Gesponsert – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net Querbeete Gedanken, Meinungen und Interessen Sun, 22 Oct 2017 15:45:43 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 http://blog.sevke.net/wp-content/uploads/2016/03/cropped-think-622166_960_720-150x150.jpg Gesponsert – Svens Gedankensplitter http://blog.sevke.net 32 32 27620428 Buch-Vorstellung: Psychologisches Konfliktmanagement http://blog.sevke.net/2016/07/28/buch-vorstellung-psychologisches-konfliktmanagement/ http://blog.sevke.net/2016/07/28/buch-vorstellung-psychologisches-konfliktmanagement/#respond Thu, 28 Jul 2016 14:06:21 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7558 Hinweis:
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Das vorliegende Buch wurde mir freundlicherweise vom Autor Werner Schienle überlassen. Mir wurden keinerlei Vorgaben zum Inhalt meiner Besprechung gemacht. Dennoch kann ich nicht vollständig ausschließen, dass ich durch das Sponsoring beeinflusst wurde.

Konfliktmanagement? Was habe ich mit Konfliktmanagement zu tun?

Naja, so ungewöhnlich ist das nicht. Als Projektmanager beschäftigt man sich zwangsläufig auch mit Konfliktmanagement. So definiert das bekannte Online Projektmagazin:

Konflikte sind Alltag in der Durchführung von Projekten. Der Projektleitung obliegt es, durch vorausschauendes Handeln Konflikte zu vermeiden, und bestehende Konflikte so zu lösen, dass Krisen vermieden und das Projektziel nicht gefährdet wird.

(Quelle: https://www.projektmagazin.de/glossarterm/konfliktmanagement)

Nicht nur in Projekten, sondern auch im ganz normalen beruflichen oder privaten Leben haben wir es alle immer wieder mit Konflikten zu tun. Somit ist das Thema Konfliktmanagement eins, das jeden von uns betrifft.

Das mir vorliegende Buch Psychologisches Konfliktmanagement aus der essentials-Reihe des Springer Verlags erreichte mich auf direktem Wege. Einer der beiden Autoren, nämlich Werner Schienle, ist ein alter Weggefährte aus längst vergangenen CompuServe-Zeiten. Er bat mich um meine Meinung zu seinem vor kurzem veröffentlichten Buch. Es ist mir eine Freude und Ehre, das Buch zu lesen und euch einen Überblick darüber zu geben.

Von Werner gab es schon früher in meinem Blog Input für Artikel:

Was sind Essentials?

Die Buchreihe essentials des Springer Verlags hat folgende Zielsetzung:

essentials liefern aktuelles Wissen in konzentrierter Form. Die Essenz dessen, worauf es als „State-of-the-Art“ in der gegenwärtigen Fachdiskussion oder in der Praxis ankommt. essentials informieren schnell, unkompliziert und verständlich

  • als Einführung in ein aktuelles Thema aus Ihrem Fachgebiet
  • als Einstieg in ein für Sie noch unbekanntes Themenfeld
  • als Einblick, um zum Thema mitreden zu können

Mit dem kleinen Büchlein erwartet den Leser also eine knappe Einführung in das Thema, aber keine komplexe Doktorarbeit.

Überblick über das Buch

Das professionelle Handwerkzeug für Fach- und Führungskräfte für den Bereich Psychologisches Konfliktmanagement wird in Form eines broschierten Taschenbuchs im DIN A5 Format mit insgesamt 56 Seiten herausgegeben. Als Zielgruppe werden Fach- und Führungskräfte aller Branchen und Hierarchiestufen, Manager und Entscheidungsträger, sowie Studierende und Dozierende der Psychologie und der Betriebswirtschaftslehre genannt.

Das Buch ist in die folgenden fünf Kapitel unterteilt:

  1. Einleitung
  2. Konfliktmanagement: Machen Sie sich Ihr Leben leichter
  3. „Typisch Mensch“ – Konfliktfallen
  4. Handwerkzeuge für die Praxis
  5. Der Lohn der Mühe

Kapitel 1 (Einleitung) und Kapitel 5 (Lohn der Mühe) bilden hierbei nur den Rahmen für den eigentlichen Buchinhalt. Den größten Raum nimmt das Kapitel 4 (Handwerkzeuge für die Praxis) ein. Da Werner Schienle ganz konkrete Seminare für das Konfliktmanagement anbietet, ist die Fokussierung auf echte Handlungsempfehlungen nur logisch.

Was steht im Kapitel 2?
„Konfliktmanagement: Machen Sie sich Ihr Leben leichter“

In diesem Kapitel werden in knapper Form zunächst die drei „Gewinnfelder“ dargestellt:

  • Bestehende Konflikte bewältigen
  • Notwendige Konflikte anpacken
  • Überflüssigen Konflikten vorbeugen

Danach werden die drei „Erfolgs-Säulen“ skizziert:

  • Wichtige Denk- und Wahrnehmungsprozesse kennen
  • Innere Einstellung/Haltung reflektieren und ggf. „justieren“
  • Konkretes Handwerkzeug beherrschen

Im dritten Unterkapitel geht es um Dimensionen und Auswirkungen von Konflikten im betrieblichen Umfeld.

Was steht im Kapitel 3?
„Typisch Mensch – Konfliktfallen“

An Hand von Beispielen stellen die Autoren in diesem Kapitel dar, wie es zu Konflikten kommt und wie Konflikte eskalieren können. Ergänzt werden die Ausführungen durch erste konkrete Hinweise, wie mit Konflikten umgegangen werden kann.

Es wird außerdem verdeutlicht, warum wir „ständig auf Menschen (treffen), deren innere Maßstäbe, Vorstellungen, Erwartungen und Bewertungssystem sich von unseren deutlich unterscheiden“.

