Wie fühlt man sich bei einer Katarakt-OP?

Logo der LMU Augenklinik in MünchenHeute war der Tag, an dem mein linkes Auge zum dritten Mal operiert werden sollte. Diesmal sollte die Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden. Dazu würde ich mich in die LMU Augenklinik begeben.

Zum Katarakt bzw. Grauem Star werde ich hier nicht viel schreiben. Im Internet finden sich viele Quellen, die das weitaus kompetenter darstellen können als ich. An dieser Stelle verweise ich exemplarisch auf die Seite von Dr. Neuhann.

Mir geht es in meinem Artikel mehr darum, wie ich als Patient die Operation erlebt habe. Das ist für den einen oder anderen neben den rein technischen Aspekten sicher auch ganz interessant.

Die Voruntersuchung hatte ich bereits vor zwei Tagen hinter mich gebracht. Dafür gibt es einen eigenen Artikel: Katarakt-Operation – Voruntersuchung.

Heute, am 03. Dezember 2015, sollte nun operiert werden. Diese Operation würde vermutlich unter örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden, so dass ich abends wieder zu Hause sein würde.

Phakoemulsifikation und Hinterkammerimplantation, so heißt das dann ganz offiziell.

Vorbereitung der Katarakt-Operation

Foto einer getrübten AugenlinseDas Foto sieht ein bisschen gruselig aus. Aber so stark getrübt kann eine Linse (bei weit gestellter Pupille) eben aussehen. Dass man damit nicht mehr viel sieht, ist leicht nachzuvollziehen. Also praktisch blind sein oder operieren. Der Gedanke, dass jemand mit einem Messer in meinem Auge herumstochert, gefiel mir überhaupt nicht, aber so wird das nun mal gemacht.

Um 9:00 Uhr wurde ich in der Klinik erwartet.

Und natürlich saß ich wieder auf dem „Wartegang“ der Privatambulanz und wartete darauf, mich anmelden zu dürfen. Um 9:20 Uhr stellte ich mich bei der Sekretärin kurz für die geplante Operation vor. Diesmal musste ich nichts mehr unterschreiben und durfte auch sofort weiter in den zweiten Teil des Gangs, um dort wieder zu warten.

Jetzt mal eine Anmerkung zu dieser Warterei. Natürlich kann man nicht erwarten, dass man überall sofort dran kommt. Rein subjektiv verbringt man aber tatsächlich die meiste Zeit mit Warten. Da man immer wieder zu einem anderen Arzt geschickt wird, muss man auch immer wieder warten. Es mischen eben viele verschiedene Leute mit. Und sooooo gemütlich sind die Wartezonen in der Klinik nicht, dass man gar nicht mehr weg will. Dann kommt erschwerend dazu, dass die meisten Patienten in einer Augenklinik eines nicht können, nämlich gut sehen. Oft werden zusätzlich die Pupillen weit gestellt. Das bedeutet, dass das Lesen von Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und dergleichen nur begrenzt funktioniert. Laute Musik auf den Ohren ist auch nicht besonders sinnvoll, weil man ja doch immer mal wieder aufgerufen wird.

Jammern auf hohem Niveau … das mag schon sein. Richtet euch aber darauf ein, dass so ein Tag ziemlich langweilig sein kann.

Eine weitere halbe Stunde (9:55 Uhr) später wurde ich in eins der Untersuchungszimmer gerufen. Diesmal war die Assistenzärztin Frau Dr. Kurz diejenige, die sich mit den Voruntersuchungen herumschlagen musste. Ich hatte schon oft den Eindruck, dass vor allem die Assistenzärzte schnell mal ungeduldig oder gar ruppig werden. Ist ja nun auch nicht so der Traumjob, den Patienten den ganzen Tag lang immer dasselbe zu erzählen und immer dieselben Fragen zu beantworten. Das kann ich nachvollziehen, aber trotzdem: ihr arbeitet mit Menschen, und zwar mit Menschen, die sich allesamt in einer Ausnahmesituation befinden. Versucht doch bitte, freundlich und entspannt zu sein. Wenn ihr euch Stress antut, dann macht euch das auch nicht glücklicher … und die Patienten fühlen sich ebenfalls nicht wohl dabei.

Frau Dr. Kurz war auf jeden Fall freundlich und bemüht. Es erfolgte eine Messung des Augeninnendrucks (linkes Auge 19mmHg), diesmal nicht mit dem bekannten Luftstoss (aber fragt mich nicht danach, welche Methode verwendet wurde). Es wurde die Sehstärke auf beiden Augen gemessen. Für das linke Auge gab es noch einen kurzen Sehtest. Und natürlich wurde die Pupille des Opfer-Auges weit gestellt.

