Attraktionen – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net Querbeete Gedanken, Meinungen und Interessen Sun, 22 Oct 2017 15:45:43 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 http://blog.sevke.net/wp-content/uploads/2016/03/cropped-think-622166_960_720-150x150.jpg Attraktionen – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net 32 32 27620428 Lissabon-Reise mit Sunwave – noch mal Sintra http://blog.sevke.net/2016/06/25/lissabon-reise-mit-sunwave-noch-mal-sintra/ http://blog.sevke.net/2016/06/25/lissabon-reise-mit-sunwave-noch-mal-sintra/#respond Sat, 25 Jun 2016 13:48:01 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7613 Hinweis:
Die Vorbereitungen zu meiner Ausflugstour nach Sintra findet ihr in meinem Artikel Cabo da Roca und Sintra in Portugal – Vorbereitung.


Heute, am 10. Mai 2016, hatte die Gruppe wieder einen freien Tag zur Selbstgestaltung. Das traf sich wieder sehr gut, da ich ja noch ein paar sozusagen private Ausflugsziele eingeplant hatte:

  • Palácio Nacional da Pena in Sintra
  • Bar Moinho Dom Quixote in Colares

Bis auf zwei Gruppenmitglieder ist der Rest wieder nach Lissabon gefahren. Die beiden anderen waren noch unentschlossen. Allerdings hatten sie keine Lust, mit mir zusammen noch mal nach Sintra zu fahren. Auch gut.

Ohne festen Terminplan konnte ich es mir heute leisten, etwas später aufzustehen. Das war dann so gegen 9:00 Uhr.

Palácio Nacional da Pena in Sintra

Luftbild der Gesamtanlage des Palácio Nacional da Pena in Sintra
Gestern hatte ich ja schon viel Zeit in Sintra verbracht, vor allem in der Quinta da Regaleira.

Heute würde ich das fotogene Märchenschloss hoch oben auf dem Berg besuchen.

Bis Sintra ist der Weg schnell und einfach zu fahren.

Aber vom Zentrum des Ortes bis hoch zum Palast ließ ich mich auf eine abenteuerliche Fahrt ein. Kleine Straßen schrauben sich in engen Serpentinen durch einen Urwald hinauf, zunächst noch zweispurig, später dann nur noch einspurig als Einbahnstraße.

An der Stelle auch gleich einmal eine Warnung: wenn man den Berg hochfährt, finden sich immer wieder kleine Parkplätze und Parkstreifen am Straßenrand. Schnell lässt man sich zu einem „Ach, einer geht noch!“ hinreißen und versucht, noch näher an den Palast heranzukommen. Wer dann endlich beim Palast angekommen ist, kann leider nicht mehr umdrehen, denn die Straße ist eine Einbahnstraße. Und auf dem Weg nach unten gibt es keine Parkmöglichkeiten mehr.

Ich ging das Risiko bewusst ein, ich hatte ja Zeit. Also fuhr ich erst einmal gemütlich zum Palast hoch und sondierte die Lage. Danach fuhr ich wieder auf der anderen Seite runter nach Sintra und dann wieder hoch durch den Urwald. Ich sah das nicht als Zeitverschwendung an, sondern genoss den Wald und die abenteuerlichen Straßen. Mit dem Motorrad würde das sicher noch mehr Spaß machen!

Oben beim Eingang standen Busse und Taxis herum. Man konnte also auch sehr gut ohne eigenes Auto herkommen. Der Eingang führte aber keineswegs in den Palast, sondern in die riesige Parkanlage (das kennen wir schon von der Quinta da Regaleira). Nur war hier praktisch der gesamte Berg die zum Palast gehörende Parkanlage. Unglaublich!

Foto der Vorderseite des Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016

Vom Palácio Nacional da Pena gibt es ganz hervorragende Fotos im Internet, auch tolle Luftbilder. Einfach mal die Bildersuche von Google dafür nutzen. Meine eigenen Fotos sind nicht so aufregend. Ich hatte auch nur so eine kleine Exilim mitgenommen. Ich verwende meine Fotos hier trotzdem.

Der Palast war also von hier am Eingang immer noch weit weg und weit über mir. Wer mochte, konnte zu Fuß durch den Garten hoch zur Anlage spazieren gehen. Wer das nicht wollte, konnte auch einen Kleinbus-Transfer in Anspruch nehmen. Der kostete natürlich extra, und nicht zu knapp.

Scan der Eintrittskarte

Auf dem Foto vom Palast könnt ihr übrigens gut erkennen, dass die Außenwände tatsächlich so farbenfroh gestaltet sind, wie man es im Internet auf den Fotos sehen kann. Das ist nicht nachträglich mit Hilfe von Photoshop bunter gemacht worden.

Und noch etwas könnt ihr auf dem Foto sehen, und zwar oben links: blauer Himmel! Ja, das Wetter war (im Augenblick) super!

Der Eintritt kostete also 14 Euro und der Transfer noch mal 3 Euro. Der Bus fuhr alle 15 Minuten.

Die letzten Könige, die im Palácio Nacional da Pena in Sintra gelebt haben

Scan von mir, 2016

Ursprünglich stand da oben mal ein Kloster. Das wurde bei dem verheerenden Erdbeben von 1755 sehr stark beschädigt und in Folge aufgegeben. Auf diesen Ruinen wurde dann später ein neues Kloster und der Palast gebaut. Obwohl oft von dem Neuschwanstein Portugals gesprochen wird, so ist der Palast doch älter als Neuschwanstein bei uns in Deutschland … und viel bunter 😉 . Anders als Schloss Neuschwanstein wurde der Palácio Nacional da Pena von vielen Königen und Königinnen bewohnt. Die Räume des Palastes sind vollständig eingerichtet.

Bei dem Palast handelt es sich um eine Touristenattraktion. Entsprechend gut ausgestattet ist das Schloss. Es gibt sanitäre Anlagen, eine Cafeteria, ein Restaurant und natürlich einen Andenkenladen. Der riesige Park wird weniger stark frequentiert. Dort ist alles sehr ruhig und irgendwie ehrfürchtig.

Foto des Vorhofs und des Haupttores

Foto von mir, 2016

War man erst einmal oben beim Palast, der auf über 500 m Höhe lag, war die Besichtigung nicht mehr sehr beschwerlich. Die Eintrittskarte musste man mehrmals vorzeigen, also bitte sorgfältig behandeln und vor allem nicht wegwerfen!

Durch das Tor auf dem Foto mussten alle Besucher gehen, um in den eigentlichen Haupthof des Palastes zu gelangen. Die gesamte Anlage war überall mit kleinen Wachtürmen gesichert. Durch die Lage war ohnehin nicht davon auszugehen, dass sich jemand unbemerkt dem Palast nähern konnte.

Foto der Außenfassade mit wunderschönen Azulejos und manuelinischen Verzierungen

Foto von mir, 2016

Auf dem Hauptplatz findet ihr zu eurer Rechten das Kloster mit seiner roten Fassade. Auf der linken Seite gibt es ein mehrstöckiges massives burgähnliches Gebäude in gelber Farbe, das um einen Rundbau mit einer halbkugelförmigen Kuppel (sieht aus wie ein Planetarium) ergänzt ist. Dieser Komplex ist mit dem Kloster über einen Mittelteil verbunden, durch den ein Durchgang in den hinteren Hof führt. Die Fassade des mittleren Teils ist komplett mit Fliesen (den Azulejos) bedeckt. Zusätzlich findet man an der Fassade sehr stark ausgeprägt manuelinische Verzierungen.