Was steht im Kapitel 4?
„Handwerkzeuge für die Praxis“

Nachdem die Entstehung von Konflikten beschrieben wurde, geht es in diesem Kapitel um praktische Tipps, wie man Konflikten vorbeugen kann oder wie man mit ihnen umgeht, wenn es bereits zu Konflikten gekommen ist. Dieses Kapitel beansprucht den meisten Platz des kleinen Büchleins.

Besonders ausführlich gehen die Autoren auf die so genannte „magische Frage“ ein. Die Frage lautet: „Wie sehen Sie die Situation?“ und soll dem Konfliktpartner gestellt werden. Diese Frage ist den beiden Autoren so wichtig, dass sie sich wünschen: „Wenn Sie sich aus diesem gesamten essentials nur eine einzige Sache einprägen wollen, dann schlagen wir dafür die magische Frage vor“.

Meine Meinung

Nach dem Lesen des Büchleins bin ich etwas zwiespältig. Auf der einen Seite habe ich ein Buch über Konfliktmanagement gelesen, das in der herausgegebenen Form das Thema nur anreißen möchte. Dies wird sehr gut erreicht. Der Text lässt sich leicht lesen und verstehen. Die Beispiele kommen aus der Praxis. Die Autoren sind Fachleute auf ihren Gebieten.

Auf der anderen Seite erfüllt das Buch nicht alle meine Wünsche nach Inhalt. Mir fehlt eine noch stärkere Einbindung in den großen Rahmen der Kommunikation. Erst die Betrachtung, wie Kommunikation funktioniert, und was dabei alles schief gehen kann, ja, schief gehen muss, ermöglicht das Verständnis, wie es zu Konflikten kommt. Begriffe wie Eisberg-Modell, Johari-Fenster und Transaktionsanalyse werden nicht besprochen, das 4-Ohren-Modell nur angerissen und die selektive Wahrnehmung nur sehr abstrakt beschrieben.

Diese Themen kommen zu kurz, müssen wahrscheinlich zu kurz kommen, weil man sich als Autor bei vorgegebenen ca. 40 Seiten Inhalt stark einschränken muss, was die Auswahl der Themen und die Tiefe der Darstellung betrifft.

Mir fehlt darüber hinaus ein zusätzliches Kapitel mit praktischen Übungen, so dass ich als Leser die neuen Kenntnisse gleich einmal ausprobieren kann. An bewährten Übungen wird es auf Grund der jahrelangen Erfahrung von Werner Schienle als Trainer und Coach nicht mangeln.

Von daher: Ja, ein gutes, leicht zu lesendes und zu verstehendes Büchlein zum Thema Konfliktmanagement.

Aber vielleicht nur ein erster Schritt, dem eine vertiefte und breitere Ausarbeitung folgen könnte, wenn ich einen Wunsch äußern darf. Das wäre dann vermutlich kein Buch in der Essentials-Reihe.

Obwohl sich das Buch an Fach- und Führungskräfte richtet, kann ich es auch für den privaten Bereich empfehlen.



Weitere Informationen gibt’s auf der Homepage zum Buch.


Weitere Buch-Empfehlungen.



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Vorstellung der neuen Perry Rhodan Comics http://blog.sevke.net/2016/01/30/perry-rhodan-comics/ http://blog.sevke.net/2016/01/30/perry-rhodan-comics/#respond Sat, 30 Jan 2016 16:30:14 +0000 http://blog.sevke.net/?p=7132 Hinweis:
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Der vorliegende Comic-Band wurde mir freundlicherweise von der Perry Rhodan Redaktion überlassen. Mir wurden keinerlei Vorgaben zum Inhalt meiner Besprechung gemacht. Dennoch kann ich nicht vollständig ausschließen, dass ich durch das Sponsoring beeinflusst wurde.
Perry Rhodan Logo-Schriftzug

(c) Pabel-Moewig Verlag, Rastatt

Wer die kurze Einführung zu Perry Rhodan nicht lesen möchte, kann direkt zu den Perry Rhodan Comics springen.

Die Perry Rhodan Hefte

Foto einiger Perry Rhodan Hefte

(c) Sven Sevke

Ich geb’s zu … ich bin Perry Rhodan Fan! Irgendwann auf dem Gymnasium bin ich zum ersten Mal damit in Berührung gekommen. Mein Bruder und meine Mutter haben mit Heft 1 der 4. Auflage angefangen. Zunächst hatten mich diese Heftchen nicht interessiert, obwohl ich schon damals Science-Fiction gelesen hatte, aber eben „richtige“ Bücher. Irgendwann fing ich auch mal mit Heft 1 an. Mir ging es wie vielen … ich war sofort fasziniert und las von da an ein Heft nach dem anderen.

Insgesamt gibt es inzwischen fast 3.000 Hefte mit jeweils ca. 60 Seiten. Ich habe sie alle! Aber ich habe nicht alle gelesen, hab’s zeitlich einfach nicht geschafft.

Mancher mag jetzt die Nase rümpfen: »Äh … Heftchen … Schundliteratur!«

Naja, in den 60er Jahren, als die Serie herauskam, war Science-Fiction in Deutschland noch nicht so bekannt. Das Heftchen-Format (aka Groschen-Roman) ermöglichte vielen Menschen den Zugang zur Literatur, eben auch mit schmalem Geldbeutel.

»Was heißt hier Literatur?« Nunja, die ersten Hefte hatten zugegebenermaßen nicht unbedingt das Zeug zum Literatur-Nobelpreis. Sie sahen aus wie „Jerry Cotton“ oder „Lassiter“. Dennoch unterschieden sie sich deutlich von diesen Titeln. Perry Rhodan war von Anfang an als Serie ausgelegt. Die Serie war so erfolgreich, dass aus den anfangs geplanten 30-40 Heften schnell mehr wurden, viel mehr. Und mit der Serie änderte sich auch der Schreibstil. Perry Rhodan bleibt Unterhaltungsliteratur, ganz klar, aber mit Schund hat das rein gar nichts zu tun.

