Reifenpanne

Heute morgen bin ich auf dem Weg ins Büro auf der A94 kurz hinter Parsdorf mit einer Reifenpanne liegengeblieben. Das war das erste Mal in meinem Leben. Es war stockender Verkehr und ich war deswegen nicht schnell unterwegs. Hinter der Auffahrt rumpelte der Wagen plötzlich ziemlich stark. Ich dachte zunächst, die Fahrbahnoberfläche wäre wegen Spurrillen aufgefräst worden, aber es sah alles ganz normal aus. Außerdem bemerkte ich ein Ziehen nach rechts.

Also habe ich auf der Standspur angehalten, mir kurz die Reifen angesehen und dann auch gleich vorne rechts den platten Reifen entdeckt. Warndreieck raus und aufgestellt und dann frisch ans Werk, Bordwerkzeug und einen Reservereifen hatte ich ja dabei.

War bloß blöd mit der Anzughose, aber ich hatte eine Plastiktüte dabei, die ich als Unterlage benutzen konnte. Leider war es saukalt … um den Gefrierpunkt, aber es nützte ja nichts.

Das Aufbocken war weiter kein Problem, aber ich bekam dann die Schrauben mit dem Bordwerkzeug nicht los. So fest konnten sie ja eigentlich gar nicht sein, hatte ich sie doch vor kurzem erst selber angezogen, als ich die Sommerreifen gegen die Winterreifen getauscht hatte. Es ging aber ums Verrecken nicht.

Also setzte ich mich in den Wagen und rief den ADAC an (Telefon 222222). Gleich am Anfang wurde die Frage geklärt, ob ich denn ADAC-Mitglied sei, was ich nicht bin. Daraufhin wurde mir mitgeteilt „Dann müssen Sie das aber selber bezahlen!“, was mir zwar klar war, was aber natürlich die Dame am Telefon nicht wusste. Danach ging es um die Ortsbestimmung. Ich stand kurz hinter der Auffahrt Parsdorf auf der A94 in Richtung München, vor mir ein großes blaues Schild, das mir sagte, dass es bis zum Autobahnkreuz A99 noch 800 Meter wären. Leider konnte die ADAC-Dame mit ihrem Computer damit nichts anfangen, sie wollte die Kilometerangabe auf einem Kilometerstein von mir haben, mir war aber kalt, und ich hatte keine Lust, nach dem nächsten Stein zu suchen.

Ich sagte deswegen, dass jeder Münchener genau wüsste, wo ich sei, dachte dabei an den Abschleppdienst, der hier in der Gegend herumkurvte und nur auf meinen Auftrag wartete. Sie entgegnete – nicht ganz zu Unrecht – dass sie aber nicht aus München sei. Mit der Ortsangabe „Parsdorf“ fand sie dann schließlich das Autobahnkreuz, und alles war gut.

Frustrierend war ihre Information, dass wegen des Wetters leider sehr viele Pannen/Unfälle in der Gegend zu bearbeiten wären und ich mich daher auf eine längere Wartezeit einrichten müsste. Was solls, zu Fuß wollte ich ja nicht ins Büro.

Etwa eine halbe Stunde später rief mich dann ein Kraftfahrzeugmechaniker an und wies mich darauf hin, dass ich als Nicht-ADAC-Mitglied mit 150 Euro rechnen müsste. Ob er trotzdem kommen sollte. „Nein“, meinte ich, „ich würde gerne den ganzen Tag hier auf der Autobahn bleiben.“ Wir einigten uns dann doch darauf, dass er kurz mal vorbeikommen sollte, um diese blöden vier Schrauben zu lösen.

Circa 10 Minuten später war er dann auch da, löste die Schrauben und machte den Papierkram. Schraubenlösen 5 Minuten, Papierkram 15 Minuten, insgesamt 125,55 Euro, weil ich so nett sei. „Passt schon“, dachte ich und gleichzeitig auch an meinen Nicht-ADAC-Schutzbrief, über den ich das dann abrechnen würde.

Er untersuchte auch kurz den Reifen und meinte, dass das Ventil gerissen sei.

Wechselgeld hatte er keines, auch nicht auf 150 Euro. Kreditkarten oder EC-Karten nahm er nicht an. So schlug er vor, dass wir zur nächsten Tankstelle fahren sollten, um dort das Geld zu wechseln. Passte mir nicht besonders, denn eigentlich wollte ich anschließend gleich in die Werkstatt, um neue Reifen zu bestellen.

Letztendlich schlug er vor, dass wir zusammen zur ADAC-Station in Feldkirchen fahren sollten, um dort das Geld zu wechseln. Vorsichtshalber rief er dort an, um sicherzustellen, dass die auf 150 Euro herausgeben konnten. Feldkirchen lag nicht so weit ab von meinem Weg und war daher akzeptabel.

Okay, wir fuhren also nach Feldkirchen zum LKW-Service Sedlmeier, der ADAC-Partner war. Dort konnte ich bezahlen. Weiter wies man mich darauf hin, dass ich das Ventil auch dort schnell wechseln lassen könnte, sie würden das sofort machen. Na, das konnte ich nicht ausschlagen. Herr Kotte, der Sachbearbeiter, bot mir dann an, dass ich mir in der Kantine einen Kaffee und eine Brotzeit holen könnte, solange sie den Reifen in Ordnung bringen. Da hellte sich meine Laune doch merklich auf. Er gab mir eine Essensmarke und ich machte mich auf, die Kantine im Keller zu finden.

Alles war gut, der Kaffe und die Brezen vor allem, und mir wurde wieder wärmer.

Nach ca. 20 Minuten ging ich wieder zum Express-Service, wo Herr Kotte mir leider mitteilte, dass die Flanken des Reifens schon ziemlich beschädigt waren und ich deswegen doch neue Reifen kaufen müsste. Er könnte sie bestellen, aber das würde dann ein paar Tage dauern. Ich lehnte dankend ab, weil ich eh noch zu meiner Wekstatt, Bosch Dienst Hauser, wollte.

Berechnet hat er mir weder für die Arbeit noch für die Brotzeit etwas. Und mir ging es richtig gut trotz der Panne. Wo erlebt man denn noch so eine Hilfsbereitschaft?

Danach bin ich in die Werkstatt gefahren und habe zwei neue Reifen bestellt. Die werden dann wahrscheinlich nächste Woche montiert.

Mit dem Notreifen bin ich dann weiter ins Büro gefahren, zwar mit mulmigen Gefühl, weil ich keine Ahnung hatte, wieviel so ein Ersatzreifen aushält, aber immerhin konnte ich noch fahren.

Wenn ihr also mal Probleme mit den Reifen habt, ruft ruhig beim LKW-Service Sedlmeier in Feldkirchen an (089 90 00 55 0 rund um die Uhr). Die waren supernett und sehr hilfsbereit!

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