Anschließend erläuterte mir Frau Dr. Kurz die Risiken und Nebenwirkungen der Operation. Vom Aufklärungsbogen erhielt ich eine Kopie.

Die Zielstärke der Augenlinse kann individuell entschieden werden. Mit etwas Glück konnte dann entweder beim Lesen oder bei der Fernsicht auf eine Brille verzichtet werden. Für mich persönlich war dies aber illusorisch. Als Folge der Netzhautabhebung, bei der auch die Makula (Bereich des schärfsten Sehens) in Mitleidenschaft gezogen worden war, gab es auf meiner Netzhaut viele vernarbte Stellen. Zusätzlich war das Auge durch die Plombe der ersten Operation ausgebeult, so dass dort mit einer künstlichen Augenlinse sowieso kein scharfes Bild mehr erzeugt werden konnte. Alles in allem würde das Auge auch mit einer optimal eingestellten Linse nie mehr gut sehen können. Insofern wollte ich die Zielsehstärke lieber an einer wahrscheinlich in der Zukunft notwendigen Katarakt-Operation am rechten Auge ausrichten. Üblicherweise versucht man, zu große Unterschiede in der Sehstärke zu vermeiden. Letztendlich legten wir -2,5 Dioptrien und damit eine leichte Kurzsichtigkeit fest. Das ist ein durchaus üblicher Wert, mit dem man ohne Brille lesen kann.

Nach einer Katarakt-Operation war es nicht notwendig, das Auge besonders zu schonen. Man konnte das Auge bereits am nächsten Tag wieder normal bewegen, also auch lesen oder gar am Computer arbeiten (soweit man sich selber dazu in der Lage fühlte). Natürlich war Reiben des Auges strengstens verboten. Auch fremde Stoffe wie Seife oder Staub/Rauch sollten tunlichst nicht ins Auge gelangen. Nur Augentropfen waren erlaubt und auch notwendig.

Um 10:10 Uhr war ich wieder draußen auf dem Gang und wartete darauf, dass die Pupillen weit wurden.

15 Minuten später hat Frau Dr. Kurz kurz mit Hilfe einer Spaltlampe in mein Auge gesehen. Wahrscheinlich hat sie sich noch einmal die Netzhaut angesehen.

Danach saß ich wieder draußen auf dem Gang und wartete darauf, auch noch vom Oberarzt begutachtet und beraten zu werden. Inzwischen sind wir wieder so 10 Menschlein draußen auf dem Gang.

Um 11:00 Uhr wurde ich dann in das große Direktionszimmer hineingerufen. Diesmal war es nicht Frau Dr. Schumann, sondern Herr Dr. Kreutzer. Er schaute mir auch noch mal mit Unterstützung einer Spaltlampe ins Auge. Danach sprachen wir noch mal über die Zielsehstärke. Herr Dr. Kreutzer war ebenfalls sehr freundlich und bereit, meine Fragen zu beantworten. Genau wie bei Frau Dr. Schumann fühlte ich mich nicht zur Eile gedrängt.

Ganz im Gegenteil: Als ich ihn auf seine Smartwatch ansprach, eine Samsung Gear 2, kamen wir ein wenig ins Gespräch und tauschten uns über Smartwatches aus (ob das sein Chef lesen darf? 😉 ).

Ein wenig erinnerte er mich an Markus Lanz, so von der Gestik und der Sprechweise her, aber das ist natürlich rein subjektiv.

Von ihm erhielt ich ein Rezept für Augentropfen und eine Bescheinigung, dass ich heute Gast in der LMU Augenklinik war (für den Arbeitgeber).

Jedenfalls „Danke, Herr Dr. Kreutzer, war nett bei Ihnen.“

So, nun, 20 Minuten später, wurde es ernst

Ab in den 2. Stock mit der Patientenakte zum ambulanten Operationszentrum.

Die Katarakt Operation

Erst einmal wieder eine Anmeldung. 🙂 Eine wenig inspirierte Dame nahm schweigend meine Patientenakte entgegen, druckte irgedetwas aus, steckte das in die Akte und schickte mich zwei Türen weiter zu „den Schwestern“.