Was mich an Perry Rhodan fasziniert, ist, dass so viele kleine und große Geschichten erzählt werden, und zwar neben der Haupthandlung, die es natürlich auch gibt. Da kann es schon mal passieren, dass ein Charakter in einem Heft sehr detailliert aufgebaut wird, um ihn dann noch im selben oder im nächsten Heft wieder abzuservieren, weil man ihn nicht mehr benötigt. Mir geht es gar nicht darum, dass diese Person stirbt, sondern darum, dass solche Romanfiguren auch dann liebevoll charakterisiert werden, wenn man sie nur für kurze Zeit benötigt. Perry Rhodan selbst ist manchmal viele Hefte lang verschollen, obwohl er der Namensgeber für die Serie ist.

Im Laufe der Jahre sind alle relevanten wirtschaftlichen, sozialen und politischen Themen irgendwie in Perry Rhodan verarbeitet worden.

Das Perry Rhodan Universum

Eigentlich verwendet man den Begriff Perry Rhodan Universum oder Perryversum für den Handlungsrahmen, in dem sich alle Geschichten rund um Perry Rhodan und seine Mitstreiter abspielen. So wie es eben auch ein Star Wars Universum oder ein Star Trek Universum gibt. Ich beziehe mich mit dem Begriff hier allerdings auf unsere „echte“ Welt, also auf alles, was sich in der Realität und nicht in der Fantasie um Perry Rhodan dreht.

Es ist einfach unmöglich, in einem einzigen Blog-Artikel alles das zu beschreiben, was Perry Rhodan ausmacht. Dennoch möchte ich zumindest einen kurzen Überblick über das Perry Rhodan Universum geben, damit die Comics, um die es ja eigentlich gehen soll, einen gewissen Rahmen erhalten.

Bücher

Foto mit einigen Perry Rhodan Silberbänden

Um auch den Lesern gerecht zu werden, die Literatur im Heftformat nicht anrühren, werden die Perry Rhodan Hefte seit den späten 70er Jahren zusätzlich in Buchform herausgegeben. Wegen ihres silbernen Einbands werden sie meist die Silberbände genannt. Dazu werden immer 5 bis 11 Hefte in einem Buch zusammengefasst. Einige Inhalte und sogar einige für die Haupthandlung nebensächlichen Hefte werden manchmal weggelassen. Wer von Anfang an alle Bücher gekauft hat, verfügt inzwischen über eine Bibliothek von fast 140 Bänden.

Taschenbücher

Foto von einer Auswahl aus Perry Rhodan Taschenbüchern

(c) Sven Sevke

So ein Zwischending zwischen Büchern und Heften stellen die Taschenbücher dar. Klein, kompakt, und trotzdem robust, werden in ihnen zusätzliche Geschichten erzählt, die so manchen Erzählfaden aus der Haupthandlung weiterentwickeln, der in den Heften keinen Platz mehr erhielt.

Hörbücher

Foto einiger Perry Rhodan Hörbücher

(c) Sven Sevke

Sowohl die Hefte als auch die Bücher gibt es inzwischen als Hörbuch. So ein Hörbuch hilft, die Langeweile beim täglichen Stau auf der Autobahn beim Weg ins Büro zu vertreiben. Bisher ist es noch nicht gelungen, sämtliche Silberbände als Hörbuch herauszugeben, aber inzwischen gibt es drei parallel laufende Produktionslinien (aktuell Band 1-46…, Band 74-95… und Band 119-131…), so dass die Lücken in ein paar Jahren geschlossen sein werden.

Hörspiele

Foto von 5 CDs der Sternenozean Hörspiele

(c) Sven Sevke


Und dann gibt es noch die Hörspiele. Die ersten gab es bereits in den 70er Jahren, damals noch als Kassetten oder Schallplatten.

Mir besonders in Erinnerung geblieben sind die ganz hervorragenden Sternenozean Hörspiele. In ihnen wird die Handlung der Romane 2200 bis 2299 aufwendig in Szene gesetzt. Von dieser Art Hörspiel wünsche ich mir noch mehr!

Aktuell wird gerade eine andere Hörspiel-Reihe veröffentlicht (insgesamt 10 CDs), die allerdings keine Handlung aus den Heften vertont, sondern eine eigene Geschichte innerhalb des Perry Rhodan Universums erzählt. Die Plejaden Hörspiele kommen völlig ohne Erzähler aus, punkten dafür mit einer äußerst imposanten Soundkulisse.

Lesung

2011 war ich sogar mal auf einer Perry Rhodan Lesung in München. Die Lesung war sehr unterhaltsam, wurde sie doch durch Live-Musik und etwas Schauspielerei aufgepeppt.

Figuren

Gruppenfoto von einigen Perry Rhodan Helden

(c) Sven Sevke

Wem das alles zu virtuell ist, der kann sich die Handlungsträger der Perry Rhodan Serie in Metall gegossen auf den Tisch oder ins Regal stellen. Perry Rhodan Figuren gab es vor langer Zeit mal aus Plastik. Richtig hochwertig war aber die limitierte Produktion von Hansjoachim Bernt. Leider wurde diese Serie eingestellt. Die Figuren kann man vereinzelt im Internet für viel Geld erstehen.

Neuerdings wurde wieder eine Kleinserie mit Figuren von Eins A Medien herausgebracht. Aber ich sag es mal so: die neuen Perry Rhodan Figuren sind etwas gewöhnungsbedürftig.

Und es gab den legendären Gucky als Plüschtier. Ich habe einen!

