu stellen. Dann blätterte ich einfach mal so durch und blieb natürlich gleich bei dem einen oder anderem Modell hängen.

Tja … und inzwischen habe ich die 240 Seiten komplett von vorne nach hinten durchgelsen.

Immer wieder musste ich beim Lesen grinsen und so manche Erinnerung kam wieder zurück ins Bewusstsein!

Das Buch ist gegliedert in die Bereiche:

  • Geburt der elektronischen Spiele: Großrechner, Automaten, TV-Konsolen
  • Videospiel-Crash und Siegeszug der Heimcomputer
  • Die Ära 16-Bit
  • Next Generation: Multimedia, 32-Bit und CD-ROM
  • DVD, Vernetzung und mobiles Spielen
  • Das High-Definition-Zeitalter
  • Anhänge mit Technischen Daten und Tabellen

Jedes Kapitel wird mit einer Doppelseite eingeleitet, auf der einige allgemeine Informationen zu finden sind.

Die Aufmachung ist quietschbunt und chaotisch, passt deswegen hervorragend zum Thema. Von den Geräten gibt es Fotos, häufig auch von beliebtem Zubehör. Dazu gesellen sich verschiedene Screenshots von exemplarischen Spielen. Natürlich lässt sich das Buch durch die Anhänge wie dem Hardware-Index auch sehr gut als Nachschlagewerk nutzen. Es macht aber eben auch viel Spaß, sich Seite für Seite durch das komplette Werk zu lesen. Das wird nie anstrengend.

Auf den Seite 8 und 9 begegnen einem zunächst verschiedene Speichermedien … ja, die gute alte 5 1/4 Zoll Diskette ist dort auch abgebildet. Eine 8 Zoll Diskette gibt es allerdings nicht zu sehen, denn die wurde für Computerspiele nicht eingesetzt. Mein Gott, im Schrank muss ich noch eine ganze Kiste dieser 5 1/4 Zoll Disketten für den C-64 haben. Von dem habe ich übrigens im Keller auch noch drei Stück. Zumindest einer sollte sogar noch funktionieren. ;-)

Auf den nächsten Seiten gibt es einen kurzen Abriss darüber, wie auf Großrechnern gespielt wurde. Das waren natürlich in erster Linie reine textorientierte Spiele, aber in den 80er Jahren habe ich auf einer VAX bereits einen Space Invader Klon gespielt. Danach geht es zwei Seiten lang weiter über Spielautomaten. Schade, diesen Bereich könnte man durch die Jahrzehnte parallel zu den Spielkonsolen noch ausbauen. Mich hat man allerdings in den beliebten Spielhöllen nie gesehen, weil mir das Geld zu schade war. Stattdessen habe ich mir lieber (für noch mehr Geld) gleich einen Computer gekauft. ;-)

Mein erster Heimcomputer wird dann ab Seite 18 auf mehreren Seiten richtig gewürdigt: ein Apple II+. Leider hatte ich damals noch nicht genug Geld, um mir das Gerät wirklich leisten zu können. Aber auf meinem Gymnasium (Dahlmannschule Bad Segeberg) wurden zwei davon streng bewacht in einem so genannten Computerraum bereitgestellt. Der Raum wurde abgeschlossen, und nur einige wenige Schüler durften sich jeweils vom Lehrer den Schlüssel holen. Das Vergnügen blieb mir nicht lange erhalten, weil ich schon in den letzten Wehen mit der Schule lag und dann auf der Fachhochschule Wedel ein Studium der Technischen Informatik begann … ganz ohne eigenen Computer.

Auf der FH kam ich dann in Kontakt mit CP/M Maschinen (Sirius 1 von der Firma Victor). Parallel dazu hatte die FH auch einen Siemens BS2000 Rechner. Aber das führt uns zu weit von dem Buch weg, über das ich ja eigentlich sprechen möchte.

Kurz nach Beginn meiner Studienzeit gab es an der FH auch bald die ersten echten IBM PCs, die im Buch erst ab Seite 98 auftauchen.