Ich kam in eine Art Umkleidekabine mit Spinden an der Wand und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Fragezeichen auf meiner Stirn. Dahinter ein offener Raum mit mehreren Patienten, die auf so mobilen Sesseln herumlungerten und auf irgendetwas warteten. Rechter Hand ging es weiter in einen Gang und da war auch gleich ein kleines Schwesternzimmerchen mit zwei, drei Damen, die sich gerade angeregt unterhielten.

Forsch machte ich mich bemerkbar und lieferte meine Akte ab. Ich wurde gebeten … na, was wohl? … in dem Raum mit den Spinden zu warten.

Lange dauerte es nicht. Ich bekam ein Plastikband um den rechten Arm mit meinem Namen drauf. Wohl, damit ich nicht verloren gehen konnte. Zur Not hätte man mich ja einfach nach meinem Namen fragen können. Aber hey, sah so aus, als ob sie mit meinem völligen Wegtreten rechneten.

Man verlangte noch nach einem Euro. Ja, doch, im Ernst. Egal, war vielleicht eine Zwangsabgabe für das Weihnachtssparschwein.

Dann sollte ich mich in einer kleinen Kabine komplett bis auf die Unterhose ausziehen, meine Kleidung und alle meine Habseligkeiten inklusive Brille, Uhr usw., in ein abschließbares Spindfach einschließen. Das war das letzte Mal, das ich eine Uhr ablesen konnte: 11:35 Uhr. Und nun wurde auch klar, wofür der Euro war. Der steckte nämlich bereits im Spindschloss und erlaubte mir das Verschließen des Schranks.

Foto von einem OP-HemdAls letztes durfte ich mir ein schickes neues Outfit, das man bereits für mich zurecht gelegt hatte, anziehen. Abgerundet wurde das noch mit einem grünen Häubchen für den Kopf und ein paar weißen OP-Socken. Germanys Next Topmodel ist ein Dreck gegen mich!

Ich wurde dann in den Raum mit den anderen Patienten gebracht, durfte mich ebenfalls auf so einen Sessel setzen, erhielt noch eine Wolldecke und … wartete.

Ja, diesmal wurde es wieder ziemlich lang … weilig. Ich starrte so vor mich hin, versuchte mich zu entspannen, was aber nur mäßig gelang und wartete auf meinen Gang zum Schafott. Und sie ließen mich mal wieder zappeln, nämlich bis 13:00 Uhr.

Endlich! Um 13:00 Uhr ging es weiter. Ich wurde mit dem Sessel wieder raus auf den Gang geschoben, einmal um die Ecke, und dann bis zum Ende des Ganges zu den Operationssälen. Hinter mir schloss sich die automatische Schiebetür mit einem leise zischenden Geräusch. Das wirkte so endgültig. Ohje, es ging nun wohl wirklich los.

Nö …

Ich wurde umgebettet auf eine Liege, meine Arme wurden mit einem Gurt fixiert, mein Kopf lag gerade in einer Mulde. Ich schaute nur noch starr nach oben und lauschte dem geschäftigen Hin- und Her der vielen Personen, die dort offensichtlich am Arbeiten waren. Ein Herr vom Pflegepersonal kam ab und zu vorbei, überschwemmte mein Auge mit irgendwelchen Flüssigkeiten, sprach mich aber vorher jeweils freundlich mit meinem Namen an, so dass ich nicht all zu sehr erschreckte.

Zwischendurch nahm ich einige Gesprächsfetzen wahr mit teilweise fachlichen, teilweise privaten Inhalten. Manches konnte ich nicht verstehen, weil in einer mir nicht vetrauten Sprache gesprochen wurde. Leise hörte ich zusätzlich Maschinen vor sich hin piepen und tüten. Na, so, wie man sich das eben in Operationssälen vorstellt. Aber da war ich noch gar nicht. Im Augenblick lag ich noch ein wenig sinnlos auf einer Liege im Gang herum. Irgendjemand redete vom Essen … hm, das erinnerte mich daran, dass ich heute auch noch nichts gegessen hatte. Aber jetzt war ich stur … ich blieb liegen.

Irgendwann kam überraschenderweise auch Herr Dr. Kreutzer bei mir vorbei und richtete ein paar freundliche Worte an mich. Und irgendwann (ich hatte keine Uhr, und mit dem Zeitgefühl ist da so eine Sache, wenn man nur herumliegt) kam auch mein Operateur vorbei und stellte sich kurz vor: Dr. Priglinger, der im November die Leitung der LMU Augenklinik von Dr. Kampik übernommen hatte. Ich als Patient begrüße es sehr, wenn die Ärzte mit mir reden. Immerhin setze ich großes Vertrauen in ihre Arbeit (und zahle ja auch viel Geld für die Operation). Da darf man ruhig mal kurz „Hallo“ sagen.