Die Fliesen haben den Vorteil, dass man die Wände nicht regelmäßig neu mit Farbe streichen muss. Außerdem isolieren sie sehr gut gegen Wärme. Hat schon mal jemand eine Fliese angefasst, die warm ist? (Außer Bodenfliesen mit Fußbodenheizung natürlich.) Und schließlich sehen die Fliesen auch noch schön aus. Natürlich ist es wesentlich mehr Aufwand, eine Wand zu fliesen, als sie nur mit Farbe anzumalen.

Zum hinteren Hof gibt es zwei Durchgänge. Über dem rechten kann man den imposanten Triton bewundern.

Foto des Tritons über dem Durchgang zum hinteren Hof

Foto von mir, 2016

Der griechische Gott Triton war ein Sohn des Poseidons und der Meeresnymphe Amphitrite. Triton ist halb Fisch und halb Mensch.

Es war gar nicht so leicht, Fotos ohne Touristen zu machen. Hier liefen nun doch ziemlich viele Leute herum. Einige waren in Reisegruppen oder in Führungen organisiert. Auch Japaner waren darunter, die, dem Klischee enstprechend, viele Fotos schossen.

Unter dem Triton hindurch bin ich in den hinteren Hof gegangen. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Landschaft und auf …

Fotografierende japanische Teenager im hinteren Hof des Palastes

Foto von mir, 2016

… fotografierende Touristen. Schon klar … ich war auch einer davon. Diese Teenager sind mir noch häufiger begegnet. An verschiedenen Orten des Palastes machten sie vorwiegend Selfies oder Fotos von ihren Freunden. Für die Leute, die mich nicht kennen: mir hat das natürlich nichts ausgemacht, ich sehe das auch keineswegs negativ. Jeder so, wie er mag. Es war für mich eher amüsant zu sehen, wie unterschiedlich jeder bewertet, was für ihn sehenswert ist. Aber ihr seht ja … ich habe die Teenager ebenfalls fotografiert. 😉 Mein persönliches Highlight!

Ach so, ja, die Landschaft. Hier ist sie:

Landschaft, von der hinteren Terrase des Palácio Nacional da Pena in Sintra aus gesehen

Foto von mir, 2016

Wie ihr seht, hat man von hier oben einen fantastischen Fernblick.

Foto des Eingangs zur kleinen Kapelle

Foto von mir, 2016

Vom hinteren Hof gelangte man in die kleine Kapelle, die zum alten Kloster gehörte. Viel mehr kann ich euch über die Kapelle auch gar nicht erzählen. Ich bin natürlich hinein gegangen und habe dort einige leise Momente der Andacht verbracht.

Aber dann wurde es Zeit für die Besichtigung der Innenräume. Dazu musste ich wieder zum Hauptplatz zurück und dort zum alten Kloster hinüber. Die Eintrittskarte wurde hier ein weiteres Mal überprüft. Das Tolle an den Innenräumen war, dass sie komplett eingerichtet waren.

Foto eines einladend gedeckten Esstisches im Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016

Sagt selbst: dieser Tisch lud doch dazu ein, Platz zu nehmen und in vornehmer Umgebung zu trinken und zu speisen. Das Kloster ist ein in sich geschlossener Komplex mit einem Innenhof. Alles wirkte sehr geschützt. Immerhin dürfte es hier oben auf dem Berg oft recht windig sein. In diesem Gebäudeteil wohnten die Könige und die Königinnen. Selbst das Badezimmer der Königin konnte besichtigt werden. Alle Räume waren sehr aufwendig in Szene gesetzt worden und erweckten den Eindruck, die Bewohner wären nur kurz weggegangen.

Vom Kloster ging es weiter in den Mittelteil des Palastes, also über den Triton hinweg. Hier gelangte man in den großen Empfangssaal.

Ein Blick durch den großen Empfangssaal des Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016

Der Saal hatte in beide Richtungen viele große Fenster, so dass er sehr hell war. Zur genauen Architektur des Palastes habe ich bisher keine Informationen im Internet gefunden. Deswegen kann ich nicht sagen, welche Funktionen der große Rundbau und das davor liegende mehrstöckige rechteckige Gebäude hatten.

Im Rundbau waren einige Gebrauchsgegenstände ausgestellt. Im großen Gebäude befand sich oben die Küche.

EIn Blick in die Küche mit einer möglichen Ausstattung

Foto von mir, 2016

Auf dem Foto wird die Küche nicht so abgebildet, wie sie tatsächlich genutzt worden war. Stattdessen wurde der Raum genutzt, um eine Vielzahl von Küchen-Utensilien auszustellen, die aus der Zeit des Palastes stammten. Eine Reihe von Schornsteinen auf dem Dach des Gebäudes zeigten, dass dies wirklich die Küche des Palastes gewesen war.

Ein Bauwerk wie der Palácio Nacional da Pena muss immer wieder renoviert werden. Dies geschieht regelmäßig und ist Voraussetzung dafür, dass uns dieses Schloss auch in Zukunft in seiner ganzen Vielfältigkeit und Pracht erhalten bleibt.

Für den Palast hatte ich mir ausreichend viel Zeit gelassen. Jetzt wollte ich mir den Wald und die Parkanlagen ansehen. Hier ein grober Übersichtsplan:

Unscharfer Übersichtsplan der Parkanlagen

Scan von mir, 2016

Viel erkennt man nicht auf diesem Plan. Wenn ihr den Palast besuchen solltet, bekommt ihr sowieso einen eigenen gedruckten Plan auf Deutsch. Hier soll er nur einen Eindruck über die Größe geben.Im unteren linken Viertel des Bildes könnt ihr vielleicht den Palast erahnen.

Vergrößert sieht das so aus:

vergrößerter Ausschnitt vom Übersichtsplan, der den Palast zeigt

Scan von mir, 2016

Im Wald könnt ihr jedenfalls Stunden verbringen. Auch bei warmen Wetter müsste es gut auszuhalten sein, weil die Bäume für viel Schatten sorgen.

Im Wald gibt es viele kleine Attraktionen: hier eine Statue, dort ein Brunnen, an anderer Stelle ein steinerner Thron, Teiche, Flüsse, Entenhäuser, ein Farngarten mit riesigen Baumfarnen, eine Grotte, Kapellen, Tempel, Gewächshäuser usw. Alles konnte ich mir nicht ansehen. Ich glaube, ich habe ungefähr zwei Stunden im Palast und weitere zwei Stunden im Wald zugebracht.

Ein toller Aussichtspunkt war die Santa Catarina Anhöhe:

Thron der Königin auf der Santa Catarina Anhöhe

Foto von mir, 2016


Wieder so ein Foto, das nur Fragen aufwirft. Ich habe nichts Besseres. Beim nächsten Mal nehme ich eine 360 Grad Kamera mit, dann kann man das besser erkennen. Ich beschreib also mal kurz: dies ist der Thron der Königin, ein aus dem Felsen geschlagener Hochsitz, der mit Fliesen verziert wurde. EIn paar Stufen führen zur eigentlichen Sitzfläche. Dies soll der bevorzugte Ausblickspunkt von Königin Amélia gewesen sein.

Wenn man sich dort hinsetzte und zum Schloss zurück blickte, hatte man einen super Blick auf sein trautes Heim:

Blick zum Palácio Nacional da Pena in SIntra

Foto von mir, 2016

Ganz offenichtlich liebte Königin Amélia die Ruhe. Ein weiterer ihrer Lieblingsplätze soll dieser gewesen sein:

Der Thron der Königin im Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016

Deswegen heißt dieser Tisch auch der Tisch der Königin. Im Gegenstz zum Thron der Königin bot der achteckige Tisch Platz für mehrere Personen. Im Augenblick wirkte der Platz etwas verwahrlost und nicht besonders einladend.

Sehr bekannt ist der Farngarten, der sich in einem kleinen Tal befand.

