Allianz Arena – Arena-Tour

Gesamtansicht der Allianz Arena in München

Quelle: https://commons.wikimedia.org/

Die Allianz Arena im Norden von München ist wohl eines der beeindruckendsten Fußballstadien der Welt. Sowohl der FC Bayern München als auch der TSV 1860 München bestreiten hier ihre Heimspiele. Aber auch internationale Spiele werden in der Allianz Arena ausgetragen.

Weder mich noch meinen Sohn interessieren Bundesliga-Fußballspiele besonders. Aber die Allianz Arena ist eines der Wahrzeichen von München, und ich fahre jeden Morgen und jeden Abend auf meinem Arbeitsweg direkt an ihr vorbei. So lag es auf der Hand, einmal an einer der Arena-Tours teilzunehmen.

Im Augenblick sind Sommerferien und noch dazu bestes (vielleicht schon zu heißes) Wetter.

Detailinformationen über die beiden Fußballvereine oder über die Allianz Arena findet ihr hier nicht. Da verweise ich einfach mal auf andere Quellen im Internet, allen voran natürlich die Wikipedia und die Homepage der Allianz Arena selbst.

Das ovale UFO ist leider dermaßen imposant und von der Autobahn aus perfekt zu sehen, dass sich viele (ortsfremde) Autofahrer auf dem Autobahnring (A99) um München herum von diesem Anblick ablenken lassen. Besonders abends, wenn die Arena oft komplett rot, blau oder weiß ausgeleuchtet ist, kann man sich der Faszination kaum entziehen. Das sollten auch ortskundige Autofahrer bedenken und sich darauf einstellen.

Von außen sieht die Allianz Arena wie ein großer bunter Autoreifen aus, von innen dann doch einfach nur wie ein großes Fußballstadion.

FC Bayern München Logo

Nirgends entsteht auch nur der geringste Zweifel, wer hier in der Allianz Arena der Hausherr ist

Die Anfahrt zur Allianz Arena ist in jeder Hinsicht einfach. Das Stadion liegt direkt im Schnittpunkt zweier Autobahnen, außerdem gibt es eine eigene U-Bahn Station. Durch die Lage im Norden von München, noch dazu außerhalb der Wohngebiete, ist die Arena optimal erreichbar. Dennoch kommt es natürlich bei den Spielen zu Staus, wenn tausende Fahrzeuge gleichzeitig ankommen oder wegfahren. Zu diesen Zeiten sollte man die Gegend daher besser meiden, wenn man nicht selber im Stadion dabei ist. Auch die U-Bahn ist dann natürlich komplett von Fans überfüllt.

Ausriss von einem Ticket für die Arena TourHeute fand kein Spiel statt. Wir hatten uns Karten für die Führung um 12:30 Uhr besorgt. Von Forstern aus mussten wir 30 Minuten einplanen. Allerdings hatte ich nicht gedacht, dass um die Uhrzeit dermaßen viele Urlauber unterwegs waren. Von den Fahrzeugen auf der A99 waren gefühlt höchstens 5 Prozent mit Münchener Kennzeichen oder einem Kennzeichen der angrenzenden Landkreise (wie Erding 😉 ) unterwegs. Viele Wohnmobile und viele Wohnwagen. Auf der Passauer Autobahn (A94) wären wir gut vorangekommen, aber da ist die Geschwindigkeit momentan wegen der großen Hitze auf 80 km/h heruntergesetzt. Blow-Ups gibt es zwar keine, aber der Staat will sich augenscheinlich prophylaktisch schon mal jeder möglichen Verantwortung entledigen. Auf der A92 haben sie gestern, glaube ich, jemanden in einem BMW X3 mit 235 km/h in so einer 80er Zone verfolgt und angehalten. Aber egal … das ist ein anderes Thema.

Wir sind nur mit 100 km/h gefahren und wurden dabei von den LKWs fast angestupst. War ihnen wohl zu langsam. Ich habe dann immer so weit beschleunigt, dass ich nicht zum Verkehrshindernis wurde.