Dr. Kreutzer informierte Dr. Priglinger noch über die angepeilte Sehstärke. Er ließ mich nicht im Regen stehen und erklärte mir auch noch mal persönlich in aller Kürze, worum es gerade gegangen war. Ich erwähne das deswegen, weil ich es durchaus für bemerkenswert halte, wenn nicht nur über die Patienten, sondern auch mit ihnen geredet wird. Man fühlt sich als Patient sofort viel ernster genommen und nicht nur als Operationsobjekt. Als Patient befindest du dich in einer ziemlich angespanntenh Situation. Da hilft es sehr, wenn man sich um dich kümmert.

Ich hörte ein „Herr Sevke, ich schieb Sie dann jetzt in den OP-Saal.“ Nun wurde die Liege mit mir oben drauf in Bewegung gesetzt. Sehen konnte ich nichts mehr. Mein rechtes Auge war abgedeckt worden, das linke war wohl auf Grund der Betäubungstropfen außer Gefecht gesetzt. Links und rechts von mir hörte ich verschiedene Menschen und Geräte, dann ging eine Tür auf und schloss sich wieder … und dann war plötzlich Stille. Ich war wohl angekommen.

Jemand beruhigte mich mit den Worten: „Sie hören hier einige seltsame Geräusche von Maschinen. Das ist ganz normal in einem Operationssaal.“

Ja, und dann ging es los.

Ich starrte gerade nach oben in ein Licht (es sollten wohl drei Lichter gewesen sein. Ich sah nur einen einzigen Lichtschein). Und mehr konnte ich leider nicht beitragen. Eine ziemlich kalte Flüssigkeit ertränkte mein Auge. Es wurde am Auge herumgeschnitten. Ich hörte ein leise tackerndes Geräusch, das mit Sicherheit von dem Gerät stammte, mit dem die Linse zerstückelt und abgesaugt wurde. Zweimal spürte ich einen recht unangenehmen Druck auf das Auge. Und dann war auch schon wieder alles vorbei.

Mehr als 10 bis 15 Minuten können das nicht gewesen sein.

Ich bekam einen Verband auf das linke Auge.

An mehr kann ich mich nicht erinnern.

Mit der Liege ging es wieder nach draußen. Dort kam ich auch sofort wieder auf einen Sessel, so dass ich es bequemer hatte. Mein Auge war nur örtlich durch Augentropfen betäubt worden. So hatte ich keinerlei Kreislaufprobleme und war sofort wieder völlig klar bei Bewusstsein. Schmerzen hatte ich überhaupt keine.

Dr. Kreutzer kam noch mal und erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden. Dann musste er aber auch schon wieder weiter. Trotzdem: ich finde, Sie machen einen guten Job!

Neben mir wartete eine andere Patientin darauf, dass wir wieder zurück in den Ruheraum gebracht wurden. Inzwischen wusste ich auch, dass es 13:50 Uhr war. Ich war also insgesamt ungefähr 50 Minuten inklusive OP-Vorbereitung dort gewesen.

Zurück beim Schwesternzimmer habe ich mir sofort wieder meine eigene Kleidung angezogen … und meinen Euro eingesteckt.

Im Ruheraum erhielt ich zwei Stücke Zwieback, Mineralwasser und (ganz wichtig!) Kaffee, so viel ich wollte. Jawohl! (Ein Schnitzel mit Pommes hätte es zur Not aber auch getan.)

Ich musste wieder ein paar Minuten warten und wurde dann nach unten zur Assistenzärztin geschickt. Diesmal durfte ich sofort rein in den Raum B. War aber eh keiner im Wartegang.

Nachuntersuchung und Heimfahrt

Frau Dr. Kurz gab mir noch mal dasselbe Rezept, das mir Dr. Kreutzer auch schon gegeben hatte. Na, lieber einmal zu viel als zu wenig. Außerdem erhielt ich noch den Arztbrief für den Arzt, der die Nachsorge macht. Denn ehrlich, natürlich hätten die mich gerne wieder in ihrer Klinik gesehen, aber erstens ist mir die Anfahrt zu aufwendig und zweitens finde ich den Wartebereich nicht so gemütlich, dass ich dort freiwillig mehrere Stunden zubringen möchte.

Noch ein kurzer Sehtest, ob ich mit dem linken Auge überhaupt schon etwas sehen konnte.