Baumfarne im Farngarten im Palácio Nacional da Pena in Sintra

Foto von mir, 2016


Diese Farne stammen aus Neuseeland und Australien und sind an sich nicht unbedingt typisch für das portugiesische Klima. Aber hier im Wald wurden viele kleine Wasserläufe und Teiche angelegt, so dass die großen Baumfarne offensichtlich gute Bedingungen vorfanden. Entsprechend angenehm ist es auch für Besucher, durch dieses kleine Tal spazieren zu gehen.

Im Süden des Tals schloss sich das Tal der Seen an. Hintereinander gab es hier fünf schmale Seen, in die sämtliche Flußläufe des Parks mündeten. Mehrere hübsche Entenhäuser boten einen Unterschlupf für Enten. Am Ende dieses Tals konnte man den Park verlassen. Und gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite wartete mein Auto auf dem Parkplatz.

Wenn ihr in der Gegend von Lissabon seid, dann solltet ihr Sintra unbedingt in die Planung eurer Ausfliegsziele einbeziehen.

Für mich war es das erst einmal in diesem Jahr … ich hatte ja noch ein zweites Ausfliegsziel auf meiner Liste.

Bar Moinho Dom Quixote

Was sollte an einer Bar bzw. einem Café schon besonderes sein? Und warum sollte man extra zig Kilometer fahren, um eine bestimmte Bar zu besuchen? Stellt ihr euch diese Fragen?

Ich stellte diese Fragen nicht.

Ich war hier, um neue Eindrücke zu gewinnen und neue Erfahrungen zu sammeln. Jedes Ziel war deswegen im Gunde gleichwertig. Okay, das stimmt natürlich nicht ganz. Sintra war wirklich etwas ganz Besonderes!

Hier noch mal kurz die Adresse: Rua dos Moinhos 5, 2705-001 Colares (Breite: 38.770638°, Länge: -9.477609°). Die Bar befindet sich auf dem Weg von der Nationalstraße N247 zum Cabo da Roca.

der kleine Wegweiser zur Bar

Foto von mir, 2016

Also ab in Richtung Cabo da Roca. Auf der linken Seite der Hauptstraße seht ihr diesen unscheinbaren Wegweiser, der leicht zu übersehen ist. Hier geht es links hinein in eine kleine Straße.

Die Bar war früher einmal eine Windmühle. Und deswegen seht ihr zunächst eine Windmühle. Davor befindet sich ein ausreichend großer Kies-Parkplatz.

Windmühle bei der Bar Moinho Dom Quixote in Colares

Foto von mir, 2016

Hier an der Westküste war es, wenig überraschend, sehr windig. Dem wurde die Bar durch mehrere verglaste Terrassen gerecht. Ich kann mir eine Bemerkung an dieser Stelle nicht verkneifen: das Wetter war gut! Und es hatte den ganzen Tag nicht geregnet! Geht doch! Warm war es allerdings trotzdem noch nicht so richtig.

Natürlich gab es auch Außenterrassen mit herrlichem Blick auf den Atlantik.

Blich von einer Außenterrasse hinaus auf den Atlantik

Foto von mir, 2016

Da passte der Wind eigentlich gerade optimal dazu. Und es roch nach Meer.

Sehr außergewöhnlich war der liebevoll angelegte Garten.

Ein Teil des wunderschönen Gartens bei der Bar Moinho Dom Quixote

Foto von mir, 2016

Wer Pflanzen mag, wer vielleicht selber einen Garten besaß, der kam hier auf seine Kosten. Ein kleiner See, Fliesenbilder, viele große Amphoren, jede Menge Kakteen und andere Sukkulenten.

Ich bin also eine Zeit lang draußen herum spaziert und habe mir diesen Garten angesehen. Ein paar wenige Leute saßen draußen, die meisten bevorzugten den Schutz der hinter Glas gut geschützen Terrassen. Wer es zulässt, kann hier zur Ruhe kommen.

Das wollte ich probieren und ging hinein in die Innenräume. Im ersten Wintergarten gab es leider keinen freien Tisch. Drinnen waren alle Wände mit allerlei Zeug vollgehängt. Der Eindruck war insgesamt eher mexikanisch als portugiesisch. Es liefen Katzen und Hunde herum. Wer das nicht mag, sollte die Bar dementsprechend meiden.

In der Ecke gab es einen Durchgang zu einem weiteren kleinen Wintergarten. Dort ließ ich mich an einem großen Tisch auf einem Sofa nieder. Der Tisch war noch nicht abgeräumt.

Ich bestellte mir einen „Salada Tropical“. Auf der Speisekarte gab es keine großartigen Menüs, sondern eher kleine Speisen, Snacks, Salate und Burger. Für ein großes Abendmahl schien dies der falsche Ort zu sein. Der Salat war eine interessante Mischung aus einerseits eher herben Geschmacksnoten, andererseits aber sehr süßen Aromen von den Früchten.

In dem kleinen Raum saß eine Gruppe von drei Leuten, die sich auf Deutsch unterhielt. Mindestens einer davon war Schweizer. Sie unterhielten sich angeregt über alles Mögliche. Der Schweizer und eine der beiden Frauen schienen Residente zu sein, während die zweite Frau wohl zu Besuch war. Sie tranken mehrere Caipirinhas und die Unterhaltung wurde mit der Zeit immer lockerer.

Blick aus einem der WIntergarten hinaus in den Garten

Foto von mir, 2016

Während ich mir auf dem iPad mit einer Bluetooth-Tastatur Notizen zu meinem Besuch in Sintra machte, hörte ich zwangsläufig den Gesprächen zu. Die Gruppe saß genau in meiner Sichtlinie. Irgendwie fand ich es amüsant, dass die Leute sich über alles mögliche Private unterhielten, ohne sich Gedanken zu machen, dass ich vielleicht alles verstehen konnte. Wie ein Portugiese sah ich ja nun nicht aus.

Irgendwann verließen sie das Lokal und ich wünschte ihnen auf Deutsch „noch einen schönen Abend!“. Eine der Frauen sagte zu mir: „Das war ja soooo klar!“ und lachte mich fröhlich an.

Gut gelaunt und gut entspannt fuhr ich wieder nach Carcavelos ins Hotel zurück. Für mich war es ein perfekter Tag!

Abends im Hotel

Heute war unser letzter Abend im Hotel. Deswegen traf sich unsere Gruppe abends um 19:00 Uhr in der Hotel-Lobby zur Abrechnung der gemeinsamen Fahrzeugkosten, also Benzin und Maut. Alle waren damit einverstanden, die Kosten einfach aufzuaddieren und dann durch die Anzahl der Gruppenmitglieder zu teilen. Ich finde es gut, wenn das so problemlos funktioniert. Natürlich konnte ich meine extra Fahrten nicht von den anderen bezahlen lassen.

Für jeden kamen 20 Euro Fahrzeugkosten heraus.

Das Abendessen gab es heute wieder im Hotel.

Danach saßen wir noch alle zum Chillen in der Bar zusammen.


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Alle Sunwave Artikel in meinem Blog.
Meine Portugal-Artikel.
Übersicht über Facebook-Gruppen, die sich mit Portugal beschäftigen.
Übersicht über deutschsprachige Portugal-Foren.


Weitere Informationen im Internet

360 Grad Bilder vom Palácio Nacional da Pena.
Offizielle Seite parquesdesintra.pt (englischsprachig).
Inoffizielle Facebook Fan-Seite der Bar Dom Quixote Moinho.


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http://blog.sevke.net/2016/06/25/lissabon-reise-mit-sunwave-noch-mal-sintra/feed/ 0 7613
Lissabon-Reise mit Sunwave – Sintra http://blog.sevke.net/2016/06/15/lissabon-reise-mit-sunwave-sintra/ http://blog.sevke.net/2016/06/15/lissabon-reise-mit-sunwave-sintra/#respond Wed, 15 Jun 2016 13:46:05 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7611 Hinweis:
Die Vorbereitungen zur gemeinsamen Ausflugstour zum Kap und nach Sintra findet ihr in meinem Artikel Cabo da Roca und Sintra in Portugal – Vorbereitung.