Raumschiffmodelle

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt(c) Oliver Johanndrees

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
(c) Oliver Johanndrees

Star Trek Fans kennen sicher die Modelle der Star Trek Raumschiffe. Obwohl es von Perry Rhodan Raumschiffen nicht nur detaillierte Beschreibungen, sondern sogar jede Menge Risszeichnungen gibt, ist mir eine derartige Sammlung von Perry Rhodan Raumschiffen nicht bekannt. Wer hätte nicht gerne die SOL in der Vitrine? Na gut, es gab da mal ein paar wenige Modelle aus Kunststoff von Revell, aber die waren mit den gerade angesprochenen Star Trek Modellen aus Metall nicht vergleichbar.

Computer-Spiele

Natürlich gab es Perry Rhodan auch als Computerspiel. Erwähnenswert ist vor allem das Point & Click Adventure mit der schlichten Bezeichnung Perry Rhodan – The Adventure. Es hatte eine durchaus zeitgemäße Grafik und war genremäßig umgesetzt. Zur Zeit lässt es sich sogar noch bei Amazon bestellen. Mir hat es Spaß gemacht!


Dies nur als kurzer Überblick über die gigantischen Ausmaße, die Perry Rhodan als Gesamtwerk inzwischen angenommen hat.

Nur eines gibt es bis heute nicht: einen Perry Rhodan Kinofilm. (Ok, ok, ganz korrekt ist das nicht. Es gab sogar 1967 mal einen, aber der kam bei den Fans gar nicht gut an. Jedenfalls gab es nie so einen Blockbuster, wie man sie heute aus dem Kino kennt.)

Jetzt geht es aber um …

Die Perry Rhodan Comics

Perry Rhodan gibt es schon beinahe genauso lange als Comic wie als Heft. Bereits 1967 ist Perry Rhodan im Bild erschienen. In den 27 Ausgaben dieser Serie wurde versucht, den Inhalt der Hefte in Bildern darzustellen. 1968 ging die Serie nahtlos in Perry – unser Mann im All über. Nach insgesamt 129 Ausgaben wurde die Serie 1975 eingestellt. Zunächst hielt sich der Inhalt noch an die Romanvorlage, wurde dann aber zunehmend eigenständig. Die Bilder wurden immer psychedelischer, die Frauen immer leichter bekleidet. Mich erinnern die Bände oft an die Abenteuer von Barbarella.

Seit 2006 wird die Serie Perry – unser Mann im All mit Band 130 von einem anderen Verlag fortgesetzt.

Die neuen Perry Rhodan Comics

Coverfoto des 1, Band der neuen Perry Rhodan Comics

(c) Amigo Grafik GbR / Cross Cult

Seit dem 13.10.2015 gibt es vom Cross Cult Verlag alle zwei Monate einen neuen Perry Rhodan Comic. Perry Rhodan ist im Jahr 3540 mit der weiter oben erwähnten SOL weit entfernt von der Milchstraße und kennt den Weg nach Hause nicht.

Die ersten drei Bände werden unter dem Titel Die Kartografen der Unendlichkeit als Dreiteiler veröffentlicht. Mir ist noch nicht klar, ob dies der Titel für die gesamte Serie sein wird oder ob es weitere Titel ab Band 4 geben wird. Weiter weiß ich ebenfalls nicht, ob die Serie auf eine bestimmte Anzahl von Bänden ausgelegt ist oder erst einmal solange läuft, wie sie sich gut verkauft.

Die Bände erscheinen als Softcover-Version. Die ersten drei Bände werden zusätzlich in einem Hardcover-Sammelband herausgegeben.

Coverfoto des 1, Band der neuen Perry Rhodan Comics

(c) Amigo Grafik GbR / Cross Cult

Heft 2 ist am 22.12.2015 erschienen.

Autor: Kai Hirdt
Zeichner: Marco Castiello
Kolorist: Michael Atiyeh

Perry Rhodan 2
Die Kartografen der Unendlichkeit 2
Cross Cult, 2015, Heft, 44 Seiten, 5,99 EUR

Zum Inhalt:

Mehr als 1500 Jahre sind vergangen, seit Perry Rhodan als erster Mensch den Mond betreten hat und dort auf gestrandete Außerirdische traf. Seitdem hat die Menschheit die Milchstraße und viele umliegende Galaxien erkundet. Perry Rhodan und einige Weggefährten sind unsterblich geworden – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Geistwesen hat ihnen sogenannte Zellaktivatoren geschenkt, die ihre Körper nicht mehr altern lassen.

Die Station mit den wertvollen astronomischen Daten ist zerstört, doch möglicherweise existiert eine Kopie. Um die schwer verletzte Tr’Frel zu retten und die eigene Heimreise zu ermöglichen, muss die SOL in die Galaxis Umal vorstoßen – mitten ins Zentrum des mörderischen Konflikts zwischen Skra’Bji und den Kämpfern des Paktes.

Quelle: https://www.cross-cult.de/titel/perry-rhodan-2.html

Die Story – worum geht es eigentlich?

Für die Story wurde ein Zeitraum im Perryversum ausgewählt, in dem das Großraumschiff SOL für mehrere Jahre mehr oder weniger verschollen war. Eine dort angesiedelte Handlung kann relativ einfach ohne Kollateral-Schaden erzählt werden. Klar, ein paar Abhängigkeiten gab es natürlich schon zu beachten, Perry Rhodan konnte man beispielsweise nicht um die Ecke bringen.

Für aktuelle Heft-Leser liegt die Handlung ziemlich weit in der Vergangenheit (kurz nach Heft 700, aktuell sind wir bei Nummer 2840). Perry Rhodan wurde mit einigen Kumpels von seinem Heimatplaneten, also von der Erde, verbannt. Die Erde selbst befand sich auch gerade mal nicht in ihrer Heimatgalaxis. Immerhin überließ man Perry Rhodan die gut ausgerüstete SOL. Aber die Positionsdaten der Erde löschte man aus dem Speicher. In den nächsten Jahren suchten Perry Rhodan und seine Mitstreiter den Weg zurück zur Erde. Okay, Raumschiffe, verloren im All, auf der Suche nach der Heimat … das kennt man schon. Aber das gibt es eben auch bei Perry Rhodan.