Auf den FH-Rechnern habe ich nie gespielt, stattdessen musste mein erster C-64 her. Dem sind in dem Buch ab Seite 62 immerhin 5 Seiten gewidmet. Es war ein extrem erfolgreiches Gerät, das sich gegen Apple, Commodore und Atari durchsetzen konnte. Potthässlich, aber leistungsfähig und von tausenden Entwicklern unterstützt.

Im Buch erfährt man auch, dass ca. 20 Millionen Geräte verkauft wurden, und dass die Entwicklung 1994 beendet wurde. Bei der letzten Variante, dem C 64 GS, handelte es sich um eine tastaturlose Konsole, von der ich selbst noch nie etwas gehört habe.

So werden in dem Buch alle Spielkonsolen und Heimcomputer beschrieben.

Mit den Seiten 130 (Nintendo Game Boy pocket), 180 (Sony Playstation 2), 200 (Nintendo DS), 202 (Sony PSP) und 208 (Nintendo Wii) findet sich unser gesamter aktueller Konsolen-Park mit Bild und Text in diesem Buch wieder.

Ihr habt es sicher bemerkt, beim Lesen des Buches schwelgt man in Erinnerungen, liest begierig die Seiten über die Geräte, die man selber kennt, und wirft neugierige Blicke in die Geschichte bisher unbekannter Geräte. Das wird euch genauso gehen, wenn ihr das Buch lesen solltet und wenn ihr älter als 30 Jahre seid. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch!

Dating Software

Auf der Suche nach einer geeigneten Software für mein neues Portal MUC-Outback bin ich über mehrere fertige Software-Pakete gestolpert. Als sehr hilfreich hat sich dabei die Kurz-Übersicht über verschiedene Produkte auf http://www.singleboersen-vergleich.de/online-dating-software.htm erwiesen. Hier werden vor allem englischsprachige Produkte gelistet. Die deutschen Produkte decken lange nicht den Funktionsumfang der englischsprachigen Pakete ab. Natürlich habe ich nicht alle Produkte getestet, sondern mir einige wenige ausgesucht.

Die Übersicht auf der oben genannten Seite ist leider nur sehr knapp. Man wird sich also auf der Website des Herstellers informieren müssen. Dort wird allerdings jede Menge versprochen, was sich in der Praxis oft als völlig unzureichend darstellt.

Beispiel: Mehrsprachenfähigkeit.
Sicher, viele SW-Produkte erlauben irgendwie den Einsatz von mehreren Sprachen. Zu unterscheiden ist grundsätzlich, ob man sein Portal in einer bestimmten Fremdsprache (alles außer Englisch) betreiben möchte, oder ob man dem Besucher die Auswahl einer von mehreren Sprachen ermöglichen möchte. Meine Erfahrung ist, dass viele Pakete nach wie vor Probleme mit deutschen Umlauten haben, eine UTF-8 Kodierung ist hier nicht gängig implementiert. Manchmal liegt es an der Datenbank, manchmal hat fast jedes (wahrscheinlich bunt zusammengestückeltes) Modul seine separate Definition für die Kodierung. Bei einem Paket, das mehrere Hundert Euro kosten kann, die Kodierung selber in Ordnung bringen zu wollen, ist ein gefährliches Unterfangen. Erstens muss man die Seiteneffekte immer im Auge behalten, zweitens muss man die Änderungen akribisch dokumentieren, ansonsten zerstört das nächste SW-Update mit ziemlicher Sicherheit die eigene Programmierung.