Auf der A99 gab es dann diese Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht mehr, aber eben die Wohnmobile und die Wohnwagen, so dass wir nicht so richtig schnell unterwegs waren. Das wäre ja grundsätzlich kein Problem gewesen, wenn nicht mein Sohn kurz nach unserer Abfahrt bemerkt hätte, dass er eine zerrissene Hose angezogen hatte. Ich bin dann noch mal umgekehrt und er musste sich eine andere Hose anziehen. Das hat uns natürlich etwas Zeit gekostet.

Ich schweife ab …

Parkplatz.

Ja, Parkplätze gibt es viele bei der Arena.

Foto vom Bus-Parkplatz der Allianz-Arena

Richtige schöne Parkhäuser. Allerdings war es nicht möglich gewesen, alle direkt um die Arena herum zu errichten. Wer zu einem Fußballspiel mit dem Auto zur Allianz Arena fuhr (schön blöd!), der musste sich auf einige Minuten Fußmarsch einstellen. (Jaja, wer mit der U-Bahn kam, teilte dasselbe Schicksal. 😉 ). Aber an „normalen“ Tagen durfte man bis zum Bus-Parkplatz Mitte fahren, der direkt am Eingang-Nord lag. Das war perfekt. Auf dem Foto seht ihr übrigens meinen kleinen roten i10.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind die ersten 45 Minuten Parkzeit gratis, danach muss man dann für den Tag 5 Euro zahlen.

Richtig! Die Führung dauert 1 Stunde. Es fallen also die Gebühren für den ganzen Tag an! Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. an Spieltagen kommt ihr nicht so „billig“ davon! Also doch die U-Bahn. 😉

Close-Up der Außenfassade der Allianz-Arena

So sieht die Allianz Arena dann aus, wenn man unmittelbar davor steht. Diese komischen Rauten sind übrigens Luftballons … bzw. Luftkissen, die tatsächlich mit getrockneter Luft vollgeblasen werden. Darin befinden sich tausende von LEDs, mit denen die Luftkissen dann je nach Bedarf farblich ausgeleuchtet werden (an anderer Stelle wird von Leuchstoffröhren gesprochen … ich weiß nicht genau, welche Technik aktuell verwendet wird, aber es sieht toll aus!). Auf diese Weise erscheint das komplette UFO dann in Rot, Blau oder Weiß … oder an speziellen Tagen auch mal komplett in Grün. Und unten, naja, der unvermeidbare Kaiser darf natürlich nicht fehlen. 😉 Ist okay.

Wenn man dann die breite Rampe hochgeht, dann sehen die Luftpolster so aus:

Nahaufname der Luftkissen-Fassade der Allianz Arena in München

Also, futuristisch ist das allemal und hat seinen Reiz auch nach nunmehr 10 Jahren nicht verloren. Solange gibt es die Allianz-Arena inzwischen. Und wer die Arena einmal nachts voll beleuchtet erlebt, wird sich ein „WOW!“ kaum verkneifen können.

Aber es ist eben nur eine Hülle, und die ist auch noch aus Plastik. Darunter befindet sich natürlich solider Beton. Anders wäre so ein Stadion gar nicht realisierbar.

Wir kamen also pünktlich an, parkten ohne Probleme in unmittelbarer Nähe des Eingangs, durchschritten die Drehkreuze ohne Kontrolle und gingen die breite Rampe nach oben.

Foto des Hinweisschildes zu den Arena Touren

Oben gab es dann das nächste Hinweisschild, nämlich eine Treppe nach oben. Interessiert das eigentlich noch jemanden von euch? Okay, okay, dann werde ich die weiteren Hinweisschilder eben nicht mehr zeigen.

Oben ging es dann durch einen Gastronomie-Bereich zu mehreren Meeting-Points. Jeder war mit einem eigenen Bildschirm ausgestattet, auf dem die nächsten Führungen angezeigt wurden. Zusätzlich hingen an der Wand zahlreiche Bildschirme, auf denen gerade ein Fußballspiel gezeigt wurde … fragt mich nicht, welches … unten auf dem Rasen war jedenfalls zur Zeit nichts los. Das muss also irgendeine Aufzeichnung gewesen sein.