Und genau hier wird die Geschichte in den Comics weiter erzählt. Wir erleben gemeinsam mit unseren Helden neue Abenteuer!

Ganz konkret beginnt das Heft mit einer Traumsequenz von Gucky, der sich telepathisch mit einer Außerirdischen verbunden hat. Beide liegen in einem Krankenhaus an Bord der SOL und werden von Perry Rhodan und Irmina Kotschistowa betreut. Nachdem Gucky aufgewacht ist, erzählt er seinen Freunden, was er in den Gedanken der Außerirdischen herausfinden konnte, während sie mit dem Fernraumschiff SOL zur Heimatwelt der Außerirdischen fliegen.

Dort wollen sie einen Blutspender für die todkranke Außerirdische finden und zweitens nach den Daten suchen, die ihnen einen Heimflug zur Erde ermöglichen.

Leider endet der Besuch in einem Fiasko: sie finden zwar passende Blutspender, aber die werden getötet. Allerdings hat sich Dalaimoc Rorvic in einen Skra´Bji verwandelt und bietet sich für die Blutentnahme an.

Weiter geht es dann in Band 3.

Die Hauptfiguren – wer spielt in der Geschichte mit?

Im Comic kommen relativ wenige Hauptfiguren vor.

Zusätzlich gibt es noch einige weitere Handlungsträger, deren Namen nicht genannt werden.

Erscheinungsform des Comic-Hefts

Das erste Heft habe ich (bisher) nicht zu Gesicht bekommen. Aber inzwischen habe ich die zweite Ausgabe gelesen.

Wer nur Comics wie Micky Maus oder Asterix kennt, wird sich umstellen müssen. Der Stil der neuen Perry Rhodan Comics ist völlig anders, erinnert eher an Marvel Comics. Das ist nicht besnders überraschend, weil sowohl der Zeichner als auch der Kolorist für Marvel und DC gearbeitet haben.

Der Comic umfasst insgesamt 32 Seiten in einem Format irgendwo zwischen DIN A4 und DIN A5. Das Heft besitzt einen hochglänzenden broschierten Umschlag. Auf der Innenseite des Umschlags gibt es eine kurze Einleitung und eine Vorstellung des Autors, des Zeichners und des Koloristen.

Im Anschluss an den eigentlichen Comic-Inhalt enthält das Heft noch vier Seiten mit Leserbriefen, die allesamt ausführlich vom Autor, Kai Hirdt, beantwortet werden. Darauf folgt auf zwei Seiten ein Interview mit Kai Hirdt und schließlich noch drei Seiten Werbung.

Ich erwische mich dabei, wie ich das Comic-Heft ganz vorsichtig nur am Rand berühre, weil man auf dem Hochglanz-Cover jeden Fingertapser sieht … fast wie auf dem iPad. 😉 Die Innenseiten sind glücklicherweise seidenmatt, so dass ich etwas beherzter zugreifen kann.

Auf den einzelnen Seiten sind unterschiedlich viele Bilder zu finden. Das kann schon mal ein einziges Bild sein, das können aber auch mal fünf sein. Die Einzelbilder werden manchmal gleichmäßig auf der Seite verteilt, manchmal aber auch wie Briefmarken auf eine Art Hintergrundbild geklebt. Auch die Sprechblasen weigern sich hin und wieder, im durch das Bild vorgegebenen Rahmen zu bleiben und verbinden auf diese Weise zwei Bilder miteinander. Das alles bringt viel Dynamik in die Komposition. Auf der anderen Seite muss sich das Auge fast auf jeder Seite erst mal einen Anker suchen, damit das Gehirn alles in eine Ordnung bringen kann.

Abbildung von Perry Rhodan und Irmina Kotschistowa

(c) Amigo Grafik GbR / Cross Cult

Die Zeichnungen sind für Perry Rhodan Fans etwas gewöhnungsbedürftig. Die beteiligten Helden entsprechen nicht in jedem Fall dem Bild, das man sich in seiner Fantasie aufgrund der vielen Beschreibungen in den Perry Rhodan Heften macht. Männer sind sehr männlich mit vielen Muskeln. Frauen sind sehr weiblich und sexy mit fast nichts an. Ein Gucky sieht irgendwie wie eine Ratte aus. Hm … ist das nun schlimm? Mein Perry Rhodan Herz weinte:“Oh, Mann, das passt ja überhaupt nicht! Wie sieht das denn aus?“ Mein Comic-Herz reagierte:“Bleib mal locker … das ist ein völlig anderes Medium als ein Heft mit viel Text. Hier müssen die Bilder die Geschichte weitgehend alleine erzählen. Und ohne direkten Vergleich zu den Heften sieht das doch alles ziemlich gut aus!“

Es muss doch nicht immer alles hyperrealistisch dargestellt werden. Mein Gott, dann hängt halt der Mausbiber-Schwanz aus dem Druckanzug raus. Egal.

Und eine Space-Jet ist dann halt mal kein diskusförmiges Raumschiff. Was soll´s?

Außerdem darf man nicht vergessen, dass mit Comics (auch) andere Leser angesprochen werden als mit Heften oder herkömmlichen Büchern.

Die Qualität der Kolorierung und des Drucks an sich ist hervorragend. Allerdings fällt auf, dass fast alle Bilder in kalten blauen Farbtönen gehalten sind. Soll das mit Technik assoziiert werden? Ich glaube nicht, dass in einem Generationenschiff wie der SOL alle Räume metallisch kalt sind. Und wie passt das kalte Blau zu den heißen Männern und Frauen? Die alten Comic-Serien wurden alle in sehr kräftigen Farben gezeichnet. Das ist in den neuen Comics nicht der Fall. Für mich hat beides seinen Reiz.