Neben der Kodierung gibt es einen zweiten Brocken, der einen erheblichen Aufwand bedeutet. Selbst, wenn die Kodierung einwandfrei funktioniert (wie bei der von mir momentan eingesetzten SW), so befinden sich die Sprachdateien in einem unglaublich schlechten Zustand. Ganze Sätze scheinen mit automatischen Systemen übersetzt worden zu sein. Kritik dazu wird regelmäßig mit “Sie können ja alles selber ändern.” beantwortet. Das ist meistens richtig, bedeutet aber bei mehreren tausend zu korrigierenden Zeilen einen großen Aufwand. Dazu kommt, dass ich bisher noch kein SW-Paket angetroffen habe, wo am Ende nicht doch wieder eine Reihe von Ausdrücken hart in den Scripten kodiert ist. Diese gilt es ebenfalls mühsam zu identifizieren und gut zu dokumentieren (Sie wissen schon … das nächste Update!).

Auch Anfragen nach Kunden mit bereits vollständig korrigierten Sprachdateien werden meist mit dem Verweis abgeschmettert, dass man die Daten der Kunden nicht weitergeben darf. So muss also jeder Kunde, der sein Portal nicht in Englisch betreiben will, das Rad jedesmal wieder von vorne erfinden. Mühsam und absolut kundenunfreundlich.

Ein anderes Problem ist, dass einige Software-Hersteller lieber jede Menge zusätzlicher Funktionen entwickeln bzw. dazukaufen (das kennen wir doch?!), sich aber weniger auf korrekte Integration oder gar fehlerfreien Code fokussieren. Und wenn ich Funktionen schreibe, dann meine ich so etwas wie ein Event-System. Das Event-System wiederum hat dann möglicherweise so gut wie gar keine Funktionalitäten außer dem reinen Listing von Freitexten, ergänzt um den Namen des Erfassers. Man lässt sich leicht blenden, aber wie soll man auch im Vorfeld jedes Produkt auf Herz und Nieren prüfen? Das geht letztendlich nur im echten Betrieb.

Thema Verbesserungsvorschläge:
Anerkenneswert ist es, wenn der Hersteller ein Forum für Kunden-Feedback betreibt, eventuall sogar ein (integriertes oder abgekoppeltes) Feature Request System. Blöd ist es dann aber, wenn Sie niicht mehr als 10 Verbesserungsvorschläge einstellen dürfen, aber mehr als 30 (mit zunehmender Tendenz) im Kopf haben. Ich habe deswegen meine Verbesserungsvorschläge für die von mir eingesetzte SW in das Kundenforum des Herstellers gesetzt, damit sie dort dokumentiert sind und für die weitere Verbesserung des Produktes im Sinne der Kunden bewertet und in Erwägung gezogen werden können. Leider erhielt ich dafür eine Verwarnung mit der Androhung eines Bans. So schafft man Kundenzufriedenheit!

Verbesserungsvorschläge können dabei so trivial sein wie “Bitte alle Pflicht-Felder markieren, zum Beispiel mit einem Sternchen”. Oder “Bitte bei der Pluralbildung nicht einfach ein “s” anhängen. Dies ist nur im englischen Sprachraum üblich”.

Bei mehreren Herstellern habe ich die Erfahrung gemacht, dass solche “Features” wie eben genannt gerne umgesetzt werden, dies allerdings nicht im Rahmen der Produktpflege, sondern vielmehr als Einzel-Anforderung geschehen soll, und somit von Ihnen ganz persönlich zu bezahlen ist. Was für ein Unfug!

Bisher habe ich nicht einen einzigen Hersteller gefunden, der wirklich kundenorientiert arbeitet. Weiter habe ich nicht eine einzige SW gefunden, die meine Ansprüche abdeckt (aber das ist natürlich sehr subjektiv). Bleibt als Ausweg die Eigenentwicklung oder ein Entwicklungsauftrag an einen Dritten. Leider muss dann mit erheblich höheren Kosten und erheblich längerem Zeithorizont ausgegangen werden. Und am Ende ist auch dann nicht sichergestellt, dass die SW jemals einen adequaten Reifezustand erreichen wird.

Wer mehr über die Erfahrungen mit der MUC-Outback SW erfahren möchte, möge mich bitte per E-Mail anschreiben.

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Ich habe mir mal die Tage eine Aion-Sig gemacht.

Aion Signatur Zephyda