Die Tour begann dann pünktlich um 12:30 Uhr und führte zunächst nach draußen. Von dort ging es dann in die Arena, und zwar zu den Mittelrängen. Zwischen Außenhülle und Sitzplätzen befindet sich hier ein Service-Bereich, der komplett einmal um die Arena herum führt. Da gibt es jede Menge Möglichkeiten, etwas zu essen oder zu trinken zu kaufen. Außerdem jede Menge Toiletten, um das Zeug anschließend gleich wieder zu entsorgen <hüstel>. Aber auch Erste-Hilfe-Räume und andere Servicebereiche waren hier unmittelbar von überall her zu erreichen. Das wirkte auf mich ziemlich optimal.

Wir setzten uns dann als Gruppe auf Sitzplätze des mittleren Rangs (von drei Rängen insgesamt) und durften die Atmosphäre auf uns wirken lassen. Ich hatte die Entfernung des eigentlichen Spielfeldes ganz anders in Erinnerung (ich hatte diese Tour vor einigen Jahren schon mal gemacht). Eigentlich konnte man von hier aus (wir waren in der Nordkurve … sorry, ich kann nichts dafür! – echte Bayern-Fans sitzen natürlich in der Südkurve!) das gesamte Spielfeld wunderbar überblicken.

Hier mal ein Foto:

Foto vom Spielfeld der Allianz Arena

Wenn man dort sitzt, ist der Eindruck noch viel direkter, als es das Foto vermitteln kann. Im Augenblick wird der Rasen gerade bewässert. Wozu die Ventilatoren gut sind, weiß ich nicht. Sie waren alle eingeschaltet. Beim Rasen handelt es sich übrigens um einen Hybridrasen, also einem Rasen aus Kunstfasern, zwischen denen ein natürlicher Rasen wächst. Der muss genauso gemäht und bewässert werden wie ein normaler Rasen, soll aber viel robuster sein. Ihr könnt auch gut die drei verschiedenen Ränge erkennen. Jeder Bereich hat einen anderen Neigungswinkel. Oben ist es schon ganz schön steil. Was ihr auch erkennen könnt, ist die riesige Video-Leinwand, hoch oben am Dach befestigt. Davon gibt es zwei. Wisst ihr zufällig, wie groß eure Wohnung oder die Grundfläche eures Hauses ist? Okay, es ist gut möglich, dass ihr das Ganze auf diesem Bildschirm unterbringen könnt. Der hat nämlich eine Fläche von 100 qm. Ich nenne das „gigantisch“. Trotzdem wirkt der klein, oder? 😉

Unser Guide (um nicht da böse Wort Führerin zu verwenden) ließ uns dann mal alle aufspringen und „Tor!!!“ schreien, damit wir uns wie bei einem echten Fußballspiel fühlten. War süß, aber irgendwie fehlten unten die Spieler.

Hier noch mal einen Blick auf die Sitzplätze … leer … natürlich:

Foto von den leeren Rängen in der Allianz Arena

Direkt über dem Spielertunnel durften wir uns dann noch einmal auf die Sitze des ersten Ranges setzen. Die waren im Gegensatz zu den Sitzen des zweiten Ranges leicht mit Kunstleder gepolstert. Außerdem war die Neigung der Ränge dort geringer. Hier konnte man es recht kommod aushalten.

Wir haben uns dann anschließend den Pressebereich (ganz in orange) angesehen, wo dann die Trainer interviewt werden oder wo auch Pressekonferenzen abgehalten werden (der Raum war klasse … total leer, aber trotzdem herrlich klimatisiert! … boah, mir war so warm bei Außentemperaturen von 33 Grad). Leider wurden wir sofort weiter geschickt, weil uns die nächste Gruppe bereits auf den Fersen war. Das ist leider ein generelles Problem: die Termine der Gruppen sind so eng, dass man kaum Gelegenheit hat, die Eindrücke mal auf sich wirken zu lassen. Gewinnmaximierung ist wohl die Devise. Möglichst viel Leute in möglichst kurzer Zeit mussten durch die Arena geschleust werden. Auf der einen Seite hatten auf diese Weise mehr Menschen die Möglichkeit, sich die Allianz Arena anzusehen. Auf der anderen Seite konnte man nirgends mal eine Sekunde anhalten, sondern musste sofort wieder weiter.