Am südwestlichsten Punkt des europäischen Festlands war ich schon oft, am Cabo de São Vicente. Aber am westlichsten Punkt war ich noch nie, also am Cabo da Roca.

Sintra wiederum liegt nicht am Meer, sondern etwas landeinwärts und ist bekannt für seine Landschaft und für viele herrschaftliche Häuser, die früher privat, heute aber öffentlich zugänglich sind.

Das waren die Ziele für den heutigen gemeinsamen Ausflugstag.

Praia do Guincho

Foto des Strand Praia do Guincho an der Westküste von Portugal

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Wir fuhren also nach dem Frühstück alle zusammen los in Richtung Cabo da Roca. Die Fahrt ging immer an der Küste entlang. Kurz vorher kamen wir an dem sehr bekannten Strand Praia do Guincho vorbei und hielten kurz für eine Pause an. Im Augenblick regnete es gerade mal nicht. Aber zum Verweilen lud der Strand dennoch gerade nicht ein. So wurde die Pause für’s Rauchen und für ein paar schnelle Fotos genutzt.

Der Strand war schön und bot am Rande einen Pinienwald mit der Möglichkeit zum Picknicken im Schatten.

Ich konnte mir gut vorstellen, dass hier im Sommer viel los war.

Cabo da Roca – das Ende von Europa

Foto der hügeligen grünen Landschaft am Cabo da Roca

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet (und der Himmel war nicht so blau 😉 )

Nicht ganz das Ende von Europa … da draußen im Meer gab es ja noch die Azoren, die natürlich ebenso zu Europa (und Portugal) gehörten. Aber zumindest das westlichste Ende des Kontinental-Europas.

Auf dem Foto könnt ihr gut erkennen, wie grün die Landschaft im Augenblick war. Es kann gut sein, dass ihr das bei eurem Besuch nicht ganz so üppig vorfinden werdet.

Foto des Markierungspunkts am Cabo da Roca

Foto von mir, 2016

Hier gab es überhaupt nichts Aufregendes. Kein Feuerwerk, keine Fanfaren … Auf dem Parkplatz standen einige Busse und PKWs herum und in der Gegend stromerten Leute durch die karge Landschaft. Hinter der kleinen Mauer auf dem Foto ging es relativ steil nach unten ins Meer. Einige Wahnsinnige lassen sich natürlich mit einem Fuß in der Hölle fotografieren, sprich, sie stellen sich so nah an den Abgrund, dass ich mich abwende, um nicht den Sturz in den Tod live mitansehen zu müssen. Okay, es ist dann heute doch nichts passiert, aber überrascht hätte es mich nicht.

Aber so ist es ja immer: ich bekomme schon die Krise, wenn ich nur 5 Meter an so einen Abgrund ran muss, weil ich ja nie weiß, wie sich diese Kante unter mir darstellt. Ist da solider Fels? Ist die Kante vielleicht nur 20 cm dick und ich sehe es nicht? Gut, ist mein Problem, ich kann damit leben.

Zu unterschätzen ist die Gefahr hier am Kap jedenfalls nicht. Jedes Jahr sterben Menschen, die sich zu nah an den Abgrund getraut haben und dann abgestürzt sind.

An der linken Seite dieser Säule befand sich eine Tafel mit den wichtigsten Daten zu diesem Ort.

Ein Foto ohne Menschen war übrigens nicht zu schaffen. Ich habe mehrere Minuten ausgeharrt, aber dann gab ich auf. Soviel Zeit hatte ich dann heute doch nicht.

Foto des Leuchtturms am Cabo da Roca

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Ja, klar, gab es da noch den Leuchtturm, der den Schiffen signalisierte, dass sie mal nicht so nah ran kommen sollten. Besichtigen konnte man ihn allerdings nicht. Die Steilküste befand sich übrigens auf dem Foto links vom Leuchtturm.

Das sieht dann so aus:

Foto der Steilküste beim Cabo da Roca

Foto von mir, 2016

Weiter oben beim Parkplatz gab es ein kleines Touristen-Informationsbüro. Dort konnte man Andenken kaufen, unter anderem auch ein Zertifikat, das einem den Besuch dieses wundervollen magischen Ortes bestätigte. Ich glaube, sie verlangten 11 Euro dafür. Ihr müsst mir eben auch ohne Zertifikat einfach glauben, dass ich tatsächlich hier war!

Foto von einem Teppich aus blühenden Mittagsblumen

Foto von mir, 2016

Es bestand die Möglichkeit, sich etwas abseits des Hauptweges in die Landschaft hineinzubegeben. Ein Teppich aus Mittagsblumen (korrigiert mich bitte, wenn es sich um andere Blumen handelt) leuchtete grün und gelb, obwohl wir gar keine Sonne hatten.

Achja … und schon fing es wieder an zu regnen.

Wind und Regen trieben die Menschen schnell in ihre Busse und uns in das Touri-Geschäft. Dort konnte man sich halbwegs unterstellen.

Ich habe es jedenfalls genossen, die Nase in den Wind zu halten und der Brandung da unten zu lauschen. Das Gequassel in diversen Sprachen von den Leuten um mich herum musste ich halt ausblenden.

Ich habe mir noch ein wenig die schönen Erinnerungen angesehen, die man in dem Geschäft kaufen konnte, aber naja … Erinnerungen trage ich im Herzen und nicht in gekauften Kitsch-Fotos. (War das jetzt zu dick aufgetragen?)

Ach, übrigens, auf dem Weg zum Kap habe ich an einer Abzweigung den Hinweis auf die Bar Moinho gesehen. Ihr erinnert euch? Geheimtipp. Das würde ich wiederfinden. Und morgen hatte ich einen freien Tag, an dem ich die Bar besuchen konnte.

Sintra – Märchenschlösser und Zaubergärten

Um 11:30 Uhr fuhren wir vom Cabo da Roca weiter in Richtung Sintra. Wir waren zu viert im Auto, meine Fahrerin fuhr super und wir unterhielten uns im Auto über alles Mögliche oder schauten uns die tolle Landschaft an.

Und ja, die Landschaft hier, „links“ von Lissabon ist viel, viel interessanter als ich es erwartet hatte. Oder ich sag es mal anders: ich könnte hier definitiv noch mal einen Urlaub verbringen!

Sintra selber ist großartig! Hallo? Ihr kennt Sintra nicht? Kleiner Tipp: fahrt dort unbedingt mal bei Gelegenheit vorbei!

Sintra ist für alle Portugal-Liebhaber ein verheißungsvoller Ort.

Große Pinienwälder sorgen für ein etwas angenehmeres Klima. Die Großstadt Lissabon ist leicht per Bahn erreichbar. Und das Meer ist auch nicht weit entfernt.

Der portugiesische Adel und einige reiche Unternehmer sahen das genauso und haben sich im Laufe der Jahrhunderte wunderschöne Häuser und große Paläste gebaut.

Jetzt endlich hatte ich die Möglichkeit, mir selber einen Eindruck davon zu machen. Mir war natürlich absolut klar, dass ich in ein, maximal zwei Tagen keine Chance hatte, mir alles Interessante mit der mir eigenen Intensität und Muße anzuschauen.

Die Innenstadt von Sintra

Foto von ANgela, von mir nachbearbeitet

Ein kleiner Ort (ca. 10.000 Einwohner) mit steilen Straßen und vielen kleinen und kleinsten Geschäften, im Zentrum der Palacio National mit seinen zwei markanten Schornsteinen. Das Zentrum war natürlich touristisch überlaufen. Es gab jede Menge kleiner Geschäfte und Bars mit teilweise überraschenden Konstruktionen, um das steile Gelände auszugleichen. Muss ich es noch erwähnen? Natürlich ist das ganze Gebiet UNESCO Weltkulturerbe.

