Svens Gedankensplitter

Schnee am Zuckerhut – Weiherspiele Markt Schwaben

  • Auch dieses Jahr sind wir wieder zu den Weiherspielen nach Markt Schwaben gefahren. Ursprünglich hätten wir eine Vorstellung am Wochenende (am 23.7.) besucht, aber leider hat es wie letztes Jahr so stark geregnet, dass die Veranstaltung verschoben werden musste. Also nun am Dienstag. Blöd, weil man am nächsten Tag nicht ausschlafen konnte.

    Flyer Weiherspiele Markt Schwaben 2010 - Schnee am Zuckerhut

    Die Kurzbeschreibung, um was es diesmal geht, entleihe ich mir von der offiziellen Website der Weiherspiele:

    Rio de Janeiro, das ist Carneval, Fußball und Caipirinha. Aber auch Armut, Elend und Verbrechen. In einigen Jahren ist man Gastgeber für die Fußballweltmeisterschaft und die olympischen Spiele. Anlass genug um die Stadt zu säubern und aufzuräumen unter den Obdachlosen, Drogendealern und Jugendbanden.

    Vor diesem Hintergrund spielt die heitere Komödie „Schnee am Zuckerhut“ ein brasilianisches Abenteuer. Leon und Rubinho, zwei Brüder aus den Favelas, den Elendsvierteln von Rio, sind Anführer einer Straßen-Gang. Ihr Leben ist eine brisante Mischung aus „Fun and Crime“, ein Vulkan der höllischen Triebe. Es sind keine schlechten Jungs, aber gefangen im rauhen Alltag der Straße. Arbeit gibt es nicht für sie, Zukunft auch nicht. Oder doch? In der Gestalt der jungen Teresa, einem Mädchen aus vornehmen Haus, Tochter des Kaffeebarons Don Martino. Ist Teresa ein Ausweg?….oder das Verderben?

    „Ich breite meine Arme aus um Euch zu beschützen“ verkündet die Christus Statue auf dem Corcovado und blickt hinab auf Rio de Janeiro, die Stadt “ am Fluss des Januar“.

    Natürlich freuten wir uns sehr auf die Weiherspiele, das Wetter war am Dienstag tagsüber leider nicht so toll, so dass wir nicht sicher waren, ob es diesmal klappen würde. Auf der Homepage der Weiherspiele konnte man ab 16:00 Uhr nachlesen, ob die Aufführung tatsächlich stattfand oder ob sie verschoben wurde. Das Wetter wurde gegen Abend zunehmend trockener, obwohl weiterhin sehr dunkle Wolken drohten. Die Temperaturen waren gegenüber den letzten Wochen (da hatten wir Temperaturen bis 38 Grad) stark gesunken. Wir mussten uns also auf einen Abend mit Temperaturen um die 16 Grad einstellen. Also galt es, Pullover, Strickjacke, Regenjacke einzupacken. Bei den Weiherspielen handelt es sich um eine äußerst formlose Veranstaltung. Jeder durfte sich gerne Getränke und etwas zum Essen mit in das Open-Air-Theater mitnehmen. Wir nahmen uns also auch allerlei Gemüse mit wie rohe Karotten und Kohlrabi (ja, wir mögen das Zeug essen, es schmeckt uns, aber wir sind überhaupt keine Vegetarier. 😉 ), außerdem belegte Brötchen. Dazu zwei Flaschen Bier für mich und eine Flasche alkoholfreies Bier für Andrea (dieses Jahr war sie die Chauffeurin), außerdem Punica und heißen Fencheltee … man konnte ja nicht wissen. Rotwein wäre mir zwar lieber gewesen, aber alleine wollte ich den nicht trinken, und Andrea durfte ja keinen Alkohol trinken, deswegen blieb es beim Bier.

    Markt Schwaben Weiherspiele - das Theater ... im Augenblick noch fast leer

    Das Gelände kannten wir inzwischen gut. Das Gros der Sitzplätze bestand aus großen Betonblöcken. Man saß zwar relativ eng nebeneinander, hatte aber für die Füße ausreichend Platz. Auf Beton sitzt es sich hart und kalt, deswegen sollte man unbedingt irgendeine Art von Unterlage mitnehmen, in unserem Fall waren das eine dünne isolierende Unterlage und darauf ein Kissen. Und keine Angst, es sitzt sich auf diese Weise eigentlich überraschend bequem.

