Netzhautablösung – Ablatio Retinae – Vorgeschichte

Lest bitte zuerst meine Vorbemerkungen zum Thema Netzhautablösung.

Wie fing das Thema Netzhautablösung für mich an?

Da muss ich ganz weit ausholen. Schon als Jugendlicher war mir bewusst, dass es wegen meiner starken Kurzsichtigkeit eine viel größere Wahrscheinlichkeit für eine spätere Netzhautablösung gab. Das ging so weit, dass ich in der Schulzeit bereits die Blindenschrift lernte.

Ein Schulfreund (hallo Jürgen!) und ich hatten damals in einem gemeinsamen Projekt die Schülerzeitung Polyoblektor entworfen und ganze 1 1/2 Exemplare erstellt und zum Lesen in der Klasse verteilt. Die genauen Details weiß ich nicht mehr so genau, aber es soll hier ja nicht um dieses Projekt gehen, sondern um die Netzhautablösung. Warum ich das überhaupt erwähne ist, dass Jürgen in dieser Zeitschrift einen Artikel in Brailleschrift veröffentlicht hat. Wir konnten diese Schrift also schreiben und lesen, aber ganz sicher nicht mit den Fingern ertasten.

Und so sah das damals aus:

Ein Artikel in Brailleschrift

Der Artikel Jakob Krakel Kakel im Polyoblektor 1 – Seite 1 von 3

Ich war in meinem Leben sehr häufig bei Augenärzten. Unter anderem ließ ich vor ungefähr 15 Jahren die Kurzsichtigkeit auf beiden Augen einfach per LASIK weglasern. (Auch das soll hier nicht thematisiert werden.) Irgendwann in dieser Zeit wurde im linken Auge auch schon einmal eine dünne Stelle der Netzhaut per Laser vernarbt und damit an die Aderhaut angepappt.

Ich hatte immer viel Spaß mit meinen Augen. 🙁

Letztes Jahr im Herbst passierte es dann, dass ich abends auf einer Elternversammlung in Erding jede Menge Blitze im linken Auge sah. Das brachte mich an den Rand einer Panik. Diese Blitze sind massiv auffällig und ich wusste ja, dass dies ein ernstzunehmender Hinweis auf eine Netzhautablösung darstellte.

Die Augenärztin diagnostizierte eine teilweise Glaskörperabhebung im linken Auge. Das ist nun nicht so ungewöhnlich. Den meisten Menschen passiert das irgendwann einmal, wenn sie älter werden. Hohe Kurzsichtigkeit ist allerdings ein Risikofaktor und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Glaskörperabhebung. So eben auch bei mir. Das Dumme daran ist, dass der Glaskörper an einigen Stellen noch mit der Netzhaut verbunden sein kann und dann an ihr zupft. Dabei können Löcher oder Risse in der Netzhaut entstehen, was dann zu einer Netzhautablösung führen kann.

Problem erkannt, Problem gebannt. Nicht ganz … Löcher waren keine in der Netzhaut zu entdecken. Nach der Glaskörperabhebung verstärkten sich die so genannten Floaters oder mouches volantes, auch ganz schnöde Glaskörpertrübungen genannt, sehr stark.

Das folgende Video stellt das recht gut dar:

Aus verschiedenen Gründen habe ich das Thema 2012 ein wenig „aus den Augen verloren“ und war deswegen längere Zeit nicht mehr bei meiner Augenärztin.

In der letzten Novemberwoche erschien dann von oben rechts, also von der Nasenseite her, ein schwarzer Fleck, der sich bei Augenbewegungen hin- und her bewegte. Am 2. Dezember verlor ich dann fast die Hälfte meines Gesichtsfeldes und ging sofort zum Augenarzt.

Dort wurde eine Netzhautablösung festgestellt, die sofort operiert werden müsste, um eine Erblindung des Auges zu verhindern.

Ein sehr informatives Video ist das folgende:

Gleich am Anfang (00:53) wird der sich von rechts her vergrößernde schwarze Vorhang dargestellt.

Noch am selben Nachmittag fuhren wir in die LMU Augenklinik München, wohl die größte Augenklinik Deutschlands. Dort wurde die Netzhautablösung bestätigt. Leider war der Bereich des schärfsten Sehens, der so genannte Gelbe Fleck oder die Makula, bereits geschädigt. Es ist wohl so, dass die Zellen dann sofort absterben. Besonders große Eile ist in diesem Fall schon nicht mehr nötig. Eine Operation noch am selben Tage wurde mir deswegen nicht empfohlen. Stattdessen sollte am Montag im normalen Regelbetrieb operiert werden. Am Sonntag Abend sollte ich in der Augenklinik einchecken, konnte aber heraushandeln, dass Montag Morgen ganz früh um 6:30 Uhr auch in Ordnung wäre. Auf diese Weise konnte ich mir einen langweiligen Sonntagabend in der Klinik ersparen.

Mir wurde aufgetragen, nicht zu lesen, mich nicht anzustrengen, und möglichst ausschließlich auf der linken Seite zu liegen, damit sich die Netzhaut nicht noch weiter von der Aderhaut ablöst. Okay, das war machbar.

Der Arzt, mit dem wir es in der Ambulanz zu tun hatten, war sehr freundlich und engagiert (leider weiß ich seinen Namen nicht). Er hat mir ausführlich die Diagnose erklärt und erweckte nie den Eindruck, dass er für mich keine Zeit hätte. Anschließend durfte ich meine draußen wartende Familie hereinholen und er erklärte es auch ihnen noch einmal genau. Zusätzlich versuchte er mich mit netten Worten wie „Das kriegen wir hin!“ aufzumuntern. Vielen Dank für Ihre Arbeit!


Hier geht es weiter zum ersten Tag im Krankenhaus, dem Tag der Operation.


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