In den 21 Jahren (seit 1985), in denen ich regelmäßig Portugal besucht habe, war ich noch nie in Sintra. Schon immer wollte ich mal nach Sintra! Und jetzt war ich dort! Ein zufriedenes Grinsen schlich sich in mein Gesicht und die Reaktion meiner Mitreisenden bestätigte, dass man mir das offensichtlich ansah.

Okay, es regnete natürlich mal wieder.

Wir sind erst mal zum Palácio National gegangen und haben dann beratschlagt, was wir bei den Wetterverhältnissen anschauen wollten. Zur Wahl standen der Nationalpalast, der Palácio Nacional da Pena und die Quinta da Regaleira. Bei Regen war natürlich alles besser geeignet, was innerhalb eines Gebäudes gemacht werden konnte. Offiziell geplant war allerdings die Quinta da Regaleira (ja!), aber Helena war flexibel und wollte sich nach ihrer Gruppe richten.

Verkehrswegweiser zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Sintra

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

So sah es aus … jede Menge Sehenswürdigkeiten, aber wahrscheinlich nur Zeit für eine davon. Einige aus der Gruppe schienen nicht so sehr der „Ich schau mir alte Häuser an“-Typ zu sein und wären wohl lieber wieder shoppen gegangen. 🙂 Gut, es wurde daher entschieden, dass wir alle gemeinsam, alleine oder in Grüppchen durch die Stadt spazieren gehen, eine Kleinigkeit zu Mittag essen, gegebenenfalls ein paar Andenken für die Lieben in Deutschland kaufen, um uns dann um 14:00 Uhr wieder vor dem Nationalpalast einzufinden.

Die Leute teilten sich so ein bisschen in verschiedene Gruppen auf. Meine Gruppe schlenderte durch die Gassen auf der Suche nach einem kleinen Imbiss. Gelandet sind wir dann in einer winzigen Konditorei und haben uns dort Kleinigkeiten zum Essen gekauft. Natürlich habe ich die uns von Helena empfohlene Queijada probiert. Aber vorher ein Tosta Mista gegen den Hunger. Dazu einen Galão Escuro, also einen dunklen Milchkaffee. Die Queijada (eine Art Miniatur Käsetörtchen, schmeckte sehr lecker, allerdings war mir der Teig, der als Gefäß diente, zu hart. Da musste ich richtig kauen.

Nach dem kleinen Snack sind wir weiter geschlendert, erst mal immer nur nach oben. Die Mädels haben sich ein paar der Läden von innen angesehen, ich blieb derweil draußen und schaute mir das bunte Treiben an: da wurde geknutscht, woanders wurde gestritten, hier wurde diskutiert … manche Leute hatten sich nichts zu sagen.

Wir trafen dann wieder auf Helena, unsere Reiseleiterin, die uns einen kleinen Aussichtspunkt zeigte. Von dort ging es dann über Treppen schnell wieder nach unten und nach ein paar weiteren Zwischenstopps in Läden dann schließlich zum vereinbarten Treffpunkt vor dem Nationalpalast.

Es war immer noch nicht geklärt, welchen Palast oder welche Quinta wir uns ansehen wollten. Alles würde aus zeitlichen Gründen nicht funktionieren. Mir war es egal, weil ich mir für morgen sowieso all das, was wir heute nicht ansahen, einplanen würde. Inzwischen war das Wetter viel besser und es regnete nicht mehr, so dass wir bei der Ursprungsplanung, nämlich der Quinta da Regaleira blieben (großer Park = viel draußen sein = schlecht bei Regen).

Das Hauptgebäude der Quinta da Regaleira in Sintra

Foto von mir, 2016

Vom Nationalpalast aus ist die Quinta zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen. Sie liegt direkt an der Straße. Der Eintritt kostete 6 Euro, schloss aber sowohl den riesigen Park als auch das Gebäude ein.

Das war doch mal ein Gebäude! Die Munsters hätten ihren Spaß an der Quinta gehabt!

üppiges Grün in den Parkanlagen der Quinta da Regaleira in Sintra

Foto von mir, 2016

So eindrucksvoll das gotische Gebäude aussah, so war das eigentliche Highlight der große romantische Garten … ach was, die riesigen Parkanlagen. Hier gab es viele versteckte Plätze, Türme, Grotten und ein ausgedehntes Tunnelsystem. Alles war üppig bewachsen. Wenn ihr Sinn für Romantik habt, dann schnappt euch euren Liebsten oder eure Liebste und verbringt Stunden in dieser Anlage!

Keine Ahnung, wie das im Sommer aussah, aber wir haben auch bei unseren mäßigen Temperaturen von ca. 18 Grad beim Herumwandern durchaus geschwitzt. Der Park befand sich nämlich an einem Hügel und man musste ständig Schrägen oder Treppen hoch gehen. Mein erklärtes Ziel war natürlich der Brunnen der Initiation. Und ich wollte ihn von unten und nicht von oben erreichen, also über den Weg hinter dem Wasserfall.

Und genau dafür hatte ich mir extra eine Taschenlampe mitgenommen.

Teich vor dem Eingang zum Tunnelsystem der Quinta da Regaliera in Sintra

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Plötzlich sah ich einen kleinen Teich vor mir, an dem rechts ein Weg nach oben vorbei führte, der aber auch quer durch das Wasser über ein paar eingelassene Steine eine Überquerung – oder sollte ich Durchquerung schreiben? – ermöglichte. Von oben hörte ich: „Na, wer traut sich?“, während gleichzeitig eine meiner Mitreisenden bereits von der anderen Seite zurückkehrte. Ja, natürlich! Das war’s! Und wenn ich absaufen würde, ich MUSSTE diesen Weg einfach gehen!

Also tapfer vorsichtig einen Fuß vor den anderen gesetzt, von einem Stein zum anderen balancierend … ich fühlte mich von oben beobachtet, musste aber auf meine Schritte achten. Und dann, so ca. 8 Steine später, war ich drüben. Vor mir war ein dunkles Loch und meine Mitreisende. Ich holte die Taschenlampe raus und auf ging’s!

Es war wirklich absolut dunkel … ohne Taschenlampe. Der Stollen sah grob aus dem Fels gehauen aus und führte nicht ganz gerade in das für uns Unbekannte. Wir fühlten uns wie Indiana Jones!

Ausblick vom Tunnelsystem aus durch einen kleinen Wasserfall

Foto von mir, 2016

Kurz nach dem Start standen wir hinter einem kleinen Wasserfall und konnten die (wenigen) Leute beobachten, die wie wir über die Trittsteine balancierten.

Wir drangen weiter in den dunklen Fels vor. Die Gänge durch den Fels waren nicht mal so eben zwei Meter lang oder so. Es handelte sich um eine recht ausgedehnte Anlage.

Irgendwann kamen uns andere Leute entgegen, auch welche aus unserer Reisegruppe. Die hatten den einfacheren Weg gewählt, nämlich den bequemen Einstieg von oben, die Wendetreppe nach unten und dann durch den Stollen. Mancher hatte das Smartphone als Taschenlampe verwendet, aber meine Lampe war natürlich viel stärker (das war so eine High-Tech Super-Duper LED-Lampe. Wen es interessiert: Fenix LD41).

Foto vom unteren Ende des Brunnens nach oben zum Himmel

Foto von Angela, von mir nachbearbeitet

Und dann standen wir am unteren Ende des Brunnens der Initiation (Poço Iniciatico). Es war dunkel, aber von oben drang natürlich Licht herein. In neun Ebenen führte ein spiralförmiger Gang an der Innenwand nach oben.