Comics bestehen vor allem aus Bildern und nicht aus Texten. Die wenigen Dialoge werden den Protagonisten in kurzen Sprachfetzen in Form von Sprechblasen in den Mund gelegt. Da kann man nun nicht große Literatur erwarten. Vielmehr geht es darum, die Bilder zu ergänzen und zu verbinden. Die Texte werden grundsätzlich ausschließlich in Großbuchstaben gesetzt. Das ist in Comics durchaus üblich, auch wenn ausgerechnet die bekannten Micky Maus Taschenbücher Klein- und Großschreibung verwenden.

Der Preis – was kostet mich das Heft?

Der zweite Band der Comic-Serie kostet 5,99 Euro. Obwohl ich finde, dass im Heft nur ein recht kurzer Handlungsabschnitt in Szene gesetzt wird, muss man bedenken, dass die Produktion eines Comic-Heftes sehr aufwendig ist. Von daher geht der Preis für mich in Ordnung.

Das Fazit – zu empfehlen oder nicht?

Schön anzusehen ist der Comic »Die Kartografen der Unendlichkeit 2« auf jeden Fall. Ich persönlich wünsche mir mehr Farbtöne als das dominierende Blau. Die Handlung hat ein hohes Tempo und macht es mir als Leser nicht immer ganz einfach zu folgen. Aber vielleicht liegt das an meinem Alter. Auch Filme werden heute in schnellen kurzen Sequenzen geschnitten und setzen vor allem auf Action.

Auf der anderen Seite bin ich sowohl als Comic-Fan als auch als langjähriger Perry Rhodan Leser schon ein bisschen neugierig, wie es weitergeht. Ganz sicher bin ich jedoch nicht, ob sich die Serie zu einem großen Ganzen entwickeln wird und über einen längeren Zeitraum begeistern kann.

Ich sag es mal so … wer mit Bildergeschichten sowieso nichts anzufangen weiß, der wird auch mit dem neuen Perry Rhodan Comic nicht glücklich. In diesem Fall kann man sich den Kauf sparen. Fans von Superman, Spiderman und Batman haben möglicherweise mit dem Thema an sich ein Problem: es geht eben nicht um Superhelden (auch wenn sie so aussehen 😉 ).

Für Comic-Liebhaber ist die Serie eine Empfehlung wert. Für Perry Rhodan Fans nur dann, wenn sie sich ein wenig von ihrem eigenen Bild des Perry Rhodan Universums freimachen können, das sie ganz zweifelsohne in ihrem Kopf haben.

Vorkenntnisse über die Personen und die Geschichte sind nicht erforderlich.


Weiterführende Informationen im Internet:

  • Perry Rhodan Website
  • Perrypedia: umfangreiches Kompendium über Perry Rhodan
  • Cross Cult: Herausgeber der neuen Comics
  • Silberbände beim HJB Verlag
  • Übersicht über alle Produkte rund um Perry Rhodan

    • Suche nach weiteren Perry Rhodan Artikeln in meinem Blog.


      ]]> http://blog.sevke.net/2016/01/30/perry-rhodan-comics/feed/ 0 7132 Buchbesprechung: Lehrer – Traumberuf oder Horrorjob? http://blog.sevke.net/2013/02/10/buchbesprechung-lehrer-traumberuf-oder-horrorjob/ http://blog.sevke.net/2013/02/10/buchbesprechung-lehrer-traumberuf-oder-horrorjob/#respond Sun, 10 Feb 2013 13:08:48 +0000 http://blog.sevke.net/?p=4495 Hinweis:
      Bei diesem Artikel handelt es sich um einen gesponserten Artikel.
      Mir wurden weder vom Autor Arne Ulbricht noch vom Verlag Vandenhoeck & Ruprecht irgendwelche Vorgaben zum Inhalt meiner Besprechung gemacht. Dennoch kann ich nicht vollständig ausschließen, dass ich durch das Sponsoring beeinflusst wurde.

       
      In meinem Artikel „Ein Lehrer will kein Beamter sein“ hatte ich das Buch „Lehrer – Traumberuf oder Horrorjob“ bereits einmal erwähnt. Inzwischen habe ich es gelesen.

      Das Buch ist im Januar 2013 erschienen, also noch brandneu. Auf insgesamt 157 Seiten, die in 7 Hauptkapitel unterteilt sind, schreibt Arne Ulbricht darüber, wie er selber zum Lehrer wurde und wie er ganz persönlich den Berufsalltag eines Lehrers erlebt hat.

      Im ersten Teil des Buches geht es darum, wie es zu der Entscheidung kam, Lehrer zu werden. Auch Arne Ulbricht war nach dem Abitur, wie viele andere Menschen, der Meinung, dass er als Lehrer über viel Freizeit verfügen würde, in der er sich ganz seinem Hobby, dem Sport widmen könnte. Er wurde Lehrer, stellt sich aber in diesem Kapitel auch die Frage, was einen guten Lehrer ausmache. Anschließend nennt er Beispiele von Lehrern aus seiner eigenen Schulzeit, die ihn inspiriert und beeinflusst haben. Am Ende konstatiert er: „Ich bin kein Lehrer, dessen Unterricht einzigartig ist und den die Schüler verehren. Ich bin auch kein schlechter Lehrer, dessen Unterricht vollkommen wirkungslos ist und der dauerhaft mit Schülern Probleme hatte bzw. hat.“

      Beim Lesen hörte ich mich manchmal denken: „Und so ein Typ ist Lehrer geworden? Wenn alle Lehrer so eine Vorgeschichte haben, dann wundert mich so manches nicht mehr.“ Aber er hat Recht, Lehrer sind eben auch Menschen und haben meist eine ganz normale Kindheit, sind also nichts Schlechteres oder Besseres als andere Menschen.