Und um 14:35 Uhr verließ ich die Klinik zu Fuß.

Foto meines RezeptsIrgendwie war das ein komisches Gefühl, mit dieser fetten weißen Augenklappe durch München zu gehen. Ich fühlte mich von allen angestarrt, aber keiner starrte. Vielleicht laufen da in der Nähe der Augenklinik dauernd Leute mit Augenverband herum. Vielleicht war es auch einfach jedem egal. Keine Ahnung. Die Orientierung mit nur einem Auge machte mir überhaupt keine Probleme. Aber ich bin das ja die letzten drei Jahre schon so gewohnt … mein linkes Auge ist ja nun nicht wirklich eine große Hilfe.

Gleich um die Ecke gibt es eine Apotheke, die Marien Apotheke. Da sich die Apotheke in unmittelbarer Nähe der Augenklinik befindet, ging ich davon aus, dass sie die Medikamente vorrätig hätten. Die Acular-Tropfen, die ich vier Wochen lang dreimal täglich in das Auge tropfen sollte, waren vorhanden. Aber das Antibiotikum Tobradex war leider nicht vorrätig. Dieses Medikament sollte ich eine Woche lang sogar sechsmal am Tag anwenden. Das Angebot der Apotheke, für mich das Medikament zu bestellen, musste ich leider ausschlagen. Das war zwar nett gemeint, aber dann hätte ich ja wieder nach München rein fahren müssen.

Am Stachus versuchte ich es noch einmal. Auch die konnten mir leider nicht weiterhelfen.

Am Ende bestellte ich es direkt in Forstern bei der Apotheke am Hirschbach. Apotheken sind heutzutage derart gut organisiert, dass eine Bestellung selten länger als einen Tag dauert. Ich würde mein Medikament also gleich morgen früh erhalten.

Warum erwähne ich das überhaupt? Naja, ich hatte schon erwartet, dass die Marien Apotheke alle Medikamente vorrätig hat, die in der Augenklinik verschrieben werden. Aber anscheinend werden mit der Übernahme der Klinikleitung durch Dr. Priglinger auch andere Medikamente verschrieben und die Apotheke muss sich erst neu darauf einstellen.

Mit der S-Bahn ging es entspannt nach Markt-Schwaben, wo … ja … wo mein Auto stand. Nach einer Katarakt-Operation mit dem Auto heimfahren … das ging ja nun gar nicht. Also musste ich auf den Bus warten und mein Auto an einem anderen Tag aus Markt-Schwaben abholen.

Kein schöner Gedanke.

Ich entschied mich anders. Das Wetter war gut, es war noch hell, ich kannte die Streckie und ich musste auch nicht durch die Stadt fahren (mal von Markt-Schwaben abgesehen). Und außerdem war ich es gewohnt, quasi einäugig autozufahren. Ich fuhr mit dem Auto heim, ging zur Apotheke und bestellte mein Medikament und legte mich dann zur Entspannung auf die Couch.

Schlussbemerkung

Na klar hat die Katarakt-Operation Risiken. Unter anderem erhöht sich die Gefahr einer Netzhautabhebung. Und natürlich kann sich das Auge infizieren. Aber was ist die Alternative bei einem Grauen Star? Warten, bis das Auge völlig undurchsichtig ist und man gar nichts mehr sehen kann. Die Katarakt-Operation ist inzwischen eine Routineoperation und es gibt jede Menge Erfahrungen damit. Vor der Operation selber muss niemand Angst haben, denn die dauert nicht lange und ist nicht sehr belastend. Lästig (vielleicht nur in der LMU Augenklinik in München?) sind die Wartereien in ungemütlicher Atmosphäre und das Hin- und Hergelaufe von einem Arzt zum anderen. Manche Augenärzte führen Katarakt-Operationen auch selber durch. Eure Lebensqualität wird sich durch die Operation mit sehr großer Wahrscheinlichkeit erheblich verbessern.

Nach der Operation muss man etwa eine Woche ein bisschen vorsichtig mit dem Auge umgehen. Speziell schonen muss man sich aber nicht und kann eigentlich sofort wieder zur Arbeit gehen. Da man am nächsten Tag aber gleich wieder zum Arzt zur ersten Nachuntersuchung muss, bietet es sich an, sich zumindest für den Operationstag und den Tag danach arbeitsunfähig schreiben zu lassen.


meine persönlichen Gedanken zur Voruntersuchung zur Katarakt-Operation
meine persönlichen Gedanken zur Operation der Netzhautabhebung


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