Unten auf dem Boden sahen wir dieses ominöse Muster in den Boden eingelassen. Davon habe ich aber kein Foto, es war zu wenig Licht. Im Internet gibt es genügend Bilder davon, zum Beispiel in der Wikipedia. Das zeigt vor allem, dass dieser „Brunnen“ niemals ein Brunnen gewesen war.

Im Internet gibt es sogar ein 360°-Grad Video von dem Bunnen … und nicht nur vom Brunnen: http://www.regaleira.pt/visitavirtual/interactive/! Sehr cool!

Und auch im Kinofilm „Die neun Pforten“ mit Johnny Depp kommt dieser Brunnen vor. Er wird übrigens auch „inverser Turm“ genannt.

Meine Begleitung und ich (wir waren seit der Überquerung des Sees nur zu zweit, aber das war ein Vorteil) stiegen die neun Ebenen des Poço Iniciatico nach oben. Wir erkundeten anschließend weitere Teile der Parkanlage. Es gab noch weitere Ein-/Ausgänge in das Tunnelsystem. Das war richtig spannend! Aber auch außerhalb des Felsens war die Anlage sehr interessant und bot an jeder Ecke Neues. Immer wieder gab es Steinbänke, wo man sich hinsetzen und vor sich hinträumen konnte. Dann gab es kleine Liebesgrotten, die zu verruchtem Spielen einluden. Aber auch Arena-artige Plätze für Theateraufführungen gab es.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die umfangreiche Fotostrecke von Kilchen hinweisen: Sintra: Zauberhafte Quinta da Regaleira. Sie hat viele, viele Ecken der Anlage mit der Kamera eingefangen. Ich glaube, sie ist in diese Anlage genauso verliebt wie ich. Und doch muss man dort einfach mal selber auf Entdeckungstour gegangen sein. Nur eins ist wichtig: plant wirklich genug Zeit ein!

Irgendwann waren wir zwei erschöpft. Außerdem gab es eine vereinbarte Zeit, zu der wir alle uns wieder am Eingang treffen wollten.

Aber noch hatten wir etwas Zeit. Am Anfang der Parkanlage, in der Nähe der Quinta, gab es einen Mini-Biergarten, wo man gegen teures Geld ein kleines Bier bekam. (Den Preis weiß ich nicht mehr.) Schön war es dort nicht und teuer zudem.

Wir blieben deswegen auch nicht lange dort, sondern beschlossen, nun doch noch die Quinta selbst zu besichtigen. Meine Begleitung war richtig lieb! Sie war sofort einverstanden und wir zwei machten uns auf den Weg (Ehrlich gesagt, falls du das mal hier liest: vielen Dank für deine Begleitung! Es war ein richtiges Vergnügen und eine echte Bereicherung!)

Von innen war das Haus nicht mehr so gespenstisch wie von außen. Aber es war komisch. In einem Raum war rundum an der Wand ein schmaler Streifen mit Glas im Boden. Der Raum war schummerig beleuchtet. Wenn man durch die Tür trat, dachte man ganz spontan, man würde herunterfallen und der Boden würde in der Mitte schweben. Aber das Glas war kein Abgrund, sondern eben nur spiegelndes Glas. Sehr merkwürdig. Meine Sinne waren verwirrt. Ging es nur mir so?

Insgesamt war das Gebäude nicht mehr eingerichtet. Die Räume waren alle in gutem Zustand, aber weitgehend leer.

Interessanterweise gibt es über das Innere der Quinta praktisch keine Informationen im Internet, auch keine Fotos. Wenn mir da mal jemand eine gute Quelle nennen könnte, wäre ich sehr dankbar.

Da wir zwei nicht mehr viel Zeit hatten, hatte ich keine Gelegenheit, mir irgendwelche Notizen zu machen. Und der Akku von meinem kleinen Fotoapparat hatte eh schon schlapp gemacht.

Tut mir also leid … die Geheimnisse der Quinta bleiben im Verborgenen und müssen von euch höchstpersönlich erkundet werden.

Beim Verlassen der Quinta sahen wir draußen auf der Straße schon den Rest der Gruppe stehen. Wir waren anscheinend die Letzten. Danke für’s Warten!

die Straße zur Quinta da Regaleira in SIntra

Gemeinsam trotteten wir wieder runter nach Sintra. Bergabwärts geht es immer etwas leichter. 😉 Regen hatten wir nun nicht mehr. Überhaupt hatten wir am Nachmittag Glück mit dem Wetter gehabt. Von ein paar wenigen sanften Schauern abgesehen, blieb alles trocken. Ungewöhnlich! Ich dachte schon, in Portugal regnete es immer. 😉

Mit den Autos ging es zurück ins Hotel.

Anschließend erwartete uns schon wieder das nächste Highlight in unserem Urlaub …

Privater Abend bei unserer Reiseleiterin Helena

Helena hat das Glück, in einer Wohnung in der Innenstadt zu wohnen. Für heute Abend hat sie uns zu sich eingeladen. Ich empfand diese Einladung als ganz besondere Ehre, sollte man doch Beruf und Privatleben üblicherweise auseinanderhalten. Mir ist bewusst, dass sie durch ihren Beruf viele Menschen kennenlernt und von daher kaum freundschaftliche Kontakte zu ihren Kunden aufbauen kann. Umso bemerkenswerter war es, dass sie unsere Gruppe so nah an ihren ganz privaten Bereich heranließ. Keine Ahnung, wie es die anderen Gruppenmitglieder empfanden, aber ich werde diese Geste von ihr niemals vergessen.

Danke, Leninha!

Während Helena damit beschäftigt war, ihre Wohnung für die Gäste herzurichten und das Essen vorzubereiten, machten wir uns vom Hotel aus auf, mit der Bahn nach Lissabon zu fahren. Ebenfalls für immer in Erinnerung bleiben wird mir das „Gehbier“ des zweiten männlichen Mitglieds unserer Gruppe. Er drückte mir beim Verlassen des Hotels ein Bier in die Hand, damit wir nicht völlig dehydriert in Lissabon ankämen … er nannte es ein „Gehbier“. Fand ich klasse!

Wir fuhren also alle gemeinsam wieder bis zum Bahnhof Cais do Sodré. Von dort ging es dann zu Fuß weiter zu Helenas Wohnung, und zwar mitten durch die Innenstadt. Da wir für die Versorgung mit Getränken zuständig waren, kauften wir entsprechend unterwegs ein … Ladenschlusszeiten gibt es nur in Deutschland. 😉 Ich hatte allerdings bereits eine Flasche Portwein aus dem Pingo Doce beim Hotel dabei. Die Stimmung war sehr ausgelassen, auch wenn wir auf „der letzten Meile“ leichte Orientierungsprobleme hatten. Das lag aber nicht am Alkohol, sondern an unseren mangelhaften Ortskenntnissen.

Wie gesagt, wir hatten Spaß. An einem Ginjinha (siehe auch Lissabon-Reise mit Sunwave – die Hauptstadt von Portugal) kamen wir auch diesmal nicht vorbei.

Mit Hilfe mehrere Smartphones kamen wir dann irgendwann bei Helena an. Ihre Wohung war in einem Altbau und hatte freigelegtes Fachwerk im Inneren. Sie nannte uns auch den Mietpreis für die Wohnung. Ich war doch etwas über die Höhe der Miete überrascht. Billig konnte man das kaum nennen.

Der Abend war sehr privat und deswegen gibt es auch keine Fotos. Sorry.

Für 12 Leute wurde es schon etwas kuschelig, aber das machte niemanden etwas aus. Die wenigsten Gruppenmitglieder konnten mit Portwein etwas anfangen. Klar, Rotwein kennt jeder, aber Portwein scheint doch weniger bekannt zu sein, als ich dachte. Grund zur Sorge hatte ich nicht … die von mir mitgebrachte Flasche war schnell leer. Und andere Getränke genauso.

