SEO-Tipp #4: der Domänenname

SEO-Tipp

Jede Webseite wird im Browser über einen URL, einen Uniform Resource Locator, erreicht (ich spreche das so aus: Örl), also über eine Internetadresse. URLs sehen (üblicherweise) in etwa so aus: http://www.portugalforum.de. Der vordere Teil bezeichnet das Netzwerkprotokoll, hier also http (Hypertext Transport Protocol) und dahinter folgt eine Adresse, die sich wiederum aus mehren Teilen zusammensetzt. Alle Teile werden durch einen Punkt voneinander getrennt. Den genauen Aufbau eines URL werde ich nicht besprechen. Wer sich dafür interessiert, kann ihn zum Beispiel in der Wikipedia nachlesen. Der Domänenname wird in der Fachsprache FQDN genannt, was ausgeschrieben Fully Qualified Domain Name bedeutet. Wie wichtig ist der Domänenname für die Sichtbarkeit in Suchmaschinen? Und was sollten wir dabei beachten?

Der Name der Domäne

Kurz und bündig …

  • bemühen Sie sich um eine Type-In Domäne
  • kurze Namen wählen
  • keine Umlaute verwenden
  • sinnvolle Keywords verwenden
  • mehrere Wörter werden durch einen Bindestrich getrennt
  • kein Keyword Stuffing betreiben

Etwas ausführlicher …

Die meisten Browser unterstützen heute Google Instant, so dass Ihnen bereits beim Eintippen eines Schlüsselbegriffs in die Adresszeile Ihres Browsers sinnvolle Vorschläge für eine Website gegeben werden. Dabei werden auch Ihre Bookmarks und die von Ihnen erst kürzlich besuchten Websites berücksichtigt. Wenn also der Schlüsselbegriff im Domänennamen direkt vorkommt, haben Sie eine gute Chance, dass Ihre Domäne als Suchtreffer angezeigt wird.

Einige Browser unterstützen die automatische Vervollständigung von Domänennamen (Server Name Completion). In Opera geben Sie zum Beispiel portugalforum/ ein, und Opera wird automatisch nach einer Domäne suchen, die beispielsweise portugalforum.de heißt. Die Endungen können Sie in den Programm-Einstellungen selber festlegen. Auch in diesem Fall wird Ihre Domäne schneller gefunden, wenn Sie als Domänennamen einen Begriff wählen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Besucher direkt in die Adresszeile eingegeben wird.

Am wirkungsvollsten sind so genannte Type-In Domains. Dabei handelt es sich um Domänennamen, die ein Besucher ganz natürlich für einen bestimmten Suchbegriff eingibt wie zum Beispiel die schon öfter herangezogene Domäne portugalforum.de. Wer ein deutschsprachiges Forum über Portugal sucht, wird ohne Zweifel einfach mal portugalforum.de oder www.portugalforum.de eingeben und landet dann sofort auf der richtigen Webseite. Neben solchen speziellen Schlüsselbegriffen bieten sich auch Firmennamen oder Markennamen als Type-In Domäne an. Privatpersonen werden versuchen, ihren Nachnamen oder eine Kombination aus Vornamen und Nachnamen, verbunden durch einen Bindestrich, zu kaufen. Der Nachteil von Type-In Domänen ist, dass es kaum noch verfügbare gibt. Falls SIe mit dem Gedanken spielen sollten, eine bereits existierende Type-In Domäne zu kaufen, dann richten Sie sich auf sehr hohe Preise ein.

Wenn wir keine Type-In Domäne bekommen können, müssen wir uns Gedanken darüber machen, welcher Domänennamen sinnvoll ist. Da die Suchmaschinen den Inhalt des Namens in ihre Ranking-Algorithmen als wichtig einbeziehen, sollte man den Namen so wählen, dass er entweder komplett oder in einer zusammengesetzten Form Suchbegriffe enthält, von denen man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass ein Besucher sie verwendet, um den Inhalt der Website zu finden. Als stark übertriebenes Gegenbeispiel könnte ich den Domänennamen koestlicherweinausderantarktis.org für eine Domäne wählen, die Infos über Portugal präsentiert. Es ist kaum davon auszugehen, dass jemand „Wein“ oder „Antarktis“ oder „Wein aus der Antarktis“ eingeben wird, um die Portugal-Domäne zu finden. Es handelt sich also um einen besonders schlechten Namen. Neben dem fehlenden Bezug zum Inhalt der Domäne ist der Name aber auch aus einem anderen Grund schlecht gewählt. Kein Besucher kann sich so einen Buchstabensalat leicht merken. Außerdem wird der komplette Name von der Suchmaschine als ein einziges Wort aufgefasst.