Nach dem Pressebereich ging es zu den Spielerkabinen. Ich habe keine Fotos mehr gemacht, aber wer das mal sehen will, kann gerne mal Tante Google bemühen. Ist halt eine saubere aufgeräumte, ganz in Rot gehaltene Umkleidekabine. 😉

Auch den (nicht genutzten) Aufwärmraum durften wir uns anschauen.

Danach ging es weiter zum Spielertunnel, also dem Gang, durch den die Mannschaften zum Spiel aufs Spielfeld kamen.

Und anschließend ging es wieder zurück auf die andere Seite des Spielertunnels in die so genannten Mixed Zone, wo sich die Spieler nach einem Spiel den Reportern stellten. Immer schön an der Wand, weil dort die Logos der Sponsoren zu sehen waren. Man kennt das ja aus dem Fernsehen.

Und hinter der „Mixed Zone“ gab es dann einen direkten Zugang zu einem Parkbereich, wo die Spieler direkt mit dem Auto abgeholt werden konnten. Alles in allem war alles so konzipiert, dass die Spieler niemals irgendwie mit ihren Fans in Kontakt kommen mussten.

Von der „Mixed Zone“ ging es noch einmal durch einen Teil der Arena wieder nach draußen zu den Rampen. Dort wurde uns von unserer Führerin der Aufbau der Außenfassade erklärt. Mitten am Tag waren natürlich (leider) keine Lampen eingeschaltet. Alles sah etwas angegraut aus, aber das war vermutlich der langen Trockenheit geschuldet, denn die Luftkissen waren angeblich mit Nanopartikeln beschichtet, so dass der nächste Regen die Luftkissen automatisch säubern würde.

Tja, und das war´s dann auch schon.

Wir wurden noch zur Rampe begleitet. Ganz im Gegensatz zu meiner Annahme. Denn ich hatte erwartet, dass die Tour beim Fan-Shop im Inneren der Allianz Arena enden würde. So ein Wink mit dem Zaunpfahl, doch noch etwas mehr Geld in der Arena zu lassen. Aber das war nicht der Fall. Vermutlich wartete bereits die nächste Gruppe auf unseren Guide.

Fazit:

Muss ich mir das jetzt antun?

Ich finde, dass jeder, der im Großraum München wohnt, unbedingt einmal eine Arena-Tour durch die Allianz Arena machen sollte. Das muss nun nicht jedes Jahr sein, aber einmal sollte man das schon tun. Schließlich ist die Arena für München ein Wahrzeichen. Selbst, wenn man kein Fußballfan ist, ist diese Tour empfehlenswert. Die Organisation ist perfekt, es gibt genug Parkplätze, man kommt gut hin. Nur muss man akzeptieren, dass man nicht der Einzige ist. Es sind also viele Menschen unterwegs und die Tour steht unter einem gewissen Termindruck. Zu beachten ist, dass Arena-Touren nur im Sommer von Juli bis September durchgeführt werden.

Hier noch einmal der Link zur Homepage der Allianz Arena.

Nachwort

Obwohl ich vorschlug, direkt in der Arena das Angebot an Speisen wahrzunehmen, wollte mein Sohn dort nichts essen. Wer bin ich, dass ich meinen Sohn zu seinem Unglück zwingen würde? Wir fuhren also wieder heim in Richtung Forstern (huhu … der Computer wartete schon!). Auf dem Weg entschieden wir uns dann, einen Abstecher über Markt Schwaben zu machen und dort in der Eisdiele am Markplatz einen Eisbecher zu essen … Erdbeerbecher für jeden von uns. Das war kein vollwertiges Mittagessen, aber es war schön, draußen in Ruhe mal wieder einen Eisbecher zu essen.

Und nun ist meine Flasche Dão, die ich während des Schreibens getrunken habe, auch leer. Zeit, den Artikel zu beenden und ins Bett zu gehen.


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