      Nach dem Entschluss, Lehrer zu werden, wird es Ernst. Im zweiten Kapitel wird das Lehramtsstudium beleuchtet. Arne Ulbricht ist kein Anhänger dieses Studiums, soviel wird deutlich. In seinem sehr persönlichen Stil erklärt er in deutlichen Worten, wie ungenügend das Studium die angehenden Lehrer auf die Schule vorbereitet. Es setzt sich im Studium das fort, was ich in meinem Artikel HSU Probe in der 4. Klasse angesprochen habe: es wird viel unnützes Wissen vermittelt.

      Nach dem Studium folgte das Referendariat, aber nicht sofort. Im dritten Kapitel beschreibt Arne Ulbricht daher zunächst, wie er ein Jahr Wartezeit in Hamburg mit allerlei Gelegenheitsjobs hinter sich brachte. Von wegen Akademiker. Aber damit ist er nicht alleine. Viele Akademiker haben Probleme, einen Job zu finden und müssen sich deswegen mit den berühmten Taxifahrer-Jobs über Wasser halten. Nach einem Jahr war der Autor dann relativ unvorbereitet Studienreferendar, und zwar als Beamter. Seine Zeit als Referendar nennt der Autor „Horrorjahre“. Interessanterweise ist der Referendar den Seminarleitern genauso ausgeliefert wie viele Schüler ihren Lehrern. Auch hier zeigt sich wieder die absolute Willkürlichkeit der Notengebung (siehe auch meine Buchbesprechung des Buches Ich habe eine Eins! Und Du?), die nicht geeignet ist, Kompetenzen oder einen Leistungsstand zu bewerten. Arne Ulbricht räumt aber wiederholt ein, dass nicht an allem die Seminarleiter oder Mentoren schuld waren, sondern zu einem guten Stück auch er selbst.

      Das Referendariat war geschafft. In Kapitel vier geht es weiter mit Arne Ulbricht’s Odyssee als Vertretungslehrer. Was mir nicht klar geworden ist: wie wurde aus dem verbeamteten Referendar ein angestellter Vertretungslehrer? Mit einer Schule in Hamburg fing es an und endete erst nach 8 Jahren und 6 verschiedenen Schulen. Und auch in dieser Lebensphase hatte der Autor erneut mit Noten (seine eigenen waren nur mittelmäßig) zu kämpfen. Erstaunt verfolgt man als Leser, wie planlos Schulen organisiert zu sein scheinen. Erwartet man nicht automatisch, dass Schulen perfekt nach Regeln, Handlungsanweisungen und Vorschriften funktionieren? Dieses Buch beschreibt eher das Gegenteil. Trotzdem empfiehlt der Autor jedem Lehrer, während seiner Berufszeit auch mal die Schule zu wechseln, so wie er es als Vertretungslehrer zu tun gezwungen war. Er erklärt ausführlich, welche Vorteile er in solchen Perspektivenwechseln sieht.

      Als Einwohner einer klitzekleinen Stadt im Landkreis Erding (Bayern) gefiel mir das folgende Zitat sehr gut: Wenn man von einem Lehrer, der in einer bayerischen Kleinstadt unterrichtet, verlangen würde, ein Jahr lang in Neukölln zu arbeiten, dann wäre dies ja vergleichbar mit einem Auslandseinsatz der Bundeswehr, und auch wenn das diesem Lehrer gut täte, wäre das dann doch vielleicht zu viel verlangt.

      Ja, meine Damen und Herren aus Erding: wie sehen Sie das? Wäre das nicht mal eine schöne Bereicherung Ihres Berufslebens? Ein Jahr Neukölln? Also hören Sie auf, über Ihre schlimmen Klassen zu jammern, selbst wenn es die 7e ist!

      Arne Ulbricht nimmt sich nun in Kapitel fünf eins seiner Hauptthemen vor, die Verbeamtung. Offensichtlich ist das Hauptziel der meisten Lehrer, Beamter auf Lebenszeit zu werden. Er nimmt den Beamtenstatus von Lehrern regelrecht auseinander, regt sich über das Sicherheitsdenken von Beamten auf, spricht aber auch die selbstverständlich vorhanden Vorzüge an. Der Autor weiß durchaus selber, dass er mit seiner Meinung kontra der Verbeamtung von Lehrern relativ alleine steht, quasi sogar zum Nestbeschmutzer wird. Deswegen lässt er eine Reihe von Kollegen zu Wort kommen. Einige von ihnen sind angestellt, andere sind Beamte. Das Meinungsbild ergibt kein klares Bild, aber das ist auch ganz gut so. Es gibt eben nicht nur Gut und Böse, sondern auch Zwischentöne.

      Letztendlich entschloss sich Arne Ulbricht, den Beamtenstatus wieder aufzugeben. Das entpuppte sich aber als schwieriges Unterfangen, denn kaum einer der Beteiligten wusste, wie dies zu bewerkstelligen sei. Das Ergebnis des Antrags stand bis zum Druck des Buches noch nicht fest.

      Arne Ulbricht nutzt dieses Kapitel auch noch, um den Verdienst bzw. das Gehalt von Lehrern zu diskutieren. Er räumt mit dem Vorurteil vieler Lehrer auf, dass sie „in der Wirtschaft“ wesentlich mehr verdienen könnten als in ihrem Beruf als Lehrer. Aber er will auch konstruktiv sein, der Arne. Also entwirft er in groben Zügen ein Verdienstmodell, das auf einem Grundverdienst plus verschiedener leistungsabhängiger Zuschüsse basiert. Bravo! Auch ich bin ein Verfechter davon, engagierte Lehrer wesentlich besser zu bezahlen als jene, die ohne Motivation und Inspiration ihren Regelunterricht durchziehen.