Irgendwann holte Helena sich eine Gitarre und fing an zu singen. Und auch wir (wenigstens einige von uns) sangen mit.

In unserer Gruppe waren auch Osteuropäer. Die fingen dann im Laufe des Abends an zu tanzen. Zunächst war es wohl Samba, dann Zumba irgendwas … und dann … man glaubt es kaum … (mein Mund steht immer noch offen!) … präsentierte uns ein Gruppenmitglied ausgiebigen Bauchtanz! Es war so klasse! Und sie bekam dafür auch den verdienten Applaus!

Zu dem Zeitpunkt war die Stimmung am Kochen.

Gegen 24:00 Uhr entschieden wir trotzdem, ins Hotel zurückzukehren. Morgen war für Helena ein neuer Arbeitstag und auch wir wollten morgen ja nicht erst gegen Mittag aufstehen. Und außerdem … ihr wisst schon … von wegen durchgemachte Nächte! Weicheier!

Wir marschierten den Weg zum Bahnhof wieder zurück. Und ja, wissst ihr was? Es regnete mal wieder ordentlich. Das war uns aber inzwischen schon so richtig egal.


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Alle Sunwave Artikel in meinem Blog.
Meine Portugal-Artikel.
Übersicht über Facebook-Gruppen, die sich mit Portugal beschäftigen.
Übersicht über deutschsprachige Portugal-Foren.


Weitere Informationen im Internet

Reiseführer zu Sintra.
Fundação Cultursintra FP Quinta da Regaleira.
Die 10 unheimlichsten Orte der Welt.
Aquarelle mit SIntra als Motiv von Elizaveta Grechukhina.



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http://blog.sevke.net/2016/06/15/lissabon-reise-mit-sunwave-sintra/feed/ 0 7611
Portugal – Pego do Inferno – Ausflugstipp für mobile Urlauber http://blog.sevke.net/2011/06/26/portugal-pego-do-inferno-ausflugstipp-fur-mobile-urlauber/ http://blog.sevke.net/2011/06/26/portugal-pego-do-inferno-ausflugstipp-fur-mobile-urlauber/#respond Sun, 26 Jun 2011 20:48:54 +0000 http://blog.sevke.net/?p=1827 Pego do Inferno … das kam mir doch bekannt vor, so schoss es mir durch den Kopf, als ich im Algarve Sehnsuchtsfilm (siehe auch http://blog.sevke.net/2010/11/25/portugals-algarve-ein-sehnsuchtsfilm/) darauf stieß. Hatte ich schon erwähnt, dass der Film empfehlenswert ist?

Jedenfalls war ich dort noch nie gewesen, und eigentlich kannten wir so ziemlich alle interessanten Ausflugsziele an der Algarve. Deswegen stand fest, dass wir uns das dieses Jahr auch einmal ansehen wollten. Ich war mir vollkommen sicher, dass ich einen entsprechenden Wegweiser mal irgendwo in der Nähe von Moncarapacho gesehen hätte. Also kreisten wir großräumig um diesen Ort, fanden aber nirgends dieses Schild. Irgendwann sahen wir ein deutsches Auto am Wegrand, dessen Fahrerin gerade Müll in einen Müllcontainer warf. Ich folgerte messerscharf, dass es sich um eine Residentin handeln musste und sprach sie an. Leider konnte sie mir nicht weiterhelfen, bot aber spontan an, in einer Nebenstraße eine Portugiesin danach zu fragen, die sehr gut Deutsch verstünde. So geschah es dann auch. Während meine Familie im Auto schmorte, unterhielt ich mich längere Zeit mit den beiden Frauen … nebenbei auch mal über unser Ausflugsziel. (Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber noch nicht mal die richtige Bezeichnung bei der Hand, sondern konnte das Ziel nur beschreiben.) Nichts half … und ich musste mir von meiner inneren Stimme herbe Vorwürfe gefallen lassen, wieso ich denn das Ganze nicht wesentlich besser von zu Hause aus vorbereitet hatte. Schon recht …

Das große Portugalforum

Das große Portugalforum

Wozu hat man Freunde? Zurück im Hotel in Spanien setzte ich mich in die Hotel-Lobby, wo ich einen kostenlosen Hotspot nutzen konnte, und fragte im Portugallierforum nach. Schon nach gut einer Stunde erhielt ich alle Informationen!

So haben wir uns am 19. Juni wieder auf den Weg gemacht.

Autobahn A22 / IP1 bis Ausfahrt Tavira, von dort Richtung Tavira, dann rein in den ersten Kreisel, schön 3/4 rechts herum und da stand es …

Portugal 2011 - Pego do Inferno - der Wegweiser

Portugal 2011 - Pego do Inferno - der Wegweiser

Wir waren also auf dem richtigen Weg zum Höllenabgrund!

Nun ging es ein kurzes Stück (ca 0,6 km) weiter auf der EN270 und dann links ab in Richtung Norden, wieder unter der Autobahn hindurch, und dann immer schön geradeaus (so ca. 3 km) den Schildern nach, die an jeder Kreuzung den richtigen Weg bestätigten. Die Fahrt ging durch große Zitronen- und Orangenhaine (die Zitronen waren noch fast alle grün). Man kann allerdings nicht bis direkt zum Wasserfall fahren, sondern muss sein Auto vorher entweder am Straßenrand oder auf dem kleinen Parkplatz abstellen.

Portugal 2011 - Pego do Inferno: eine kleine Wanderung ist angesagt

Portugal 2011 - Pego do Inferno: eine kleine Wanderung ist angesagt

Gerade an den Wochenenden (und nur dann sollte man dort hinfahren, weil die portugiesische Bevölkerung dort dann so etwas wie ein großes Happening veranstaltet) kann es ein wenig knapp mit den Parkplätzen werden. Ein bisschen Wandern ist in jedem Fall notwendig, aber das ist gar nicht schlimm. Der erste Teil des Weges führt zwar über einen Sandweg in der prallen Sonne, aber danach wird es besser.

Portugal 2011 - Pego do Inferno: schöne Holztreppen führen zum See

Portugal 2011 - Pego do Inferno: schöne Holztreppen führen zum See

Auf dem Rückweg später bin ich die Treppen barfuß hochgestiegen, aber seid gewarnt: ihr verbrennt euch die Füße … lieber mit Schuhen!

Den Weg säumen mehrere Informationstafeln, die über die Gegend, die Fauna und Flora und das EEForest-Projekt (25.04.2015 Anmerkung: früher gab es dazu mal die Website http://eeforest.org) informieren. Alles auf Portugiesisch und Englisch.

Portugal 2011 - Pego do Inferno: noch mehr Treppen, aber schattig

Portugal 2011 - Pego do Inferno: noch mehr Treppen, aber schattig

Nach vielen gefühlten Stunden (Schmarrn, es macht Spaß, die Treppen durch das üppige Grün nach unten zu steigen!), kann man dann einen ersten Blick nach unten werfen und sieht einen kleinen Teich mit glasklarem Wasser. Den Wasserfall hört man, kann ihn aber noch nicht sehen. Dafür sieht man unten viele Besucher, die sich anscheinend mehr oder weniger häuslich dort eingerichtet haben.

Portugal 2011 - Pego do Inferno: ein erster Überblick

Portugal 2011 - Pego do Inferno: ein erster Überblick

Und dann ist man endlich unten und sieht ihn, den Wasserfall!

Ja, vielleicht ist er nicht so mega-spektakulär wie die Niagara-Fälle, an die wohl viele denken, wenn sie das Wort Wasserfall hören, aber so 10 Meter tief dürfte das Wasser schon fallen.