Der Name müsste als erstes in kleinere Häppchen aufgeteilt werden: koestlicher-wein-aus-der-antarktis.org. Nun werden die Wörter auch von der Suchmaschine als einzelne Wörter erkannt. Der Besucher kann sich zudem den URL leichter merken. Trotzdem ist der Name noch viel zu lang und enthält Füllwörter, die überflüssig sind. Am Ende könnte man vielleicht antarktis-wein.de wählen. Natürlich nur, wenn sich die Website auch tatsächlich mit diesem Thema beschäftigt, was momentan noch eher unwahrscheinlich ist.

Wer genau hinsieht, hat sicher bemerkt, dass ich auch die Top-Level Domäne von ORG auf DE geändert habe. Die Top-Level Domäne ORG ist ursprünglich für „nicht-kommerzielle Unternehmen und Projekte“ vorgesehen worden. DE ist eine Länder-Domäne und wird mit deutschsprachigen Inhalten assoziiert, also genau das, was wir wollen.

Seit einigen Jahren sind so genannte Umlaut-Domänen (IDN = Internationalized Domain Name) möglich. Eine Domäne wie münchen.de ist damit möglich. Bisher sind die Erfahrungen, die damit gemacht worden sind, eher negativ. Die Verwendung von Umlauten in Domänen-Namen kann zur Zeit nicht empfohlen werden. Probieren Sie mal http://München.de. Sie werden auf die Site http://www.muenchen.de weitergeleitet. Und auch eine Google-Suche nach dem Begriff München bringt sie zu http://www.muenchen.de. Im Augenblick scheint es so, als würden Umlaut-Domänen von Suchmaschinen schlechter bewertet. Dazu kommt, dass andere Websites, die auf Ihre Umlaut-Domänen zurücklinken, möglicherweise mit der Darstellung der Sonderzeichen Probleme haben könnten, was dann sehr unschön aussieht.

Eine Frage, die oft in Zusammenhang mit Domänennamen gestellt wird, lautet: Soll ich den Namen mit WWW oder ohne WWW nehmen? Im Grunde ist das egal. Das WWW hat mit dem eigentlichen Domänennamen nichts zu tun. Es handelt sich dabei um eine Subdomain, die auf einer Hauptdomäne wie zum Beispiel evenca.de zur Unterscheidung von verschiedenen Servern dienen kann. Neben der Subdomain www.evenca.de wären weitere wie ftp.evenca.de (für Dateiübertragungen) oder mail.evenca.de (für einen E-Mail Server) denkbar. Es hat sich am Anfang des Internet-Zeitalters eingebürgert, Webserver eben mit WWW zu kennzeichnen. Brauchen Sie aber nicht und spart auch Tipparbeit, wenn Sie es weglassen. Allerdings gibt es dabei einen Aspekt zu berücksichtigen. Es gibt immer noch viele Internet-Benutzer, die es gewohnt sind, das WWW am Anfang einzugeben. Was passiert, wenn jemand eine Internetadresse mit WWW eingibt, diese Subdomain aber nicht existiert? Der Besucher bekommt völlig korrekt den Hinweis, dass die Seite nicht existiert. Das ist aber nicht genau das, was wir gerne hätten. Um das zu verhindern, benötigen Sie also sowohl Ihre Hauptdomäne evenca.de als auch eine Subdomain www.evenca.de. Da diese Subdomain aber nicht separat gepflegt werden soll, richten Sie sinnvollerweise eine permanente Weiterleitung per .htaccess Datei oder direkt beim Hoster von der einen auf die andere Domäne ein, hier also von evenca.de auf www.evenca.de, die den Besucher auf die Hauptdomäne weiterreicht. Das funktioniert reibungslos. Welche der Domänen Sie als Hauptdomäne auswählen, ist Ihnen überlassen.

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