      Föderalismus ist das Thema des relativ kurzen sechsten Kapitels. Ein Thema, mit dem nur wenige Lehrer persönlich in Kontakt kommen. Dennoch scheinen in Deutschland die meisten Eltern und Lehrer Gegner davon zu sein, dass die Bildung unserer Kinder Ländersache ist. „Wenn man darüber nachdenkt, kann man doch nur platzen vor Wut, Zorn und Verzweiflung“, drückt es Arne Ulbricht aus. Trotz seiner Wut bremst er sich wieder ein und berichtet von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Föderalismus und der damit verbundenen Bürokratie.

      Im siebten Kapitel, dem längsten Kapitel des Buches, werfen wir gemeinsam mit dem Autor einen Blick in unterschiedliche Unterrichtsstunden. Wir erfahren, dass einige Schulstunden nicht nur für Schüler, sondern auch für einen Lehrer schrecklich sein können. Ich muss aber auch die Stirn runzeln, wenn ich hautnah erleben muss, wie ein Lehrer seine Schüler anbrüllt. Von Autorität ist in diesen Sequenzen nichts zu spüren. Das Thema Notenvergabe, diesmal aber nicht aus der Sicht des Betroffenen wie in Kapitel drei, wird in einem kleinen Exkurs angesprochen. Leider gibt es hierzu nur Fragen, aber keine Antworten oder wenigstens eine Meinung. Der Autor vermeidet es, das Thema Notenvergabe zu reflektieren oder selber Stellung zu beziehen. Aber es geht nicht nur um anstrengende Stunden, um Horrorstunden, sondern eben auch um Traumstunden. Auf der einen Seite die Horrorstunden, die einen Lehrer bis zur Weißglut wütend machen können oder die einen Lehrer einfach resignieren lassen. Auf der anderen Seite aber die vielen kleinen Erlebnisse, die den Beruf zu einem Traumjob werden lassen. Alles natürlich absolut subjektiv. Und sicher macht jeder Lehrer in solchen Situationen andere Erfahungen. Aber in diesem Buch geht es um Arne Ulbricht und darum, wie er seinen Beruf als Lehrer erlebt.

      Mein Fazit

      Das Buch „Lehrer – Traumberuf oder Horrorjob?“ ist eins auf jeden Fall nicht, nämlich ein Buch über die Schule oder über das deutsche Bildungssystem. Es beschäftigt sich auch nicht mit Eltern und nur am Rande mit Kindern. In diesem Buch beschreibt ein einziger Lehrer, wie er Schule erlebt hat, und zwar von der eigenen Grundschule an bis zu der Zeit, in der er als Lehrer fest angestellt bzw. verbeamtet war. Seine Sprache ist sehr direkt, oft anklagend, aber auch immer wieder selbstkritisch. Manchmal vergaloppiert sich Arne Ulbricht und schreibt sich ein wenig in Rage. Da wird sein Stil dann vielleicht auch hin und wieder etwas zu deutlich. Die Bedeutung einiger Abkürzungen wie GEW (= Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) werden als selbst erklärend angenommen, was sie möglicherweise im Lehrerkreis sind, aber nicht bei allen anderen Berufsgruppen.

      Es drängt sich ein wenig der Verdacht auf, als ob Arne Ulbricht das Buch als eine Art Selbstreinigung benötigt, denn letztendlich geht es vor allem um die Kritik an der Verbeamtung von Lehrern und um die Bürokratie des föderalistischen deutschen Bildungssystem, beides verpackt in die Darstellung seiner persönlichen Erfahrungen als Lehrer.

      Mutig ist es von Arne Ulbricht, seine eigenen Unzulänglichkeiten als Lehrer öffentlich zu machen. Haben nicht Lehrer und Ärzte immer Recht? (Nein, das haben sie natürlich nicht.)

      Bemerkenswert kritisch sieht er den Beruf des Lehrers an sich. Lehrer leben nach wie vor in ihrer eigenen geschützen (verbeamteten) Welt und verlieren den Bezug zu dem, was für andere Menschen Berufsleben bedeutet. Aber genau darauf sollen Lehrer ihre Schüler vorbereiten, auf den Berufsalltag. Ebenso sieht es mit der Vorbereitung auf ein Studium aus. Welcher gestandene Lehrer weiß denn schon, wie es heute an den Universitäten zugeht? Zu betonen ist an dieser Stelle, dass Arne Ulbricht nicht einzelne Personen kritisieren möchte, sondern das System der Verbeamtung von Lehrern als Ganzes. Wer also mal lesen möchte, wie ein verbeamteter Lehrer seinen Status als Beamter (und den seiner Kollegen) sieht, der muss dieses Buch lesen. Diese Gelegenheit hat man nicht sehr oft.

      Aber vor allem sollten Lehrer dieses Buch lesen. Nach den ersten Seiten werden viele wahrscheinlich in Versuchung geraten, das Buch in die Ecke zu knallen. Aber glücklicherweise ist das Buch in einer einfachen Sprache geschrieben und lässt sich deswegen leicht und schnell herunterlesen (ihr haltet das schon durch!). Vielleicht gebt ihr dem Buch eine zweite Chance und lest erst einmal ab Seite 137 weiter (= Traumstunden). Wisst ihr wieder, warum ihr Lehrer geworden seid? Nehmt die Schüler ernst, lasst euch auf eure Schüler ein und sie werden es euch danken! Und vergesst nicht, dass auch andere Berufe ihre Schattenseiten haben.

      Für alle anderen ist das Buch zwar kurzweilig, aber nicht unbedingt ein literarisches Meisterwerk, ohne das man nicht weiterleben könnte. (Das solle es aber auch gar nicht sein.)


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