Portugal 2011 - Pego do Inferno: der Wasserfall

Portugal 2011 - Pego do Inferno: der Wasserfall

Einige Leute schwimmen im Wasser, andere grillen am Ufer, Hunde wuseln überall herum, Jugendliche turnen an einem Seil über dem Wasser, um sich dann mit allerlei Verrenkungen ins Wasser fallen zu lassen, ein paar klettern auf den Felsen, um neben dem Wasserfall herunterzuspringen …

Portugal 2011 - Pego do Inferno: Buben und Mädels

Portugal 2011 - Pego do Inferno: Buben und Mädels

Die Jugendlichen haben sich mehr oder weniger in Gruppen aufgeteilt. Während die Jungs von Felsen springen oder sich wie Tarzan durch die Lüfte schwingen, treiben die Mädels mit einer Luftmatratze im Wasser und feuern ihre Favoriten an.

Anderen ist das egal, die grillen lieber … Würstchen oder später plattgeklopfte Frangos.

Portugal 2011 - Pego do Inferno: Lecker grillen!

Portugal 2011 - Pego do Inferno: Lecker grillen!

Am See herrscht also ein buntes Treiben, viele haben sich wohl auf einen Ganztagesausflug eingestellt. Ein kurzes (qualitativ nicht so gutes) Video zeigt in einem kurzen Schwenk noch mal den See und gibt auch einen Eindruck von der Geräuschkulisse.

Nachdem der Fluss über den Wasserfall in den See gefallen ist, fließt er über einen nur knöcheltiefen Bach ab. Hier kann man herrlich den Bach lang waten. Es ist eine sehr idylische Stimmung, zumal es dort auch nicht mehr so wuselig zugeht wie direkt am See.

Allen Algarve-Urlaubern, die mobil unterwegs sind, kann ich den Pego do Inferno nur wärmstens empfehlen. Wer es ruhiger mag, fährt während der Woche dahin, wer ein authentisches portugiesisches Gewusel fernab des Tourismus mag, wählt das Wochenende für einen Besuch.

Ich freue mich über eure eigenen Erfahrungen als Kommentare!

Update 21.10.2011:
In den portugiesischen Nachrichten (zum Beispiel Regiao-Sul) wird berichtet, dass die Anlage Pego do Inferno Vandalismus zum Opfer fiel. Insbesondere ist der Zugang über die Holztreppe nicht mehr verfügbar. Anscheinend kommt es jedes Jahr zu Zerstörungen, die aber dieses Jahr besonders schwerwiegend ausfielen.

Update 11.10.2013:
Leider ist die Anlage nach wie vor nicht zugänglich, wie ein Mitglied des Portugalforums vor Ort überprüft hat. Sehr schade. Ich kann nur vermuten, dass die Finanzierung nicht sichergestellt werden konnte. Theoretisch müsste man über den kleinen Fluss noch zum See gelangen.

Update 15.07.2015:
Auch 2015 liegt das Gebiet weiterhin brach. Anscheinend sind die Kosten für die Instandsetzung so hoch, dass die Gemeinde Tavira das Geld nicht alleine aufbringen kann. Ohne entsprechende Pflege muss leider davon ausgegangen werden, dass dieser schöne Ort weiter verwahrlost.


 

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Parque Zoologico de Lagos http://blog.sevke.net/2002/05/16/parque-zoologico-de-lagos/ http://blog.sevke.net/2002/05/16/parque-zoologico-de-lagos/#respond Thu, 16 May 2002 10:11:44 +0000 http://blog.sevke.net/2002/05/16/parque-zoologico-de-lagos/ Eingang des Zoos von LagosEine große Affen-Statue am Eingang des ZoosÜbersichtskarte

Ein Blick aus dem Fenster heute morgen genügte für unsere Entscheidung, nicht an den Strand oder an den Pool zu gehen, sondern ein Alternativ-Programm zu starten. Unsere Wahl fiel auf den Parque Zoologico de Lagos.

Eine übergroße Gorilla-Figur, platziert direkt an der Straße, markiert den Eingang des Zoos. Als wir ankamen, befanden sich auf dem großen Parkplatz nur zwei weitere Fahrzeuge, wir würden also nicht vielen Leuten begegnen, oder hatte der Parque gar geschlossen ? Dem war nicht so, und wir gingen zur Kasse. Mit Bezahlung der Eintrittskarten erhielten wir einen Lageplan, ein Werbefaltblatt und eine Postkarte pro Person mit auf den Weg.

Die breiten Wege verlaufen leicht geschwungen und sind mit kleinen Kieselsteinen belegt, die einen Kinderbuggy etwas schwer schieben lassen. Wir entschieden uns, unseren Sohn in einem sogenannten „Zookar“ (eine Art Einkaufswagen mit Dach, kleiner Sitzbank und ein Lenkrad) Platz finden zu lassen. Gesteuert wird das „Kar“ von außen mit einem Einhandhebel, der einfach zu lenken ist. Unser Sohn stieg begeistert ein, begann zu lenken und Brumm-Geräusche zu machen.

Ein Gehege auf einer Insel für Affen

Als erstes fiel uns die außergewöhnliche Gestaltung des Affengeländes auf. Viele Seile, kleine Holzhäuschen auf Bäumen stehend, Teiche mit Brücken und natürlich nicht zu übersehen die kleinen Capuchin Monkeys, die auf den Ästen hin- und herkletterten.

Wir gingen weiter und kamen endlich dem lauten Rufen eines Papageies immer näher. Auf unserem Weg fanden wir zahlreiche Abfalleimer und Aschenbecher in attraktiven Tongefäßen die mit Sand gefüllt sind. Auch Sitzbänke die meist überdacht sind, fanden wir zahlreich.

Die Tiergehege sind unterschiedlich groß und beherbergen oft zwei Tierarten gleichzeitig. Leider sind die Hinweisschilder stark verwittert und somit schwer lesbar; an manchen Gehegen findet sich sogar nur eine Tierart beschrieben.

Wir sahen viele verschiedene exotische Vogelarten, zusammen mit einheimischen Enten, Hähnen und Hühnern. Känguruhs, Hasen, Emus, Schildkröten, Ibisse und vieles mehr. Große „wilde“ Tiere, wie Löwen, Tiger, Elefanten, Schlangen fanden wir nicht.

Ein Pfau schlägt ein RadMeerschweinchen laden zum Streicheln ein
Außerdem ist noch ein Streichelzoo mit Meerschweinchen, einer Kuh, einem Pferd, zwei Lamas, eine Schweinfamilie und besonders eindrucksvoll freilaufende Pfauen, die ihr Rad aufschlugen und uns ganz nahe kommen ließen.

Auch der uns ständig nachlaufender Hahn war für unseren Sohn ein interessanter Begleiter, ebenso auch der zutrauliche Kakadu, der sich sogar streicheln ließ.

Positiv sind die zwei Sandspielplätze mit neuer Rutsche, Schaukel und Klettergerüst. An einem Spielplatz liegt direkt angeschlossen und somit gut als Beobachtungsposten für besorgte Eltern geeignet, das Restaurant. Die Sitzplätze sind geschützt unter einem schönen Dach aus Schilfrohr (carna) angebracht.

Ein Ara ist immer ein sehr farbenfroher Anblick
Negativ sind die Eintrittspreise
Erwachsene: 8 Euro
Kinder: 5 Euro
Rentner: 6 Euro
Familien: 21 Euro
Zookar: 2 Euro für die erste Stunde

Wir halten diese Preise für sehr hoch und für diesen kleinen Zoo nicht gerechtfertigt.

Öffnungszeiten:
10.00 Uhr bis 19.00 Uhr
(von 1.10. bis 31.03. nur bis 17.00 Uhr), ganzjährig geöffnet.

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