    Markt Schwaben Weiherspiele - der Sitzplan

    Das Theater ist nicht besonders groß, so dass man von allen Plätzen eine gute Sicht hat, auf jeden Fall von allen im Sitzplan rot gekennzeichneten. Die blauen Plätze müssten auch in Ordnung sein, die grünen sind aber schon recht arg am Rande. Man kann auf dem Sitzplan auch den Bühnenaufbau erahnen: links gibt es eine Luxus-Villa, daran schließt sich in der Mitte das Armenviertel von Rio an, und ganz rechts ist die Copa Cabana der Schauplatz.

    Abhängig vom Sitzplatz gibt es eine Preisstaffelung.

    Der Preisplan für die Weiherspiele in Markt Schwaben

    Wir selber wählen immer die roten Karten am Wochenende, also die teuerste Kategorie. 20,00 Euro für die teuerste Kategorie ist aber für mehr als 2 Stunden Super Vorstellung in perfekter Umgebung sicher akzeptabel. Pech für uns, dass wir diesmal am Dienstag zu den Weiherspielen gehen mussten. Die 4 Euro Preisunterschied gab es natürlich nicht zurück (wir haben aber auch gar nicht erst nachgefragt).

    Der Spielplan der Weiherspiele 2010 - nur 6 Wochen!

    Auf dem Spielplan fällt sofort auf, dass nur sechs Wochen lang gespielt wird. Unsere dringende Empfehlung: wer die Weiherspiele besuchen möchte, sollte sich Karten sehr frühzeitig besorgen, am besten bereits im April, wenn der Vorverkauf startet! Unser Erfahrung nach bekommt man im Juni praktisch keine Karten mehr.

    Allerdings konnten wir am Dienstag feststellen, dass wohl wegen der unsicheren Wetterlage einige Gäste nicht gekommen sind, denn es sind doch einige Plätze leer geblieben.

    Bühne: Villa, Favelas, Copa Cabana

    Die Bühne war wieder sehr aufwändig gestaltet und wurde auf mehreren Ebenen genutzt. Die Ausleuchtung war hervorragend und leitete die Aufmerksamkeit des Publikums zum jeweils aktuellem Schauplatz der Handlung. Auch der Ton war hervorragend, die Akteure waren sehr deutlich und glasklar zu verstehen. Einzig bei den (wenigen) Gesangsdarbietungen hätte der Ton etwas leiser sein können.

    Ich habe vor der Aufführung ein kurzes Video gemacht, auf dem man den Bühnenaufbau als Schwenk sehen kann:

    Wir hatten Glück mit dem Wetter, es regnete kein bisschen, und es gab auch kaum Wind. Unsere Befürchtungen, dass wir möglicherweise frieren müssten, erfüllten sich glücklicherweise nicht. Zusätzlich hatten wir auch noch eine Wolldecke dabei, die wir über unsere Beine ausbreiteten. Heiko schaffte es an diesem Abend nicht durchzuhalten und schlief dann irgendwann ein. Wie immer waren die Weiherspiele eine Art Mini-Musical mit Schauspiel, Gesangseinlagen und Tanzdarbietungen. Alles hatte natürlich einen deutlichen brasilianischen Stempel. So wurde Rio mit einer brasilianischen Tanztruppe und heißen Samba-Rhythmen zum Leben erweckt. Alle Akteure ließen regelmäßig portugiesische Sprachfragmente mit brasilianischem Akzent einfließen. Hier konnte man erkennen, dass zur Vorbereitung höchstwahrscheinlich auch ein Sprachtraining gehört hatte. So kam das auch gar nicht lächerlich rüber, sondern trug wesentlich zur Atmosphäre bei.

    Als Effekte gab es diesmal nur ein kleines Feuerwerk, das am Zuckerhut zum Faschings-Gehopse abgefeuert wurde.

    Der Weiher wurde ebenfalls wieder in die Handlung mit einbezogen. Der Drogenboss schipperte dort mit seiner Hochseeyacht herum und ließ es unter Deck mächtig mit der Krankenschwester seiner altehrwürdigen Mutter krachen, so dass das ganze Boot ins Rollen kam. Später musste der Weiher noch als Tatwerkzeug für einen Selbstmord herhalten.

    Kurz vor dem Beginn der Veranstaltung wurde das Theater langsam voll

     

    Eine unserer Eintrittskarten